Ausgabe 
19.4.1904 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

politische Tagesschau.

Die Ausländer auf den Technischen Hochschulen Deutschlands empfindet man längst allenthalben als schweren Mißstand. Ganz abgesehen davon, daß sich Deutschland durch die Zu­lassung von jungen Leuten aus aller Herren Länder die Kon­kurrenz im Auslande groß zieht, daß diese Ausländer gutes deutsches Wißen nach ihrer Heimat verpflanzen, wohin unser Absatz an technischen Erzeugnissen infolgedessen immer geringer wird, bringt die Ausländerei an unseren Hochschulen auch sonst vielfache Nachteile mit sich, unter denen die jungen deutschen Techniker schwer zu leiden hatten.

In Darmstadt ist der Prozentsatz der Ausländer von allen technischen Hochschulen des Reiches am größten; er betrug für daS vergangene Wintersemester 80 v. H. Von den 585 ausländischen Studenten sind etwa 150 Deutsche oder Angehörige germanischer Völker. Der alldeutsche Verband hat nun die Anregung gegeben, von den Aus­ländern, die als Studierende ausgenommen werden wollen, die Ablegung eines deutschen Abiturientenexamens zu ver­längern In Darmstadt aber wird selbst von Inländern ein Abiturientenzeugnis nicht gefordert. Darum hält die Darm­städter alldeutsche Ortsgruppe die Bestimmung für zweck­mäßig, daß

Ausländer als Studierende und Hospitanten nur nach den­selben Bestimmungen wie Inländer ausgenommen werden dürfen; auf keinen Fall aber dürften geringere Anforderungen als in ihrem Heimatlande an sie gestellt werden.

Zur Begründung schreibt die alldeutsche Ortsgruppe:

Die holländischen Hochschulen verlangen Reifezeugnis; gebt ein Holländer ohne Reifezeugnis nach dem Deutschen Reiche, so wird er ausgenommen, kann seinen Diplom-Ingenieur machen, dann zu Hause aus Grund dieses deutschen Diplom-Ingenieurs staatliche Stellung erlangen, obwohl ihm diese an sich nach den Anforderungen fernes Heimatlandes verschlossen wäre. In Ruß­land findet an technischen Hochschulen überhaupt niemand Aufnahme ohne Prüfung. Rußlands Realschulen sind stebenklafsig, feine Gym­nasien achtklassig; nur solche mit dem Reifezeugnis dieser Anstalten können sich zur Prüfung melden. Zu ihr herrscht ein solcher An­drang und diese Prüsungen sind so streng im Verhältnis zur Vor­bildung, daß etwa nur */**/» der Prüflinge besteht. Von diesem Reste meldet sich em Teil wieder, die meisten gehen ins Ausland, insbesondere nach dem Deutschen Reiche. Tann ist der Prozentsatz der Juden, der bestehen darf, festgesetzt. Ferner gehen nach dem Reiche diejenigen, deren Vorbildung überhaupt nicht ausreicht, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Solche Tatsachen sind gewiß nicht geeignet, die Ächtung beu Auslandes vor den deutschen Hoch­schulen zu erhöhen, und in der Tat haben auch schon wiederholt

ausländische Zeitungen ihrer Geringschätzung Ausdruck verliehen. Von einem Deutsch-Russen mußte der Berichterstatter di« Worte hören: ,Jm allgemeinen geht auf die deutsche» technischen Hochschulen nur der Schund unb bie, Juden." Reichsdeutsche Abiturienten müssen sich der Prüfung ebenfalls unterziehen, wenn sie eine russische Hochschule besuche» wollen. Hat jemand im Reiche den Diplom-Ingenieur erworben, so hat er damit lediglich das Recht erlangt, in den vierten JahreS- kursus einer russischen technischen Hochschule einzutreten.

