Ausgabe 
24.9.1904 Viertes Blatt
 
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Nr. 2ÄZ

Viertes Blatt.

Samstag £4. September 1904

Gießener Anzeiger

Erscheint tüylich mit Ausnahme des Sonntags.

Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.f« TeU Nr. 5L Telegr^Adr.» Anzeiger Gießen,

RotattonSdruck und Verlag der Brühl'sch« Unwersuätsdruckerei. R. Lange, Gieße»,

DieGießener Samilknbldtter* werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «.hesfilche Landwirt* erscheint moncttltch einmal

154. Jahrgang

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen

Kunst und Wissenschaft

Anfangs- u.

. 208.00

. 226.10

. 142.00

. 205.75

Schlußkurse. 208.90 225.75 142.50 205.50 214.25

Oest. Kredit. Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß .

Wkiverfijäts-Wachrichtm.

Ter langjährige Assistent des Geheimrats Henbner an der Kinderklinik der Charite in Berlin Privatdozent Tr. S t o e l z n e r hat einen Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Halle angenommen und seine Lehrtätigkeit dort bereits äu­ge treten.

Kerichtsjaal.

Marburg, 23. Sept. Magen fahrlässiger Tötung wurde heute der 18jährige Jagdpächterssohn Coster aus Löhlbach, der am 29. Juli einen sechsjährigen Knaben im Felde erschossen hatte, zu vier Monaten Gefängnis ver­urteilt.

Zündet und Ueriuhr. Volkswirtschaft.

Berliner Börse vom 23. September 1904.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel unb Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 31/* Prozent.

Harpener Bergbau . . 214.00

Tendenz: Ziemlich fest.

^valmaM

JTj) V flecht nur in versiegelten

Vgrünen fecketen a 30u50 PfgK_v Tötet sicher alle Insecten sammt Brut.

Millionenfach bewährt!

In Giessen zu haben in der Drogerie z. roten Kreuz von August Noll.

bildung ...

den ist, und bereu JahrosberickÄ uns äugcgannen ist, beziveckt die ~ ~ wirtschasttm-cr, besonders ktiufntün-

tigen Betriebsleitern, sowie der industriellen Ausbildung unter Kaufleuten; ferner die Förderung der Ausbildung von Lehrkräften für die gleichen Ziele. Diese Zwecke werden zu erreichen gesucht durch: a) literarische Tätigkeit in Schriften und Aufsätzen und Vorträgen; b) Förderung des Studiums an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften in Frankfurt a. M., sowie an der Vereinigung für stuatswisfenfchaftliche Fortbildung in Berlin; c) Förderung der Bestrebungen, die darauf gerichtet sind, ein für die Praxis der Industrie und Verwaltung bestimmtes grund­legendes wirtschaftliches Studium an den technischen Hochschulen einzuführen; bj Schaffung von Archiven und Spezialbibliotheken; e) praktische Unterweisungen und Hebungen in großtaufmännischen und groHindustriellen Betrieben außerhalb deren Geschästsstunden; f) Vermittelung von Gelegenheit, in großindustriellen und groß- kaufmännischen Betrieben praktisch zu arbeiten; g) Uebertragung von Arbeiten gegen Honorar an Personen, die ihre akademischen bezw. Staatsprüfungen mit Erfolg abgelegt haben und die sich zum Zwecke der Vorbereitung aus die Praxis von Handel und Industrie an der Akademie für Sozias- und Handelswifsenfchaften in Frankfurt a. M. während 12 Semestern Studien widmen. Mit diesen Arbeiten können auch Studienreisen verknüpft werden. Zu weiterer Auskunft wird das Sekretariat in Frankfurt bereit sein.

Juwelen, Gold, Silber sowie versilberte Waren, silberne und goldene Taschenuhren empfiehlt in reichster und modernster Auswahl vom feinsten bis zum einfachsten Genre

Juwelier Brück 7 Kreuzplatz 8.

Juwelen, altes Gold und Silber, äusser Cours gesetzte Münzen werden in Zahlung genommen sowie auch zu den höchsten Preisen angekauft.

Landwirtschaft.

