Ausgabe 
19.4.1904 Erstes Blatt
 
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Wetter

§

Allsißmung aufgefordert.

(Frkf. Ztg.)

am

und

Telephonischer Kursbericht»

M-

il/6% Oesterr. Silberrente 100.80

-Anl.

4*/,% äussere Argentiaer

Bed. Himmel Sonnenschein

69

82

79

4

4

2

Ein geisteskranker Kommis ihm unbekanntes Mädchen Das Mädchen wurde ver-

747,7

749,4

748,8

8,2

8,6

7,3

der Eifelortschaft Leid en- das Wirtschaftsgebäude eines

+14,0 + 12,2 + 10,1

Oe st. Kredit . .

Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß .

|

ß

Tilrkenlose . . .

4% Grieoh. Monopol

April

1904.

ein ab.

Höchste Temperatur Niedrigste

22t

9"

7»s

. 100.05

. 103.30

. 60.10

. 59.80

CD

Anfangs- u.

. 202.10

. 216.-

. 134.50

. 190.

. 196.30

4% Unfcar. Goldrente 4°/ Italien. Rente , 4,/154 Portugieser , s0/ Portugiesen. . . IH C. Türken . .

April.

. 26.35

. 87.00

. 103.70

. 103 30 . 201.40 . 183.20 . 135.00 . 148.10

. 151.10

. 137.80

. 14.00 . 192.00 . 240.00 . 189.50 . 196.50

gab a.cf der Straße auf vier 7 ütioolverschüsse

itiet, 18. April, borm murde das Haus

vermischte».

'dr?r ^Vorwärts" meldet aus Reichenberg (Vogtl.): Derst-zssierer KrauS der hiesigen JnnungSkrankenkasse der Lbuciewerksmeister ist verschwunden. Bei einer Re- visic »'ra Jnoalidenkafse wurde ein Fehlbetrag von 5917 Mk.

Schlußkurse.

201.25

215.40

134.50

189.60

195.70

festgsML

'h imburg, 18. April.

Kunst und ZSisseuschäft.

Die russische wissenschaftliche Akademie hat einen Preis von 5000 Rubel ausgesetzt für denjenigen, der die ganze oder einen Teil der wissenschaftlichen ExpeditionToll nach dem Nord- p o l auffindet. 2000 Rubel fallen demjenigen zu, der die erste Meldung geben wird, welche die Arbeiten der Nachforschung nach dem Verschwundenen erleichtert.

NNE.

NNE. N.

Meteorolouisttie Beobachtungen

der Station Gießen.

18.

18.

19.

. 130.60

44.90

ri !i ^runbe gelegt habe, sondern Anszeichnungen, welche N !n<Dnscherseits in damaliger Zeit gemacht worden sind, von ik bf versetzt worden seien und hier wiedergcgeben werden sc Mi» An der Hand guter Karten unterwarf der Redner g besonders daS Verhalten der damaligen ftanzösischen E K- i lc, Wimpffen und Ducrot, einer eingehenden Würdigung, a Welcher ersichtlich war, daß die doch mehr oder weniger d )it --anzosen mangelnde Disziplin in den höheren Führer- st die Armee große Schlappen erleiden ließ, welche wohl tk ter-i'e zu vermeiden gewesen wären, wenn eine Einigung b m! Llch des Oberkommando? unter den beiden, nach der T88^l-mdung Mac MahonS hierüber streitenden, vorbenannten E Mr.irc len zu erzielen gewesen wäre. Großes Interesse boten d-iiteAhrend des Vortrages zur Verlesung gelangenden Stellen a iwS 3riefen, welche die Generäle sowohl unter einander, wie a:uq mit Napoleon gewechselt hatten, aus deren Inhalt zur 0! hcroorgmg, daß die französischen Führer die tat­st Wihse Aufstellung des Feindes überhaupt nicht kannten, sc Diirm nur mit Möglichkeiten deutscher Stellung rechneten u iu\ sich so über die wahre Lage hinwegtäuschend, in nn* b letiihgten Schlußfolgerungen sich ergingen, zufolge deren T^ipvenbewegungen nicht auSgeführt wurden, welche bei fl ciifrer Erkenntnis der Verhältnisse wohl geeigneter Weise b evirkhtelligt worden wären und so die Möglichkeit der 9 ffidiirrg vor drohender Umschließung bei Sedan geboten h:<icitn. Anhaltender Beifall wurde dem Redner für seinen ai iljtmrin verständlichen und anregenden Vortrag zu teil.

