aufgesteM, d atz Vie Verleger Kk:anzvllhIer-Wc>rinS und Lange- Gießen sich in eine von den Abgeordneten Damm und Pennrich einberufene Zeitungsverleger-Konferenz eingeschmuggelt hätten. Tatsache ist, daß von 11 jüngst in Frankfurt versammelten hessischen Amtsblattverlegern 7 eine Einladung zu jener Konferenz erhalten hatten. Diese Amtsblattverleger beschlossen, aus jeder Provinz einen Delegierten zu der Konferenz zu entsenden und zwar die Herren Wittich- Darmstadt, Kranzbühler-Worms und Lange-Gießen., Trotzdem diese drei Herren sich deutlich in die Präsenzliste der Kvnferenz einzeichneten und Herr Wittich den erwähnten Tatbestand vor den Versammelten sofort feststellte, wird jetzt diese bereits in anderen Blättern richtig gestellte freche Behauptung von „Einschmuggelung" wiederholt. Wir hängen hiermit dieses verleumderische Gebühren niedriger und glauben erwarten zu dürfen, daß angesichts solcher absichtsvollen Verdächtigungen die Herren Abgeordneten Damm und Pennrich sich endlich entschließen werden, allem wetteren schlechten Geschwätz durch eine öffentliche Erklärung den Boden zu entziehen.
* * Die Spar -und Leihkasse Gießen, jetzt S8e- zirkssparkasse Gießen, ist durch Entscheidung Großh. Ministeriums ibe3 Innern vom 23. l. Mts. als öffentliche Sparkasse gemäß des Sparkassegesetzes anerkannt worden.
* * Der Konzert-Verein, dem es bisher nicht möglich war, zu der von ihm sehr warm begrüßten Idee eines Theater- und Saalbauprojektes einflußreich Stellung zu nehmen, hat beschlossen, sich jetzt auch in den Dienst dieses, für das nrusikalische Leben so wichtigen Unternehmens zu stellen. Zu diesem Zweck wird der Verein am Sonntag den 5. Ium ein großes Extra-Konzert in der Turnhalle veranstalten, worauf wir heute schon Hinweisen wollen. Die Leitung hat selbstredend Universitäts- Musikdirektor G. Trautmann, der seinen großen Frankfurter Schülerschen Märmerchor veranlaßt hat, ohne jede Entschädigung hierher zu kommen. Weiter Mitwirkende werden die vollständige Shmphoniekapelle des Zoologischen Gartens (Frankfurt), sowie eine Sängerin von Ruf sein. Die Preise sind die üblichen (Sperrsitz 3,50 Mk. 2C.), die Mitglieder des Vereins erhalten jedoch eine wesentliche Ermäßigung, die ihnen durch besondere Mitteilung bekannt gemacht wird. Eine Anzahl Karten wird auch den hiesigen Vereinen zu niedrigen Preisen tzur Verfügung gestellt werden, selbstredend nur für die aktiven Mitglieder und nur bei dar bez. Vorständen erhältlich.
* * Nationaler Gesangswettstreit. Die Proben zu den am ersten Festtage zum Vortrage gelangenden Gesamtchören finden unter sehr reger Beteiligung statt, so daß ganz hervorragendes zu erwarten steht. Das Programm enthält folgende Lieder: ,Mhäfers Sonntagslied pon Kreutzer; „Der frohe Wandersmann" von Mendelssohn; „Der Soldat"" und ^Zu Straßburg auf der Schanz"" (Volkslieder) von Silcher; „Friedrich Rotbart"" von Podbertsky, mit Orchester — und voraussichtlich noch „Das deutsche Lied"' von Kalliwoda. Die nächsten Proben sind: Samstag den 30. April: 2. Baß, Montag den 2. Mai: 1. und 2. Tenor, Mittwoch den 4. Mai: 1. und 2. Baß, sämtlich im Cafs Ebel.
