ist
Hausens Kasseler Hafer-Kakao
Für schwäch! Kinder
KcriÄlssaal.
Cb.) Mainz, 19. Nov. Tas Oberkriegsgericht be-' ichästigt" sich gestern b'er mit einer interessanten Berufnngssache. T^r 24jährige Fabrikarbeiter und Kanonier Georg (verlach aus-Frankfurt und der 20 jährige Sattler und Gefreite der Reserve Johann Forster in Koblenz, von der 4. Batterie des Feldartilleric-Negts. Nr. 63, hatten sich wegen gefährlicher K ö r p c r v e r l e tz u n n , Bedrohung, Anmaßung von Befehlen und Ungehorsams zu verantworten, ^er Ger- lach wurde vom Kriegsgericht der 21. Tivision zu 2 Jahren und 1 Tag Gefängnis, und der Forster wegen Ungehorsams zu drei Wochen Mittelarrest verurteilt. OZerlach legte seinerseits nnd der Gerichtsh^rr wegen des Forster Berufung ein. Ter Sitzung ging eine Besichtigung in der Löwenhofkaserne voraus. Wie in so vielen Fällen war auch 'hier die Ursache des ganzen Vorfalles in irr unberechtigten Anmaßung der älteren Mannschaften gegen die Rekruten zu suchen, welch letztere unter der Behandlung der „alten Männer" viel zu erdulden haben. Forster hatte bei der Rückkehr der Batterie von Fort Bingen dem 21jährigen Rekruten und Gärtner Friedrich Blangerts aus Krefeld im Tone des Befehls eine Bracke auf die Schulter legen lassen. Blangerts verweigerte das Tragen des Gegenstandes nicht, weil er sich vor den Chikanen und Schlägen fürchtete. Gegen abend wurde dem Dl., der Stubendienst hatte, von dem Unteroffizier befohlen, aus der Handwerkerstube Geschützteile zu^olen. Tort traf Blangerts den Forster beim Stiefelwichsen Sofort rief F.: „Tu kommst mir gerade recht, um meine Stiefel ju wichsen!" Bl. erwiderte: „Jedem andern würde ich "die Stiesel wichsen, nur Ihnen nicht". To sprang Forster auf Bl. los, packte ihn an der Kehle und schlug ihm ins Gesicht. Als Bl. einen Spaten ergriff, um sich zu wehren, zog F. seinen Säbel und versuchte auf Bl. loszuschlagen, wobei er seinen in der Hand haltenden Stiefel traf und zerschnitt. Forster verlangte dann auf der Stube des Blangerts, daß dieser ihm den beschädigten Stiesel machen lasse. Auf mehrmaliges Auffordern M Unteroffiziers die Stube zu verlassen, ging Forster endlich. Nun teilte Forster auf seiner Stube seinem Freunde Gerlach mit, der sofort auf die Stube Nr 12 eilte, den Blangerts dort an der Kehle faßte und jämmerlich zerschlug. Bemerkenswert ist, daß der Gerlach schon früher, als Bl. gerade einige Wochen beim Militär war. zu diesem auf die Stube kam und ihm ohne die geringste Vor-
A« hie ßemil isctfiiwritöiic!
Da in den nächsten Tagen mit dem Druck des Adreß buches begonnen werden muß, bitten wir dringend nm Rück sendung der Jragekarten, soweit dies nicht bereits ge> schehen ist.
Brühl sche Universitäts-Trnlkeret
Tldrcßbuch-Verlag.
— wie auch für jnnge Mädchen — das bewährteste Kräftigung-*» Mittel, um der Blutarmut, Bleichsucht ud. schlechtem Aussehen entgegen zu wirken, Kaffee u. Tee sind fast wertlose Getränke, während Hansens Kasseler Hafer-Kakao noch nach Stunden im Magen anhiilt und kein nervöses Hungergefühl auikommen lässt. Nur echt in blauen Kartons ä. 1 Mk. niemals lose. hv6/*»
Aus unü Land.
Gießen, 19. November 1904.
** Zu den Handelskammerwahlcn. Gegen die Wahl des Lotteriekollektenrs Balser zum Mitglied der Großh. Handelskammer ist Protest eingelegt ivovbcn ans dem Grnnde, weil ein Lotteriekollektenr als Beamter anzn- sehen und als solcher zur Handelskannner nicht wählbar sei. Die Entscheidung bleibt abzuwarten.
