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23/07/1904 Zweites Blatt
 
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Nr. 171

erl^tlüt «Laktch außer Sonntag».

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Krsssichrn Landwirt die Gießener Familien» Blätter viermal in bet Woche beigelegt.

Rotationsdruck il Der- lag bet BrÜ h l'ichen Univerl.-vuch-u.Steiw' bruderet. 8t Längs.

Redaktion, E^veduio« und Druckerei:

SidutVeaKe 1«

EvfteS Blatt.

154. Jahrgang

Samstag 23. Juli LV04

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öei«thrttli monaluch7b PI ^viertel- jfißrhd) Mk. 2.20; durch Aohoke- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2. viertel- jahrl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für bte TageSnummer bis vormittag- 10 Uhr. ßeüenpret«: lokal 12Pf^

du6roärti 20 Pfg.

Verantwortlich fflt den poltt und allgem. Dell U Witiko: für Stadt und £anb* und .GerichtSsaal*: August Goetz; für den An- -eigenteil: Hans Beck.

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Der Aar ju Kaufe

Mein' Glück ward geboren in 92arfrt, mir im Dunkeln

-*i(f)tefen Kreisen gilt als wahrschein- ntschen Regierung wegen der Beschlag- fe an Bord des PostdampferSPrinz erhobene Beschwerde von russischer 'n b e Lösung erhalten wird. Wie ie Durchsuchung deS deutschen Post- eutralen Zone, sondern auf hoher See

cd*. Dieses ging darauf am 21. d. M. nglische KreuzerVenuS^ ist in und sofort in den Kanal eingelaufen telmeer-Geschwader ist in Alexandria

Halrn- unler-

erhauS erklärte, nach einer Londoner R., auf eine Anfrage Premierminister ung habe keinerlei Mitteilung amt- zMalacca"-Angelegenheit zu machen, ich nach der neuesten Meldung deS >ch nicht geklärt. Wettere Nachrichten en.

des Aeußern, Lord LanSdowne, .chmittagS Audienz beim Könige.

Nowoje Wremsa^ vom 21. d. M. t Eindruck deS russischen Verfahrens öostdampferPrinz Heinrichs abzu- auf die von Rußland zu Beginn des

Krtrcideroll.

Gießen, int Juli 1904.

Nach unserer heutigen Kenntnis von dem Getreideroste gibt es davon drei miteinander verwandte, aber nicht utiteinander gleichbedeutende Reswarietäten, von denen

heAllgemeineZeitung* schreibt: des deutschen Konsuls in Aden Vorgang bei der Beschlag-- stücken auf demPrinzen nSmolenSk^ folgendermaßenr auf offener See auf der Höhe von 2 Offiziere und 20 Mann von dem * Bord. Die gesamte Post wurde äcke ftir Japan mitgenommen. Nach ipitänS deSSmolensk" an den Ka­tt die einbehaltene Post zur Weiter- mrde, sind dieser Post zweiPacketv o e n, die von einer deutschen -2 an eine japanische Adresse .eben waren.

ung der russischen Regierung e zu der Beschlagnahme der Postsacke iegt zur Stunde nicht vor. -ich, daß der deutsche Botschafter in Lambsdorff mündlich die Erklärung ff werde bei den in Frage kommenden die Angelegenheit so schnell wie mög-

im ersten Lebensjahre ein wenigstens zwei Pfund höheres Gewicht als gleichaltrige gerupfte Tiere. Gleicht der Ge­winn aus den Federn etwa 30 Pfg., so ist der Erlös für zlvet Pfund Fleisch und Schmalz mindestens doppelt so hoch!

Der Gesamterlös aus allen wirtschaftlich verwendbaren Federn wird bei einer jungen Gans auf 1 bis 1.50, bei einer alten auf 1.50 bis 2 Mark berechnet.

Man sieht, daß man bei der Zucht auf die Feder nicht allzuviel herausschlagen kann. Es ist lohnender, die Gänsezucht aus Fleischproduktion anzulegen.

