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29.4.1904 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

154. Jahrgang

Freitag LS. April 1904

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Deutsches Reich.

Berlin, 28. April. Der Kaiser sandte von der Grenze Italiens an den italienischen Ministerpräsidenten Giolitti ein Telegramm, in dem eir sich bedankt für die herzliche Aufnahme, die er überall gefunden habe.

Der Führer der Nationalliberalen Dr. Hammacher wird am 1. Mai seinen 8 0. Geburtstag begehen. Zu seinen Ehren plant die Partei große Ovationen.

Im Reichstage wird ein Antrag auf Schaffung einer Reichslotterie vorbereitet, die an Stelle der einzelnen Landeslotterien zu treten hatte.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Entsprechend der Zusage des Handelsministers bei der Beantwortung der Interpellation der Abgg. Stötzel und Brust am 16. April, bett. die Behandlung.der kleinen Zechen im Ruhr- rebier durch das Kohlensyndikat hat sich bereits am Dienstag der Oberberghauptmann mit den Referenten des Handelsministeriums, sowie den Kommissaren des Ministers

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Ausland.

Neapel, 28. April. Tie hiesige Studentenschaft brachte heute abend dem Könige und dem Präsidenten L o u b e t einen F a ck e l z u g dar. Später wohnten der König und der Präsident, der Graf von Turin und der Herzog von Genua einer Festvorstellung im Sancarlo- Theater bei.

Wien, 28. April. Als der Kaiser gestern die Spiritus- Ausstellung verlassen hatte, richtete das Komitee an den deutschen Kaiser folgendes Telegramm:Kaiser Franz Josef besichtigte soeben die hiesige Spiritusausstell­ung und sprach sich über die deutschen Leistungen sehr an­erkennend aus. Auf Grund besonderer Ermächtigung des Kaisers Franz Josef machen wir Ew. Majestät, oem erhabe­nen Förderer unserer Bestrebungen, hiervon unter Dar­bringung ehrfurchtsvollster Huldigung Meldung. Das deutsche Organisationskomitee: v. Putlitz, Geheimrat Del­brück, Direktor Untucht. Vom Kaiser ging bald darauf folgende Antwort ein: An das deutsche Organisations- komitee der Spiritusausstellung in Wien. Wien, Rotunde, datiert. Mailand Bahnhof. Es hat mich gefreut, aus Ihrem Telegramm zu entnehmen, daß mein hoher Freund und Bundesgenosse Kaiser Franz Josef geruhte, die Spiritus­ausstellung in Augenschein zu nehmen und sich anerkennend über deren Leistungen auszusprechen. Ich hoffe, daß die gnädige Anerkennung von so hoher Stelle der deutschen Spiritusindustrie ein Ansporn sein wird, auf dem bisher mit Erfolg betretenen Wege unermüdlich fortzuschreiten. Wilhelm.

Aus Stadl uud Land.

Gießen, den 29. April 1904.

** Einige sensationslüsterne hessische Blättchen, die durch Mittel aller Art Aufmerksamkeit auf sich lenken wollen, haben die unwahre Behauptung'

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gegeben. Die Kommission wird eingehend prüfen, inwieweit die Befürchtungen bezüglich der beabsichtigten Stillegung an gekaufter Zechen begründet sind. Es ist zu erwarten, daß, soweit diese Befürchtungen begründet fern sollten, es der Kommsision gelingen wird, die Verhandlungen dahin zu führen, daß alle größeren Härten vermieden

Volttische Tagesschau.

Kaiser Wilhelm und König Eduard.

Berlin, 28. April.

