Ausgabe 
18.6.1904 Erstes Blatt
 
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Samstag 18. Juni 1904

Erstes Blatt.

154. Jahrgang

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Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

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Nr. 141

Ursche»«» täglich außer Sonntag«.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Kamillen- Hättet viermal in der Woche beigelegi.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'sehen Un lvers.-Buch-u. Stein» bruderet. OL Lange.

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WWZ W zeigenteil: Hans Beck.

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Bekanntmachung.

Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Harbwald, Kreis Büdingen.

Von beteiligter Seite ist die Einleitung des Feld­bereinigungsverfahrens für das Kulturgelände in der Ge­markung Harbwald beantragt worden. Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, hat den Antrag für zulässig und zweckmäßig erachtet und den Unterzeichneten zum Kommissär für die Leitung der Abstimmung ernannt.

Tagfahrt zur Abstimmung der beteiligten Grundeigen­tümer über den erwähnten Antrag wird hiermit auf:

Donnerstag den 30. Juni 1904, vormittags von 910 Uhr, int Saale des Gastwirts Bernshausen zu Borsdorf an» beraumt.

Beteiligter Grundeigentümer im Sinne des Feldberei- nigungsgesetzes ist nach Art. 7 derjenige, welcher im Grund- (Flur-) Buch oder int Mutationsverzeichnis der Gemarkung Harbwald eingetragen ist. Wenn der Eingetragene oder bekennte Erben desselben nicht vorhanden oder außer­halb des Großherzogtums abwesend sind, ebenso wenn die Eigentumsverhältnisse ungewisse sind, ist der Besitzer als Beteiligter zu erachten, insofern er sich durch eine ent­sprechende Bescheinigung des Ortsgerichts ausweist.

Gehört ein Grundstück zu einer noch nicht verteilten Erb- oder Konkursmasse, so sind die Erben bezw. der Kon­kursverwalter beteiligt. Hat ein Grundstück mehrere Eigen­tümer, so steht jedem derselben die Vertretung seines An­teils zu. Für minderjährige oder aus anderen Gründen unter Vormundschaft stehende Personen handeln deren ge­setzliche Vertreter, ohne daß obervormundschaftliche Ge­nehmigung erforderlich ist.

Die Ehefrauen werden bezüglich des gemeinschaftlichen Grundeigentums durch die Ehemänner vertreten. Bezüglich ihres eigenen Grundvermögens bedürfen die Ehefrauen der ehemännlichen Ermächtigung nicht.

Die außerhalb der Gemeinden des Bereinigungsbezirks wohnenden beteiligten Grundeigentümer (Ausmärker) wer­den hiermit auf Gftninb von Art. 9 Ms. 3 des Gesetzes auf­gefordert, zur Wahrung ihrer Interessen einen in den Ge­meinden des Bereinigungsbezirks wohnenden Bevollmäch­tigten zu bestellen, indem eine gesetzliche Verpflichtung zu einer weiteren besonderen Zuschrift an dieselben im &nife des Feldbereinigungsverfahrens nicht vorhanden ist.

Diejenigen beteiligten Grundeigentümer, welche in der anberaumten Abstimmungstagfahrt weder persönlich noch durch gehörig Bevollmächtigte abstimmen, werden als für den Antrag stimmend angesehen.

Büdingen, den 1. Juni 1904.

Der Großh. Feldbereinigungskommissär. Schnittspahn, Regierungsasscssor.

Der Krieg zwischen Japan und Außtand.

