Ausgabe 
24.9.1904 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

154. Jahrgang

Samstag 24. September 1904

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** General-Anzeiger

Die heutige Mummer umfaßt 16 Seiten.

Zur Beteiligung

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n 5 ein 3 u g, in dem Prasi- cb. A^rshington zurückkehrtv. i Baltimorc cinltet b rad|

an der Rettnngsar worden.

* New York, bent Roosevelt langsam in einem

R. B. Darmstadt, 24. Sept. (Eigener Drahts bericht.- Der 2. Ausschuß der 2. Hess. Kammert tritt am nächsten Montag zur Wiederaufnahme seiner Sitz­ungen zusammen. ~(5r wird sich zuerst mit dem Gesetz­entwurf betr. die Schlacht'oiehverficherung, efrner mit dem Gesetzentwurf über die Forftverwaltung und die Neuregek- ung des Streuwesens beschäftigen. Die 2. Kammer wird auf eine Einladung des Finanzministers? am nächsten Donnerstag sich nach Bad-Nau-, heim begeben, um sich zu orientieren über die Vorschläge und Umbauten, die der bekannte Gesetze entwurf betr. die Schlachtviehversicherung, ferner mit dem Mark enthält. S. K. H. der Groß Herzog ist gestern abend 6 Uhr aus Oberhessen nach Schloß Wdlfsgarten zurückge kehrt.

die am 1. Oktober in Mainz stattfindet, steht auch die Er. richtung eines dritten Senats am Oberlandesgericht. Seit längerem wird in Anwaltskreisen die späte Ausnutzung der Ferien, die Hinausschiebung auf manchmal ein Jahr hinaus, schwer empfunden, und es ist Hoffnung vorhanden, daß durch einen dritten Senat ein Umschwung in diesen auf die Dauer unhaltbaren Verhältniffen eintritt.

Gießen, 24 September.

Der Herbst hat seinen Kops durch die Tur gesteckt. Mit seinem Eintritt beginnt auf allen Gebieten des öffentlichen Lebend ein neuer Abschnitt. Die Volksvertretungen des Kaiser­reiches, des Großherzogtums und der anderen Bundesstaaten rüsten fich zu frischen Kämpfen. Mit verdoppeltem Jntereffe verfolgt jedermann die Vorgänge auf dem Welttheater. Die

** Unterrichtskurse in kaufmännischer Buch, führung 2c. Herr Dir. Rud. Schreiber eröffnet in seinem Bahnhofstraße 7 (Restauration zum Schipkapaß) hier ge- , . legenen Unterrichtsinstitute die Schluß- Tag- und Abendkurse l* le für Herren und Damen jeden Berufs in Buchführung, Schön-

Nr. 225

9r|«eint täglich außer Sonntag*.

Dem Gießener Anzeiger werben tm Wechte! mit den, hessischen candwirt bie Siebener Familien« Wüter dermal in der Woche be,gelegt.

fRotattoiiSbrud u. Der» lag bei B r ü h l'ichen llnweff.-Buch-u. Stein* bruderei. St Bange, Redaktion, OxneöUkm und Druckerei:

Scholftratze 7.

Adresse tut Dei>eschen: Anzeiger Gieße».

^ernfvredianldiluB 9h 51.

* B er rin, 24. Setzt. Die Dtorgen blätter melden: Auf dem Gelände der Potsdamer Vorortbahnen entgleiste am Freitag abend ein terznq, wodurch eine erhebliche Verkehrsstörung auf der Strecke Potsdamer Babnhof-Licl> terfelde-Zossen vei'anlaßt wurde.

* Elberfeld, 23. Setzt Drei schwere V erbrechen brachen aus dem hiesigen Gericht Sgefän gnis aus; ihre Verfolgung war ergebnislos. Alle drei batten noch erhebliche Strafen zu verbüßen.

