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22.8.1904 Zweites Blatt
 
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Nr. 196

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGießener §amilienb!ätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich betgelegt. Der «»hessische Landwirt erscheint monatlich einmal.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl Ich« Universttätsdruckerei. R. Lange, Greß«.

Redaktion,Expedition «.Druckerei: Schulstr.t. ^eU Nr. 6L Telegr^Adr. 1 Anzeiger Gieß«.

Zweites Matr. 164. Jahrgang Montag. August 1804

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.

zerschossene Schiff und einige mit ihm eingelaufene %tro pedoboote entwaffnen und die Flaggen niederholen. Wohl­weislich hüteten sich in diesem Falle die Japaner, einen ähnlichen Neutralitätsbruch zu begehen, wie in Tschifu, da er ihnen übel bekommen sein würde, weil nämlich das ganzes nach Ostasien gesandte deutsche Geschwader sich in der Buchk versammelt hatte und schürfe Wacht hielt.

Das Hauptinteresse aber konzentriert sich noch immeL um das Schicksal von Port Arthur, das sich bishep tapfer gehalten hat. Nach neuester Meldung der Aelegr.-Dgentur aus Mukden erzählen aus Port Arthur Kommende, die Festung sei bis zu der am 13. Aug. er­folgten Abreise täglich von der Landseite aus be­schossen worden. Einzelne Gebäude seien beschä­digt und, da die Zahl der Verwundeten gegen 2000 betrage, seien viele öffentliche Gebäude zu Lazaretten ein­gerichtet worden. An Medikamenten und Verbandzeug sei kein Mangel; Krankheiten kamen fast gar nicht vor. Viele Verwundete verlassen sobald wie möglich die Hospitäler und kehren zur Front zurück. Am 17. August besetzten die Russen wiederum den Dapiuduscha-npaß und drängten die Japaner nach Triantschan zurück. Es ist nunmehr fest­gestellt worden, daß die japanischen Streitkräfte in diesem! äußersten Bezirk nicht über 2000 betragen, lieber die Lage an der übrigen Front fehlen Nachrichten. Seit vier Tagen üllt Regen, was zweifellos entscheidende Operationen auf beidert Seiten verhindert. Nach englischen Berichten wird der Verlust der Russen in Port Arthur seit Be­ginn der Belagerung auf 10 00 0 Tote und Verwun­dete geschaßt. General Stösiel erließ nach der Verweiger­ung der Uebergabe einen Aufruf, worin er seine Truppen ermahnt, dem Feinde tapferen Widerstand zu leisten oder kämpfend zu sterben. Der Zar richtete an General Stösse!

nehmen ist.

Alle anderen Einladungen zunt nächsten inter- nationa len So zialisten kon greß wurden zurück­gezogen, als die Deutschen mit einer Einladung nach Stutt­gart hervortraten. Unter großem Jubel beschloß man, 1907 in Stuttgart zu tagen. ,

Auf dem Kriegsschauplatz in Ostasien schrecken die Japaner von Erfolgen zu Erfolgen. Der neueste, der wieder einen Markstein rn der Geschichte des weltbewegenden Völkerringens bezeichnet, ist der unschädlich gemachte Ausbruch der Port Arthur-Flotte. Der Zweck desselben war wohl der, sich mit dem Wladrwostok-Ge-, 'chwader zu vereinigen, um gemeinsam mit diesem den Kampf gegen die Japaner aufzunehmen. Zwar gelang es zunächst den Russen, durch ein Scheinmanover die Rechen der feindlichen Schiffe zu durchbrechen und zu entfliehen, doch wurden sie bald eingeholt und in dem nun entstehenden stundenlange^ Kampfe geschlagen und zersprengt. Die zum Teil kampfunfähig gemachten russischen Schrsse entflohen nach allen Richtungen, einige besonders stark beschädigte mußten neutrale Häfen -mlaufcn. So der Torpedoboots- zerstörerRetschltelnv" Tsclnfu,Askold" Sbanghai und der aus dem Anfang des Krieges bekannteZessarcwitsch. den deutschen Hafen Tsingtau. Von diesen wurde der armierteRetschitelny" in der nächsten Nacht nach ferner Ankunft von einem japanischen Kriegsschiff trotz des Pro­testes der rrissischen Besatzung und der chrncst,chen Beborden tu Besitz genommen und aus dem Weit geschlevpt, an­geblich weil er unrechtmnßigcrtveise Kohlen an Bord ge­nommen hätte, in Wahrheit aber wohl nur, um drc rn- zwischen brennend gewordene Frage ber ReutraT11 a t Ehinas anzuschneiden. Nach neuester Petersburger Meld ung verlangt der russische Konsul rn Peking nrcht die Zurück- gäbe des iRetschrtelny", sondern emc genaue Mitteilung darüber, welche Mastrrgeln China ergreifen wurde um bre Mckgabe desRetschrtelnv" Bet den Japanern durchsetzen. Japan stellte seinerseits an China die Forderung, daß die Reparatur desAskold" und des ,Mosowot" nur an den unteren Masserteilen vorgeuommen werden und daß beide Kriegsschiffe spätestens 48 Stunden nach Empfang der Note aus Wustmg in bas offene Meer auslaufcn, widrigenfalls sie zu desarmieren wären.

