Ausgabe 
20.2.1904 Drittes Blatt
 
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen

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geude Löwin.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGiehener Zamilienbliitter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegL Der ^hesfische £anbwirt erscheint monatlich einmal.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7.

Tel. Rr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.

Warnung H

Die meisten Nachahmungen von Dr. Hommels Haematogen werden, um das D. K. P. Wo. bl,Ml zu umgehen, mit Zuhilfenahme von Aether bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, das aetberfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. Hommel's Haematugen und achte auf die SchutzmarkeSäu-

Welche Lcyren lassen ftch ans der Darmstädter Dergistu« gsaffäre für die Kemüscstonservev ziehen?

Von einem praktischen Arzt.

Original-Artikel desGießener Anzeigers".

Nachdruck verboten.

Der an dieser Stelle abgedruckte Bericht unseres be­rühmten Mitbürgers, Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Gafsky, läßt es unzweifelhaft erscheinen, daß die Ursache der be- dauerUchen Darmstädter Ertränkungen und Todesfälle in einer mangelhaften Konservierung der Bohnen zu suchen ist.

Vergiftungen durch Konserven können zweierlei Art sein, nämlich chemische und "bakterielle. Erstere, wie z. B. Kupfer-, Bleioergistungen, Vergiftungen durch Pilze, durch das Gift der dlartosselkeime (Solantn) und andere mehr unterscheiden sich von letzteren dadurch daß längeres Kochen ohne Einfluß auf die Giftigkeit bleibt.

Wie aber alle Bakterien, nebst ihren Dauerformen, den Sporen, welche sich etwa wie die Samen zu den Früchten verhalten und wesentlich widerstandsfähiger sind als die Bazillen selbst, durch längeres Kochfen sicher abgetotet werden, so können auch die verschiedenartigsten Nahrungs­mittel, welche solche mikroskopische kleine Schädlinge ent­halten, durch Kochen sicher keimfrei gemacht werden. In solchem keimfreien Zustande aber halten sie sich unter Luft­abschluß längere Zeit, sicher ein Jahr, vielfach, aber be­deutend länger absolut einwandfrei und können zu^Ver- gistungsvorgangen im menschlichen oder tierischen Orga­nismus keinen Anlaß geben. tr ..

Selbstverständlich ist Grundbedingung, daß die überall im Leben geforderte Reinlichkeit in ganz besonderem Umfange auch aus die Bereitung der Konserven Anwendung findet. Gefäße, Hände, die zu konservierenden Gegen­stände müssen zuvörderst einer gründlichen Reinigung unter­zogen werden. Die Deckel der Gesäße müssen gut passen und etwa verwendete Gummiringe rein, elastisch und unverletzt sein.

Von der Verwendung der verlöteten Büchsen muß eigentlich abgeraten werden. Es ist keineswegs richtig, daß man den verdorbenen Zustand an dem vorgebuckelten Boden und Deckel erkennen könne. Dies ist nur bei einem starken Grad der Zersetzung und damit einhergehcnder Gasbildung der Fall. Geringere Grade können erst nach Oeffnen der Büchsen festgestellt werden. Zudem bietet das Verlöten der Büchsen eine neue Gefahr. Bei längerem Verweilen der uonserven in Büchsen, namentlich bei Anwesenheit von Säuren, kann von den Lötstellen Blei in den Inhalt über- 'aeheu und zu Bleivergiftung Anlaß geben. (Zusatz von -Kupfer ist namentlich bei Erbsen und Bohnen zur Erzielung einer schönen grünen Farbe nicht selten und wegen der Ver- laiftnngsgefahr sehr bedenklich)

Eine sichere Gewähr gegen die,e Eventualitäten bietet eigentlich nur das Weclsche Patentverfahren zur Frischhalt­ung aller Nahrungsmittel. Dies Verfahren beruht aus den gleichen Grundsätzen, wie das Soxtzletschss zur Milchstenli- üerung. Es werden Glasgefäße, Gummiringe und Glas­deckel verwandt und die verschiedenen Nahrungsmittel in

Tie wichtigsten Sätze dieses Alckommens lauten fol­gendermaßen :

1. Die kaiserlichen Regierungen von Rußland und Japan erkennen definitiv die Souveränetät und die völlige Unab­hängigkeit von Korea an und verpflichten sich gegenseitig, fid;, jeder direkten Einmischung in die inneren Angelegen­heiten dieses Landes zu enthalten.