Der Erfolg des Wladiwostok-Geschwaders

hi der Straße von Korea, wo es ein japanisches Transport­schiff in den Grund bohrte und ein anderes schwer beschä­digte. ist der erste Wasfenerfolg der russischen Marine, ja der erste größere russische Erfolg in diesem Kriege über­haupt. Allem Anschein nach hat sich das jetzt plötzlich in den Vordergrund tretende Wladiwostokgeschwader längst auf das Älbfangen japanischer Transporte verlegt und aus diesem Grunde die vier aus Korea leer zurückkehrenden Trans­portschiffe laufen lassen, um die mit Soldaten vollge­pfropften beiden anderen nach kurzer Gegenwehr in ähn­licher Meise in den Meeresgrund zu versenken, wie es dies schon einmal vor Gensan mit demKinschiu-maru" getan hat. Von japanischer Seite wird hierzu heute berichtet:

Tokio, 17. Juni. Amtlich. (W. B.) Am 15. Juni morgens erschien das Wladiwostokgeschwader, bestehend aus den großen KreuzernRossija",Gromoboi" undRurik", in der Koreastraße und griff die japanischen Transport- scyifse an. Von derHitachimgru", die sank, rette­ten sick> nur wenige, von derSad 0maru", die mir Torpedos beschossen wurde, aber nicht unterging, wird angenommen, daß die Mehrzahl der Mannschaft sich ge'rcttet hat. Tas Schicksal derJzumimarir ist unbekannt. Das Geschwader wurde am 16. Juni bei der Insel Okt gesehen. Die Flotte des Admirals Kami- m u r a ging am 15. Juni zur Verfolgung des Wladi­wostok-Geschwaders ab.

Tokio, 17. Juni. (Reuter.) Wahrscheinlich rettete der Rebel wieder das russische Wladiwostok- Geschwader Ueber die Vorgänge, die sich auf See ab­gespielt haben sollen, sind viele Gerüchte im Umlauf, aber alle unbestätigt Wmiral Trunoda entsandte eine Torpedo- bootsflottille zur Verfolgung der Russen. Wind, Rebel und Regen ließen jedoch ein erfolgreiches Vorgehen nicht zu.

Tokio, 17. Juni. (Reuter.) Ueberlebende derHi­tachi Maru" erzählen, daß sie die russischen Schiffe um 7 Uhr morgens in Sicht bekommen und später auf ein, Signal gestoppt hätten, aber um 10 Uhr zu entkommen versuchten. Darauf wären durch das Feuer der Russen innerhalb weniger Minuten an 290 Leute ge­tötet worden. Das Deck sei mit Leichen bedeckt gewesen. Der eualischeKapitänCampbell sprang, wie weiter berichtet"wird, über Bord und wivd v er mißt ; der erste Ingenieur wurde auf der Kommandobrücke getötet; der Kommandeur der Landungstr uppen und der zwe ite Offizier begingen Selbstmord. Viele .von der Mannschaft flüchteten in Booten.Sad 0 M a r u" sah die Russen 35 Meilen westlich von der Insel Shiro, aber beobachtete die Befehle zum Stoppen nicht: darauf schossen die Russen und signalisierten, dasSchiff verlassen". Die

Besatzung ging in die Boote, viele sind entfontnten; das Schiff wurde dann in Brand gesetzt.

Tokio, 17. Juni. (Reuter.) DieIse Maru" ist heute mit weiteren lleberlebendeu von der Mannschaft des Truppentransport-DampfersSade Maru" in Kokura ein» getroffen. Es bestätigt sich, daßSade Maru" nicht untergegan gen ist; sie wird von derHine Maru" geschleppt.

Das TransportschiffSado Maru" geriet bei Oki- noschima auf Grund. DieHino Maru" ist von Moji zur Hilfe ^gegangen.

Ein weiteres japanisches Transportschiff gesunken.

Nagasaki, 17. Juni. (Reuter.) Das japanische Transportschiff ,,K 0 t s u n 0 Mar u" rannte, als es gestern nacht in Moji einlief, dieJämotokan" an.und sank.

Die Schlacht bei Teliffu

hat den Japanern einen entscheidenden, aber sehr schwer errungenen Sieg gebracht. Aus Tokio wird heute telegra­phiert, das bei Telissu geschlagene Korps des Generals Stackelberg zählte 25 000 Mann: soviel bekannt, standen bei Kniping noch 35 000 Russen. Man glaubt, daß General Nodzu diese Streitkraft engagiert hat. Falls er sie schlug, ist Stackelbergs Rückzug abgeschnitten.

