Nr. 49
Erscheint t«al»ch außer SoumaqS.
Tem (Siebener Anzeiger werden im Wccköel mit dcm krsflschen Landwirt bv Siebener Famttien- btilfer oicrmal in der
Woche bctgeleflt N>taiionSdr,ick u. Wer- Iq bei B r ii h l 'schen Ilnverl.-Buch-u.Slein- buderet. St Lange. tRbnfilon, Ervedilion und Truderet:
Schulstrabe 7.
21 reffe für Devefchen: lnzetger Gieße«.
Fmlvreclionfldliib Wr 61.
Erstes Blatt.
154. Jahrgang
Samstag 27. Februar 1904
Gietzener Anzeiger
Eeneral-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
vezn gSpretS: monatlich 75 Vf., oierteK jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2.— oiertel- jährl. ausjchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer b!S vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: total 12 VL auSwartS 20 Pfg.
Derantwortlich Ehe den poltL und allgem. Teil: P. Witiko: für »Stadl und Raub' und .Gerichtssaal': August Goetz; für den An- -eigenteil: HanS Beek.
Der Krieg zwischen Japan und Außtand.
De russisch« „Sieg" vor Port Arthur in japanischer Darstellung.
Tie Londoner japanische Gesandtschaft gibt folgendes Lntliche Telegramm aus Tokio vom 2o. Februar bekannt: ^i e r von einigen Torpedobooten begleitete alte S>iffe liefen in der Frühe des 24. Februar in die Ei fahrt des Hafens von Port Arthur ein zu dem Zwcte, die Hafenmündung zu versperren. Das Ziel, dese Schiffe zum Sinken zu bringen ist er- rächt worden. Offiziere und Mannschaften siid wohlbehalten Aurütfgetommen. Obgleich du Meldung über unsere Flotte nicht von Adiniral Togo di?kt eingegangen ist, kann kein Zweifel über die Sicher- hät der Flotte gehegt werden."
Di neuesten Angriffe der Japaner auf Port Arthur in russischer Darstellung.
Aus Port Arthur liegen vom 26. Februar folgende Meld- vizcn der Nuss. Telegraphenagentur vor: Gestern früh um 1 Ihr versuchten japanische Torpedoboote unter bei Schuf) der Flotte gegen Port Arthur vorzugehen. Sie wrden durch die Küfteubatterien zurückgetrieben. Ziei Torpedoboote wurden in den Grund gebohrt.
Tie UutccsuäMNg dec von den Japanern in den Hafen gehictten Brander ergab, daß die Ladung aus Stil) l e und Kerosin bestand. Im Jnncncaum befinde sich anscheinend Minen, denn man sand eine elctrische Batterie mit einer Leitung vor. Der in der 9icje des „Netwisan" liegende japanische Dampfer ist infolge Eindringens des Wassers gesunken. Die Ar- bcien an den japanischen Branderschifsen leitet der Kapi- taid cs „Sibiriat" mit vieler Energie und Mut. Heute früh erhielten mehrere japanisch Torpedoboote aus der Reede. Si ivurden vom „Netwisan" und der Küstenartillerie bis zui Morgen beschossen, woraus sie sich zurückzogen. Am Hoizont ist seit heute morgen ein japanisches Ge ° schoader, das anscheinend Transporlschifse deckte, sicht- ba uiit> das sich um liy* Uhr näherte. Äe russische Arillerie eröffnete das Feuer, die japanische erwiderte. 40 Minuten dauerte das Feuer- geecht, ohne sichtbare Resultate. Einzelne Ge- schise sielen ohne Schaden anzurichten in der Stadt nitec. Man erwartete einen Landungsversuch der Jaaner.
Ter Angriff der japanischen Torpedoboote m der Nacht auf den 25. Februar wurde erfolgreich a b> e s ch l a g e n. Auf einem japanischen Torpedo- b o> t e wurde durch einen Schuß der jtüstenbatterie eine Keselexplosion herleigesührt.
