Ausgabe 
25.3.1904 Erstes Blatt
 
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Telephonäscher Kursbericht.

bei

101.10

47g% Oesterr. Pilberrente 100.25

und

die

der

zur

123.40

43.40

. 101.60

. 89.80

. 101.75

. 89.90

. 100.40

Oest. Kredit. .

Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß .

3V8% 3% «V/c 3'Vn

. 99.25 . 102.00 . 59.30 . 58.40

h morarprofesfor in die juristische Fakultät der Universität Riel »erfefet worden.

i. Schlußkurse.

202.40

214.50

135.00

189.90

192.75

3°/0 Mexikaner . .

Chinesen . . Electric. Scbnckert . Nordd. Lloyd . , Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Beriner Handelsgee. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden , , , Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . . , . . Harpener . .

Tendenz: 'still.

über ihre

Reich san leihe do.

Konsole . do . .

3'/g% Hessen . . . 3*/,% Oberhessen . .

4% Oesterr. Godrente

Abends 6 Uhr: Siehe Stadtkirche.

Nach allen Gottesdiensten am Karfreitag: Kollekte für evangelischen Anstalten in Jerusalem.

SrieskaHen der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.!

Herrn K. St. geboren 1860.

Katholische Gemeinde.

Samstag, den 26. März.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit hl. Beicht.

Sonntag, den 27. März.

Palmsonntag.

. 26.20 . 86.70 . 100.50 . 104 90 . 202.30

. 185.70 . 135.20 . 148.20 . 153.50 , 136.00

. 14.10

193.00 . 231.50 . 189.50 . 192.90

Da plagen sich die Leut herum

mit allerlei Mittelchen gegen Husten und Heiserkeit, gegen Affektionen der Schleimhäute des Halses, gegen Lungen­katarrh und Magenbeschwerden, (Sodbrennen, Brechreiz 2c.) und doch giebt's nichts einfacheres in der Anwendung und Wirkung bei allen solchen Zuständen, als Fay's ächte Sodener Mineralpastillen. Zwar zählen die Freunde der Pastillen schon zu vielen Hunderttausenden, aber es gibt doch auch immer noch viele, die sich von der Bortrefflichkeit der Pastillen noch nicht überzeugt haben. Denen ist ein Versuch (die Schachtel ist zu 85 Pfg. in allen Apotheken, Drogen- und Mineralwasserhandlungen erhältlich) dringend zu em- plehlen. 580

Anfangs- u. 202.50 215.10 135.25 190.00

Harpener Bergbau . . 193.10

Tendenz: Schwach.

4% Ungar. Goldrente .

4°Io Italien. Rente . .

4'/,56 Portugieser . . .

30/ Portugiesen. . . .

1% C. Türken ...

Türkenlose.....

4°/o Griech. Monopol.-Anl.

4'/, % rlnesero Argertine-

Pfarrer D. Schlosser.

Eine weitere Abendmahlsfeier findet statt: Am zweiten Oster- feiertag, vormittags, fürMatthäus- undMarkusgemeinde gemeinsam.

Anmeldungen zu sämtlichen Abendmahlsseiern werden vorher dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Ntilkste Ulelouugcn.

Hanau, 25. März. Am 11. Februar entgleiste bei der Station Langenselbold der 3 Uhr 56 Min. nachmittags

Den schönsten Glan;

auf Plattwäsche kann die Hausfrau mit größter Leichtigkeit erreichen, wenn sie sich der überall beliebten Amerikanischen Brillant-Glanz- stärke, herqestellt von der altrenommirten Chemischen Fabrik Fritz Schulz jun. Aktiengesellschaft in Leipzig, bedient. Diese Stärke hat. sich infolge ihrer vorzüglichen Eigenschaften einen Weltruf erwor­ben und ist mehrfach zuletzt nui der Pariser Weltausstellung 1900 mit der goldenen Medaille prämiert worden.