** Oberhessischer Geschichtsverein. Tie ordentliche Mitgliederversammlung, die am Donnerstag stattgesunden hat, war glänzend besucht und in ihrem Vertan' kann ein gutes Vorzeichen für das neue Vereinsjabr erblick' werden. Ter Vorsitzende gedachte zunächst des Ablebens des früheren Bereinsleiters, Prof. Höhl bäum und seiner großen Verdienste um den Verein. Die Versammlung ehrte das Andenken des Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Der Geschäftsbericht, den der Vorsitzende darauf erstattete, erwies, daß nicht nur die Sammlungen des Museums durch ständigen Zuwachs nach allen Richtungen hin ausgebaut werden können, sondern daß auch die anderen Betätigungen des Vereins im Dienste der Wisfenschast in keiner Weise zurücktretcn, im Gegenteil immer neue Ausgaben in die Vereinsarbeit mit hereinbezogen werden. Tie Finanzen stehen nicht schlecht, wenn auch sreilich die Aufnahmefähigkeit für erheblich größere Einnahmen vorhanden ist. Vielleicht kommen wir demnächst auf den Geschäftsbericht noch einmal zurück. Mit der Tätigkeit des Vorstandes war die Versammlung zufrieden und wählte ihn durch Zuruf wieder, möraur der Vorstand die Herren Universitäts-Bibliothekar Dr. Ebel und Prof. Tr. Haller eooptierte. Besonderer Tank wurde dem Rechner Herrn Regierungsrat Bähr, und dem unermüdlichen Konservator, Herrn Hauptmann a. D. Kramer, für ihre aufopfernde Wirksamkeit ausgesprochen. Die Statutenänderungen, die vorgenommen wurden, hatten den Zweck, dem Rechner die Geschäftsführung etwas zu erleichtern, und andererseits unbillige Härten beim Ein- und Austritt von Mitgliedern zu beseitigen. Statt der Zeitschrift giebt der Verein in diesem Jahre seinen Mitgliedern die Philipps- Festschrift des Darmstädter Festausschusses. Tie Gießener Mitglieder, die eine Einbanddecke durch den Verein zu beziehen wünschen, werden gebeten, so weit sie es nicht schon getan haben, bis zum 27. l. Mts. sich bei dem Schriftführer — Tr. Vogt, Moltkestraße 28 — zu melden. Rach Erledigung des geschäftlichen Teiles hielt Herr Hauptmann Mohr einen außerordentlichen fesselnden Vortrag über: „Gießen ini 30-jährigen und 7-jährigen Krieg." Ueber die Schlacht bei Buscck oder richtiger bei Kirtorf, im Dezember 1621, verbreitete er sich ausführlicher und zeigte, wie der Landstrich Gießen—Frankfurt immer wieder zum Truppendurchmarsch benutzt wurde und welche böse Jahre der Hesscn- krieg um die Marburger Erbschaft von 1645—1648 über die unglücklichen Bewohner dieser Gegend herbeiführte. Nachdem dann der westphälische Friede für einige Menschenalter der Wetterau wenigstens einigermaßen Friede gebracht hatte, begann mit den Unternehmungen Frankreichs gegen Friedrich den Großen im 7-jährigen Krieg wieder eine neue Zeit des Elends. Da der Vortragende sich größtenteils auf Berichte von Zeitgenossen stützte und daher Material verwerten konnte, das noch gar nicht oder kaum benutzt worden ist, boten die Ausführungen fast ebensoviel Neues wie Interessantes. Eine schneidige Debatte, an der sich besonders Tr. Ebel und Pros. Tr. Röschen beteiligten, schloß sich an den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag und bewies, welch begeisternden Eindruck die Schilderung von Krieg und KriegSgeschrei auf die Versammelten ansgeübt hatte.
