, lobflnn x
'M len. d*i-ch I'*<S h -Ls *8e!l«iitenbtr' &tag;
>ftss Zr-K öllHllen. <LL
« E«be
ella«l«h M««bt. .'’Wntouif ^erbindunj 55“-^”
16.
!- Mai 1904.
’Pfe wurde, wie nachmittags en Mannes auf. atur, 1,80 Meter '§ dichtes Haar, mbart, schwarze, genbrauen, hohe gebogene Nase, Kleidung: Hell- Weste, grau und iit Umlegekragen, Ianell«Unterhemd, he, frisch besohlte löpfen, schwarzer ;ber befanden sich Zylinderuhr mit 1 Taschenmesser, ofenfranj, 3 rote evolverpatronen, : MrMrbenr ct Neuer Nach'z., i Hof 10. Der ch, auch ist die , daß er mit der igter halttmg mit lort begab, unter* 5 Kranken machte, ekt. Die auf den ng seiner Persön- :gen.
onalliberalen st der „W. Ztg/
mittag tin Saft- astille nieberqtng, m den Lustschißer >n§ erplodiertc >artes SauS. Jbr. »rletzt. Mehre« hrt werden. , r j. Während einer .Vennetrennen Br* ich«--""
*T.S ' Va6$ul* begraben^,
rti«“”1» «. Eii, W
*
„ mtb eS Xä sKttÄ
Atz-: sM £ ®Wd 401 .teI0 ,i«t
Nr. 112
Erstes Blatt.
154. Jahrgang
Samstag 14. Mai 1904
<8rtdictni täglich anbei Sonnlags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dein Hessischen Landwirt die Kiehener Familien- Hättet viermal in bet Woche beigeleql.
Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Un'vers.-Buch-u.Stein- bruderet. 0t Lange.
Redaktion, Lrvedilion und Druckerei:
Schulstraße 7.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.
Fernsprechanschluß Nr 51.
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger v **
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Bezugspreis: monatlich7bPs^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährt. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sur die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pß, auswärts 20 Pfg.
VeranZwortlich für den polit und allgem. Dell: P. Wittko: für ,€tabt und 2onb/ und „GerichtSfaal*: August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck.
Der Krieg zwischen Japan und Mußtand.
Das Kronstadter Attentat und die Stimmung.
Petersburg, 10. Mai.
In dem sonst so lebenslustigen Petersburg ist eine recht pessimistische Stimmung eingezogcn; die Kaiserin gab in einem Tenkschreiben an den General-Gouverneur von Moskau, der zum Namensfeste seine Glückwünsche dargebracht, dieser Stimmung in den Worten Ausdruck, „daß die warmen Gefühle ihr zum großen Trost in der Prüfungszeit dienen, die es Gott dem Herrn genehm gewesen, über das vielgeliebte Vaterland zu verhängen". Sehr bittere Klagen werden über den unerhörten Postdienst laut; man möchte von seinen Lieben da draußen im fernen Osten etwas erfahren, aber alle Briefe kommen nicht an. Sehr besprochen wird ein „Eingesandt" an die Petersburger Zeitungen, das ungemein charakteristisch ist. An den Chef eines Truppenteiles wurden acht Briefe abgeschickt, aber nur ein einziger erreichte sein Ziel. „Die Briefe waren freilich", so heißt es bezeichnend, „unversichert, aber der Absender glaubte mit dem in Kulturländern üblichen Modus rechnen zu dürfen, wonach an der Post unversicherte Briefe ebenso sorgfältig wie eingeschriebene befördert werden." Der Adressat wgr, wie gesagt, der Chef eines Truppenteils. Wie mag es unter solchen Umständen mit den Briefen an die Soldaten bestellt sein?
Daß diese unerhörten postalischen Zustände deprimierend wirken,, ist klar; am deprimierendsten sind die Nachrichten über das unheimliche Treiben der Nihilisten und Terroristen. Für die Parade auf dem Marsfelde hat man Vorsichtsmaßregeln von einem Umfang getroffen, der selbst hier als sehr weitgehend bezeichnet wird. In aller Munde ist das Wort Kronstadt und der beabsichtigte furchtbare Vernichtungsbrand. Der japanische Agent, der der Brandstifter sein sollte, hat nie existiert; es sind anarchistisch gesinnte Beamte oder Arbeiter gewesen. Vizeadmiral A. Bicilew, der Oberkommandierende des Kronstadter Hafens, hat zugegeben, daß ein furchtbares Zerstörungswerk geplant gewesen sei. Ob Kronstadt in die Lust gegangen wäre, könne er nicht sagen, aber alle Explosivstoffe, der Rußland jetzt so dringend bedürfe, wären vernichtet worden; mit Petroleum begossene Späne waren in der Nähe der Pyroxilin- vorräte in Brand gesteckt und eine entsetzliche Katastrophe stand bevor; es gelang aber noch, des Brandes Herr zu werden. In den Torpedowerkstätten und Artillerielaboratorien hat man alle mietweise angestellten Arbeiter und Beamten entlassen; die strengsten Untersuchungen sind angeordnet, die denkbar weitestgehenden Vorsichtsmaßregeln getroffen, aber man ist immer noch sehr skeptisch — und sehr skeptisch bleibt man auch den Meldungen gegenüber, daß Port Arthur vorzüglich befestigt und auf alle Zeit verproviantiert sei. Ungeheure Bestellungen auf Weizenmehl waren ja ergangen, aber ob sie auch ausgeführt sind, erscheint sehr Vielen fraglich. Eine Bummelei herrschte überall, die geradezu grenzenlos war. Aus Port Arthur sind keinerlei Nachrichten in den letzten Tagen einge- trosfen; die Einen behaupten, nach den günstigen Versuchen mit Brieftauben in den Kursker Manövern 1902 sei eine Brieftaubenstation in Port Arthur eingerichtet worden, die mit Mulden, Charbin usw. in Verbindung stehe. Die Anderen bestreiten es; es weiß wirklich niemand etwas sicheres — und diese Ungewißheit, dieses Gefühl, daß es nirgends klappt, ruft mit Recht eine Beunruhigung, eine Depression hervor, von der man sich kaum ein richtiges Bild machen *<utn. Vielleicht wird es bald besser?