Schulz'sche Brillant-Glanzstärke mit Schutzmarke Globus ist das einzige Fabrikat, welches ohne jeden weiteren Zusah also nur mit Wasser aufgelöst eine äußerst saubere Plättwäsche von schneeiger Weiße und elastischer Steifheit erzeugt, ohne die Wäsche­fasern nur im Geringsten anzugreifcn. Die Anwendung ist eine höchü einfache und steht die Gebrauchsanweisung auf jedem Paket. Ein Paket ä 20 Pfg. enthält vier kleinere Pnkelchcn, wovon jedes zur Auflösung in 1 < Liter Wasser bestimmt ist und zum Stärken von 3 Oberhemden, 3 Paar Manschetten und 6 Kragen ausreicht. Man erreicht leicht mit) sicher mit jedem Plätteisen die schönste Plättwäsche mit oder ohne Glanz. Selbst für ganz ungeübte Hande ist ein Mißlingen vollständig ausgeschloffen. Es ist natür­lich, daß dieses altbewährte Fabrikat viele Nachahiner findet und liegt es daher im eigensten Interesse der Hausfrauen beim Ein- kauf auf die Schutzmarke Globus und rote Packung zu achten. Zu haben in den meisten Kolonialwaren, Drogen- und Seisenhandlungen.

Wildel uiiö Uerlresir. DoliiLwirlschast.

Berliner Börse vom 24. März 1904.

(Qitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Prioat-Diskont 3/a Prozent.

Aigmen.

i vom Geldmarkt. Die Versteifung des Geldmarktes hat in

Ithtzten Tageii zuqenominen. Geld für Börsenzmecke, sog. Sckne- flk ? -gelb, zog bis 5° 0 an. Wenn diese Erscheinung ai'ch fürs rnTJeinc besondere Bedeuiung im Gefolge hatte und wahrjchei

Zur Auffichtspslicht der Eltern

Kinder schreibt dieKöln. Ztg/: Am 28. Mai 1900 wurde dem phi Jahre alten Schüler Wilhelm Wimmer aus der Weyerstraße

Abeiids 73 4 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde.

Karfreitag, den 1. April:

Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler.

Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und für die Johannesgemeinde.

Anmeldungen zu den Abendmahlsfeiern vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Landwirtschaft.

Die Obsteinfuhr in Deutschland im Jahre 19(i 3 von bloß frischem Obst nach dem deutschen lo J l g e b i e t belief s i ch auf etwas über 1 7900 ionpvelwaggons, d i e einen Wert von ungefähr ^ Millionen Mark repräsentieren, welche Summe mumtf) in einem Jahre an das Ausland gezahlt werden mußte. M Aeplel kommen allein 11 260 Doppelwaggons im Werte von JMl? 000 Mk., auf Birnen 2590 Toppelwaggons für annähernd 1^000 Mk, ferner aus Psiaumen 1955 Doppelwaggons, die -n Werte von 2 347 000 Mk. gleichkommen. Die Einfuhr von Wehen, Beeren usw. wird auf 2117 Doppelwaggons geschätzt, die 7 500 000 Mk bewertet werden. Dieser kolossalen Einfuhr hinüber steht eine Ausfuhr von nur etwa 10000 doppel Waggons Zwetsch en, Psiaumen, Kirschen, die zu größten Teile nach England exportiert wurden. Im Jahre *2 wurden während der kurzen Dauer des Verkehrs allein :ie Rußland 300000 Kilogramm Kirschen nach uirüschland eingeführt.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Palmarum, Landes-Buß- und Bettag, den 27. März: Holtesdlenff.

In der Stadtktrche.

Vormittags 9 XL Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst.

. t Pfarrer Euler.

Beichte und heiliges Abendmahl für die Militärgemeinde.

Nachmittags 21/, Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde.

Pfarrer D. Schlosser.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde.

Gründonnerstag, den 31. März:

Abends 6 Uhr: Abendmahlsseier für Matthäus- und Markus- gemeinde. Pfarrer D. Schlosser.

Karfreitag, den 1. Aprill

Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Schwabe.

Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde.

Vormittags 11V« Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- und Markusgemeiude. Pfarrer Schwabe.

Abends 6 Uhr: Ltturgischer Gottesdienst.

In der Johanncskirche.

Palmarum, Landes-Buß- und Bettag, den 27. März:

Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes­gemeinde.

, Pfarrer Dr. Naumann.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Euler.

Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde im Abendgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

11 QU§ . .

Ägfäj

&te Nibe

Vormittags von 6 7, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.

um 8 Uhr: Tie zweite heilige Meße.

, um 9 7, Uhr: Hochamt.

Vor dem Hochamt findet die Palmen- weihe statt.