Fran kfurt, 23. Sept. Die Kartoffelernte in der hiesigen Gegend wird auf 40 bis 50 Prozent der vor­jährigen Ernte geschätzt. In der Nacht vom 18. zum 19. September hatten wir3 Grad Reaumur. Durch diese ungewöhnlich früh eingetretene Kälte ist sämtliches Kar­toffelkraut erfroren und . die Hoffnung, daß die späb- reifenden Kartoffelsorten noch im Oktober die angesetzten Knollen ausbilden würden, vernichtet. Stärkefabriken zahlten bisher ab Verladestation 2,20 MI. pro Zentner, ohne Stärkegarantie, werden aber wahrscheinlich nach dem heutigen Frost auf 2,50 Mk. heraufgehen müssen, um Kar­toffeln zu erhalten. Der Spirituspreis von 57 Mark er­scheint darnach zu niedrig, denn nach Abzug der Brenn- steuer verwerte ich die Kartoffeln auch bei hoher Schlempe­berechnung nur mit 2 Mark piw Zentner in der Brennerei.

Der amtliche bayerische Saaten st ands- bericht für Mitte September ergibt folgende Durchf- schnittsnoten; Kartoffeln 2,87, Klee 2,86, Luzerne 2,42, Mesen 2,52 und Wein 1,57.

Aus säen von Rasen im Herbst. In den we­nigsten Fällen wird Rasen im Herbst ausgesäet: bei Neu­anlagen von Gärten ,usw., wo das betreffende Terrain im Sommer fertiggestellt wurde, sollte man aber im Herbst nicht allein schon Baume und Sträucher pflanzen, sondern auch schon an das Besäen der Rasenplätze gehen. Man ist dann nicht nur dieser Arbeit nächstes Frühjahr ent­hoben, sondern erzielt auch meist ein gutes Aufgehen des Grassamens, und während mau bei einer Frühlings­aussaat oftmals recht lange auf ein Begrünen der be- breffenden Flächen warten muß, ergibt die Herbstsaat mit dem Eintreten wärmeren Frühlingswetters schon einen, chönen, guten Rasen. Die Herbstaussaat ist jedoch nicht Pät vorzunehmen; die günstigste Zeit' hierzu ist der Sep- ternver. Die Bodenfläche ist vordem gut herzurichten, am besten ist, sie während des Sommers einigemal umzu­graben, einesteils, uni die Erde recht klar zu bringen, an­derenteils, um Unkrautsamen zum 'Aufgehcu zu veran­lassen und beim Umgraben wieder äu vernichten. Nach dem Säen des Grasisamens ist der Boden recht fest zu walzen oder durch Treten festzumachen, denn auf lockerem Boden geht der Sam-en nicht oder ntchst so gut auf, wie auf durch Walzen oder Treten gedichteten. Gegossen wird nach geschehenem Säen nicht, die besäete F-läche wird vielmehr ganz, der Witterung überlassen, und ein einziger durch/- dringender Regen hat gewöhnlich ein allseitiges Aufgehen des Grassamens zur Folge.

viel los; Herrenalb ist doch viel schjöner und Bietet mehr. Das bißchen Umgegend hat man ja überall, und davon braucht man doch kein Wesen zu machen."Aber das Schloß?" wagte einer der anwesenden Herren die Dame zu unterbrechen.Acht, Schlösser", war chre Antwort, die bleiben sich doch intimer gleich; bei uns auf den Gütern sind viel schönere, und wenn man das Berliner Schloß gesehen, kann einem ein anderes nicht imponieren. Schloß bleibt Schloß, und darum kam ich nicht her." Als ihr nun bedeutet wurde, daß es doch einen Unter­schied gebe, und sie auf Bilder des herrlichen Heidel­berger Schlosses aufmerksam -nachte, sagte sie:Da ist ja alles kaput, und die meisten Häuser haben kein Dach. Das ist ja so langweilig; nein, da gehe ich nicht hin, wissen Sie, ich bin für das Glanzvolle und Elegante." -Spruchs und rauschte hinaus,...

