Nr. 40
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe»
Die Heutige Kummer umfaßt 12 Seiten
Direktor
UniversitätS
3.
der
Direktor
chirurgischen
4.
der
Direktor
psychiatrischen
b.
der
Scherf.
een
Quaker Oats
beim Einkauf geschlossenen,
Professor Dr. Vossius, Augenklinik,
Profesior Dr. Poppert, UniversitätS-Klinik,
Professor Dr. Sommer, Universitäts-Klinik,
Achtet auf die Packung von Quaker Oats; nur in
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag?.
Die „Tietzener Zamillenblatter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
6. Profesior Dr. Leutert, Direktor der Universitäts-Ohren■ klinik,
7. Profesior Dr. Pfannenstiel, Direktor der Unioersitäts-
Frauenklinik,
8. Privatdozent für Chirurgie Dr. Bötticher. Gießen, den 16. Februar 1904.
Schiedsgericht für Arbeiterversicherung in der Provinz Oberhesien.
Dr. Heinrichs.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche^ Universitätsdruckerei. N. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7.
Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.
gelben Packeten mit der Quaker Schutzmarke erhältlich. Ein Gericht aus echten Quaker Oats ist ein Genuas, und giebt Kraft und Loba®.
Srlranntmachnng.
Gemäß § 8 des Reichsgesetzes vom 30. Juni 1900, betreffend die Abänderung der UnfallversicherungSgesehe, wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß aus der Zahl der am Sitze des unterzeichneten Schiedsgerichts wohnenden approbierten Aerzte als Sachverständige für da8 Jahr 1904 gewählt worden sind die Herren:
1. Kreisarzt Medizinalrat Dr. Haberkorn,
2. Geheime Medizinalrat Profesior Dr. Riegel, Direktor der medizinischen Universitäts-Klinik,
Kunst und Wissenschaft.
— JmFranksurterOpernhause sand am 14. Februar die Goldmarksche Oper Merlin in einer neuen Bearbeitung eine ausgezeichnete Ausnahme, die in erster Linie der ge- diegenen und glänzend ausgestatteten Wiedergabe, dann aber auch der persönlichen Anwesenheit des Komponisten im Hause zu danken war. Goldinark roitrbe nach jedem Akt wiederholt gerufen und stürmisch gefeiert. Dr. Rottenberg als Dirigent, Forchhammer als Titelheld, Frau Greeff-Andrießen als Viviane, Reich als Dämon, Buers als Artbus u. a. m. setzten ihr Bestes für das Werk ein. MZjrrh® len «Glycerin aberkannt unübertroffen bei rauher, empfindlicher Haut. Nicht fettend, feinetes Parfüm. Tube 50 Pf. Erhältlich wie die bekannte Myrrholin-Seife in Apotheken, Drogerien u. Parfümerien, Erfolg: Weisse, zarte Hände, reiner, schöner icinL
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bombardrert worden. „Darm ~ l^earav?^ meldet aus Nagasaki: Gtzruchtwerse verlautet, DHss-i°)-Panisch-s Drans befandeii^ — Trei^russiscir Kreuzer Men die Meerenge 80" Ä das russischere.
