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farbenfreudigen Blüten durchwobenen Anlage will er zeigen, wie es ein haltloses Vorurteil ist, daß die alkoholgegne- rischen Bestrebungen den Tod aller Lebensfreude und alles Schönheitsstrebens bedeuten könnten.
* Brä n d e. Außer den Da ld brand en bei Prim- ke n au i. Schl., die einen Gesanrtschaden von zwei Millionen Mark angerichtet haben sollen, wütete ein großer Waldbrand südwestwärts von Niesky in Schlesien auf der Herrschaft Gollm, die dem Freiherrn v. Eckardstein gehörig ist. Gegen tausend Morgen sind niedergebrannt. Ferner werden noch mehrere kleinere Waldbrände gemeldet. Das dem Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen gehörige Rittergut Lettersdorf im Kreise Crossen ist ebenfalls abgebrannt: viele Erntevorräte und Maschinen fielen dem Feuer zum Opfer. Durch Flugfeuer wurden auch mehrere Gehöfte des Dorfes eingeäschert. — In Rosenthal, Kreis Habelschwerdt, wütete eine große Feuersbrunst. Neun Besitzungen und ausgedehnte Waldstrecken sind niedergebrannt. — In Roßdorf bei Meiningen wurden 12 Wohnhäuser, darunter das Pfarrhaus, mit Stallungen und vielen Nebengebäuden durch Feuer eingeäschert. — Der Ha gen auer Wald im Elsaß wurde von einem großen Brande heimgesucht. Der Brand wurde erst nach viertägiger Tätigkeit bewältigt. Er erstreckte sich über eine Flüche von 100 Hektaren. Der Schaden ist sehr erheblich Als Ursache des Brandes werden Funken bezeichnet, die von einer durchfahrenden Lokomotive in den Wald fielen. — Seit zwei Tagen brennt der Wald von Fontainebleau bei Paris. Sechs Quadratkilometer sind abgebrannt. Zwei Regimenter Soldaten sind hinbeordert, um das Feuer zu löschen. Bei den Nettungsa^beiten wurde das Pferd des Dragonerkapitäns Prevost durch Rachwolken scheu, ging zwischen den engstehenden Bäumen durch und warf seinen Reiter gegen einen Baumstamm, sodaß der Kapitän sofort getötet wurde. — Eine Feuersbrunst zerstörte die Stadtgebäude in Shoretick in England. Der ^haden beläuft sich auf 40 000 Pfund Sterling. — Die ungarischen Ortschaften Telkesd im Bitharer Komitat und Bodzs- sultat im Zempliner Komitat sind durch Feuer zerstört. Neun Menschen sind verbrannt. In der Ortschaft Kissutz-Neustadt (Komitat Trenosin) brach Dienstag mittag Feuer aus, das infolge Wassermangels große Ausdehnung annahm. Insgesamt sind 300 Häuser mit Nebengebäuden niedergebrannt. 6 Personen sind in den Flammen umgekommen. Die Bevölkerung ist obdachlos.
* Amerikanische Studentenstreiche. Aus Ripon, Wisk, wird geschrieben: Nachdem vor einiger Zeit die Studenten der Madisoner Universität eine großartige Nachthemd-Parade abgehatten hatten, zogen, durch deren böses Beispiel verfuhrt, nun auch die Studenten von Ripon mit Nachthemden (über einem Anzug), einzelne Studenten mit Hauspantoffeln und Tennisschuhen, andere ohne alle Fußbekleidung, aus, um den Eollege-Schwestern, die ein Ständchen bringen wollten, dies zu verleiden. Die Töchter Evas waren diesmal d ie Störenfriede. Nachdem sie von einem Ständchen, das sie etlichen Schwestern gebracht hatten, zurückkamen, überraschten sie männliche Mitglieder der Fakultät mit einem neuen Ständchen. Auf dem Rückweg nach dem Schlafsaal aber verlöschten plötzlich alle Lichter, und die Studentinnen sahen sich von einer heulenden und tanzenden Gesellschaft umzingelt; die Schwestern bildeten rasch einen Kreis und drehten den anstürmenden Studenten den Rücken zu. Mit Hilfe eines Strickes zogen jedoch die Studenten die Schwestern nach dem Schlaffaal der männlichen Studenten und zwangen sie, dort zu singen. Darauf flüchteten sich die Sängerinnen, die Studenten in ihren Nachthemden sprangen ihnen nach, aber einer der rmt einem Nachthemd bekleideten Studenten war zu unvorsichtig; er wurde von den Töchtern Evas erwischt und trotz seines Sträubens in deren Gebäude gezogen. Die Studenten, die ihn an den Beinen festhielten, versuchten, ihn zu retten, aber es mißlang. Die Schwestern begossen den Eindringling reichlich mit kaltem Wasser, aber es dauerte beinahe eine Stunde, bis es seinen Genossen gelang, den Unglücklichen aus seinem Gefängnis wieder zu befreien. Das sind Vorkommnisse, die gerade nicht sehr für die von Amerikavcrehrern so gerühmte Ködukation sprechen. Auch von einer „Ritterlichkeit" gegen das „zarte" Geschlecht ist hier wenig zu merken.