*♦ Wirtschaft auf dem Dünsberg. Aus Anlaß der Tour des Taunus-Klubs Frankfurt a. M. am 8. Mai, von der wir bereits Mitteilung machten, wird an diesem Tage nachmittags auf dem Dünsberg Wirtschaft 'sein. Ebenso wird auf Veranlassung des Dünsberg-Vereins am Himmelfahrtstage und am 2. Pfingstfeiertage, so wie jeden ersten Sonntag nach dem Ersten eines Monats Itei günstiger Witterung Speise und Trank auf dem Gipfel des höchsten unserer Berge für jedermann zu haben sein.
** Christian Busch als Raucher. Der verstorbene Senior der deutschen Studentenschaft war bekanntlich ein starker Raucher. Die Pfeife ging, wie seine Freunde behaupteten, Christian Busch über alles. Als regelmäßiger Besucher des ehemaligen Lügentisches „in's Lotze"", war Busch der Begründer zahlreicher periodisch entstandener Rauchklubs, bei denen er immer den Oberraucher machte, der das Amt hatte, bei jedem neu hinzutretenden Mitglieds dessen Pfeife zu untersuchen, ob sie auch den natürlich nicht geschriebenen Satzungen des Klubs entsprach. Busch war nun ein erklärter Feind aller Neuerungen auf dem Gebiete der Tabakspfeife, besonders aber hatte er die sogenannten Trockenraucher, die er Bürstenpfeifen nannte, auf dem Zuge. Die lustigen Lügenbrüder bei „Lotze"", welche dies wußten, veranlaßten nun jedes neu eintretende Mitglied im Rauchklub, sich eine moderne Pfeife mit Trockenraucher zuzulegen. Mit Ernst und Würde prüfte am ersten Abend, wenn das betreffende Mitglied erschien, der Oberraucher dessen Pfeife, dann ertönte aus seinem Munde das Kommando: „Machts Fenster auf", und mit einem Ruck flog die neue Pfeife durch das geöffnete Fenster in den neben der Wirtschaft liegenden Spitalhof, zum Gaudium aller Gäste. Buschs Wahrspruch hieß:
Wtznn mein Pfeifchen dampft und glüht Und der Rauch von Blätter
Sanft mir durch die Nase zieht. Tausch ich nicht mit Götter. — und seine alte Pfeifenregel war:
„Owe locker, unne fest, Brennt die Peife bis zum Rest."
V. Butzbach, 29. Aprrl. (Eigener Drahtb ericht.) Der Branntweinfabrikant Schmidt aus Koblenz ist hier im „Hessischen Hof"" heute tot im Bette aufgefunden worden. Man gibt als Todesursache Schlaganfall an.
b. Friedberg, 28. April. Eine Versammlung bezüglich der Erbauung eines Elektrizitätswerkes und eines Schlachthauses findet nächste Woche noch einmal statt, in welcher Beschluß gefaßt werden soll über die Lage der zu erbauenden Objekte, wobei jede Gemeinde das größte Interesse daran hat, die Anlagen so nah wie möglich zu haben.