* Palermo, 23. Setzt. Auf der Fusel Ustiea wurden durch einen luftigen Sturm Zlchlreichtz Häuser zerstört. Eine Person würd'

Mainz, 23. Sept. In der heutigen Schlußsitzung des 12. Detegiertentags der Vereinigung deutscher Hebammen hielt Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Pfannenstiel- Gießen einen Vortrag über ,Händedesinfektion in der Heb- ammenpraxis*, und Dr. Th. Zlocisti-Berlin sprach über die Bedeutung und die Förderung des Stillens^. Medizinalrat Dr. Balser wies auf die Provinz Oberhessen hin, wo die Frauen ihre Kinder stillen. Trotz der abnormen H'tze im Juli und August sei dort die Sterblichkeit im Säuglingsalter nur sehr gering gewesen. Auch die Tuberkulose komme in Oberhessen nur in geringer Zahl vor. Der Nachmittag war VereinSinteresien ge­widmet, worauf die Tagung geschloffen wurde.

Hanau, 23. Sept. Die Stadtbibliothek ist im Juli in die neuen Räume der alten Zeichenakademie über- gepedelt. Die Stadtverordneten genehmigten gestern die Ein­richtung eines Lesezimmers, für deffen bauliche Her­stellung die Mittel bereits bewilligt find. Die einmalige Aus- >gabe beträgt 1OOO Mk., an dauernden Ausgaben sind not­wendig 600 Mk. Die Verwaltung des Lesezimmers soll dem Vorstand der Allgemeinen Lesegesellschaft unterstellt werden, dem auch die Stadtbibliothek untersteht. Das Lesezimmer soll geöffnet sein am Dienstag, Mittwoch, Samstag und Sonntag von 7 bis 9/s Uhr abends und am Sonntag von 11 bis 1 Uhr mittags.

* Hanau, 23. Setzt. In der verflossenen Nacht er* brachen DrebedieKantineder Ulanenkaserne, meißelten den Auflatz vom Schrank ab und stahlen daraus den gesamten Barinhalt im Betrage vcm lOOO Mk. Von den Dieben hat man noch keine Spur.

Homburg v. d. H., 23. Sept. Der nnnänische Ministerpräsident Sturdza, der nnnänische Gesandte in Berlin, Baldiman, und Generalkonsul Stemrich sind heute abend nach Berlin abgereist, von wo sie nach zweitägigem Aufenthalte nach Rumänien weiter zu reisen beabsichtigen. Zwischen dem Reichskanzler Graf v. Bülow und dem Ministerpräsidenten Sturdza sand heute eine nochmalige Be­sprechung statt.

monatlich 75 P1^ otertd» jährlich ML. 1*20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 M.; durch die Post Mk.2. viertel- jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« iür bie Tage-nurnm« bis vormittag- 10 Ufo LettenvretS: lokal ILPf^ auSioärlS 20 Pfg.

Verantwortlich »flt ben poltt und allgem. teil P. Witiko; für «Stadt und ßantr und .GenchtSjaal*: August Goetzfür den An- zeigenteil: HanS Beck.

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ipfoit nach dar Insel gesandt

Allen Vorgängen auf den Gebieten der Wissenschaften und der Künste widmen wir unser besonderes Jntereffe. Die Aufführungen unseres Theaters finden regelmäßig eingehende Besprechung. Die wifferijchastttchen Kongresse werden in ausführlichen Artikeln von Fachleuten behandelt. Außerdem beginnen wir in dem Fenilleton unseres Hauptblattes mit dem Abdruck eines großen Romans aus der Feder des Militär- und Romanschriftstellers Oberleutnants a. D.

Otto Elfter: Der Ring.

In der Unterhaltungs-BeilageGießener Familien­blätter" beginnen wir in den nächsten Tagen mit dem Abdruck eines ungemein spannenden, in einer kleinen Garnisonstadt spielenden Romanes von der allgemein? beliebten Schriftstellerin

M. v. Eschstruth: Aus Liebe, i

Der Gießener Anzeiger ist ein reichhaltiges und doch billiges Blatt, das an Gediegenheit von keiner Zeitung Heffens und der Nachbarstaaten übertroffen wird.

Für unsere Abonennten haben wir eine sehr genaue Wandkarte von Hessen herstellen laffen, die zum Preise von nur Mk. 1.00 zur Ausgabe gelangt.

