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Nr. SS8 Zweites Blatt.
154. Jahrgang
Montag 18. Dezemder 1904
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Sietzener Kamtlienblätter" werden dem bAnzetger dermal wöchentlich beigelegt. Der »Helstjchr Landwirt" erscheint monatlich einmal.
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fRotatton«brucf und Verlag der Brühl'sch« UntoerfttatßZ) ruderet Ä. Lange. OSietzen»
Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr. L, Tel. Nr 6L Teiegr.-Adr.» Anzeiger Gietz«^
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ..... ......... ...........«!■■■"?■......... _______J1H..;.
KcKanntmachung.
Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Rodheim a. d. Horloff.
Nachdem sich mehr als ein Fünfteil der beteiligten Grundeigentümer in der Gemarkung Rodheim a. d. Horloff, welche inehr als die Hälfte der beteiligten Fläche besitzen, unterschriftlich für die Einleitung des Feldbereinigungsverfahrens und die Anlage von Wegen in den Obstbaumstücken der Gemarkung Rodheim a. d. Horloff erklärt hat, und nachdem innerhalb der gesetzlichen Frist keine Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder Rechtsbeständigkeit dieses Ergebnisses erhoben worden sind, hat Großherzogliches Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, den Beginn der Feldbereinigungsarbeiten angeordnet.
Indem ich dies zur öffentlichen Kenntnis bringe, lade ich gleichzeitig sämtliche beteiligten Grundeigentümer zu der in Gemäßheit des Art. 16 des Feldbereinigungsgesetzes vom 28. September 1887
Dienstag den 3. Januar 1905, vormittags 10 Uhr, im Saale der Witwe Reichhardt zu Rodheim a. d. Horloff stattsindenden Versammlung ein.
Diese Versammlung hat
1) darüber zu beschließen, ob die im Grund-(Flur-)Buch enthaltenen Größenangaben, oder ob die durch eine Vermessung zu ermittelnden Flächengehalte der Feldbereinigung zu Grunde zu legen sind,
2) zu bestimmen, wie die Feldbereinigungskosten aufgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag aus den Flächengehalt, oder den Abschätzungswert der Grundstücke, oder durch Bildung und Verkauf von Massengrundstücken, sowie ferner, ob die Beiträge nach Bedürfnis erhoben, oder ob die Kosten durch Kapitalaufnahme aufgebracht werden sollen,
3) die zur Vollzugskommission zu berufenden Sachverständigen und deren Stellvertreter, sowie ein Mitglied des Schiedsgerichts und dessen Stellvertreter zu wählen.
Außerdem können Wünsche und Anträge seitens der Beteiligten vorgebracht und beraten werden.
In dieser Versammlung hat ein jeder anwesende beteiligte Grundeigentümer eine Stimme. Die Beschlüsse erfordern zu ihrer Giltigkeit eine Mehrheit von Zweidritteilen der Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Beteiligten verbindlich.
Kommen gütige Beschlüsse nicht zu stände, so hat:
zu 1) durch Vermessung der Grundstücke die Ermittelung des Flächengehalts derselben zu erfolgen,
zu 2) die Vollzugskommission die erforderlichen Beschlüsse zu fassen,
zu 8) Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, die Sachverständigen und die Schiedsrichter zu ernennen.
Die außerhalb der Gemarkung Rodheim a. d. Horloff wohnenden Beteiligten fordere ich auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen in der Gemarkung Rodheim a. d. Horloff wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, da eine weitere be- jondere Zuschrift im Laufe des Feldbereinigungsverfahrens an fie nicht mehr erfolgt.
Friedberg, den 12. Dezember 1904.
Ter Großherzogliche Zeldberemigungskommissär: Spamer, Kreisamtmann.
Kclramümachung.
Betr.: Feldbereinigung m der Gemarkung Langsdorf.
Freitag, den 30. Dezember l. Fs., vormittags von 9'/4 Uhr bis 10l/4 Uhr, findet auf deni Gemeindehause zu Langsdorf die Entgegennahme der Wünsche bezüglich der Zuteilung der Ersatz- grundstücke der ganzen Gemarkung Langsdorf statt.