Guntersblum, 27. April. In großer Aufregung lebt seit einigen Tagen die Gastwirtsfamilie Metzler und mit jihr der größte Teil der hiesigen Bevölkerung. Die Tochter pes Hauses bekam seit einigen Monaten auf anonyme Weise Geschenke (goldene Uhr, sonstige Schmucksachen, Kleidungsstücke) zugesandt und vorgestern gelangte ein Brief pn ihre Adresse, in welchem sie aufgefordert wurde, bis Dienstag nach Mainz zu kommen, um die Reise nach Amerika mit anzutreten. Käme sie aber nicht, so würde sie bis Donnerstag ermordet sein. Die hiesige Gen- darwerie wurde gestern vormittag requiriert und recherchiete in Zivil. Herr Metzler reiste Dienstag vormittag nach Mainz, verständigte die dortige Polizei und nachmittags 4 Uhr fuhr die Tochter nach Mainz, wo die Schutzleute, die in Zivil gingen, sich in der Nähe des Mädchens^ aufhielten. Der Briefschreiber war aber nicht erschienen. Man ist deshalb gespannt, auf welche Weise der dunkle Schleier ge-- Ulstet wird.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Staatsminister a. D. v. Thielen, der in Wiesbaden zur Kur weilt, hat vom Kaiser eine Einladung zur Teilnahme an der Einweihung der neuen Brücke in Mainz erhalten. — Als in der Wohnung der wegen Kurpfuscherei verhafteten Naturärztin Gertrud Schmidt in Wiesbaden eine Haussuchung abgehalten wurde, fand man in ein Stück Papier eingewickelt die Leiche eines neugeborenen Kindes. Tie Schmidt behauptet, daß sie das Kind kurz vor ihrer Verhaftung geboren habe. Das Kind soll gleich nach der Geburt gestorben sein. Ob diese Angaben aus Wahrheit beruhen, wird die Untersuchung er- gcben.________________
vermischte».
* Berlin, 28. April. Wegen Betruges steckbrieflich verfolgt werden der 33 Jahre alte Leutnant d. Res. Alfred v. Lilienthal und seine 26 Jahre alte Frau Klara. Lilienthal ist der Sohn einer verwitweten Generalin. Vor zwei Jahren, am 15. Februar 1902, verschwand da§ Ehepaar und seine zahllosen Gläubiger hatten das Nachsehen. Ein zweijähriges Töchterchen, das es einfach im Stich ließ, nahm die Großmutter an sich. Die Forderungen sollen in die Hunderttausende gehen. — Bei einer Kollision der Equipage des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen vor der Bildergalerie in Potsdam mit einem Radfahrer wurde die Deichsel deS Gefährtes zerbrochen. Der Prinz, sowie der Radfahrer erlitten keinerlei Verletzungen, dagegen ging das Rad in Trümmern.
• Köln, 28. April. Ein gestern abend auSgebrocheneS Großfeuer zerstörte das Hirsch'sche Warenhaus vollständig. Mehrere im zweiten Stockwerke wohnende Familien wurden vor dem Eintreffen der Feuerwehren von beherzten Nachbarn, sowie Postbeamten unter Einsetzung des eigenen Lebens aus dem brennenden Hause gerettet. Das Warenhaus brannte vollständig auS.
• Düsseldorf, 28. April. Wie jetzt feststeht, wird der Kronprinz zur Eröffnung der Gartenbauausstellung am Sonntag hier eintreffen. Der Kronprinz nimmt nicht am Festessen teil.
• B ochum, 28. April. Die Abhaltung deS Gesangwettstreites in Dorstfeld bei Bochum, wozu 50 Gesangvereine angemeldet waren, wurde mit Rücksicht auf die Pockengefahr verboten.
• Flensburg, 28. April. Der Schooner „Mara", von England nach seinem Heimathafen Wyk unterwegs, ist bedeutend überfällig und vermutlich in dem letzten Sturme mit seiner ganzen Besatzung in der Nordsee untergegangen.
* Metz, 28. April. Hier wurde der Bankier Gaudy verhaftet, über deffen Vermögen das Konkursverfahren eröffnet wurde.
* Madrid, 28. April. In einer Kohlengrube bei Tocina (Provinz Sevilla) wurden durch einen Erdstoß viele Arbeiter verschüttet. Bisher wurden 50 Tote und 10 Ve rwundete geborgen.
' Kaluga, 28. April. Eine Feuersbrunst zerstörte ein in der Nähe der Stadt Moffalsk liegendes großes Dorf vollständig. Der Schaden wird auf 500 000 Rubel geschätzt.
• Der Einjährige Liermann vom Regiment 113, der (Stief-?) Sohn des ReichStagSabg. Preiß-Colmar hat sich in Freiburg, seiner Garnison, erschossen, nachdem er nur drei Wochen im Dienst gewesen war. Motive sind bisher unbekannt.__________________________
Kerichtssaal.
