Ausgabe 
23.1.1904 Drittes Blatt
 
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Nr. 19

Drittes Blatt.

154. Jahrgang

Samstag 23. Kannar 1904

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGießener Zamilienblätter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ..hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Gießener Anzeiger

Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den Anzeigenteil: H. Beck.

Rotationsdruck und Verlag der Brü hl'schen Unwerfttätsdruckerei (Pietsch Erben), Glesien.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ursis Eietzen.

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lieferung zu erwckken. Schertler hatte mit einem jungen Manne vom Hunsrück gegen die Buren gekämpft. Tiefer weckte eben in Gensingen auf Besuch und erzählte von Ieinem Zusammentreffen mit Schertler.

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* Köln, 22. Jan. yinclj derKöln. Volksztg/" wurde der Aufenthaltsort des Kassenrendanten Schert-

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Gießener Fußballklub von 1900. Nächstem Sonntag begiebt sich die erste Marmschait des(Siebener Fußball­klubs von 1900" nach Frankfurt a. M., um bort mit der Mannschaft des dortigen KlubsViktoria" einen Match auszufpielen. Bekanntlich hat dieser Klub den Rus der Meisterschaft für Frankfurt und Um­gegend, und es dürfte den hiesigen Spielern nicht leicht sein, ihren Platz zu behaupten, zumal es ihr erstes Wettspiel in diesem Jahre ist.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

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Steinstraese 68. Möbelschreinerei.

sch östlicher Fragen konnte nach dreistündiger Verhandlung die angeregt verlaufene Sitzung geschlossen werden.

** Unfallmeldungen zur tzerbeirufung von Hilfe in Unglücksfällen (bei Jener- oder Wassersgefahr, in Krank­heitsfällen, bei nächtlichen Diebstählen u. dgl.) können, wie uns postamtlich geschrieben wird, nicht allein in Form von Telegrammen, sondern auch durch Unfallmelde- gespräche übermittelt werden. Unfallmeldegespräche sind zwischen öffentlichen Sprechstellen, zwischen Fernsprech- anschlüssen, sowie zwischen Fernsprechanschlüsien und öffent­lichen Sprechstellen zulässig, jedoch nur insoweit, als die Betriebs- und örtlichen Verhältnissen bie Herstellung der erforderlichen Sprechverbindungen ermöglichen. Tie Abwickelung der Gespräche unter Benutzung der Apparate der öffentlichen Sprechstellen kann ans nahe­liegenden Gründen während der Nacht nur solchen Per­sonen gestattet werden, die dem Verwalter der öffentlichen Sprechstelle bekannt sind; sie ist ausgeschlossen, wenn der Apparat im Schlafzimmer unter gebracht oder die Ber- wallnng der öffenllichen Sprechstelle weiblichen Personen übertragen ist. Haben die Empfänger der Unfallmeldungen keinen Fern sprech an schluß, so können sie, sofern es die ört­lichen Verhältnisse gestatten, an den Apparat einer öffent­lichen Sprechstelle herangerufen werden. Tie Gebühr für ein in der Nacht abzuhaltendes Unfallmeldegefpräch bis zur Tauer von drei Minuten beträgt a) im Ortsverkehr 20 Pfg., b) im übrigen Verkehr das Doppelte der für ein am Tage zu führendes Gespräch von gleicher Dauer festgesetzten Sätze, mindestens jedoch 50 Pfg. Für Unsall­meldegespräche in den Tienstpausen der Vermittlungsstellen während des Tages werden außer den gewöhnlichen Ge­sprächgebühren besondere Zuschläge nicht erhoben. Für das Herbeirusen von Personen an den Apparat, soweit es sich nach den örtlichen Verhältnissen überhaupt ermöglichen läßt, beträgt die Gebühr 25 Pfg. Tie Gesprächsgebühren und bie Gebühren für das Herbeirufen werden auch dann er­hoben, wenn das Gespräch aus irgend einem Grunde nicht zustande kommt.

Marburg, 22. Jan. Gestern nachmittag, als der Güterzug Nr. 6783 den Haltepunkt Allendorf M.-W. durch­fahren hatte, scheuten bei Km. 85,5 aus unbekannter Ur­sache die Pferde eines Steinfuhrwerks. Ter Geschirrführer verlor die Geweckt über die Tiere, die nun zwischen den

am Rande des Weges stehenden Bäumen hindnrchllesen und mit dem Wagen auf den Bahnkörper gerieten, wo sie von den letzten Wagen des vorbeifahrenden Zuges erfaßt wurden. Ein Pferd wurde schwer verletzt und der Wagen beschädigt. Ter Lutscher erlitt keine Verletzungen. (H. L.-Z.) Frankfurt a. M., 22. Jan. Alle, welche im Besitze von Gegenständen sind, die für die Geschichte desPhilan - thropins Bedeutung haben, werden gebeten, sie dem Ausschüsse für die Ausstellung während der Jubel­feier zu überlassen. Besonders gewünscht sind Photo­graphien ehemaliger Lehrer und anderer mit der Geschichte der Schule in Beziehung stehender Personen; ferner wcssen- schaftliche und künstlerische Leistungen ehemaliger Schüler, und dergl. Tie Ausstellungsgegenstände sind gegen Feuer versichert. Sendungen werden erbeten an die Adresse der Schule, Frankfurt a. M., Rechneigrabensttaße 16, zu Händen des Prof. Tr. Epstein.

