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19.4.1904 Zweites Blatt
 
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Mn. 91

Zweites Blatt

154* Jahrgang

Dienstag 19. April 1904

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen

sie heutige Yummer umfaßt 10 Seiten.

lnm gtvertiger Entschädigung die Arbeitslust, die Freude km,, daS Internste. Das ist rein menschlich. Der Arzt

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Rotationsdruck und Derlag der Brühl'scheu UnwersitätSdruckerei. DL Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr. 7.

TeL Nr. 6L Telegr^Adr. r Anzeiger Gießen.

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25 ifß. ! herabsinkt, wird niemand mehr von einer ange- messsliilm'Entschädigung sprechen können. Die Tätigkeit wird i' ul' .Heiter.. Wenn auch die Qualität der Behandlung sich nl i jgt noHj der Bezahlung richtet, so leidet doch zweifellos bei 3 r;----CC-LCJ.^1-----k1- Kl- er----S--

gesetze gegen die Sozial Tendenzen, die auf Abänder

ung des bestehenden Reichstagswahlrech.ts hindrängen.

Der Vortrag wurde zusammen mit den: erstatteten Jahresbericht diskutiert, wobei die erfreulichste Ueder­einst im m ung der politischen Ansichten des neuen Zen- tralvorstandeS zutage trat. Ausdrücklich mißbilligte der Zentralvorstand die Ausführungen eines preußischen Land- tagsabgeordneren, welcher imAltonaer Tagebl." sich gegen die Beibehaltung des bestehenden Reichstagswahlrechts aus­gesprochen hatte.

Der dritte Punkt der Tagesordnung: Beratung des Entwurfs eines Organisationsstatuts für die na­tionalliberale Partei nahm die Versammlung längere Zeit in Anspruch. Der von einer Seite ausgehende Vor­schlag, den Entwurf den einzelnen Parteiorganisationen nochmals zur Begutachtung vorzulegen, wurde abgelehnt. Das auf Grund der heutigen Beratungen mit einigen Ab­änderungen angenommene Statut wird zur endgiltigen Beratung und Annahme dem nächsten Delegiertenlag vor­gelegt.

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Zur Aesamtlage in SüdwestafriKa.

Zu den letzten Ereignissen und der gegenwärtigen all- gemernen Lage im deutsch-südwestafrrkanischen Schutz­gebiete erfährt man von einem Kenner der dortigen Ver­hältnisse folgendes:

Dem Kriegsplane gemäß sollte die Kolonne Glasenapp den Herero den Weg nach dem Osten verlegen, um ein Ent­kommen des Gegners über die Grenze zu verhindern. Nach dem verlustreichen Gefecht bei Owikokoreo wandten sich die Tjellos in südwestlicher Richtung, sodaß die Aussicht vor­handen war, dem Feinde den Abzug nach dem Grenz­gebiete zu verlegen. Es erfolgte dann das auch für uns recht verlustreiche Gefecht bei Okahami, nach welchem aber die Aufständischen sich wieder nach Nordosten wandten. Durch diese Schwenkung erreichte der Fein d, daß er sich der voraussichtlichen Umklammerung durch unsere Kolonnen entzog und daß er den Marsch nach der östlichen Grenze frei bekam. Ueber die Tätigkeit der Ko­lonne Glasenapp sind in den letzten Lägen cm amt­licher Stelle keine klaren Meldungen eingetrofsen. Man vermutet, daß sie zunächst mit dem nach Nordosten abziehenden Feinde in Fühlung bleibt, wodurch allerdings die ursprünglich gestellte Aufgabe nicht gelöst werden kann. In kolonialen Kreisen erregt das Ausbleiben jeglicher Nach­richt über das Schicksal dieser Kolonne ernste Besorg­nis. Gelingt es den Tjetjos, die Omaheko-Steinwüfte zu er­reichen, ohne vorher von unserer Abteilung festgehalten zu werden, so steht einer Ueberschreitung der Grenze durch diesen Teil der Herero nichts entgegen. Bedenklich er­scheint aber auch die Schwächung des Glasenapp- schenDetachements durch diebeiOwikokoreo und Okahami erlittenen Verluste, die voraussichtlich die O p e - rationsfähigkeit der Kolonne nicht unbeträchtlich ge­schädigt haben. Es kommt unglücklicherweise noch hinzu, daß bei chr starker Pferdemangel herrscht, was die Lage der Abteilung auch zu ihren Ungunsten beeinflußt. Ob es daher der Kolonne, wenn sie den Tjetjos nachzieht, ge­lingen wird, mit ihnen Fühlung zu behalten, sie zu einem entscheidenden Treffen zu veranlassen und. ob ein solches überhaupt mist genügendem Erfolge zu bestehen ist erscheint zweifelhaft. Vielleicht wäre es unter diesen er­schwerenden Umständen das beste, wenn das Detachement die Verfolgung ein stellt und gegen die Hauptmacht der Herero, die soeben tnit dem Gros unserer Streitkräfte in zwei Kämpfe verwickelt war, operiert, denn es kann den Tjetjos doch nicht mehr die Ostgrenze sperren und würde durch eine Verfolgung dieselben erst recht nach Osten drücken.

