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Rotationsdruck und Verlag der Brühlssch« UnwerfttätSdruckeret. R. Lange, ©tefeen,
Redaktion. Expedition u. Druckerei: Schulstr.«, Tel. Nr. 6L Teiegr.-2Idr. r An-etger Gieß«,
Ni', ÄS Zweites Blatt. 154. Jahrgang Samstag 23.April 1804
E, A^t täglich mit Ausnahme deS Sonntags. Q Q
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> viermal wöchentlich beigelegt. Der j8 0 fcT |Ä S M fl £ H H ctT K 61 || H *1 4<t Landwtrtt' erscheint monaUtch einmal. ▼ V W M ▼ ■ ▼ Bl ▼ H Ijr vta V”
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen.
Sie heutige Aummer umfaßt 16 Seiten.
Parlament uvd Parteien in Kessen.
.^iif Zeit zwischen den drei christlichen Hauptfestcn deS b ldet für die deutschen Parlamente allgemein die lifirlflf' ?l:rbeit§3cit, überhaupt die Periode, in der Geist lind ör.- a-m regsamsten sind und mit energischerem Pflichteifer ihrenrüü'g-abcn zu erfüllen streben, als in den heißen Sommer- mor-Älm. In fast allen Volksvertretungen gehört daher auch dos Uni'iei Quartal der Etatsberatung, das zweite der Erledigung!^)!: iübrigen gesetzgeberischen Arbeiten.
jn Den parlamentarischen Kreisen unseres Landes scheint mcu «über: gegen die Arbeit im zweiten Quartal in neuerer Zeit eine!!W«tümliche Animosität zu hegen. Der Frühling ist im rw: m:t würzigem Blütenduft ins Land gezogen, aber das pc!: !"<-Leben in Hessen schlummert noch immer. Man mus ÄieoEä in manchen Kreisen ein ganz besonderes Faible j it" ' p'lL7nentarische Sommertagungen besitzen, denn bis jetzt 1 i Habern ArbeitSmonat April eigentlich nur ein einziges Rei-Atüi iam parlamentarischen Baum emporgeblüht, der P. >01:1 uSauSschuß, der in den letzten 14 Tagen ein reick ch; ülb beitSpensum erledigt hat. Der Sonderausschuß für die : 8ntllrechtsvorla< e, dessen bloße Zusammensetzung im i ssnHjahr 1903 den Parteien schon sehr erhebliche iij r::", eiten bereitete, hat zwar ebenfalls kürzlich einen hü! ici rnim Versuch zur Wiederaufnahme seiner Arbeit gemacht, fic aaiir b.it trotz alles Tüftelns und Debattierens noch immer nid) itit baS rechte Mittel finden können, die harte Nuß zu iTiacitin. Zu allem Unheil war anfangs der Woche auch noch d« ii tu c ußreferent von Brentano erkrankt, sodaß die endlich für i kn .19. d. M. anberaumt gewesene Fortsetzung der BercMlnf wieder um acht Tage verschoben werden mußte.
