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Nr. 147
Zweites Blatt.
154. Jahrgang
Samstag 25. Juni 1904
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Giehener FomiliendlStter" werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »hessisch« Landwirt' erscheint monatlich einmal.
Gießener Anzeiger
Rotationsdruck und Verlag der Brüht'sch« UntversitLtSdruckeret. 9L Lange. Dietzen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: bchulstr.1l.
Tel. Nr. 5L Telegr^ALr.r Anzeiger Gießen.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Metzen.
Are heutige Mmmer umfaßt 14 Seiten
Der König von Kngland
ist an Bord der Jacht „Victoria and Albert" am Freitag gegen 11 Uhr abends in Br nn s b ütte lko o g eingetroffen. Sbie Königsjacht, die von mehreren englischen Kriegsschiffen begleitet ist, machte in der Schleuse fest.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt heute: I
Ter König von England trifft, begleitet von einem stattlichen Geschwader, an Bord seiner Jacht in den deutschen Gewässern ein, und gedenkt durch den Kaiser Wilhelm-Kanal die Fahrt nach Kiel sortzusetzen, wo er als Gast des deutschen Kaisers weilen wird. Bietet dieser Besuch den beiden in enger Verwandtschaft und herzlicher Freundschaft verbundenen Monarchen eine erwünschte Gelegenheit, Tage ungezwungenen persönlichen Verkehrs mit einander zu verleben, so gewinnt er eine weitere schöne Bedeutung durch den Rahmen, in dem er sich abspiclt, und durch den Schauplatz, auf dem er vor sich geht: dem aufblühenden deutschen Segelsport wird eine auszeichnende Anerkennung seiner Leistungen zuteil, indem das Oberhaupt der englischen Nation seinen Veranstaltungen sachkundige Aufmerksamkeit zugewendet, und die junge deutsche Marine ist stolz, den Chef der größten Kriegsflotte der Welt, .an den Hauptstatten ihrer Friedensarbeit zu begrüßen. . Möge es zur Befestigung der allgemeinen friedlichen Terckenzen in den Beziehungen der Nationen dienen, daß die beiden ALonarchen zu freundschaftlich ernGedanken- austausche sich begegnen. Wir entbieten dem König Eduard ehrerbietigen Willkommengruß mit dem Wunsche, daß er von den Kieler Tagen die besten Eindrücke empfangen
öffentlichen Empfängen hatten in liebenswürdigster Weise eine Reiche reicher Privatpersonen ihre Häuser und Gärten den Gästen zu gemütlicher Zusammenkunft geöffnet. „Nein, wie reich Deutschland ist" — „wie vielen Kunstsinn die Deutschen haben!" — „wie bezaubernd diese großen, stillen, schönen Gärten mitten in dem Großstadttreiben von Berlin" so schwirrte es durcheinander bei den Ausländerinnen, die nur allzu geneigt waren, diese prunkvollsten Heimstätten von Berlin W als glücklichen Durchschnitt des glücklichen Deutschland aufzufasserr. lieber diesen Irrtum werden die Reden des Kongcesfes sowohl als auch das Zusammentreffen mit vielen Frauen des Mittelstandes sie bald eines Besseren belehrt haben.
' Merkwürdig war es, wie doS Publikum sich unter den Rebnerinnen seine besonderen Lieblinge erwählte. Mochten andere Frauen ebenso hohe Verdienste atlfzuweisen haben — sobald diese Bevorzugten das Podium betraten, erhob sich ein brausender Applaus. Unter den deutschen Frauen schienen sich besonders Frau Hedwig Heyl, Frl. Helene Lange, Frau Hanna Bieber-Böhm, die greise Frau Goldschmidt und Frau Marie Stritt einer allgemeinen Beliebtheit und Verehrung zu erfreuen. Frau Hedwig Heyl ist Vorsitzende der verschiedensten Wohlfahrtsanstalten, hat selbst Kochschulen, Fortbildungsanstalten re. begründet,^ein Kochbuch herausgegeben und ist unablässig tätig zur Förderung besonders der praktischen Berufszweige der Frau. Helene Lange dürfte allen bekannt sein als die ehrliche, großzügige Vorkämpferin der Frauenbewegung in Berlin, als die bisherige Leiterin der Gymnasialkurse für Frauen, die Herausgeberin der Monatsschrift: „Die Frau" und Verfasserin verschiedener pädagogischer Schriften.
