Ausgabe 
19.4.1904 Zweites Blatt
 
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auf das Vorgehen deS Hamburger Senats dafür eingetreten ist, daß keine Versuche mehr unternommen würden, den privaten Sparkassen den Sparkassen-Charakter zu nehmen, vertagt sich das Haus.

* Aus einer Schule im Vogelsberge wird uns ein niedlicher Scherz erzählt. Lehrer R. in H. fragte einen der jüngsten A-B-C-Schützen nach seinem Namen und erhielt prompte Antwort. Andern TagS stellte er dieselbe Frage an den Jungen und erhielt die Antwort:Host mich jo erscht gestern geftogt, ich sage Dirsch net."

§ Klein-Linden, 18. April. Am 1. April wurde dem Zigarrenarbeiter Lenz der Kirchendienst übertragen, nachdem der seitherige Kirchendiener Philipp Weigel mit Rücksicht auf sein hohes Alter das Amt abgab. Weigel, der etwa 30 Jahre den Kirchendienst versehen hat, erhielt vom Großherzog die OrdensauszeichnungFür treue Dienste". Der Gememdeeinnehmer Joh. Germer wurde am 1. April zum Kirch enkassenrechner ernannt.

i. Wingershausen bei Schotten, 18. April. Die Einweihung unseres vollständig von Grund aus renovierten Gotteshauses soll am 8. Mai stattftnden. Vormittags wird Festgottesdienst abgehalten und nachmittags ftndet eine Festversammlung statt. Die Wiederherstellungsarbeiten der seit Jahren sehr baufälligen Kirche wurden im Herbste 1903 begonnen und nach den Plänen des Architekten Hofmann aus Herborn ausgeführt. Die zahlreichen Bildhauerarbeiten, Inschriften :c. wurden soweit sse gut erhalten waren wieder eingefügt. Unsere Kirche ist eines der ältesten Gottes­häuser aus der ersten christlichen Zeit in Hessen und wurde in seinem ersten Teil um 1015 von dem Bischof Erkanbald aus Mainz begonnen und im 12. und 13. Jahrhundert weiter ausgebaut. Die Kosten der Renovierung werden fast ausschließlich aus der sehr reichen Kirchenkasse aufgebracht, die über em Vermögen von zirka 100,000 Mark verfügt.

R. B. Darmstadt, 17. April. Ein Carmen- Sylva-Abend zum Besten der Pensionsanstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller in München fand gestern abend im Hotel zur Traube statt. Derselbe sollte, wie der Vor­tragende, Herr Hoftat Edward in seiner Einlettung be­merkte, gleichzeitig der Ehrung der edlen Dichterin auf dem rumänischen Königsthron dienen, die jüngst einen neuen Beweis ihrer hochherzigen Gesinnung gab, indem sie das von ihrer Mutter ererbte Schloß Segenheim bei Neuwied fürspäter dem Deutschen Schriftstellerverband für erholungsbedürftige Schriftsteller zur Ver­fügung stellte. Das sehr umfangreiche Programm des Abends bestand aus Erzählungen, Märchen, Balladen, Ge­dichten und ProsadichtungFrau Latte' und war geeignet, auch dem Fernstehenden ein treffendes Bild aus dem reichen Gemüts- und Geistesleben der fürstlichen Dichterin zu bieten. Dem ersten Teil der Vorträge wohnte auch Herr Staats­minister Exzellenz Rothe mit Gemahlin bei. Der Abend dürfte bei dem zahlreichen Besuch ein schönes Reinerträgnis ergeben haben.

Frankfurt a. M., 17. April. Der Vorstand des VereinsderDetaillisten richtetean alle Detaillisten Frankfurts die dringende Aufforderung, bei den jetzt wieder bevorstehenden Neuengagements von Lehrlingen zu- .sammenzustehen und jedes Angebot mit lveniger als zweü- rühriger Lehrzeit iu chrerrr eigenen Interesse, im Interesse

Aus Stadt und Saud.

Gießen, 19. April 1904.