Nachmittags um 57, Uhr: Predigt, darauf Andacht.

Nach allen Gottesdiensten Kollekte zur Unterstützung' von hilfsbedürftigen evangelischen Gemeinden unseres Landes, die an Orten mit überwiegend katholischer Bevölkerung bestehen.

Gründonnerstag, den 31. März:

Vormittags 9*/, Uhr: Pfarrer Euler.

Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Lukas- der Militärgemeinde.

Das Bild der heutigen Börsen glich im allgemeinen dem ... ichmgehenden Tage. Auf fast allen Märkten herrschte große iihsäftsstille und nur für einige Spezialwerte zeigte sich etwas !- aiiteres Jntcreffe, so vor allem für amerikanische Werte, Canada ; igallimore, welche von London aus anhaltend gekauft wurden.

uinische Werte waren ebenfalls für Londoner Rechnung sehr tafjnrt, während sonstige fremde Renten für Pariser Rechnung : t oten waren. Auf die heimischen Werte drückte heute wiederum hMgemeine Geldsteifheit,man schloß nach ziemlich fester Er- iirnimig auf sämtlichen Gebieten in leicht abgeschwächter Tendenz.

Tabak-Aktien an der Amsterdamer Börse. Aus fwitobam wird gemeldet: Größeres Jutereffe beanspruchten ti^enum Tabakaktien, die bei regen Umsätzen Kursausschläge bis ik 358 pCt. zu verzeichnen haben. Zu der scharfen Aufwärts- limcnung gaben den Anstoß die bei der diesmaligen Einschreibung

i alle Erwartung erzielten außerordentlich hohen Preise; man |iri t)en weiteren Tabak-Anfuhren mit einer gewißen Spannung

>.v.

dort durchfahrende Bersin-Frankfurter D-Zug, tva? einen bedeutenden Materialschaden und geringfügige Verletzungen einiger Reisenden zur Folge hatte. Wegen dieses Umstandes hatten sich vor der Strafkammer zu verantworten der Bahn­meister Heyer aus Hailer, der Stationsverwalter Neu­mann von Langenselbold und der Stcllwerkfchlosser Hell- Win g von Gelnhausen. Heber wurde zu 100 Mk., Hellwing zu 60 Mk. Geldstrafe verurteilt und Neumann freigesprochen.

Berlin, 25. März. Der hiesige Arzt Dr. Heinrich Levi ist vom Monte Telegrafo bei Eapra abgestürzt. Seine Leiche wurde von mehreren Freunden aufgefunden. Ter Verunglückte, dessen Eltern in "r'edenau wohnen, stand im 28. Lebensjahre. Er war als Assistenzarzt im städtischen Krankenhause am Urban in Berlin tätig. Er befand sich seit dem 1. März auf einer Urlaubsreife in Italien.

London, 25. März. TieTimes" meldet aus Tokio : Aus den Dokumenten, welche dem Parlament vvrgelegt wor­den sind, gebe hervor, daß Japan in der letzten Mote «an Rußland sich bereit erklärt hat c, die Mandschurei als außerhalb seiner Interessensphäre zu erklären, falls Rußland einwi^l-ge, aus jeden politischen Einfluß in Korea zu verzichten. Diese wichtige Konzession«, scheint Rußland in dem Glauben bestärkt zu haben, daß Japan bereit sei, noch weitere Zugeständnisse zu machen, um den Krieg zu vermeiden.

Paris,25. März. Nach einer Petersburger Meldung desHerald" widmen die russischen Militärkreise den un­ausgesetzten Waffeubestellungen Chinas besonders in Oester­reich ihre Aufmerksamkeit. Man kennt in Petersburg die chinesischen Groß-Funktionäre, welche ihren Einfluß gegen die Fortsetzung der neutralen Haltung Chinas aufwenden. Tie Kosten der nahezu vollendeten Baikalbahn be­laufen sich bisher auf 531/2 Millionen Rubel.

Rom, 25. März. Im Vatikan verlautet, der Papst beabsichtige, den Kaiser anläßlich seinerMiltelmeerreise in irgend einer Form begrüßen zu lassen.