2. In dem Wunsche für die Zukunft jede Möglichkeit eines Mißverständnisses abzuschneiden, vervslichten sich die kaiserlichen Regierungen von Rußland und Japan gegen­seitig, falls Korea sich um Rat oder Hilfe, sei es an Rußland oder sei es an Japan, wenden sollte, leine Maß­nahmen zu ergreifen für die Ernennung von militärischen Instrukteuren oder Beratern in finanziellen Angeleaen- yeiten, ohne darüber zuvor zu einem gegenseitigen Ein­verständnis gekommen zu sein.

3. In Anbetracht der großen Entwicklung, welche die . kommerziellen und industriellen Unternehmungen Japans in Korea gewonnen haben, sowie der beträchtlichen Zahl an japanischen Unterranen, die in diesem Land wohnen, wird die russische Regierung in keiner Weise die Entwick- lung der kommerziellen und industriellen Beziehungen zwischen Japan uiid Korea hemmen.

So verliefen die ostasiatischen Ereignisse, bis der gegen­wärtige russisch-japanische Konflikt entstand.

Daß Japan die M a n d s ch u r e i und Koreanötig habe als Kolonialland für den Ueberschuß seiner Be­völkerung, und daß es deshalb die Räumung der Mandschu­rei und die Vorherrschaft in Korea mit Rußland unter­handle, wie es vielfach heißt, glaubt der Verfasser kaum. Japan ist ja zwar ein dicht bevölkertes Land (107 aus 1 Quadratkilometer), doch hat es im Norden und in Formosa noch weite, unkultivierte und sehr wenig bewohnte Landslächen, die wegen des Mangels an Kapital unbebaut liegen. Dadurch, daß diese urbar gemacht wer­den, kann Japan für seine überschüssige Bevölkerung noch genügend Niederlassungsterrain schaffen. Zu Handels- und sonstigen Erwerbszweüen wandern viele Japaner nach dem Auslande aus, aber um Ansiedlungsstützpunkte zu bekom­men, bedarf es keiner langwierigen diplomatischen Ver­handlungen, noch welliger militärischer Operationen.

Tie russisch-iapaniseye Frage beruht also vorwiegend aus Macht Politik und nicht auf Realpolitik.

Die japanijch-russtschcn Aeziehungen von 1750 Lis 1903.

Auf Grund japanischer Quellen dargestellt von ttendso Totsuka (Japan), cand. cam., z. Z. Gießen.

(Original-Artikel desGieß. Anz.") (Nachdruck verboten.)

(Schluß.)

Im Jahre 1894 entstand im Innern von Korea wieder ein Aufstand. Tie koreanische Regierung bat China, Truppen zu senden, um die Unruhen zu beseitigen. China schickte sofort seine Truppen und teilte dies, nach dem obengenannten Vertrag, Japan mit. Da letzteres es für notwendig ansah, seine Staatsangehörigen zu schützen, so sandte es auch Soldaten dorthin. Ta. in den ver- sckiedenen Teilen Koreas immer wieder Aufstände aus- brachen, schlug Japan der chinesischen Regierung vor, durch friedliche Reformen das koreanische Staatswesen von Grund aus zu verbessern, da die militärischen Operationen doch nur zu vorübergehender Niederwerfung der Auf­stände führten. China zögerte, und so schickte Japan ein Ultimatum, durch das es binnen 5 Tagen die endgiltige Antwort forderte. Nach 5 Tagen kam jedoch keine Ant­wort von China, vielmehr schickte es inzwischen fort­während Soldaten nach Korea. Damals ereignete sich der Zusammenstoß eines japanischen Kriegsschiffs mit einem chinesischen Truppentransportschiff und es haben dann die beiden Staaten den Krieg erklärt.