Berlin, 28. April. Der frühere Heilgehilfe Hugo Walther, gebürttgt aus Bischofswerda, Sachsen, wurde heute nach dreitägiger Verhandlung schuldig gesprochen, seine Ehefrau Meta, geb. Mehlhorn auf der Dallgower Feldmark bei Berlin im September 1903 ermordet zu haben. Er wurde zum Tode verurteilt.
Halle, 29. April. DaS Schwurgericht verurteilte den Bergmann Brunner aus Leimbach, der in der Trunkenheit seinen Bruder erstochen hatte, zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust.
Ma g d e b u r g, 28. April. Zwei Offiziere wurden in der letzten Sitzung des Oberkriegsgerichts verurteilt. Leutnant H e i l m a n n vom 26. Jnf.-Regiment war am 22. März von der Anklage, eine unrichtige Meldung abgegeben und ein Meldebuch beschädigt zu haben, freigesprochen worden. Der Gerichtsherr legte Berufung ein. Das Oberkriegsgericht schloß die Oeffentlichkeit aus, sodaß über den Tatbestand nur Vermutungen und Gerüchte laut wurden. Sogar die Urteilsbegründung, die in erster Instanz öffentlich gegeben wurde (als es sich um Frei- sprchung handelte), wurde erst nach Ausschluß der Oeffentlichkeit gegeben. Das Urteil lautete unter Aushebung des Erkenntniffes der ersten Instanz auf 4 Tage Stubenarrest. — In dem anderen Falle handelte es sich um den Oberleutnant Schimpf, der in erster Instanz wegen Beleidigung eines Vorgesetzten verurteilt war. Da daö Gericht das Urteil in geheimer Sitzung verkündet hatte, mußte diese? aufgehoben werden. Außerdem hatte der Angeklagte Berufung eingelegt. Einige Offiziere vom hiesigen Pionier-Bataillon waren als Zeugen geladen. Die Gerichtsdiener hatten wiederholt strengsten Befehl erhalten, mit den Vertretern der Vreffe unter keinen Umständen zu sprechen. Diesmal wurde das Urteil öffentlich verkündet, es lautete auf 5 Tage Stubenarrest. — Cs werden voraussichtlich noch ein oder mehrere Duelle die nächste Folge dieser Vorgesehten-Beleidigung sein. (Frkf. Ztg.)
— lieber einen Gattenmord-Prozeß wird berichtet : „Die Sonne bringt es an den Tag 1" Mit diesen Worten begann der Staatsanwalt in einem Prozeß, der vor dem Schwurgericht zu Stargard i. P. staMund. Die Hebamme Karotin e Bölter war beschuldigt, ihren Ehemann, den Stellmacher Bölter, mit Phosphor vergiftet zu haben. Im Oktober vor. Js. waren bei einem Bauernhofsbesitzer mehrere Schweine durch Vergiftung mit Phosphor eingegangen. Man forschte vergeblich nach dem Täter. Durch Umfragen in den Apotheken fahndete man nach Giftscheinen über Phosphor und deren Aussteller. In der Apotheke zu Naugard fand sich am 17. Juli v. Js. ein Gisischein, unterzeichnet: Karoline Bölter. Obgleich mit Sicherheit seststand, daß die Hebamme Bölter zu der im Oktober v. Js. erfolgten Schweinevergiftung in keiner Beziehung stand, wurde sie befragt, zu welchem Zwecke sie sich das Gilt beschafft habe. Die Befragte bestritt zunächst, daß der Gistschein von ihr herrühre, als sie dies bann aber