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25.3.1904 Zweites Blatt
 
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen.

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4ieGießener Familienblatter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «Hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

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Freitag 25. März 1904

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch« Umversuätsdruckerei. ÖL Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schulstr.T, Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr.: Anzeiger Dreßen.

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r mic^e dem Kaiser persönlich für seine Haltung in »mimischen Frage und speziell für die Weigerung l nei$gc8 Kontingent für die mazedonische Gendarmerie szu danken.

Telegraphische Begrüßung der Monarchen.

Ile yeutige Dummer umfaßt 10 Seiten.

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Wer König von Italien richtete folgendes Tele- gijpim an den Kaiser: In dem Augenblick, wo Du a Merchwillkornmencr Gast den italienischen Boden berührst, v. uoi ijic ich, mich freuend, Dich bald wieder zu sehen, daß e uilen der erste Gruß Dir von mir, Deinem ergebenen £ ;^nX)e und treuen Bundesgenossen, zugehe. Victor (5i:rtnuel.

Der Kaiser depeschierte an König Viktor Emanuel: »Empfange meinen lebhaftesten Dank für Deine herzliche Depesche, die mich erreichte, als ich in den Hafen des schönen Neapel emfuhr. In der Erinnerung an die liebenswürdige Gastfreundschaft, die mir im Vorjahre in Rom von Dir, der Königin und dem italienischen Volke zuteil wurde, bin ich glücklich, Dich wiederzusehen. Dem er­gebener Freund und treuer Bundesgenosse Wi l h e l nu

Kaiser Wilhelms Meerfahrt.

Neapel, 24. März.

Die Fahrt des Deutschen Kaisers von Port Mcchon Archer verlief bei schönem Wetter und ruhiger See auf das o iGestern vormittag wurde der südliche Teil von Sar- bmiten umschifft. Der Kaiser verlieh gestern den Offizieren, kennten und Bediensteten des Norddeutschen Lloyd eine große fieche von Orden, Ehrenzeichen, Wert- und Geldgeschenken, md zivar die ersteren eigenhändig.

Zur Begrüßung der Schiffe hatten sämtliche hier im Haften liegenden Schiffe ihre Flaggen gehisst. Eine überaus gir^e Volksmenge belebt den Hafen und die angrenzenden ZlMßen. Dec Himmel ist etwas bedeckt.

Hier meldeten sich bei dem Kaiser der deutsche Botschafter tn Rom Graf MontS, der deutsche Militärattache Flügel- abjutant Major v. CheliuS und der Marineattache Koroetten- lo Lettin Koch. Von hier aus begleiteten den Kaiser auf seiner Sbedcrreife auf der »Hohenzollern": der deutsche Militär- alicchH in Madrid v. Senden, Generalleutnant v. Scholl, h.iUsmarschall v. Lvncker, General Graf Hülsen-Häseler, Ge- l'anIller v. Tschirschky und Bögendorff, Generalmajor v. Löwen- fiiD Legationsrat K.ehmet, die Flügeladjutanten Fregatten- faplttän v. Grumme und Major v. Friedeburg, Leibarzt ir. Jlberg, Oberstmarschall Fürst Fürstenderg, Admiral d. Vollmann, v. CheliuS, Maler Stöwcr, Militäroberpfarrer Der Kaiser stiftete für den Salon des »König Albert" lein Bild. Er empfing auf dem »König Albert" heute noch btn italienischen Geschwaderchef Vizeadmiral Morin, den Ijininandierenden General Tarditi und die Spitzen der Staats- bet)tieben. Die »Hohenzollern" und der »Sleipner" liegen im Kriegshafen. Das italienische Geschwader hatte bei der Msvhct Flaggenparade. Die Mannschaften standen in ^awde. Die deutsche Kolonie war dem »König Albert" auf Süvpfem entgegengefahren und begleitete das Schiff unter Hochrufen und unter Absingen patriotischer Lieder in den Hafen. AZ Wetter ist gut.