Bei dem Friedensvertrag, erfolgte die Inter­vention von Rußland, unterstützt von Frankreich und Deutschland, die zur Erhaltung des Friedens in Ostasien Japan dazu zwang, aus die Einverleibung der Liaotung-Halbinfel als Kriegsentschädigung zu verzichten. Tie japanischen Truppen und Kriegsschiffe waren damals alle in China und die Mannschaften durch die jahrelangen Kämpfe kriegsmüde; im Innern des Landes fehlte es auch an Mitteln. Hätte Japan diesem Vorschlag nicht Folge geleistet, so hätte es den Krieg nut den inter­venierenden Staaten noch weiter fortsetzen müssen, was für es unmöglich war, zumal es sich um dre drei mach? tigsten Staaten der Welt handelte. Somit war man ge­nötigt, sich von der Liaotung-Halbinsel zurückzuziehen, woraus Rußland selbst sick dieser Beute, wo sich Port Arthur befindet, bemächtigte. Tafür hat Japan die Kriegsentschädigung um 30 000 000 Teer vermehrt (Frie­densvertrag von Shimonoseki 1895).

Tiefe Intervention ist der Grund der gegenwärtigen Verwicklung zwischen Rußland und Jäpan geworden.

Nach dem F-riedensvertrag zwischen Japan und China erkannte das letztere die vollkommene Integrität von Korea an, die nach § 1 dieses Vertrages geregelt war. Dadurch war die Lage der chinefischen Regierung gegenüber Korea ganz

Ganz ähnlich sind die Wirkungen, welche die Stoff­wechselprodukte der kleinsten Lebewesen, der Bazillen, ent­falten, und welch«e man wegen ihrer stark giftigen Wirkung Toxine nennt. Diese entstehen entweder im Körper selbst (so z. B. bei der Diphtherie, wo sie die bekannten postdiph- therischen Lähmungen yervorrufen, wodurch die Kinder durch die Nase sprechen, ein Bein nicht bewegen können, eine weite Pupille haben rc.) oder auch außerhalb derselben und müssen dann, um giftig zu wirken, erst in den Körper gelangen. Der letztere Fall scheint in der Darmstädter Affäre zuzu­treffen. Das Gift muß in den Büchsen mit Bohnenkonserven enthalten gewesen jein. Da metallische Gifte nicht m Be­tracht kommen, wohl aber 1895 in Belgien eine ganz ähn­liche VergistunasgeschiMe durch den Genuß eines Schinkens beobachtet wurde, als deren Ursache van Ermenghem einen Mikroorganismus, den bacillus botolinus entdeckte, so lag die Vermutung nahe, daß es sich hier auch um ähnliche Er­reger handelt. , ,

Die Berichte über die Erkrankten scheinen drefen Schluß von vornherein zu rechtfertigen. Denn abgesehen von den ähnlichen Krankheitsbiidern, wird von einem Kandidaten der Theologie berichtet, dessen Essen nut dem verhängnis­vollen Bohnensalat den ganzen Nachmittag auf dem Ofen brodelte, bis der Kandidat es verzehrte. Dieser blieb trotz des Genusses gesund. Seine nach acht Tagen gemeldeten Leibschmerzen sind wohl, da weiter nichts darüber verlautet, auf die psychiiche Wirkung der Angst zurückzusühren.

Da ich nun oben angeführt habe, daß Batterien, nebst Sporen und, wie ich hier zusügen muß, auch chre Toxine durch Kochen unschädlich gemacht werden, so erfährt die Annahme, daß es sich um ein Bakteriengift handelt, hier­durch eine Stütze. Wenn es, wie wir hoffen, gelingen sollte, den Erreger dieses Giftes aufzufinden, so würde damit bei Beweis für die Richtigkeit der Annahme erbracht sein. Einstweilen kann nur zur Beobachtung der erwähnten Vor­sichtsmaßregeln beim Einfachen von Konserven drmgend geraten werden. Hier will ich noch erwähnen, daß der Luzerner Kantonschemiker Dr. Schumackxr-Kopp das Ver­derben der Konserven ^urch die möglicherweise vergessene Zufügung von Kochsalz erklären will. .