* Das Großh. Regierungsblatt, Beil. Nr. 9, ausgegeben am 16. April d. Js. enthält: 1. Uebersicht der für das Jahr 1904 zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse der Gemeinden des Kreises Schotten genehmigten Umlagen. 2. Uebersicht der vom Großh. Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1904 genehmigten Umlagen der Kommunal­bedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Darmstadt. 3. Uebersicht der für das Rechnungsjahr 1904 vom Großh. Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Kommunalbedürfniffen in den Gemeinden deS Kreises Dieburg. 4. Konkurrenzeröffnung.

w Der Babelsberger Stenographen-Verein (gegründet 1861) hielt am 14. d. M. seine ordentliche Haupt­versammlung im Vereinslokal (Cafs Ebel) ab. Aus dem von dem 1. Schriftführer erstatteten Jahresbericht ist zu ent­nehmen, daß der Verein im abgelaufenen Geschäftsjahr (1903/04) 3 Anfänger-, 4 Fortbildung^- und 2 Redeschrift- Kurse, die sich durchweg einer regen Beteiligung erfreuten, abgehalten hat. Der Unterricht fand im Kaufmännischen Vereins­haus statt. Die Vereinsabende an jedem 1. und 3. Donners­tag im Monat waren ebenfalls stets gut besucht. Der vom Rechner oorgettagene Kassebericht ergab einen nennenswerten Ueberschuß. In den Vorstand wurde gewählt Ed. Schiffnie, KreiSamtsbureauoorsteher, 1. Vorsitzender, Wilh. Loh, Armen- amtSsekretär, 2. Vorsitzender, Franz Hanstein, 1. Schriftführer, ,Gg. Fritzsch, 2. Schriftführer, Wilh. Jullmann, Rechner, und ^Friedrich Gräf, Bücherwart. Wie aus dem Inseratenteil zu ersehen ist, eröffnet der Verein nächsten Freitag den 22. d. M. wiederum einen Anfängerkurs.

Al lgeme in er Staatseisenbahn-Verein Gießen. Am 23. April d. I. abends 8 Uhr findet in den Räumen von Steins Garten eine Abendunterhaltung zum Besten der StiftungEisenbahntöchterhort" statt. Es wird ein Eintritts­geld von 20 Pfg. für Erwachsene und 10 Pfg. für Kinder unter 14 Jahren erhoben werden. Konzert, Gesang und Theater und sonsttge Vorttäge, veranstaltet von Mitgliedern und Freunden des Vereins, sowie sich anschließender Tanz versprechen den Abend äußerst genußreich zu gestalten. Im Hinblick hierauf und in Anbetracht des guten Zweckes kann die Veranstaltung allen Mitgliedern sowohl als auch Freunden und Gönnern des Vereins mit ihren Familien zu einem recht zahlreichen Besuch auf das Beste empfohlen werden.

*DerZentral-AusschußfürVolks-und Ju­gendspiele in Deutschland wird seine Hauptver­sammlung in der Stadt Quedlinburg abhalten, die ihn eingeladen hat, der Enthüllung des Gu t s M u t h s- D e n k- malS am 20. Mai beizuwohnen.

** Vogelschutz. Auf dem Braunsteinbergwerk sind auf Veranlassung des Direktors Dr. Esch zahlreiche Brut­kasten für Meisen und Rotschwänzchen aufgehängt worden, um diesen nützlichen Baum- und Gartenhütern bessere Nist- gelegenheiten zu bieten. Meistens tragen gerade bte schlech­ten, oft völlig schutzlosen Nistgelegenheiten eine Hauptschuld an der Abnahme dieser Jnsektenvertilger.

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* Der Konkurs der Prinzessin Alexandra von Ys en bürg-Büdingen zu Wächtersbach wird den Gläubigern wohl eine arge Enttäuschung bereiten, da A k- tiva so gut wie gar keine, dagegen Passiva in Hohe von über einer Million vorhanden sind. Das bedeutende von ihrem Vater im vorigen Jahre Ererbte Pflichtteil, auf welches die Gläubiger ihre letzte Hoffnung gesetzt hatten, geht nicht mit in die Masse. Da die Masse nicht bereit ist, das Pflichtteil frettugeben, so hat der An­walt der Prinzessin, Dr. Carl Cahn eine Klage gegen die Masse angestrengt, die ihr bei den klaren Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches allerdings nur fcnt&n wx» Ursachen dürsten. Tie Kosten bezahlt allerdings 'der jetzt regierende Fürst, denn er hat der LonLursvm^ L0Ö0 ML ge­

stiftet. Hatte er es nicht getan, wäre oer seonnir« seine Schwester wegen Mangels jeglicher Akttva öffnet worden. Die Prinzessin hat übrigens druck m kürzlich erfolgten Tod chres Bruders Max 250 000 M einer Lebensversicherung geerbt, wird aber nichts von Gelde erhalten, da die Police an eine Bank in der die nun unverhofft zu ihrem Gelde kommt, Derofan^T wesen war. r| >