Mehr dem geltenden Völkerrecht angemessen gestaltet sich das Schicksal desZefiarewitsch". Sonne die übliche Kst von-L Stunden verstrichen war ließ der dwnvernenr von Kiautschou, Kapitän z. S. Truppel, das arg

ungen zeigt sich eine auffallende Mattigkeit. Die Zahl der Feierschichten im Bergbau nimmt von Tag zu Tag mehr zu, ebenso läßt der Betrieb der Stahlwerke im westlichen Deutschland fortwährend nach. Am meisten leiden unter der trockenen Witterung naturgemäß gewerbliche An­lagen, die sehr vom Wasser abhängig sind, wie Mühlen, Papierfabriken und Webereien. Am unangenehmsten ist, daß durch den überall eingetretenen niedrigen Wasserstand der Flüsse die Binnenschiffahrt entweder sehr eingeschränkt oder auch ganz eingestellt werden mußte. Infolgedessen müssen Rohmaterialien und Waren durch die Eisenbahn be­fördert werden, deren hohe Frachtsätze bert Transport ganz bedeutend verteuern. Der Schaden, der hieraus der deut-

ten der Truppenschau bei. . . - ~ n

An bet Spitze der Fahneukompagme und der Stan varten-Eskadron rückten der Kaiser und der ^oßherzog Ä w "Ä ritt der Großherzig, zur Linken der

neral v. Eichhorn. Der Weg ging zum Großh. Paiars. ^om Publikum wurde der Kaiser stürmisch begrüßt und er dankte nacb allen Seiten. ...

o<m Palais wurde das Frühstück eingenommen, die Ab­fahrt^ des Kaisers erfolgte nach 3 Uhr nachmittags.

Z>er internationale Sozialistenkongreß in Amsterdam.

beschäftigte sich mit der Frage der politische» TaktN Dke> Kommission hatte beschlossen, die Dresdener Resolution i» einer Fassung zur Annahme zu empfehlen, die u. a. besagt:

Der Kongreß verurteilt aufs Entschiedenste die revwmstv» schen Versuche, welche bezwecken, ein erprobtes und siegreiches!' Verfahren, das feine Grundlage im Klassenkampf finbet um- zuändern und die Errungenschaft der politischen Macht, die mit Gewalt gegen die Bourgeoisie vorgeht, durch eine Zugeständnis' Politik nach ausgestellten Regeln zu ersetzen. Die Folge eineS solchen revisionistischen Verfahrens wäre somit nichts anderes, als aus einer Partei, die den Zweck verfolgt, die bürgerliche Gesellsckiaft auf dem schnellsten Wege iu eine sozialistische Ge­sellschaft umzuwandeln aus einer revolutionären Part« also im wahren Sinne des Wortes eine Partei zu bilden, die sich damit zufrieden geben würde, die bürgerliche Gesell­schaft einer Verbesserung zu mrterziehen. Darum muß der Kongreß, nachdem er entgegen den bestehenden revifwnifti- schen Auffassungen, welche die Klassengegensätze,, statt zu vev» ringern, nur noch vergrößern, erklären: daß die Sozialdemo­kratie keim Betelligung an der Regierung in der bürger­lichen Gesellschaft erstreben würde. Der Kongreß verurteilt des weiteren feden Versuch, der gemacht wird, um den stets zunehmenden Klassengegensatz zu bemänteln, in der Absicht, einen Ausgleich mit den bürgerlichen Parteien zu erleichtern."

