Ausgabe 
16.1.1904 Viertes Blatt
 
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Nr. 13

Blatt.

154. Jahrgang

Samstag 16. Januar 1904

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags,

DieGiehener ^amillenblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »hessische Landwkt" erscheint monatlich einmal.

Netzener MZeigek

Verantwortlich für den allgemeinen Teil» P. Wittko: für den Anzeigenteil: H. Beck.

Rotationsdruck und Verlag der Drü h l'lchen Universuatsdruckerei (Pietsch Erben), Gießen.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Güterbahnhofe häufig Fracht- ergaben, daß ein

kaum ein zweites von so allgemeinem Interesse. Tenn diese Sache geht nicht nur die unmittelbar an der Presse tätigen und beteiligten Kreise an, sondern auch alle Z e it un gs le s er, mithin die gesamte Bevölkerung. Tie Nationalliberalen Huben durch ihre Interpellation

Vermischtes.

Hannover, 15. Jan. Auf dem Weidendamm wurden in letzter Zeit

guter gestohlen. Die Ermittelungen früherer Hilfs-Lademeister, der am 1. April v. I. ent­lassen worden war, sich mit einem Zigarrenhündler in

71/, Uhr pünktlich im Hörsaale der chirurgischen Klinik statt. Tagesordnung: 1. Herr Ehrlich: Ueber Paraffininjektion. 2. Herr Kißkalt: Demonstration des biologischen Verfahrens zum Arsennachweis. 3. Herr Kober: Mitteilung über Hände- Desinfektlonsversuche.

Personalien. In den Ruhestand versetzt wurde der Weichensteller 1. Klasse in der Hess. Preuß. Eisenbahn­gemeinschaft Christian Jllert zu Darmstadt.

Französische Vorträge, In den bereits ange­kündigten Vorträgen wird Lektor Goetschy die Entwicklung des modernen französischen Dramas behandeln. Die Themata werden sein Hl. Emile Augier et la com&die bourgeoise, 2. le drame dAlexandre Dumas, 3. la Monde Von sennuie de Pailieron, 4. Rostand et la comMie h&rolque (Cyrano de Bergei ac). Einem früher an dieser Stelle geäußerten Wunsche entsprechend hat Herr Goetschy im In» teresse derjenigen Zuhörer, die sich auf die Vorlesungen vor­bereiten möchten, um mit besserem Verständnis folgen zu können, in einem Heftchen diejenigen Citate abdrucken lasten, die er zur Verlesung bringen wird. Es ist in den im In­seratenteil genannten Buchhandlungen und bei Verwalter Storck (Universitätsgebäude) zu haben. In einer 5. Vor« lesung wird Herr Goetschy gewistermaßcn als Abschluß der vorjährigen Vorträge über Paris das Straßenleben dieser Weltstadt in Verbindung mit Lichtbildern schildern. Auj Grund der früheren Vorträge, die er hier gehalten, dürfen sich die Freunde französischer Sprache und Litteratur der Hoffnung auf genußreiche und anregende Stunden hingeben. Jrn Uebrigen verweisen mir auf den Inseratenteil.

Die Einnahme an Wechsel st empelsteuer im Großherzogtum Hessen betrug nach derT>. 3tg/ im Dez. v. I. 13 145,60 Alk. und in der Zeit vom 1. April bis Ende Dez. v. I. 164 309,60 Lik. oder 7793,60 Mk. mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

* Der Branntweinverbrauch des Landes. Im Dezember vorigen Jahres wurden im Großherzogtum Hessen 2829 Hektoliter Branntwein (reiner Alkohol) erzeugt. Davon wurden 1106 Hektoliter, von denen 29 vollständig denaturiert waren, zur steuerfreien Verwendung abgeiassen. Am Schluß des Monats waren 1513 Hektoliter in den Lagern und Reinigungsanstalten unter steuerlicher Kontrolle verblieben, während im Laufe des Monats 3341 Hektoliter nach der Versteuerung in den freien Verkehr gesetzt wurden.