Frau Hanna Bieber-Bohm ist in Berlin allgemein geschätzt als Gründerin des Vereins „Jugendschutz". Jyr Leben gehörr ausschließlich dem Streben, das Littlichkeits- gefühl der Jugend zu heben und sie vor gesundheitsschädlichen und charakterzerstörenden Ausschreitungen zu behüten.
Frau Goldschmidt-Leipzig gehört wohl zu den ersten tapferen Pionieren der Frauenbewegung in Deutschland, die sie auch jetzt noch mit regem Jnteresfe verfolgt und aus jede Meise zu fördern sucht.
Frau Marie Stritt-Dresden gehörte zu den besten Rednerinnen des Kongresses und zugleich zu seinen sympathischsten, anmutigsten Vertreterinnen sie ist Vorsitzende des ersten Rechtsschutzvereins für Frauen. Durch il^e nie erlahmende Energie und ihr gewinnerrdes Mesen har sie den Bund deutscher Frauen sehr gefördert und sich auch jetzt um die Bvrarreiten des Kongresses wieder sehr verdient gemacht.
Unter den Ausländerinnen hatten besonders die Fin- länderinnen Frl. Maihki Triberg und Frau Jlmi Halljten, die Norwegerinnen Frl. Sina Krog nno ornu Marie Michelet, unter den englisch redenden Frauen Mrs. May Wright Se- wall, Miß Susan B. Anthony und Lady Aberdeen allge-
Wücklilick auf de» KraoenLongreß.
Orrg.-Art. d. „Gieß. Anz." von E. E.
Schluß.
Neben der ernsten Arbeit, die den Besucherinnen des Kongresses zugemutet wurde, hatte das Berliner Lokal- fomitee unter Leitung der Frau Kommerzienrat Heyl dafür gesorgt, daß es an Erholung und Unterhaltung der verschiedensten Art nicht fehlte. Es wurden Ausflüge in die Umgegend von Berlin unternommen, — unter sachverständiger Führung war Gelegenheit geboten, Krankenhäuser, Mohltätigkeitsansralten, Unterrichtsanstalten zu besichtigen, — Theater und Konzerthäuser hatten besondere Ans- führungen veranstaltet und zu ermäßigten Preisen Zutritt gestattet - die Kunstausstellungen und Kunstsalons öffneten sich ebenfalls zu ermäßigten Preisen.
Ten Delegierten und besonders Geladenen bot sich daun noch besonders Interessantes durch die verschiedenen Empfänge. t
Am Samstag den 11. Ium war Empfang der Amerrka- nerinnen in der amerikanischen Botschaft, am selben Tage aber auch Empfang der Führerinnen des internationalen Kongresses und der Geladenen im Lettehause und Eröffnung der Ausstellung daselbst für Kunst und Kunstgewerbe. Der große innere Hof des Lettehauses war in einen heimlichen Blumengarten umgewandelt — lauschige Sitzplätze waren überall angebracht — Frau Professor Kaselowski, die Vorsitzende des Lette^Vereins, empfmg in ihrer liebenswürdigen, vornehmen Art ihre Gäste — bald bildeten sich Gruppen — aus und ab wandelnd auf den Wegen des improvisierten Gartens, stehend in kleineren oder größeren Gruppen sitzend unter blühenden Bäumen, sah man interessante, elegante, machtvolle Frauengestalten. Erfrischungen wurden herumgereicht, die Ausstellungen wurden besucht, ein Rundgang durch das ganze Haus mit seinen vielen Unterrichtsanstalten und interessanten Räumen geplant. Leichte und ernste Unterhaltung schwirrte durcheinander und bte hoheitsvolle Anmut der Mrtin, die Liebenswürdigkeit ihrer Helferinnen wob einen eigenen Zauber durch das Ganze.