und ftancu und finden auf Erden nickt Stätte nock Ruh." Diese Verse, die Zar Nikolaus IL selbst geschrieben hat und die auch in der Ikbcrfeßunp den Sckinerz wiederspiegeln, der die Seele deS Herrschers erfüllt, bilden den Schluß eines sein interessanten Artikels tuCassell'S Magazine" über den Zaren. Per Verfasser gibt Ausschlüsse über das Leben und die Gewohnheiten deöHerrscl>erS aller Neusten". Der Zar hat

hat es geblüht. die Freude floh meine Schritte; nun wandle ick ui übe in Dämmerung dahin. Die Seele tastet in trüben Drumnen. Durch ungewisse Nebel hin und rnbe- los irren meine Gedanken, sie flehen und beten, und leiden

hatten uhl> m; mun, um mcyr erroa utqvn octuaun uur kommen zu lassen, ausdrücklich sagen, daß eS die unschuldigsten Gegenstände von der Welt waren: Blumen, Landschaften Tiere und Menschen sie waren von solider Zeichnung und Aussührmtg und ruhig harmonischer Farbe ein tiefes, sattes Grün mag vorherrschend gewesen sein. .Ich sah ein. daß ich nicht länger in Karlsruhe bleiben durste; die Gesellschaft nannte einen ge- ttnffcn Salat TTyomafnlat, ich wußte die Zeichen der Zeit wohl tu deuten; wohin gehen, wußte ich freilich jetzt wieder nicht. Sjch wehren gegen diese öffcittüdbc Meinung wäre H"ftnn ge­wesen dumm war ich gerade nie und still aus dem Wege

*) Das Heft enthält außerdem Beiträge von Carl Adolf und fcanti Cornelius, Adolf Hildebrand, Felix Mottl, Paul Marsop, ?. ri1 brkß Wauurtn , Wilhelm n. Scherfs, Henrv Thode, Wilhelm 3 rubr er, Leopold -Heber. (Jahresabonnement Mk. 12. Ouarlals abonnement Mk. 3.60, daS Ein zeihest Mk. 1.500 Verlag der Süddsntschen Monatshefte (Georg Müller) in Münck^n und Leipzig.

<lt", das überhaupt heute iontrrtb cmf bezieht ans den öffentlichen Einnahmen Millionen Mark, das in monatlichen der russischen Reichsbank für ihn ein- «önliches Einkommen ist noch drei bis der Ertrag seiner Zivilliste. Er hat Schlössern und Gütern; er hat eine sonst jemand auf der Welt: mehr al» Winken, und seine Marställe enthalten stellt gewöhnlich irm seckis Uhr auf und t Schinken und Eiern, Brot mit Butter s nach englischem Muster von einem t ist; dazu Tee. Das rusiische Herr­eine ausgesprochene Vorliebe für eng- halten die englische Kucke für die beste, scheu Sprache zur Unterhaltung, uni) r englischen Prinzipien erziehen lassen, et sich der Zar sogleich eine sehr schwere raucht dann fortwährend bis zum Schla- rzte ihn immer wieder auf die Sck-äd- rueßend aufmerksam machen. Um 7 Uhr ottsck, um seine vielfachen Pflichten als Tbmiral, höchster Kirckenfürft und Ricktcr okumente gehen so jeden Tag durch seine etwas reichhaltiger alö daS Frühstück.

llvres; dann Suppe, eine Fleischspeise süße Schüssel, etwa so wie die besseren Da englisch gesprochen wird und die rvon nichts versteht, so ist die Unter- wungen. Nack dem Lunch widmet dei­ner Erholung. ,DaK Diner besteht aus deren Zubereitung auck mehr nahrhaft, ch ist, als für feinschmeckerisch vev-

1. der Getreiderost auf Weizen, Roggen, Gerste und Hafer schadet, der Blattrost auf Weizen, Roggen und Gerste und 3. der Hafer- oder Kronenrost auf Hafer vorkommt.

Der Getreidehalmrost bildet anfänglich rostrote, später tiefschwarze, länglich strichähnliche Sporenhäufchen auf dem Halme von oben bis unten, außerdem auch auf den Blättern; der Getreideblattrost bildet rostrote Häufchen von runder oder eiförmig ritnder Form, während sich später Häufchen der gleichen Form von grau-schwarzer Farbe zeigen; beide Formen von Sporenhäufchen finden sich aber im Gegen­sätze zum Getreidehalmroste fast nur auf den Blättern und kaum auch auf den Halmen vor. Ferner sind die grau- schwarzen Hänschen des Halmrostes, woher auch ihre weniger tiesschwarze und grauschwarze Farbe herrührt. Ter ~ rost ist in seinem Aenßern dem Blattrost ähnlich, scheidet sich aber von demselben dadurch, daß er nur auf Hafer und nicht auf anderem Getreide zu finden ist, und daß er sich auch auf andere Getreidearten nicht über­tragen läßt.

Die Sporen der drei genannten Rostarten sind von einander so verschieden, daß man auch an ihnen die Rost­arten sehr Wohl unterscheiden kann: indessen bedarf man zu ihrer genauen Betrachtung eines guten Mikroskopes und der Kenntnis von dessen Handhabung, sodaß diese Unter­scheidung und Feststellung des jeweilig vorliegenden Rost­pilzes schon vollständig ausreichen.