(?) Odenhausen a. d. Lda., 15. Jan. Der hiesige Männergesangverein »Eintracht^ gedenkt am 10. Juli sein 40jähriges Bestehen zu feiern. Da seit ca. 40 Jahren hier ein Fest nicht stattgefunden hat, so freut sich hierauf Alt und Jung. Das Fest soll in größerem Maßstabe gefeiert werden. Die nötigen Vorarbeiten sind im Gange.

Wies baden, 14. Januar. Die ele f tr if d>e Stra ßenbahn-Verbindung zwischen Wies­baden und Mainz rütck nun endlrch ihrer Verwirklich­ung näher. Allerdings wird es noch eine Spanne Zeit dauern, bis die beiden Nachbarstädte im direkten Verkehr stehen werden, da die Verbindung einstweilen über Biebrich geführt werden muß. Man wird also etwa Ende März, Anfang April von der Beansite direkt bis zur Mainzer Stadthalle fahren können, ohne umsteigen zu müssen.

Verbindung gesetzt und mit diesem die Diebstähle aus- geführt hatte. Der frühere Lademeister schlich sich in den Bahnhof ein und stahl während der Nacht die ausgefertigten Frachtbriefe. Am andern Tage wurden dann die Waren ab­geholt und zu dem Zigarrenhändler gebracht. Die gestohlenen Waren wurden an Wirte und Händler weiter verkauft, durch welche die Sache herauskam. Die Polizei hat bereits brei Verhaftungen in der Sache vorgenommen. Weitere Ver­haftungen stehen bevor.

Zeitz, 15. Jan. Aus der Erziehungsanstalt brachen 13 Zöglinge im Alter von 11 bis 20 Jahren aus. Bisher ist es nicht gelungen, die Flüchtlinge, welche Anstaltskleider trugen, zu verhaften.

* München, 14. Jan. Nach den Aufstellungen des Konkursverwalters beziffert sich der Schuldenstand des jüngst aus der Armee geschiedenen, in Konkurs geratenen Herrenreiters Oberleutnant Max Böck auf eine Million Mark. Die Gläubiger werden leer ausgehen. Freunde des Böck fallen mit Gefälligkeitsakzepten schwer herein. Böck hatte auch viele, aber ungeschickte Jmmobiliar- spekulationcn getrieben und wurde hierbei und bei sonstigen Geldaufnahmen von wucherischen Geldgebern hineingelegt. Böck hatte von Anfang an wenig Mittel und eine Millionen­heirat rettete ihn nicht, da sein Schwiegervater die Tochter sicher stellte. Diese ist indes insofern in Mitleidenschaft ge­zogen, als sie Wechsel im Betrag von 600 000 Mk. unter­schrieb, so daß auch über ihr Vermögen der Konkurs ver­hängt ist.

* London, 14. Jan. Tie Käufer der gestern für 1450 Pfund Sterling versteigerten Mauritius-Brief­marke soll der Prinz von Wales sein, welcher ein bedeutender Briefmarkensammler und Vorsitzender der Lon­doner phllateliftischen Gesellschaft ist. Tas näch.slhohe, nur um 50 Pfund Sterling geringere Angebot soll im Auftrage des deutschen Reichspost-Museums gemacht worden sein.

Wien, 15. Jan. Der Bank-und Kommissionsgeschäfts^ inhaber 9luguft Körner, über dessen Vermögen Konkurs verhängt ist, wurde verhaftet. Die Passiven dürften

Mimische Tagesschau.

Der Rothstist des Reichstags.

Man schreibt uns aus Berlin, 15. Januar:

Angenehm milde war der Verlauf der ersten Etats­beratung im Reichstag für die Regierung. Krittelich und widerhaarig zeigt sich jedoch die Budget komm ission. Es wird m demmit äußerster Sparsamkeit aufgestellten" Etat mit unerbittlicher Strenge gestrichen. Und nicht nur das: kräftige Randbemerkungen, Angriffe zürntest sehr scharfer Art begleiten diese Tätigkeit. Gestern war die Kolonial Ver­waltung allerlei Mißbilligungen ausgesetzt, heute mußte der Chef der Reichspostverwaltung, Staatssekretär Krätke, der Kritik an den sogenannten Ostmarkenzulagen, für Postbeamte in polnischen Gegenden, standhalten. Schließ­lich wurden diese Zulagen abgelehnt, hauptsächlich auf Be­treiben des Zentrums, dessen grundsätzliche Gegnerschaft gegen die Polenpolitik bekannt ist. Durch diesen Beschluß dürfte zugleich auch die Ablehnung der im Militäretat für Unteroffiziere usw. geforderten Ostmarkenzulagen ent­schieden sein. Graf Bülow hat s. Zt. im preußischen Ab­geordnetenhaus die Polenpolitik für eine der wichtigsten Fragen erklärt. Der zum ersten male unternommene Versuch, an der Durchführung dieser Politik, an der Stärkung des Deutschtums in den Ostmarken, auch das Reich zu beteiligen, ist also sehlgeschlagen. 3lur die Nationalliberalen und die Konservativen traten für die Position ein. Es ist nicht da­ran zu denken, daß im Neichstagsplenuin die Forderung zur Annahme gelangt. Hier treffen politische Gründe und Er­sparnisrücksichten zusammen. Der Reichstag hat den Ehrgeiz, zu beweisen, daß er im Sparen der Regierung noch bedeutend über" ist. In den nächsten Tagen werden auch die Marine- und die Militärverwaltung den Rotstift in Aktion treten sehen. Dem Staatssekretär der Marine, v. Tirpitz, hat das bereits der Zentrumsredner bei der ersten Etatslesung, Abg. Tr. S ch ä d- l er, in Aussicht gestellt. Auf militärischem Gebiet sollen besonders die Uniformäuberungen für die Offiziere zur Sprache kommen. Zu der Meldung vom Rücktritt des Chefs des Militärkabinets, Generalleutnant Grafen H Ülsen - Haeseler, bemerkt heute abend dasBerl. Tagebl.", dem wir die Verantwortung überlassen: Angeblich habe Gra Hülsen-Haeseler den Uniformänderungen entschieden widerraten und sich dadurch mißliebig gemacht. DieNordd. Allgem. enthält übrigens in ihrer neuesten Stummer kein Dementi der Rücktrittsmeldung.

Aus dem Reichstag.

Unser berliner p^rlamentarstcher Mitarbeiter schreibt unterm 15. Januar: w .

Das ThemaPre sse und Regierung kommt tm l Reichstag am leiten zur Erörterung, und doch gibt es

betr. die Beseitigung des Zeugniszwanges gegen Red afteure dieses Thema wieder einmal par­lamentarisch aktuell gemacht. Vom GrasenBülow weiß man, daß er der Presse im allgemeinen wohlwollender gegenübersteht, als seine Vorgänger. Ter fliegende Ge­richtsstand der Presse ist dura) den Grafen Bülow mit dankenswerter Schnelligkeit im wesentlichen abgeschafft wor­den; die Erwartung war also berechtigt, daß die Regierung des die Beteiligten im Ehrgefühl krankenden und herab­würdigenden, jedes positiven Erfolges aber ermangelnden Zeugniszwangsverfahrens gegen die Redakteure sich end­lich geneigt zeigen werde. Das Unhaltbare des auf diesem Gebiet bestehenden Zustandes wurde vom Abg. Tr.- nede (nL), dem Vorsitzenden des Vereins Deutscher Zeit­ungsverleger, in vortrefflicher Rede begründet, und mit Spannung sah die Versammlung der Antwort vom Re- gierungstisch entgegen, die namens des Reichskanzlers zu erteilen der Staatsserketär des Reichsjustizamts Dr. N i e b e r d i n g sich bereit erklärt hatte. Die Antwort war nicht warm, nicht falt Tr. Nieberding fand einige aner­kennende Worte für die Stellung, die geistige Bedeutung und die Verdienste der Presse; die Sache selbst aber be­zeichnete er als nicht so wichtig, daß sie mit Beschleunig­ung, also durch Spezialgesetz, wie die Interpellanten wünschten, geregelt werden müßte. Tie Frage des Zeugnis­zwangs werde bei Gelegenheit der Reform der Strafprozeß­ordnung, die sich bekanntlich in Vorbereitung befindet, ihre Regelung finden. Also die Pressekann warten", und daß eine grundsätzliche Aufhebung des Zeugniszwangcs nicht im Plane liegt, das ließ der Staatssekretär mit hinreichender Deutlichkeit durchblicken. Die Regierung will sich das Recht der Anwendung des Zeugniszwanges für gewisse vom Staatssekretär charakterisierte Fälle unbe­dingt wahren,denn Strafgesetze macht man nicht der lo­yalen, sondern illoyalen Elemente wegen, die es in der Presse, wie überall, gibt." Im Großen und Ganzen darf darnach wohl nur erwartet werden, daß man seinerzeit die größten Härten des Zeugniszwangsverfahrens wird beseitigen wollen, eine Aussicht, mit der der Zentrums­redner, Abg. Roer en, sich resigniert zufriedengab. Umso unwilliger äußerte sich Abg. Heine, der Wortführer der Sozialdemokraten, deren Redakteure allerdings dem Zeug­niszwang in besonderem Maße ausgesetzt sind. Was dem Rechtsanwalt, dem Geistlichen, dem Arzt, ja der Hebamme recht sei, nämlich die Aussage über persönlich anvertraute Dinge zu verweigern müsse dem Zeitungsredakteur billig fein. Entgegengesetzter Ansicht sind die Konservativem wie Abg. Himburg bar­legte; doch auch er gab zu, daß der Redakteur durch das Zwangsverfahren oft in mißliche Lage komme. Abg. Ka­ters ki, ein neugewählter Pole radikalster Färbung, ließ bei dieser Gelegenheit seinem Groll gegen die preußischen Gerichte die Zügel schießen, was den Vizepräsidenten Dr. Paasche zum Einschreiten veranlaßte.