zugeben mußte, machte sie über den Verbrauch des Giftes die widersprechendsten Angaben Dies erregte Verdacht, und da stellte sich heraus, daß am Tage nach der Ausstellung des Gistscheincs, am 18. Juli, der Ehemann der Beschuldigten, der bis dahin gesund und arbeitskräftig gewesen, plötzlich schwer erkrankt und am 19. Juli, mittags, verstorben war. Der Verdacht lag nahe, daß die Angeklagte das Gist zur Beseitigung ihres Ehemannes verwendet habe. Zwischen dem Tode des Bölter unb dem Austauchen des Verdachtes lag eine Frist von fünf Monaten. Der Verstorbene war seinerzeit ohne Vcrdachl beerdigt worden. Phosphor ist ein äußerst schnell veränderliches Gist, und es kam nunmehr in Frage, ob noch die Möglichkeit eines Nach
weises der PhoSphorvergistung bestehe. Gerfchtschemcker Dr. Bischof erhielt vom Untersuchungsrichter zu Stargard am 2. Dezember v. I. die Anfrage, ob eS möglich sei, in einer Leiche, welche seit dem 20. Juli in der Erde liege, noch Phosphor nachzuweisen, und ivelche Teile der Leiche am besten zur Untersuchung gesandt werden sollten. Dr. Bischof berichtete dahin, daß es ihm schon gelungen sei, noch nach drei Monaten in einer Leiche Phosphor in unveränderter Form sestzustellen trotz der leichten Veränderlichkeit des Gistes. Wenn besonders günstige Ncbenumstände, schneller Verlauf der Ver- gistung und konzentrierte Form des Giftes, z. B. Phosphor-Latwerge, Vorlagen, sei die Aussicht aus chemischen Nachweis großer. Bei der Entnahme der Leieheiiteile sei besonders vorsichtig zi> oerfahen und der Darm möglichst tn geschloffenem Zustande zu übersenden. Die Ausgrabung erfolgte demgemäß. Es gelang Dr. Bischof, nach echs Monatei, noch unveräiiderten Phosphor im Darmkanal nachzuweisen, ein Ergebnis, das wohl als ein Unikum in der Gerichtschemie dasteht. Die Angeklagte legte nun ein offenes Geständnis ab. Sie wurde wegei, Mordes z il Ni Tode v e r ii r t e i l t.
Cherbourg, 28. April. Tas hiesige Marinekriegsgerichr erkannte heute auf E i n st e l l u n g des Verfahrens gegen den der Spionage beschuldigten früheren Schreiber Martin des Marineministeriums. Martm wurde aus der Hast ent- l a s i e n.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
— Börserrgesctzreform. Anläßlich der Debatte im Reichs- tag über die Novelle zum Börsengesetz hat der Hanbelsmünster iinumwunden ausgesprochen, daß die Regierung die Umänderung des Gesetzes für eine notwendige Ausgabe hält. Trotzdem ist die Bankenwelt nichts weniger als zuversichtlich gestimmt, da ein recht erheblicher Teil der Reichstagsabgeordneten nach wie vor der Böile gegenüber eine ablehnende Haltung zum Ausdruck bringt. Auch ein Zentrumsredner hat sich in scharfer Weise gegen den Entwurf ausgesprochen. Die Unsicherheit, was von den beantragten Verbesserungen tatsächlich zur Durchführung gelangen wird, übt einen Druck auf die Börse aus und sind besonders Bankaktien zurückgegangen.