Ungeachtet des glänzenden Empfanges, der Kaiser Wil­helm auf Gibraltar uno Malta seitens der englischen Be­hörden zuteil geworden ist, erhält sich das Gerücht von einer Verstimmung zwischen den Höfen Berlin und London. Nichtig ist, daß seit ungewöhnlich langer Zeit eine Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und König Eduard nicht stattgefunden hat. Ein politisches Moment spricht in der Verzögerung der Zusammenkunft nach unseren Informationen nicht mit. Man rechnet vielmehr in Hof­kreisen mit einer solcheir für die Zeit nach der Rückkehr des Kaisers von der Nordlandreise. Da König Eduard auch in diesem Sommer wieder zum Kür gebrauch in Marien- bad eintrifft bei dieser Gelegenheit findet eine Be­gegnung mit Kaiser Franz Josef statt, ist also

eigenen Augen den Empfang anzusehen, den es Niko­laus II. bereitete. Bei dem Abendsest in Versailles hielt ich der Kaiser im Gebüsch des Parkes ver­te ckt. Man glaube nicht, daß daS ein Ulk ein soll. Nein, den Parisern ist es bitterer Ernst damit. Vor kurzem erst noch versicherte ein durchaus glaubwürdiger französischer Journalist, einer der höchsten Beamten des Versailler Schlosses habe ihm vertraulich mitgeteilt, daß er von der Pariser Geheimpolizei amtlich über die Anwesenheit des verkleideten deutschen Kaisers in Versailles an jenem Tage verständigt wurde. Entdeckt habe er ihn zwar nicht, aber das stand jenem Beamten fest wie auch auf seine Autori­tät hin dem französischen Journalisten da war er doch. Man gäbe sich einer Täuschung hin, wenn man dieser merk­würdigen Einbildungskraft den Wünsch unterlegen wollte, den deutschen Kaiser in der Tat in Paris zu sehen. Ihre psychologische Grundlage sind einerseits die nationale (Mel- keit, die in den Stunden patriotischen Hochgefühls sich wieder als den Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit und des Interesses der ganzen Welt glaubt, und anderseits die Ve- uTteilung des deutschen Kaisers, die seiner impulsiven und temperamentvollen Natur in der Tat solche Harun-al- Raschid-Fahrten selbst nach Frankreich hinein zütraut.

Herrn Jaurös Rede erinnert uns schließlich auch an den Darmstädter parlamentarischen Abend. Es liegt eine gewisse Aehnlichkeit mit dem Falle Ulrich vor. Nur daß wegen der kurzen Worte, die unser Gr o ß h e rz o g mit Herrn Ulrich letzthin wieder wechselte, nicht die So- zialdemotraten vor dem Monarchen, sondern engherzige Hyperpatrioten und Philister um das Wahl der Monarchie zitterten, während in Frankreich die Sozialdemokratie vor der mächtigen Persönlichkeit des deutschen Kaisers in tiefe Furcht gerät. Wenn Herr JauröS aber in einer etwaigen Zu- sammenkunft des deutschen Kaisers mit dcm Präsidenten von Frankreich, an die ja nie ernsthaft gedacht worden ist, ein Friedensunterpfand erblickt, so hat er damit ganz Recht Sein französischer Patriotismus, seine liebessehnsüchtige An­spielung auf Elsaß-Lothringen könnte den Sozialdemokraten in Deutschland als nachahmunswertes Erempel dienen.

$et Anschlag des deutschen Kaisers auf-LouSet.