*♦ Aus dem Bureau des Stadttheaters. Morgen, Sonntag geht dein Charakter des Tages entsprechend ein durchaus ernstes Stück, Max Halbes „Strom", in Szene. Das hochinteressante Werk ist nur einmal letzter Woche im Theaterverein hier zur Aufführung gelangt und dürfte darum noch besonderes Interesse erregen, weil em Gast Fräulein Rosa Treuer vom Stadttheater in Ausburq ans Engagement die Rolle der Renate spielen wird. — Blumenthals vielbesprochener, in Berlin verbotener „Toter Löwe" gelangt am
DermifdHe»*
Ludwigshafen, 18. Nov. Rechtsanwalt Rosen», seid-Mannheim hatte bei den Verhandlungen betr. Verstaatlichung der Pfalzbahnen als Rechtsbeistand mit- gewirkt und 15000 Mark Gebühren berechnet. Die Verwaltung der Pfalzbahnen hatte diese Forderung als zu hoch zurückgewiesen. Die Anwaltskammer hat dieselben nun- inehr als zu Recht bestehend anerkannt.
Kleine Tages chronik. Ter „Köln Ztg." wird aus Chicago gemeldet: In den Anlagen der Veeples Gas Light and Cokecomvany explodierten 5 Gasbehälter Em ^abrck- gebände stürcke dadurch ein und begrub eine Anzahl Leute. EM Arbeiter versichert, daß mindestens 40 Ma n n u m g e k om men finb — In der Olper ergruppe (Tirol) hatten sich. drei baverifche Touristen verirrt und waren in der Nacht von einem Schneesturm überrascht worden; der Tourist Lauchham^ Rosenheim stürzte ab und wurde von seinen Gefährten unter großen Schwierigkeiten gerettet; er ist leicht ^letzt- — In M a n n h e i m stürzte ein mit drei Perfenen besetztes Automobil eine Böschung hinab und geriet in Brand. Tas Automobil ist total verbrannt. Tie Insassen konnten sich m Sicherheit bringen. Zwei erlitten nur geringe Verletzungen, wahrend em Kaufmann aus Chemnitz erheblich verwundet wurde. — jn Stauers* [ a u t e r n sind zwei Einher in ^ll»we>cnh"ll _der^Mutter^ erstickt.
Briefkasten der Nekaktian.
(«hiionhiiie Tlufragctt bleiben nnber lickstchtigtZ
L H in Glsh Independent Order of Good Templars, Deutsch»- lnnds toronloqe II.' Prestnuslchlck: Limcburq, Riel Bruns-
wickerstraße 19 Treten Sie doch dem Verein gegen Mißbrauch geistiger Getränke in Gießen bei, der hn Grunde dasselbe will Auskmist l'clonmien Sic bei frernt Viarrer D. Schlosser.
anlassung Schläge versetzte. Kurz vor 10 Uhr kam der Gerlach zum zweiten Male auf Stube 12, versetzte dem Bl. wiedei mehrere Schläge ins Gesicht und bemerkte ihm, daß er ihn um 3 Uhr früh zum H ä ck s e l s ch n e i de n wecke, wenn et nicht komme, schlage er ihn tot. In diesem Augenblick kam der Wachtmeister und jagte den G. aus der Stube. Ms Wertet eß zu seinen Stubenkameraden zurückkam, sagte er diesen, wenn her Wachtmeister nicht eben dazu gekommen wäre, hätte er heu Blangerts erstochen. Als Blangerts später Schmutz in den Hof zu tragen hatte, sah er in der Nähe der Kantine den (Erlach stehen, Plötzlich hörte er einen Sprung hinter sich und in demselben Moment erhielt er, jedenfalls mit dem beschlagenen Ende des Peitschenstiels, zwei furchtbareSch lägen ufden Kops. Blangerts bekam Nasenbluten nnd stürzte bewußtlos im -Hofe zusammen Herbeigerufene Kameraden kamen dem am Boden liegenden zu .Hilfe. Tn rief Blangerts: „Geht hinweg, ihr wollt mich schlagen, Gerlach, ich melde Tich!" Ter herbeigeholte Stabsarzt Tr. Bach ordnete die sofortige.Uebersührung des Schwerkranken ins Lazarett an. Bl. blieb einige Zeit dort, wlirde