Wie der ,S)armft Lägt. Anz." jetzt meldet, soll mm tatsächlich an der Darmstädter Technischen Hochschule mit der büher geübten völlig unterschiedslosen Behandlung aller Studierenden, Ausländer wie Inländer, mit Beginn des neuen Semesters gebrochen werden. Laut Beschluß der Senate werden für das morgen, am 19. April, beginnende Sommersemester in den Hör- und KonstruktionLsälen an ausländische Studierende und Hospitanten erst vom 3. Mai ab Plätze vergeben. Das zitierte Blatt fügt dieser Entscheidung sehr richtig hinzu, daß diese Maßregel , lange gehegten Wünschen der inländischen Studentenschaft entspricht und allgemeine Billigung findet."

In Sachsen betrachtet man in erster Linie bie Bergaka­demie in Freiberg .als Hort des Slawentums. Im Jahre 1894 sind die Russen dort noch mit einem Satze von 11 Proz. an der Gesamthörerschaft'beteiligt gewesen, bis 1901 haben sie aber auf 35 Proz. Au genommen; 1902 waren es 36, 1903 wieder 35 Proz. Vom Jahre 1894, in welchem nur 18 Russen in Freiberg waren, haben sich die Sahne Halb- asiens bis heute um ca. 930 Proz. vermehrt, da gegen­wärtig 161 Russen dort studieren, während die Gesamtfre- ssuenz der Hochschule in diesem Zeitraum nur um daS 2Vrfache gestiegen ist. Während früher der deutsche Berg­ingenieur hervorragenden Anteil an der Erschließung neuer Bergbaudiscrikte im Auslande gehabt hat, werden heute deutsche Bergingenieure höchstens noch' m untergeordneten Stellen für kärglichen Lohn ins Ausland verlangt. In den englischen Kolonien dominiert der in Deutschland aus­gebildete Engländer, am Ural der Russe mit Freiberger Kenntnissen. Auch Südafrika, wo Freiberger Bergleute in großer Anzahl große Erfolge erzielten, ist ihnen, jefct ver­schlossen. ________

Von den Philippinen kommt die Nachricht, daß die vorzugsweise die ärmere Klaffe treffende neu eingesührte Zigarren- oder Tabaksteuer von großer Bedeutung ist. Durch die enorme Belastung wird der Konsum und auch dte Herstellung wesentlich beeinträchtigt

M A*

Mtn.

Echl-h,

Bai.,

3621 mg uften

Georg h Äarkll^x,

Lackt

L

Lchtliu'

karbolM WH

3618

2796

brik

0*'

«er

weMrH

me ca solid, irme Ingen.

U

T

M Pinsel

KHH Äug

Ä

n Sffl11

V

er lllB IS.»61

illi* .1*

neu, ei und men Preisen Huhl, 23 .

L -

I«

eintrogli- urrenz jentntt

)! r. 91

Dienstag, 19. April 1904

154. Jahrg.

's-Hchetrrt »glich mit Ausnahme bei GrmniagS.

tle ^Gletzener ZamMenbliMer- werden ber- jÜTjeUn otentw wöchentlich beigelegt. Dl

tonbi tr» «schein' monatlich einmal

Gießener Anzeiger

MotationSdrmf tmb vertag bet vrs h l'sch« UniverfttätSbruckerei. 8L Sange, Oteftm.

Redaktion, Expedition u. Druckerei: vchukstr.!.

Tel. Nr. 6L Telegr^Ldr. r Lnzetqer

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt str den Kreis Sieben.

Parlamentarische Perbandlnngen.

kiatchdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet.

Deutlcher UeichsLag.

69. Sitzung vom 18. April.

1 Uhr. TaS HauS ist äußerst schwach besetzt, löm BuitdeSratStisch: Graf PosadowSky u. a.

;Line Anzahl von Rechnungssachen werden ohne Debatte ritb.igt.

oicrauf wird die zweite Etatsberatung fortgesetzt.

igur Debatte stehen zunächst zwei Resolutionen, die M Etat deS RcichskcmzlerS gestellt waren.