Di^e Resolution wurde angenommen, ein vermittelnder Sc* schluß dagegen, von Vandervelde-Brüssel und Adler-Wien bean­tragt, mit 21 gegen 21 Stimmen abgelehnt. In der Diskussum wurde der revisionistische Standpimkt insbesondere von JaureS, der radikale von Bebel vertreten. Jaures sagte n. a.:

Was auf deut Sozialismus laste, das sei nicht die Koni-» promisselei, sondern die Ohnmacht der de ntschen So­zialdemokratie. Gewiß, die deussche Sozialdemokratie habe eine starke Organisation, aber trotzdem sei sie zur Ohu» macht verdammt. Am Tage nach den Wahlen, bei denen sie über drei Millionen Stimmen erzielten, sei die politische dm* macht so recht hervorgetreten. Die deutsche Sozialdemokratie sei noch nicht einmal in der Lage, den internattvnalen Kongreß in Berlin abzuhalten. In dem roten Königreich Sachsen, auf das die deutsche Sozialdemokratie so sehr stolz sei, habe sich die Sozialdemokratie das allgemeine Wahlrecht nehmen lassen, ohne auch nur einen Finger zu rühren. Das allgemeine Wahlrecht habe das deutsche Proletariat sich nickt auf der Barrikade erkämpft, sondern von der Regier«jE geschenkt. halten. Was man aber geschenkt erhalte, lasse man sich leimt wieder nehmen."

Bvbel antwortete mit scharfen Angriffen gegen Milleranvs Ministertätigkeit und fügte hinzu: .

Auch wir in Deutschland unterstützen alles, was nur für gut halten, gleichviel ob es von der Regierung oder einer bürger­lichen Partei kommt. Mer unsere Verbindung ist mrr für einen Augenblick. Wir lassen weder die Regierung noch dre bürger­lichen Parteien im Zweifel, daß wir ein dauerndes VnnontS mit niemand schließen können, da es eine Versobnung zwo wen Bürgertum und Proletariat nicht geben kann.

In der letzten Sitzung des Sozialistcnkongrcsses stnd noch eine interessmcke Diskussion itoer Zuwanderung und Mswunver- inrg statt. Die Resolution über Maifeier,Trusts iwl» stimmrecA wurden angenommen. Bebel küell zum Schluß eme» nach allen Richtungen versöhnliä'- -Mv

Dolilische WachenschM.

Die so ungewöhnlich lange anhaltende Trockenheit Wird volkswirtschaftlicher Beziehung vielleicht noch von schwer­wiegenden Folgen sein. Allerdings sind die ^andlcute rn unserer Gegetrd zurzeit mit dem Ergebnis der Er nte im allgemeinen zufrieden. Dus Getreide har der Hitze eme frühe und gediegene Reife, eine ungewöhnliche Ueppigkeit und eineit großnr .WrnerveichtE yt verdanken, unb es ist trocktzn eingebracht worideit. D^e Kartoffelernte läßt allerdings manches zu tvünschen übrig, und mit der Herbstbestellung sieht es zurzeit noch bedenklich aus, vor­läufig hat auch das Vieh noch vollauf genügend Futter Wenn man also mit unseren Bauern spricht, >o hört man heute, troh aller ihrer Sehnsucht rea chReaeu, noch keine K l a g e n. Aber aus ganz anderer Tonart klmgt eS von Ost- elbien her, und auch in den gewerblichen Beschafttg-

Z)er Kaiser in Mainz. 1

(Orig.-Tel. desGieß. Anz.^

o Mainz, 22. August.

S. K. H. der Großherzog traf gestern nachmittug 4 Uhr per Automobil von Bayreuth im Sportanzug hier ein und wurde auf dem Deutschhausplah beim Eingang zum Palais von dem zahlreich anwesenden Publikum leb­haft begrüßt. Im Großh. Palais waren kurz vorher ein­getroffen das Gefolge des Großherzogjs: Oberhofmarschall v. Westerweller, Generalmajor v. Wachter, Ober­stallmeister v. Riedesel und Hauptmann Schäffer.

Abends 6i/2 Uhr begab sich S. K H. per Wagen in Be­gleitung des Oberbürgermeisters Dr. Gaßner nach dem Rheinufer, wo das Salorrboot der Köln-Düsseldorfer Gesell­schaftBarbarossa", das festlich geschmückt war, zu einer Rheinfahrt bestiegen wurde. An der Fahrt nahmen außer dem Oberbürgermeister der Bürgermeister Dr. Göttel- mann, Beigeordneter Kommerzienrat Haffner und die Stadtverordneten M. M. Mayer, Garster, Hirsch- sowie Herr Heinrich Gaßner nebst Damen teil. S. K. H. der Großherzog trug einen schmucken Sportanzug und eine Automobilmütze. Die Fahrt, an der auch das Großh. Gefolge teilnahm, ging rheinabwärts nach Eltville, auf der Rückfahrt wurde auf dem Schisse soupiert.

