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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen
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Kirche und Schule
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Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.
krscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
j-Die „Giehener Familienblätter" werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
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Buchhalter, verheiratet, sucht Mm. Cr mit. 01326 anöiffai.iSl.f:
In unserm Großherzogtum gab es einst eine sog. "" i", welche aus Vertretern der Regierung, Geistlichen und Schulmännern der ver-
bestand. Diese beschäftigte sich in ihrer vom 7. Dezember 1848 auch mit dem Fortbildungs-
Forman (Schnupfenäther) timlsch erprobt und ärztlicherseits mehrfach als geradezu ideales Schnupfenmittel bezeichnet! Bei gewöhnlichem Schnupfen Forman-Watte (Dose 30 Pf.). Bei starkem Schnupfen Forman- Pastillen (50 Pf.) zum Inhalieren mittels RiechgläschenS. Wirkung frappant: Bei beginnendem Schnupfen fast unfehlbar. In allen Apotheken. Alan frage seinen Arzt. (2167
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Pie äußere politische Lage in englischer Beleuchtung.
Ohne den Wunsch zu haben, „alg ein Alarmist zu gelten*, sieht der Londoner „Spcctator" die jetzige auswärtige Loge als erheblich bedenklich an, besonders angesichts im Dhatsache, daß die russische Animosität gegen England Wnd-ig wächst. Dies rührt daher, daß das russische Volk Mmibt, England habe die Japaner zum Kriege ermutigt. Sfr „Spectator" weist die englische Regierung auf die unbedingte Notwendigkeit einer großen Wachsamkeit bezüglich Mber Flotte hin — nicht nur, daß sie in Ordnung sein, nein, 1!lboB sie schlagfertig, also bereit, jeden Augenblick in Aktion zu treten, und auch in der Lage sein muß — wenn nötig - b'er Armee in Indien Verstärkungen zu bringen. Indem er auf die Möglichkeit eines europäischen Krieges hin- Mis^ bemerkt der „Spectator*:
„Was Rußland gerade jetzt am schärfsten empfindet, ist bie Demütigung einer möglichen Niederlage durch eine von uhm als klein betrachtete „asiatische Macht". Wir können es Mhl begreifen, daß die Militärpartei, um sich aus dieser Wjeniutigung zu retten (dies soll tatsächlich der Fall sein) feinem Kriege gegen England sehr das Wort redet, und nur zu si.oh wäre, wenn sie eine Entschuldigung oder vielmehr einen triftigen Grund fände, mit England Streit anzufangen. Aeirachten wir die Sache vom Standpunkte dieser kurzsichtigen und schlecht beratenen Männer, die es fertig gebracht haben, ihr Land in den jetzigen Krieg zu verwickeln, so ist der Ge- biinfi einer „Rettung durch Krieg mit England* keines- wegi so absurd.
Erstens würde ein großer europäischer Krieg alle Spuren des japanischen Krieges verwischen. In der neuen Ver- Mäung würde man die alten Fehler vergessen. Ein popu- lirec Krieg würde einen unpopulären verdecken.