Äic stehen nun also in dieser eigentlichen Hauptfrage der i Mimärtigen Legislaturperiode — die schon am >. i flove-nber 1902 ihren Anfang nahm — noch immer vor bemn; ;ro5Rn Rätsel, dessen Lösung auch die andern süddeutschen -arlÄMNkie seit Jahren beschäftigt und das jetzt auch in reiiuii’fit und Sachsen wieder sehr viel Kopfzerbrechen ru wjwufen wird. Die Hoffnung eines hessischen Zentrums- r.it)r«feti t:. es, daß diesmal über alle Hauptpunkte ?r 5 VeihlrechtSvorlage unter den Parteien eine er : ünlng un g auf der Basis der Negierungsvor- a g Mkizil?lt werden wird. Die Meinungsdifferenzen unter n mndjt ebenen Parteigruppierungen sind aber doch außer- d^- ir .! 'groß und eS wird schwer halten, sie unter einem 1 vereinigen. ES heißt ja allerdings, daß die Sozi al- . nt' ..Italien von ihren Programmforderungen vieles - l ■'.!•.: ssen und auch unter Umständen nicht abgeneigt n nüben, die von der Regierung mit Recht verlangte ’ .r iribnung der städtischen Mandate von 10 auf 16 zhIsrrreichen, um auf diese Weise mit der länd- ch'iktt-0?.,'Position die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit zusanim'.!n-zu bringen, aber wir glauben bestimmt versichern fi' daß sich die Großh. Regierung unter keinen Unifit'Dibpn auf diesen „Kuhhandel* einlassen, sondern me । Billigung der Mandatsvermehrung das ganze Gesetz riD' :c wird. Zunächst bleibt auch erst einmal abzuwarten, wie f# d ie Mehrheit zu der von freisinniger Seite (Ab- georbl.a ?l: Gutfleisch) vorgeschlagenen Wahlkreis- ö n b« ni:jitc) verhalten wirb, bie ja noch einen Hauptrat' ...-punkt im Ausschuß bilben muß. JebenfallS ist bie un r-.rg unter ben Ausschußmitgliebern selber noch völlig ii sichlö )ragt man einen ber Herren barüber einmal aufs o begegnet man nur einem Achselzucken ober einem Lüche 'L bwS so viel sagt, wie: Lieber Freunb, bas wissen selbst : i (Zötter nicht!
. ™ qe ber neuesten politischen Vorgänge unb auch hl m Hinblick auf bie Wahlrechtsfrage beschäftigt man i iii sm Tagen roieber einmal eingehenb mit ben all» miii« n Parteiverhältnissen Hessens. Die „Franks, „'..ituiir; die auf die Wiedererstarkung der süddeutschen mo'fcc hofft, hat jüngst eine lange Betrachtung darüber angeft .1 wie schön es wäre, wenn der „entschiedene L : be küi:!i !SmuS‘ in Hessen „die Kraft des Entschlusses" zu ei - .Verständigung mit ben Sozialbemo- fr 'tcns gewinnen könnte. Das Blatt gab dabei ber Er- roertu HuSbrucf, baß sich in Zukunft ein Zusammen- geht itj« ischen Zentrum unb Nationalliberalen ;a niui wieberholen werbe, unb führte als Haupt- iic: m diese Erwartung die Haltung der letzteren bei dc irrigen ReichstagSwahl und bet,» ber jetzigen Auf- I)c bum Jjj i5 Art. 2 beS Jesuitengesetzes ins Felb. Wenn das u larti die Absicht verfolgt, jetzt schon für bie im Herbst ton mt «r ; Jahres bei uns stattfinbenben Neuwahlen zur Zw^ittj«! Kammer Stimmung zu machen — es werben nach b !:i- etzigen Wahlrecht 25 Abgeorbnete, nach ber Anne i«ne ber neuen Wahlrechtsvorlage 30 Ab- ge or l zu wählen fein — so tut e§ wohl einen Schlag int L üüt'ir.. Wo stecken benn in Hessen bie „entschicbenen
ober wobl als Hilfstruppen für bie süddeutschen Demokraten nicht auftreten wollen. Die hessischen Sozialfemokraten in ihrer großen Mehrheit, namentlich Dr. David in Mainz, und in Sonderheit unsere Gießener Sozialdemokraten Krum ni und Crbig und ein großer Teil ihrer Anhängerschaft, sind die schlimmsten Brüder wahrlich nicht und besitzen wohl im Grunde von dem neulich im ReichStaae von Bebel betonten deutschen und mehr noch hessischen Nationalismus ein gut Teil mehr al? sie selber zugestehen möchten. Man kann sogar in einzelnen Dingen mit ihnen zusammengehen und mit vielen ihrer Bestrebungen warm sympathisieren, — so lange die hessischen Sozialdemokraten sich als direkte Anhänger und Mitglieder der Neichstagspartei bekennen, deren revolutionärer Charakter auf dem Dresdener Nadautag in so prononzierter Weise betont und durch die Tat bewiesen wurde, wird sich, deS sind wir überzeugt, trotz aller zärtlichen Sirenengesänge von dieser Linken Niemand umgarnen lassen.
