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14.10.1904 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

151 Jahrgang

Freitag 14. Oktober 1904

Gchalfteatzs f. tlbrefie füt Tevetd)Ctti Anzeiger Wichen, ^ernsprt-chanicktußNr 51.

Nr. 242

Gricheint tSglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Giehener Kamillen- Hättet viermal tn bet Woche betgelegi

RotattonSbrucf u. Der» lag bei Brü h l'schen UntDerl.-öuA-u. ©tem- bruderei. 8t Bange Rebafttxm, GrvebiUo«

Giehener Anzeiger >

SeneraMiiijelgcr " *» SS

Amis- «nd Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen MW

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Die keuttge Kummer umfaßt 10 Ketten

Das Befinden des Königs von Sachsen.

Während in den ersten Tagen der Woche das Befinden des Königs befriedigt war, hat es sich in den letzten Tagen besorgniserregend verschlimmert. Atemnot und hef^ tige Be?!emmnngen traten ein und dauerten bis jetzt fort Ter Kräftezustand und die NahnmgS - Aufnahme lassen sehr viel zu wünschen übrig. Die Königin-Wittwe Karola ist mrt Krankenlager Königs Georgs eingetroffen.

der Abteilung des Oberstleutnants Gandurin aufgehalten. Auf dem äußerten rechten Flügel machten die Japaner einen Angriff vom Siaguschanberge auf den Signal berg, der hart am Meere liegt, und besetzten ihn, nachdem sie die Freiwilligen zurückgedrängt hatten. Am folgenden Morgen' aber beschoß die Festungsartillerie den Berg, und drei Kom­pagnien, die hierauf zum Angriff vorgeschoben wurden, oerV trieben die Japaner und besetzten den Signalberg. Die Japaner nwchen ausgedehnten Gebrauch von Explosiv­stoffen und benutzen diese in Säcken und Kisten, mit Bick- fordscher Zündschnur versehen, welche sie anzünden, dann werfen sie diese Gegenstände wie Handgranaten. Unferd Garnison nimmt ebenfalls zu derartigen Mitteln ihre Zuflucht und nut Erfolg. Der unermüdliche General Kon- d raten ko erfindet immer neue Mittel zur Vernichtung deS Feindes. Die Truppen fahren fort sich heldenmütig zu oer* bäten, die Verwundeten drängen, zur Front zurückzukehren. Die Führung der Truppen ist heldenhaft.

Wie General Stössel vom 7. Oktober an den Kaiser meldet, haben die Japaner, um die innere Festung zu beschießen, neue Batterien errichtet, darunter eine mit elf- zölligen Mörsern. Die Beschießung wird täglich heftiger. Am 7. Oktober erhielt der Feind Verstärkungen von mehreren Bataillonen. Das Wetter ist kalt.

Der Ausstand in Peulsch-Südwestafrika.

Gouverneur Leut w e i n meldet vom 8. Oktober: Jrt Hoachanas alle ruhig, keine Witbois dort ges'ebeu. Gerüchtweise sollen Hottentotten von Eichas auf^ ständisch fein. Gefreiter WillerS, geboren am ü.Scpb

d eutsches Reich.

Berlin, 13. Oft. In der heutigen Sitzung beb Bundesrats wurde das Schreiben des Lippe schen Staatsministeriums, betreffend die Thronfolge im Fürstentum Lippe, sowie der Vorschlag über eine Viehzählung am 1. Dezember 1904 den zuständigen Ausschüssen über­wiesen. An dem statistischen Warenverzeichniffe und dem Verzeichniffe der Massengüter wurden Aenderungen vor­genommen.

DieNordd. Allg. Ztg." hört: Der kaiserlichen Ein-, ladung entsprechend, sagten der Direktor des Museo del Prado in Madrid, Villegas, der Direktor der Gemäldegalerie in Petersburg, Somow, und der Vizepräsident und Profeffor bet Kunstakademie in Kopenhagen, Meldahl, ihre Teilnahme an der Eröffnung des Kaiser Friedrich-MuseumS zu. Weitere Beteiligungen sind zu erwarten. Aus München be­richtet man zu der Eröffnungsfeier, daß Ministerpräsident Freiherr von Podewils sich am 17. Oktober nach Berlin begeben wird, um der im Auftrage des Kaisers an die Bundesratsbevollmächtigten ergangenen Einladung zur Feier Folge zu leisten.