Arbeiterbewegung.
—k. Mainz, 16. Aug. Nach fast dreimonatlicher Tauer hat der Maurer streik jetzt endlich äufgehört, und heute morgen haben die Streikenden die Arbeit wieder ausgenommen. Gleichzeitig mit der Beendigung des Ausstandes hat auch die Aussperrung der Arbeiter aufgehött, was auf einen am Samstag ge- iaßten Beschluß des Mitteldeutschen Arbeitgeberverbandes zurück- zufüfaen ist, der die Zustimmung der Arbeitnehmer gefunden hat. Rach den Vereinbarungen beträgt die Arbeitszeit zehn Stunden,
an ©am5tagen findet E-r Wegfall der Vezperpansen, Schluß ^rwrt um 5 Uhr Itatt Montags beginnt die Arbeit morgens 7 Ufa. Ter Ärbei^lofa beträgt bis Ende 1905 47 Pfg., VW* 45 Pfg. pro Stunde vom l.März 1905 bis Ende Februar 1906 48 Pfg., »vm 1 Marz 1906 bis Ende Februar 1907 49 Pfg., und vom 1. März 1907 bis Ende Februar 1908 50 Pfg. fao Stunde. Für Uefarskmdm wird ein Lohnznschlag von 10 Pfg. für dne Stunde und bei Nachtarbeiten ein Zusckstag von 50 Prozent bezahlt.
Kunst und Mistenschaft.
Christiania, 16. Aug. Wie die Abendblätter aus Cromsoe melden, ist Kapitän Kraemer, der die vielbesprochene Flaschenpost auf der Insel Moffen bei Spitzbergen fand, dott eingetroffen. Derselbe teilt mit, die Flasche sei von der N at Horsts ch en Expedition ausgeworfen worden, das Gerücht, es ei eine Flaschenpost Andrees, sei vollständig erfunden.
Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft
Russische Anleihe-Pläne. Dieser Tage zirkulierte zuerst das Gerücht, daß Rußland beabüchtige, in Frankreich eine neue Anleihe aufzunehmen. Sodann wurde gestern in der „91. Fr.Pr." berichtet, daß man in Petersburg ernstlich daran denke, wegen einer Anleihe mit Deutschland zu verhandeln. Ter russische Ministerrat sei dieserhalb zu einer Sitzung zusammmgetreten und auch der Direktor der Petersburger Internationalen Handelsbank, Herr Rothstein der seit einer Reibe von Jahren bei der Kontarbierunq russischer Anleihen Bermittlerdienste leistet, sei nach Petersburg beruien worden. Demgegenüber wird der „F. Z/ aus Berlin berichtet, daß die neuerlich über Wien gekommenen Meldungen über den Abschluß einer russischen Anleihe in Deutschland dem Korrespondenten de§ letztgenannten Blattes von allen offiziellen politischen und maßgebenden Finanzkreisen als absolut erfunden bezeichnet wurde. Die Gerüchte sind anscheinend von russischer Seite vorbereitet, ohne daß ein Grund dafür vorhanden wäre. Die Börse faßt die Sache so auf, daß die russische Regierung, wenn nicht jetzt, so doch in absehbarer Zeit, vor der Notwendigkeit einer Geldbeschaffung stehen werde, in welchem Falle hierfür wohl zuerst an den deutschen Markt gedacht werden dürfte. — Warten wir's also ab.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag den 18. August: Zeitweise wolkig, bei milderer Nacht tagsüber noch etwas wärmer, vielerorts Gewitterregem
Näheres durch die Gießener Wetterkatte.
