Ausgabe 
21.12.1904 Drittes Blatt
 
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Nr. 300

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Umversitälsdruckeret. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.I.

Tel. Nr. bl. Telegr.-Adr. i Anzeiger Gießen»

Erscheint tV-Nch mit Ausnahme des Sonntags.

DieGiehener Familienbiatter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der W^tsstlchs Landwirt*' erscheint monatlich einmal.

Drittes L84. Jaftrnang Mittwoch 2l. Dezember ,804

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen

Aie Worsession der zweiten Kammer.

Hon unserem Darmstädter Redaktionsbureau.

Es hxtT kein sonderlich! erhebendes Bild, mit dem die zweite Kammer am Samstag mittag ihre Tätigkeit für das alte Jahr beendete. Der Regierung war daran ge- legen, me Gesetzentwürfe über die Notariatsgebühren die Gerichts ko st en noch in diesen Tagen erledigt zu wissen und die Verabschiedung namentlich des letzteren war auch schon uns dem Grunde dringend erforder­lich, weil mit dem Abschluß des Jahres die fünfjährige Frist ab gelaufen ist, während welcher nach der Verordnung vom i j 1899 eine gesetzliche Regelung des gesamten Ge-

rtchtskostenwesens erfolgen sollte. Wäre dieselbe jetzt nicht zum Abschluß gekommen, so hätte eine neue landesherrliche Verordnung das Provisorium, das seit der Einführung des deutschen Gerichtskostengesetzes vom 1. Okt. 1879 besteht, abermals verlängern müssen. Es lag also im wohlverstan­denen Interesse des Landes, die Frage jetzt definitiv zur Erledigung zu bringen und man wird deshalb nur schwer begreifen können, daß sich trotzdem ein so schroffer Wider­spruch gegen die Beratung des Gesetzentwurfs erhob. Zwei Herren vom Lande schützten vor, noch keine Zeit zum ge­nauen Studium der Vorlage gehabt zu haben, sie mußten sich aber vom Justizminister mit Recht darauf Hinweisen lassen, daß die Vorlage das Datum des 27. Juli d. I. trägt, es also nicht Schuld der Regierung sei, wenn die Herren heute noch nicht genau darüber informiert seien. Erst als der Justizminister mit erhobener Stimme darauf hinwies, daß die Vorlage in 18 verschiedenenP unkten Zum Teil sehr 'bedeutenoe Ermäßigungen der Gebührensätze enthalte und er den Opponenten die Verantwortung dafür überlassen müsse, wenn die Wohl­taten des Gesetzes der Bevölkerung vorent­halten blieben, konnte die Beratung über die einzelnen Artikel in ungestörter Weise fortgesetzt und die Vorlage nach den Anträgen des Ausschusses zur Annahme ge­bracht werden. Durch das Gesetz wird das gesamte landes­rechtliche Gebührenwesen in einem Gesetz vereint. Es regelte nicht nur die Gebühren der fieiwilligen Gerichtsbarkeit, sondern auch die der streitigen Gerichtsbarkeit und es fällt mit seiner am 1. Januar erfolgenden Gesetzeskraft sowohl die erwähnte landesherrliche Verordnung von 1899, als auch das Ausführungsgesetz vom 30. Aua. 1879 fort. Tas Gesetz hält im ganzen an dem Grundsatz des deutschen Gerichtskosten gesetzes fest, der Abstufung der Gebühren nach dem Wert des Gegenstandes.

Erfreulicher, als in der letzten Sitzung vor dem Feste, gestaltete sich die ausgedehnte Besprechung über die Anfrage Kohler inbetreff des landwirtschaftlichen In­stituts der Landes Universität. Die einzelnen Redner, voran Abg. Dr. Gutfleisch, sprachen sich ein­mütig für die Bewilligung der zwecks Einrichtung von Versuchsfeldern geforderten Summe aus und bewiesen omit aufs neue, daß die immer wiederkehrenden Klagen )er Bauernbündler über die angeblich stiefmütterliche Be­handlung der Landwirtschaft in der hessischen Kammer un­gerechtfertigt sei.

