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28.11.1904 Zweites Blatt
 
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Nr. 280 Zweites Matt. 154. Jahrgang Montag 28. November 1904

ÜRototionSbrudt und Verlag der Brüh lechem UnwersitätSdruckeret. JL Lange, Gteßeru

Redaktion, Expedition «.Druckerei; Schulstr. L, Tel. Nr. 6L Telegr»-Adr. i Anzeiger G letzen,

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

GietzeM Anzeiger

Erscheint LÜgNch mit Ausnahme dev Sonntags.

DieGießener ZamMerrblStter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der W^rsfilch« Landwirt erscheint monatlich einmal.

Brauers mit Wucht und Kraft diesem Herrn und seinen nächsten Freunden zugeschleuderten Worten sprach eiue so warme Arbeiterfreundlichkeit, eine so reine und edle Humanität, daß sie den stärksten Eindruck selbst auf die engherzigste und selbstgerechteste Eigennützigkeit machen mußten. Hoffentlich nehinen sich die bewußten Herren die gute Lehre, die ihnen vom Negierungstische zu teil ward, recht zu Herzen und pfuschen nicht so bald wieder so un­ziemlich der großzügigen Sozialpolitik unserer Negierung ins Handwerk.

An demselben Tage brachte der Finanzminister Dr. Gn auth den H aup tv o rans ch lag für 1905 ein. Auch für das kommende Jahr, so führte der Minister aus, sei ein Fehlbetrag unvermeidbar gewesen, aber auf 758 000 Mark zurückgegangen gegen 1070000 Mark im Vorjahre, während gleichzeitig die hauptsächlich aus Ueberschüssen der Eisenbahngemeinschaft erfolgende Ab­führung an den Ausgleichsfonds von 150 000 Mark im laufenden Jahre auf 680 000 Mark jm neuen Entwurf er­höht werden konnte. Der Fehlbetrag für 1905 werde aus den verfügbaren Vermögensresten der früheren Jahre gedeckt. Ter Finanzminister schloß, die Fin an zl a g e sei noch nicht gut, aber wiederum erheblich besser geworden. So hat denn Hessen unter allen deutschen Bundesstaaten einen Finanzminister, der relativ zufrieden ist. Teß aber können wir zufrieden sein.

Tie einzige Plenarsitzung des preußischen Landtags in der soeben vergangenen Woche, die Beachtung verdient, war die, in der ein Antrag des Grasen TouglaS zur Verhandlung kam. In diesem wurde die Regierung ersucht, eine Landeskommission für Volkswohlfahrt zu schaffen. Diesen Anregungen des philanthropischen Grafen wird man seine Sympathie nicht vorenthalten. Die Gebiete, mit denen sich oie beantragte Landeskommission zu beschäftigen hätte, wären die Gesund­heitspflege, besonders die drei Hauptkrankheiten: die Tuber­kulose, der Krebs und der Alkoholismus. Der Antrag wurde einer Kommission überwiesen. Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses nahm einen Antrag an, die Re­gierung zu ersuchen, dahin zu wirken, daß der Wohn­ungsgeld-Zuschuß der Unter beamten mit Fa­milie erhöht werde. Der F-inanzminister gab eine zu­stimmende Erklärung ab. Bei der 2. Lesung der Kanal­vorlage werden wohl etwa 90 Konservative gegen den Kanal und 50 dafür stimmen. Won den F r e i k o n j e x - v ativ en wird die Mehrheit im Sinne des Abg. Frhrn. von Zedlitz, etwa 50, ihre Stimmen für den Kanal abgeben. Vom Zentrum dürfte etwa ent Viertel der Partei sich als Kanal-G e g n e r bekennen. Die Nationallibe - ralen werden der Vorlage ihre Zustimmung geben. Nur die Vertreter der Mosel-, Saar- und Lahn-Kreise haben sich ihre Stellung noch Vorbehalten. Der Hib er­nt a-Vorlage wird die große Mehrheit der nationallibe- ralen Fraktion zustimmen. Dagegen sind nur die Ver­treter der Ruhrkohlenbezirke. Der Hibernia-Gesetzentwurf will die preuß. Regierung ermächtigen, von der Dresdener Bank Aktien derHibernia" im Nominalbeträge von ins­gesamt 27 552 800 Mark zu erwerben und zu diesem Zweck eine Summe bis zu 69 500 000 Mark zu verausgaben. Aus­gabe des Landtages muß es jedenfalls sein, Klarheit über die Motive dieses Vorgehens zu schassen. Anträge betreffend Revision des Einkommensteuergesetzes hat das Abgeordnetenhaus an eine Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen.