Rom, 25. März. Sämtlick)e neapolitanischen und Mai­länder Blätter weisen auf die Bedeutung der für Samstag geplanten Zusammenkunft zwischen Kaiser Wil- he lm und König Viktor Emanuel hin und sprechen die Vermutung aus, daß die Balkanfrage den Hauptgegen­stand der Erörterungen bilden wird. In den politischen Kreisen Italiens wurde die überaus herzliche Form der Begrüßungstelegramme der Monarchen mit lebhaftem In­teresse und hoher Genugtuung bemerkt.

Triest, 25. März. Die sozialdemokratische Führerin MarieJamnik hat sich in selbstmörderischer Absicht bei Barcola ins Meer gestürzt und ist er­trunken.

Wien, 25. März. In der Affäre des flüchtigen Uni­versitäts-Professors Beer veröffentlicht Regierungsrat Stöger eine Zuschrift an die Zeitungen, in der er per- sichert, gegen Frau Beer wegen des Ueberfalles keine gericht­lichen Schritte unternehmen zu wollen. Gleichzeitig hebt, er im Einvernehmen mit einem Kollegen hervor, daß beide von den dem Beschuldigten zur Last fällenden Delikten erstem Januar 1904 Kenntnis erhalten und bis dahin gute Bezieh­ungen zur Familie Beer unterhalten zu haben.

Petersburg, 25. März. TerRegierungsbote" ver» öffentlicht die Ernennung des Generalstabschefs General­adjutanten Ssacherow zum Kriegsminister und des Großfürsten Cyrill Wladimirowitsch zum Cbes der Marineabteilung im Stabe der Flotte im Stillen Ozean.

(L) Newyork, 25. März. Ter frühere deutsche Offi­zier Otto Suermondt traf auf dem DampferKaiser Wilhelm der Große" hier ein, um dem Präsidenten R 0 0 s e- beit ein Handschreiben Kaiser Wilhelm? zu überbringen. Ter Inhalt des Handschreibens ist unbekannt. Tie Blätter melden, der Kaiser habe an die amerikanischen. Zollbehörden geschrieben und gebeten, den Ueberbringer des Briefes besonders fteundlich zu behandeln. Irgend' ein untergeordneter Beamter habe diesen Brief g e st 0 h - len, um ihn als Andenken zu behalten. TieNewyork Times" versichert, die Zollbeamten seien Über den Wunsch des Kaisers hinweggegangen und hätten den Offizier a. D. der Üblichen strengen Durchsuchung unterworfen.

-aubenhause.

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eine zerstückelte ntn em Schädel gtfunba, loben unb im ©ortend ichen. Croßmomt liott! gen ober kürzen fyil bt en Bigamie AM'- am 24. Jammter fo/fi heiratet Holm, M W?

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lick» Überhaupt keine haben wird, so sah sich doch die Spekulatton ,u Gewinnrealisationen veranlaßt. Die Gründe der Geldverstei- fung liegen hauptsächlich in dem außergewöhnlich ungünstigen VierteljahreSschluß, da er unmittelbar vor den Feiertagen liegt. Daß die Geldversteißing anhalten wird, ist um so unwahrschein­licher, weil die ausländischen Geldmärkte sehr willig sind.

Lederindustrie. In einer in Magdeburg abaebaltenen Ver­sammlung der freien Vereinigung von Lederiabrckanten Mittel­deutschlands wurde einstimmig eine vorläufige weitere Preiser­höhung für Leder und Abfälle von 5 Mk. pro Zentner und für CrouponS von 10 Mk. beschlossen. Eine demnächst stattfindende Versammlung sämtlicher deutscher Lederfabrikanlen soll weitere Preiserhöhungen beschließen.

Köln, 24. Mär^. Die Abrechnungsstelle für Ausfuhr in Düsiel- dorf teilt derKöln. Ztg/ mit, daß das Rheinisch-Westfälische Kohlenspndikat in Essen a. d. Ruhr, das Roheisensyn- d i k a t in Düffeldorf, der Verein für Verkauf von Siegerländer Roheisen in Siegen und der Stahlwerkverband in Düsseldorf sie ermächtigten, für die im zweiten Viertel d. Js. zur Ausfuhr gelang­enden Waren Ausfuhrgütungen bis zu nachstehenden Maximalsätzen zu bewilligen : Mk. 1,50 für 1000 Kilogramm Kohlen ufw., Mk. 2,50 für 1000 Kilogramm Roheisen, ausschließlich Vergütung auf Kohle und Roheisen, Alk. 20 für IWO Kilogramm Formellen einschließlich Vergütung auf Kohle und Roheisen. Eine 2lusfuhrvergütung auf Kohle, Koks usw. kann nur in grundsätzlicher Uebereiuslimmung mit dem Stahlwerkverband und den beiden Roheifenfyndikaten be­willigt werden. Es bleibt daher in allen Fällen die Entscheidung darüber, ob eine Vergütung gewährt wird oder nicht, vorbehalten.