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Berlin, 22. Jan. Die Budgetkommission des Reichstages beriet die einmaligen Ausgaben der Verwalt­ung der Reichseisenbahnen und bewilligte 140000 Mark für einen Güterbahnhof in Neckingen, nach längerer Debatte auch 760 000 Mk. für Werkstättenanlagen in Bisch­heim. Auf die Beschwerden von Beumer und Dr. Müller-Sagan über mangelhafte Verpflegung und Reinlichkeit in den internationalen D-Zügen bestättgt Minister Budde die Berechtigung der Klagen und vertritt den Standpunkt, daß auch im Speisewagen­betriebe sich Konkurrenz gellend machen tonnte. Er hatte jüngst einen Antrag auf einen festen Kontrakt auf 15 Jahre abgelehnt; er Halle an der halbjährigen Kündigung fest. Der Beleuchtungs frage habe er besonderem In­teresse zugewendet; es solle aus bie,e n Gebiete noch mehr geschehen. Auf den Vorwurf der mangelnden Reinlichkeit in manchen D-Zügen sei er nicht gefaßt gewesen. Der Mi­nister erzählt unter großer Heiter leck einen Fall von Be­sch werdeüberzugroßeReinlichke it. Ein Reisen­der habe auf dem Berliner Bahnhofe Zoologischer Garten von seiner Famckie Abschied nehmen wollen und dabei den Kopf durch die Scheibe gesteckt. Als er 5 Mark bezahlen sollce, beschwerte er sich darüber; die Sche.be sei so klar gewrien, daß er sie nicht gesehen habe. Minister Budde spricht sich für Beibehaltung der vierten Wag en klasse aus, da sie große Vorteile, namenllich für Reisende mit Tragelasteu biete.

Petitio ns komMission. Die Petition des Pferdezuchtvereins in Zweibrücken auf Erhöhung des AnkansspreisesfürRemonten wird all ungeeignet zur Erfrierung im Plenum erachtet, weil nach Ansicht der Kommission das Petckum der Militärverwaltung keine Ver­anlassung gebe, dahingehende Maßnahmen zu treten. Soll­ten in der Pfalz die Vorbedingungen zu einer gleich billiger Zucht von warmblütigen Pferden wie in Norddeutschland fehlen, so müsse man dort Kaltblüter ziehen. Man dürfe aber nicht bier Militärverwaltung zumuten, aus diesem Grunde in der Pfalz sichere Preise für Remonlen zu zahlen.

U nivLisllüls-UaH rirtjleii.

Der neue ost preußische Oberpräfiden^ v. M o l t k e hat in Königsberg i. Pr. bei Uebernahme des Amtes als Kurator der Universität an die versammelten Professoren eine Ansprache gerichtet, in der es nach derK. Allg. Ztg." heißt:Lassen Sie mich Ihnen unumwunden aus­sprechen, wie ich mich menschlich und gerade vom Standpunkte meines Hauptamtes aus freue, mit Ihnen, als den Pflegern und Hütern der idealsten Güter der Menschheit, in persönliche und in dienstliche Berührung zu treten. Wohl in jedes ernften, em be­wußtes Leben führenden Mannes Brust ist jenes Streben nach Beroolltommnung, nach Verlieiung der Erkenntnis der Tinge bis in ihre letzten Gründe gepflanzt, jenerDrang nach Wahrheit". Wie der Beweis eines glimmenden Funkens göttlichen Ingeniums in unserem Geiste, zittert dieses Suchenmüssen als ein stilles Heim­weh in unseren Lcrzen. Glücklich, wer Finder wird! Sie, meine Herren, stehen bei diesem Luchen beruflich bevorzugt da. Sie reichen die Früchte der Erfahrung und Erkenntnis uns, damit wir sie umwerten in wirtschasiliches Gut, das der Gesamtheit zunutze komme, damit, was als richtig crtannt, auch gerecht werde. Daher sehe ich als Mensch und als Alaun der Verivaltung freudig auf den idealen Zuwachs, der mir in den persönlichen Beziehungen zu Ihnen, so Gott will, erwachsen wird. Lassen Sie uns Hand in Haud gehen."