Die Stadtverordneten erklärten sich debatteloS einstimmig auf das Ersuchen des Magistrats damit einver­standen, daß der Bürgersaal des Rathauses dem Vor- tande der freireligiösen Gemeinde an Sonntagen und christlichen Feiertagen vorläufig und widerruflich zur Ab­haltung von religiösen Versammlungen der genannten Ge­meinde überlasten werde.

Cannstatt, 13. Okt. Die bürgerlichen Kollegien haben )eute mit großer Mehrheit dem Eingemeindungs-Ver^ trag mit Stuttgart zu gestimmt. Da die Annahme dieses Vertrages seitens der Stadt Stuttgart als gesichert be- rachtet werden darf, so wird die endgiltige Vereinigung der! beiden Städte am 1. Januar 1905 in Kraft treten können.

Port Arthur.

Daily Telegraph" wird aus Tschiftr berichtet: Eine in der Nähe der Wohnung General Stössels eingeschla­gene Granate zwang ihn, seinen Aufenthalt näher an die Stadt zu verlegen. Die Kindersterblichkeit in Port Arthur ist groß. Nach jedem mißlungenen Angriff der Japaner auf Port Arthur findet hier großer Dankgottesdienst statt.

Ein Telegramm des Generals Stössel an den Kaiser meldet: Am 1. Oktober begannen die Japaner, ich der Festung zu nähern, wurden aber durch die Salven

Afk LippesHk WcgentsHaftsstrett.

Ans ein Begrüßungstelearamm, dos von der VolkSver- sammlunginLage am Sonntag an dm Staats'Minister Gevekot gesandt wurde, richtete dieser an den Architekten Hanke folgendes Antworttelegramm: Freudig bewegt, spreche ich ^bnen fftr das mir gestern abend von der in Lage stattgehabten Volksversammlung übersandte Zustimmungstelegramm herzlichen Dank aus. Ich erblicke darin die Aufforderung, auf dem ein­geschlagenen. Wege fortzuschreiten und so unserem engeren Vater- lande zu dienen. Tas wird auch für die Zukunft mein stetes Bemühen sein. Gevekot, Staatsminister.

In der Sitzung des Landtages am 13. d. M. teilte Abg. S ch e m m e l als Referent mit, daß die Staatsregierung an der Vorlage von 1879 strikt festhalte: jede Ab­änderung ablehne und ein klares Ja oder Nein fordere. Tie Kommission stellte nun noch einen Kompromißantrag, in dem sie folgende Fassung des betreffenden Absatzes des Regent- schaftsgefetzes Vorschläge: Erfolgt der Tod des Fürsten Alexander innerhalb zweier Jahre (bisher hieß es: ein Jahr) nach Erlaß des Gesetzes und ist bis nach Ablauf dieser Jahre das Gericht nicht gesichert, so hört die Regentschaft auf und e£ tritt das in dem Paragraphen 3 des Regentschastsgesetzes vom 24. April 1895 vorgesehene Verfahren ein.

Ter Staatsminister Gevekot erklärte, auf den Vorschlag der Kommission könne sich die Regierung nicht einlassen. Sie setze zwar keinen Zweifel in den guten Willen des Bundesrates, aber sie müsse daran zweifeln, ob die schaumburgische Regierung eine wiche Frist von zwei Jahren nicht benutzen werde, um neue Verschleppungen herbeizuführen. Was man von schaumburgischer §rite zu erwarten habe, gehe aus einem Dokument hervor, das me llppesche Staatsregierung heute zum ersten Mal der Oeffent- llchkeit unterbreite. Es handelt sich um einen Geheimvertrag zwischen dem Fürsten Woldemar von Lippe-Detmold und dem Fürsten Georg von Schaumburg-Lippe. Diesem Geheimvertrag sind sämtliche Agnaten der Linie Schaumburg-Lippe beigetreten. Ter Geheimvertrag bestimmt, daß nach dem Tode des Fürsten Woldemar, Prinz Adolf von Schaumburg-Lippe (der Schwager deS KcnserS) die Regentschaft in Detmold übernehmen solle und daß die Angehörigen der Linien Viesterfeld und Weißenfeld von dem Vertrag ausgeschlossen bleiben sollen. Ter Minister erklärte dazu, die Regierung habe sich lange gefragt, ob sie diesen Ge- heimvertrag veröffentlichen solle, weil er geeignet sei, das Ansehen -der Monarchie zu erschüttern, aber sie befinde sich in einer Notlage und müsse sich in dem ihr aufgedrungenen Kampfe wehren. Ter Geheimvertrag beweise, wie zielbewußt und skrupellos das Haus Schaumburg nach der Thronfolge strebe.