Wir laden zum Abonnement für daS letzte Vierteljahr ein mit dem Bemerken, daß unsere sämtlichen Zeitungsträger, Zweigstellen, Vertreter und alle Postanstalten schon jetzt Be- tellungen entgegennehmen.

** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse wurden folgende Gewinne gezogen: 30 OOO Mk. auf Nr. 33462 (nach Detmold), Gewinne von 2000 Mk. auf Nr. 8136 9156 9193 16146 19947 26080 26191 26284 28626 31586 37206 40139 40900 41950 42748 48217 50773 60297 61676 61701 64280 69709 72987 90068 90264 91152 97064 98863. Ohne Gewähr.)

Anteilnahme an dem Schaffen der Wissenschaft und Industrie wird wieder allgemein. Mehr noch als in der Stadt wächst ans dem Lande das Jntereffe am öffentlichen Leben. ~

tritt aufs neue in ihr Recht. Ischnellschreiben, Korrespondenz, Wechsellehre,' kaufmännischem Wm laden daher von neuem zum Abonnement auf den Rechnen, Maschinenschreiben -c. Die Kurse verfolgen den Cvf 14? 11?Zweck, Herren sowie Damen jeden Standes in ihren freien re Stunden, bei Tag oder Abend, also ohne jede Berufsstörung, zu

em. Emer Darlegung seines Programms oder Anpreisung tüchtigen Bureaubeamten, Buchhalterinnen, Korrespondentinnen, seines Inhaltes bedarf es nicht. Er ilt anerkanntermaßen die Kassierer, Maschinenschreiberinnen schnellstens heranzubilden, größte, von reiner Partei abhängige, für die sowie den jungen Leuten nach Absolvienmg des Kursus zu Versöhnung der Gegensätze zwischen Stadt und einer ihren Kenntniffen entsprechenden Stellung behilfltch Land emtretende, die berechtigten Fntereflen von In- zu sein.

dustrie und Landwirtschaft nach Möglichkeit fördernde Nidda, 24. Sept. Die Erweiterungsbauten Provmzzeltung. unseres Bahnhofes werden zum 1. Oktober noch nicht

Die sehr umfangretche, ber großstädtischen Presse fertig. Der Wartesaal 3. Klaffe wird in den größeren Neu- durchauS gleiche p ar la m entart sch e Berichterstattung bau auf der entgegengesetzten Sette verlegt, während der erfolgt auf schnellstem Wege . Em ausgedehnter Mitarbeiter- jetzige Wartesaal zu Bureauräumen eingerichtet und daran Itab ennöglicht bte sorgfältigste und umfassendste Bericht- anschließend ein Neubau zu einem Bureau für den Vorsteher erstattung aller Ereigmffe m Stadt und Provinz./in der errichtet wird.

Landes- sowie der Reichshauptstadt. Das polstischtz Leben HeffenS, Deutschlands, der ganzen Welt spiegelt sich in den spalten des Gießener Anzeigers. Nicht Sensation, Popularitäts­hascherei und Schlagwortpolitik, sondern Sachlichkeit und Umsicht bilden die Richtschnur, an der der Gießener Anzeiger seine Leser durch das Labyrinth des öffent­lichen Lebens zu führen sich bemüht.