Festschmuck der Stadt.

Viel ist in der kurzen zu Gebote stehenden Zeit geschehen. Beim Hereinreiten in die innere Stadt bot sich dem Kai se r, als er die Bahnüberführung in der Bingerstraße passiert hatte, ein reizender Anblick auf dem Alieeplatz. Dieser, als eigentlicher Empfangsplatz gedacht, ist mit ringsum von in Gruppen zusammen gestellten Flaggenmasten umgeben und letztere sind mit Reichsbannern, Guirlanden, Pflanzen usw. geziert. Besonders ist der Hintergrund mit einer hohen Pflanzen- und Teppichwand hübsch dekoriert. Bauinspektor Gelius und Gartenbaudirektor Schröder haben ihre Aus­gabe vorzüglich gelöst. Den wirksamen Anschluß an die Dekorationen des Mceplatzes bieten die Bingerstraße und Große Bleiche, die zu einer Via triumphalis ver­wandelt sind. Der Deutschhausplatz (Eingang zum Großh. Palais) zeigt hübschen Pflarchenaufbau der Stadt- gärtnerer, ringsum reichen Flaggen- und Guirlandenschmuck. Ein riesiger Menschssnstrom, besonders viele Fremde, durch­wogte gestern die geschmückten Straßen. Det Zuzug von Fremden ist enorm.

Aukunst de8 KasserS.

Der kaiserliche Hofzug durchfuhr nach 8 Uhr vornt. die alte Eisenbahnbrücke, wobei der Kaiser durch 33 Sälutschujse einer Batterie des Feldarttllerieregiments Nr. 27 vom Fort Weisenau begrüßt wurde. Der Großherzog empfing dort den Kaiser. Zum offtziellen Empfange waren auch der kommandierende General der Infanterie v. Eichhorn und der Gouverneur v. Voigt mit dem Gouvernements stabe er­schienen. Als der Kaiser ausgestiegen war, erfolgte zu­nächst eine herzliche Begrüßung mit dem Großhe^og, darauf Empfang durch den Gouverneur. .In gestrecktem Galopp sprengte hierauf der Kaiser mit seiner glänzenden Suite nach dem Paradefeld, dem großen Sande.

Die Truppenschau.

Nach der Begrüßung der Truppen wurde zunächst vom Kaiser ein Exerzieren des 24. Dragoner-Regiments vor- aenommen, das vorzüglich verlref. Hierauf folgte das F e u e r g e f e ch t der Truppen. Auf der einen Sette standen die Regimenter Nr. 80 und 81 und zwei Abteilungen des 63 Artillerie-Regts. und eine Schwadron der 13er Husaren, auf der anderen Seite das Jnf.-Regt. Nr. 88, eine Batterie der 37er und drei Schwadronen Husaren.

Während der Gefech-tskrittk fand 'die Aufstellung zum Parademarsch statt, der vom Kaiser abgenommen wurde. Der Kaiser trug d re Uniform des Greß en er 116 Regiments, der Grotzherzog die seines Lerb-Regtments Nr. 115. Der erste Vorübermarsch dauerte 5A Stunden. Der Großherzog firhrte dann sein Regiment Nr. 115 dem Kaiser vor, dieser dem Großherzog fern Re­giment Nr. 116. Der Aufmarsch der Truppen zum zweiten Vorbeimarsch vollzog sich ebenfalls rm Paradeschrrtt.

Die Truppen marschierten hierauf beschleunrgst zur Spalicrbildung und gadcn ihrrFeldKerchrncm die Fahnen- komvaanic (Nr. 116) und ent die Standarteneskadron (13er Husaren) ab. Diese rückten bis ^nr Husarenkaserite an der Mombacher Straße und erwarteten dort den Kaiser.

Die Prinzessin Friedrich Karl v o «H ien und die Kronprinzessin von Griechenland wohn-

scheu Industrie erwächst, ist erheblicher, als man vielfach anzunehmen geneigt ist und wirkt in so stärkerem Maße, je länger die Trockenheit andauert. Eine Herabsetzung der Gütertarife auf den Eisenbahnen ist von Herrn v. Budde seltsamerweise nicht zu erlangen gewesen. Die ganze Höhe des Schadens wird sich erst später übersehen lassen.