Zur Mittagstafel beim Kaiser waren geladen: Bot- Ichaf.er Graf MontS, Major CheliuS, Korvettenkapitän Koch imö1 Generalkonsul RekowSky. Der Kaiser blieb nachmittags on &orb und hörte die Vorträge deS Gesandten v. Tschirschky- i)of|<|«iborf, des ChefS deS NtüitärkabinettS, Generalleutnants Srapen Hülsen-Häseler, und deS vortragenden Rats im ge- hNEn Ziollkabinett Valentini. Zur Abendtafel waren en die Attaches CheliuS und Koch, sowie der hier wohn- taftt Profeffor Dohm.

iDec Kaiser ließ durch einen von Neapel entsandten ttuttchen Offizier einen mit einem Band in deutschen Farben zrjchciliückten Lorbeerkranz an der Gruft König hun-bertS ün Pantheon niederlegen. Die »Italic", die jtiih auf der ersten Seite das Bild Kaiser Wilhelms bringt, tiieJbt in ihrem Begrüßungsariikel: Die Stadt Steapel und us iganze italienische Volk sehen mit besonderem Vergnügen die Ankunft eines befreundeten und verbündeten Souveräns im Iber Bedeutung Kaiser Wilhelms IL Wir schließen uns h vom Präfekten von Neapel ausgesprochenen Willkommen in i-o mehr an, da diese Reise in der jetzigen Lage ebenso w toie angekündigte Reise deS Präsidenten Loubet ein Unter* ifanli deS europäischen Friedens ist.

Der Kaiser richtete an Generaldirektor Wiegand in Ihnen folgendes Telegramm:

"Am Schlüsse meiner Reise auf dem mir vom üud deutschen Lloyd zur Verfügung gestellten RcichSpost- ümsifer »König Albert" ist es mir eine Freude, Ihnen meine rolle Anerkennung auszusprechen über die guten Leistungen Äe Schiffes, deffen umsichtige Führung und das vortreffliche Balten der gesamten Besatzung. Der innere Betrieb hat tr und meiner Umgebung gezeigt, in welcher Vollkommen- &' auf den Schiffen deS Norddeutschen Lloyd für die Reisen- id (icforgt ist. Ich bin voll befriedigt von meinem in jeder AjiÄhung praktisch und bequem eingerichteten Quartier, dem m. inenden und angenehmen Aufenthatt an Bord, sowie Ü' prächtigen Verlauf der ganzen Fahrt, und habe dieser ' Ki'.ct Befriedigung durch Verleihung einer Anzahl AuSzeich- n.;: n an die Besatzung äußeren Ausdruck gegeben, worüber £ r.i nähere Nachricht zugehen wird. Für die Sorgfalt und Wcht, mit der die Vorbereitungen zu der Fahrt getroffen ' 7 jage ich dem Norddeutschen Lloyd meinen kaiserlichen I und verleihe Ihnen und dem Vorsitzenden des Auf- iir;:iate§ Plate den Roten Adlerorden zweiter Klaffe, deffen 3 giaien Ihnen zugesandt werden. Möge der »König Albert" < cl. fernerhin glückliche Fahrt haben, den Reisenden zum (Shfö, dem Lloyd zur Ehrei Wilhelm I. R.

Alls Kuriosum sei das Gerücht erwähnt, daß der Kaiser zwei von Genua kommende türkische Panzer be- cDßil und vom Sultan zu einem Besuch von Kon- f jiiintiinopet eingeladen werden soll. Der Sultan

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Justizminister Dr. Dittmer weist auf feine diesbezüg­lichen Erklärungen in der 2. Kammer vom März v. I. hin. Hessen unterscheide sich mit seiner sechsjährigen Vor­bereitungszeit von Preußen, Bayern, Baden, Elsaß-Loth- ringen za, die sämtlich die siebenjährige Studienzeit haben. Angesichts dieser Tatsache werde sich auch die hessische Re­gierung die Frage vorlegen müssen, ob an den sechs Jahren noch weiter festgehalten werden solle.

Die Kammer beschließt, nachdem Fürst Leiningen sich im Sinne des Ausschußantrags ausgesprochen, den Be­schlüssen der 2. Kammer nicht beizutreten.

Dem Gesetz über den Verkehr mit Fahrrädern und Auto­mobilen auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen tritt das Haus ohne Debatte bei, ebenso den weiteren Beschlüssen der 2. Kammer über eine Reihe von Vorstellungen, so der Kreisamtsdiener um Regelung ihrer Gehaltsverhaltnisse, der Angestellten des Arbeitshauses Dieburg, dem Anttag Tr. Frenay in Betriff der Einguartierungslasten rc.