dann entlassen, mußte aber bald wieder ins Lazarett verbracht werden, da sich 'plötzlich epileptische Anfälle bei ihm einstellten. Zu der gestrigen Verhandlung waren vom Verteidiger der Angeklagten Zeng-n geladen, die beweisen sollten, daß sich Blangerts von dem Dienste gedrückt. und die Anfälle simuliert habe. Es war vor einiger Zeit verfügt worden, daß der Bl. nach seiner Heimat beurlaubt werden sollte und es wurden für ihn und einen Begleiter schon die Karten gelöst. Ta witrd" ihm plötzlich der Urlaub versagt. Bl., der sich schon in Zivilkleidung befand, fiteste feinen Vorgesetzten, den Leutnant Höckuer, in seiner Wohnung auf und frug bieten wegen der verweigerten llrlaubsfahrt. Ter Leutnant bemerkte ihm, er könne gbfabren. wenn er die schriftliche Erklärung abgebe, daß er, w-nn ihm unterwegs etwas Passiere, auf Ersatzansprüche verzichte. Ter Bl. erklärte darauf, das tue er nicht, worauf er ent- lassen war. Als sich der Leutnant herumdrebte, stürzte Bl. zufamm"u: er hatte einen epileptischen Anfall bekommen. Der Oeu^uant meinte, d"r Bl. habe diese ,'Tricks' schon oste r s gemacht Diese Behauptung war eine willkürliche, denn durch die Meldung des Wachtmeisters ist festgestellt, daß Bl. Anfälle bei jeder Gelegenheit erleide. Charakteristisch ist, daß der Leutnant gegen den Bl. noch öfters bei seinen Aussagen das Wort „Kerl" gebrauchte Oberstabsarzt Tr. Taubner führte in seinem Gutachten aus, daß an den epileptischen Anfällen des Bl. die durch die Hiebe des Gerlach aus den Kopf M Bl entstenden, n i ch t g e z w e i f e l t werden könne Nachdem im Lawwtt der Zustand des Bl. sich etwas gebessert, habe dieser gewünscht zum Dienste zurückkehren zu dürfen, er habe diesem nicht willfahrt, da die Treppenverhäftnifse in der Löwenhofkaserne sehr schlechte seien und der Bl. bei seinen Anfällen sich dort schwer verletzen könne. Der Bl. sei durch die epileptischen Anfälle schwer in seiner Arbeitss'lnakeit geschädigt, es sei kein Zweifel, haß der Mann seinen Dienst nicht mehr versehen konnte. Was den angeblichen simulierten Anfall bei dem Zeugen Leutnant Höckuer'anbelange, so best'nde für ieden medizinisthen Sachverständigen nicht der geringste Zweifel, daß der Anfall ein echter war. Tas llrlaubsverbot habe den Dl. derart erregt, daß er im Zimmer des Leutnants den Anfall erlitten. Weder bei Bl. noch i n s e i n e r F a m i l i e seien c p i l e v t i 1 ch e A n s a l l e früher vor gekommen. Es sei leicht möglich, daß der Zustand d-S Bl. sich noch bedeutend verschlimmere imb er m Geisteskrankheit verfalle Ter heutige Zustand sei als ein Stecht um zu betrachten. Er wolle nur noch hinzufügen, daß her Kranke auf ihn, als ct ihn behandelte, stets einen wahrheitsliebenden.Eiiw druck gemacht habe, alle seine Angaben hätten sich als medizinilch richtig und wahr erwiesen. Ter Vertreter der Anklagebehorde, ^berkriegsgerichtsrat Zelarius, betonte, daß der bedauerliche Vorfall nur auf den bei den älteren Mannschaften ei n gerissenen Unfug, die Rekruteh zu mißhandeln zurückzufuhren sei Derartige Vorgänge müßten ganz energisch bestraft werden. Tas Gericht verwarf beide Berufungen. Es wurde dabei die .höhnt und Brutalität dw Gesinnung des Gerlach, dessen beklagenswertes Opfer bAr Blangerts geworden, -^hahrend hervorgehooen. Die Verhandlung nahm 7 Stunden in Anspruch.