Heber das Gefecht am 25. Februar morgens sind folgere Einzelheiten zu berichten: Tie japanisckze Flotte, befiel'nb aus 6 Geschwaderpanzerschissen und 4 Kreuzern, wude am Horizont gesichtet. Die russischen Kreuzer „As- kol", „Bajan" und „Nowik" befanden sich auf der inneren Reoe. Die japanischen Torpedoboote kamen aus 30 bis 35 ilabellängen heran, um die Kreuzer anzugreifen. Die japuischen Meuzer und Panzerschifse trennten sich und gineii gegen zwei russische Torpedoboote vor, die in der Eooinabucht kreuzten. Eines der letzteren durchbrach di feindliche Linie unter Feuer und gelangte in bei Hafen, das andere zog sich wieder in die Cobbinabucht zurick. Um 103/4 Uhr vormittags entspann sich ein heißer Gechiitzkamps zwischen den japanischen Panzer- schsien und den russischen Kreuzern, die von denküsleubatterien wirksam unterstützt wurden. Wegen des Ue>ergewichtesderjapanischenPanzerschiffe übe die drei leichten russischen Kreuzer wurden diese zu ückgezogen. Sie gingen schnell zurück. Um 11 Uh 25 Wiin. stellten die Japaner düs Feuer ein. Um 12 Uhr 5 Ain. begann ein neues Feuern der die russischen Topedobooie verfolgenden feindlichen Kreuzer gegen die
Küstenbatterien, wobei man mangelhaftes Manö- üerieren derjapanischenFlotte beobachten konnte. Beim Wenden kamen sie einander so nahe, daß man das Einfallen der russischen Geschosse in den Knäuel sehen konnte. Ein beim Fort Bjwelywol an Land getriebenes japanisches Torpedoboot gehörte, wie angenommen wird, zur Begleitung der Branderflottille, die in der Nacht vom 23. Februar zum 24. Februar gegen Port Arthur entsandt wurde.
„Taily Telegraph" meldet aus Tientsin vom 25. Febr.: Ter aus der Reise von Shanghai nach Tschingwantao auf der Hohe von Dort Arthur non einem aus 8 Kriegsschiffen bestehenden Geschwader am Donnerstag morgen angehaltene Dampfer „Pcovidence" lief am 25. in Tientsin ein. Die Passagiere melden, das Geschwader sei anscheinend intakt gewesen. Es zeigte keine Spuren eines Kampfes. Ein anderes Telegramm aus Niutschwana meldet von einem Augenzeugen des japanischen Versuches, den Hafen von Port Arthur zu blokieren, daß die I apaner sich oyne Verluste zurückzogen.
Nach einer Meloung aus Tschifu arbeiten in dem noch gut mit Vorräten versehenen Port Arthur, dessen Garnison gegenwärtig 30000 Mann start sein soll, 5000 Mann an dec Verbesserung der durch das Feuer dec japanischen Schiffe verursachten Sck)äden. Die gesamte Zivilbevölkerung wurde unter militärischer Bewachung in dem neuen Stadtteil von Port Arthur untergebracht. Die von den Japanern in dec Nähe des Leuchttuims auf der Tigerhalbinfel zurückgelassenen schivimmenden Minen wurden, soweit man ihrer habhaft werden konnte, unschädlich gemacht.
Englische Seestrategen sind geneigt, zu glauben, daß Admiral Togo höchstwahrschinl.ch alles erreicht hat, was er durch den jüttgsten Torpedoangriff bezweckte. Fast allgemein wird angenommen, daß die vier alten Schiffe an der richtigen Stelle zum Sinken gebracht wurden.
Weiteres zur Kriegslage.
Tas russische Geschwader hat den Hafen von Wladiwostok verlassen. Es ist noch unbekannt, nach welcher Richtung es gedampft ist.
Londoner Blätter berichten, ein Missionar aus Kuant- schvng, der kürzlich aus Niutschwang zurückkehrte, berichtet, die Japaner feien, vor dec Society-Bai gelandet, von wo die russische Garnison geflüchtet sei.