Unter den sonstigen, zur Annahme gelangten Vorlagen ist von Interesse, daß die Regierungsvorlage über die Um­wandlung und Ablösung der Streuberechtigung in fremden Waldungen ganz glatt und ungehindert Revue passierte; man hatte hier bei den verschiedenen einschneiden- Den Bestimmungen die heftigste Opposition vom Lande er­wartet. Sehr bemerkenswert ist auch die Einmütigkeit, mit der sich die Kammer gegen die Benutzung der abgabefreien W a f f e n p ä s s e durch Förster bei Privatjagden aussprach und weiter, der energischsten Verhütung einer ferneren Ver­unreinigung unserer Flußläufe das Wort redete.

Damit ist aber auch schon das von der Kammer erledigte Arbeitspensum hergezählt. Sie fand bei ihrem Zusammen­tritt am 16. November eine reich besetzte Tafel mit legis­lativen Leckerbissen gar verschiedener Art vor, aber sie hat es vorgezogen, den größten Teil derselben völlig unberührt zu lassen. Älbst so leicht verdauliche Sachen, wie die Umwandlung zweier Realschulen in Oberrealschulen, waren nicht nach ihrem Geschmack. Das ist für eine, flotte Fortführung der parlamentarischen Geschäfte sehr be­dauerlich. Die Hoffnungen, daß bis zum Beginn der E t a t s b e r a t u n g mit den vielen kleinen Vorlagen gründ- lich aufgeräumt werden würde, haben sich nicht erfüllt. Bis zum Erdrücken schwer beladen schwankt der Parlaments­wagen auch wieder ins neue Jahr hinein. Wann wird der Retter kommen diesem Lande, dier eine raschere schäftsführung in der Kammer durchzusetzen vermag?

Kolonialpost.

Ten Abschiedsbesuch des Gouverneurs Lruppel am Petinger Hofe schildert ein Bericht, folgendermaßen.- Die Audienz sand am 17. Oktober in Anwesenheit des deutschen Gesaridten und des Gefolges des Gouverneurs im Sommerpalast bei Peking statt. Die Kaiserin-Witwe saß auf dem Throne, vor sich das Szepter, einige Stufen unter ihr der Kaiser auf einem Stnhlie. In seiner Ansprache an die Kaiserin hob der Gouverneur hervor, daß er es sich stets habe angelegen sein lassen, die Freundschaft zwischen den beiden Neichen zu fördern. Er habe dabei das dankenswerteste Entgegen­kommen der Provinzialbehörden in Schautung gefunden, und er wisse wohl, daß dieses Entgegenkommen aus Anord­nungen aus Peking zurückzusühren sei. Solange solche Ge­sinnung in Peking herrschen würde, solange würden auch iite guten Beziehungen zwischen D e u t s ch l a n d und h i n a niemals getrübt werden. In der Erwiderung lder Kaiserin-Witwe wurden dem Gouverneur die fieund- Üichsten Grüße mit auf den Weg gegeben und ihm zugleich fter Auftrag erteilt, dem deutschen K g i s e r die Gr ü ß e Der Kaiserin-Witwe und des Kaisers zu über- rntttteln. Nach der eierlichen Audienz fand für die Herren ofin Frust!' statt, an dem die kaiserlichen Prinzen und die höchsten Würdenträger Ehinas teilnahmeu, während die Kaiserin-Witwe inzwischen die Damen der Gesandttchaft und Kie Frau des Gouverneurs Truppel empfing. Die Kai­

serin schenkte ber dieser Gelegenheit Frau Truppel ein selbstge maltes Blumenstück. Späterhin begab sich die Kaiserin mit den deutschen Damen und den Damen ihres Hofstaates in die Räume, in denen sich die Herren befanden, und hielt dort Eerele ,ab. Auf diese Weise ge­schah das [int chinesischen Zeremoniell bisher noch nie Dagewesene, daß bei einem Empfange Herren und Damenineinem Raume sich zwanglos um die Kaiserin gruppierten. Die Rückfahrt fand auf dem fremden, bisher verschlossenen Teile des Kaiserkanals statt.