In Südwestafrika hat uns ein neues Unglück betroffen. Der DampferGertraud Wörmann" ist unweit Swakopmund im Nebel gestrandet, wobei die Besatzung mit Mühe gerettet werden konnte, während Schifs und Ladung verloren gingen. Nur dem Zufall, daß das deutsche Miegssch.iffVineta" Hilfe zu leisten im stände war, ist es zu danken, daß größeres Unglück verhütet wurde. Ter Widerstand der Hereros ist in der Hauptsache gebrochen. Namentlich ist dies durch Abschneiden der Aufständischen von den Wasserstellen gelungen, von deren bleibendem Besitz das Ende des Feldzuges abhängen wird.

Ter im ungarischen Parlament tobende, durch hart­näckige Obstruktion stets von neuem geschürte Streit um die Geschäftsordnung hat durch das energische Eingreisen des Ministerpräsidenten Grafen Tisza einen unerwarteten Abschlug gesunden. Es handelt sich im wesentlichen darum, ob der 1867 zu stände gekommeneAusgleich" zwischen beiden Reichshülsten auch fernerhin in Kraft bleiben oder ob eine Neuordnung der Tinge eintreten, d. h. ob ein von Oesterreich losgelöstes, selbständiges Ungarn geschaffen wer­den soll. Die magyarische Patriotenpartei ist mit dem Wahlspruch:Ungarn den Ungarn" natürlich für letztere Lösung und hat das lebhafteste Interesse daran, einen neuen Ausgleich zu verhindern. Dazu bot sich ihr im Abgeordnetenhause durch geschickte Handhabung der schlaffen Hausordnung Gelegenheil. Durch Obstruktion wurde ein Arbeiten des Parlaments unmöglich gemacht, sodaß eine Reform der Hausordnung, nach der z. B. der Präsident der Kammer nicht Disziplinargewalt besaß, berechtigt war. Durch die Annahme des Antrags Daniel, demzufolge bis zum 1. Januar k. I. die Frage des Ausgleichs mit Oester­reich erledigt sein muß, ist das Parlament in den Stand gesetzt, seine Arbeiten wieder in ordnungsmäßiger Weise fortzusetzen. Das aber entspricht ganz und gar nicht dem Willen der stürmischen akademischen Jugend in der Hauptstadt Ungarns. Sie nahm irgend eine Kleinigkeit zum Vorwand, um am letzten SamSmg vor dem Universi- tätsgebüude eine große lärmende Demonstration zu ver­anstalten. Da diese in wüste Exzesse auszuarten drohte und die die Zugänge der Universität besetzt halten­den Polizisten mit allerlei Gegenständen beworfen wurden, drang die Polizei in das Universitätsgebüude ein und trieb die Studenlen bis ins dritte Stockwert hinauf, wobei sie von der blanken Waffe Gebrauch machte. Mehrere S t u d e n t e n wurden durch Säbelhiebe schwer v e r - letzt. Schließlich zog die Polizei infolge einer Aufforder-

!Braun den Abg. Brauer überschüttete, daß dieser ob des argen Rüffels sich fröstelnd in sich selbst verkroch. Aus Herrn

Volitische Wochenschau.

Gießen, den 28. November 1904.

Die Botschaft von dec Verlobung Sr. K. H. unseres Großherzogs mit I. D. der Prinzessin Eleonore von Solms-Lich, die heute vor acht Tagen aus unserem Nachbarstädtchen Lich eintraf, vernahm das hessische Volk freudigsten Herzens, und in ganz Deutschland fand sie leb­haften Widerhall. Aus allen Orten unseres Großherzogtums und aus allen deutschen Landen kamen sowohl nach der Verlobung als am Geburtstage des Großherzogs Kund­gebungen, die von der frohen Anteilnahme an dem hessischen Fürstenglück beredtes und zum Teil schwungvolles Zeugnis ablegten. Rühmend gedachte man allenthalben des persön­lichen Wirkens desleutseligen und hochgebildeten hessischen Monarchen", wie ein preußisches Blatt Naumannscher Rich­tung sich ausdrückte, und rückhaltslos äußerten sich in der gesamten deutschen Presse beste Wünsche, an deren volle Er­füllung wir glauben dürfen.