Mainz, 17. April. Die Regierung beabsichtigt gutem BVmch:nen nach noch in dieser Session den Ständen die rcmdikiüen Verwaltungsgesetze (betr. Kreis- und P Lllvm^ialordnung, Städteordnung, Verwaltungsrechtspflege v öoqulegen. Einige Kreisämter und Bürgermeistereien des L!»tobig wurden bereits vor einiger Zeit zur gutachtlichen

. 101.80

. 90.20

. 101.90

. 90.25 . 100.35

' 10200

8V«°/o Reichsanleihe

3% do.

8,/i°/o Konsob . .

3°/o do. ...

87s% Hessen . .

8*/,% Oberhessen .

4% Oesterr. Goldrente

Frankfurt a. Ml., 19.

HK

17.-18. April = + 14,4 ° C.

17.-18. == + 10,3 ° 0.

Q

8

Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft,

verliuer Börse vom 18. April 1904.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Prioat-Diskont 3 Prozent.

Worms, 18. April. DieWormser Ztg.", bringt in Htzm tamdwirtschastlichen Wochen - Beilage den Wortlaut der R'tri, im der Herr v. Heyl kürzlich bei den Verhandlungen imta rrften Ständekammer über Simmenthaler Vieh se i.ir.ffi Standpunkt in dieser Frage gegenüber dem hessischen L iiindr'irtschaftsrat zu rechtfertigen gesucht hat. Der L-Qe.dwrctschaft§rat hätte im Januar 1903 Veranlassung ge- miamme.i, sich in einer Resolution gegen die Behauptungen de i-et Fre iherrn auszusprechen. AuS der Rede des Herrn v. Heyl ist i Mnwärtig von besonderem allgemeinen Interesse ein P WS, in dem Stellung zu dem hessischen Steuerwesen ge^jmi-B.en wird, er lautet:In einer persönlich von mir geflirtetem Wirtschaft im Ried habe ich Simmenthaler Rein- zuuiäi - ohne Staatszuschuß natürlich unter großen Ver- lu.ls.stn betrieben. Nach diesen Erfahrungen habe ich mich verMlaj t. gesehen, die erwähnte Rede (1902) zu halten, um 'uri Nihindern, daß in Zukunft große Steuerbeträge für diesen ßirirrf aufgebracht werden müssen, welche doch unser Land zu- hoh belasten. Ich möchte konstatieren, daß die Steuern il mSri'ßherzogtum Hessen die höchsten sind, die üb'osihnupt in Europa gezahlt werden; ich glaube, cd f M fisogar auf der ganzen Erde kein Land, in roeilijm sich die Steuern auf derart hohe Beträge betaocifen. Und die Möglichkeit, daß die Steuerkraft nv '!hschärfer herangezogen werden soll, ist ja durch ba? 18 ne i e Gemeindeeinkommensteuergesetz in Aus- leck'ycj gestellt. Infolgedessen haben wir doch alle Ursache, auch n Jntecesse des kleinen Mannes darauf zu sehen, daß die St ÄLtSgl lder nur insoweit verwendet werden, als wirklich ein grc^ostNutzen dabei herauSspringt."

Frankfurt, 18. April. Im Englischen Hof wird beiii.iribex jedes Jahr fällige Kongreß deutscher Standes- be 'mm abgehalten. Den Vorsitz in der Versammlung, an der r fch eoiele reichsunmittelbare Geschlechte beteiligen, führt '-cr;ii Löwenstein-Wertheim-Freudenberg. Der Versamm- lurrisjsolpen ein Diner und Ball. Anwesend sind, zum Teil mitt 'jren Damen, die Vertreter der fürstlichen und gräflichen Geft'stMer: Löwenstein-Freudenberg, Löwenstein-Rosenberg, HokWloste - Bartenstein, Hohensolms-Lich, Stolberg- We Egcrvde, Castell-Castell, Erba ch-S ch ö n b e r g, Bentheim- SWrstriH Salm-Horstmar, Isenburg-Büdingen, JseMrgi - Birstein, Isenburg - Meerholz , Schönburg - WaNnB.urg , Bendinck - Waldeck - Limpurg , Rechteren - LirrMlA, Stolberg-Roßla, Castell-Rüdenhausen, Neipperg- SchiPn.igc'm, Görtz-Schlitz, Schaesberg, Rechberg und NoßistlZiren.