New-Aork. 24. März. Die Passiven des f all i ten Baum wo ll-Spekulanten Sullys belaufen sich auf 4 Millionen Doll. Seine Gattin hatte ihr Haus sowie ihre Juwelen im Werte von 7« Millionen Dollar zur Verfügung gestellt, damit er sein Geschäft ausbreiten könnte. Sie zog jedoch dieses Anerbieten zurück, nachdem über das Vermögen Sullys der Kon- kurs verhängt wurde.

Sport.

Fern fahrt Frankfurt a. M.-Berlin für Motorzweiräder. Für diese vom Deutschen Raü- fahrerbunde aut 4. und 5. Juni zu veranstaltende Fern­fahrt ist soeben die Ausschreibung erfolgt. Die Fahrt geht über die Strecke Frankfurt a. M.GießenMarburg Kussel Münden Göttingen Northeim Elze Han­nover Peine Braunschweig Helmstedt Magdeburg BurgBrandenburgPotsdamBerlin. Sie wird zum Zwecke der Nachtruhe in Hannover unterbrochen. Tie Ab­fahrt in Frankfurt a. M. und Hannover erfolgt 5 Uhr vor­mittags. In Frankfurt a. M., Hannover und Berlin, sowie an mehreren weiteren Orten der Strecke werden Kontrollen eingerichtet. Dort sind Listen aufgelegt, in welche sich die Fahrer persönlich einzuzeichnen haben? Radwechsel ist nicht gestattet. Nur derjenige hat Anspruch auf Auszeichnung, der die Strecke mit dem von ihm gemeldeten, in Frankfurt plom­bierten Rad und auf dem vor geschrieben en Weg von Anfang bis zu Ende innerhalb der noch festFusetzerrden Zeit ^11^* legt. Nc"nn-!'uasschs"ff g'^ 10 ^-<7 n'~^ lIfir.

|u i)üren dadurch das rechte Auge verletzt, das; der damals brei- lkhr Jahre alte Gymnasiast Ludwig Mauel mittelst eines ge- M! nten Gummistreifchens einen Papierstreifen gegen ihn ab- schwellte und ihn dabei so unglücklich traf, daß eine Minderung des > Sehvermögens eiutrat. Tie von der Mutter des Verletzten, alslveffen gesetzliche Vertreterin, gegen den Vater Mauels aus Sarnb be§ § 382 bes B. G.-B. erhobene Schabenersatzklage würbe loio.'obl von dem Landgerichte zu Aachen, wie auch von dem Kölner lbmlandesgericht in der Berufungsinstanz als gerechtfertigt an- erfciiint Tas Oberlandesgericht ist der Ansicht, daß der Vater des Maciel auf Grund der ihm nach $ 382 des B. G.-B. Obliegenheit ülifHsiicht als Aufsichtsperson dafür verantwortlich zu machen fei, doßs sich sein Sohn im Besitz eines gefährlichen und in der Schule verbotenen Spielzeuges befunden habe. Von feiner Haftpflicht laut er sich nicht durch den Nachweis befreien, daß er es an der erforderlichen Aufsicht und Erziehung seines SohneS nicht 6abr fehlen taffen, und daß dieser auch in der Schule gutes Sehiagen aufweise. Eine vollständig entgegengesetzte Auffassung wrt itt das Reichsgericht, das am 11. Februar d. I. das Urteil de? iLberlandesgerichtes aufhob und die Klage abwieS. Es fiihrt au8: Die Aufsichtspflicht der Eltern über ihre Kinder ist in aus- reichender Weise erfüllt, wenn für eine gute Erziehung der letzteren Soriqe getragen wird; andererseits findet sie auch ihre Grenze in wirklich Möglichen. In dem vorliegenden Falle hält das Hcichsgericht es iticht für möglich, daß der Vater des Mauel ver- jintm-n konnte, daß sich sein Sohn in den Besitz des Spielzeuges Wc.