Das letzte Gefecht des Gouverneurs Leutwein

$>U freie Arztwahl.

Ztr Offenbacher Reichstags-Llbg. Dr. Becker hat be- kanrLlih kürzlich den Antrag eingebracht, der Reichstaa mör^i bte verbündeten Negierungen ersuchen, tunlichst noch in r litjer Session den Entwurf eines Gesetzes vorzulegen, wellig kas Verhältnis zwischen Krankenkassen und Acrzten ciniMenehntg, erforderlichenfalls außerhalb des Rahmens em«nid hvsamtreform des Kcankenversicherungsgesetzes, nntoorjktit.

Jjtber billig Denkende wird zugeben müssen, daß das Ber^dngcm der Kassenärzte nach Aufbesserung ihrer y e|igi* nicht ungerechtfertigt ist. Denn winn z. B. die oi iimuing für eine Konsultation bei H^n gegenwärtigen dur.Mn Etlichen Bezügen vielfach auf den Betrag von

ziehung wäre er bereit, einigen Wünschen entgegenzukom­men. So sei die Grenze für die Herabsetzung der Steuer bei Vorhandensein mehrerer Kinder zu eng. Den mitt­leren Schichten würde ein wesentlicher Dienst geleistet, wenn die Grenze für diesen Abzug von 3000 Mark auf v000 Mark erhöht würde. Erwägenswert sei ferner die Abzugsfähig­keit der Amortisationsbeträge ,an die Landschaften. Eine vollständige Reform der Ein kommen steuer müsse er indessen ablehnen. Abg. Für bring er (nl.) wünscht AbzugSfähig- keit der Grund- und Gebäudesteuer und der Abnutzung deS lebenden Inventars in der Landwirtschaft. Abg. v. Staudy (kons.) hofft, daß nach Inkrafttreten des neuen Zolltarifs die Finanzen des Reiches sich so bessern werden, daß eine Herabsetzung der Matrikular- beiträge möglich wäre. Frhr. v. Zedlitz (frk.) hält die Heraufsetzung der Grenze, bis zu der für jedes Kind 50 Mark abgezogen werden können, von 3000 auf 6000 Mark für dringend geboten. Redner tritt des Weiteren für eine anderweitige Progression der Einkommensteuer ein in der Weise, daß die höheren Einkommen bis zu 5 und 6 Prozent besteuert und die geringeren Einkommen entlastet werden. Abg. Brömmel (fr. Vg.) tritt gleichfalls für die Revision der Einkommen­steuer ein. Tie nötigen Mittel für den Ausfall würden sich schon finden, wenn man die stärkeren Schultern stärker belasten würde. Das einzige Mittel, um auf die Dauer gesunde finanzielle Verhältnisse herbeizuführen, wäre die Quotisierung der Einkommensteuer nach dem Bedarf. Abg. Dr. W i e nt e r (fr. Vp.) stimmt den formalen Verbesserungs­vorschlägen des Finanzministers zu. Die schärfere Heran- ziehung der ganz großen Vermögen habe doch ihre Be­denken; es liege die Gefahr der Abwanderung der reichsten Leute infolge zu hoher Besteuerung vor. Die Quotisierung sei eine seit Jahren auch von seinen Freunden erhobene Forderung. Abg. Schmedding (Ztr.) tritt für höhere Besteuerung der ganz großen Einkommen ein. Nach längeren Ausführungen des Abg. v Savigny schließt die Besprechung. Der Etat wird bewilligt.