Aer Krieg zwischen Japan und Yußland.
In Söul nimmt man an, es würden vor dem 20. Avril keine Versuche gemacht werden, den I a l u zu überschreiten. Dis dahin sollen die Vorbereitungen zu einem gleichzeitigen scharfen Vormarsch an drei Punkten beendet sein. Am 16. April verließ eine zweite japanische Armee Japan; ihr wahrscheinliches Ziel ist Port Arthur. Andere Truppen werden an der Mandschureiküste bei Takuschan oder Tatrmgkau gelandet und einen Teil des allgemeinen Vorstoßes gegen Liaujang übernehmen. 16 000 Mann der Gardedivision unter General Jnouhe^ werden der erste Truppenkörper sein, der gegen die Russen gesandt wird. Künftig sollen Kiuhientscheng und Midschu die japanische Basis in Korea bilden.
Ein Telegramm des Statthalters Alexejew vom 21. d. Mts. lautet: Eine Reihe von Rekognoszier- unaen am Jalu haben ergeben, daß die Japaner nördlich von Midschu bedeutende Streitkräfte bei D i v i s s i zusammengezogen sowie begonnen haben, ihre Truppen in Midschu zu vereinigen, die dortige koreanische Bevölkerung wurde gezwungen, die Stadt zu raumen. Es ist eine Meldung eingegangen, nach welcher die Japaner Frachten, die Pontons ähnlich waren, befördert haben. Gegenüber Malihe wurden auf einer Insel von unseren Freiwilligen zwei japanische Kundschafter getötet; einer war anscheinend bin Offizier. Auf der rechten Flanke führten unsere Freiwillige mehrere Tage lang eine kühne Rekognoszierung' des linken Jaluufers aus. Durch dieselbe wurde fest- gestellt, daß südlich vom Pomahufluß wenig Truppen stehen, die Japaner dort aber mit der Herstellung von Booten beschäftigt sind. Ein aus zwei Offizieren und 32 Mann bestehendes russisches Kommando begab sich in drei Booten dorthin, wurde aber bemerkt und verlor in einem Gefecht drei Schützen; schwer verwundet wurden Stabskapitän Smeitzin und 11 Schützen; Leutnant Puschkin und vier Schützen wurden leicht ver- wundet. Unter der Deckung des Feuers zweier unserer Geschütze kehrte das Kommando auf unser Ufer zurück.
Der Petersburger Korrespondent der „Köln. Ztg." meldet: Ter neuernannte kommandierte Flottenabmiral, Skrydlow erklärte, der Kampf mit den Japanern zur See sei eine enorm schwierige Aufgabe. Er werde daher die Aufsassung seines Vorgängers nicht teilen, vielmehr Kuropatkins Direktive folgen und die größte Geduld zeigen. Von Port Arthur ist der Admiral wenig erbaut. Er erachtet Wladiwostok als Kriegshafen für geeigneter. — Nach demselben Gewährsmann wurde Statthalter Alexejew zum Rücktritt angeregt, da die Dotierung des Statthalterpostens mit 160 000 Rubel während des Krieges eine zwecklose Ausgabe für die Staatskasse sei.
Bei Port Arthur ist gestern der verstümmelte Kopf und Rumpf des Admirals Molas, der mit Makarow umgekommen ist, auf gesund en worden.
Die Mitglieder der japanischen Fortschrittspartei, die den dritten Teil der Mandate des Abgeord- tenhauses besitzt und im allgemeinen dem Kabinett Katsura feindlich gegenübersteht, hielten eine Versammlung ab. In derselben hielt Gras Okuma eine Rede, worin er dem japanischen Volke die Notwendigkeit vor Augen hielt, sich auf die Intervention irgend einer europäischen Macht während des Krieges und außerdem auf große Vermehrung der nationalen Ausgaben nach dem Kriege gefaßt zu machen. Er erklärte, es werde notwendig sein, nach dem Kriege eine Anleihe von mindestens 500 M illionen Jen aufzunehrnen. Ma- samsoiski, Führer ibter Fortschrittspartei, gab ber Ansicht Ausdruck, daß keine Macht Japans Uebergewicht in Ost- asien willkommen heißen, viele Mächte dagegen zu allen Mitteln ihre Zuflucht nehmen würden, um die Ausdehnung des japanischen Einflusses einzuschränken. Redner tadelte dann die auswärtige Politik Japans und erklärte, das von der Regierung ausgegebene Weißbuch zeige deutlich die großen Rußland angebotenen Zugeständnisse. Es wäre ein nationales Unglück für Japan gewesen, wenn Rußland die ihm angebotenen milden Bedingungen angenommen hätte.