Während sich die deutschen Reichsboten noch bis morgen, Dienstag, der goldenen Freiheit erfreuen dürfen, setztender hessische und dec preußische Landtag ihre Arbeiten in gemäch­licher Weife fort. Eine Reihe von Anfragen aus Oberhessen kamen in der Hess. 2. Kammer in dec vorigen Woche zuerst zur Verhandlung. Einen zweiten landwirtschaftlichen Professor an unserer Universität werden wir nicht erhalten, dagegen steht die Habilitierung ein es Privatd ozenten für Land­wirtschaft bevor. Die Anregung des Abg. Köhler vetr. die Einrichtung von landwirtschaftlichen Unter- r i ch t s k u r s e n für Lehrer an ländlichen F o r t b i l d u n g s - schulen lehnte Staatsminister Dr. Rothe ab, weil es nicht angängig sei, den ländlichen Fortbildungsfchulunterricht aus landwirtschaftliche Fragen allein sestzulegen Die Ansicht des Abg. Köhler, daß diese Stellnngnahine e.n Mange an In er- esse für die Landwirtschaft bekunde w.es Alnnster.alrat Eisen Huth mit Nachdruck zurück. Schon der Mangel an geeigneten Lehrkräften lassen den Wunsch Köhlers als undurch­führbar erscheinen: aber auch prinzipielle Grinde rechtfertigen die ablehnende Haltung. Abg. Kohler hat soeben in Form eines Jiiit.ativantrages die Angelegenheit nochmals zur Be- sprechring vorgelegt. Die Anträge des Zentrumsabg. Schlenge betr. V e ru n r e - n, g u n g d e r F l u s s e hat d.e Regierung m,t einem längeren Pr°n,°n,or,a beantwortet, indem d^e gemein­sam mit den übrigen Regierungen zu ergreifenden Maßregeln anaeknndiat werden.

Am Tage darauf begann die Generaldebatte über den Gesetzentwurf einer staatlichen Schlachtvichver- sichcrung. Roch einer weitschweifigen Auseinandersetzung, die mehrere Stunden in Anspruch nahm, ivurde der Art. 1 der Vorlage, der das Prinzip ausspricht, daß im Großherzog, tum eine staatliche Schlachtviehversicherungsanstalt auf Gegen- seitigkcit mit Versicherungszwang errichtet wird, einstimmig angenommen. Sodann auch das ganze Gesetz im wesentlichen angenommen.

An demselben Tage blamierte sich ganz unsagbar der Abg. Brauer während einer Debatte über den Sonntags- betrieb in kleinen Mühlen. Er machte kalt lächelnd der Regierung denVorwurs, sie treibe Arbeiter«ufhetz»ng. Ais Ministerialrat Braun it)in sofort nachwies, daß er ohne Kennluisse der gesetzlichen Bestimmungen über den Mühlen- betrieb gesprochen habe und daß der Vorwurf der Aufhetzung auf ,hn zurückfalle, drehte Herr Brauer mit verblüffender Ungeniertheit den Spieß um und erllürte bewundernswert naiv, er habe eigentlichArbeiteraufklärung" sagen wollen und der Ausdruck Arbeitervcrhetzung aus einem Zuruf des Abg. Ulrich aufgcsangen und wcitergegebcn. Wundervoll erfrischend war das Slurzbad. mit dem darauf Miiuiterialrat

Bekanntmachung.

Der Kreisstraßen - Neubau FlensungenStockhausen Freienseen wird wegen Unpassierbarkeit infolge der nassen Witterung für jeden Fuhrwerksverkehr gesperrt.

Als Zufahrten nach Stockhausen können die Feldwege von Flensungen und Freienseen benutzt werden.

Gießen, den 23. November 1904.

Großherzogliches Kreis amt Gießen.

_ ____________I. V.; Dr. W a g n e r.

Bekanntmachung.

Auf Grund des § 42 der Verordnung vom 13. Januar 1900 die Anlegung des Grundbuchs und die Ausführung der Grundbuchordnung betreffend, hat das Großh. Ministerium der Justiz bestimmt, daß das Grundbuch und Berggrundbuch für die Gemarkung Beuern vom 15. Dezember 1904 an als angelegt anzusehen ist.