Düsseldorf, 18. Nov. Wegen Herausforderung zum Zweikampfe verurteilte das hiesige Krieosgeriäst heute die 2 c n t n a n t 5 d e r Reserve Kaufmann Ehristel Marten und Zahnarzt Konrad Timm von hier zu fünf Tagen und em Tag st e s'.unoslwsi —
Herbste besonders groß. Besonders sind die Angler überaus glücklich im Fang. Gestern wurde bei Dutenhofen u. a. ein 15 Pfund schwerer Heckt und ein Aal mit der Angel gelangen, ivelcker ein Gewicht von ca. 6 Psd. hotte. Em so kapitaler Aal ist seit lange nicht in unserer Lahn erbeutet morden.
b. Friedberg, 17. Nov. Im nahen Ober-Roß- baeh passierte auf dem dortigen Eisenstein-Bergwerk ein schlimmer Unglücksfall. Ein Ntaurerparlier, welcher in einem Schacht-Eingang Reparaturen vornehmen ivollle, stürzte von einer Höbe von 68 Meter in die Tiefe, wo er als zer- chmetterte Leiche aufgesunden wurde. Er hinterläßt eine Frau mit drei kleinen Kindern.
f. Lauterbach, 18 Nov. Heute sand das Konzerl des Evangelischen Kirchengesangvereins statt, das ein Ereignis für unsere Stadt war, weil es so bald nicht wieder geboten werden wird. ES wurde zu Gebär gebracht Schillers ,Glocke" in der Veitonung von Ron. g. Als Solisten traten auf: Frl. Edda Hei neck auS Alsfeld zSopran), Herr Fabrikant Schirmer aus G i e ß e n (Tenor), Herr Kreie- arzt Dr. Nebel (Baß). Die Klavierbegleitung hatte in liebenswürdiger Weise Frau 51rei8rat Wal lau übernommen. Trotz mancher Schwierigkeiten wurde das Werk fast muster- ailtig zu Gehör gebracht. Der Dirigent, Herr Rektor Foermes, sowie alle anderen Beteiligten halten aber auch ihr Bestes gegeben. Der „Glocke" war vorbergegangen: 1. Ter Ehor aus dem Oratorium: „Die Befreiung Jerusalems" von Marim. Stadler, 2. Trio c-moll op. 1 Nr 3 von L. van Beethoven (Herr und Frau Dr. Wallau, Herr v. Bechtold), 3. Arie aus „Berres" mit obligater Violine [Largo] von Haendel (Frl Heineck, Herr Dr. Wallau), 4. Zwei Lieder für Tenor (Herr Schirmer, Gießen): a) Feldeinsamkeit von Brahms, b) Verborgenheit von Hugo Wals, 4. Zwei Stücke für Cello: a) Aria von Lotti, b) Andante von Gluck, 6. Zwei Lieder für Sopran: a) Minnelied von Brahms, b) Der Spielmann von Hildach (Fraulein Heineck, Herr Dr. Wallau).
K1 e i n e M i 11 e i l u n g e n a u § H e s s e n u n d den Nachbarstaaten. Die von zahlreichen Blättern gebrachte Mitteilung, daß von dem Lose, auf das in der eben abgespielten 4. Lotterie der Hess. Thür. Staatslotterie der Gewinn von 150 000 Mk. entfallen sei, nur ein Achtel abgefetzt gewesen sei, ist unrichtig. Nach Mitteilung der Lotteriedirektion zu Darmstadt sind vielmehr sämtllche acht Achtel dieses Loses (Nr. 78 718) verkauft worden.
nächsten Dienstag im Abnnnement zur ersten Aufführung. Das Werk, das durch seine Anlehnung an bekannte Zeitereignisse so viel Staub aufgewirbelt hat, wird sorgfältig vorbereitet und das Publikum ist nun selbst in der Lage, sich ein Urteil über da§ in vierfüßiger Trochäen geschriebene Stück zu bilden.
** Baumaterial zu unserer Kanalisation wurde bisher mit Ausnahme von Kalk, welcher von den Bailimter- nehmern geliefert wurde, bem Werte von für 420 000 Mark verbraucht. Auf deui Anschliißgleis der Margarethenhütte wurden bisher 665 Waggon mit Material für den Sielbau verladen. Verwendet sind bereits u. a. 1254 250 Kilogr. Zement, 1 131 350 Kilogr. Traß, 2 470 700 Stück Klinker, 5 967 Meter Zementrohre von 200 bis 900 mm Durchmesser mit 1152 Abzweigungen, 18050 Meter Steinzeugrohre von 200—500 mm Durchmesser mit 2850 Abzweigungen und 8350 Stück Sohlsteine, auf welchen sich 4174 Meter gemauerter Kanal befinden und zivar im Profil 50/75 bis 156/195 Elm. mit 751 Einlässen. An Eiseuzeug mußten bisher beschafft und eingebaiit werden für 390 Sinkkasten Eimer und Aufsätze 546 Schachtdeckel einschließlich Eimer nebst 4200 Stück Steigeisen sowie 206 Stück Schieber und Spühltüren im Profil 20 20 bis 156/195 Ctm. Allein für die Sinkkasten wurden verwendet 1230 Meter Röhren, 2900 Bogenröhren. Die Arbeiten an den Klärbecken sind infolge des hohen Grundwassers zum größten Teil eingestellt, da die umfangreichen Baugruben unter Wasser ltehen.