8°/o Mexikaner . . 47,7, Chinesen . . Electric. Schuckört . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Konmandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Ber'iner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . .

Gotthard bahn . . LaurahQtte .... Bochum.....

Harpener ....

Tendenz: stilL

n. Die baulichen soweit fertig gestellt hmmt am kommend Teilung kommenbe Ä ermann-Münchei'. ngen ausweist, wirt mstfreunbe wachrust'- 3, Tarmstabt und st inzüchterverrin m vergangenen 8oes e, seine 2. dieSjahlY- ,'ucht, was wohl d5' dem prächtigen $ bot jedem Besich '- jche Ratschläge, dst ging. Oder-P^ U

n wobldurchdaL'5 .Müssen die Li.« VaS ist hiergep i)

Vorher ersE die am chessischen W., Jt, sowie uder

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Ueberbrutfung c. Bebauungsplan süi k

Ibolt Woog

'Platzen an der Rosr- Flages. 19. 6ielte;:

20. Tie Lieferung nungsjahr 1904 erv '.aterialS. 21. 6* ' dem ssriedhof am S der nicht angestelliü i Vorarbeiten für eine i- m Anschluß an die i- .1. Die Hessische fe neuen Aktien. 25. 1 Erlaubnis zum 2. 26. Geiuch ber?.. zum Kleinhandel r: 1. 27. Gesuch beS

Wirtschaftsbetrieb r jL des Jos. llrmeck

schenschädel im Maule daherrenuen. Sofort wurde das Gebirge abgesucht, und man fand an einer fast ganz unzugänglichen Stelle einen elegant gekleideten Leichnam. Der demselben lag NietzschesZarathustra"' mit Locken und gepreßten Blumen. Zwischen den Blättern auf denen mit Bleistift in deutscher, italienischer, französischer und lateini­scher Sprache geschrieben stand:Laßt mich hier liegen, laßt mir dieses Buch und verbrennt rnich in diesem Walde. Ich bin der Maler Otto Sterling und komme aus Paris." Neben dem Leichnam lagen medizinische Instru­mente und Flaschen, weshalb anzunehmen ist, daß der Unglückliche sich vergiftet hat. Man glaubt auch, der Selbst­mörder sei mit dem Touristen identisch, der unlängst im Hotel Central von Avellino abstieg, sich als Maler Jose Herold eintrug und am 27. Februar plötzlich spurlos ver­schwand^

Harpener Bergbau

Tendenz: Schmach.

Krveiteröewegung.

Frankfurt, 18. April. Die Lohnbewegung der Maler, Weißbinder und Lackierer hat eine ernste Wendung genommen. In einer von etwa 1200 Personen besuchten Versammlung der Gehilfen im Gewerkschaftshaus wurde am Samstag mittag beschlossen, heute die Arbeit niederzulegcn. Eine Resolution wurde mit großer Mehrheit angenommen, die folgendes agt: .Die Versammlung erblickt in dem Zugeständnis der freien Vereinigung der Meister keine befriedigende Lösung der Lohnver- haltnisie und beschließt, daß überall da die Arbeit niedergelegt werde, wo die Forderungen nicht anerkannt wurden." Bei der Abstimmung wurden 989 abgegebene Stimmen gezählt; davon timmten 900 für den Streik; 88 waren gegen den Streik.'

der Daaden des Reiches von 1904 bis 19(£ von 1694 8 1925 Millionen Mk. und auf eine Sl^gerung der Einnahmen im selben Zeiträume von IGn aus 1874,4 Millionen Mk. Es berech­net ferner, daß nach der schätzungsweisen Ermittelung der Ein­nahme- und Llusgabebeträge zur Deckung fehlen würden: im !9to 801906 76, 1907 68,8,)98 95,6* und im Jahre

50,5 Millionen Mk.