^Zweitens würde ein großer europäischer Krieg den Russan eine Entschuldigung bieten, entweder Frieden mit .Hnpom zu machen oder sich aus dem Bereich Japans zurück- ijujie.tcn, um so die Blutung von Menschen und Geld, die Itzt an der Mandschurei statlfindet, zu stillen. — Schließlich Ttnitttf? ein Krieg, gegen England, so geführt, wie die mili- iiri)die Partei glaubt, daß er geführt werden muß, d. h. in chcuuainschaft mit Deutschland und Frankreich, für Ziußlund ohne Risiko sein. Die ganze Wucht des Kampfes rfflüEb.'* Deutschland und Frankreich zufallen. Die Engländer könnten — im Falle des Sieges — die deutschen und französi- iifyn .'Kolonien nehmen, aber sie könnten Rußland kaum eine 3ü;mk beibringen, aus dem sehr einfachen Grund, weil Ötijen Flotte bereits durch Kriegszwecke absorbiert ist, und Bog Nußland in der Mandschurei schon das größte Pech gelobt lhat. Die Feindseligkeiten der britischen Flotte im fernen Ollen könnten die Dinge nicht schlimmer niachen als sie ohne- ,join schon sind. Dabei würde eine russische Demonstration an ät iindischen Grenze die britische Regierung mit Sorge für ; gniiiem erfüllen, ohne Rußland einem Gegenangriff auszu- \ Eijen, der ihm nennenswerten Schaden zufügen könnte. In kibecetn Worten: „wenn Rußland sich jetzt auf einen Krieg inii (higlanb einläßt, würde das Kämpfen Rußlands Verbs Lid eten und nicht „Rußland selbst* zufallen.* — Würden d>M 'iegen, so könnte Rußland seinen Anteil an der Beute Wkrngen; würden sie (die Verbündeten) besiegt, so wäre ‘ Sfoglanb jedenfalls nicht der einzige Fuchs, der seinen Schwanz eiuitßfiite. —
Soweit der „Spectator!*
Ls kann uns nicht schaden, die äußere politische Lage a und) 'einmal durch die englische Brille, deren sich der „.Sketator" bedient, zu betrachten. Vielleicht wird dadurch ei n oion dem kommandierenden General des 1. Armeekorps,
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Vermischter.
* Eine ganze Gemeinde von plötzlichem Wahnsinn befallen. Ein außerordentlrches Ereignis hat sich, wie aus Lissabon gemeldet wird, im Torfe Monturo zugetragen. Tie ganze Gemeinde ist von plötzlichem Wahnsinn befallen worden. Ein kranker Greis hatte Bewußtsein und Bewegungsfähigkeit verloren, so daß ihn die Nachbarn für tot hielten. Man begann mit den Beerdtg- ungsvorbereitungen. Als aber der Ortsbarbier den Mann zu waschen begann, erwachte dieser aus seiner Ohnmacht und sing jämmerlich zu schreien an. Tie Umstehenden flohen auf den Marktplatz. Dorthin wurde die ganze Gemeinde zusammenberufen, und man beschloß, sich schleunigst in die Kirche zu begeben, um sich vor der Verfolgung des Bosen zu retten. Bald war die Torfkirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Allen voran eilte der Barbier. Er entledigte sich aller Kleider, sprang auf den Altar, hängte sich ein Heiligenbild um den Hals und behauptete, daß er etn Erzengel sei, der den Teufel bekriegen müsse. Er befahl dann der gehorsamen Gemeinde, ihn anzubeten, und schließlich mußten sich alle, Männer und Frauen, gänzlich entkleiden, und paarweise, wie Adam und Eva, vor dem Altar vorbeimarschieren. Alle gehorchten ohne den geringsten Widerspruch. Tann nahm der Barbier das Kreuz, stellte sich an die Spitze des Zuges, befahl der Gemeinde, aus allen Vieren hinter ihm her zu kriechen, und verließ so die Kirche, um den Kamps mit dem Teufel aufzunehmen. Viele der Eemeindemitglreder sollen unheilbar verrückt geworden sein und, wie es ihnen der Erzengel befohlen, nur noch nackt einhergehen wollen. Ter Bischof hat die Kirche wegen grober Entweihung bis auf weiteres schließen lassen.