Der langerwartete Hauptschlag gegen die bei Wate r- berg eingeschlossenen Herero bau den ist endlich er­folgt. In einem heißen Treffen, das 5 Offizieren und 19 Mann das Leben kostete und 5 Offiziere und 52 Mannschaften als Verwundete aufwies, wurden die Aufständischen unter der Führung des Ge­neralleutnants v. Trotha geschlagen, wobei viel Vieh erbeutet wurde. Das letztere ist als wesentlich, da die Viehherden, die die Hereros mit sich führen, die Haupt- guelle ihrer Ernährung bilden. Falsch aber würde es sein, wenn man annehmen würde, daß jetzt der Feldzug in ab- 'ehbarer Zeit zu Ende sein würde. Im Gegenteil werden die Schwierigkeiten erst jetzt beginnen. Dazu gehören vor allem: die unablässige Verfolgung des Feindes und der aufreibende Guerillakrieg mit seinen vielfachen Wechselfällen. Es ist keine Kleinigkeit, einem listtgen, rachsüchtigen und zum äußersten getriebenen Feind in seine zahlreichen Schlupf­löcher zu folgen. Die Opfer an Menschenleben, die ge­bracht werden müssen, werden in keinem Verhältnis zu den erreichten Erfolgen stehen. Der DampferSilvia" hat mit 800 Mann und 200 Pferden für Südwestafrika am Samstag den Hamburger Hafen verlassen. DieNordd. Allg. Ztg." nimmt zu abfälligen Preßäußerungen, daß die Verlustliste der in den Gefechten in Südwestafrika gefalle­nen und verwundeten Nnterossizieue und Mannschaften nicht gleichzeittg mit den Namen der Offiziere bekanntge­geben worden seien, Stellung und erklärt, daß die Auf- rellung der Mannschastsverlustlisten viel mehr Zett in An- pintch nehme, als dies bei Feststellung der Namen der Offiziere der Fall sei. Der Kommandant der südwestafrika­nischen Schutztruppe sei am 18. August zur telegraphischen Einsendung der Verlustliste angewiesen worden.

In Amsterdam ist der 6. Internationale So- zialistenkongreß zusammengetreten, auf dem die®e- noffen" aller Kulturstaaten der Erde über die zukünftige Beglückrmg des Menfchengeschlechts durch den Soziallsmus in Erwägungen ein getreten sind. Einig sind die Genossen nur im Kampf gegen die bestehende bürgerliche Gesellschaft, mit demwie" hapert es dagegen. Das alte Wort: viel Köpfe, viel Sinne, gilt hier noch in verstärktem Maße, da die Schwierigkeiten der Sprache, die Ei genartig leiten der ver­schiedenen Nattonalitäteu. und die Unterschiede der einzelnen Individualitäten hinznkommen. Schon die wichttge Frage der Parteilakttk rief scharfe Redekämvfe hervor, noch mehr aber die Chimäre des Generalstreik, wobei die Geister besonders heftig aufeinander platzten. Die posittven Er­gebnisse werden schließlich wahrscheinlich 'höchst bescheiden ein. Das ganze ist eine Demonstratton gegen die herr- 'chende Gesellschaftsordnung, die wahrllch nicht tragisch zu

Aus Stad! '«rd Land.

Gießen, den 22. dkngusi 7904.

- Mikitärnachrichten. M-rnewe-t. Major T. und BczirkSoffizicr beim Sandwodr.Vcztrk ®trßcn, mürbe um Landwrdr BrprI Grbach (Meldeamt -cvpenbeim), von RoqueS, Hauptmann 3. D und Bezirk«afftzier denn Sand- wehr.Bezirk Gießen (Meldeamt AlSscld), zmn Haupt«

'olgendes Telegramm:

In meinem und ganz Rußlands Namen beauftrage ich Sie, die Garnisonstruppen, Seeleute und Einwohner von Pott Arthur zu den Erfolgen in den Kämpfen vom 26., £7. und 28. Juli zu beglückwünschen. Ich bin fest überzeugt von ihrer vollen Bereitschaft, den Kriegsruhm unserer Waffen dutth unbegrenzte Tapferkeit au fre chtzu erhalten, und spreche allen meinen heißen Dank aus. Der Allerhöchste segne ihren auf­opfernder Heldenmut mrd behüte die Feste Port Arthnv vor den Anschlägen des Feindes. .Nikolaus/^ , _

Wie ein Privattelegramm meldet, soll ein vom Kapttan^ Togo, nicht vom Admiral gleichen Namens konnnandierteK japanische s Kriegsschiff bei Port Arthur ae^ unken sein, angeblich während eines furchtbaren «ächt- 'ichen Bombardements.