Doktorpromotion en. Wie wir einem demReichs- anzeiger" beiqelegtenVerzeichnis der aui den deutschen Umperfv» taten" im Sommersemester 1903 erfolgten medizinischen Doktor promotionen" entnehmen, entfielen Toktorproma- tionen auf die deutschen Universitäten in folgender Zahl: Berlin 38, Bonn 31, Breslau 23, Erlangen 21, Freiburg 51, Greifswald 31, Gießen 26, Göttingen 22, Halle 23, Marburg 17, Kiel 84, Heidelberg 16, Jena 22, Königsberg 20, Leipzig 91, München 99, Rostock 21, Straßburg 23, Würzburg 63, Tübingen 18.

Stadt rind San).

Gießen, 23. Januar 1904)

** Personalien. Durch Entschließung des Großh. Ministeriums der Justiz wurden die Gerichtsakzessiften Dr. Rudolf Angermeier von Bürstadt, Karl Brücher von Gießen, Philipp Glenz von Groß-Bieberau, Otto H a t- mann von Gießen, Karl Hoffmann von Alsheim, Adolf Jost von Gießen, Dr. Jakob Köhl von Mainz, Paul Lüft von Seligenstadt und Dr. Wilhelm Stoll von Forsthaus Ludwigshöhe zu Gerichtsassesforen ernannt. Drm Stationsverwalter Nikolaus Riebel zu Egelsbach wurde die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von Seiner Majestät dem Kaiser von Rußland ver­liehenen St. Stanislaus-Ordens 3. Klasse erteckt.

** Eine Ausschußsitzung des landwirt­schaftlichen Vereins für die Provinz Ober Hessen sand gestern im Hotel zum Prinzen Karl statt. Anwesend waren zahlreiche Mitglieder des Ausschusses. Unsere Reichsmgs- adgeordneteil, Gras Oriola und Kreisrat Wallau, fehlten. Auch der hefsische Landwirtschaf.srat war ausnahmsweise nicht vertreten, während die Regierung den Oberregier- ungsrat 5)vlzinger entsandt hatte. Es wurden einige vierzig Mitglieder aufgenommen und durch den Vor­sitzenden die Uebersichten über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben Des landwirtschaftlichen Vereins für 1902/03 vorgetragen. Die für den Teil der Rechnung geforderte Entlastung für den Rechner wurde genehmigt, während über das System der Rechnungslegung, die alt eingebürgert ist, Mriilungsverschiedenbeittn au suchten, die zu einer längeren Diskussion Veranlassung gaben. Die Regierung hat einen ab geänderten Entwurf, die staatliche Schlachtviehversicherung betreffend, eingebracht. Es war überflüssig, über den ursprünglich eingebrachten Entwurf, der überholt ist durch einen ganz neuem in der Versammlung zu reden und sich dazu zu äußern. Die Ver­sammlung verzichtete auf eine Besprechung des verflossenen Entwurfs und vermochte sich nicht zu äußern über den neuen Entwurf, der in der laufenden Landtagsperiode den Ständen vorgelegt und damit erst bekannt werden wird. In den Bezirkseisenbahnrat wurden Präsident Oekonomierat Schiente und Oekonomierat Leithiger aufs neue gewählt. Es lagen zwei Anträge der H e r d b uch- kommission vor: 1. nur solchen Gemeinden Zuschüsse bei der Beschaffung von Vogelsberger Bullen zu gewähren, welche eine einseitliche Zuchtrichtung verfolgen, d. h. welche nur Vogelsberger Vieh züchten, und ferner Gern ein. en Zu­schüsse zur Beschaffung voi>. Ebern nur dann zu bewilligen, wenn die betreffenden Zuchttiere sich im Eigentum der Gemeinde befinden. Zum ersten Antrag wurde beschlossen, die Beschlnßsasstmg auSzusetzen, nachdem ein neuer Antrag ringegangen war, der die Unterstützung der Gemeinde.i bei Beschaffung von Bullen Vogelsberger und Simmentaler Rasse überhaupt nicht unterstützt wissen will. Dieser neue Antrag soll erst in der HerdbuchkomMission beraten und erst dann wieder vor den Provinzialausschuß kommen. Zum zweiten Antrag wurde beschlossen, zu jagen: Nur Gemeinden und anerkannten Zuchtgenossenschaften sollen Zuschüße zur Beschaffung von Ebern bewilligt werden. Zum Schluß wurde dem Antrag des Präsidenten stattgegeben, den Di­rektor Tr. Schudt in Friedberg zum ständigen Referenten in Fragen unserer beiden o b e r h e s s i s ch e n Zucker-

Temperatur am 21. bis , 21.

fabrileu zu ernennen. Nack) Erledigung weniger ged ter von Gensingen in Rheinhessen, der vor drei iaxckix. «nA i'h",«n»r <Rz>*-hntnn Jahren nach Veruntreuung von über 200000 Mk.

entfloh, nunmehr ermittelt. Er hält sich in Trans - v a a l auf. Es fink schon Schritte geschehen, um seine Aus-

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