Bezüglich der Einträge Dr. Frenay u. Gen. und der Abg. Ulrich u. Gen., !in Betreff der Gewerbeinspek­tion hatte die 2. Kammer beschlossen, die Anträge für er­ledigt zu erklären, undGroßh. RLgierung zu eriuchcn, zu

geeigneter Zeit der Kammer Vorlage zur _________o

Organisation der Gewerben»fstcht zu machen, foWb das Maß de- Bedürfnisses feststeht."

Der Ausschuß oer 1. Kammer, in dessen Namen Frhr. Hehl zu Herrnsheim Bericht erstattete, beantragt da­gegen, zu beschließen: daß tunlichst bald eine Spezialinspek­tion für die Heimarbeit und für die Sicherung der Schutzbestimmungen zu Gunsten gewerblicher Kinder- arbeit eingerichtet werden möge.

Frhr. Heyl au Herrnsheim begründet diesen An­ttag näher und führt aus, der Ausschuß habe dem Brschluß

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Erste Kammer der Stände.

R. B. Darmstadt, 24. März.

Am Ministertisch: Staatsmiuisler Dr. Rothe, Justiz­minister Dr. T i t t m a r, Geh. Staatsrat Krug zu Nidda.

Präsident Gras Görtz, gen. v. Schlitz, eröffnet die Sitzung um lOJ/d, Uhr.

Das Hans stimmt zunächst dem Gesetzentwurf, bett, die Bildung eines Ausgleichsfonds, zu, worüber Geh. Kommerzienrat Michel schriftlichen Bericht erstattet hat.

Die Regierungsvorlage, bett, den Staatsvertraa zwischen Hessen mcd Baden über Auslösung des bezüglich! der Gemeinde Kürnbach besbehenden Kondominiatsver- hältnisfes.

In dem vom Grafen zu Erbach-Fürstenau er­statteten schriftlichen Ausschußbericht werd Beittitt zu den Beschlüssen der 2. Kammer beantragt Das Haus be­schließt demgemäß.

Ohne Debatte wird daun die summarische Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Stcuttsschuldenverwattung in den Jahren 1894/Ü51895/96 genehmigt.

Zu dem Anttag Schmttt und 44 Genossen, die Aus­bildung der Verwaltungsbeamten betreffend, hat die 2. Kammer beschlossen: L die Regierung um Bei- behattung des dreijährigen juristtschen Universitäts­studiums und der dreijährigen Dienstzeit für die Aspi­ranten des Verwaltungsdienstes zu erfüllen, 2. den Antrag auf finanzielle Unterstützung der praktischen Ausbildung der Regierungsassessoren, infolge der entgegen kommenden Erklärung der Regierung, vorerst für erledigt zu er­klären."

Graf Stolberg-Roß la bespricht die Frage des juristtschen Studiums im allgemeinen und schließt sich dem Anttag des Finanzausschusses an, dem Absatz 1 des An- ttags der 2. Kammer der 1. Kaminer nicht beizutreten.

Geh. Rat Prof. Schmidt-Gießen tveist darauf hin, daß Hessen der einzige Staat sei, der sich mit einer Vorbe­reitungszeit von 6 Jahren begnüge. Er bitte, daß das Haus dem Stteben nach Verlängerung des juristtschen Stu­diums beitreten möge. Auch die maßgebenden juristtschen Korporationen hätten sich einmütig für diese Forderung ausgesprochen.