Von den Rednern sprachen besonders Pr. Tr. Werthund und Abgeordneter Zeiß über die Regierungsborlage. Tie Sozial­demokraten erklärten, daß gerade diese Veröffentlichung des Ge- heimvertrageH es rechtfertige, wenn sie sich der Abstimmung ent- hrelten. Ter Landtag erklärte jedoch, eine Stimmenthaltung nach der Gesetzesownung nicht gestatten zu dürfen. Daraufhin verließen die Sozialdemokraten den Saal. Man schritt nunmehr zur Ab- siimmung. Es erklärten sich 10 Abgeordnete für und -sieben Abgeordnete gegen die Regierungsvor­lage,. darunter auch der Reichstagsäbgeordnete Meier-Jobst. Damit war die Vorlage gescheitert, denn zu einer Annahme wve SZweidrittelmehrheit erforderlich gewesen. Sofort erhob sich Staatsminister Gevekot und verlas eine Botschaft des Grafregenten. Ter Graftegent erklärt darin, er müsse die Verantwortung dafür ablehnen, wenn jetzt infolge der Haltung des Landtages bei einem unvorhergesehenen Ableben des Fürsten 'Karl Alexander Schwierigkeiten entstehen sollten. Er werde auch dann konstitutionell regieren imb sich auf sein gutes Recht ver­lassen, daS ihm fein Vater hinterlassen habe, und das er nicht aufgeben werde, so lange e5 nur angefochten und ihm nicht etwa durch ein Rechtsurteil aberkannt werde. Er vertraue auf Gott, /sein Recht und auf den Schutz des Teutschten Reiches, wenn er für die Ordnung und Sicherheit im Lande bemüht sei. Tiefe Bot­schaft wurde dem Archiv des Landtages eingehändigt und darauf vertagte Staatsminister GevekotdenLandtag aufun- destimmte Zeit, wahrscheinlich bis zu den Neuwahlen im Dezember.

Ter Wortlaut des Telegramms, in dem der Graf- kegent Leopold dem Kaiser daS Ablebm des Graf­regenten Ernst angezeigt hat, lautet:Eure Majestät wollen meine ehrsilrckts'vollfte Anzeige von dem soeben erfolgten M- leben meines Vaters des Graftegenten Ernst, allergnämgst ent» gegennefimen. Gleichzeitig erlaube ich mir, Eurer Majestät in tiefster Ehrerbietung mitteileir zu dürfen, daß ich die Regentschaft übernommen habe. Leopold, Graf und Edler zu Lippe-Biesterfeld."

Akr Krieg zryist-ien Japan und Zrußtand.

Kuropatkins Plan.

Ob General Kuropatkin nicht z-uviel gewagt hat, als er aus der Verteidigungs- und Rüctzugshaltung zum An­griff gegen die japanische Streitmacht vorging, diese bedenkliche Frage wird von den nächstens zu erwarten­den Nachrichten entschieden werden. Wie die heutige Meld­ung des Generals verrät, ist ihm selbst der Ausgang der Kämpfe noch nicht bekannt; jedenfalls aber, so versichert er selbst, sind die Verlustenatürlich bedeutend". Die Russen vermögen sich in den mit schweren Opfern errun­genen Positionen nicht zu behaupten. So sind zwei Stell­ungen bei Pensihu, wo die Truppen Kurokis sich befinden, von den Japanern zurückerobert worden. Der russische Angriff aus Hsientschang ist zurückgeschlagen, und um das Maß voll zu machen, mißlang auch ein erneuter Ausfall der russischen Flotte aus Port Arthur, unter schwerer Be­schädigung des Linienschiffes Retwisan. Der größere Teil von Port Arthur steht nach einer Meldung aus Tokio in Flammen.General Kuropatkin", schreibt der militärische Mitarbeiter derKreuzzig",spielt großes Spiel. Seine Absicht ist deutlich erkennbar. Er will alles oder nichts." Alles oder nichts, das ist im Grunde genommen ja auch die Tendenz des Zarentelegramms mit dem in seiner Knapp­heit furchtbaren Befehl: Kämpft bis zum letzten Mann! Viekleiebt hat Kuropatkin noch nicht die neue Entscheidung herbei führen wollen, vielleicht ist in einem Augenblick der Llngeduld von Petersburg aus, wo man Taten sehen will, lategorisch und keinen Widerspruch duldend, die Weisung zum Vorgehen erfolgt

Die Kampfe am Tailse.