'.TAe Abgg. Gröber u. Gen. (Zentt. beantragen, den ReichS- to^cr zu ersuchen, dafür Sorge zu tragen, daß

1. bei der Vergebung von Arbeiten und Lieferungen durch die W-ichsbehörden sowie durch die Heeresverwaltung Preußens, Snchsens und Württembergs auf bte Handwerker und Arbeiter insbesondere deS LeistungSorteS tunlichst Rücksicht genommen vcrde,

2. für die Vergebung von Arbeiten und Lieferungen durch Üt genannten Behörden tunlichst einheitliche Bestimmungen ge- ttfiffen werden, welche die Art der Ausschreibung, die Bedingun- as > für die Beteiligung an dem Wettbewerb, das Zuschlags- und Lt nahmeverfahren regeln und den Schädigungen entgegen» hr.den, welche du: ch das heutige Submissionsverfahren dem pcildwcrkerstand und dem Arbeiterstand zugefügt werden; daß miölich

3. von den hiernach getroffenen Bestimmungen dem Reichs­tage Kenntnis gegeben werde.

ferner liegt vor eine Resolution Auer (Soz.) u. Gen., den Lichskanzler zu ersuchen:

m Ergänzung der alljährlich dem Reichstag zugehetchen IIei>ersichten über die Arbeiterverhältniffe der HeereS- unb Marine- De lvaltung eine Denkschrift vorzulegen, in der aus den bei Vergebung von öffentlichen Arbeiten und Lieferungen mit Unter» nLMern abgeschlossenen Verträgen die auf Löhne und andere 8r ertsbedingungen sich beziehenden Bestimmungen mitgeteilt ItreirDen.

l lhg. Gröber (Ztt.) befürwortet seine Resolution und verbreitet H rmientlich über bie Mängel des SubmissionSwesens, die jetzt ta r^ittelstand vielfach sehr schädigten. Er führt eine Anzahl von Men an, wo Handwerker und Fabrikanten bei staatlichen Liefe- rni$rn sehr schlecht abgeschnitten hätten. So hätte die württem- iaMche Militärverwaltung bei einer Konserdenlieferung so niedrige treif verlangt, daß die Lieferung nicht hätte eingehalten werden ihnen. Der Staat vernachlässige feine sozialen Pflichten, wenn a hür nicht eine Aenderung cintreten lasse. Nicht die Billigkeit Mei den Ausschlag geben, sondern das Prinzip der gerechten Ent- L'hnrntg nach den ortsüblichen Preisen. An einem zufriedenen überstand hätte der Staat das allergrößte Interesse. Daher vüsti der Staat auch für bessere Bedingungen in den Staatswerk- Moi sorgen.

S'lürtemb. Oberstleutnant von Dorrer rechffertigt das Verhalten k wuTttembergisch--.n Militärverwaltung unter eingehender Dar- kgun. der einschlägigen Verhältnisse. Von einer Preisdrückerei time: keine Rede sein.

Clbg. Dr. Braun (Soz.) befürwortet die oben angegebene sozial- !<Mt lettische Resolution. Gegen den Abg. Gröber legt er dar, daß Lund werk auf seine frühere Stufe nicht erhoben werden könne. & P ersetzung deS Handwerks sei eine unausbleibliche Konsequenz k wirffchaftlichen Eittwicklung. Redner beruft sich auf die Unter» ifinigen des Vereins für Sozialpolittk, auf Geheimrat Prof. :;ie. und auf Prof. Sombart, die als uninteressierte Forscher zu !a Stefultat gelangt seien, daß das Handwerk dem Untergang ge- snhtssei. Redner Ächert sich dahtti, daß die Frage des Submissions-

