JohanneSstraße von der Plvckstraße bis zur Goethestraße mirb ein Kredit von 900 Mk. gewährt. H. CarlS hat sich nämlich verpflichtet, auf 10 Jahre für nunbeftenS 75 Mk. Strom zu beziehen. (Schluß folgt.)
Aus Stadt und Land.
Gletzen, 16. Dezember 1904.
♦♦ „Eine Erinnerung an bi e liegen ex Fe st - ungszeit". Mit Bezug auf die in der Nummer vom 10. b. M. unter dieser Ueberschrift erschienene Notiz über den Grabstein des Fesrungskommandanten Langsdorfs thlt unS Herr Landgerichts rar Langsdorfs in Tusscldorf aus den Spieren seiner Familie noch folgendes mit: Ludwig Melchior (nicht Mickwel) Langsborfi wurde am 3. Januar 1664 zu Darmstadt als fünfter Sohu des Amtmanns Ludwig Reinhardt Langsdorfs geboren. Er trat 1692 beim Regiment Sm ratzt end ach ein, wurde 16J3 Kapitän, im April 1705 Major, am 1. Januar 1709 CbrijlLieutenant, 1711 Kommandeur bc* oberrbeinnchen Kreisregiments, am 15. Januar 1717 Obrist und am 19. Januar 1720 Vizeko m m a n - danr der Festung ließen „mit dem ange eignes Regierungsrathes und Professoris juris". '»eine erste Frau war Maria Katarina geb. Chelius , Tochter des AmtSvenvefers CheliuS in Umstadt,^seine zweite Johanna ftina geb. Antoni. Einer feiner Söhire, Franz Ernst L., war ebenfalls Offizier und wurde 1765 als Oberst in Gießen verabschiedet. lieber die sonstigen Schicksale des Vizekommandanten der Festung Gießen gibt die jetzt leider grötztenteilS verwitterte Inschrift des Grabdenkmals Auskunft. Sie lautete:
„Bei diesem Leichen stein
Ruhet der Leichnam eirres Offiziers,
Ter in seinem Leben ivenig Ruh aehabt, Weiland Herrn. Ludwig Melchior Langsdorfs Hochfürstliw Hess. Tarmstadr. Obristen, Commanbanten Des Lobt. z^reis-Regiments urrd
Vice-Eoinmandameu bei) lstesiger Bestung.
Ter Anfang seines Lebens war
Zu Darmstadt beit 1. i3. ?) Jenner 1664, Tie Eomwagnie in Brabant und Alorea Seine erste Kriegsschule,
Landau erobert unb befendicrt sein Katheder.
Tas Glück er^b ihn zu großen Ehren, Aber nie ohne oder über Verdienst.
Sein Ehestand nxrr gedoppelt an Zahl und Früchten.
Er Höne auf zu leben zu Gießen den 23. Oktober 1723.
Der kurze Begriff fernes Wandels ist. Daß er gelebet als ein ehrlicher Mann, Gefochten als ein braver Soldat, Die Seinen geliebet als ein treuer Vater und Ehegatte, Geswrben als ein rechtschaffner Christ.
Wohl dem, der also lebt und sttrbt
Hier Ruhm, dort Seelenruh' erwirbt."
1. Geiß-Nidda, 15. Dez. Die DiphtheritiL hat hMr unter den Kindern schon zwei Opfer gefordert. Eine größere Anzahl liegt krank darnieder. Auch ivurde ein Fall von ZI euch husten konstatiert. Merkwürdig ist es, daß die Erkrankungen fast nur Kinder unter 5 und über 15 Jahre betreffen.
]. Bad-Salzhausen, 15. Dez. Wie man hört, soll im nächsten Jahre eine Bohrung nach einer neuen Thermalsolquelle vor sich gehen. Gegenwärtig finden Probebohrungen statt, um die Erd- und Gesteinslagen genau
kennen zu lernen. — Die Klärbeckenanlage ist nun seit etlichen Tagen begonnen und nimmt raschen Fortgang. Viele Arbeiter umliegender Dörfer finden Beschäftigung. Nach ihrer Abklärung werden die Abwässer in die Nidda geleitet.
Büdingen, 13. Dez. Gräfin Mathilde zu Castell-Rüden Haus en, Schwester der Fürstin zu Isenburg-Büdingen und der Prinzessin Alfred zu Isenburg- Büdingen, ist in Meran gestorbe n.
RB. Darmstadt, 15. Dez. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde u. a. eine Einladung des Vereins für Volkshygiene in Frankfurt zur Besichtigung der dortigen Ausstellung für Volkshygiene verlesen. Die Ver- ämmlung beschlotz, die Ausstellung in corpore zu besichtigen und auch die Lehrer der hiesigen Volksschule zu einer Besichtigung unter sachkundiger Führung zu veranlassen. Weiter genehmigte die Versammlung ein Statutenentwurf über die Bildung einer Grnnderwerbskasse, wobei sich eine größere sozialpolitische Debatte entwickelte. 9trt, 1 des Statuts lautet: Zum vorsätzlichen 'Ankauf von Grundeigentum wird eine Grunderwerbskasse als Nebenkasse der Stadtkasse errichtet. Die Kasse erhält ein Stammvermögen, bestehend an5 städtischen Grundstücken im Ankausswerte von 1000 000 Mark und einer Barsmnme von 142 000 Mark. Sämtliche Erträgnisse des Stammkapitals sollen der Stadtkasse zu 31/3 Prozent verzinst werden. Ter Kaufpreis für verkaufte Grundstücke fließt in die Grnnderwerbskasse, und die Stadtverordnetenversammlung behält sich die weitere Erhöhung des Stammvermögens dieser Kasse durch llcberweisung von Grundstücken oder Barmitteln vor. — Der Hauptzweck der Bildung dieser Kasse besteht darin, Mittel bereitzustellen, um geeignet erscheinende, dem Verkauf ausgesetzte Grundstücke der Spekulationssucht zu entreißen und sie der Stadt zur beliebigen späteren Verwendung zu reservieren.