* Redeblüten aus dem Königsberg Stadtparlament, während des letzten einem Sammler im Magistratskollegium und in dec V* Verordnetenversammlung ausgezeichnet, hat bei einem mahl Stadtrat Lehmann in Königsberg (Preußen, rum h gegeben. Die meist anwesenden Autoren dieser unfreiwilligen Humors haben selbst am herzlichsten ^^ gelacht. Eine Auswahl sei mitgeteilt: Tie Debatten batteri ' in den letzten Monaten insbesondere um die Frage der r gemeindung gedreht. Von einem Vorort meinte ein das seiein völlig ungenießbares Stück Land". 3efct fnm der hinkende Pferdefuß nach", sagte bei einer'andern ^ legenheit einer der Stadtväter, unb wieder em anhp wolltegleich an die Quelle gehen, die das Eisen cm >' hat." Von dem Ortsstatut über die Wasserabacfe'S' ein Magistratsmitglied: ,Jch bin überzeugt, daß die -2/' sälligkeit des ganzen Gebäudes zu seiner Aufhebuual, wcrd." Gelegentlich der Wasserzinsdebattc beraum!, Stadtveroronerer:Mir haben die Wasserleitung nicht als gewerbliche Kuh betrachtet", uicd wieder ein o derer erklärte, manmüsse sich auf den Gesichläm,^ stellen". Bon einer Kasse im Krankenhaufe wurde behaur'. Die Kasse rekrutiere sich aus den Leichen, bte nach Anatomie geschah werden", und von der verstossens- nanzkommission:Die 24 Mitglieder der ehemaligen V* nanzkommission harten die geistige Vaterschaft uoer > anderen 78 Stadtverordneten". Ein ärztliches Mitglied Stadtverordnetenversammlung erllärte mit vollem Jtec- Es gibt unter den Aerzten ebenso viele Menschen, wie anderen Ständen." Privatstraßen sind nach der <8eL-' ung eines Stadtrates,wenn sie nicht durch die ftäSl Verwaltung gereinigt werden, Schmutzoasen". Besens tiefsinnig klingt folgender Satz:Der Zaun besteht einem Verhältnis der Qualitäten". Bei einem llntersm ungsgesuch wurde vom Magistratstisch geltend gema? der Mann habe ja im ganzen nur ein Kind". Tas Pem>c- dazu war ein anderer Mann, von dem der Ätadnai c klärte:Der Mann ist ein Pechvogel; jedes Jahr m k? neues Kind da, und jedes Jahr sterben ihm ein me Kinder!" Wer löst das Rechenexempel? Ein anderer erhielt folgende Zusicherung:Der Mann, der m ^er­schweren Amt sein Leben verliert, soll tn reichlicher Vc,s pensioniert werden." Und mit Recht behauptete bei einer solchen Gelegenheit ein anderer Redner:Feder Mens: tlanrmert sich an den Strohhalm, der ihm die Moglichlec seiner Bezüge sichert". Ein llassisches Wort, das ebensall- vor nicht zu langer Zett ein Stadtvater dem Gehege»ir Zähne entfliehen ließ, lautete:Da wttd das juninw jus zu dem zweischneidigen Schwert, welches sich aiijM: an eine kalkulatorische Berechnung antlammen/' z,® kommt nur darauf an, die Sache in ein Kleid zu schstc das niemand vor den Kopf stößt", meinte einmal in ba Stadtverordnetenversammlung ein Magistratsdezernent

* Zwei treue Abonnenten hat ein aMriüuust-'s Blatt verloren, und zwar auf folgende Weife. Än &zer von Zwillingen wünscht zu wissen, wie er diese cm k-ze.i durch die Zeit des Zahnens bringen kann, unb eir Abonnent, nne er seinen Obstgarten von HeuschMn säubern kann. Infolge der Verwechslung der Namm echaU Besitzer von Zwillingen die Antwort:Mcäcn ; i sorgfältig mit Stroh, zünden Sie sie an und 2ic Die Quälgeister schnell los sein." Der mit Heusch'-c.m w- Plagte erhielt den Rat:Reichen Sie ihnen ein v-mg Kastoröl und reiben Sie die Kinnlade sanft mit einem iv- beinstäbchen."