* Amerikanische Patente. Tie Veröffentlichung des amerikanischen Patentamts bilden, so schreibt man aus Newyork, eine unerschöpfliche Fundgrube bewußter und unbewußter Komik. So hat sich ein Yankee neuerdings ein Verfahrenpatentieren lassen, umKriegeun- möglich zu machen. Ter Erfinder glaubt, durch mächtige Thnamomaschinen Blitze erzeugen zu können, die eine englische Merle weit geschleudert werden. Unter diesen Umständen muß natürlich jede Streitmacht vernichtet lverden, die in den Kamps zieht, und die Truppen werden den Gehorsam verweigern. Daß trotzdem der Krieg zwischen Rußland und Japan ausgebrochen ist, kann nur in der mangelnden Vorbereitung der beiden Länder liegen, die versäumt haben, sich rechtzeilig mit dieser „genialen" Erfindung auszurüften. Eine andere Erfindung, wenn auch nicht von so weltgeschichtlicher Bedeutung, ist die Band- wurmfalle — ein kleines, zylinderförmiges Blech- täpselchen mit einer Schiebetür und einer seinen, mit Seidensäden versehenen mechanischen Vorrichtung. Tiefe Falle wird mit jeinem Köder versehen und in den Magen uabgelassen, während das Ende des Seidenfadens zum Munoe yeraushängt. Sobald nun der ekle Wurm, durch den Köder angcloat, den Kopf in die Falle steckt, zieht der Kranke an dem Faden, die Falle schließt und der Bandwurm ist gefangen. Mit samt der Falle wird er an die Oberslücye gezogen und dem verdienten Schicksal überliefert. — Der „K a n o n e n p s l u g", für die Farmen des Westens, eine Kombination von Pflug und Kanone, und das „schießende Tintenfaß", für die Redakteure des seltene, eine Kombination von Tintenfaß und Revolver, sind ebenfalls originell, bedürfen aber keiner weiteren Schilderung. Den Vogel abgeschossen hat jedoch ein Erfinder, dec das „Fallbet t" konstruiert hat. Tiefes Bett ist für Leute bestimmt, die schwer aus dem Bett finden können. Es ist mit einer Weckeruhr und einem Mechams- mus versehen, der mit grausamer Pünktlichkeit arbeitet. Tas sogenannte „Wecken" der llhr besteht darin, daß sie zur verlangten Zeit einen Hebel am Mechanismus der Vorrichtung aussetzl, woraus das Belt umsätlt und seinen Insassen aus den Boden wirst. So zu sehen im Patentamt zu Washington und registriert unter dem Titel „Alarm beb".
* Einen selten reichen Kinder fege ».vermochten 9 Musiker, welche dieser Tage in Kronwimel (Bayern) musizierten, nachzuweisen. Sie „zählten die Häupter ihrer Lieben, und siehe", es ergab sich, daß bie 9 Männer Ernährer von 88 mindern sind, von Lenen einer allein die gewichtige Zahl von 20 Kopsen auszählen kann! — „Lieb' Vaterland, magst ruhig sein!"
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sulung. ;
Pensionat^
Musil,v. d. Goltz, im Königsberger Allgemeinen Kasino " gMiene Rede verständlicher. Der General äußerte hierbei
Mlegung-. Kta uÄ anderem:
Seite Em g r o ß e r K r i e g könne innaherZukunft vielleicht
nMsoreisjahru^- 1Mg e und i n h a l t s ch w e r e Entscheidungen für JJo M. n in'er Vaterland bringen. Daher sei em festes Zusammen-
^^77W' bc-lLlM «Iler Kräfte der Nation erforderlich, von selbst einen übev- nnrmOTQH P I flm- leij mn Feind zu schlagen. Der General forderte die Anwesenden lln lluluUlvI • aiQT :itd)tige junge Leute für die Regimenter zu werben, damit das
UUI SCirr.Tforys fiel) auf die großen Aiügaben vorbereiten könne, die
ihimri.lleicht^beschieden seien. Bei diesen Bestrebungen bedarf es •'- Unterstützung der Zivilbevölkerung. Nur em einiges Volk J 'h,nn W köitiiK e in kräftiges Heer erzeugen.
Dorbereitu^ ; Qhne sich die englischen Konjekturen des „Speetators" $nl^|e|el< 8uf l19cn 5" wachen, tragen doch vorstehend angeführte
-TOmerimgen eines hervorragenden deutschen Generals der 'Äransia^ 'el^r:€c*iT Auffassung der äußeren politischen Lage der Gegen- Aung und nächsten Zukunft in beachtenswerter Weise
ng.