Oesterreichischer Parlaments-Spektakel.
Liberal! - überhaupt, die mit ben Sozialbernokraten einen Bund D ieben unb Tob abschließen sollen? Da8 Frankfurter .litt. fann unmöglich die Anhänger ber Freisinnigen Richt?, Yi r i Observanz meinen, bie sich niemals mit ben Sozial l! traten werden oerbrübern wollen, unb bie Anhängen Wichtung Barth-Naumann haben hier in Hessen boch n in . echt wenig Bedeutung, obwohl die heutige a k a» b eini' H-)ugenb ihr sehr lebhaft zuneigt. Sie kann also nur die De m Men vom Sonnemann-Payerschen Schlage im Auge haben, - s sie jetzt in Baden in etwas anderer Art sich als : j cgnur Der Freisinnigen zusammengefunden haben. Die d» vkcWeisinnigen Abaeordi .eten unserer Kammer würden
Wien, 22. April.
Heute nachmittag trat das Abgeordnetenhaus zu einer außerordentlichen Sitzung behufs Vornahme der Delegationswahlen zusammen. Ter Tschechischradikale Choc beantragt eine ordentliche Sitzung mit einem Tringlich- keitZantrage, Dvorzak eventuell eine vierstündige Unterbrechung. Der Präsident erklärt, hierüber nicht abstimmen zu lassen, worauf die Tschechischradikaleri Choc, Klofac und Fresl durch Geschrei und mit s ch r i l l e m P f e i s e n und Schlagen auf die Pulte einen ohrenzerreißenden Lärm verursachen. Tie Sozialdemokraten umfiugeln den Präsidenten und verlangen stürmisch ebenfalls die Abstimmung, da er über den Antrag Stransky habe abstimmen
lassen. Ter Präsident weiß sich nicht zu helfen und unterbricht die Sitzung.
Nach halbstündiger Pause wird die Sitzung wieder eröffnet. Nach vier Stunden, während welcher häufig das! Pfeifen der Tschechisch-Radikalen ertönte, konnte die Dahl beginnen, die zwei Stunden dauerte. Während dieser ganzen Zeit vollsührten die Tschechisch-Radikalen mit schrillem Pfeifen und den Pultdeckeln ein Höllenkonzert; sie sangen tschechische Lieder und spottweise die BollkS- btimnc. Tie Jungtschechen enthielten sich der Wahl, doch sind ihre Kandidaten unter den Gewählten. Der Dahlcm dauerte unter beständigem Lärm und Erregung fünf Viertelstunden., Am Ende desselben erfolgte lebhaftes Beifallklatschen. Sodann wurde um Uhr die Sitzung! geschlossen.
Aus Htudt und Kaud.
Gießen, 23. April 1904.
** Das Regierungsblatt Nr. 10 enthält: 1. Bekanntmachung, die Ausgabe von Schuldverschreibungen auf ben Inhaber betreffend — 2. Bekanntmachung, bie Ausführung ber Branntweinsteuergesetze, hier bie Befugnisse bet Hebestellen betreffend
** Die Gemäldeausstellung am Brand IfE von morgen, Sonntag, an wieder geöffnet Die Sonder- ausstellung des Pbof. Ernst Zimmermann-München bleibt nur 14 Tage hier.
** Promenabenkonzert findet morgen. Sonntag, um 1/212 Uhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt: Ouvertüre Stradella von Flotow, Allerseelen! Lied von Lassen, Mein Traum, Walzer von Waldteufel, Finale a. Aida von Verdi.