Die Wünsche sind schriftlich — mindestens auf r/z Bogen — emzureichen, vom Grundstückseigentümer zu unterschreiben und sollen genau angeben, welche alte (nach Flur und Nr. zu bezeichnenden) Grundstücke zusammengelegt und m welche Gewann die neuen Grundstücke gelegt werden sollen.
Wünsche, welche in dem obengenannten Termin nicht vorgebrachi werden, haben leinen Anspruch auf Berücksichtigung.
Friedberg, den 14. Dezember 1904.
Der Großhirze g iche d>. r.inigungskommissärr Spainer, Kreisaintmann.
Ämilichc Nuchriüjicn über Lichscuchen.
Die Rotlaufscuche in Caldern (Kreis Marburg), Univer- itätsgut, ist erloschen. Die Sperre i|t wieder ausgehoben.
Die rliotlausseuche unter den Schweinen m Mellnau ^Kreis Marburg) ist erloschen; die Sperrinaßregeln sind auj- Ze hoben. .—
Kanuurentansch.s.
— In der zweiten hessischen Kammer hat ein Vertreter Großh. Regierung StxnntniS gegeben von einer ®ta- Mik nach welcher nur 28 Prozent der Schuler.,ahl der land- Li die ii Fortbildungsschulen im Mxeiie onedberg dem Umwirtfo,.nUhW bewerbe, angelten foHen. Jton ^ d&r Ober Aba Koh.er, Grund zu -oiueiicin zu Huben, baß bic)i utatijtit toen XülilUij. 11 entspricht. Er empfieh.t, die Regierung zu crsuch«n, Lurch bi )_r.sichuwvriüinde unter Zuziehung derBurgennmpmmen hinsichtlich o.r ^erun-zugehorigtrit luiwiiu-er rsvrtoildunavia-uu.r u.no ibr.r iputeren uUbtns.rcllung im ganzen Laube für Die ,oeit ulühl M)uijuhr 1875/76 bw -um Schuljahr 1889/90 ilu -^ahre) enne umtna-e Statistik l>rbeisuhren zu lassen.
Stuttgart, 17. c“ der Bcrfuuungsrevision tiI als Orundlage jur die weiteren berhandlung n chlg iibi -. ''am Mltllienuna der 'stand- vorgejehen. Tie 1. SVaini er
soll künftig aus 48 Mitgliedern bestehen und zwar aus 4 Prinzen, 20 Standes Herren, 6 vom Könige gewählten lebenslänglichen Mitgliedern, 6 ritterschaftlichen Abgeordneten, 2 Prälaten, dem Präsidenten der evangelischen Landessynode, dem katholischen Bischof, dem ältesten Domkapitular, dem Kanzler der Universität, dem Rektor der technischen Hochschule und je einem Vertreter der Landwirtschaft, des Handels, des Handwerks und der Arbeiterschaft; die letzteren sind von der Handels- und Handwerkskammer bezw. durch die zukünftigen Gcwerkschasts- und Arbeiteriammern zu wählen. — Tie Zusammensetzung der 2. Kammer soll folgende sein: Tie Abgeordneten der Landämter und die der großen Städte, ferner drei der Stadt Stuttgart und 19 durch Kreiswahlen zu wählende, zusammen 93 Mgeordnete.
— B e i der R e i ch s t a g s sti ch wa hl im Wahlkreise Jerichoiv erhielt Lehrer Mertens-Berlin (fr. Vp.) 15 224 und Stadtverordneter Voigt (Soz.) 6769 Stimmen. Mer- tens ist somit gewählt
Kcer und A olle.
Paris, 17. Dez. Kriegs Minister Berteaux beabsichtigt, die Negierung um Bewilligung der nötigen Kredite zu ersuchen, um die Pens io ns v e rh ä ltnisse zu verbessern, welche augenblicklich viel zu wünschen übrig lassen. (Durch diesen Antrag wird der neue Kriegsminister sich viel Sympathie in der Armee erwerben.)________________
Knche und schule.