i .rfcbjuihiie-Jen. Bezüglich der Unterrichtszeit in den r UüWF '»«tibildungss chulen sprach die Kommission den Inl/lllr I® P Mmds atz aus, daß es nicht rötlich sei, die Stunden auf den ÜmU1 Ma zu legen, „weil die Erfahrung gezeigt hat, daß '' r-1 joon der Tagesarbeit müden Schülern es sehr schwer
/wii'h »des Abends auf die rechte Weise an dem Unter* ijid) zu betätigen". Tie Komimssion schlug deshalb . .. too t-, im gewerblichen Fortbildungssü)ulen „das ganze Jahr * hivr.ducL) einen halben Werktag in der Woche und am Sonn-
tut-8 tai^t.1 Stunden vormittag und 2 anoere nachmittag" die Le'>Wvaden abzuhaltcn. Die ländlichen Fortbiloungsschulen u foliL.n.i ihre Unterrichtsze t während des Winters auf 2 bist 3mqc von 5 btzts 7 Uh und im Sommer auf 2Morgeu-
stunden des Sonntags, in welche kein öffentlicher Gottesdienst fällt, legen. Tie Vorschläge fanden damals nicht Berücksichtigung, und es hat bekanntlich bis zum Jahre 1900 gedauert, ebe sie in Hessen insofern allgemein gütige Anerkennung fanden, als die Regierung bestimmte, daß nach 7 Uhr abends in den Fortbildungsschulen kein Unterricht mehr erteilt werden darf. Tie hessische Regierung folgte damals dem Vorbilde, das Baden gegeben, das schon seit 1875 bestimmt hatte, daß in den Abendstunden kein Unterricht erteilt werden dürfe. Tie Regierung des Großherzogtums Sachsen-Weimar brachte die in Hessen erlassenen Bestimmungen in ihrem Machtbereiche ebenfalls zur Turchsührung. Auch im Großherzogtum Oldenburg und im Königreiche Preußen wurden diejenigen gewerblichen Fortbildungsschulen, welche staatliche Unterzrützung erhalten, angewiesen, den Unterricht in diesen Anstalten zu früherer Stunde zu schließen, als sonst geschehen. Tas östreichische Kultusministerium aber verordnete, daß bei der Ausstellung des Stundenplanes darauf zu achten sei, daß die an den Wochentagen abzuhaltenoen Unterrichtsstunden noch in die ortsübliche Arbeitszeit fallen. In Bayern endlich verlangt die Regierung neuerdings von den gewerblichen Fortbildungsschulen die Einführung des Tagesunterrichtes.
— Ter Deutsche Verein für Fortbildungsschulwesen und der Verband deutscherGewerbe- s ch u l m ä n n e r halten ihre gemeinschaftliche V e r s a m m- lung Ende September in Köln ab. Ter Hauptgegenstand der Verhandlungen wird bie Ausbildung der Foribildungs- und rzachschulleyrer bilden. Als Referenten sind Direktor Neus ch a fer in Frantjurt a. M. und Direktor Dr. Meise! in Darmstadt bestellt. Ter Vorstand des erstgenannten Vereins wird den 8. F o r t b i l d u n g s s ch u l t a g im Herbst des Jahres 1905 zu Stettin abhalten.
Wädchenopfer m deutschen Krankenhäusern.
Seit einigen Tagen spielt sich in Hamburg vor Gericht ein Prozeß ab, in dem es sich um seltsame Vorgänge in dem Krantenhause des Vorortes Eppendorf handelt.
Zeuge Händler L ü h r s lag im Januar 1897 im Eppeu- dorscr Krantenhause. Ta er an Hämorrhoiden litt, war eine Operation notwendig, nach deren Beendigung eine Schwester namens Minchen ihn verbinden mußte. Auch setzte ihm diese ein Klystier. Ter Zeuge erNärt, daß ihn Die Behandlung durch ein junges hübsches Mädchen im höchsten Grade peinlich berührt habe.
Zeuge Kaufmaliu Mendorfs mußte einer Harn- röhrenstriktur wegen bougtert werden. Nach der Einführung des Bougies sei der behandelnde Arzt fortgegangen und habe dec Schwester die Entfernung desselben überlassen. Diese habe ihn, Zeugen, jedoch über eine halbe Stunde entblößt im Operationssaale liegen lassen. — Vors.: Wie sanden Sie die Sache? — Zeuge: Hundsgemein. Jedenfalls war es eine hübsche und ganz junge Schwester, sodaß ich mich sehr geniert fühlte, von ihr beobachtet und behandelt zu werden.
Rechtsanwalt Brackenhöft: Ist es richtig, daß Sie sich später geweigert haben, wieder nach Eppendorf zu gehen? r— Zeuge: Ja. Ich litt an Oberschentel-Rheuma- rismus, und befürchtete, daß ich wieder Schwestern für die Ausübung der Massage usw. in die Hand gegeben werden würde.