Der Krieg zwischen Japan und Außland
Ter metallene Beigeschmack des Krieges beginnt sich bemerkbar zu machen. Japan hat, wie gemeldet, eine Kriegsanleihe von 100 Millionen im eigenen Lande ausgenommen. Seine Kassen sind leer, unter der schweren Belastungsprobe der jahrelangen Rüstungen und der Inszenierung der militärischen Aktion ist das verfügbare Geld draufgegangen. Tie 100 Millionen-Anleihe wird nicht die letzte sein, aber sehr fraglich ist es, ob der Jnlandskredit weiterhin wird angespannt werden können. Japan ist mit Papiergeld überschwemmt, und höchst wahrscheinlich wird ein nicht geringer Teil der jetzt durch Anleihe bezogenen 100 Millionen als Papiergeld in die Staatskassen fließen, womit denn der Regierung wenig gedient ist. Tie Bestimmung, die Anleihe in 5 Jahren zu tilgen, bedeutet einen Wechsel auf di« Zukunft, für dessen Einlösung so gut wie keine Garantien gegeben sind. Tenn niemand ve^rnag zu sagen, wie lange der Krieg dauern und wie er enden wird. Rußland hält es aus jeden Fall finanziell länger aus als Japan, weil eS mit seinem Budget in den letzten Jahren äußerst lparsa m verfahren und namentlich darauf bedacht gewesen ist, seinen Goldvorrat zu steigern. Daran fehlt es in Japan, und deshalb wird dessen Regierung, will sie verhüten, daß militärische Erfolge mit wirtschaftlichem Zusammenbruch bezahlt werden, um die Aufnahme einer Goldanlcihe im Auslande nicht herumkommen. Darleiher kann hier wohl nur England sein, das seine eigenen Interessen fördert, wenn es dem Verbündeten nochmals und gerade in der Zeit finanziellen Beistand gewährt, in der er den entscheidenden Kampf um seine Existenz als Großmacht kämpft. Inzwischen hat aber auch Rußland die Notenpresse in Gang gesetzt: 50 Mrllion en Rub e l- Noten sind ausgegeben worden. Tre Emission ist angeblich durch Gold sichergestellt. Die Notenpresse wird wohl noch mehr zu tun bekommen, und mit jeder neuen Emission verliert der Hintveis auf die Golddeckung an beruhigender Wirkung. Rußlands Verbündeter muß sich, schon jetzt darauf gefaßt macken, d<rß an seine Opfer Willi gkeit und sein Vertrauen apellrert wird. Riissische Federn sind in Pariser Müttern wie dem „Figaro" geschäftig, ein deutsch-russisches Bündnis an Die Wand zu malen, wenn Frankreich den Verbündeten im Stich ließe. Eine gewisse Unterstützung findet allerdings dies Schreckmittel in den Meldungen über deutsche Aufmerksamkeiten. So wird aus Petersburg von der Sym- oathiebezeugung einer Klasse be§ deutschen Kadettenkorps in Lichterfelde-Berlin berichtet: ein Brief in russischer Sprache an die Petersburgs Zöa- ttuge d-r Nikolai-Jngenieurschmle.. Wir hosten, M diese ebensowenig zutrifft wie manche andere ähnlichen Inhalts. Denn mit der von Deutschland proklamier- len Neutralität vertragen sich dergleichen Kundgeb- ungen nicht. Deutschland gerät 'N den Erdacht der heimlichen Parteinahme für Rußland. Hie Entwicklung des russisch-japanischen Krieges ist Unabsehbar; "3 können Halle eintreten, in denen jebe noch so Harm los nemcintc Ausmerksamkeit von deutscher Seite zur -In- ed-nuM gelangt. Und es können, was im mindesten zu ES ist, in Rußland Hoffnungen geweckt und ae. nährt werden, deren Nichterfüllung am sichersten Sie in ihr Gegenteil verwandelt. .
Treundsthast in y, Yokohama: Die innere
An lelhe von 100 Mill. Yen hatte v ° l l en Erf ° l g.
Dom Kriegsschauplatz.
schwader nahm das japanische Kriegsschiff „N a tz o u n a y e".
Tie russische Telegraphen-Agentur meldet aus Port Arthur: Hier ist die Lage unverändert. Tie Nachricht, daß die Japaner in Tschwinwantao gelandet seien, ist völlig unbegründet. Tie See bei Jnkau und das Ufer zwischen Takuschvn und dem Jalu ist mit Eis bedeckt. Eine Rekognoszierung des Obersten Paw- loff ergab, daß am Jalu von Datungkau bis Galnssi keine Japaner stehen. Gerüchten zufolge herrscht in Gensan große Tätigkeit zum Zwecke der Anschaffung von Lebens- Mitteln und Vieh. Unter der Bevölkerung herrscht sichtbare Unruhe.
Der russische Generaladjutant Pflug meldet vom 16. Februar: Gne Landung der Japaner in der Liaotung-Bay und westlich der Palumündung sei wegen der Eissperre kaum möglich
Nach amtlichen russischen Depeschen aus Port Arthur ist in Dalny alles ruhig. Tie Meldung, daß es den Japanern nicht gelungen ist, bei Talienwan zu landen, hat in Petersburg große Begeisterung hervor- aerufen und man ist in militärischen Kreisen der Ansicht, daß es den Japanern niemals gelingen wird, über die russische Armee zu Lande zu siegen. — Die Meldung, daß der „Bogatyr" infolge seiner an Bord vorgekommenen Explosion gesunken ist, ist erfunden. — Die Subskription für die russischen Verwundeten hat bereits 8 Millionen Rubel ein« gebracht.