Durch die Menge der Teilnehmerinnen gestaltete sich vielleicht noch imponierender der Begrüßungsabend, welchen am Sonntag den 12. Juni die deutschen Franenverenie ihren aus aller Welt Enden zusammengestromten Güsten bereiteten. Das Konzert eures Damenorchesters unter der Leitung der bekannten Pianistin Frl. Toeppe bildete den Höhepunkt dieses Abends. In den nächsten Tagen t ilgten bann bei Empfang beim Reichskanzlerpaar, Graf v. Bülow und Gemahlin, und beim Staatssekretär Graf v. Posa- dowskY-Wehner und Gemahlin, und endlich als Krone aller Begrüßungen der Empfang bei der Kaiserin. Tre Ans- länberutncn waren begeistert über bie Huld ber hohen H-rau und wußten nicht genug chre Liebenswürdigkeit, thr reges Interesse und ihre genaue Kenntnts aller Einzelheiten, welche den Kongreß beschäftigten, zu rühmen. Neben diesen
möge.
Es ist nicht der Ton der schmetternden Fanfare, womit König Eduard hier' offiziell begrüßt wird, es fehlt an den festlichen Worten, die sonst einen Monarchenbesuch als ein Ereignis ersten Ranges feiern. Aber es ist, um im Bild zu bleiben, ein freundlicher, warm klingender Horngruß, j>er den Herrscher willkommen heißt. .Tas Organ unserer Regierung räumt sorglich den Gedanken beiseite, daß die Kieler Begegnung polüischen Vereinbarungen dienen könnte. Nein, König Eduard kommt als S p o r t s- man nach Kiel; er wendet den Veranstaltungen eine „sachkundige Aufmerksamkeit" zu. Mit dieser Anerkennung des sportlichen Verständnisses Eduards VII. ist ein Kompliment verbunden, das man ip England stets gern vernimmt. Ter Eindruck des Kompliments ist gesteigert durch die Gegenüberstellung unserer jungen Marine und der „größten Kriegsflotte der Welt" In London wird man wohl zwischen den Zeilen lesen können und ein wenig beschämt sich an den törichten Argwohn erinnern, daß unsere Marine nur zu einem Angriff aus England emsig verstärkt werde. Mehr beiläufig ist in der vorsichtig abgewogenen Kundgebung die Rede von dem „freundschaftlichen Gedankenaustausch" der Monarchen, von hem! „Tagen ungezwungenen persönlichen Verkehrs". Die Dämpfung des Tones kann zwei Gründe haben: einmal die Rücksicht auf Petersburg, wo die Stimmung infolge des Kriegsmiß- gefchicks leicht zu Mißtrauen neigt; oder die deutsche auswärtige Politik möchte vermeiden, daß ihr vom Auslande her die Pläne vorzeitig gestört werden, die in Bezug auf einen engeren An- fchluß an England etwa gehegt werden. Vielleicht ist in der eng- lischcn Bevölkerung .auch noch nicht der Boden für eine größere Intimität vorhanden, so daß man auch von dieser Seite aus keine störende Opposition wecken möchte. Bemerkenswert i|t aber doch, daß die „Time s", die bekanntermaßen bisher aus ihrer
meinste Sympathien gewonnen. Lady Aberdeen ist eine \ Persönlichkeit, bte schon ohne „all Verdienst und Würdig- । keit" durch ihre bloße Erscheinung aller Herzen im Sturm : erobern würde und dies Gefühl wird natürlich nicht ab- ! geschwächt, wenn man hört, welch märchenhaftes Geschick ! ber zarten Fran geworden, welche Verdienste sie sich inj ehrlicher, ernster Arbeit erworben hat. Sie ist ber Spröß- ling eines alten, schottischen Adelsgeschlechts, wuchs im ! Hause ihres Vaters in einer geistig angeregten Atmosphäre ' auf. Als jung Vermählte gründete sie dann schon Vereine, - um die Klassenunterschiede zu mildern, die Dienstboten- • frage zu lösen rc. Ihr Gatte wurde Vizekönig von Irland, i und nun sand sie als Bizekönigm vollauf Gelegen- | heit, die politischen Wirren zu lindern, Notstände abzustellen ! und dem Volke neue Erwerbsquellen zu erschließen. Durch ! ihre und ihres Gatten Mittet wurde der Weltmarkt für . die irische Spitzenindusrrie erschlossen. Gemeinsam mit ihrer j Freundin, der Gattin Gladstones, hat sie durch die versch ie- ! benfren Mittel und in den verschiedenartigsten Bahnen die j Erziehung der Frau zur Selbständigkeit und zu eigenem politischen Urteil an geb ahnt.