„Daily Ehroniele" meldet aus Shanghai: Japan hat ein Vizekönigtum in Korea errichtet. Zum Residenten in Söul wurde Tokugawa und zum Vize- residenten Kato ernannt. Letzterer hat sich bereits seit mehreren Wochen im kaiserlich-l Palast in Söul auf- gehalten. — Aus Tokio über Tschifu wird gemeldet: Der japanische Gesandte in Söul ersuchte die Regierung, dem französischen Gesandten seine Pässe zu geben.
Aus Tientsin wird gemeloet: Der Boxerführer Tschu, der sich hier aufhielt, ist verhaftet worden. Die Generale Tschren und Ma protestieren gegen die Neutralität Chinas. Die Generale Jnanschttei und Tjel- jan forderten, wie chinesische Blätter melden, die Regierung auf, ein Schutz- und Trutz-Bündnis mit Japan abzuschließen.
Aus Besorgnis, infolge des Krieges könne Rußland die Grenze sperren und die bisherigen 300000 russischen Arbeiter der deutschen Landwirtschaft in diesem Sommer verloren gehen, entsandte die Hallesche Landwirtschaftskammer einen Beamten zur Erforsch ungderSachlageüberdierussi- scheGrenze. Eventuell soll E r s a tz a u s G a l i z i e n und Belgien, die belgischen Arbeiter allerdings zu höheren Löhnen, beschafft werden.
Ter „Taily Expreß" meldet aus Tokio vom 25. d. M.: I av an hat gleichzeitig in L o n d o n und N e w y o r k Unterhandlungen wegen einer Kriegsanleihe eröffnet.
Ter „Standard" erfährt aus Tientsin, nach Berichten
von Eingeborenen nahmen die Russen fürchterliche Rache an den Dorffbewohnern in der Nähe des Sungari- flusses nach dem Versuche, die Brücke zu zerstören. Die Truppen brannten ein großes Dorf nieder und loeranslalteteii ein entsetzliches Gemetzel, wobei selbst Frauen und Kinder nicht verschont wurden. (??) Montag nacht feuerte em russischer Torpedobootzerstörer im Roten Meer einen Schuß auf daö englische Paketboot „Mombassa", das nach Kalkutta bestimmt ist, um es zum Hatten zu zwingen. Als die Warnung nicht beachtet wurde, fiel ein zweiter Schuß, worauf „Mombassa" stoppte. Ein russischer Offizier kam darauf an Bord und pcüste die Papiere.
Gerüchte.
Einer Petersburger Meldung des Echo de Paris zu- folge hat General Kuropatkin wörtlich gesagt: „Der Krieg wird vielleicht 18 Monate dauern, aber es sind alle Vorkehrungen getroffen, damit kein ein- geschiffter Japaner in sein Land zurückkehre." (Na na!)
In Wien tauchte das verrückte Gerücht auf, der verschollene ehemalige Erzherzog Johann Orth sei nicht tot, sondern habe ein höheres Kommando in der japanischen Marine inne. Diese Meldung wird jetzt überflüssigerweise als Erfindung bezeichnet.
Hilfeleistungen.
Der römisch-katholische Erzb.schof Popiel von Warschau suchte in Petersburg die Erlaubnis zur Entsendung einer Anzahl katholischer Geistlichen und einer eigenen Sanitäts-Abteilung nebst Krankenschwestern für Ostasien nach
In der französischen Stadt Rennes sanden russen- freundliche Kundgebungen statt. Die Redaktionen der Blätter hatten russisch Fahnen aufgesteckt. Es werden Lotterien und Sammlungen für die russischen Verwundeten veranstaltet. Die Pariser Subskription für verwundete russische Soldaten hat bereits die Summe von 304 497 Francs ergeben. ,
Aus Tokio meldet man: Zahlreiche vornehme japanische Familien legen große Aufopferung an den Tag, indem sie ihre Jahrhunderte alten ^-amilien schätze, bestehend aus Schmucksachen, Edelsteinen usw. dem Zkriegsschotz zur Verfügung stellen. Man veranschlagt den Wert der (^aoeit auf ca. 100 Millionen Pfund Sterling. Auch minder be* mittelte Familien beteiligen sich an den Sammlungen.