Die von dem Schauplätze des gegenwärtigen Kampfes eingeganaenen Berichte reichen bis Dienstag abend. Danach wütete die Schlacht auf der ausgedehnten Front, die sich : von der mittleren Stellung im Norden von Jentai westwärts über die Eisenbahn und südlich bis Pent- sihu hinzieht. Während deS ganzen Dienstags ging die 1 Schlacht weiter, ohne daß eine Partei einen Erfolg erzielte. Die javanischen Befehlshaber äußerten die Absicht, den An­griff die Nacht hindurch durch den folgenden Tag über weiter zu führen.

Der Bericht von dem rechten japanischen Flügel vcm Dienstag abend besagt: Dre russische Ar­tillerie eröffnete am Dienstag früh um 10 Uhr ein heftiges Feuer gegen unsere bei Pentsihu stehenden Tw.lppcn. Der Feind ging dann mit einem Regimente von dem rechten Flügel und mit fünf Bataillonen von der Mittelstellung zum Angriff über; der Kampf ist im Gange. Die feindliche Artillerie setzt zwischen Talmg und Pentsihu die Beschieß­ung unserer Stellungen fort Ein anderer Kampf zwischen der b^^-rseitigen Artillerie ist in der Gegend von Tumen- tsuling im Gange. Unsere nach dem linken Ufer des Tait- seho entsandte Abteilung ist, nachdem sie den Feind zurück- getrieben hatte, nach dem rechten Ufer zurückgekehrt. Der linke Flügel unserer linken Heeresabteilung, der mit der rechten Flanke tuaiferer mittleren Armee zusammenwirkt, versucht die Russen bei Santschiatsu anzugreifen; bis zum Sonnenuntergang am Dienstag ist die Ausführung dieser Absicht jedoch nicht gelungen. Gl-rchnr-ohl ist der Fortschritt an der Front in der linken und mittleren Stellung sehr befriedigend.

Won b er mittleren japanischen Armee ging ein Berickt ein, nach welchem ihr rechter Flügel in gemein­schaftlichem Vorgehen mit dem linken Flügel der rechten Heeresabteilung Outschiatsu angriff, während ihr linker Flügel einen Angriff auf Wahoniutum und Samkwaischi- schan unternahm; der Erfolg sei noch nicht gemeldet. Won der linken japanischen Armee wird gemeldet, der Fort­schritt der Operationen sei verhältnismäßig günstig.

Tokio, 13. Oft, 1 Uhr nachm. Nichtamtliche, bisher unbestätigte Berichte, geben an, die Russen seien längs der ganzen Front auf dem Rückzüge begrifwn; ferner sei eine russische Abteilung, die mit dem japanischen rechten Flügel bei Perrtsihu kämpfte, allem Anscheine itad) einge­schlossen und habe acht Geschütze verloren.

Tokio, 13. Oktbr. (Reuter.) In seinem Berichte von gestern nachmittag spricht Marschall Oyama seine Be- frtebtgunß mit dem Verlaufe der Operationen ans. In dem Kampfe zwischen dem Taitse- und dem Hun-Flusse gewann das Zentrum und die rechte japanische Armee wesentliche Vorteile, während die linke Armee noch verzweifelt kämpfte, um den rechten Flügel der Russen zu umzingeln. Eine weitere Depesche des Marschalls Oyama meldet, unsere mitt­lere Armee erbeutete int Gefechte um Mitternacht des 11. Oktober zwei Feldgeschütze und acht Munitionswagen. Gene­ralmajor ßNujui wurde verwundet, ein Oberst wurde ae- tötet

Tokio, 13. Oft Nach einer dem BlatteJ i j i" zuge­gangenen Meldung sind 200000 Russen von den Ja­panern besiegt worden und auf der Flucht nach Mukden begriffen. Die Schlacht war größer als bei Liaujang. (Diese Meldung des japanischen Blattes ist wohl nicht ernst zu nehmen. D. Red.)