wesens für seine Partei sich erschöpfe in dem Interesse des Staates und der Arbetterschast. Das Interesse der Unternehmer und der Zwischenmeister könne erst in zweiter Linie in Frage kommen. Ter Staat werde durch monopolisttsche Tendenzen des Unternehmertums nur geschädigt. Zum Beweise exemplifiziert Redner auf die Panzer­plattenlieferungen an das Reich. Im Jabre 1901 hat der Abg. Müller-Fulda in der Budgetkommission nachgewiesen, daß Deutsch­land für die Tonne Panzerplatten infolge der unerhörten PreiS- tteibereicn der beiden deutschen Panzerplattenfabriken 400 Mk. mehr zahlen muß als das Marineamt der Vereinigten Staaten. Dadurch entstehen für Deutschland 60 Mill. Mk. Mehrkosten, wenn das ganze Flottenprogramm ausgeführt fein soll. (Hört! hört! bei den Soz.) Für den Staat gibt eS nur ein Mittel, um diesen Preis­treibereien radikal zu entgehen, und baß ist ber Uebergang zur An­fertigung ber Waren in eigener Regie.

Vor allem aber hat der Staat sowohl die Verpflichtung wie auch das dringendste Interesse, die Tarifgemeinschaften zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu fördern. Es gibt kein besseres Mittel auch gegen das Ausbrechen von Stteiks, als diese Tarif­gemeinschaften, was wirklich von allen einsichttgen Sozialpolittkern eingesehen ist, und die Gewerkschaftsbewegung der Arbeiter legt jetzt auf den Abschluß von Tarifverttägen viel größere? Gewicht als auf die Streikkämpfe. Ein preußischer Minister hat einmal daS Wort ausgesprochen: Hinter jedem Stteik lauert die Hydra der Revolution. Das ist natürlich ganz unrichtig und zeugt von ge­ringem sozialpolitischen Verständnis. Will man aber den Stteik wirklich verhindern, so gibt es nur ein Mittel, und das sind eben die Tarifgemeinschaften, die ihm vorbeugen. Das ist auch der Weg, der durch die dunkle Nacht des Kapitalismus zum Licht des Sozialismus führt.

Abg. Dr. Dröscher skons.): Daß wtt uns auf diesen Weg nicht begeben, ist ja selbstverständlich. Wir werden im Gegenteil alles tun, was die Stellung des gewerblichen Mittelstandes zu feftigen und zu heben im stände rst.

Man exemplifiziert immer auf die Großstädte. Dieses Beispiel kann nicht maßgebend sein. In den Mittel- und Kleinstädten sowie in den ländlichen Gebieten wttd das Handwerk stets unersetzlich fein. Wenn man uns vor wirft, daß wir mit der Mittelstandspolitik hausieren gingen, so ist das vollkommen falsch. Die wichttgfte Frage, mit der ich auch mit Herrn Kollegen Braun übereinstimme, ist bie Hanbwerkerbildunasfrage. Diese kann nur erreicht werden durch Verknüpfung wirtschaftlicher Vorteile mit dem Resultat einer ver­besserten Ausbildung. Ganz besonders gefährlich fei auch die Kon­kurrenz der Sttafanstallen, die von Jahr zu Jahr zunimmt. Hier­gegen muß man energisch ankämpfen. Ganz entschieden sind wir da­gegen, daß die Tätigkeit des Staates als Unternehmer zunttnmt. Wir wollen im Gegenteil, daß sie eingeschränü wird.

Abg. Dr. Hieber (nat.»Iib.j: Meine Freunde sind gegen die sozialdemokratische Resolution; sie ist uns zu einfeitig. Bei der Regelung des Submissionswesens handelt es sich nicht um eine Sache, bie man mit dem SchlagworteMittelstandspolitik" ab tun kann, sondern tti gewissem Sinne um eine demokratische Forderung, und deshalb sind in Württemberg z. B. auch bie Sozialdemokraten dafür eingetreten. Für eine einheitliche Regelung des Submissions- wefens sind wtt natürlich auch, denn man kann es dem Handwerker nicht zu muten, daß er die heutigen ganz berfdjieöenartigen Be- bmgungen aller Ressorts kennt. Ich hoffe, die Regierung wttd sich nid)t auf den absolut negierenden Standpunü des Abg. Dr. Braun stellen. (Skifan.)