— Ein Wechselsabrikaut im Großen. Kommerzienrat Julius Ribbert hat hinter dem Rücken seines Vaters, des Kommerzienrats Heinrich Ribbert, Wechsel auf die väterliche Firma in Höhe von 8—9 Mill. Mk. akzeptiert. Beide sind Besitzer der bedeutenden ©eibenfärberei in Hohenlimburg. Julius Ribbert hat die Aktiengesellschaft für Bergbau, bergbauliche und andere industrielle Erzeugnisse Heldburg ins Leben gerufen, deren Gründung mit einem Aktienkapital von 22 Mill. Mk. seiner Zeit Aussehen und Mißtrauen erregte. Die Heldburger Gesellschaft beruft auf den 11. und 29. Mai Generalversammlungen ein, um Neuwahlen und Statutenänderungen vorzunehmen. Die Neuwahlen sind angeblich notwendig geworden, da Julius Ribbert und noch mehrere Aussichtsratsmitglieder ausgeschieden sind und der Aufsichtsrat beschlußunfähig ist. Tie Aktien der Gesellschaft haben nirgends einen offiziellen Markt und sollen jüngst mit 80 pCt. vergeblich angeboten worden fein. Jetzt dürften sich wahrscheinlich bet noch niedrigem Gebot keine Käufer finden. Der Vater soll die Wechsel seines Sohnes beglichen haben.
Arbeiterbewegung.
Budapest, 28. April. Gegen 10000 Arbeiter der Bahnlinie Nagy—Barezwatuka sowie der Samborer Linie beabsichtigen in den Streik zu treten, um höhere GetzaltS- forberungen burchzusetzen. Militär-Verstärkungen sinb in bte be- brohten Gegenben abgegangen.
Submissionen.
30. April. Friebberg, Großh. Hochbauamt. Vergebung von Bauarbeiten zur Erbauung einer Forstwartwohnung. Be- bingungen gegen Selbstkosten. — 30. April. Offenbach a. TI., Stabtbauamt, Abteilung für Hochbau, Herrnstr. 40. Ausführung von Klosetanlagen. Bebingungen 8 Mk. — 7. Mai. D armstabt, Großh. Kultur-Inspektion. Lieferung von Schreib- und Zeichen- Materialien für baS Jahr 1904. Bedingungen 50 Pfg.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdieost.
I« der StadtNrche.
Cantate, Sonntag, den 1. Mai.
Vormittags 9 */, Uhr: Pfarrassistent Schulz.
Vormittags 11 Uhr: MilitärgotteSdienst.
Pfarrer Euler.
Nachmittags 1 */, Uhr: Kinberkirche für bte Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe.
In der JohanneSktrche.
Vormittags 9 */, Uhr: Professor D. Drews.
Nachmittags 2 Uhr: Kinbergottesbienst für bie Lukasgemetnde. Pfarrer Euler.
Sonntag ctbenb 8 Uhr: Versammlung unb Bibelbcsprechuno im Konfirmanbensaale der Johanneskirche.
Katholische Gemeinde.
Samstag, den 80. April 1904.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
Sonntag, den 1. M a i 1904.
4. Sonntag nach Ostern.
Vomtittags von 6 */2 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
„ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
„ um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe.
„ um 9 V. Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2 f/3 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht.
Israelitische Religionsgemeinde.
HottesdienS in der Synagoge (Südankage).
Samstag, den 30. April 1904.
Vorabend: 7.15 Uhr.
Morgens: 8.30 Uhr.
Predigt.
Nachmittags 4 Uhr.
Sabbathausgang 8.30 Uhr.
Kriefkasten der Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.^
M. Die Impfung hat vor dem Ablauf des auf fein Geburttz- fahr folgenden Kalenderjahres stattzufinden.
Meteorologische Beobachtungen
der
Station
Hießen.
April 1904.
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
E
‘l
Windstärke 1
Wetter
28.
2«
749,3
14,5
7,1
57
w
2
Bed. Himmel
28.
9«
749,6
12,2
8,2
78
Still.
0
Bed. Himmel
29.
7*
749,3
10,4
8,0
85
SW.
2
Bed. Himmel
Höchs Niedr
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7.-2$
1
8. April
j. „
4- 14.9 “-C.
t- 1.0"6.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst
Voraussichtliche Witterung in Dberhefien für Samstag, ou.
30.
April 1904: Zeitweise windig.
zeitweise heiter, ^cmpeuuuv
nur
wenig verändert, höchstens int Norden etwas Jtegen. Näheres durch die Gießener Wetterkarte.