WöchruWk UkberM brr Todesfälle in btt Sfnbt Ließen.
32. Woche. Vom 31. Juli bis 6. Aug. 1904.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 linkt. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 28,351
nach Abzug von 3 Ortsfremden: 22,68 %n.
Kinder-
Es starben an:
Zusammen: Erwachsene:
1. Le
im vom
bensjahr: 2.—15. Jahr
Tuberkulose der
Lungen
2
1
— 1
Knochen-
Tuberkulose
1
1
Keuchhusten
2
.—
2 —
Darmkatarrh
1
——
1 —
Krämpfen
2
—
2 —
Lebensschwäche
KD
—
1(1) -
Altersschwäche
2
2
Typhr^
1
1
“ ■ ■ ..,
KrebS
1(1)
1(1)
“■ 1 ■
Magengeschwür
Kl)
Hl)
- ■ ■ —
Blinddarm
entzündung
1
—
— 1
Summe 15 (3) 7 (2) 6 (1) 2
Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von cnrswärtS nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Neueste Meldungen.
Originaldr'ahtmeldrrngen des Gießener Anzeigers.
Offenbach, 17. Aug. Die Offenbacher Zeitung" meldet: Heute früh verschied auf Schloß Birstein der Königlich preußische Landrat a. D. Seine Erlaucht der Graf Georg zu Psenburg-Büdingen-Philippseichim65. Lebensjahre.
Berlin, 17. Aug. Dem „Kl. Journ.* zufolge werde der Oberhofmeister der Kaiserin, Freiherr v. Mirbach, noch vor Beginn des Parlaments auS seinem Amte scheiden.
Berlin, 17. Aug. Zum Fall Schippet wird der Voss. Ztg. aus Breslau gemeldet: Im sozialdemokratischen Verein wurde über folgenden von drei Mitgliedern gestellten Antrag beraten: Beim Bremer Patteitage zu beantragen, aus
Anlaß der die gesamte Sozialdemokratie kompromittierenden Stellungnahme des Genoffen Schippet zur Agrarfrage, diesen 2us der Pattei auszuschließen. Der Antrag wurde gegen ore drei Stimmen der Antragsteller abgelehnt.
Berlin, 17. Aug. Der Gewährsmann der Berliner Morgenpost hält gegenüber dem Dementi der Nordd. All- gem. Ztg. seine Mitteilung, daß das Rundschreiben des Freiherrn v. Mirbach vor seiner Versendung dem Minister des Innern vorgelegen habe, in allem Wesentlichen aufrecht und betont insbesondere, daß die von Freiherr« von Mirbach im Namen des Kirchenbau-Vereins in der Angelegenheit eines Geschenkes zur silbernen Hochzeit des Kaffer- vaares vorgenommenen Schritte durchaus mit Wissen des Freiberrn von Hammerstein geschehen sind.
London, 17. Aug. In Ts.ngtau traf am Dienstag mittag auf entern wpmsschen Torp-doiäger d-r Admiral Tkadzuki em und stattete dem Gouverneur Truppet einen Besuch ab. Tiefer erklärte d?m japanischen Admiral, daß die russigen Schiffe vollständig dcsarmiert "Teten, worauf Tkabzuri vor den beugen Kriegsfüssen salutierend wieder ab- fuhr Gouv"rneur Truppel te'lt: den auf der Reede li'gnrdew lapanischen Sch ffen, einem Kr wer und drei Torpedojägern, mit 1 es werde auf jedes Schiff, .das Rechts ohne Licht in den Haferr etnzufahren versuchen würde, gefeuert werden. Ein deutscfar Kreuzer liegt auf Wache vor dem Hafen-Eingang.
London, 17. Aug. .Nach Einlaufen der russischen Schiffe in Tsingtau wurde in der hiesigen Presse vielfach bezweifelt ob Teutschland seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommen würde. Jetzt aber wird anerkannt, daß die deutsche Regierung völlig korrekt gehandelt habe. Ter Berliner Berichterstatter der „Pall Mall Gazette" drohet, eia hervorragendes Mitglied der japanischen Gesandtschaft in Berlin habe ihm gegenüber erklätt, Deutschlands Haltung hätte seiner Regierung während des ganzen Ktteges niemals Anlaß zu Beschwerden gegeben.