Die französischen Patrioten atmen von schwerem Alp­druck befreit auf. Eine furchtbare Gefahr drohte Frankreich: der deutsche Kaiser wollte durchaus auf hohem Meere vielleicht auch zu Lande, wer weiß? den Präsidenten der Republik abfangen! Frei­lich friedlich nur, um ihm nämlich in der Begegnung den durch die Gesetze der internationalen Höflichkeit vorgeschrie­benen Gruß unter dem Donner der Kanonen auf- zuzwingen. Man stelle sich aber das Schreckliche vor: eine Begrüßung des Staatsoberhauptes Frankreichs und des deutschen Kaisers, mit Kanonen sogar! Wäre nicht jeder Schuß ein Verrat am Vaterlande, an den elsaß- lothringischen Brüdern! Als Gerücht kam die schreckliche Kunde von Rom. Sofort folgten die Augen aller Patrioten ängstlich, herzbeklommen, spähend den Bewegungen der Hohenzollern". Dann wurde daS Gerücht zur Nachricht. Ein Diplomat hatte gewiß irgendwo einem fragenden Zeit- ungsmanne mit geheimnisvollem Achselzucken geantwortet. O, dies Achselzucken diplomatischer Schultern! Was sagt es nicht unter Umständen einem ZeitnnaSmanne, der wißbegierig hinter seinen Nachrichten her ist. Der elektrische Draht trug sie hinaus, aber, Gottlob, sie war falsch. Der Minister DelcassS selbst bestätigte, der Kaiser werde auf der anderen Seite Italiens über Venedig die Heimreise antreten. Und Frankreichs schwerbesorgte Pa- ttioten atmeten auf.

Iaurös, der französische Sozialistenfüh­rer, so meldet dieKüln. Ztg.", war in Marseille, als die Nachricht von dem Anschläge des Kaisers, demHinter­halt, den er Loubet stellen wollte, eintraf. Er dachte darüber nach, und dann hielt er den Sozialisten Marseilles folgende Rede:

IN dem Augenblick, wo die Vertreter deS französi­schen und des italienischen Volkes sich begegnen, bringen Die Telegraphenagenturen täglich Meldungen, wonach der deutsche Kaiser, der in den Gewässern Siziliens kreuzt, auf die Gelegenheit passe, an Herrn Loubet ein höfliches Telegramm zu richten und sich in irgend einer Weise in die französisch-italienische Festes- freudestörendeinzumischen. Darüber große Auf- egung in allen Staatskanzleien Europas und ebenso in den meisten französischen Gemütern. Hätten wir eine rückschrittlich oder antirevolutionür gesinnte Regierung, so würde ich jede Begegnung, jede selbst nur tele­graphisch geführte Unterhaltung zwischen dem Oberhaupt deS französischen Staatswesens und dem fast absoluten Vertreter eines selbstherrlichen Militär- und Feudalstaates ernstlich fürchten; beim daraus könnte am Ende etwas wie ein Block dereuropäischen Reaktion hervor­gehen. DaS aber wäre ein neues Hemmnis für die Entwicklung der Demokratie, das heißt eine neue feierliche Besiegelung der internationalen Ungerech­tigkeiten, die nur durch das stete Wachstum der Demo­kratie in Europa beseitigt werden können. Gambetta hat gesagt:Les grandes reparations pouvent fortir du brott". Und ich möchte hinzufügen: Anerkannt und be­stätigt kann dieses Recht nur von solchen Demokratien werden, deren Prinzip eben darin besteht, baß der rohen Gewalt das Recht abgesprochen wird, über die Person deS einzelnen wie über die Geschicke ganzer Völker will­kürlich zu verfügen. Wenn es indessen dem deutschen Ka iser beliebt, ein Wort des Entgegenkommens und des Friedens an das Oberhaupt deS rkwublikani- schen Frankreichs zu richten, so vermag diese Huldig­ung, die einer imvollen demokratischen Auf­schwünge und sozialistischer Zukunftsfreu- Digkeit befindlichen großen Nation darge­bracht wird, keinerlei Unrecht zu besiegeln, keine Eigentum Sa nsprüche zu ersticken, kein wohlverbrieftes Recht zu Schanden zu machen: ebensowenig kann darin ein Hindernis liegen für weitere rechtmäßige und friedliche Erfolge, die unter heute noch unbekannten Fornten von der sich stetig ent­wickelnden europäischen Demokratie errungen werden dürften. Mr können deshalb in einem solchen Schritte nichts anderes als ein neues Unterpfand des Friedens erblicken. UebrigenS hätten wir heute, wo Goethes Standbild in Rom enthüllt wird, ein Recht, daran zu erinnern, daß Goethe bei seinem Aufenthalt in Valmy in den Reihen der Braunschweiger Armee, nach dem Siege des Revolutionsheeres ausrief: Von hier und von heut an beginnt eine neue Aera der Weltgeschichte!"