Es folgt der Etat der indirekten Steuern, i Wg. v. Döhlendorff-Kolpin (kons.) tritt für eine Erhöhung des Tabakzolles mit Rücksicht auf die bedrängte Lage des einheimischen Tabak- z o ll es ein. Abg. Dr. Fer ver s (Ztr.) regt die Schaffung einer Auskunftsstelle für Zollfragen an. Redner tritt ferner für Gehaltsaufbesserungen bei den unteren und mittleren Zollbeamten ein. Auch eine Vermehrung der Stellen sei sehr wünschenswert. Der Etat wird hierauf bewilligt.

Es folgt der Etat der Preußischen Zentral-Ge- nossens afts lasse. Abg. v. Savigny (Ztr.) führt aus, schon in der Budgetkommission sei das Verhältnis 6er Zentral - Genossenschafts lasse zu der in Konkurs ge­ratenen Genossenschaftskasse des Bundes der Landwirte in Westfalen, der sogenannten Dort­munder Kasse, besprochen worden. Es seien da schwere Angriffe von feiten der westfälischen Landwirte gegen die Zentralgenossenschaftskasse gerichtet worden, die leider nicht zurückgewiesen worden seien. Er, Redner, halte die Angriffe für unbegründet, wünsche aber, daß sie sobaü) als möglich widerlegt werden. Ter Präsident 5er, Zentral­genossenschaftskasse Dr. Heilgenftadt erklärt die An­griffe so unerhörter und zugleich aber absurder Natur, daß sie sich von selbst richten. Tie Kasse hätte keine Wider­legung für angezeigt erachtet, um dem ordentlichen Ge­richtsverfahren nicht vorzugreifen. Die Preußenkasse sei nur aus |ozialeri und humanen Gründen eingeschrittäi.

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Einstimmig und ebenfalls durch Zuruf fand dann die Mahl bezw. die Wiederwahl des Reichstagsabg. Dr. Blanken- horn zum ersten stellvertretenden und des Landtagsabg. v. Eynern zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden und des Konsul Wallich zum Schatzmeister statt. Der geschäfts­führende Ausschuß besteht aus den Herren: Dr. Fried­berg (Vorsitzender), Bartling, Bassermann, Dr. Blanken- horn, Breithaupt (Generalsekretär), v. Eynern, Dr. Ham- macher, Frhr. HeylzuHerrnsheim,Dr. Hieber, Jung- henn-Hanau, Dr. Krause, Münch-Ferber, Graf Oriola, Dr. Paasche, Patzig, Dr. Sattler, Dr. Seniler, Simon und Malbrecht.

Nach Erstattung des Jahresberichts durch Generalsekre­tär Breithaupt hielt Abg. Dr. Sattler sein Referat über die politische Lage, in welchem er in großen Zügen ein Bild der Stellung Deutschlands als mittoirfenben Fak­tors in der Weltpolitik und der Tätigkeit der national- liberalen Partei entwarf. Aus feinen Ausführungen sprach die Sorge für die Zukunft sowohl für die Machtstellung Deutschlands in besten auswärtiger Politik, wie in seiner inneren Entwicklung. Namentlich feien in letzterer Be­ziehung trotz der von allen Völkern der Erbe beluunberten und hie und da nachgeahmten großen sozialpolitischen Gesetzgebung Deutschlands die Klassengegensätze in Deutschland immer schärfer und das Machtbewutzlsein wie das politische lleoergewicht einer konfessionellen Partei immer beunruhigender hervorgetreten, llnge- achtet dieser Schattenseiten unseres politischen Lebens dürfe sich die nationalliberale Partei keinem Pessimismus hingeben; die unermüdliche Tätigkeit der Partei gerade in letzter Zeit habe auch bewiesen, daß sie mit freudigem Kampfesmut für die Erhaltung der ideellen Güter der Nation erfüllt sei und hierin einen kräftigen Rückhalt in der nationalliberalen Jugend finde. Trotz des schweren Kampfes nach verschiedenen Fronten ver­werfe die nationalliberale Partei mit Entschieden-

Acn Mimsschuß btt nationalliöeralen Aartei.

Berlin, 17. April.

I n jrco&er Zahl waren heute die Mitglieder des neu» gewäh Ki.. Zentralvorstandes zu ihrer ersten konsti- tuie Slchtzen Sitzung in Berlin erschienen. NamenS des p M irischen Zentralvorstandes begrüßte der Senior «ind ! Ä:ii^enbe des bisherigen Zentralvorstandes, Dr. Hamm 'n die Versammlung und schritt, sofort zu deren Kon sti »mang.