Als ihr Gemahl bann 1894—99 General-Gouverneur in Canada war, wußte sie burch ihr herzgewinnendes Wesen" die Feindseligkeit zwischen den französischen und englischen Elementen der Bevölkerung abzuschwächen, verstand durch' Gründung von Vereinen den Frauen der verschiebenen Nationen das Gemeinsame ihrer Interessen klar zu machen und wurde nicht müde, das Los ber Bevölkerung öu lin-j dem und die Bildung der Frauen zu heben. Als sie inti Nomen aller Ausländerinnen Maria Stritt, der Vertreterin Deutschlands, zum Schlüsse des Kongresses ihren Taut aus-' sprach, als sie oie Huld der Kaiserin, die Gunst der Großen,. das Entgegenkommen aller Frauen aus allen Ständen, die Hilfbereitscyast der ovserfreudigcn Jugend anerkannte und, dabet Worte fand, die dem Herzen einer Schwester, einer' Mutter zu entströmen schienen, die zu kurzem Besuch bei den Ihren weilte, die durchzittert ist von Bewegung über' alle Liebe, die ihr geworden, von Dank über die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die durch diesen kurzen Besuch in ihr cmporgekeimt ist mw die nun voller Trennungsweh und doch voller Hosfnung aus Wiedersehen Abschied nimmt' von den Freunden — als Lady Aberdeen so sprach und als Frau Stritt in ebenbürtiger Weise, m demutsvoller Hoheit^ und voll schwesterlicher Liebe diese ehrlichen Dankesworte' entgeaennahm — da ging eine Bewegung durch das Haus,, eine Träne zitterte an mancher Wimper und ein nicht enden wollender Applaus drückte bie Gesinnung ater Frauen für diese beiden edlen, von „Gottes Gnaden" erkorenen Schwestern aus.
Aus solchem Geist und unter solcher Führung darf, man wohl Segensreiches erwarten von unscrm großen iiiter* nationalen Frauenbünde.
Abneigung gegen Deutschland kein Hehl gemacht hat, eine Erbitterung der deutsch-englischen Beziehungen in Abrede stellt und den Besuch als etwas Selbstverständliches aufsaßt. Seit langem das erste freundlicksc Wort des Cityblattes. Die Berliner Presse bringt im allgemeinen dem Besuch Sympathie entgegen. .Nur die agrarische „Tagesztg." wittert Gefahr, daß wir von den Vettern übers Ohr gehauen werden könnten, nämlich durch die Absicht, hie deutsche Politik von Rußland äbzudrängen. Hoffentlich zeige unsere Diplomatie sich I auf der Höhe der Situation, sprudelnd von Liebenswürdigkeit, aber lüft — Sekt auf Eis.