Ruhrkohlenzcchen Der Vorstand der dem Aplerbecker Berqbauverein gehörenden ZecheMargarete" bezeichnet das Ge­rücht von dem beabsichtigten Verkarif unter Stilllegung der -leche als mis der Luft gegriffen; es bestehe im Gegenteil die Absicht den Betrieb zu vergrögern.

Augsburg, 18. Avril Die Aktienqesellschast Bruck,nanns Verlagsanstalt-Munchen kaufte dieAugsburger Abendzeitung" für anderthalb Millionen Mk. Erscheinungsort bleibt Augsburg

Märkte.

Gießen, 19. April. Marktbericht. Aus heutigem Wochenmarkl kosteten: Butter pr. Pid. 1.001.10 Mk., Hühnereier 1 St. 67 Vsg., 2 Stck. 0000 Vfg., Gänseeier 0000 Pfg., Enteneier 70 Psg., Käse pr. Stck. 68 Pf., Kasematte 2 Stck. 56 Psg. Erbsen pr. Liter 21 Psg, Linsen pr. Liter 32 Psg., Tauben pr. Paar0,80-1,00 Mk., Hühner pr.©t 1,301,40 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,70 Mk., Enten pr. Stück 1,702,20 Mk., Gänse vr. Pkd. 0070 Pfg., Ochsenfieisch pr.'Psund 6878 Psg., Kuh- unb Rindfleisch pr. Psund 6268 Psg., Schweine­fleisch pr. Psund 6072 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 6274 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 5074 Psg. Kartoffeln pr. 100 Kqr. 6,007,00 Mk., Weißkraut per Stück 912 Psg., per Zentner 0.000.00 Mk., Zwiebeln pr. Rentner 7,0010,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepsel per Zentner 20 bis 25 Mk., in Körben 0000 Psg. Nüsse 100 St. 3540 Psg. Marktzeit 71 Uhr.

HerichtssaaL.

K. B. Darmstadt, 18. April. Eine eremplarische, aber wohlverdiente Strafe wurde heute von der Strafkammer zwei Baumfrevlern zudiktiert. Der Lithograph Schäler und der Schlaffer Frank aus Offenbach, zwei 19sährige Burschen, hatten in ihrem Uebermut in der Nacht zum 16. Februar d. Js. eine An­zahl Alleebäumchen, sowie die dazu gehörigen Stützen beschädigt und damit einen Schaden von ca. 30 Mk. eingerichtet. Der Gerichtshof verurteilte in Rücksicht auf die nichtswürdige, rohe Zerstörungswut die beiden Burschen zu je drei Monaten Gefängnis.

Frankfurt, 18. April. Vor der Strafkammer begann heute unter dem Vorsitz des Landgerichtsdircktors Dr. Gieseke ein Wucherprozeß, der voraussichtlich eine Woche dauern wird. Angeklagt sind der 1860 zu Butzbach ge­borene Kaufmann Christian S ch u st e r, Inhaber der Firma Theodor Korn hier, der 1837 zu Gießen gebotene Privat­mann Hermann Felsing, der 1850 zu Wiedhausen ge­borene, früher in Mainz wohnhafte Immobilienmakler Hein­rich Steuern a ge l, der 1848 zu Werdorf geborene Kauf­mann Josef Jakob Strauß und der 1850 geborene Kauf­mann Adolf Kahn, Mitinhaber der Firma M. Rapp jun. Ein sechster Angeklagter, der Sensal Max Eduard Schle­singer, ist nicht erschienen. Ein Teil der Gerichts­akten ist nach Schluß der Untersuchung verschwunden. Sämtliche Angeklagten sind nicht bestraft. Zur Verhandlung sind etwa 50 Zeugen geladen. Es handelt sich um angebliche Ausbeutung der Notlage, des Leichtsinns und der Uner­fahrenheit der Witwe Marie Henriette Schäfer durch Darlehen, Stundung von Geldforderungen, Tausch­geschäfte usw. 1900 starb der 91 jährige Rentner Freyeisen. Er hinterließ feiner Tochter, der mehr als 70 jährigen Witwe Schäfer, ein Vermögen von rund 700 000 Mark. Vor seinem Tode bezog Frau Schäfer von ihrem Vater eine Rente, mit der sie indessen nicht auskam. Seit Mitte 1899 ging sie daher eine Geschäftsverbindung mit Geld d ar leih er n ein, bei denen sie teils selbst^ teils durch den Agenten Albert Schwarz Darlehen in beträchtlicher Höhe aufnahm. Als Gegenleistungen gai) sie ihren Gläubigern Wechsel oder Schuldscheine. Auf diese Weise hat Frau Schäfer im Laufe zweier Jahre eine Schuldenlast von 400 000 Mark cruf sich geladen. Bon dieser Summe hat sie indessen, wie die Anklage behauptet, und durch Schilderung der einzelnen Fälle ausführt, nur einen verschwindend geringen Betrag in die Finger befonrmen, das Meiste wuroe ihr als Ver­gütung f ür die Stundungen, Diskontierungen und Schuld­umwandlungen abgezogen. Sie kümmerte sich nicht um die übernommenen Verbindlichkeiten, wenn sie nur Geld bekam. Sie kontrollierte nicht ihre Einnahmen und Aus­gaben und nahm zu immer ungünstigeren Sebingungjen neue Darlehen auf, wenn die Gläubiger drängten.