Angeklagter Tr. Roosen: Ist es richtig, daß die Schwestern sich im Badezimmer und in den Klosetts aufhielten, während Patienien dort waren? — Zeuge: Ja. Tas Klosett wurde oft von den Schwestern mitbenutzt, weil zu wenig da waren.
Ter Vorsitzende rick)tet an den Direktor des Eppendorfer Krankenhauses, Prof. Tr. Lenh artz, die Frage, ob es vorgekommen sei, daß Schwestern auch beim Bougieren geholfen hätten. — Prof. Lenhartz: Tavon ist mir nichts bekannt. Es würde das ein Vorgang sein, der energisch zu rügen wäre. — Vors.: Ter Zeuge behauptet ferner, daß die Schwestern oft dieselben Aborte wie die Patienten benutzt hätten. — Zeuge: Tas mag sein. Im Pavillon für Jnsektionstrankheiten z. B. läßt sich das gar nicht umgehen, da dort nur ein Klosett voryanben ist.
Im Anschluß daran wird Prof. Lenhar^ noch über einige interne Vorgänge befragt, worauf der Vorsitzende bemerkt: Sie nehmen das auf Ihren Eid? — Zeuge: Ja. — Tr. Rosen: Und das andere auch? —Vors.: Angeklagter, dieser Zuruf ist ungebührlich. — Angekl.: Tann bäte ich, mich in Strafe zu nehmen. — Vors.: Tas Gericht wird sich wegen dieser Bemerkung zur Beratung zurüccziehen. Nach kurzer Zeit erscheint der Gerichtshof lieber im Saale und ber Vor|itzende oerkünbet: In dem Zuruf bes Angeklagten Tr. Roofen: „Tas anbeie auch?" und seiner Be- merrung: „Tann bitte ich, mich in Strafe zu nehmen!" hat das Gericht eine grobe Ungebühr erblickt und deshalb auf eine sofort zu vollstreuende Geldstrafe von 100 Aiark wegen Ungebühr vor Gericht erkannt. — Auf weiteres Befragen erklärt dann Professor Lenhartz noch, daß er jede Abweichung von dem bestehenden Verbot des Bougierens und Katheterisierens durch Schwestern als einen absolut groben Verstoß gegen bie Krankenhausordnung bezeichnen müsse, und daß er sich deshalb nicht denken könne, daß Schwestern in Eppendorf von den behandelnden Aerzten zur Vornahme solcher Handlungen, wie sie der Zeuge Mendorsf hier gefajilbert habe, angehalten worden feien. Taß sie im übrigen bei solchen Vorgängen zugegen feien, lasse sich nicht vermeiden und passiere täglich in allen Krankenhäusern der Welt. Es komme auf Den Takt des behandelnden Arztes wie des Patienten an, ob bei derartigen Manipulationen d.e anive^nucn Scywestern skan- daliert würden ober nicht. Ader aktiv sollten bie Schwestern bei solchen Operationen niemals werden, das steye ausdrücklich in der Kramenhausordnung. Ja, es ist ein grober Verstoß gegen die Regem des Hauses.
Ter Prozeß wurde schließlich auf unbestimmte Zeit vertagt, da die Verteidiger in ein Aktenstück nicht Einsicht bekommen hatten.
। Butterick’s Moden-Revue ■ 16t das beliebteste und vornehmste Moden- u. Frauen|ournal, monaüioh ein Heft mit Gratis-Schnittmuster. Abonnementspreis fQr Deutschland u. Oesterreich-Ungarn JährL M. 7.—, Vierteljahr!. M. 1.75, für das Ausland M 8— resp M 2.— zahlbar im voraus. Abonnements durch jede Post anstalt,Buchhandlung u. Butterick’s Agentur oder direkt durch uns. Actlen-Gesellschaft für Butt^rlck’s Verlag, Berlin W. 8. Probehe't eratis nur direkt durch uns. — Butterick’» Schnittmuster Probeheft n^rausbeiten u zuverlässigsten. - Vertreten durch
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Drittes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 19. März 1904
Eichener Anzeiger