* Amtsstil. Der MünchenerAllg. Zlg." nntb m einem Leser geschrieben: ,^Jn einem Warlcsaalc Bahnhofes war auf der Liste der Möbel zu lesen.: 2 StüM Rohr, 1 Bank Rohr usw., 1 Napf Spuck von Eisen." __

des Lehrpersonals und im Interesse des ganzen Kaufmanns­standes zurückzuweisen." Dem Verein Der Detaillisten ist, wie er mitteilte, auf dieses Rundschreiben eine große Anzahl Zuschriften, darunter von ersten Detattfirmen, zuaegangen, die sich vollständig mit dem Inhalte des Rundschreibens einverstanden erllärten.

Frankfurt a. M., 18. April. Wie der Polizeibericht mitteilt, wurde eine Spielergesellschaft auSgehoben, die in einem Kaffee der Neuen Zeil des öfteren Hazardspiele veranstaltet hatte.

)( Marburg, 18. April. Am Pfingst - Dienstag wird der deutsche Gymnasialverein, welcher bereits nach 14jährigen Bestehen 2,600 Mitglieder zählt, in unserer Stadt tagen. Die Mitglieder verteilen sich über das deutsche Reich, Österreich und die Schweiz. Am 20. April beginnt hier wieder ein Kursus wissenschaftlicher Vorträge für Lehrer und Lehrerinnen, lieber 100 Teilnehmer haben sich schon gemeldet.

Kassel, 18. April. Auch hier ist ein Konflik zwischen Krankenkassen und Aerzten ausgebrochen. Die Kassenärzte haben ihr bisheriges Verhältnis zu den Krankenkaffen zum 1. Juli gekündigt. Daraufhin berief die allgemeine Ortskrankenkasse eine Generalversammlung; in dieser wurde beschlossen, die freie Arztwahl abzulehnen und das sogenannte beamtete Arztsystem einzuführen, d. h. es sollen in Zukunft die Arzte bei der Kasse gegen ein bestimmtes Pauschalhonorar, ohne jedesmalige Bezahlung der Einzel- leistung, angestellt werden.

Kerichtsjaal.

Der stolze Vater. Acht Jahre war er verhei:^!^ -- mit Pünktlichkeit hatte seine Ehefrau ihn in sechs au! c^ ander folgenden Jahren zur Zeit, wenn reifen und das Laub sich bräunt, mit einem Knaben schenkt. Kann man es ihm verdenken, daß er «ich mu ctifs. Hoffnung trug, das siebente Kmd werde auch em 3uildc lem;" Vormittage des 30. Oktober v. Js. war es, als das toeigm-1. traf. Bald nachdem eine ältere Frau mit einem Pompadoi. - dem Arm seine Wohnung betreten hatte, sah man ibn *- verlassen und dem Gemeindehaus zueilen.Wilhelm, was ii.,.^ los, Du siehst ja so erfreut aus?" riefen ihm ein paai v-.- _ zu, die ihm unterwegs begegneten.Kinder, ich muiz na«-- Standesamt, natürlich wieder em Junge, nun 'u.. Heb enl" Er war etwas außer Atem, als er da- Standesamts betrat.Ich komme nur em Kind anju natürlich wieder einen Jungen, es ist der fiebente - Stolz hinzu Gottfried Emrl H. . . . soll er W" . wischte er sich die Stirn und ging nach Hause, klmern eg. i ihm allerlei stolze Gedanken. Ob Der Kaiser roobl die V , bei dem Siebenten übernehmen würde? Cb |ie Soldat werden müßten? Unter solchen Gedanken eneicy - Henn. Die altere Frau mit dem Pompadour über dem . gerade im Begriff, sich zu entfernen. Ich gratuliere, haben Sie endlich auch ein kleines Mädchen. V- Was?" rief erein Mädchen? Sollte ich haben?" Er stürzte nach der Schlasstube. Er haue f-m ... geirrt.Na, denn das nächste Alal", sprach er ,

als er die Wohnstube wieder betrat. Ami war aber <,z Unvorsichtigkeit eine falsche Eintragung in das ^an-a . bewirkt worden und H. wurde dieserhalb zur ^eran zogen. So kam denn die tragikomische Geschichtei -

vor der Strafkammer des Berliner Landgerichts tt. J. at>anlpait Tatbestand sestgestelll worden war, beantragte der elbst die Freisprechung des Angeklagten, der luj i r.5 im guten Glauben befunden habe. Der GerichlScios h^^ytrage.__

Schiffsualistichlen. Norddeutscher Lloyd. , la.

In Dießen vertreten durch Carl Loo«, Kirch Bremen, 14. April. (Per Iransatlantiicht Der Doppelschrauben - PostdampferBremen , Kap«"' g Utjt

vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, i|t am t- abends wohlbehalten in Newyork angekommen.

vermischtes.