Deutsches Keich.
Berlin, 26. Febr. Ter Kaiser unternahm henk, den gewohnten Spaziergang im Tiergarten, hatte eine Besprechung mit dem Reichskanzler in dessen Palais und wohnte der Besichtigung in der Militärturnanstalt bet Heute abend wohnte der Kaiser einem Vortrag des Architekten Bodo Cbhardt im Großen Saale der Hochschule für Musik bet
— Nach einer Meldung aus St. Johann wird der Kaiser nach vorherigem Aufenthalte in Forbach am 2. Mai zur Enthüllung des Kaiser Mlhelm-TenkmalS in Saarbrücken eintreffen.
— Ter Kaiser richtete an den Vorsitzenden der Schantung-Eisenbahngesellschäft, Tr. Fischer, folgendes Telegramm:
Tas mir gemeldete Eintreffen des ersten Bahnzuges in Tsinansu hat mich hoch erfreut Ich beglückwünsche die Tirektion zu dem Erfolg, den der deutsche Unternehmungsgeist im fernen Osten geschaffen hat. Ich hoffe, daß Ihrer rastlosen Arbeit in China weitere gleiche Erfolge be- schieden fein werden. Wilhelm.
— In der heutigen Sitzung des Bundesrates wurden die Vorlagen betreffend den Entwurf eines Gesetzes wegen Aendevung des Münzgefetzes vom 9. Juli 1873, sowie eines Gesetzes wegen Ausnahme einer Anleihe für das
Gießener StMlycaler.
Ein Fallissement.
Scvuspielirt4Auszügen von BjörnstjerneVjörnson.
(Vuchverlag von Albert Langen in München.)
Ganz verständlich und schlicht aus der Natur entnommen fini die Menschen, die Björnson in Erlebnisse stellt, die die Haidlung eines Tramas nur dürftig füllen. Aus den dielen derer, die in die Geschäfte und das Unglück des Grchkausmanns Tjälde verwickelt werden, klingt mit ein* fadem Ausdruck dichterisch warm Empfundenes, und wir solcen den seelischen Leiden des durch seine eigene Schuld in ne höchste Not versetzten Großhändlers mit Anteilnahme und Interesse; allein so fesselnd und menschlich nahe gerückt uns auch die aufsteigende Entwicklung der finanziellen und modlischcn Katastrophe im Handelshause und in der Fa- rnile Tjäldes erscheinen mag, unfertig und unbefriedigend lieg; doch der dramatische Inhalt vor uns, und wir können bei dem zufriedenen Schlußidyll, in das die vorher so er- schillernde Handlung ausmündet, nur mühsam die Frage unterdrücken, zu welcher Erkenntnis und zu welchem Nutzen uns nun eigentlich das Geschick der Kaufmannsfamilie vor- gesezl worden sei.
Sehr geschickt bereitet Björnson auf den finanziellen Krach des Großhändlers vor, indem er in den ersten Auf- tritiun das ungesunde Schwelgen in dem in seinen Unterlagen trügerischen Reichtum vorsühct, indem er zeigt, wie das Tochterpaar Tjäldes und Leutnant Sgamar, der Bräutigam dec Jüngsten, ihres Reichtums n^chr recht froh werden Ionien, wie im Hause nur von der Koch- und Reitiunst die Rede ist, was der schwülen Stimmung vor einem Un-1
gvwitter, einer gewaltsamen Katastrophe gleicht. Meisterhaft stellt der Tichtec bar, wie Tjälde vor dem nahenden Sturz noch einmal selbst alle Hebel anzieht, unter deren Spannung seine Existenz qualvoll stöhnt, wie er die zwölf zweifelhaften Gäste, über deren Unbedeutendheit und Harmlosigkeit er sich noch einigermaßen sicher und überlegen fühlt, zu sich ladt, bis im 2., Aufzug, wo der Höhepunkt des Tramas erreicht wird, die äußerst packende Szene einsetzt, wo der Advokat Berent, der Bevollmächtigte der Bankhäuser, dessen scharfer Blick die untergrabene Existenz des Großkaufmanns erkannt hat, dem Selbstbetrug Tjäldes ein Ende macht.