Kerichtssaal.

s. Gießen, 24. März. Vor dem Schöffengericht torn'effem waren die Kausieute F. und Kons, angeklagt, well sie p:en den § 26 der V -O. vom 8. Nov. 1903, den Verkehr mit kvreng stossen bett. § 367 2 R.-St.-G.-B. gehandelt haben sc len. AIS Zeugen waren zahlreich Schuler und Schutzleute er- kihenen. Das Gericht hatte Büchsenmacher A. Tickors-Gießen und rrchbindermeister Ad. Bourgeois-Gießen als Sachverständige, die tu geklagten den Pyrotechniker Geschäftsführer W. Grünewald vom fenüe W. Weiffenbach Stuttgart-Höchst-Unterliederbach geladen. -?ie Angeklagten wurden, weil sie in den letzten Tagen vor dem 8L. Dezember 1903 an verschiedene Personen, zum Teil auch an solche unter 16 Jahren, Lady Brekers, Frösche, Schwärmer der­lauft hatten, mit Strafbefehlen bedacht, gegen welche sie Einspruch erl eben. Tie Angeklagten stützten sich auf eine Erlaubnis von der Vollizei, sowie auf die von verschiedenen Gerichtshöfen gefällten llrtieile, daß Lady Brekers, Frösche rc. nur als Spielwaren zu be­trachten feien und das Abbrennen ausschließlich dem Zwecke ber Belustigung und Unterhaltung Unerwachsener und Erwachsener bienen solle. Ter Sachverständige steht nach einer genauen Ve rlegung de8 Sachverständigen Grünewald auf demselben Staud- pumft, da» man diese kleinen Feuerwerkskörper als Spielwaren behandeln muß. Der Sachverständige Bourgeois stellt sich auf euren anderen Standpunkt; er meint, daß diese Feuerwerkskörper siai ke4 Sprengpulver enthielten. Ter Vorsitzende verkündete, daß baü Urteil in 8 Tagen gefällt werde. Während der Verhandlung wurden Lady Brekers rc. abgebrannt, sowie mit Cracer Cauonen aeschossen, was von dem zahlreich anwesenden Publikum mit be- soMerem Jntereffe verfolgt wurde und den Sitzungssaal mit Pulve-- bampf füllte.

Oldenburg, 23. März. Wegen Beleidigung des oltanbiirgifdjen Justi^ministerS R u h st r a t durch ein Ge- bidot und des Amtsrichters Bolte durch den Vorwurf der ?a-rteilichkeit wurde der Redakteur des durch den vorausgegangen $rr-ue6 Biermann bekannten ,R e s i d e n z b 0 t e n", Paul Kruse, 111 drei Nlonaten Gefängnis verurteilt. Ter Verteidiger nruses, ein Rechtsanwalt auS Bremen, erzählte dabei u. a. fol- fleTubeS : In einem Bureau in Bremen fei eines Tages ein Kellner rcnuniuS erschienen und habe dort folgendes angegeben: Da er wenrere Jahre in Oldenburg im Ellersfchen Restaurant in Stellung oen'-efen fei, könne er folgende neuen Angaben machen: in dem iRetiauront feien drei Lokale, und zwar: eins für Offiziere, eins für Juristen und ein* für Privatleute. Ihn wundere am meisten, bas in dem ganzen Prozeß nie die Rede von diesem Lokal ge- weem sei, denn hier wurde auch sehr hoch gespielt, und zwar die Lustige Sieben, und der toll ft e Spieler war auf alle Fälle ber damalige Oberstaatsanwalt Ruhst rat, dem ich ver- schriedentlich Geld geliehen habe. Es wurde nicht nur seh! hoch, sondern auch sehr lange gespielt: oft bis zum a nBb e r e n Mittag, wenn schon die anderen Gäste zum Früh- schlvppen kamen. Ich muß entschieden bestreiten, wenn der Minister Ingi?, er habe nie geäußert, daß er kein Silber auf dem Tische bu tue. 9)1 i n i ft e r Ruhstrat schuldet mir sogar noch e r en kleinen Betrag. (Lebhafte Bewegung im überfüllten Zwü-örerraum.)