Tie Argumente für und gegen die Interpellation waren durch die bisherige Debatte erschöpft. Aber auch manche der folgenden Redner wußten die Frage interessant zu be­handeln. Genannt sei da namentlich Abg. Tr. Ablaß (Fr. Volksp.). Nicht ganz entsprach den rednerischen Er­wartungen der einzige Nationalsoziale im Hause, Abg. von Ger lach-Marburg. Seine Art des Vortrags ist, im Gegensatz zu der des neuen Vertreters von Offenbach, Tr. Becker, ziemliche farblos und nicht immer kurzweilig. In Dr. Becker aus Sprendlingen aber hat der Reichstag eine tüchtige Kraft gewonnen. Ter Mandatsnackfolaer des durch die Zolltarifkämpfe nicht gerade rühmlichst bekannt gewordenen Herrn Ulrich^Of senk ach ist nicht nur ein ge­wandter Redner, sondern auch, ein kenntnisreicher und mit frischer Initiative begabter Sozialpolitiker. Tie gestrige Interpellation über die Einbeziehung der selbständigen Handwerker in die obligatorische Alters- und Invaliden­versicherung wurde von ihm eingebracht und in einer vom Hause sehr beifällig aufgenommenen Rede begründet.

Tie Presse kann im übrigen mit der ihr heute int Reichstag zu teil gewordenen Charakterisierung zufrieden sein, einen moralischen Erfolg hat sie heute auf jeden

parlamentarisches ans Kessen.

Ter Gastwirt Lorenz Harth zu Nied er-Saulheim richtete cm die zweite Kammer eine Vorstellung, in der er bittet, darüber Entscheidung treffen zu wollen, ob das Gesetz von 1899, betreffend: Besteuerung der Musikinstru­mente in Wirtslokalen so aufzufassen ist, daß die Ausstellung von Instrumenten in Wirts lokalen schon die Besteuerung bedingt, oder ob dann erst Besteuerung eintreten soll, Juenn das Instrument zu gewerblichen Zwecken benutzt, d. h.^gefpielt wird.

Tie Feld schützen des Kreises Gießen unter­breiteten nachstehenden Antrag der Ständekammer: 1. An­stellung des Feldfchutzpersonals itad) Ablauf einer 10jährigen untadelhaften Führung dienstlich wie außerdienstlich. 2. Pen­sionierung, im Falle einer eintretenden Erwerbsunfähigkeit oder wegen hohen Alters, ä. Witwen- und Waisenversorgung. 4. Regelung der Gehaltsverhältnisse je nach den Verhält­nissen der Gemeinden. 5. Tie Anstellung beziehungsweise Geyaltsregulierung könnte dann nach Abschluß der Ver­handlungen am 1. April 1904 erfolgen, selbstverständlich unter Hinweis auf Die abgeleistete Tienstzeit.