Die Japaner scheinen drei Divisionen und eine Reiter­brigade zur Verfügung gehabt und die Umfassung des Geg­ners durch getrennt marschierende Kolonnen beabsichtigt zu haben, deren Vereinigungspunkt hinter der feindlichen Stellung gedacht war. Wie am Palu nahmen die Russen den Kampf an, statt dem Druck des Gegners rechtzeitig nach- zugeken und unter dem Schutz ihrer überlegenen Kavallerie nach Norden zurückzugehen. Sie hielten anfangs erfolgreich stand, Baron Stackelberg ging sogar mit seinem linken Flügel zum Gegenstoß vor, als Plötzlich überlegene feindliche Kräfte seinen rechten Flügel angriffen und warfen. Die Reserven, welche anscheinend hinter dem Flügel standen, wurden ein­gesetzt, konnten aber den Stoß nicht abwehren und Baron Stackelberg mußte den Befehl zum allgemeinen Rückzug geben, der auf drei Straßen vor sich ging. Zwei ruf'si- s ch e Batterien, die von der wahrscheinlich wieder in Massen vereinigten japanischen Artillerie niedergekämpft waren, mußten fast sämtliche Geschütze stehen lassen. Die Japaner rühmen sich, auch Fahnen er­obert zu haben, wovon die russischen Berichte noch schweigen. Bei der Hartnäckigkeit, die dem russischen Sol- oateu eigen ist, wird es schwer gewesen sein, die kämpfenden Truppen aus dem Feuer zu ziehen, und jedenfalls sind dabei, wie auch eine Bemerkung Stackelbergs andeutet, Ver­zögerungen ein getreten, die schließlich zur Gefangen­nahme von mehreren hundert Mann geführt haben. Das Abbrechen von Gefechten gehört ja zu den schwersten Aufgaben, die einer Truppe gestellt werden können, zumal einem siegreichen Gegner gegenüber, vor dessen Nachdrängen die Verbände sich leicht lockern und aus geordnetem Rückzug wirre Flucht wird.

Es läßt sich kaum annehmen, daß wach diesem Schlage die Russen sich im Norden der Halbinsel von Liaotung halten können. General Stackelberg muß suchen den Anschluß an den russischen rechten Flügel bei Kaitschou zu suchen, und da geschlagene Truppen immer sehr schnell marschieren, wird er gegen den 18. Juni die etwa 75 Kilometer betragende Entfernung zurückge.egt haben. Er kann für den Transport seiner Verwundeten und des Trains auch die Eisenbahn benutzen. Der Ausfall auf Kintschou besteht in empfindlichen Verlusten und der Einbuße von zwei Batterien, ohne daß die beabsichtigte Be­unruhigung des japanischen Belagerungsheeres int ge­ringsten eingetreten wäre. Strategisch falsch, trug sie den taktischen Todeskeim schon in sich.

Eine neue Schlacht im Gange?

Tokio, 1. Juni. «Reuters Ein Bericht derPolizeistation Saga bei Sascho besagt, daß längs der Küste Kanonen­donner gehört worden fei; es sei möglich, daß die japa­nische Flotte mit der russischen zusammenge- stoßen und daß eine Schlacht im Gange sei.

Weiteres vom Kriegsschauplätze.

Ter japanische General Kuroki meldet, daß ein japani­sches Detachement am 12. Juni Huaijen, 65 Meilen nordöstlich von Kuantien besetzt hat. Tie Russen waren stark dreihundert Mann mit dreihundert Cbunohusen. Tie Japaner hatten keinen Verlust, der feindliche Verlust ist unbekannt. Die Epaulette eines Gefangenen zeigte die Nummer 15 des ostsibirischen Regi­ments.

In N i u t s ch w a N g erzählen Flüchtlinge, daß die Japaner in beträchtlicher Stärke wenige Meilen südlich von Kat sch au landen, und daß ein scharfes Gefecht südöstlich davon am 16. Juni stattgefunden hat.

Die Ratgeber des Zaren.