A.i»Umschlag des Herrn Schäfer-Frankfurt a. M. wurde Dr. H Zurcher durch Zuruf einstimmig wiedergewählt.

hat wieder zu keinem bedeutenden Erfolge geführt, auch nicht unerhebliche Verluste uns gebracht. Der vorher bei Onyanjira stattgehabte Zusammenstoß kann nach den vor­liegenden Meldungen ebenfalls nicht als ein entscheidender Sieg anfgesaßt werden. Die Herero, die zweifellos in den Redner macht detaitturte'Angaoen ^über''den" Dorwmnd« Tälern des dortigen Geländes chr Vieh unter gebracht undlFM. Nachdem noch Abg. Blell (fr. Vp.) unter Hinweis

starke Stellungen in den Bergen besetzt gehalten habe«, sind beide Male durch den Angriff aus ihrer Position ao- worsen worden, haben sich aber wahrscheinlich auf die nächst höheren oder weiter zurückliegenden Klippen zurückgezogen. Der Charakter des gegenwärtigen Feldzuges ähnelt eigentlich sehr dem des Burenkrieges und es ist sehr wohl denkbar, daß sich die Niederwerfung des Aus- ft a n d e s noch recht lange hinzieht. Aus dem Verhalten der jetzt mit der Hauptkolonne in Fühlung stehenden Ein­geborenen läßt sich ohne weiteres der Schluß ziehen,, daß diese sich noch widerstandsfähig fühlen und entscheidenden Schlägen zunächst ausweichen können. Bei den Ovambos ist gegenwärtig keine Aufstande bewegung bemerkbar. Ter Teil der Herero, der sich in den Waterbergen befindet, könnte am ehesten eine Vereinig­ung mit ihnen anstreben, doch verlautet auch hierüber nichts. Tie Tjetjos, die sich mehr nach Nordosten gewandt haben, befinden sich noch zu weit südlich, um in dieser Beziehung in. Frage zu kommen.

Ter Gouverneur Oberst Leutwein findet sich gegen­wärtig in Otjosasu. Es bestätigt sich, daß er ein Ur­laubsgesuch eingereicht hat, doch wird er, so lange als angängig, auf seinem Posten in der Kolonie verharren. ES kann aber nachdrücklich versichert werden, daß die Einreich­ung des Urlaubs mit der Neubesetzung seiner Stellung nichts zu tun hat, sondern daß ein We chsei im Gou­vernement erst nach Beendigung des Feldzuges^ dessen Oberleitung nach wie vor den bewährten Händen; des Obersten anvertraut bleiben soll, eintreten wird. Eine; nochmalige Verstärkung unserer Truppen ist gegenwärtig nicht in Aussicht genommen, da ein derartiger Antrag von feiten des Gouverneurs nicht vor- liegt. Natürlich kann jeder Tag neue unliebsame Ueberrasch- ungen und damit neue Truppenforderungen bringen.^

Fie Steuern im preußischen Abgeordnetenhaus.

Berlin, 18. April.

Der Etat des Seehandlungsinstituts wird debatteloS erledigt. Beim Etat der Lotterieverwaltung führt Wg. Pleß (Ztr.) aus, daß das Lotteriefviel demorali­sierend auf das Volk einwirke. Der Etat wird be- ttnlligt.

Es folgt der Etat derdirektenSteu e r n. >Finanz­minister v. Rheinbaben erklärt, die Frage der RefovM der Veranlagung zur Einkommensteuer sei in der Kom­mission eingehend verhandelt worden. In materieller Be-