Ter Londoner „Standard" berichtet aus Tientsin vom 16. d. M.: Bei dem gestrigen GefecktbeiPortArthur sollen die Russen schwere Verluste erlitten haben. Wie aus Signalen des englischen Admirals in Wei-Hai-Wei hervorgeht, sind acht Kriegsschiffe in den Grund gebohrt und 10 andere von den Japanern genommen worden. (??) Ein Londoner Mitarbeiter des „Globe" versichert, daß Rußland nach dem Verlust des Minenschiffes Jenissei" nur noch das Minen sschiff „Amur" in Port Arthur besitzt. Wie der Pariser „Eclair" aus Petersburg erfahren haben will, werde der Admiral Makaroff das Kvmmando der russischen Flotte in Ostasien übernehmen. Makarow ist von Kronstadt nach Ostasien abgereist.
Der „Taily Expreß" meldet aus Tientsin unterm 15. Februar: Chinesischie Geheimagenten in der Mandschurei melden, daß die sibirische Eisenbahn sich in einem schrecklichen Chaos und höchster Verwirrung befände. In Irkutsk, Omsk und anderen Stationen liegen Warenvorräte hoch aufgehäuft, in der Mandschurei und der Amur Provinz dagegen fehlt es an allem. Die russischen Remonteoffiziere durchsuchten das Land nach Pferden, die Mandschus weigerten sich aber, ihnen diese zu verkaufen, da die Tschuntschufen geschworen haben sollen, jeden Mandschu zu töten, der den Russen Pferde verkaufe. Die Russen haben alles vergeblich versucht, sich die Tschuntschusenbanden dienstbar zu machen. Diese haben einen vollständigen Krieg gegendterussi- scheu Eisenbahnvorposten unternommen. Sie sind so gut organisiert, daß die Russen behaupten, sie würden von japanischen Offizieren kommandiert.
Die russische Heeresleitung hat nunmehr Reserven einberufen und komplettiert, durch die sie die in den westlichen Bezirken durch Entsendungen nach dem Osten geschwächten Truppenkörper ergänzt. Die Stellung des Oberbefehlshabers Admirals Alexejew sch<eint erschüttert, an seiner Stelle soll der KÜegsminister Kuropat- kin die Führung erhalten.
Admiral Alexejew soN Port Art hurverlassen haben und nach Mukden gegangen sein, um das Land zur Verteidigung zu organisieren.
Man glaubt in London immer noch daß Rußland seine Erfolge in Ostasien der Ocffentlichkert nicht mitteilt, sondern geheim hält, um I a p a n auf falsche Fährte zu führen und um eine eventuelle Intervention Englands oder der Vereinigten Staaten zu verzögern.
Ter japanische Kriegsplan besteht fürs erste darin, die russische Hauptflotte durch eine Linie von Beobachtungsschiffen von Tschifu bis Tschemulpo auf den Golf von Petschili zu beschränken und inzwischen zwei Armeen nach Korea überzuführen. Eine dritte Armee steht bereit, gegebenenfalls östlich von Port Arthur zu landen. Tie Einzelheiten werden auf das strengste geheim gehalten. Tie Truppen-Bewegungen finden nur nachts statt. — Tas große Haupt-Quartier ist in Kioto. Die japanischen Mannschaften machen einen guten Eindruck, die Pferde aber sehen jämmerlich aus. — Nach einer Meldung aus Soeul ist die Frage der Behandlung der russischen Mannschaften, die den Seekampf bei Tschemulpo überlebt haben, nunmehr erledigt. Japan gestattet ihre Ueberführung nach China, wo sie während des Krieges als Gefangene interniert werden. Auf der russischen Botschaft in Soeul weht die französische Flagge.
„Daily Chronicle" meldet aus Shanghai, das russische Konsulat sei durch eine Feuersbrunst zerstört worden. *
Die Ruhe im Innern Chinas ist nach wie vor gefährdet, jedoch ist zu hoffen, daß es nach dem Vortritt Deutschlands den neutralen Mächten gelingen wird, die beiden Krieg führend en zu bewegen, den Krieg nicht auf chinesisches Gebiet hinüberzuspielen.