Von dem Plan einer Reise des Zaren nach dem Kriegsschauplatz ist es still geworden. Wahrscheinlich hat Kaiser Nikolaus diesen Plan wieder fallen lassen. Nach einem anscheinend aus diplomatischen Kreisen stammenden Berichte der Kreuzztg.", zeigt sich des Zaren Vorliebe für unver­antwortliche Ratgeber auch jetzt wieder, während er den von ihm selbst in verantwortliche Stellungen berufenen Männern ein gewisses Mißtrauen entgegenbringt. Davon macht auch Kuropatkin leine Ausnahme, den der Zar bei Uebertragung des Oberkommandos mit materiellen Gunst­bezeugungen überhäufte. So beließ er ihm das Ministergehalt, bewilligte ibm Eauipierungsgelder von 200 OOO Rubel und für die Tauer des Krieges einen Monatsgehalt von 15 000 Rubel. Das hat Kuropatkin in hohen Kreisen Neider geschaffen, die nicht müde werden, gegen ibn zu intrignieren, sein Zögern, das sich aus seinem auf weite Sicht berechneten Kriegsplan erklärt, als Unfähigkeit hinmstellen. Als Kuropatlin dem Zaren seinen Kriegsplan entwickelte, war dieser damit einverstanden. Da nun aber die Japaner von Erfolg zu Erfolg fmreiten, ohne daß Kuropatkin zum entfcheideuden Schlage gegen sie ausholt, so hat es den Anschein, als ob der Zar den Einflüsterungen der Neider

des Generals Gehör zu schenken geneigt sei. Ein Zeichen hier­für ist die K a l t st e l l u n g des Admirals S k r y d l 0 w, der auf Kuropatkin's Wunsch zum Nachfolger des Admirals Makarow in der Leitung des Port Arthur-Geschwaders ernannt worden war, jetzt aber Knall und Fall ersetzt wurde durch Admiral Wit- Höft. Der Wechsel wurde höchstwahrscheinlich bestimmt in einem Geheimen Kriegsrat, wie sie unter Vorsitz des Zaren stattfinden zum Mißbehagen des Oberkommandierenden im Felde, dem vom grünen Tisch in Petersburg Weisungen zugchen, denen er nicht immer Folge geben kann, sofern er an seinem taktischen Plan festzuhalten gewillt ist. Derart entstehen Spannungen und Reib­ungen, die von unheilvoller Wirkung sein müssen und vielleicht dem General Kuropatkin die Freude am Oberbefehl vollends rauben. Denn er weiß am besten, daß sich unter solchen Ver­hältnissen dem zielbewußt und in Einmütigkeit handelnden Gegner nid^t beikommen läßt.

Der Krieg zwischen Rußland und Japan. Auf Grund zuverlässiger Quellen bearbeitet von Walter Erdmann von Kalinowski, Kgl. Preuß. Hauptmann a. D. Mit Karten und Skizzen. Zweites Heft: Bündnis mit Korea. Seetransporte und Landungen. Militärgeogr. Beschreibung des Kriegsschauplatzes. Kämpfe vor Port Arthur. Kriegsbegeisterung in Japan und Rußland. Mobilmachung und Aufmarsch. Zu­sammenstöße zu Lande. Zusammenwirken von Heer und Flotte. Bedeutung der Mandschurei für Rußland. Chinas Lage. Macht­entwicklung der neutralen Staaten in den asiatischen Gewässern. Ucbernahme des Befehls durch den General Kuropatkin. 2 An­lagen, 1 Karte, 4 Skizzen. Militärverlag der Liebelschen Buch­handlung, Berlin W. 57, Kurfürstenstraße 18. Preis Mk. 1.50. Tas zweite Heft dieses interessanten ersten Werkes über den Krieg liegt nunmehr vor. Abgeschlosien am 14. April d. I., also bis zur Schlacht am Jalu reichend, bringt es die Ver­mutungen und Erwartungen zum Ausdruck, wie sich die Dinge gestalten werden. Daß des Verfassers Vermutungen durch die inzwischen ein getretenen Ereignisse zur Tat geworden sind, ist ein Beweis für dessen militärischen Scharfblick. Wohltuend be­rührt die strenge Objektivität des Hauptmanns v. Kalinowski, der allerdings anderseits auch schonungslose Kritik da übt, wo seiner Ansicht nach schwere Schäden und Verfehlungen sich zeigen.