Tie Wiener „N. Fr. Pr." bezeichnet bte bevorstehende Zusammenkunft zwischen Kaiser Wilhelm und König Eduard als Beweis des normalen Verhältnisses zwischen England und Teutsch- land und wenn sie auch keinerlei politischen Zweck verfolge, so sei sie doch geeignet, bie F r i e de ns z u v e r s i ch t zu stärken.
Anläßlich des Besuches König Eduards in Kiel schreibt ein englisches Blatt: König Eduard VII. ist ein weitgereister Mann. Manchmal ist er triumphierend als Monarch gereist, dann wieder inkogniw, so z. B. .in den Vereinigten Staaten und auch da er als „Mr. und Mrs. Williams" mit ber Königin Konstan- tinopel besuchte. Jin Jahre 1849 machte er seine erste offizielle ■ Reise; damals nahmen ihn seine Eltern nach Aberdeen mit. - Seine erste große Reise ins Ausland unternahm er 1855, als : die Königin Viktoria in Paris zum Besuch Iveilte. 40000 i Soldaten präsentierten das Gewehr, als die königliche Gesellschaft in Boutognc landete, und Kaiser Napoleon ritt hinter dem Wagen der Königin. ,Auf den Wunsch seiner Mutter hat König Eduard viele Reisen gemacht, um die Tinge mit eigenen Augen zu sehen. Er unternahm inkognito Fußreisen in Eng- laiid, und iu den Ferien Ausflüge nach Schottland und Irland. 1860 kreuzte er zum erstenmal den Atlantischen Ozean, ging nach Kanada und den Bereinigten Staaten und durchquerte sie vom Westen nach Osten. .Er sah Blondin auf einem Seil den Niagarafall überschreiten und dabei einen Mann auf dem Rücken tragen. Blondin wollte den König binübertragen, aber dieser lehnte die Einladung dankend ab. Tie nächste Reise ins Ausland mackste er mit Stanley ins Heilige Land; damit wurde auch ein Besuch der Pyramiden und eine Fahrt den N i l herauf verknüpft. Seit Eduard I. war kein britischer Thronerbe in Jerusalem gewesen, und leit 700 Jahren hatte keine Person aus königlichem Hause die Moschee von Hebron betreten, die er besuchen durfte. Eine der ersten Reisen, die König Eduard machte, war auch ein Besuch in Dänemark, wo er zu seinem Erstaunen als Engländer und Sportsman zu einer Fucl)sjagd eingeladen wurde. Am ersten Tage bekam die Gesellschaft, kein Wild vor Augen, am zweiten wurde der Elch geschossen. .Ter König reifte mit seiner Gemahlin auch nach Berlin und Wien und dann zum zweitenmale den Nil hinauf. Um sich gegen den unvermeidlichen Durst, der in der Wüste durch den Staub und Sand erzeugt wird, zu schützen, nahm die Gesellschaft 3000 Flaschen Champagner und 20 000 Flasck^n Sodawasser mit. Auf der Rückkehr besuchten sie den Snezkanal, der ihnen von Herrn von Lesseps gezeigt wurde. Bei einer Reise nach Konstantinopel gab der Sultan seinen christlichen Gästen ein Bankett, das auf goldenen, put kostbaren Edelsteinen besetzten Tellern serviert wurde. Dann ging die Reife nach der Krim, und ein turzer Aufenthalt in Griechenland beschloß die sechsmonatliche Abwesenheit von der Heimat. Am 16. Okwber 1875 trat der König an Bord der „Serapis" seine denkwürdige Reise nach Indien an, die er selbst die Verwirklichung eines seiner Träume nannte. Als er am 8. November in Bombay den Boden Indiens betrat, lvurde telegraphisch ein Zeichen gegeben, und überall in Indien, wo es