Die Rostarten bilden Wintcrsporen, welche in den Sporenhänfchen zu finden sind, während die Sommer­sporen, die zwar den Winterfrost nicht vertragen, die aber im Sommer der Weiterverbreitung auf andere Pflanzen dienen können, in den rostroten Sporenhäufchen zu finden sind. Die Wintersporerr werden erst im Frühjahr keimsäi.ig, können aber sich nicht a'us Getreide entwickeln, sondern bedürfen dazu gewisser anderer Pflanzen, der sogenannten Zwischenwirte: erst von diesen ans können die Rostsporen tvieder aus das Getreide übergehen und darauf von neuem denRost" erzeugen. Indessen macht der Getreideblattrost eine Ausnahme hiervon in der Weise, daß seine Sommer­sporen besonders widerstandsfähig sind und auf einem GraseBromus mollis" überwintern können, um von dort aus im Frühjahre wieder aus Getreide übergehen zu können.

Wenn die Rostpilze das Getreide befallen haben, so kann man gegen sie keine praktisch durchführbaren Be­kämpfungsmittel in Anwendung bringen: Besprengungen der ganzen Früchte mir chemischen Mitteln zur Vertilgung des Rostes sind viel zu teuer und dabei in ihrer Wirkung recht unsicher, sodaß sie keineswegs angeraten lverden können.

Daß die Düngung mit viel Stickstoff bei üppiger Vege­tation die Rostbildung begünstigen kann, nehmen 'wir zwar an, indessen ist dieser Einfluß nicht ein so ausschlaggeben­der, daß man Um deswillen von jeder Stickstoffdimguug abrateu dürste; man kann nur raten, mit Stickstoffdüng­ung vorsichtig zu sein und in feuchten Lagen, die dem Roste oft sehr ausgesetzt sind, diese Vorsicht zu verdoppeln, auch womöglich durch eine weitere Drillweite oder durch schwächere Saatmenge einer zu massige)! Entwicklung ent­gegenzuwirken.

Dagegen kann man mit Erfolg dem Roste entgegen­wirken, lveun man die Zwischenträger entfernt und deut Schädling dadurch die Neuentwicklung im Frühjahre er­schwert.

Als Zwischenträger für den Getreidehalmrost kommt die in der Schweiz wild tvachsende, bei uns hi Zieranlagen

schuld die gewissermaßen über mir schwebte und an die ich erst wieder backte, als ich im Jahre 1899 gegen alles Erwarten und Denken als Direktor nach Karlsruhe berufen wurde.

Davon vielleicht spater einmal."

wandte Tiere, ferner ein kräftig gebauter, gesunder und mutiger Gänserich, der im Alter von 2 bis 4 Jahren in der Fortpflanzung am meistert leistet, und eine große, fleischige, aber rncht zum Fettwerden neigende werbliche Gans zu bevorzugen. Ein Gänserich darf nicht mehr als vier, im Höchstfälle fünf Gänse haben. Die Zahl der Gänse zum Gänserich ist aus dem Lande aber oft höher, daher werden die Eier schlecht beftuchtet und die Micken-unge­nügend entwickelt. Die Zuchtgärtse dürfen älter fein als die Gänseriche, doch nicht über 10 Jahre. Das beste Alter für das Fortpflanzrlrrgsgeschäft ist zwischen 2 und 4 Jahren.

Die Mästung der Gänse erfolgt auf verschiedene Meise. In Deutschland macht man die Gänse, nachdem man sie während ihrer Fvrtpslanzmtgsperiode, resp. die Heran­wachsenden Jungen gut und reichlich, aber nicht vorzugs­weise mit fettbildenden Futterstoffen ernährt hatte, meist mit Hafer ober Gerste und mit Möhrenk örn e r fe t t" und stopft oder nudelt sie dann erst mit den bekannten aus Hafer-, Gersten-, Mais- oder Buchweizenwehl, resp. -Schrot und heißem Wasser oder Milch hergestellten Rudeln oder Wolgeru. BeimKörnerfettmachen" läßt man die Tiere nicht mehr den ganzen Tag über frei herumlaufen, son- bern hält sie in engen umfriedigten Räumen, aber nicht in einem engen, dunklen und schmutzigen Stall. Ist der Stall hell und warm, so bleiben die Gänse den größeren Teil des Tages darin, dürfen aber über Mittag in den engen Hof an die frische Luft. Das schwerstwiegende Hafer­korn ist das zuträglichste, allerdings auch teuerste Mast­futter. Man kann auch zuerst zu steifem Brei gekochte, mit einander vermengte Kartoffeln, Möhren (Minkel-, Wasser­oder Kohlrüben), Erbsen usw. verfüttern. Rach acht Tagen gequellte ober gekochte Gerste pro Gans wenigstens eine handvoll. Rach weiteren acht Tagen wieder das Kartoffel­gemenge und gebrühtes Gerstenschrot. Diese Fütterung wird bis zum Schlachten der Tiere fortgesetzt. Man wechselt ab mit Körnerfutter, wenn die Freßlust der Tiere nachläht. Die regelmäßige Darbietung von kleinkörnigem Kiessand Baumörtel wie reiche Mengen guten lauwarmen Sauf­wassers dürfen nicht fehlen. Diese Mästung ist nicht so teuer wie die mit reinem Haferkorn. Die Mastrcife wird jedoch fast ebenso gut und das Fleisch schmackhaft. Das Fett wird vorzüglich und nicht so dünnflüssig wie bei der teureren Mast. Das Einzwängen derGänsein enge Käfige und das peinliche Stopfen oder Nudeln sind un­erhörte Tierquälereien, die besser unterblieben. Die Stopf mast bringt übrigens nur viel Fett, aber nicht wie die beschriebene Körner- oder Weichsnttermast große Mengen schmackhaften Fleisches.