Aus den niederländischen Kolonien. In den Monaten August und September war das niederländische FlottillefahrzeugMateram" in der Endehbai auf der Sunda-Jnsel Floras und am 18. Oktober traf auch der Gelderland" dort ein'. Man wollte dort eine Züchtigung Eingeborener vornehmen. Wie es dabei zugegangen rst, dar- iiber hat ein Teilnehmer der Expeditton unserem Bruder­organHet Volk" einige Mitteilungen gemacht. Danach ist den Soldaten Befehl gegeben worden, alles nieder zu schießen, was ihnen in den Weg kom> men würde. Aus Eingeborenen befteundeter Ortschaften waren Hilsstruppen gebildet worden und sie hatten nach der Aussage eines Offiziers die Aufgabe, die Kam Poings der Feinde niederzubrennen, ihre Anpflanz­ungenzuvernichten, und außerdem erlaubteman ihnen, mitzunehmen, was sie wollten. Daß man hierzu Hilfstruppen heranzoa, geschah, wie ein Offizier sagte:weil sonst in Holland ein Mordsgeschrei darüber gemacht wird, wenn wir es selbst tun." Diese Anweisungen wurden denn auch getreulich befolgt und offenbar ohne große Gefahr für die Angreifer. Klawanganfälle brauchte man nicht zu fürchten und Feuerwaffen hatten die Feinde keine anderen als alte Vorderlader, die zu laden sie min­destens 10 Minuten nötig hatten.Ich habe, berichtet der Gewährsmann vonHet Volk",wohl einige Schüsse von Eingeborenen gehört, aber wenn ich sage 50 in den zwei Tagen, dann bin ich nicht sparsam mit meiner Schätz­ung. Dagegen sind durch die Landungsdivision vomGel- derland" (ccl 100 Mann) nicht weniger als 5000 Patronen verschossen worden während der zwei Tage, und dazu kommen noch die der 30 Mann vomMateram" und die der ea. 50 Mann Pradjoernis (bewaffnete Polizei)." Es werden dann noch verschiedene greuliche Einzelheiten berichtet, wie die Verstümmelung der Gefallenen, Ab- schneiden des Kopses und der Geschlechtsteile usw.

Kcer und Ilotie.

Der Kaiser hat bei dem 200jährigen Jubiläum des Grenadier-Regiments zu Pferde in Bromberg eine Ansprache gehalten, in der er nach derPost" etwa sagte:Wie das in unserer Armee nicht anders sein kann, ist die Geschichte des Regiments aufs innigste mit der meines Hauses verknüpft. Immer haben die Grenadiere zu Pferde dem Hause der Hohenzollern die Treue gehalten, sie haben in den zwei Jahrhunderten des Bestehens des Regiments die .g-uten Tage mit ihren Königen geteilt, aber auch die schlimmen, wie Gott es eben fügte. Sie haben mit ihnen gelitten, gestritten und gesiegt. Keine große Schlacht ist seit des Großen Friedrich Tagen geschlagen worden, die nicht ehrenvoll verzeichnet wäre in den Annalen des Regiments. Zum Zeichen der Anerkennung dafür habe ich dem Regiment Säknlar-Fahnenbänder verliehen." Nach­dem die Bänder befestigt waren, schloß der Kaiser mit folgenden Worten:Diese Fahnenbänder sollen das Regi­ment an seine Vergangenheit erinnern, aber auch an seine Zukunft. Sie sollen das Regiment mahnen, allezeit in gleich wandelloser Treue, tapferer Aufopferung und selbstloser Hingabe bis zum Tode dem Vaterlande und mir zu dienen. Tas ist mein Wunsch und zugleich mein Glückwunsch für das Regiment."

B efördert zu Leutnants der Reserve die Vizefeldwebet, bezw. Vizewachtmeister: D res er (II Essen), des 4. Großb. Hess. Jnf.-Regts. (Prinz Karl) Nr. 118), Eisfell er (Elberfeld), des 1. Großh. Hess. Feldart.-Rgts. Nr. 25, Kirschbaum (Solingen), des Großh. Hess. Train- Bats. Nr. 18, Hermanns (Köln), des 2. Gr. Hess. Feldart.- Rgts. Nr. 61, Duhnkrack (II Hamburg), des 2. Großh. Hess. Drag.-Rgts. (Leib-Drag.-Rgts.) Nr. 24, Werner, Karl (Hannover), des 1. Großh. Hess. Drag.-Rgts. (Garde- Drag.-Rgts.) Nr. 23, Wittekind (I Darmstadt), des 2. Oberrhein. Jnf.-Rgts» Nr. 99, Siebert, Seriba (I Darmstadt), des 1. Großh. Hess. Jnf.(Leibgarde)-Ngts. Nr. 115, Haberkorn (Gießen), Schreiber I (Darm­stadt), des Jnf.-Nqts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, Herbst (Gießen), Sauer (Worms), des 4. Großh. Hess. Jnf.-Rgts. (Prinz Karl) Nr. 118, Schulz (I Darm­stadt), des 5. Großh. Hess. Jnf.-Rgts. Nr. 168, Frei Herr Scheu ck zu Sch meins berg (I Darmstadt), des 1. Großh. Hess. Feldart.-Rgts. Nr. 25, Oettinger (IDarmstadt), des 2. Bad. Feldart.-Rgts. Nr. 30, Zapel (I Darmstadt), des 2. Großh. Hess. Feldart.-Rgts. Nr. 61. Der Abschied bewilligt: Block (Gießen), Oberlt. der Landw.-Jnf. zweiten Aufgebots.