Die Vorschriften darüber, was seitens der Beteiligten noch bis zu dem gegebenen Zeitpunkt zu geschehen hat, können auf der Amtsstube des Großh. Ortsgerichtsvorstehers zu Beuern und aus dem Anschlag an der dortigen Ortstafel er­sehen werden.

Gießen, den 26. November 1904.

Großherzogliches Amtsgericht.

KcKannlmachung.

Betr.: Schäftende in Grünberg.

Unter den Schafen des Hermann Kreuder zu Grünberg ist die Reude ausgebrochen.

Sperre ist verhängt.

Gießen, den 26. November 1904.

Grohherzoglu'm's ^ireisamt Gießen.

5- 23-: Hechler.

ung des Rektors wieder ab. Die verwundeten Studentey wurden von der fteiwilligen Rettungsgesellschast verbunden und ins Hospital übersüyrt. Graf Tisza ist jedenfalls der rechte starke Mann, um nicht nur die ungeberdige Jugend, sondern auch die ganze Parlaments-Opposition zur Ruhe zu bringen.

Auf dem ostasiatischen Kriegsschauplatz ist es im großen und ganzen still. An manchen Tagen werden nicht einmal die allerkleinsten Vorpostengefechte gemeldet Temnach scheint keiner der beiden Gegner Lust zu haben, ernstlich mit dem anderen anzubinden. General Kuropatkin veröffentlicht er-st jetzt den offiziellen Bericht über die Ver­luste in den 12 Tagen vor dem 31. Oktober. Hiernach sind 943 Offiziere und 31211 Mann verwundet oder krank. Tie Zahl der Toten ist nicht angeführt, obgleich bei den zahlreichen erfolglosen Angriffen auf General Okus Posi­tionen nach Berichten der Korrespondenten 8000 Mann allein aus dem rechten Flügel gefallen sind.

In Port Arthur sieht es nach wie vor trübe ans. Sein tapferer Verteidiger General-Stössel soll ver­wundet, nach anderen Meldungen sogar tot sem. Doch, kabelte erst am letzten Samstag Kuropatkin nach Peters­burg, daß nach einer Depesche Stössels ein japanischer Angriff vorn 21. d. M. abgeschlagen wurde. Das Elend, hauptsächlich durch die ungellügende Pflege der Verwundete^ und Kranken veranlaßt, wächst dort aber gewiß täglich. Trotzdem ist die Garnison zum Ausharren entschlossen. Der Petersburger Korrespondent desEcho de Paris" meldet, er habe aus sicherer Quelle erfahren, daß die Schiffe des Port Arthur-Geschwaders gänzlich kampfunfähig seien in­folge der anhaltenden Beschießungen durch die Japaner, Aus demselben Grunde sei es auch unmöglich, Repara­turen vrozunehmen. Tie9tuss. Tel.-Ag." meldet aber aus Mutden, daß vielmehr einige von den Port Arthur blockie­renden japanischen Schiffen nach Sasebo abgegangen seien, um dort repariert zu werden. Jnzlvischen setzt die bal­tische Flotte ihre langsame Fahrt nach dem fernen? Westen fort, emsig begleitet von einem englischen Beobacht­ungs-Geschwader. Won Sue^ aus wird jetzt das russische Geschwader von zwei egyptischen Küstenkreuzern, die die Rceuiralität Egyptens sichersteilen, bis zu den Scheduan- Jnseln geleitet. Die Flotte darf keine Kohlen, sonders ilur Wasser und Lebensmittel an Bord nehmen.

Der neue Etat fite die Kolonien.