Gehen wir gleich auf die gestrige Aufführung dieser Hauptszene ein. Herr Linzen war Tjälde, Herr Telekl) Berent, der Konkursverwalter. In diesem interessanten Auftritt steckt noch eine eigene aufsteigende Linie der Entwicklung. Zunächst ist der Großhändler ruhig und sicher, und von dem Advokaten weiß man zuerst nicht, ob er als Freund ober Feinb des Bedrohten kommt. Herr Teleky erklärte sich das Wesen des Vertreters der Banthäuser falsch, indem er ihn mit harten Worten, die wie Schlage auf den Zuhörer wirkten, den unglücklichen Kaufmann angehen ließ, während doch aus seiner Rede keine Feindseligkeit, sondern nur die versteckte Vorbereitung auf die Gefahr klingen soll. Im Grunde kommt er doch von vornherein als der beratende Freund Tjäldes. Wenn er alle Aufmerksamkeiten und Aufwartungen seines gastlichen Empfängers dankend ablehnt, so geschieht es niajt in hartem, feindseligem Tone, den Herr Telely den ganzen Auftritt hindurch anwandte, fon- dern mit höMtenS etwas sinnendem Lächeln. Hinter dem Benehnun des Advokaten steckt stets ein wohlwollender, überlegener Mensch, an dessen vom Tarsteller richtig aufgefaßten Aeußerungen sich erst eine gute, schauspielerische Leistung des Andern abheben kann.
Herr Linzen spielte seinen Großkaufmann Tjälde mit Sicherheit und der richtigen Auffassung; besonders in den nicht leichten Monologen am Schluß des 1. Aufzuges war er sehr wirkungsvoll. In der auf die Entdeckung folgenden Szene des Wiedersehens und der Aussprache mit seiner Frau, die von Fr. Ke Iler mann dargestellt wurde, fielen beide einander etwas zu stürmisch in die Arme, was die Wirkung auf das Publttum in solchen Fällen stets beeinträchtigt. In dem Verhalten von Tjäldes Frau liegt doch vor der Katastrophe, deren Herannahen sie bemerkt, mehr innerer Halt, als Fr. Kellermann darstellte, — wenn sie. auch im letzten Akt als sieche Frau zu erscheinen hat.
Frl. Hohl als die älteste Tochter Valborg war sehr erfolgreich, nur pflegt sie, was auch in anderen Rollen zu bemerken war, maiiche Stellen ihrer Rede in etwas zu spitzes Seufzen auszudehnen. Ihre Schwester Signe, die von Frl. Hellberg gegeben wurde, hat in dem Drama eine Entwicklung ihres Wesens durckHumachen, die die Darstellerin etwas vernachlässigte. Als das eigentliche Wesen des Mädchens, das nur von den traurigen Verhältnissen des Hauses angekränkelt war, hat sich was sich auch ihrem unbedeutenden Verlobten gegenüber zeigt, ein zwar heiteres Temperament, aber auch ein brauchbarer Lebensernst herauszustellen, während Frl. Hellberg die Naive etwas gar zu sehr in den Vordergrund rückte.
Ter Leutnant Hamar, Signes Verlobter, und der schüchterne Proturist Sannaes, der die älteste Locher am Schluß heimführt, wurden von den Herren Pichler und Sandor f f im allgemeinen richtig wiedergegeben. Auch die übrigen Mitwirtenden, von demn noch Herr Conradi als Braumeister Jakobsen zu erwähnen ist, taien ihre Schuldigkeit.
Tas Haus war gut besetzt. G.