* Junge Eheleute, die erst feit einigen Tagen ins eigene Heim eingezogen waren, standen nebeneinander am Fenster und fdxiuten in den schönen Sommerabend hinaus. Die fried­lich Stille draußen, hatte auch die beiden stumm gemacht, und eine Weile hing jedes feinen eigener: Gedanken nach. .Plötzlich ergriff die Frau die Hand ihres Gatten und sagte in der ihr eigenen warmherzigen WeisesIch wünschte, ich könnte Dir ein­mal zeigen, wie lieb ich Dich habe. Weißt Du nichts, was ich für Dich tun könnte? Am liebsten etwas recht Schweres!" Der Mann zeigte sein ruhiges Lächeln, in dem sich feine Herzensgüte und fein fröhlicher Humor wider­spiegelten, And sagte dann:Ich wüßte wohl etwas; aber ich fürchte, es wird Dir zu schwer sein."Ganz gewiß nicht!" rief sie eifrig,sage nur, .was es ist! es wird mir gewiß ge­lingen !"Nun, so zeige mir immer ein freund­liches Gesicht: mag sch auch etwas verlangen, was Dir im ersten Augenblick nicht angenehm ist, mag ich einen Freund mit­bringen, wenn Du lieber allein wärst, oder daheim bleiben wollen, wann Du lieber ausgingst; mag auch der Braten angebrannt, die Suppe versalzen oder eine Schüssel zerbrochen sein! Solch kleine Verdrießlichkeiten sind leicht zu ertragen."Ach", antwortete die Frau lackend, ^,das ist doch nichts schweres,, das ist ja ganz selbstverständlich!"Ja, versuche nur einmal, ob Du es immer leicht finden wirst!" war die Antwort, und sie versprach es. Und er hatte wirklich recht, es war gar nicht immer leicht, dieskleine Opfer" zu bringen, wenn allerlei Verdruß und Aerger sie quälten, Kopfschmerz und Müdigkeit sie drückten. Doch sie kämpfte tapfer; sie gab nicht ihrem ursprünglichen Drange nach, sondern übte Selbstverleugnung, und wenn der Galle aus feinem schweren ärztlichen Berufe heimkehrte, empfing ihn kein Seufzen und Klagen, sondern ein liebes, freundliches Gesicht und ein teil­nehmendes Herz, das gern zuhören wollte. Und verlangte er etwas, was ihr im ersten Augenblick auch noch so unangenehm war, so überwand fie sich fllbft und dachte:Das find ja nur erbärmliche Kleinigkeiten! Wie kann man deshalb uneins fein?" Wie wohltuend erfrischend war das für den müden, ab­gearbeiteten Mann! Er freute sich jedesmal auf die Heimkehr und fühlte sich erquickt durch den Frieden seines glücklichen HauseS.

HllSM eng Den LteASkssmLsreMml der Stadt tzlttzru.

Aufgebote.

September. 17. Anton, genannt August Wagner, Schrein« dahier, mit Marie Weber hierfelbst. 17. Wilhelm Eduard Robert Philipp Nagel, Metzger dahier, mit Elisabeth Auguste Luise Kopge in Wetzlar. 19. Friedrich Karl Kormann, Taglöhner dahier, mit "Diane Elisabethe Röhrig hierfelbst. 19. Karl Hecker, Lokomotiv­heizer dahier, mit Frieda Lurse Emilie Bieler in Lippe. 19. Johann Heinrich Lemweber, Bahnarbeiter in Ruttershausen, mit Katharine Schmidt dahier. 20. Karl Ferdinand Bücking, Sattler in Alsfeld, mit Elise Rühl dahier. 20. Heinrich Lipp, Schneider in Lorsch, mit Katharine Mayer, geb. Schopbach, dahier. 20. Ludwig Lotz ITT,, Bahnarbeiter in Wleseck, mit Johanna Diehl dahier. 21. Wilhelm Berk, Vizefeldwebel dahier, mit Elisabeth Roth in Rodheim. 21. Ernst Stephan, Fabrikant in Karlshorst, mit Margarethe, genannt Emma Schmalbach in Lollar. 21. Alfred Otto Kühne, Sergeant dahier, mit Helene Schmidt hierfelbst. 21. Lottis Bellos, Maurer in Vetz­berg, mit Elisabeth Gröninger dahier. 21. Georg Gerhard Bernhard Blaivert, Buchbinder in Fronhaufen, mit Wilhelmine Elisabethe Freifchlad dahier.

Eheschließungen.

September. 18. Heinrich Schalch, Stationsgehllfe dahier, Ida Dieterich hierfelbst. 17. Ernst Töpfer, Schlaffer in Offen­bach a.M mit Anna Maria Schick dahier. 20. Jakob Steinmeyer, Restaurateur dahier, mit Diarie, genannt Anna Storck hierfelbst.

Geborene.

September. 12. Dem Schmied Karl Parr em Sohn, Ernst Karl Wilhelm. 12. Dem Taglöhner Ludwig Schmidt XII. ein Sohn. 13. Dem Feldbereinigungsgeometer Georg Ludwig Mayer ein Sohn, Georg Gustav. 13. Dem Taglöhner Wilhelm Hedderich em Sohn, Wilhelm. 15. Dem Maschinenschlosser Wilhelm Redenius eine Tochter. 15. Dem Spengler und Installateur Wilhelm Neu­weiler em Sohn, Wilhelm Friedrich. 16. Dem Maschinisten Hein­rich Eckhardt ein Sohn. 17. Dem Postboten Friedrich Schweitzer eine Tochter, Lina Elisabeth Katharine Marie. 17. Dem Schreiner Albert Donau eine Tochter, Anna Henriette Marie. 18. Dem praft Arzt Tr. Georg Kipper em Sohn, Peter Sam Adolf Georg. 19. Dem Postschaffner Heinrich Schmidt XIV. ein Sohn, Heinrich Karl. 20. Dem Hilfswageluneister Georg Heürrich Wenderoth eine Tochter. 20. Dem Buchbinder und Schreibmaterialienhändler Christian Franz eme Tochter, Elise Auguste Luise Emilie. 21. Dem Tapezier Otto Bingel ein Sohn, Karl Wilhelm Otto. 22. Dem Fabrikanten Friedrich Wilhelm Hornberger eine Tochter, Marie Bertha.