Paris, 19. Dez. Das neue 240-Mm.-Schnell­feuergeschütz (vergl. unsere gestrigen Telegramme) ist sehr leicht beweglich. Ein elektrischer Kompaß gibt das Resultat eines jeden Schusses au. Eiue automatische Vorrichtung hebt nach jedem Schuß ein neues Geschoß in den Lauf, sodaß der Artillerist nur noch das Pulver darauf zu legen braucht. Das Geschütz kann vier Schüsse in der Minute abgebeu. Es wiegt 10 Tonnen und kostet 150 500 Fres. Jedes Geschoß wiegt 153 Kilogramm. Die ersten Versuche wurden in Creuzot angestettt, bevor das Geschütz dem Kriegsmiuister vorgeführt wurde. Es ivurden 300 Schüsse abgefeuert, ohne daß der Lauf Beschädigungen erlitt. Der Kriegsminister war von der Vorführung höchst befriedigt und zeichnete alle an der Erbauung beteiligten Offiziere durch Beförderung aus. Geschossen wurde aus bl* von ö~8 Km

vermischte». »

*Die Trinkge Iber eines Königs. Man schreibt aus London: Der immer gut gelaunte, wohlbeleibte! König Earlos von Por tUsg al, der nach dreiwöchentlichem! Aufenthalte in England' wieder in den Kreis seiner Unter­tanen zurückgekehrt ist, hat hier nicht bloß seine Wirte, König Eduard und die Herzöge von Devonshire und Port­land, durch sein ungezwungenes Wesen und seinen Appetit erfreut, sondern auch bei deren Dienerschaften einen ganz vorzüglichen Eindruck hinterlassen. Seine fürstlichen Trink­gelder werden so bald nicht vergessen werden. Sie impo­nierten selbst in England, wo .wan in dieser Beziehun,gl verwöhnt genug ist. Der König vergaß niemanden. Mit einer Freigebigkeit, die an Verschwendung grenzt, wurden alle bedacht: Schloßmeister und Kammerdiener, Küchenchefs und Tafeldecker, Förster und Jagdgehilfen, Kutscher und Pferdeknechte. Auch das Heer von Polizisten und Detektivs, welches den König seit seiner Ankunft unauffällig auf Schritt und Tritt begleitet hatte, ging nicht leer aus. Wer mit dem Monarchen auch nur ganz flüchttg und vorüber­gehend in Berührung getreten war, empfing als Minimum fünf Pfund (100 Mk.). Dienern in verantwortlichen Stell­ungen wurde aber vielfach ein Douceur in zehnfachem Be­trage zugewiesen. Was das summiert ergibt, darüber lassen sich selbstverständlich nur Vernmtungen anstellen. Einer ziemlich verläßlichen Schätzung zufolge soll aber die Privat- schattrlle des Königs durch die Trinkgelder allein während seiner zwanzigtägigen Besuchstournee um mindestens 10000 Pfnnd ärmer geworden sein.