** Die PolizeiVerordnung betr. das Aus- melken der Kühe vor dem Auftrieb auf die Vieh- mar k t e. Wie wir hören, ging unter dem 24. d. M. den Vertretern der Viehhändler folgendes Schreiben des Oberbürger- meiiters Mecum zu:Herr Provinziakdirektor Dr. Vreidert sagte mir gestern, er habe wegen Aenderung der Polizeiverordnung betreffend das Ausmelkeu der Ml-e vor dem Auftrieb auf dem Gicj^ner Vichmarkt auf dem Ministerium des Innern vorge- tzrochen. Eine Aenderung sei von vornlrerein abgelehnt worden, weil eine gleiche Bestimmung in 1 hessischen Kreisen (von 18) und im ganzen Regierungsbezirk Koblenz in Kraft sei. Der Erlaß dieser Bestimmung für den Regierungsl>ezirk Koblenz habe xn Anlaß gegeben, sie auch in Hessen einzuführen: nur in den Kreisen Darnffiadt und Groß-Gerau bestehe sie noch nicht, auf den dortigen Märkten werde aber Melkvieh nur in geringem Maße I aufgetrieben. In Mainz, wo die Verordnung schon länger be- tehe als in Gießen, seien trotz der großen dortigen Märkte Ve- chverden über dieselbe nicht bekannt geworden. Härten in der Anwendung der Verordnung sollten vermieden werden. Ich habe aus den Mitteilungen des Herrn Provinzialdirektors den Eindruck gewomten, als ob alsbald eine authentische ErNärung dahin zu erwarten sei, daß nicht ein vollständiges ?lusmelken der Kühe gefordert wird, sondern nur soweit, daß der Euter nicht., gespannt ist". Da hiernach die gleiche Bestimmung wie in Gie):an schon für mehrere andere große Märkte ohne Bean- tandung in Geltung ift. steht wvhl zu erwarten, daß Sie Ihre Herren Koll'gen veranlassen, daß dieselben den Gießener Markt in der bisherigen Weise besuchen.

** Ein dritter Senat am OberlandeSgericht. Ans der TageSordmmq der Jahresversammlung der An­walts kammcr des OberlandeSgenchtSbezirks Darmstadt,'

Aer Stvet Zwischen Japan ttttb Rußland. Erzählungen einer Dame au8 Port Arthur.

, 31t Begleitung des russischen Leutnants Prinzen Rad- ziwill traf in Tschifu die erste Dame ein, die den Versuch gemacht I)aL die jatzanische Blockade zi> dirrchbrechen, seit­dem disse in schärferer Form durchgeführt wird. Die Dame ist eine an einen russischen Offizier verheiratete Engländerin, Frau Krawtschenko. Da die beiden an Bord der Dschunke befindlichen Offiziere wichtige Depeschen des Generals Stössel bei sich trugen und verkleidet waren, lag natürlich die Gefahr nahe, daß die Dschunkeninsassen von den Japanern als Spione behandelt werden würden. Ms der Neutersche Korrespondent in Tschifu die Dame aufsuchte, um sich von ihr Mitteilungen aus dem Leben der Be­lagerten machen zu lassen, fand er sie von den 'Aufregungen! der Reise zu sehr angegriffen. Erst später erholte sich die Dame und erzählte ihre Flucht aus der Festung, wie folgt:Wir verließen Port Arthur am 15. September, abends 8 Uhr, mit günstigem Winde, der aber bald nachher Umschlag. Das Mondlicht zeigte uns eine große Gefahr in Gestalt der ersten Linie der blockierenden Flotte. Wir ge­langten glücklich hindurch und kamen bis in die zweite Linie hinein, da Wolken den Mond verdunkelt hatten. Die japanischen Scheinwerfer warfen ihr Licht nach allen Seiten, trafen dabei aber zufällig unsere Dschunke nichi. Plötzlich entdeckten wir eine andere Dschunke mit japanischer Mann­schaft, die wahrscheinlich aus Seeräubern bestand. ES ge­lang uns, ihnen einen Vorsprung abzugewinnen. Um 6 Uhr morgens sahen wir ein Schifl in unserer Richtung heran­dampfen. Es sah aus wie ein Kreuzer, und ich war furcht­bar erschrocken. Prinz Radziwill imd Leutnant Ehristoforow gingen unter Deck. Ich ftredte m^zch aufs Teck aus und wi> *he mit schmutzigen Decken zugedeckt, während sich Ehi- auf mich setzten. Ich erstickte beinahe, denn diese hielt fast eine Stunde lang an, und ich habe niemals t , rzlicheres Dankgebet gestammelt, als in dem Augen­blicke, wo ich hörte, daß das heran kommende Schiff ein Schiff des Roten Kreuzes sei, dessen Kapitän absolut nicht die Absicht hatte, uns zu durchsuchen."