Meint nun Herr Jaurös, daß die Persönlichkeit Kaiser Wilhelms sdie Macht besitzt, den Präsidenten der größten europäischen Republik im Verlaufe einer kurzen Unter­redung in einreaktionäres" Fahrwasser hinüberzuziehen, ober meint er, daß Herr Loubet nur wegen der Ehve^. einer Unterredung mit dem deutscken Kaiser gewürdigt zu iverden, alle demokratischen Anschauungen Frankreichs vollständig über Bord werfen und das preußische Regime als das einzig richtige Staatsprinzüp hinstellew, würde? Im übrigen hätte Herr Jaures richtiger von einer imperia­listischen als einer reaktionärenGefahr" mit Bezug auf den deutschen Kaiser gesprochen. Die außerordent­lich hohe Meinung jedoch, die Furcht, um nicht zu sagen Ehrfurcht vor dem deutschen Kaiser, die tiefe Er­schütterung, die die Bedeutung der Idee einer Begegnung des Kaisers mit Loubet bei dem französischen Sozialisten- häuptling verursacht, sind für uns Deutsche nicht wemg schmeichelhaft. Die Herren Franzosen, gleichgiltig, ob schwarz oder rot gesinnt, träumen oft in banger Unruhe von unserem Kaiser als von einemFliegenden Holländer". Schon 1896, als der Zar zum ersten Male nach Frankretch kam, »vußte Paris aufs allerbestimmteste, daß mrch Wil­helm IL da war, in Verkleidung natürlich, um sich mit

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rititittt täglich außer Sonntag».

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Siebener Lamilten- Hütter viermal in der Woche beigelegt.

-lotattonSdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u.Stein- brudtreL ÖL Lang«. Redaktion. ErvedMoa und Drucke reit

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Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

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Beginn der Wasierdebatte im preußischen Abgrordntenhanse.

Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 28. April:

Vor sehr gut besetztem Parkett und gefüllten Tribünen begann heute im preuß. Abgeordnetenhaus die Beratung der wasserwirtschaftlichen Vorlagen. Statt des Grafen M- low hielt der Minister der öffentlichen Arbeiten die Ein­führungsrede. Da zunächst nur die Flußregulierungen zur Verhütung von Hochwasserschäden zur Debatte stehen, so hatte Herr Budde keine schwere Arbeit: bei diesen Entwürfen ist die schließliche Zustimmung aller Parteien wahrscheinlich. Die Begründung der Kanalvorlagen im Einzelnen wird sich Graf Bülow Vorbehalten. Minister Budde, dessen ruhige und sachliche Ausführungen mit Auf­merksamkeit gehört wurden, legte im Allgemeinen die Bedeutung von wasserwirtschaftlichen Santen dar und er­innerte u. a. an ein Wort Moltke's über die Nützlichkeit der Kanäle. Daß die gesamten wasserwirtschaftlichen Vor­lagen in innigem Zusammenhänge stehen, betonte zwar der Minister, aber der Hinweis auf den untrennbaren Zu­sammenhang wurde vermieden. Die Regierung lege hohen Wert auf das Zustandekommen des ganzen Gesetzes. Ob­wohl Herr Budde mit Wärme und Ueberzeilgung sprach auf den Ton des berühmtenFest und unerschütterlich" war die Rede nicht gestimmt. Die Kanalfreunde der Linken schienen nicht allzusehr befriedigt; den ziemlich matten Bei­fall zum Schluß bestritten Herren von der Rechten mehr aus Höflichkeit, als aus Beipflichtungsbedürfnis. Gleich nachdem der Minister geschlossen hatte, erfolgte unten im Saal großer Auszug in die Wandelgänge. Tie Erklärungen des konservativen ?lbg. v. Loebell, ohnehin nicht durch Deutlichkeit ausgezeichnet, gingen stellenweise verloren. Immerhin war zu entnehmen, daß die Rechte noch eine An­zahl Bedenken in petto hat speziell gegen die allgemeinen Bestimmungen über die Freihaltung der Wasserläufe. Noch kritischer äußerte sich zu diesem Thema der Wortführer deS Zentrums, Mg. Dr. Am Zehnhoff. Hier gab es sogar, worin man ein böses Vorzeichen erblicken kann, einen Zusammenstoß mit der Regierung. Der Zentrumsmann hatte vongedankenlosem Mschreiben" aus dem Reichs­gesetz gesprochen. Flicgs konstatierte Ministerialdirektor Herme s_ Von einem tiefen Nachdenken über die Begründ­ung der Vorlage zeuge diese Bemerkung nicht. Murren und