Tas amerikanische Staatsdepartement ist der Ansicht, angesichts des Umstandes, daß die Mächte im Prinzip den amerikanischen Vorschlag auf Bewahrung der Neutralität Chinas angenommen haben, sei die Angelegenheit erledigt. Man hält dafür, daß eine ins einzelne gehende Erörterung des Vorschlags zum Zerfall des gegenwärtigen befriedigenden Abkommens führen würde. Daher wird jetzt kein Schriftwechsel über die Angelegenheit mehr erfolgen. Es wird bemerkt, daß im Falle einer Verlegung der Neutralität Chinas unter Ausschluß der Mandschurei für die Mächte noch Zeit sei, sich zu vereinigen, um den Schuldigen Vorstellungen zu machen.
Der Tirektor des Pariser „GauloiS*, Arthur Mayer, erhielt vom russischen Minister des Innern ein warmes Danktelegramm für die von ihm für die russischen Verwundeten eingcleitete Subskription. In dem Telegramm heißt es, der von Mayer unternommene Schritt sei ein eklatanter Beweis für die guten Beziehungen Rußlands und Frankreichs.
Die Kaiserin von Japan hat der Gattin des soeben von Tokio abgereisten russischenBotschafterS, Baronin Rosen, prachtvolle Geschenke gemacht. — Es heißt, Japan wolle einen kaiserlichenPrinzen nach Korea senden, der als Vizekönig und zugleich als Berater der koreanischen Regierung fungieren solle. Doch solle diese Ernennung nur zeitweilig in Geltung bleiben.
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Im Verlage von Georg Wiegand in Leipzig erschien soeben die erste Lieferung einer neuen Ausgabe von Rud. Zabel, Durch die Mandschurei und Sibirien, Reisen und Studien. Mit 146 Abbildungen, zumeist nach photographischen Aufnahmen des Verfassers. Das auf 20 Lieferungen zu je 80 Pfg. berechnete Werk wird in rascher Folge erscheinen, und kommt gerade gegenwärtig, da die Vorgänge im fernen Osten allgemein das lebhafteste Interesse in Anspruch nehmen, zur rechten Zeit. In der neuen Literatur ist über die von Zabel bereisten Gebiete so gut wie nichts vorhanden, und sein Werk, das wichtige, wertvolle und freimütige Darstellungen bringt über Rußlands Stellung in der Mandschureifrage, über die Bewertung der transsibirischen Eisenbahn, die der Verfasser auf ihrer ganzen Strecke kennen gelernt hat, und nicht zum wenigsten über unsere eigenen ostasiatischen Interessen, darf umsomehr auf eine freundliche Aufnahme rechnen, als der Ver-- asser es verstanden hat, das, was er berichtet, in eine gefällige und ansprechende Form zu kleiden, die die Lektüre res Buches für jedermann zu einem Genüsse macht. Die Verlagsbuchhandlung hat für die erste Lieferung einen beliebigen Bogen aus dem Werk herausgegriffen. In demselben ist Wladiwostok in Bild und Wort behandelt und dem Leser Gelegenheit geboten, sich über die Art des Zabelschen Buches ein Urteil zu bilden. Die weiteren Lieferungen sollen in wöchentlichen Abständen erscheinen. Die Ausstattung des Werkes, Druck und Papier, die Abbildungen sind vorzüglich, der Preis von 80 Pfg. für die Lieferung ermöglicht "e§ jedem, sich das Buch anzuschaffen. Die erste Lieferung ist durch alle Buchhandlungen zu bekommen.
Nnivcrsstäts-Bachrichten.
Jena, 16. Febr. In dem mit dem Bildnis Darwins und Haeckels geschmückten Stadthaussaal feierte heute abend die Gesellschaft für ethische Kultur Haeckels 70. Geburtstag. Der Festoortrag, den der Privatsekretär Haeckels, Oberlehrer Heinrich Schmidt, hielt, erweckte lebhaften Beifall. An Haeckel ging ein Glückwunschtelegramm nach Rapallo ab. Im Auftrag der medizinisch-naturwissenschaftlichen Gesellschaft hat sich Profesior Walter nach Rapallo begeben, um Profesior Häckel unter Ueberreichung einer Festschrift die Glückwünsche der Gesellschaft zu überbringen. — Die Studenten brachten gestern Abend Geheimrat Süden einen Fackelzug zum Dank für den abgelehnten Ruf nach Tübingen dar.
Halle a. d. S., 16. Febr. Der Direktor der agrikultur- chemischen Kontrollstation der Universität, Prof. B ü h r i n g, ist infolge eines Herzschlags auk der Strasie g e st o r b e n.
Zweites Blatt. 154. Jahrgang Mittwoch 17. Jebrnar 1804
Giehener Anzeiger