Kanonen gab, wurde gleichzeitig ein königlicher Salut abgefeuert. Zwei Tage darauf hielt er einen Durbar ab, zu dem alle Radschahs im Schmuck ihrer prächtigen Juwelen erschienen. Spater musste er sich bei einem Levee fast 3000 mal vor den ihm vorgestellten Persönlichkeiten verbeugen. Die m^sckzen PoMitMw Bombays brachten ihm über 400 Gesck-enke. Bei emem Beluche des Gaykwar von Baroda jagte er den ersten wilden Eber, Ceylon sah er den von Millionen verehrten Zahn Buddhas und schoß einen schönen Elefanten, wobei er nicht vergaß, dem Brauche gemäß ciaenhändig den Schwanz abzuschneidem Den ; letzten Teil seiner Reise genoß er am meisten, da fct hauptsächlich > dem Sport gewidmet war. Tas königliche Jagdlager beherbergte 2500 Leute, 250 Elefanten und 550 Kamele. Ter Prinz erlegte l sechs Tiger an einem Tage und erwies sich als vorzüglicher Schütze. Einmal entging er einer Elefanten Herde nur dadurch, I daß er einen Baum erklomm. Am 13. März ichifste er sich weder ; nach der Heimat ein und brachte eine ganze Menagerie vvu . Elefanten, Tigern, Leoparden, Straußen und Affen mit. Denn . brachte er den Winter immer in Cannes zu und weckte rrn Sommer zur Kur in Homburg oder Mari en bad. Nach seiner Krankheit, durch die die Krönung.verschoben wurde unter- ; nahm er eine Jachtsahrt von Portsmouth nach der Insel M<uu > Arran und um die schottische Küste. .In Micher Erinnerung j noch feine letzte große Reise nach Portugal, Gibraltar, Malta, Neapel, Rom und Paris.
Ier Heittsch-SüdwestafriLa.
Generalleutnant v. Trotha telegraphiert unterm \ 22. Juni aus Okahandja: Die 1., 2. und 4. Kompagnie ; des Feldregiments Nr. 1, die dritte Batterie, die Maschinen- j gewehrabteilung von Saurma-Jeltsch und die Bastard- I abteilung unter v. Estorff verhinderten die Hereros i am Ausweichen nach Nordosten. Sie werden nach^' Ospudema gehen und die Verbindung mit Oberleutnant - Vollmann Herstellen. Tie 5. und 7. Kompagnie des Feld-"i regiments Nr. 1 und die vierte Batterie unter Heyde mar-- , schieren nach Okosoudouen. Hier treten unter seinen Befehl ■ die 6. Kompagnie des Feldregiments Nr. 1 und die zweite > Batterie. Das Bataillon Mühlenfeld, und zwar die 10. und s 11. Kompagnie des Feldregiments Nr. 1, die fünfte und - sechste Batterie, die Maschinengewehrabteilung Dürr. Die j Witbois unter Major v. Glasenapp gehen gegen den Omurambafluß über Otjine vor, so daß die Verbindung mit | Heyde gesichert ist. Nach beendeter Mobilmachung m>. wenigen Tagen folgen die 9. Kompagnie und 2 Maschinen-^ geroetjre Dürr. In der Gegend der Otcwiminen bleiben Ober- i leutnant Volkmann mit der jetzigen 3. Kompagnie des Feldregiments 1. o. Bülow, die Maschinengewehrabteilung >. Wossodlo und eine halbe Batterie Madai klären gegen Water-^ : berg und den Omuvambo auf. Hauptmann Franke, der . durch die halbe erste Batterie verstärkt wird, mit jetziger' ^ 8. Kompagnie Feldregiments Nr. 1, behält seine bisherige Aufgabe, Säuberung des Bezirks Omaruru. Bei Epukwo > verbleibt vorläufig Oberleutnant v. Winkler, ber Ober- ' > leutnant Streitwolf in Gobabis postiert hat, und 1. Bataillon i Feldregiments Nr. 2 auf Ontjo, das zweite Bataillon nebst