Palitische Tagesschau.

Eine Rede des Herrn v. Speck.

Bei dem anläßlich des deutschen KriegertageS in Newyork veranstalteten Schützenfestes hielt am 16. d§. der deutsche Botschafter Speck v. Sternberg eine Rede, in welcher er ausführte, der Anblick der Veteranen rufe mäch­tige Erinnerungen an die hehren Gestalten de§ alten Kaisers und seiner Paladine wie Bismarck hervor, deren Taten den Geist der Zusammengehörigkeit aller Deutschen wachrufen. Kaiser Wilhelm I. ruhe jetzt unter dem Heldenlorbeer, aber Gott habe Deutschland neues Rüstzeug gegeben. Kaiser Wilhelm II. habe das Erbe der Vater tretl be­wahrt. Redner bemerkt dann, der Kaiser habe ihn beauf­tragt, dem nationalen Schützenbund den deutschenSchützen- adler zu überreichen; derselbe soll die Brust des jeweiligen Präsidenten schmücken. Auf Befehl seines kaiserlichen Herrn lege er dem Präsidenten Kröger dieses Symbol an. Kröger ersuchte hierauf den Botschafter, dem Kaiser den tiefgefühlten Dnnk der deutsch-amerrkanischen Schützen zu übermitteln, und brachte ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus.

Deutsches Deich.

Berlin, 17. Juni. Man meldet aus Homburg v. d. H.: Der Kaiser und die Kaiserin machten gestern nachmittag eine Spazierfahrt und besichtigten den Neubau der neuen evangelischen Kirche.

Frauenkongreß. In der heutigen Sitzung wurde in der Sektion 1 über das Nniversitätsstn- dium der Frauen in den verschiedenen Landern und die Beteiligung der Frau an der Wissenschaft verhandelt, tu der Sektion 2 über die Frau in Kunst und Kunst­gewerbe und in der Literatur, in der Sektion 3 über die Berufsorganisationen und die Genosienschaftsbewegung bei den Arbeiterinnen, in der Sektion 4 über k 0 m- mun a les und kirchliches Frauenwahlrecht. Am Nachmittag fanden Empfange imb Besichtigungen von Ge­mäldegalerien und Krankenhäusern statt, am Abend Vor­träge über das Frauenstimmrecht.

Der Seniorenkonvent des Abgeordneten­hauses sprach sich dafür Mls, daß sich das Abgeordneten­haus am Mittwoch oder Donnerstag nächster Woche ver­tagt. In Bezug auf den Anfang der Sitzungen nach der Vertagung sprach sich der Seniorenkouvent einstimmig für den 18. Oktober aus.

Mannheim, 17. Juni. Wie derMannh. G.-A." meldet, sendet der Vorstand des iungliberalen Vereins Mannheim ein Schreiben an den Reichsverband der nationaNiberalen Jugend, in dem er scharfen Protest einlegt gegen die Absage des außerordentlichen Vertretertages in Frankfurt a. M. und worin er die Abhaltung eines außerordentlichen Vertretertages fordert

Der Aufstand in Aeulsch-SüdivsstafriLa.

Hamburg, 17. Juni. Heute nachmittag ging mit dem DampferPalatia" ein neuer Truppen- und Pferde- tr ans pari nach Deutsch-Südwestafrika ab. Der komman­dierende General v. Beck und Polach erschien, brachte ein Kaiserhoch aus, der Transportführer, Major Meister, ein Hoch auf das Heer und die Marine.

Kiel, 17. Juni. Nach Mitteilungen des 1. See- Bataillons starb in Windhuk der Seesoldat Ferster von der 2. Kompagnie an Herzschwäche.