Gestorbene.

September. 17. Marie Emma Luise Walter, 3 Jahre alt, Tochter des Tapeziers Karl Walter dahier. 18. Friedrich Moritz Kahle, 56 Jahre alt, Hausvater in der Herberge zur Heimat dahier. 18. Friedrich Wilhelm Reibettng, 54 Jahre alt, Gensdarm i. P. dahier. 20. Ludwig Pirr, 53 Jahre alt, Metzgermeister dahier. 23. Hans Ferdinand Walter Schott, 4 Monate alt, Sohn des Kauf­manns Heiltrich Schott dahier.

Vevbrejtung und Förderung

irischer und iitouftrieller Kenntnisse im allgemcuitnt und in erster Linie unter Juristen (Richtern, Öiedkoamvultcu und Verwaltungs- beamtenj. Ingenieuren und Chemikern, wie überhaupt zukünf-

Wlilische Tagesschau.

Zwei Erklärungen.

R. Berlin, 23. Sept.

Für die Stellung der Parteien zu den Handelsver­trägen sind zwei Erklärungen führender Parlamentarier aus der längsten Zell bemerkenswert. Zunächst betonte Abg. Tr. -L-pa hn, der leitende Mann des Zentrums, in einer im Rhein­land gehaltenen, wohl als Programmatisch aufzufafsenden Rede, tot) denjenigen Staaten gegenüber, welche den Abschluß von Tarisverttägen ablchnen, die Meischegünstigungsllausel Wegfällen )fe, damit diese Staaten gemeint sind die englischen Kolonien nnd Nordamerika nicht weiterhin an Vergünsllgungen teil» nehmen, ohne Gegenleistung zu gewähren. Mit dieser Forderung nähert sich die ausschlaggebende Partei dem StandMnkt der Re ch t e n. Zweitens winkte dieser Tage Abg. Bebel vor ton in Bremen versammeltenGenosien" von einer Obstruk­tion gegen die Handelsverträge ohne weiteres ab. Tas ist eine charakteristischeMauserung". Denn nach den vorjährigen Neichstagswahlen erhärte Bebel in Karlsruhe:Wir wollen keine Handelsverträge, solange nicht der Zolltarif revi­diert ist, und wir sind stark genug, diese Revision zu erzwingen." Mit denrSchreckgespenst" des Zolltarifs hat sich danach Bebel Merraschend schnell abgesimden.^

Der Kampf nm die Hibernia.

tt Berlin, 23. Sept.

Gm Rattenkönig von Prozessen knüpft sich an die Hibenlla-Märe. Hätte diese Folgen der preußische Handels­minister vorausgesehen, er hätte sich tos Verstaatlichungsangebot -an die Bergwertsgesellschast wohl noch eine Weile überlegt, oder vorher behutsam sondieren lassen, wie sich die mafegebenben Kreise der Jnduiorie zu dem Projekte |teilen. Am 22. Oktober findet die neue Generalversammlung statt, in der nochmals über die Ver­staatlichungsofferte Beschluß gefaßt werden soll. Nun ist wieder die Tagesordnung der Generalversammlung Gegenstand eines neuen Streites! Die Dresdener Bank will über die Tagesordnung die gerichtliche Entscheidung an rufen, wellens der Hibernia ist zwar die Erhöhung der Zahl der Aufsichtsratsmit- glieder auf die Tagesordnung gesetzt, aber die neuen Dtänner sollen nicht gleich in dieser Generalversammlung gewählt werden. So wollen es Aufsichtsrat und Vorstand der Hibernia. Tas Antwortschreiben der Hibernia auf die Anträge der Dresdener Bank, die doch die Kulisse für den Minister Möller darstellt, ist in einem leise sarkastischen Ton gehalten. Keine Spur einer versöhnlichen Regung. Erbost bemerkt heute abend dieNordd. 'Allg. Ztg." zu der Ablehnung des Dresdener Bank-Antrages fol­gendes:Natürlich soll hierdurch nur der Eintrllt der Mit­glieder der Dresdener BanLgmppe und der Vertreter des Staates auf die lange Bank geschoben werden, daß womöglich inzwischen die gerichtliche Entscheidung über die Kapitalserhöhung falle, die int Falle der Anerkennung tos Stimmenverhältnis bekanntlich zugunsten der Verwaltung verschieben würde."