Bei der Stopfmastperiode werden anfänglich 8 bis 12 Nudeln von Fingerdicke und ZZenttmeter Länge alle 3 Stunden in den Kropf gestopft. Ist der Krovf noch voll, so muß gewartet werden. Allmählich werden immer mehr Nudeln den Hals hinunter gezwängt, bis nach vier Wochen die mißhandelte Gaus völlig fett gemästet und ana) meist dem qualvollen Erstickungslode so nahe ist, daß mit dem Schlachten des Tieres nicht lange mehr gewartet Lverden darf. Vertragen die Gänse das Nudeln nicht, so soll man es rechtzeitig einstellen, sonst krepieren die Tiere. Am beftenist es, wenn man die Tierschinderei des Nudelns ganz unterläßt!

Eijie verdammenswerte Tierquälerei ist auch das Rupfen noch festsitzender, unreifer Federn, wobei die Gänse Qual leiden, schreien und bluten. In manchen Gegenden werben^ die Gänseriche alle zwei Monate gerupft. Das ist entschieden zu viel, da durch die erzwungene starke Federneubildung die Tiere allzusehr geschwächt werden. Gute Zuchttiere sollen jährlich einmal vor ihrer Herbst­mauser oder überhaupt nicht gerupft werden. Wird gerupft, so muß besonders gut gefüttert werden, damit der Verlust an Körperstossen ersetzt und eine bessere Qualität Federn erzielt werden. Ein Gewinn von 15 Gramm Federn entspricht einem Verlust von 1 Kilo- gram m Fleisch und Fett. Zum Ersatz der 60 bis 80 Gramm Federn, die von jeder Gans im Durchschnitt gerupft werden und «unvorgerichtet etwa 40 bis 70 Psennlg ein«* bringen, würde also der Aufwand eines zur Bildung von 4 bis 5 Kilo Fleisch und Fett nötigen Futterquantnrns be­ansprucht. Daher sollte man auch unter keinen Umständen die Gänse vor der Mast noch einmal rupfen, was törichter­weise noch so häufig geschieht. Ungernvste Gänse erlangen

t. Etwa secks bi- acht Tcrftmtm werden Nach dem Diner vertteibt ftd> der Zar stewoynum enc Zeit, indem er das russische Spiel spielt und dabei beständiq selw höbe Einsä(u* macht. Die Zarin arrangiert auck bisweilen musikalisch,^ Abende, und manchmal spielt das Zarenpaar vierhändig Klavier. Um 11 Uhr zicbt fick daS Herrscherpaar gewölmlick zurück. Die Zarin lieft auck oft ihrem 6VmaM vor ans derTime s" ober sonst einer eng" lischeu Zeitschrift, einem englischen Roman. Sem- eng begrenzt sind die Handlungen, die der Zar ohne die Bureau' kratie, die eigentlich herrscht, vornehmen kann.Der Zar ist nickt wie der Deutsche Kaiser der ciiTenflitbe Leiter und Lenker seines Volkes, sondern er wird beständig beeinflitfU von mächtigen Ministern und ganzen Gruppen mm Beamten". Sv wiich das Friedensmanifest dem entscheidenden Einfluß b.\- Staotsrais Bloch zugesckrieh.m Die Vorsichtsma''regeln gegen Ai:-n?te mu denen der Zar forhväbrenh umffeben wird, bedrücken nute Stimmung und sichren zu einer folcßen Nmdüfternng de» OV müteS, wie sie sich in ben angeführten Versen an-spricht

(Dtjche fr. Pr^e.)