Nur eineHöflichkeitsbezeuaung" ist von der spanischen Oiegierung im Senat die Zusammen­kunft des jungen Königs mit unferm Kaiser genannt worden. Tie Franzosen freunde im Land des Weins und der Gesänge können also beruhigt sein. Anders die Freunde Frantteichs in Italien. Daß der Charakter der bevorstehenden 2)tonard>cnbegegnung in Neapel authentisch fest gestellt wird, .dafür hat dieser überaus herz­liche Telegrammroechsel zwischen Viktor Emanuel uub Wil­helm IL gesorgt. Nachdrücklicher konnten die Hoffnungen, die sich an das mit Fanfaren angemeldete Kommen des Präsidenten Loubet knüpften, nicht enttäuscht werden. Ter Präscdent gedenkt mit höck-stem Glanz mit aller Frei­gebigkeit in Rom aufzutreten: eine halbe Million will ftch die Republik diese Reise kosten lasjen. Aber Loubet mag noch so charmaitte Worte in Bereitschaft haben, und die Erwiderung der Trinksprüche noch so südlich lebhaft ausfallen die Telegramme König Vittor Eananuels und des Kaisers ziehen die politische Grenze rwischen Italien und Frantteich. In beiden Ländern wird mancher diese knappen und inl^allsreichen Depeschen als einen Strich durch die Rechnung bettachten. Ebenso in England, wo man seit langem auf das Ziel binarbettet, durch die neu befreundete Republik Jtatten deut Dreiburtd zu ent­fremden.

der 2. Kammer nur insofern zusttmmen können, als er da- Bedürfnis anerkenne, bte Gewerbeinspektton weiter aus- zubilden. Das müsse aber zunächst da geschehen, wo eS am nötigsten sei. Den zehn Millionen deutschen Arbeitern, die den Segen des Arbeiterschutzes und der Verscck>erungS- gesetze genießen, ständen nur 3 Millionen sozialdemokra­tischer Stimmen gegenüber, die Sozialdemokratie habe mit­hin kein Recht, fick)! als Vertreter der gesamten Arbeiterschaft hinzustellen. Vielmehr sersn die übrigen 7 oder 8 Millionen deutscher Arbetter durch andere polttische Parteien ver­treten ober überhaupt nicht durch eine einzelne Partei, son­dern durch das gesamte Burgertum. Diesen 10 Millionen gewerblichen Arbeitern ständen nun 500 000 Heimarbeiter gegenüber, die den Segen der Arbetterschntzgesetzgebungnicht genössen, unb' die Gerechtigkeit verlange daher gebieterisch, daß man zuerst hier den Fänger auf bie Wunde lege. Gegen die in beiden Anträgen enthaltene Forderung, Assistenten und Assistentinnen aus dem Arbeiterstande anzustellen, habe er durchaus nichts einzuwenden, ioenn dieselben für das Amt qualifiziert seien; es gebe nach seinen Erfahrungen sehr viele Arbeiter, bei denen das der Fall sei. Aber es komme hier in Bettacht, daß der Arbeiter, wenn er bei der Inspektion angestellt, eben lein Arbetter mehr, sondern Beamter sei, und damit sei dem Arbeiter auch wieder nicht sehr gedient. Er, Redner, habe den Eindruck, daß im Hintergründe ihres Antrages mehr der Wunsch befteye, ein gewisses Avancement von Genossen eintreten zu lassen. Man müsse immer wieder zwischen Sozialdemokraten und Ar­beitern unterscheiden. Der Arbeiter sei berechtigt, zu for­dern, daß seine Interessen gebührend vertreten werden, unb alle bürgerlichen Kreise seien berufen, daran mitzuhelfen. Dagegen müsse man diejenigen, welche angeblich für die Arbeiter ein treten, in Wirklichkeit aber dabei nur ihre Parteiinteressen verfolgen, aufs äußerste bekämpfen

Der Antrag des Ausschusses fand darauf einstimmige Annahme. Dem Anttag Ulrich u. Gen. wegen Ver­tretung der Arbeiterscba ft im Ministerium beschloß Die zweite Kammer, keine Folge zu geben. Die erste Kammer sMvß sich dieser Entscheidung an, lehnte aber den Beschluß der zweiten Kummer:Gronh. Regierung zu ersuchen, die­selbe möge im Bundesrat ihren Einfluß dahm geltend machen, daß die Frage Der berufsstänbigen Organisation ^Arbeiterkammern) baldigst reichsgesetzlich geregelt werde", einstimmig ab. Auch der Vorstellung inbezug auf die Re­form der Unfallverhütungen bei Bauausführungen tritt das Haus nicht bei. Jnbetteff der Vorstellung einer Anzahl Oberlehrer hatte die zwette Kammer be­schlossen, die Regierung zu ersuchen, im Rahmen der Be­stimmungen des Besoldungsgesetzes bei Bemessung deS Tienstallers der Petenten die früher außerordentlich große Zahl provisorischer Dienststellen und die dadurch verursachte ungewöhnlich lange Dauer der Berwendungszeit in an­gemessene Berücksichtigung zu ziehen. Ter Ausschuß der ersten Kammer hatte eine veränderte Fassung beantragt

Geh.-Rat Prof. Tr. ©dpraibt erklärte, daß die Fassmw des Beschlusses der zweiten Kammer am zweckmäßigsten seO

Graf Solms- Laubach empfahl als Berichterstatter die Annahme des Ausschußanttages.