Dies kann ober an sich nicht von solcher Wichtigkeit st in. Kochfalz hat keine baiterientötende Eigenschaften. Der Zusatz kann nur deshalb empfohlen werden, weil dadurch der Siede­punkt des Wassers um 12 Grad höher liegt, also die Wirkung des KochjenS bei höherer Temperatur intensiver wird. Jedenfalls folgt aus deni Vorkommnis und dem Gange der Untersuchung zweierlei:

Einmal, daß man übelriechende,*) mrßfarbige ober sonst verdächtige Konserven, wenn man sie nicht lieber wegwirft, mindestens vor dem Genuß noch einmal aufkochen soll. Besser freilich schließt man sie vom Germß ganz aus, da man ihnen den Grund des Verderbens ja nicht ansehen kann. Zum andern fi-ehr ntem, wie unentbehrlich für der­artige Untersuchungen das Tierexperiment ist.

*) Der Buttersäuregeruch im -armstädter Fall ist auf Zersetzungsprozesst durch die Bazillen zurückzu,ühren und ist, nach den bisherigen Erfahrungen für anaerobe Bazillen charakteristische.

Drittes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 20. Februar 1804

Gietzener Anzeiger

anders geworden. Tie koreanische Regierung bat Japan um die Leitung der Reformen in ihrem Lande. Japan ist dieser Bitte nachgekommen, schickte den Grafen JNouye, den Schwiegervater des japanischen Gesandten in Berlin, und andere hohe Beamte, die in Europa waren oder von Haus aus europäisch gebildet sind, nach Korea. Sie begannen sofort eifrig und energisch die verschiedenen Reformpro- jekte auszuarbeiten. In der koreanischen Regierung tauch­ten aber immer wieder kulturfeindliche Strömungen auf, sodaß verschiedene Resormvorschläge undurchgeführt blieben. Tie Japaner verloren daher die Geduld und Hoffnung und kehrten nach und nach zurück. In Korea herrschte wie fast immer Feindschaft zwischen den hohen Beamten. Im Oktober 1895 haben die Verschwörer die Kaiserin von Korea ermordet, an welcher Bluttat auch viele Japaner teilnahmen. Auch die japanische Ge­sandtschaft war nicht ganz unschuldig. Tie japanische Regierung rief den Gesandten und andere an jenen Ereignissen beteiligte Japaner zurück. Sie wurden dem Gericht unterworfen, aber alle aus Mangel an Be­weismaterial freigesprochen. .

Dieses Ereignis bildet einen häßlichen Fleck in der Ge­schichte der sonst so freundlichen Beziehungen Japans zu dem Nachbarland. Bei diesem Ausstand slohderkorea- nische Kaiser in die russische Legation, bie ihn sehr gut und aufmerksam behandelte und mit Rat und Tat unterstützte. Ter Kaiser kehrte erst nach fast einem halben Jahre in seine Residenz zurück. Seit dieser Zeit wurde Japan von den Koreanern gehaßt, seine Macht und Einfluß in Korea verminderte sich immer mehr. Und der burd) den japanischi-chinesischen Krieg erreichte Erfolg ist dadurch wieder zu einem großen Teil zu Nichte gemacht worden. Demgegenüber wächst das russische An­sehen und das Zutrauen zur russischen Politik in der letzten Zeit am koreanischen Hof und bei der Regierung mehr und mehr.*) r ,,,,,

Anläßlich der Krönungssestlichkert des russischen Kaisers (1896) schickte Japan den Marquis Jamagata als bevollmächtigten Regierungsvertreter zur Teilnahme an der Feier und ließ ihn bei dieser Gelegenheit mit dem Prinzen Lobanosf über das Abkommen betreffend Korea beraten. Ter Vertrag wurde im Juni 1896 abgeschlossen und im April 1898 proklamiert, und besteht noch jetzt (Russisch-japanisches Abkommen betreffend Korea 1898).

Dieses Abkommen, welches den japanischen Ruf bis zu einem gewissen Grade wieder herstellte, ist nur eine Vor­beugungsmaßnahme gegen das weitere Anwachsen des russi­schen Einflusses in Kvrea.