Abg. Brejstt (Pole) beschwert sich darüber, baß bei der Ver- Sung von öffentlichen Arbeiten in der Provinz Posen häufig die ;chörigkeit des betreffenben Unternehmers zu einer Freimaurer» e entscheidend sei. Redner ergeht sich hierauf in eingehenden Schilderungen der Freirnaurer-Besttebungen und wird wiederholt vom Präsidenten zur Sache gerufen. Ferner tritt er bafiir ein, daß die ortseingesessenen Handwerker in erster Linie berück­

sichtigt würben; in Posen geschehe dies fast nie, da im Interesse der Germanisierung nur deutsche Handwerker Aufträge bekämen.

Abg. Dr. Wolff (B. d. L.) führt au8, daß feine Freunde für die Resolution Gröber und gegen die Resolution Auer stimmen würden, denn diese letztere berücksichtige nut bie Interessen der Arbeiter, während die Resolution Gröber auch die ber Arbeitgeber berücksichtige.

Abg. Erzberger (Zentt.) tritt für den Antrag Gröber ein und bedauert es, daß im Etat feine Mittel eingestellt seien, txm die vom Reichstag schon vor zwei Iahten geforderte Handwerker »Enquete durchzuführen.

Staatssettetär Graf PosadowSky: Es handelt sich hier um eine sozialpolitisch sehr wichtige Frage. Die Grundlage jeder Sub­mission ist ein zuverlässiger und durchsichttger Anschlag. Und dazu ist eine genaue Kenntnis aller Faktoren, auch der Arbeitslöhne in dem Bezirk, notwendig. Sodann ist eS nottvendig, daß die Subrnif- sionsbedingungen zur Kenntnis wettet Kreise kommen, bannt mög­lichst große Kreise sich zur Submission melben können. Ferner muß eine reichliche Frist zwischen Ausschreibung unb Vergebung liegen, lieber» unb Untergebote werden immer vor kommen. Die Untergebote gehen meistens von unsoliben Geschäftsleuten ans, bix da denken, die Kontrolle werde wohl nicht so streng sein, bie Be­dingungen brauchten wohl nicht so streng innegehalten werden. Namentlich bei Bauten ist dies der Fall. Und tatsächlich kann bie Baukontrolle in manchen Fällen mangels Baupcrfonals nicht ge­nügend ausgeübt werden. Lange Lieferungsfristen kommen gerade den kleinen Unternehmern zu gute, da diese nicht über den Apparat verfügen, um in kurzen Fristen alle Berechnungen anzustellen ufto. Kurz und gut: die Sache ist sehr tiefgreifend. In Preußen ist man mit einer Reform des Submissionswesens bereits beschäftigt. Auch das Reichsvostamt tut das nämliche. Wenn die Erwägungen in Preußen abgeschlossen sind, werden wtt auch im Reich barangehen, Ihre Resolutionen zu beraten.

Abg. Dr. Böckler (Antts.) bedauert, daß bei den Staatsliefe­rungen nicht die Innungen gefragt, sondern daß ost große jüdffche Firmel berücksichtigt werden. Das Handwerk sei keineswegs dem Untergang geweiht! Wären blos die großen jüdischen Waren­häuser nicht dal Die seien an allem schuld. Die Sozialdemokraten wüßten ja am besten, wie gerade in der Konfektion bie großen jüdischen Firmen das Volk und chre Arbeiter anSbeutetenl Man brauche ja blos die Firma Singer u. Co. zu nennen I

Viel verspreche er sich ja nicht von der Resolution, denn bie Regierung würde ein paar Jahre zu Erwägungen brauchen, und schließlich sagen, es sei nicht möglich, etwas zu machen. Deshalb müßten die Handwerker immer unb immer wieder chre Stimme erheben.