Rom, 18. Dez. Bischof Benzler ist von hier nach seiner Diözese abgereist. Man empfing den Bischof im Vatikan mit großer Herzlichkeit und versicherte ihn des vollen Vertrauens sowie der Freude darüber, daß er die kaiserliche Gunst in so hohem Maße besitze. Man erkannte weiter an, daß die Diözese Metz eine der schwierigsten Deutschlands sei, und bat ihn, sich nicht durch diese Schwierigkeiten abschrecken zu lassen. Sollte er, der bisher weltfremde Abt, einmal in Zweifel geraten, welchen Weg er einzuschlagen habe, so möge er Weisungen von Rom einholen und abwarten. Man warnte den Bischof, Einflüssen nachzugeben, die auf das gute Verhältnis zwischen der Kurie und der Reichsregierung trübend einwirken könnten, und sagte ihm, daß die Straßburger Fakultät kein papiernes Zugeständnis des Papstes gewesen sei. Man legte ihm dringend ans Herz, eine Anzahl der besten Schüler von: bischöflichen Seniinar in Metz alljährlich zum Studium an der Straßburger Fakultät zu entsenden, damit diese Studenten als deutsch durchgebildete Lehrer später an dem Metze.r Seminar wirken könnten.
Aus Stadt und Sand.
Gießen, 19. Dezember 1904.
•* Empfänge. S. K. H. der Großherzog empfingen am 17. Dezember u. a. den Landwirt Herbert von Lich, den Kreisschulinspektor Feuerba ch von Friedberg und die Professoren Feldmann und Graß mann von Gießen.
Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Bauinspektor des Hochbauamts Alsfeld, Baurat Friedrich Kranz, beauftragt mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Vorstandes der Baubehörde für die Erweiterungsbauten der Technischen Hochschule zu Darmstadt, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 16. Januar 1905 an in den Ruhestand versetzt. — Am 15. Dezember 1904 wurden die Forstakzcssisten Lipp aus Lauterbach und Reitz aus Bessungen zu Forstassessoren ernannt. — Der Bauassessor Bauinspektor Land mann zu Dieburg wurde zum etatsmäßigen Bauinspektor, der Regierungsbaumeister Th ater aus Ortenberg zum Bauassessor ernannt.
** Prinz Heinrich von Preußen hat die Ehrenmitgliedschaft des Vereins ehemaligerKameraden der Großh. Hessischen 25. Divijsion zu Berlin angenommen, nachdem erst vor Kurzem der Großherzog Protektor des Vereins geworden ist. Es ist das insofern bemerkenswert, als vordem noch niemals ein preußischer Prinz Ehrenmitglied eines Kriegervereins gewesen ist.
** Verzollung von Postsendungen. Das Groß- herzogl. Hauptsteueramt wird auch am 1. Weihnachtsfeiertag zwischen 11 und 12 Uhr die Verzollung von Postsendungen vornehmen.
** Die Ortsgruppe Gießen der „Allgemeinen Vereinigung deutscher Buchhandlungsgehilfen" begeht am 29. Dezember im„Caf^Ebel" ihre Weihnachtsfeier.
** Das oberbayrische Bauerntheater unter der Direktion Michl. Dengg aus Schliersee wird lt. Anzeige in diesem Monat im Weiten Saalbau an zwei Tagen Vorstelliingen geben.