) Tie neuesten telegraphischen Meldungen aus Söul, der Hauptstadt von Korea, besagen indes übereinstimmend, daß der Kaiser von Korea z. Z. mit allen Mitteln Javan, unterstützt und sich selbst dem Schutze der Japaner über­antwortet hat. T. Red. d. Gieß. Anz.

den durch Federdruck verschlossen gehaltenen Gläsern nach beigegebener Anweisung verschieden lang gekocht. Dadurch entweicht die erwähnte Luft, die äußere kann durch den ausgcpretzten Deckel nicht eindringen. So bildet sich ein lust- verdünnter Raum, dessen Verdünnungsgrad nach dem Er­kalten infolge der Volumenverminderung des Inhalts noch zunimmt.*) Die äußere Luft preßt nun den Teckel selbsttätig aus. Durch das Kochen ist außerdem eine vollkommene Keim­freiheit des Inhalts hergestellt, die einen gefahrlosen Geimß gewährleistet. Es kommt hinzu, daß man ein Verderben, wenn es ja einmal vorkommen sollte, mühelos mit dem Auge konstatieren kann. Sitzt nämlich der Deckel nicht mehr fest auf, etwa infolge eines defekten Gummirings, so dringt die äußere Lust in das Innere, was unter starker SchMm- bildung vor sich geht. Auch jedes Glas, dessen Deckel sich leicht abheben läßt, ist verdächtig.

Wenn das Kochen nicht genügend lange fortgesetzt wird, so ist bei jeder Art von Konservenbereitung, sowohl in ver­löteten Büchsen, wie in gedeckelten Metall-, Steingut- und Glasgesäßen die Möglichkett vorhanden, daß nicht alle Ba­zillen, die sich ja in der Natur überall massenhaft finden, abgetötet sind, und diese können sich dann vermehren. Freilich können vorzugsweise nur anaerobe (ä privativum, ächp Lust, ßt'oc Leben), also unter Luftabschluß lebende Bakterien ui Betracht kommen, zu deren wesentlicher Eigentümlichkeit es gehört, daß sie nur bei Abwesenheit des Sauerstoffs der Lust gedeihen; denn der Inhalt der Konservengefäße ist ja bei der vorher beschriebenen Bereisungsweise wenn auch nicht luftleer, luftleere Räume gibt es ja bekanntlich nicht, so doch luftarm. ,

Aus diesem Grunde hat es auch, seine großen Schwierig­ketten, solche Bazillen zu zücbten, d. h. mittelst Verimpfung auf bestimmte Nährboden, deren gewöhnliche Bouillon, Agar Agar, Blutserum, Harn, Kartoffeln sind, zur Vermehrung zu bringen, da es schwierig ist, der Grundbedingung Fern­haltung des in unserer Luft enthaltenen Sauerstoffs Ge­nüge zu leisten.

Zweifellos sind bei dem Darmstädter Trama bakterielle Einflüsse die Vergistungsursachen. Einmal sind die Ver­giftungsbilder duÄ chemische Gifte andere. Die wirken meist rasch, die hervorstechendsten Symptome sind die eines starken Magendarmkatarrhs mit Erbrechen rc., während in den Darmstädter Fällen mehr oder minder langsam auf­tretende Lähmungen, also Symptome von feiten des Zentral­nervensystems (Gehirn, Rückenmark, Ganglien) in die Er- scheinung traten.

Während die metallischen Gifte, in den Magen gebracht, hier chemische Verbindungen mit dem Gewebseiweiß, den Säuren re. eingehen und in diesen Verbindungen chre Giftig­keit durch Verätzungen unter dem Bild eines heftigen, sog. toxischen Magendarmkatarrhs dokumentieren, gehen Pilz- Kartofselkeim- und andere Gifte durch die Lympybahnen ui das Blut und damit den ganzen Körper über und entfalten chre Wirkung an den verschiedensten Organen, besonders am Zentralnervensystem.

*) Aehnlich liegen die Verhältnisse auch bei verlöteten Büchsen, bod). ist deren Lustgehalt größer, wie aus dem Vor­hergehenden erhellt.