Kerichisjaül.
Mainz, 12. Tez. Das Kriegsgericht der 21. Division aus Frankfurt, hatte sich mit bet Anklage g:gcn ältere Mann- schasten wegen M i ß h a n d l u n g von Rekruten zu beschäftigen. Von der 3. Eskadron des 13. Husareuregiments hatten sich zu verantworten: Heinrich Terksen aus Wiesbaden, Karl Wen; aus Sachsenhausen, Franz Heuser aus Keluerbach unb Gefreiter Karl Schneiber aus Steinberg bei Gießen, ferner die Husaren Eichin, Meyer und Streibel. Sie alle hatten Leute der jüngeren Mannschaft brutal mißhandelt. Terksen wurde zu 6 Monaten Frstungsgefangnis, Wenz Heuser, Schneiber, Eichin und Meyer zu je 2 Monaten und Streibel zu 3Vs Monaten Festungsgefängnis verurteilt. Auch wurde die sofortige Inhaftnahme der Angeklagten verfügt. .
Aachen, 15. Trz. Ein Student der hiesigen technischen Hochschule hatte seinen Hund in so empörender Weise mißhandelt, daß die Passanten polizeiliches Einschreiten bewirkten. Das Sckwffengericht diktierte ihm dafür sechs Wochen Haft zu: der Vorsitzende sprach sein Bedauern aus, daß die Strafe nicht höher bemessen werben tonnte. Wegen Beleidigung des einschreitenden Schutzmannes und Mißhandlung eines Passanten iturbe der Student außerdem zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt.
Metz, 15. Tez. Heute wurde von der Strafkanimer de- hiesigen Landgerichts die Verleumdungsklage gegen die Redaktion der katholischen „Lothr. Volksstimme", Redakteur Viele, wegen wiederholter Verleumdung des evangelischen Pfarrverwesers Carstens in Spittel verhandelt. In den Artikeln „Ter Fischzug des Pfarrers Carstens" war diesem vorgeworfen worden, er habe drei Familien durch G e l d z u w e n d u n g e n z u m ll e b c r t r i 11 zur evangel. Gemeind^, bewogen, er habe ferner Propaganda im evangelischen Sinne gemacht, und schließlich, er habe veranlaßt, daß in ben betreffenden Familien Heiligenbilder verbrannt wurden. Tie Ver- handlungen endeten mit einepr Vergleich, indem die Redaktion der „Volksstimme" erklärt, daß ihre Behauptungen betreffend Carstens unrichtig seien, dieselben unter dem Ausdruck des Bedauerns zurückzieht und die Kosten der Gerichtsverhandlungen trägt. Ter Staatsanwalt zog hierauf seinen Strafantrag zurück.
Märkte.
Kirchhain, 13. Tez. 8um heutigen Rindvieh markt waren durch den Umstand, daß gleichzeitig in Gießen und in Wächtersbach Rmdviehmärite stattfanden, nur wenig Tiere augctrieben. — Ter Schweinemarlt war mit 550 Schweinen befahren, der Handel war sehr lebhaft. Läuferschweine waren etwas billiger, dagegen hielten sich die Preise für Saugferkel immer noch Hoch. — Für das Jahr 1 905 fmb außer 18 Rindviehmärkten auch wieder zwei Fohlen- und zwei Schafmärtte ge- nehnrigt.
Eingesandt.
meßen,* 12. Tezember.
Man Tarnt dem hiesigen K o n z ertv e rein und Aka» dem i sch en Gesangverein nicht dankbar genug sein für den seltenen, aber umso willkommeneren Genuß des gestrigen Oratoriums. Taher sollte vor allem diejenige Anstalt, bereit Studierende immer die Vergünstigung ermäßigter Preise genießen, bestrebt sein, den Veranstaltungen der musikalischen Vereine, die unter der Leitung des Universitäts-Musikdirektors stehen, nach Möglichkeit entgegenzutommen. Leider» pnd nicht alle Herren, die gegenüber den Stttdierenden eine belehrende und maßgebende Stellung einnehmen, dem guten Bei- miele mancher ihrer Kollegen gefolgt, die entweder ihre Vorlesungen oder Hebungen ganz ausfallen ließen oder sie auf eine günstigere Zeit verlegten. In Zukunft möge dieses anerkennenswerte Beispiel überall Nachahmung finden, sodaß es allen Studierenden möglich wird, in Gießen eine künstlerische Leistung zu bewundern. Hosfentlich genügen diese Andeutungen eines
Kunstfre undes.
1808
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