Die Gesellschaft für wirtschaftliche AuS- dung in Frankfurt, die im Juni 1903 gegründet wor-

vermischtes.

* Zwickau, 23. Sept. In der vergangenen Nacht stürzte in der Nähe von Niederhaßlau ein mll fünf Herren besetztes Automobil bei einer Wegbiegung um. Die Jn- sasfen wurden herausgefchleudert und das Fahrzeug zertrümmert. Die Kaufleute Franz- und Gerber-Zwickau waren sofort tot. Der Sohn des ersteren, Realschulabiturient Franz, Bahnhofs­wirt Klauß und Bahnassistent Schubert, beide aus Wilkau, wurden mehr oder weniger schwer verletzt.

* Hochemmerich, 23. Sept. In der vergangenen Nacht brach in einem von zwei Familien bewohnten Hause Feuer aus. Ein 70jähriger Greis und ein 10 Jahre alter Knabe kamen in den Flammen um, ein etwas älterer Knabe rettete sich durch Hinausspingen aus dem Fenster. Das Haus wurde eingeäschert.

* Paris, 23. Sept. Gestern begannen auf dem Mars- /elde die Versuche mit drahtloser Telegraphie von einem Fesselballon aus. Die Versuche ge­langen vollkommen. Die Verständigung mll Paris und Dijon war ausgezeichnet.

* Neapel, 23. Sept. Seit 48 Stunden ist der Vesuv wieder in Tätigkeit. Heftige Explosionen erfolgen fortgesetzt. Der Krater wirst glühende Felsstücke aus und man belnerkt in kurzen Abständen erdbebenähnliche Bewegungen der Erde.

* Das rechnende Pferd. Ein Gutachten über den Klugen Hans" auf Grund eigener Beobachtungen von Dr. Th. Zell. Berlin, Richard Dietze. 60 Seiten. Brosch. 1 Mk. Der Verfasser beschäftigt sich in seiner Broschüre mll dem Wunderpferd des Herrn v. Osten in Berlin, das be­kanntlich seit geraumer Zeit das Interesse der Fachkreise und der Laien in Spannung hält. Er untersucht zunächst ein­gehend die Frage, ob Tiere überhaupt zählen können, und begründet dann durch die ausführlichen Berichte über die fast ausnahmslos verunglückten Versuche, den Tieren ein gewisses Zahlenverständnis beizubringen, feine von dem Eigentümer des »Klugen Hans" abweichende Ansicht. So warm er einer­seits für Herrn v. Osten und den Afrikareisenden Schillings eintritt,^ und so eingehend er die Gründe darlegt, weshalb eine Täuschung ausgeschlossen sein dürfte, so scharfsinnig er­klärt er andererseits die richtigen Antworten des Hengstes auf fragen aus dem Gebiete der Rechenkunde aus anderen natür­lichen Eigenschaften der Pferde. Der Leser möge selbst die nähere Begründung Nachlesen, denn Zell hat über Farbensinn, Gedächtnis usw. der Tiere eine von der herrschenden Meinung gänzlich abweichende Ansicht, die er in der Broschüre fesselnd und überzeugend vorträgt.

* "3 lk b i n s o r s I l a n z v o l l e u n d E l e j a n t e." Weshalb man in manch<en Kreisen, nicht für bas Heidel- bergtr Schloß schwärmt, erführt man aus folg en dem helleren iBorlommnis, über welches dasHeidelb. Tagbl." berichtet: In eine Buchhandlung Heidelbergs trat dieser Tage eine elegant gekleidete trorbtoutschie Dame. Sie ver- larigte einen Hoskalender, b(ätterte darin, fragte nach allerlei Slaalskaleudern, augenscheinlich, um sich ein ge­wisses Ansehen zu geben, und Lnüpfte dann ein Gespräch an.He.tolberg", so sagke sie,ist aber recht langweilig, hisr ist, ja gerr nichts M se.hsn; ich glaubte, hier wäre

Prof. Hugo Heermann, welch,er seinen Kontrakt mit dem Tr. Hockiischen Konservatorium gelöil hat, bleibt trotz eines an ihn ergangenen Rufes nack Berlin in Frautfurt, um, wie derF. G.-A." miUeilt, dort eine Bio l i n s chul e zu gründen.