toh ib Mar darum seine Pflicht nicht vernachlässigen, er wir U sie aber doppelt e -füllen, wenn seine Tätigkeit eine angtiMssmie llingende Anerkennung findet und das kann n i; iw i nmitglietiern und den Krankenkassen nur zum Vomrlcil .ereichen. Der Aerztestand braucht aber auch eine AuftMrmng, denn feine wirtschaftliche Lage ist im allge- ui:ein.w seine günstige. Wenn z. B. die meisten Berliner AerqP ein Einkommen von unter 3000 Mk. jährlich, ein* schl'Mick Einkünfte aus Privatvermögen, haben, so wird !,ml.inrchrlich nicht von einer glänzenden Finanzierung der ärzl ^ichcr Berufswahl sprechen können, ©ine Aubess.erung der 1 KMe seitens der Krankenkassen ist unseres Erachtens abenaniu durchführbar bei beschränkter Aerzte- wa ilfl; im Wege der freien Arztwahl wird sie zur Unmög­lich l>t ibie freie Arztwahl, wo sie eingeführt ist, belastet, wie: tie :auf Grund der Jahresabschlüsse ausgestellte Sta- i.jli t eift, die Kassen ganz erheblich. Die Ausgaben liabd'iiit tbem Moment der Einführung rapid in die Höhe ; !schHM Die Gründe für diese Erscheinung sind folgende: ernei E ^rhlnng nach der Gesamtkopfzahl der Kassenmit- glielrfa über ein Jahressixum, wie bei fest angestellten asspemzlen meist üblich, ist bei dein System der freien ArztMhli gar nicht denkbar, hier ist nur eine Bezahlung der trinz^ckeistu.ng fei es pro Kopf der behandelten Mit- ß i ieiBOr, fe:i es nach der Anzahl der Konfultationen, möglich. . s lüünunn klar, daß bei diesem Modus einerseits der Arzt an üAtect'sse hüben wird, möglichst jedes ibn konsultierende Wtitgigiiid in Behandlung zu nehmen und eventuell auch mög iM l lange au behandeln, andererseits das kranke Mit- glietieeiid) tibiefen Umstand zu nutze macht, und, wenn es von dem 7 mm Arzte für gesund erklärt worden ist besonders Lei "Lbtillslosigkeit sich bald danach zum anderen Arzt bt-gilifi uni sich von neuem krank schreiben zu lassen. Die SinrMluum wird tatsächlich gefördert. Ist das Kassenrnit- gliefcU'tiiifr'ig und lange krank, so steigen naturgemäß Die An- forbt29jngttn sowohl für ärztliche Behandlung als auch die ÄuscUiicii an Krankengeld. Findet nun noch eine erhebliche Aufbcüi mng der ärztlichen Bezüge statt, so ist für manche KajsenAlsllchlfch die Befürchtung des Ruins nicht von der Hondll«zil weisen. Eine Einschränkung der Ausgaben bei bufeiwip tem wäre nur möglich durch Anstellung besonderer KontMlüi zte (Vertrauensärzte), denen die Mitglieder in i.genMe verdächtigen Fällen zur Nachuntersuchung zu- gewÜ7«s7. würden. Hiermit würde aber ein großer Teil deö iorireftten Ideals wieder in die Brüche gehen.

< Ma ist berat eine absolute freie Arztwahl wirklich so Dringrnötia? Wir möchten dies verneinen. Denn was nützt Z tlbetm Kassenmitgliede, wenn es wie in Berlin unter 30u0 ilnzilen frei wählen bars? In Mrklichkeit kommt für den rsiliiten Kranken boch nicht die Gesamtzahl in Frage. Ei w m) Auswahl genug haben, wenn ihm vielleicht der 10. bi£ Lreil der Aerzte zur Verfügung steht. Anders tagens m einer Stadt wie Gießen, wo von zwei Tatze uL'Üi^zten die Ortskrankenkasse nur drei als Kassen- är .e ki Das Verlangen des kranken Mitgliedes, nicht nur exeime so Heine Anzahl von bestimmten Aerzten nnger.cr .r. zu fein, ist verständlich und nicht unbillig. Hier ist daü^« dürsnis nach freier Arztwahl in mög- li ch f :ft:i oßem Umfange viel dringender und die Dur .'ihr hrung auch viel eher möglich. Denn die Gesahiaien Simulation, die besonders in den Großstädten erbeb iE ist, ist hier viel geringer, da der Einzelne sehr beoba M und leicht kontrolliert werden kann.

ü & d '.kapitulieren: eine freie Arztwahl in ange- messenLiLsrenzen unter Berücksichtigung der örtlichen 23er- höitnirji t zu erstreben, abenfo eine Aufbesserungder <8ef c »«Lu ngen der Aerzte. Die dadurch entstehenden Mehr dtitn» dürften die Kassen zu tragen in der Lage fein, darübise Maus ist die Leistungsfähigkeit der Kassen ernst­lich g pndbet. Auf dem Wege der unbeschränkt freien Arzt­wahl hin die wirtschaftliche Lage der Aerzte eine 23esser- uug . nrit erfahren. Alle Aerzte können eben nicht zur Kasserjujiixi s zugelassen weiten. W ist leider Tatsache, daß das G m oer Aerzte heute mit der Kassenpraxis als einem wichti AFaktor bei seinen Einkünften rechnet. Aber schließ­lich fi'itinie Kassen nicht der Aerzte wegen da, sondern die letzterderr ersteren wegen.

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