** Eine schwereSch reib maschine. Ein Milchmann erhielt dieser Tage den Auftrag, aus einer Wirtschaft ein Paket, das eine Schreibmaschine enthalte, mit nach dem 'Nachbarorte W. zu nehmen, dem Paket aber alle mögliche Sorgfalt beim Transport angedeihen zu lassen. Das Stück io Ute am Christabend bei ihm von einem nanihaft geuiachten Mann abgeholt und dem Adressaten als „Christkindchen" zu- geflel.lt werden. Im Schweiße seines Angesichts und mit aller erdenklichen Vorsicht drücke der Milchbote seinen um ca. 70 Pfund schwerer gewordenen Milchkarren nach W. und wies dem Paket bis zur in Aussicht gestellten Abholung einen Platz in der guten Stube an. Der mit der Abholung betraute 'Mann erschien aber bald darauf und wollte wisfen, was in dem Paket enthalten sei. Wad) einigem Widerstreben gestattete der Bote die Cutsenumg der auf einen recht sorgfältig zu behandelnden Gegenstand zugeschnittenen Umhüllung; aber Halt der Schrcibma ..ine präsentierte sich den Beiden em stattlicher Sandstein in dem oben angegebenen Gewichte, dem man es an)al), daß er noch nie so behutsam behandelt worden war, wie auf dem Transport nach W. Milchmann machte gute Wiiene zum bösen Spiel und bemerkte,
daß er sich für seine Mühewaltung an der aus Hobelspänen, Papier, Pappdeckel und Schnur bestehenden Emballage für ausreichend entlohnt erachte.
§ Krofdorf, 17. Dez. Eine seltene Feier veranstaltete heute unter Mitwirkung der Krofdorfer Musikkapelle der hiesige Gesangverein „Germania". In frohem Sängerbünde, in voller körperlicher und geistiger Frische beging das Ehrenmitglied Gg. Pfeiffer feinen 69. Geburtstag in Verbindung mit dem Jubiläum seiner 50-jährigen Zugehörigkeit zum Verein. In warmen, anerkennenden Worten und in Gestalt eines Ehrendiploms und Pokals ehrte der Verein sein stets reges Interesse und seine praktische Mitwirkung.
e. Lauterbch, 18. Dez. Die höhere Bürgerschule mit fast 100 Knaben hatte voriges Jahr das Gesuch an die Reichsschulkommission gerichtet, die Berechtigung für den einjährig-freiwilligen 'Militär-Dienst erteilen zu dürfen. Daraufhin erschien vorige Ostern eine Prüfungskommission aus Darmstadt an der Spitze Geh. Oberschulrat Nodnagel, um die erste Prüfung vorzunehmen. Alle Prüflinge bestanden. In den letzten Tagen ist nun, wie bereits mitgeteilt, die Nachricht eingetroffen, daß nach amtlicher Mitteilung des Reichsamts des Innern die höhere Bürgerschule zu Lauterbach, mit rückwirkender Kraft für die Ostern l. Js. geprüften Schüler unter diejenigen Lehranstalten ausgenommen ist, an denen auf Grund einer Abschlußprüfung das Zeugnis der wissenschaftlichen Befähigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst erworben werden kann. Zur Erhöhung der Freude werden die Schüler von Weihnachten ab Mützen tragen. — Wie wir vernehmen, war beantragt worden, das hiesige Postamt vom Etatsjahr 1905 ab in ein Postamt ec ft ec Klasse zu vecwcmdeln. Die Entscheidung ist aber bis 1906 veeschoben woeden.
Kleine 'JJti11e 11un gen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die Stadtverordneten-Versammlung in Bad-Nauheim stimmte der Einführung des Achtuhr- ladenschlusjes für die Zeit vom 15. Oktober bis 1. März mit Ausnahme der Samstage und der zweiten Hälfte des Monats Dezember zu.
Kunst un» Wtstenschaft.
Berlin, 18. Dez. Leoncavallo verläßt Montag Berlin und begibt sich nach Neapel, um die Proben zu der ersten italienischen Aufführung des „R o l an d von B e r - 1 i n" zu leiten, die bereits am 5. Januar im San Carlo-Theater stattfindet. . ,
— Ein Jrade des türkischen Sultans erteilt den königlichen Museen in Berlin die Konzession zur Ausgrabung des Apollo-Tempels von Didyma bei Milet. Tie Ausgrabungen dieses größten Tempels in Kleinasien werden unter Leitung des Prof. Wigand im nächsten Frühjahr beginnen. Prof. Wigand hat die Expropriation in den das gewaltige Tempelareal bedeckenden Dörfern bereits zum größten Teil durchgeführt. Fachkreise erwarten von diesen Ausgrabungen sehr bedeutsame Ergebnisse.