Ter Vorstand des Ka t h o 1 i s ch e n 'L e h r er v er e i n s richtete an die zweite Kammer das Ersuchen: sie ivolle in Uebereinstimmung mit der Staatsregierung dahin wirken, daß die von der zweiten Kammer einstimmig angenommene, aber damals von der Regierung nicht akzeptierteS k a I a Backes" nunmehr Gesetzeskraft erhalte. Es mögen also vom 1. April 1904 ab die hessischen Bo l k s s ch u l'- lehrer an Geh alt beziehen: Im 1.3. Tienstjahr 1100 Mark, im 4.-6. Tienstjahr 1200 Mk., im 79. Dienstjahr 1400 Mk., im 10.12. Tienstjahr 1600 Mk., int 13.15. Tienstjahr 1800 Mk., im 16.18. Tienstjahr 2000 Mk., im 19.21. Tienstjahr 2200 Mk., im 22.-24. Tienstjahr 2400 Mark, im 25.-27. Tienstjahr 2600 Mk., vom 28. Dienstjahr ab 2800 Mk.

Tie Kreisstraßenwärter des Kreises Alsfeld bitten, die Ständevertreter wollen die Anstellung int Kreise für die Straßenwärter des Kreises Alsfeld veran­lassen und die Anregung geben zur Gründung einer Wttwen- uni) Wai s en-, sowie einer Altersver- sorgungskasse, wie diese in den Kreisen Lauterbach und Gießen bereits bestehen.

Eine Vorstellung der Schreibgehilfen bei den A mtsge richten, Landgerichten, Staatsanwalt- schai ten und Amtsanwärreu des Groß Herzogtums ersieht bie Fest,etztmg eines MaximalgeHalles von 2200 Mk. und eine Steigung der Gehalle vom 30. Lebensjahr ab in Zeit­räumen von Drei zu Drei Jahren um mindestens 150 Mk. bis zu dem angegebenen Höchstgehalt und eine Verbesserung ihrer Anstellungsverhältnisse. ro

Abg. Tr. Buff beantragt: dte zu Kapllel 115 .titel3 Seite D. 77 des Hauptvoranschlags 1904 betreffs der Handarbeitslehrerinnen an den Volksschulen, den höheren Bürger- und höheren Mädchenschulen vorgesehene Uebereinhinft auch aus die Turn 1 e h r e r in n e n an solchen Anstalten auszudehuen, da auch betreffs dieser dw gleichen Gründe bestehen.

Fall errungen.

Die Kaufmannsgerichte.

J. E. 93 er In, 15. Januar.

Dem Gesetzentwurf über die Kaufmannsgerichte wird in parlamentarischen Kressen kein günstiges Prognostikon gestellt. Aus den beteiligten Kreisen der Handlungsgehilfen sind Abänderungen so einschneidender Art als notwendig be- zeichnet worden, daß man bezweifelt, ob die Regterung für ein derart umgestaltetes Gesetz zu haben ist. Es - wäre aber bedauerlich, scheiterte der Entwurf, der als Ganzes doch einem lang gehegten Wunsch entgegenkommt, an diesen Schwierigkeiten.

Kirche und schule.

Berlin, 15. Jan. In Oberlehrerkreisen verlautet, daß demnächst die Anciennität für die Erteilung des Pro- f eff orentitelS nicht mehr wie bisher von dem Datum der erfolgten Anstellung, sondern von dem der erfolgten An- slellungsfähigkeit an gerechnet werden soll. Ein entsprechender Ministerialerlaß dürfte in kurzer Zeit erscheinen.

Wie aus Mainz telegraphiert wird, erhielt der neu erwählte Bischof Kirstein vom Papst den Doktor- Titel. ______

Aus Htnit uni Kani.

Gießen, den 16. Januar 1904.

** Medizinische Gesellschaft in Gießen. Die nächste Sitzung finbet Dienstag, den 19. Januar, abends