Kampfe in der Mandschurei.

Mukden, 23. ©ept. Eine offensive Tendenz der Japaner macht sich jetzt allgemein bemerkbar. Auch (Serie1 il M i s chts chen ko war gestern wieder ange­griffen worden. Hier steigt täglich ein großer Fessel­ballon auf zur Beobachtung des Geländes. Am 22. Septbr. wurden neun Tschuntchusenführer hingerich­tet, wobei die russische Militärbehörde vertreten war.

D^okio, 23. Sept. (Reuter.) Ein amtliches Tcle- jratnl.n meldet, daß am 20. September bei den Städten Taliug und Sanlungku, 60 Meilen nordöstlich, von Liaujang, gekämpfu wurde. Eine japanische Abteilung marschierte am 20. <Äptember durch Hsientschung und griff die gegenüberstehende feindliche Streitmacht an. Diese bestand aus einer Kompagnie Infanterie, einer Ab­teilung Reiterei und einem Maschinengewehr, sämtlich in Taling, und einem Bataillon Infanterie, 500 Mann Ka- vall. rie, sechs Schnellfeuergeschützen und einem Maschinen- g chr, die in Salungku, acht Meilen nördlich von Ta- liM, standen. Der Feind wurde nach Norden ver­

trieben und ließ 19 Tote auf dem Kampfplatze zurück Die Japaner, die einige Beute machten, hatten ge­ringe Verluste.

Petersburg, 23. Sept. Ein Telegramm des" Ge­nerals Sacharow an den Generalstab vom 22. September rncldet, daß das Vorrücken der vordersten Truppenteile des Gegners nördlich des Dorfes Bianiupusa auf dem Wege nac^..Fulin bemwkt wird.

-Petersburg, 23. Sept. Ein Teil der Truppen des Ge­nerals Rennenkamp hatte am 21. d. M. ein Vorpo stenge­secht mit den Japanern, wobei zwei Offiziere und acht Mann fielen und drei Offiziere und 29 Mann verwundet wurden.

London, 23. Sept. (Reuter.) Ein Telegramm aus Liverpool besagt,, russische Agenten entwickelten in letzter Zeit lebhafte Tätigkeit und bieten den Reedern dreißig Schil­ling für bie Tonne Kohlen an, drei Prozent bei der Abfahrt nach Ostasien, 15 Schilling per Tonne, wenn sie die Blockade auf dem Wege nach Wladiwostok glücklich durchbrochen haben. Die Liverpooler Firmen gehen allgemein der Sache aus dem Wege; allein einige Schiffe mit Kohlenladung wurden zunächst nach Hongkong abgesandt; ihr Endziel wird geheim gehalten.

0 o N , 23. Sept. Tie Blätter veröffeutlichen eine Peters- surrer Drahtung, wonach in der gestern abgehaltenen außer- orbcntl ijj ien Sitzung der von der russischen Regierung eingesetzten Kon Mciiwn zur Fe'ftstellung ds Begriffes Kontrebande entschieden wurde, oag Kohlen, Baumwolle und EisenalsKriegs- k o n t r e b a nde erklärt werden sollen. Mehrere englische Blätter erklären, daß diese Entscheidung gegen die von der britischen Regierung ausgestellten Forderungen verstoßen würde.

Madrid, 23 e>ej>t. Ter englische DampferKirkwall", der unter seinen Kohlen angeblich Kanonen für Japan an Bord haben soll, verließ, schwarz angestrichen, ohne Lotsen nächt- licherweise Vigo. ___________

Keer und Flotte.

Bei den Aushebungen für die Flotte für das Jahr 1905 soll der Mannschastsbesiand des Militärpersonals aus 40000 Mann gebracht werden, was seit dem Jahre 189b eine Verdoppelung bedeutet.

Amlr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Kllche uni) chure.

~ Der preuß. Kultusminister Studt sagte in einer Audienz dem Bürgermeister von Saarbrücken die Er­richtung eines paritätischen Lehrerinnen-Seminars zum 1. April 1905 zu.