Frhr. Heyl zu Herrnsheim bemerkte, es könnL nicht im Interesse des Staates liegen, wenn infolge dev provisorischen Anstellung eine große Anzahl unzufriedener Beamten vorhanden sei Er schließe sich deshalb den Aus­führungen des Geh.-Rat Schmtdt und dem Anttag der zlvetten Kammer an. Tie Regierung sollte keine Bedenken tragen, den Wünschen der Petenten zu folgen, wenn beide Kammern bereit seien, die hier zweifellos bestehenden Härten auszugleichen und die Mittel dafür zu bewttligen.

Bei der Abstimmung wird der Anttag des Ausschusses abgelehnt unb dem Beschluß der zwetten Kammer zuge­stimmt Wetter tritt das Haus dem Beschluß der zweiten Kammer wegen des Umbaues des Darmstädter Hof­theaters bei, obgleich sich das Haus bezüglich der Rechts­frage ganz auf den Standpunkt der Regierung stellt.

Dem Beschluß der zweiten Kammer bezüglich der Ent­schädigung unschuldig Verhafteter wird nicht beigerieten. Geh.-Rat Prof. Schmidt nimmt aber Gelegen- hett, der Regierung für ihre Initiative im Bundesrat, die zur reichsgesetzlichen Regelung der Sache führte, seinen Tank auszusprechen. Nachdem noch eine Reihe Wetter er Anträge und Vorstellungen den Beschlüssen der zweiten Kämmer entsprechend erledigt, und der Voranschlag der ersten Kam­mer piit 10000 Mk. genehmigt war, gelangten noch ver­schiedene Ruckäußerungeu aus der zweiten Kammer zur Erledigung. Ten ablehnenden Beschlüssen derselben bzgl. der Gendarmenwohnungen und der drei Bauten in Langen, Wimpfen und Ginsheim wurde beigerieten, ebenso dem Be­schluß auf die Ermäßigung der Gebühr beim Grundbuch­wesen und dem Gesetzentwurf, beri. die Einrechnung kirch- lidjer Einkünfte für Organistendienst rc. bei den Lehrer­gehältern. Nachdem schließlich auch das Finanzgesetz in dem von der zweiten Kammer aufgestellten Umfang festgestellt war, schloß der Präsident die Sitzung und vertagte die Kammer aus unbestimmte Zett.

Zweite Kammer der Stände.

Am Minifterrisch: Staaismmifter Tr. Rothe und mehrere andere RegierungSverrieter.

In der um lOty-i Uhr eröffneten Sitzung wurde außer- halb der Tagesordnung die für dringlich erklärte Vorlage über die Lehrergehaltsvorlage, bett, die Organistengelder, angenommen. Tie Kammer wählte sodann zur Ergänzung des 4. Ausschusses für die Beratung übet den Antrag Ulrich inbetreff der Berössentlichung amtlicher Bekrnnrmachungen die deiven Buchdruaereibescher Tamur-Friedberg und Penn­rich-Bingen. Gs gelangten daraus biückäußerungen der 1. Kammer zur Beratung.

Abg. M ö l l i h g e r berichtet über den von der ersten Kämmer nicht geneämiaten Zusatz zu Kap. 15, in welchem die Regierung um Befürwortung von Anwesenheitsgeldem für die Reichütagsabgeordneten ersucht wird. Tas Hans beharrt auf seinem früheren Beschluß.

Tie erste Kammer hat ferner die von der zweiten Kammer abgelehnte Regierungsfordettmg von 51 900 ML für die Erbauung von je zwei Gendarmenwohnungen in

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Ur. 73 Zweites Blatt. 154. Jahrgang

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