Düsseldorf, 18. April. In Odenkirchen hat sich beim Spielen mit einem Revolver ein siebzehnjähriger Gym- nasirrst erschossen.

* Barmen, 18. April. Der 24jährige Erdarbeiter Michael Prell erschoß gestern die Arbeiterin Barbara Michel wegen verschmähter Liebe und verletzte sich lebens­gefährlich durch zwei Schüsse.

* Braunschweig, 18. April. Auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Hannover wurde der Hungerkünstler Papuß durch die hiesige Polizei fest genommen und in Untersuchungshaft abgeführt. Es entstand nämlich der Ver­dacht, daß Papuß, der sich 8 Tage lang in eine Flasche ein­schließen ließ, durch einen erst jetzt entdeckten Schlauch mit der Außenwelt in Verbindung stand.

Koburg, 18. April. Auf der Lokalbahn Fladungen- Mellrichstadt gab in dem um 10 Uhr 5 Min. aus Fladungen abgegangenen Zuge der Lokomotivführer Grimm auf den Heizer Grätsch, welche >ii längerer Zett in Feindschaft lebten, mehrere Schüsse ab und sprang dann aus dem in voller Fahrt befindlichen Zuge. Der Heizer, welcher durch die drei Schüsse am rechten Arm verwundet wurde, führte den Zug bis zur Endstation Mellrichstadt und begab sich sodann in ärztliche Behandlung. Der Lokomotivführer wurde später schwer verwundet im Walde aufgefunden. Die Ver­letzungen brachte er sich in selbstmörderischer Absicht bei.

'Hamburg, 18. April. In einem hiesigen Hotel wurde eine Frau Schmidt verhaftet, in deren Besitz sich für 10 000 Mk. Gold- und Silbersachen fanden, welche kürzlich in Göttingen bei einem Einbruch gestohlen waren.

* ßauban, 18. April. In der Sonntagna^>t sind in Stöckigt vier Bauernwirtschaften niedergebrannt. Eine 70jährige Frau erlitt schwere Brandwunden.

" Kattowitz, 18. April. Als in Russisch-Mislowice ein Ballon der österreichischen Luftschiffer- Abteilung niederging, wurden die Insassen, zwei Offiziere, festgehalten und nach SoSnowice überfühtt, wo sie vorläufig in Gewahrsam der Behörde bleiben.

* London, 18. April. Der Schnelldampfer des Norddeutschen LloydKaiser Wilhelm II.*, der aus New-York am 12. April um 3 Uhr 65 Min. (amerikanische Zeit) nachmittags auslief, ist heute nachmittags um 2 Uhr 25 Min. in Plymouth eingetroffen. Ein Sonderzug, der von dott um 4 Uhr 21 Min. abging, kam um 8 Uhr 34 Min. in Paddington an. Die ganze Reise von New- York nach London währte 5 Tage 23 Stunden und 39 Min. Damit ist der Rekord für die Winterroute erreicht.

* Madrid, 18. April. Der italienische Dampfer San Clemente aus Genua ist heute morgen in Vigo eingetroffen mit dem Auftrage, die Vigobay zu durchsuchen, um dort einen kolossalen Schatz aus Gold zu heben, der im Jahre 1702 von einem spanischen Admiral versenkt worden ist. Der Admiral war von der englisch-holländischen Flotte mit einer großen Uebermacht angegriffen worden, infolge­dessen versenkte er sein Schiff, welches mit Gold beladen war, damit dasselbe nicht in die Hände der Feinde falle. Die Arbeiten beginnen bereits in den nächsten Tagen.

* Wien, 18. März. Infolge eines Wolkenbruches war gestern die Strecke der Nordwestbahn zwischen Sabusein und Czernosek während einiger Stunden unfahrbar. Der Berliner Schnellzug wird daher mit größerer Verspätung eintreffen. Die Reisenden aus Reichenberg und Prag werden von Großwosek mit einem Vorzug befördert.

' Prag, 18. März. Letzte Nacht ging hier und in der Umgebung wie auch in anderen Gegenden Böhmens ein heftiges G e witter mit starken Hagelschlägen nieder. In Prag und Vororten wurden einige Wohnungen unter Wasser gesetzt. In Koschir ist die Lage besonders gefährlich. Ein Korporal, der sich an den Rettungsarbeiten beteiligte, wird vermißt. An mehreren Punkten ist der Eisenbahnverkehr wegen Ueberschwemmungen und Unterwaschungen gestört. Auch wird nicht unbedeutender Schaden, insbesondere von den Feldern gemeldet.