London,. 17. Aug Wie aus Perim bettchtet wird, ist der englische Dampfer „Ismare" mit einem anderen Schisse z u s a m - menge st oßen, welches 60 Passagiere an Bord hatte. Das letztere Schiss sank. 40 Personen konnten gerettet werden.
Brüssel, 17. Aug. Ter Kongodampfer „Leopoldville", bringt die Meldung von blutigen Auf ständen in dem Gebiete Mongalla, Kiwu und Nelle. Truppen wurden entsandt und die Auf stände bald niedergedrückt.
Toulon, 17. Äug. Ein Omnibus stürzte in voller Fahrt infolge eines Redfauches um. 10 Personen wurden mehr oder minder sckstver verletzt. Ein 19jäfaiges Mädchen wurde sterbend ins Hospital gebracht.
Madrid, 17. Aug. In Santona, Provinz Santtagv, be* sand sich der Sofa des sttiHeren Direktors der Krufaffchen Werft, H u s ch m a n n im Gespräch mit einem Freunde am Meeres- strande, als plötzlich der Fels , anf b em er stand, zuweichen begann und Huschmann in s M e e r ftü r z t e. Er ssel 50 Meter tief hinab und erlitt schwere Vettetzungem — Ein Expreßzug stieß bei Dlora mit einem Person en znge zusammen. Sechs Personen wurden schwer verletzt.
Rom, 17. Aug. Tie Niederkunft der Königin wird jeden Augenblick erwartet.
Marienbad, 17. Aug. ,Bei der Zusammenkunft be£ Kaisers Franz Josef und des Königs Eduard betraf das Gespräch keine politische Angelegenheit. Nur als die Rtt>e aus die Geburt des russischen Throne folgers kam, bemerkte König Educnch, daß durch die Geburt! des Prinzen eine schwere Sorge vom Zaren genommen sei. Ter König erfimbiate sich, wie dem Kaiser sein Aufenthalt in Ischl bekommen sei, worauf der Kaiser emriberte: „Sefa gut, Ruhe tut mir wohl". König Eduard äußerte sich sehr beftiedigt über den guten (fafolg ferner Mattenbader Kur
Telephonischer Kursbericht.
3Vfi% Reiohsanleihe 3% do. . .
S1/,% Konsole . . .
3<>/o do .... 9%% Hessen . . .
3’/2% Oberhessen . .
4% Oesterr. Goldrente . 4l/6% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . 4% Italien. Rente . .
Portugieser , . 8% Portugiesen. . . . 196 0. Türken ... Tflrkenlose.....
4% Grieoh. Monopol.-Anl. 4vk% äussere Argentiner
Frsnlitnri a. H., 17. August.
. 102 50 3% Mexikaner .... 27.25
. 89.95 . 102.00 . 89.95 . 100.40
* 101*85
100.90 . 100.35 . 104.20 . 62.00 . 61.10
Chinesen . . . Electric. Sobuckert . . Nordd. Lloyd . , ,
Kreditaktien . . . . Diskonio-Kommandit» » Darmstädter Bank . c Dresdener Bank . . , Berliner Handelsgee. Oesterr. Staatsbahn , . Lombarden . . . . Gotthardbahn ....
. 89.95 . 109.25 . 101 30 . 202.30 . 190.20 . 139.50 . 156.10 . 159.10 . 136 00 . 18.60 < 189.50
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bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Krtedhöfe vom 16. August bis 15. Oktober von morgens 6 Uhr ns abends 8 Uhr geöffnet sind.
Die Schließung des Friedhofes wird durch Läuten der Fried-- Iwisglocke angezeigt. Bei Beginn des LäutenS muß der Fttedhof I awrt verlassen werden. Eine Viertelfttmde nach dem Läuten i verden bte Friedhofstore geschlossen.
Gießen, den 10. August 1904. B16/8
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
__Mecum.
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Unter Staatsaufsicht stehende Sklasstge gewerbliche Fachschule für affe Bernfszwcige, insbesondere für Baichmrdwerker.
Beginn des Unterrichts Ende Oktober.
Anmeldungen sind bis zum 15. Oktober d. A. an den unterzeichneten Hauptlehrcr zu richten, welcher auch nähere LluSkünste erteilt. D,7/8
Kür den Aussichtsrat: Die Schullcitutttt:
C. RinqShausen, Hühn,
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