Der Angellagte Schuster wurde zunächst üb^r die ihm. zur Last gelegten Fälle vernommen. Iw März 1899 bot Schwarz, der von Frau Schäfer gebeten wurde, ihr Geld zu verschaffen, dem Angellagten ein von ihr ausge­stelltes Akzept über 7500 Mark zur Diskontierung an. Schuster erklärte sich hierzu bereit, soll sich jedoch, da er bei dem Geschäft verdienen wollte, einen Diskont von 1100 Mk. abgezogen haben. An dieses erste Geschäft schlossen sich eine Reihe weiterer Mechselgeschäfte an. Schuster hat Frau Schäfer, wie sich aus einer von ihm selbst herrühren- 6en Aufstellung ergibt, nach und nach eine Reihe von! Wechseln im Betrage von 26 225 Mk. diskontiert. Bei diesen Diskontierungen soll er ftch bis zu 20 Prozent Spesen be­rechnet haben. Schließlich ließ sich Schuster an Stelle sämt­licher Wechsel zwei Schulb-cheme über 13 000 und 15 000 Mark aus fertigen. Hierbei soll er ohne Gegenleistung runb 1400 Mk. verdient haben. Den einen Schuldschein hat er später mit Erfolg eingefiagt, den andern für 1000 Mk. unter dem Nennwert abgetreten. Der Angellagte bestreitet, bei allen diesen Geschäften in unzulässiger Weise Geld verdient zu haben. Er weist auf das große Risiko hin, das damit verbunden sei. Einmal habe er sogar 950 Mk. nachge­lassen usw. (Kl. Pr.)

Kiel, 18. April. Das Schwurgericht verurteilte den Amt s- gerichtssekretär Höller aus Preetz wegen Unter­schlagung von Zeugengebühren und Urkunden­fälschung zu 1 Jahr Gefängnis und auf Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf 3 Jahre^^

2anii!Hs eingeäschert. Der 4jährige Sohn des Besitzers ü erkühn inte.

iiiraßburg, 18. April. Leutnant Adolf Bilse, der :^n-ach Verbüßung feiner sechsmonatigen Strafe einige Tag^irr.Straßburg aufhielt, äußerte sich einem Berichterstatter über« ^Entstehungsgeschichte seines Romans ^AuS einer kl eittin ® a rnif on*. Bilse wies den Vorwurf zurück, daß die Si&minb Weise, wie er es unternommen hatte, die be- steheMin Schaden aufzudecken, unkorrekt gewesen sei. Er Derrorotie sich deS weiteren mit Entschiedenheit gegen die von Mi! KriegSminister erhobene Unterstellung, daß er die Abfa'Kig des RomanS aus gewinnsüchttgen Absichten unter* nommi «habe. WaS seinen zukünftigen Beruf angehe, so erklär SMfe, daß er sich der Schriftstellerei widmen wolle und Veröffentlichungen vorbereite.