** Nationaler Gesangswettstreit. Es ist nun die erfreuliche Mitteilung zu verzeichnen, daß der erste Pfingstfeiertag zur Aufführung von Gesamtchören der Gießener Vereine durch ministerielle Erlaubnis freigegeben ist. An den Gesamtchören nehmen teil: 1. Bauer scher Gesangverein, 2. Bürgergesellschaft, 3, Concordia, 4. Gemütlichkeit, 5. Harmonie, 6. Heiterkeit, 7. Liederkranz, 8. Maschinenbauer-Gesangverein, 9. Männergesangverein, 10. San- gerkranz, 11. Sängerchor des Turnvereins, welche zusammen einen Chor von 250—300 Sängern bilden werden unter der bewährten Leitung des Herrn Franz Bauer. Die Proben beginnen am Montag, den 25. d. M. Es Üben: am 25. d. M. 1. Tenor; am 26. d. M. 2. Tenor, am 27. d. M. 1. Baß, am 30. d. M. 2. Baß. Sämtliche Proben finden im Cafö Ebel statt. Die erste Gesamtprobe wird am 2. Mai stattfinden lieber das Programm werden wir später Mitteilung machen
** Omnibusverkehr. Bei anhaltender günstiger Mitterting werden die Sommerwagen der Omntbusgesell- schaft bereits am morgigen Sonntag den Verkehr nach und vom Schiffenbergerwald aufnehmen. Die abgeänderten Sommerfahrpläne sind erschienen und können auf- und unaufgezogen von der F-irma Ernst Balser bezogen werden.
e. Gr o ß en-Linden, 22. April. Vom 1. Mai ab wird Zug Nr. 801 von Friedberg b is Gießen durchgeführt. Dieser Zug hält in Großen-Linden 9.38 vormittags. Damit wird eine Lücke, die seither bestanden hat, ausgefüllt. Die Wünsche der GroßeTv-Lirrdener sind nun, soweit sie den Verkehr der Personenzüge b'etreffen, erfüllt.
Butzbach, 21. April. Die Petitionen ber Arbeiter wegen Einrichtung eines besonderen Zuges auf der Butzbach—Licher Bahn sind, wie die „B. Ztg." schreibt, leider ohne Erfolg geblieben. Der Fahrplan erleidet vom 1. Mai ab nur geringfügige Aenderungen. Auch das Ersuchen des Butzbacher Stadtvorstandes ist wenig berücksichtigt worden. Die Zahl der Züge wird nicht vermehrt. An den Sonntagen wird ein Zug eingeschaltet, von Butzbach nachm. 3 Uhr abgehend. Ter Zug nachm. um 7.30 ab Butzbach wird früher gelegt und bis Lich durchgeführt, sodaß man gegen V28 Uhr noch von Lich nach Butzbäch gelangen kann.
Worms, 21. April. Folgende dringliche Interpellation ist bei ber zweiten Kammer, wie wir ber „Worms. Ztg." entnehmen, eingebracht worden:
„Es wird hier die Meinung verbreitet, das im Bau begriffene Gymnasinmsgebäude könne erst im Saufe des Jahres 1907 dem Gebrauch übergeben werden. In diesem Falle würden bie in dem alten Gebäude jetzt schon bestehenden mißlichen Zustände sich bis dahin weiter verschärfen, denn in diesem sind heute schon über 930 Schüler untergebracht und davon 37 in gemieteten Räumen. Ich gestatte mir daher, an Großh. Regierung bie ergebene Frage zu richten: „Besteht die Absicht, ben GymnasiumSneubau erst int Saufe des Jahres 1907 fertig zu stellen, unb welches sind bie Gründe einer solchen Verzögerung?"
Worms, 21. April 1904. Reinhart.
Wie die „W. Ztg." neuerdings hört, ist von der Bürgermeisterei drirch Anfrage beim Großh. Ministerium festgestellt, daß dort die Absicht besteht, das neue Gymnasium bis Herbst 1905 fertig zu stellen, unb daß darüber etwa verbreitete anderweitige Behauptungen auf Irrtum beruhen.
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