— Laut Nachrichten aus Petersburg ist man. überzeugt, daß die russische Nordpolexpedition des Barons Toll um gekommen ist.
— Aus Urgroßmutters Garten. Ein Früylingsstrauß aus dem Rokoko. Hrsg, von Arno Holz. Verlag von R. Piper u. Co. in München. — Eine Sammlung von Gedichten aus der Zeit und nach dem Geschmack unserer Urgroßmütter, altes Gold aus dem Schachte deutscher Dichtkunst hat Arno Holz, der halbe Vater des „Traumulus", in diesem schönen Buche auf den deutschen Weihnachtstisch gelegt, und der Verlag hat das Buch altmodisch ausgestattet, es in einen imitierten schweinsledernen Einband gefaßt, mit altmodischen Zierleisten und altmodischem Vorsatzpapier versehen, sodaß es uns amnutet als ein köstliches Verunächtnis aus unserer Urmütter Hausrat. Wir begegnen da unter den Poeten neben Goethe dem alten Glein. Uz, Haaedorn, V^atthisson, 5)öltY, Bürger, Lenz, Cronegk, Lessing, Golfer, Weisse und manchem heute halb oder ganz vergessenen empsindsamen Lyriker von Talent und Anmut. Tas stattliche schöne Buch eignet sich für vornelMe alte Damen als Weihnachtsgeschenk.
Kerichtsjaal.
Halberstadt, 17. Dez. Tas Schwurgericht verurteilte nach sechstägiger Verhandlung 16 Angeklagte, welche am 3. Sept, in Quedlinburg nicht streikende Italiener angegriffen hatten, wobei ein Italiener getötet wurde, wegen Land- s r i e d e n s b r u ch e s zu Gefängnisstrafen von 4 Vconaten bis I1/2 Jahren.
Danzig, 17. DeA. Wegen Maj e ft ätsbe leidig uns verurteilte die Strafkammer den Hilfsredakteur Wroblewski von der „Gazetta Gdanska" zu zwei Monaten Festung.
Mrrclkaften.
Fran I. Sch., Daudringcn. 1. Für das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihren Kindern bezüglich des Hauses kommen die Vorschriften des Bürgeri. Gesetzbuches über die Gemeinsck)aft zur Anwendung, wonach jeder Teilhaber an und für sich jederzeit die Aufhebung der Gemeinschaft, d. h. hier den Verkauf des Hauses, ev. im Klagewcge verlangen kann. Eine Vereinbarung, durch welche das Recht, die Aufhebung der Gemeinschaft zu verlangen, ausgeschlossen werden soll, ist nur möglich innerhalb der gesetzlichen Bestimmungen über die Gemeinschaft. Es ist dazu Zustimmung fämtlich-r Teilhaber erforderlich. Bei einem eventuellen Verlause müssen Ihnen natürlich die 1000 Mk. herausgezahlt werden. Sollte für Sie vielleicht ein lebcnslänglickwr 'Nießbrauch am Hause bestellt sein, so hatten Sie natürlich das Recht, bis zum, Tode m dem Hause zu bleiben. — 2. 'Nach dem Abänderungsgesetze über die Hundesteuer voin 22. Dez. 1900 sind alle diejenigen Personen von der Hundesteuer für je e i n en Hund befreit, welche infolge chres Berufes oder Gewerbes einsam wohnen und ein Elutommen von weniger als 2600 Mk. haben. Bei der 'Anmeldung des Hundes müssen Sie die diesbezüglichen ..ngaben machen, damit über dw Beirciung von der Hundesteuer befunden werden kann. Tre itn- mewung des Hundes muß durch Sie schrrftlrch oder mündlich der der.^ung^rme>sterei crsoigeu. _ __ 1 —
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