"31 ien, 18. April. Der Handlungsgehilfe Schneider aus Ä-n iist im Schneeberggebiet abgestürzt und hat f ohrre Verletzungen erlitten. In ganz Böhmen sind gestern,'üLrchterliche Unwetter niedergegangen. Viele OrtsäH^r sind überschwemmt.

' ' lleleberspannter Selbstmörder. Auf den fjerafpt. Mei OSpebaletto, Di'tritt Avellino, sahen Förster einer^l^äferhuud mit einem braunhaarigen Meu-

ReichSfiuanzreform. Für die Beratung über die Vor­lage, betreffend Reichssinanzreiorm, ifr eine Denkschrift erschienen, die die Schätzung der Einnahme- und Ausgabesteigerung bis 1900 Ausweist. Danach rechnet das Reichsschatzaist auf eine Steigerung

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Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst

Voraussichtliche Witterung in Oberheffen für Mittwoch, den 20. April 1904. Schwachwindtg, heiter, wärmer.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Neuelle Metdungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 19. April. Der Parteitag der deutschen Sozialdemokratie wird, wie der ^Vorwärts" gegenüber einer durch die Presse gegangenen unrichtigen Mitteilung fest­stellt, in der dritten Septemberwoche in Bremen abgehalten werden.

Berlin, 19. April. Im Rathause fand eine Kon­ferenz von Finanzmännern deutscher Staaten statt, die zur Lösung einer Umfrage einberufen worden war, über die bei der Aufstellung von Haushaltsplänen und JahreS-Rechnungen maßgebenden Grundsätze.

Jena, 19. April. Hier wird unter dem Vorsitz deS Professors Dr. Waldeyer die Sitzung der deutschen ana­tomischen Gesellsch aft am 28. und 29. April abgehallen werden.

London, 19. April. Der Chirurg Sir Henry Thompson ist hier gestorben. DieMorning Post" meldet au§ Pretoria von gestern: Der Polizei ist es ge­lungen, den Führer und sechs Mitglieder der Bande von Holländern gefangen zu nehmen, die nach dem Leiden- burg-Distrikt unterwegs waren, um Banken und Läden zu berauben.

London, 19. April.Daily Mail" meldet aus Peters­burg, Großfürst Cyrill habe durch seinen Vater mehrfach den Zaren darauf Hinweisen lassen, daß Admiral Makarow in unglaublicher Weife das Geschwader von Port Arthur aufs Spiel fetze. Als Makarow hiervon Kennt­nis erhielt, verlangte er die sofortige Abberufung des Großfürsten Cyrill.

Interlaken, 19. April. Das größte Hotel in Wengen, das Hotel National, steht in Fl ammen.

Wien, 19. April. Die Ernennung des Bischofs Bauer von Brünn zum Erzbischof vonOlmütz erfolgte durch die ausschlaggebende Empfehlung des Fürstbischofs Dr. Kopp.

Tokio, 19. April. Angesichts der Anteilnahme des amerikanischen Gesandten an den japanischen Siegesfestlichkeiten, welche mit den Erklärungen des Präsidenten über die Neutralität der Union-Regierung nicht in Einklang steht, befürchtet man nach hierher gelangten Meldungen aus Petersburg, daß eine russische Intervention für später zu erwarten sei.

L. Washington, 19. April. Dem Staatsdepartement zugegangenen Nachrichten zufolge sinb bei Azua in ber bominikanischen Republik umfangreiche Petroleum- felber entbeckt worben, bie reicher sind als die be­kannten Petroleumfelber von Beaumont in Texas. Das Petroleum liegt dicht unter ber Oberfläche unb kocht, als ob es aus einem vulkanischen Krater käme. Ein ameri­kanisches Syndikat sicherte sich bereits eine Konzession auf 220 000 Acres des neuen Petroleumlandes. Man schätzt, daß bei ber rohesten Bearbeitung eine tägliche Ausbeute von 300 Faß, bei ber Anwenbung moberner Hilfsmittel eine Ausbeute von täglich 2500 Faß Petroleum bei Bohrungen in geringster Tiefe erzielt werden kann.