* Kleine Tageschronik. In Pforzheim explo­dierte im Laden des Büchsenmachers Jung der Vorrat von Fenerwerkskörpern und flog unter unaufhörlichem Getöse in die Luft. Der ganze Laden wurde vollständig demoliett. Ta sich In demselben niemand befand, ist kein Unglücksfall vorgekommen. Jedoch schwebten die Insassen des Hauses durch den alle Räume erfüllenden Qualm in großer Lebensgefahr, sodaß sie sich nur mit Hilfe der rasch herbeigeeilten Feuerwehr retten konnten. Fünf Personen wurden leicht verletzt. Tie Entstehungsursache ist un­bekannt. In Ashl and (Kentucki) an der Mündung des Aver- River sanken zwei Frachtkähne. Tie durchnäßte Mann­schaft trank Holzspiritus ttotz der Giftmcrrke auf der Flasche. Beim Einschenken meinte einer: Wir wollen Weihnachten feiern: wenn e_§ Gift ist, sterben tot«, zusammen. Von den 17 Mann der Besatzung sind bereits 10 gestorben, drei sind verschwunden. In Minneapolis brannten 15 Häuser nieder, eine Mauer stürzte ein und setzte ein aus Holz gebautes Hotel in Brand. Drei Leichen wurden geborgen, mehrere Personen werden vermißt. In Riga wurde eine Gaunergcsellschaft verhaftet, die seit Mo­naten einen schwunghaften Mädchenhandel betrieb. Tie Opfer lind fast ausschließlich Arbeiterinnen. In Penaflor bei Sevilla entdeckte die Polizei in einem Gatten acht Leichen von Leuten, die ausgeplündert und erschlagen worden waren. Im Garten-Pavillon war eine Spielhölle des Besitzers. Dieser ist verschwunden. Seine Frau und Söhne wurden als Helfershelfer verhaftet. Tie Angelegenheit erregt großes Auf­sehen. Die Regierung wird einen besonderen Richter dafür ein­setzen. Die Polizei verhaftete den Inhaber des Hotels, einen Franzosen Aldige, der sein e Gäste um gebracht und beraubt haben soll. Zwei Touristen, welche eine Pattie aus den Schneeberg untentahmen, werden vermißt. Rettungs- Mannschaften haben bisher keine Spur auffinden können. In der Wohnung eines hiesigen katholischen Pfarrers in Osna­brück 1 wurde ein umfangreicher Diebstahl ausgefühtt. Man vermutet, daß der Einbrecher auch der Urheber des in Heldenbergen an dem katholischen Pfarrer Thöbes ver­übten Raubmordes, der längst gesuchte Metzger H u d d e ist.

Nnivcrsi1ä'ts-H!achrichten.

Für Einfü hrung einesPhilosopHicum", durch welches die allgetneine Bildung erwiesen und freies Feld für die Facharbeit geschaffen werden soll, tritt eine von Ber­liner Studenten angeregte Petitio n ein. Die Eingabe soll nach Schluß der Sammellisten durch den Rektor der Uni­versität dem preuß. Kultusminister übermittelt werden. Es wird eine Aenderung der Prüfungsordnung für das Lehramt an den höheren Schulen dahin verlangt, daß der Nachweis der allgemeinen Bildung in Deutsch, Religion, Philo­sophie und Pädagogik von dem einheitlichen Fachexamen getrennt wird und schon nach Wlauf von vier Semestern durch eine be­sondere Prüfung analog dem PhysicumderMediziner abgelegt werden darf.

Landwirtschaft.

lieber das Sinken der Schto einepreise wird ac> schrieben: Trotz der hohen Kattoffel- und Futterpreise sind Die Preise für Fettschweine in den letzten Wochen in Berlin ge* fallen. Ter Grund hierfür liegt darin, daß in den Provinzen' jetzt sehr viel jüngere halbreife Schweine zur Schlachtung kommen und daher mehr Fettschweine fiir Berlin und die Großstädte disponibel werden. Die kleinen Züchter und Mäster verkaufen jetzt Mittelschweine für jeden Preis an die Händler und SckstEer und können Ferkel überhaupt nicht loswerden. Selbstverständlich wird in einigen Wochen dann der Rückschlag erfolgen, die jüngeren Schweine sind dann weggefchlachtet und das Material zur Mast wird fehlen Es könnten dann leicht die Preise für Fettschweine über den normalen Stand steigen. Natürlich 'wird dann der alte Fleischrummel wieder ins Leben treten und die Hetze gegen die Agrarier, die unter den Selbstkosten nicht produzieren wollen, beginnen. Es wäre gut, wenn unsere Presse schott jetzt auf die DLöglichkeit hoher Fleischpreise für die Zukunft aufmerksam machte."

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1968

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