werden, von welchen bei alsbaldiger Stillegung der an­gekauften Zechen die dort beschäftigten Arbeiter sowie die beteiligten Gemeinden getroffen werden würden. Zeitungs­angaben über die letzte Sitzung des Kohlensvndikats lassen den Eindruck auffommen, als ob der Ankauf Dreier weiterer Zechen bevorstände, welche in den bisherigen Erörterungen der Frage in der Öffentlichkeit noch keine Berücksichtigung gefunden habe, demgegenüber sei darauf hingewiesen, daß Diele drei Zechen bereits vom Handelsminister in seiner Rede vom 16. April in Betracht gezogen waren, worin er ausführte, daß, wenn es sich ledrglich um diese von ihm in Betracht gezogenen elf Zechen handele, ein Ausgleich der Interessen sich nicht al^uschwer werde finden lassen.

Der Streit zwischen Kr an kenkasse und Aerzten in Leipzig ist anscheinend an einem neuen Wendepunkt angelangt. Die Kretshauptmannschaft hatte der Kasse auf- gegeben, die Zahl der Kassenärzte auf 98 zu bringen und dafür den.25. d. M. als den äußersten Termin festgesetzt. Der Kassenvorstand hat diese Forderung der Aufiichtsbehörde nicht erfüllen können und war vor einigen Tagen um eine Verlängerung der ihr gestellten Frist eingekommen. Die Kreishauptmannschaft hat aber, wie aus Leipzig be- richtet wird, dieses Gesuch abgelehnt.

Unruhe darob im Zentrum. Wesentlich günstiger war die StellungsnalMe der Nationalliberalen und oer Freisinni­gem Die Abgg. Schmieding und G l a tz e l (natL) gaben der Erwartung Ausdruck, daß diesmal ein glüalicher Stern den gesamten wasserwirtschaftlichen Vorlagen leuchten möge. Ebenso hoben die Abgg. Dr. Wimmer (Frs. VolkSP.) und Brömel (Frs. Ver.) hervor, daß sie die Vorlagen als ein zusammenhängendes Ganze betrachten. Frhr. v. Zedlitz (Frks.) belobte Dagegen Die Regierung, daß sie bte Hoch­wasser- und Die Kanalvorlage nicht in einen Gesetzentwurf zusammengebracht habe. Der erste Gesetzentwurf über die Freihaltung der Wasserläufe wurde schließlich an eine Kom­mission von 28 Mitgliedern verwiesen, in dieselbe Kom­mission der alsdami folgende und im ganzen gut aufge­nommene Gesetzentwurf über Maßregeln zur Verhütung von Hochwassergefahren in den Provinzen Brandenburg und Sachsen. Tas Interesse der Tribünen flaute im Laufe der Sitzung mehr und mehr ab. Erst bei der Kanalvorloge Dürf- ten die Ereignisse zu erwarten sein.

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