Tokio, 13. Okt., 4 Uhr nachm. (Reuter.) General Oku erbeutete noch fünfundzwanzig Geschütze, was im ganzen etwa dreißig macht Die letzten Berichte melden von fortgesetzten japanischen Erfolgen.

Der Bericht deS Generals Kuropatkin an den Kaiser vom 13. Oktober meldet:

der Nacht vom 12. Oktober und den ganzen Tag über hatte die Mandschureiarmee einen heftigen Kampf zu bestehen. Die Japaner konzentrierten bedeutende Streitkräfte gegen unser Zentrum und un­seren rechten Flügel. Wir kämpften auf den Stell­ungen der Vorhut, wobei die Truppen der Hauptstellung die Vorhut unterstützen mußten. Die Truppen des rechten Flügels behaupteten die vordersten Stellungen. Erst mit Eintritt der Dunkelheit zogen siesichaufmeinen B e f e h 1 auf die H a u p t st e 11 u n g zu r ü ck. Das Zentrum der Truppen tourfae gezwungen, sich gegen 2 Uhr nach- nnttags kämpfend auf die Hauptstellung zurückzuziehen. Wie ich erfahren habe und selbst beobachtete, wurde ungemein hartnäckig gekämpft. Zahlreiche Angriffe der Ja­paner wurden zu rück geschlagen, wobei unsere Truppen selbst zum Angriffe übergingen. 'Auf dem rechten Flügel eroberten unsere Truppen in der Nacht ein am Tage vorher verlorenes Dorf zurück. Aus dem linken Flügel setzten wir den Kampf um den Paß fort; die Truppen Not­ierten die fast unzugänglichen Felsen empor und hielten sich auf ihm zweimal 24 Stunden, wobei sie sich langsam dem Feinde näherten. Eine Nachricht über das Resultat des heutigen Kampfes auf diesem Flügel erhielt ich noch nicht. Die Verluste sind unter den Um- i ständen natürlich bedeutend. Für morgen befahl ( ich, hartnäckig die von uns eingenommenen Stellungen zn halten. «

Ausland.

^??^?lowitz, 13. Okt. Russische Grenzsvldateir erschossen beute früh den hiesigen BürgerScholtz auf preu-, 3 i tf cf) e r Seite. Einzelheiten fehlen noch.

Dijon, 13. Okt. Der Gem einderat, der zum größeren Teil aus Ex>ziallsten besteht, beschloß, d'e N a m e n der S t r a tz e n,' Je ©eiligen genannt sind, abzuändern, unS wnen die Namen von gelehrten und bekannten politisches ?te^.nHäFeiten geben. Von der Absicht, die Swtuet des' helligen Bernhard, der in Dijon geboren ist. und die auf einenfi öffentlichen Platze steht, abzureisen, wurde Abstand genommen.

Konst Oit t in opel, 12. Okt. Amtlich wird bckanntgegeblMZ Der Gcncralkrektor der tttbireTfen Steuern Stmeb Nasiß Aasch a wurde gut M inister der Finanzen, der ehemallge Vall von ^alonisi Hassan Fehmi Pascha wurde zum Gene-»' raldirektor der indirekten Steuern ernannt

. Buen os' Aires, 12. Okt. In Gegenwart der Behörden, des diplomatisa)en Korps, deutscher, amerikanischer, brasilianischer und ckalrenischer Offiziere übernahm der neue Präsiden! vpn Argentinien, Quin anta, feierlich sein Amt In! einer Ansprache betonte er, der Grundsatz seiner Regierung sei Gerechtigkeit. Tas Wahlgesetz müsse abgeöndett, und wenn eS ber etanb des Staatsschatzes erlaube, solle die Konvertierung bet aufreten Anleihe erwogen werden. T>as gegenwärtige Gesetz, bett, die Konvertierung des Papiergeldes bleibe bestehen. In ber. Rechtspflege und in dem IlriterricküS-. Heev- und Morinewesep ollen Verbesserungen eingefübtt und Ackerbau, ViehMicht und bte1 Einwanderung gefördert werden.