Abg. Dfd (Zentt.) tritt für den Antrag Gröber ein.

Abg. Dr. Braun (Soz.) verteidigt nochmals feinen StandputtL unb erklärt, daß feine Fraktion auch für die Resolutton Gröber stimmen werde.

Nach weiteren Bemerkungen des Abg. Dr. Pachnicke (steff. Vga.), ber aus fuhrt, daß er für beide Resolutionen stimmen werde, schließt die Diskussion.

Die Resolution Auer wird gegen bie Stimmen ber Sozialdemokraten und Freisinnigen abgelehnt, bie Resolution Gröber wttb einstimmig angenommen.

Das Haus vertagt sich auf Dienstag 1 Uhr. Aus­wärtiges Amt, Militärpensions-Gesetz-Jnter- pellation, Interpellation wegen bes Stil liegens von Zechen.

Schluß 6% Uhr.

Krieg zwischen Japan und Außlaud.

ji l iem letztenjapanischenAngriffaufPort Ar Slip wird noch gemeldet, daß bei dem darauf folgen- Denn m-ibarbemart über hundert russische Sol- aWitim tunb Matrosen verwundet ooer getötet IvUIUte

Lchnere Nachrichten sagen, da.ß eine Flotte von mehr

2 panischen Dranslportschifsen ßgnalisiert ei Jcbcr Richtung nach Kintschou nördlich von Port ArtM.

Lobe fanden öffentliche Beileidskundgebungen für ÄduLu! Ma karoff stzatt. Eine weiße Laternen-Prozeffwn fürSeelen der gefallenen Russen wurde veranstaltet. Aus.ft> Sannern stand die Inschrift: Mr trauern unaus- lösckW um b:en tapferen Mrmiral Makttroff.

^sral Pflug meldet, daß alle Berichte und Depeschen 'joni ichzraphen-Ägenturen bezüglich der Belagerung undnähme Port Arthurs, ebenso wie die Nach­richt^ ALh der russische Kosaken in Korea zu Gefangenen jem.ii::: wurden, jeder Begründung entbehren und a| reiner Erfindung beruhen.

:ic russische Generalstab erhielt die Meldung, daß anti als:L u-Flusse alles ruhig mrd die Lage uw- tiei&tad: sei.

!ta iPetersburger Korrespondent des Newyork Herald berirÄf.!, es sei ein offenes Geheimnis, daß die Japaner seit'Lqem Unterseeboote vonden Vereinigten Stauickn angekauft haben.

Shu Brande des Kaiser-Palastes in Söul sind a. 1- Geheimarchive und der Schatz, die, wie sich heraus- gesterlü: hiiite, vergraben waren, gerettet worden.

Der Aufstand der Kereros.

MErgänzung zu der Verlustliste des Gefechts bei r iliitumba am 13. April wird heute von Windhuk aemttiii:: Gefallen: Unteroffizier Resch ke vom Srawte Bagenski (bisher noch nicht gemeldet). Der fälsch­lich : ü schwer verwundet gemeldete Reiter Baganz ist aesu:7tt^ dagegen ist der Reiter Leopold Backer-Berlin sa-w<EArwundet worden und am 15. April gestorben. Auß,.M:m! wird gemeldet, daß der Seesoldat Her brecht aus i. Steiler (Kreis Dltkirch, Oberelsaß) am 11. April an MalE^czestorben ist.

flfcj und Gräfin zu D ohn a-Waldburg zeigen an, daß h '2 gbjnxntei: Sohn Heribert, Leutnant a D., im 24. Le­bens l ftebenb, in Watirberg in Südwestafrika ein O p kleä Hereroausstande'l wurde.