Ein neuer Titel im Etat des auswärtigen Amtes enthält Fonds zur Ausbildung eirdes eigenen Beamten st andes für die Schutzgebiete, dessen Zwecke eine besondere Denk­schrift erläutert. Tie Reichszuschüsse zu den Verwaltungsausgaben der Schutzgebiete betragen: für O st a f r i k a 4 863 556 Mark (minus 1317 681 Mk); filr Kamerun 1756517 Mk. (pluS 351717 Mk.); für Südweftafrika 6 769 400 Mk. (plus 1480 950 Mk.) ausschließlich der Kosten für die Unterdrückung- der Unruhen, die im Etat für die Expedttion nach Südweftafrika ausgebracht sind: für Neuguinea 852436 Mk. (minus 55 064- Mark); für die Karolinen 161095 Mk. (minus 7305 Mk.);! für Samoa 222150 Mk. (minus 13 300 Mk.). Tie Fehl­beträge aus der Verwaltung der Schutzgebiete sind mit 3 668 610 Mark (plus 99 662 Mk.) eingestE. Ter Etat für die Expedi-^ tion im südwestafrikanischen Schutzgebiet weift im außerordent­lichen Etat eine Ausgabe von 48 743 110 Mk. nach. Jm gemeldeten Nachtragsetat für 1904 sind an Ausgaben anläßlich des Eiw- geborenenaufstandes 73 580 250 Mk. angesetzt.

Ter zweite Nachtrag zu dem Etat für 1904 anläßlich der südwestafrikanischen Expedition beträgt, nach.den neuesten Reichs- Etat-Veröffentlichungcu derNordd. Allg. Ztg.", in Einnahme und Ausgabe 76 655 330 Mark. Zu Vorarbeiten für eine Eisen­bahn WindhukRehoboth werden 200 000 Mark verlangt und in einer besonderen Tenkschrift begründet. Zur Hilfeleistung aus Anlaß von Verlusten infolge des Aufstandes werden weitere 5 Mill ion en M ar k gefordert. Zur betriebsfähigen W ieder­ber stellung der Hafenanlage von Swakopmund werd eie 2 200 000 Mk. als erste Rate gefordert. Eine Tenkschrift legt die Nottvendigkett einer Eisenbahn Windhuk Keetmanshoop dar; erst nach Fertigstellung der Pläne für die TeÜstrecke Wind­hukRehoboth könnten Vorschläge für ein wetteres Vorgehen in dieser Angelegenheit gemacht werden. Als Spurweite würde die Kapspur zu Grunde gelegt werden, um späterhin einen Anschluß an die Kapbahn zu ermöglichen.

In der Terckschrift betreffend die Hilfeleistung aus Anlaß der Verluste infolge des Eulgeborenenaufsiarrdes wird befürwortet, daß in der Regel die Hilfeleistungen als nmft rückzahlbare Zuwendungen zuzubilligen sind und nur auesnahmsweise, wie beispielsweise kapitalkräftigen Gesellschaften gegenüber, von der Form des Tur- lehns Gebrauch gemacht wttd. Ter G e s a m t s ch a d e n durch den Hereroaufstand sei auf 7 Millionen Mark zu schätzen, von denen 4y2 Millione n auf B i e h s ch a d e n entfallen. In einem Bericht des Ansiedelungskommissars Rohrbach heißt es u. a.: Ein Verschulden crnzelner Wander Händler, das übrigens der größte Teil derselben jetzt mit einem graut samen Tode gebüßt hat, ist nicht zu leugnen, aber darum darf nicht die Meinung aufkommen, daß jene an sich den Aufstand verschuldet haben, und vollends nicht, baß die Menge der Ge- swädigteu für die Ausschreitungen jener mitverantwortlich zu machen ist. Ferner wird gesagt, die Zukunft des Landes liege, abgesehen von Mineralien, in seiner großen Eullvickelungsfühigkeit als Weideland für Groß- und Kleinvieh. Tie bisherige Entwickelung sei relativ rasch gegangen. _______

Uslilische Tagesschau.

Wilhelm II. und Roosevelt.

Der Kaiser hatte nach, der Denkmalsfeier ick Washington nachstehendes Telegrainm an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gerichtet:

Tief bewegt durch den Trinkspruch, den Sie bei Jhrent Festmahl auszubringen die Güte hatten, und durch die ergreifende und glänzende große Rede zu Ehren meines! großen Vorfahren, bitte) Sie, den Ausdruck meines tief­sten und herzlichen Tankes entgegenzunehmen. Tie Freundschaft zwischen Teutschland und den Vereinigtenj Staaten, deren Eckstein Friedrich legte, ruht auf fester, granitener Grundlage, iin5 indem ich in seine Fuß stapf en trete, ist cs für mich, seinem Nachfolger, eine angenehme, Pflicht, an der Kräftigung der Bande zwischen! unseren beiden ? bi kern fortzuarbeiten. Ter SchiedSvern . griff stehen, wird ein neues nut starte Glied sein, Amerika mit Deutschs