** Der Sträfling Kämpfe in der Klinik gestorben. In der hiesigen Klinik starb heute früh der Schreiner Karl Wilhelm Friedrich Kämpfe aus Ehringsdorf, der am 14 Oktober d. I. von der Strafkammer-zu Gießen mit 12 Jahren Zuchthaus bestraft worden ist. Kämpfe hatte bekanntlich das Hotel Seipp hier unter deui Namen Opel gekauft und sich mit der dort bediensteten Köchin verlobt. Seine Leiche wird der Anatomie übergeben werden.
** Der Fischreich tum in der Lahn ist in diesem
Ter Minister für schöne Künste widersetzte sich diesem Vor- td)lag\ Tn. Untersuchungsrichter stellte gestern dem Abg. Shveton den Bericht der Gerichtsärzte über den Gesund- heitsznstand Andres zu. Syvet!on gab eine lange Erklärung ab, worin er seine Handlung zu rechtfertigeu suchte Er habe die Absicht gehabt, den Gener.al KU ohrseigen, habe ihn aber nicht verletzen wollen. Er gab zu, die Tat mit Vorbedacht ausgeführt zu haben, stellte aber in Abrede, Andr6 hinterrücks überfallen zu haben. Zum Beweise dafür nannte er verschiedene Zeugen.
Rom, 18. Nov. Wie in vatikanischen Kreisen verlautet, foynntt Bischof Ben zle r nach Rom, weil der Papst über den bekannten Konflikt genau unterrichtet zu sein wünscht. Ter Papst, der namentlich angesichts des Bruches mit Frankreich alles daran setzt, m i t T e u t s ch l a u d gut zu stehen, ist über das unkluge Verhalten Benzlers sehr ärgerlich. Der Bischof werde in Rom also eine tüchtige Strafpredigt und Mahnung zur Mäßigung erhalten.
Petersburg, 18. Nov. Zeitungen zufolge besitzt der neue Minister des Innern unter den Gouverneuren viele Gegner, die eifrig bei der Sache sind, den Minister zu stürzen. Ms in Kowuo eine Kundgebung gegen den Krieg sowie gegen den Absolutismus veranstaltet wurde, gab der Gouverneur Klingenderg den Befehl, alle Juden niederzuschlagen, woraus die Bauern j ü d i s ch e Männer, Frauen, Greise, Kinder in barbarischer Weise mißhandelten: 100 Häuser, 28 Geschäfte wurden ausgeplündert. Bei diesen Vorkommnissen handelte es sich nicht um ernsthafte Judenverfolgungen, sondern um Proteste der reaktionären Partei gegen das liberale Vorgehen des Ministers des Innern.
Newyork, 18. Nov. In den glänzend erleuchteten Räumen des Weißen Hauses gaben heute abend Präsident Roosevelt und Gemahlin ein Festmahl zu Ehren der zur morgigen T en kmalscnth üllun g von Kaiser Wilhelm entsandten Offiziere General v. Löwenfeld und Major v. Schmettow. Es nahmen u. a. teil der deutsche Botschafter Speck v. Sternburg, der russische Botschafter v. Cassini, der amerikanische Botschafter in Berlin Tower, Unterstaatssekretär Lönis, -Dmiral Tewey und die Generale Chaffee, Gilkespie und Grant.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonnlaa, ded 20. November 1904- Zeitweise ancheiternd, besonders im Süden; nur tm Norden unbedeutende Nicderschlaqe, bet milderer Nacht tagsüber Tenweratur wieder abnebmeitd, Mtwetse wntdtg.
Näheres durch die ttUenener Wcltettarke.