Der Zar und die Prophetin.
Vor etwa vier Wochen machte, einem Londoner Blatte zufolge, der Zar die Bekanntschaft einer gewissen Z e n o b i a Galaczky, einer schönen und hochgebildeten jungen ruthe- nischen Dame, die imstande zu sein behauptet, die Zukunft vorherzusagen, und zwar mit Hilfe eines neuen Metalls, das radio-aktive Eigenschaften besitzt und Bilder der kommmenden Ereignisse auf einen Projektionsschirm wirft. Fräulein Galaczky, die in den letzten 14 Tagen fünfmal im Palast empfangen wurde, soll den Zaren überzeugt haben, daß Rußland noch ein furchtbares Unglücknach dem andern werde ertragen müssen, bis es schließlich die Japaner besiegen werde. Unter anderen Bildern ließ Fräulein Galaczky auf dem Projektionsschirm eine unbestimmte Darstellung erscheinen, aus deren leuchtenden Umrissen der Zar Port Arthur in Trümmern liegend und seine Flotte in dieLu ft gesprengt erkannte. Eine Reihe weiterer unglücklicher Ereignisse für die Russen trat noch auf dem Schirm in die Erscheinung, abtzr schließlich sah man die Japaner sich aus Korea zurückziehen, während die siegreiche russische Armee die Höhen hinter ihnen besetzte. Fräulein Galaczky behauptet ferner, sie unterrichte den Zaren über alles, was zwischen seinen Ministern vorgehe.
Skeptiker behaupten, daß die Dame von der allrussischen Partei als Instrument ihrer besonderen Zwecke benutzt wird.
Vom Kriegsschauplätze.
Tokio, 13. Mai. (Reuter.) Ueber den Verlust des japanischen Torpedobootes 48 wird weiter gemeldet : Das Torpedobvot wurde zerstört im Laufe einer Reihe von Bombardements und Bewegungen, um die Zerstör ungvonMinenund anderenHindernissen in d er T a l i e n w a n b a y, der Kerrbucht und der Deepbay zu ü b e r w a ch e n. Die Bewegungen wurden vorgenommen von dem dritten Geschwader unter dem Befehl des Admirals Katooka. Das Geschwader traf in der Kerrbucht gestern am frühen Morgen ein. Die Panzerschiffe „Jtsu- tüjima", „Nishin" und „Misako" wurden von dem Ge
schwader abgetrennt mit dem Befehle, die Landbatterien zu beschießen, während die Torpedobootflottille die Reede überwachte und Minen suchte. Gin zweites Torpedobootgeschwader, welches noch Port Arthur zu beobachten hatte, schloß sich an. Das Geschwader begann ebenfalls die Reede zu überwachen. Der „Misako" fand eine Kompagnie Infanterie und eine Abteilung Kavallerie und ver- ttieb sie durch sein Feuer. Nachdem die Ueberwachung der Reede um 3 Uhr nachmittags beendet war, zerstörten die beiden Torpedoboote, denen der Ueberwachungsdienst oblag, die Minen an der Westküste der Kerrbucht und entdeckten dabei eine Telegraphenlinie längs der Küste der Halbinsel Takuschan. Leutnant Hota und vier Mattosen gingen an Land, erklommen unter dem Schutze der Kanonen der japanischen Schiffe einen Hügel und zerstörten die Telegraphenleitung. Drei russische Abteilungen, davon zwei große und eine kleine, kamen in Sicht. Das Geschwader näherte sich der Küste. Es beschoß dieselben. Der „Misako" fand auf einer Rekognoszierung in der Deepbay einen russischen Posten nordwestlich am Vorgebirge Robinson. Man schätzte die Stärke der Russen auf zehn Kompagnien. Dieselben zogen sich hinter das Gebirge zurück. Die Torpedoboote 48 und 49 entdeckten eine große Mine in der Kerrbucht. 9Nehrere Versuche, sie zum Explodieren zu bringen, mißlangen. Plötzlich erfolgte eine Explosion, durch welche das Torpedoboot 48 in zwei Stücke gerissen wurde. Das Schiff sank in sieben Minuten. Die Boote der Geschwader eilten zur Hilfe herbei und retteten die Verwundeten. Drei andere Minen, die man entdeckte, wurden unschädlich gemacht. Das Geschwader beendete den Ueberwachungsdienst und kehrte um 6 Uhr abends zur Flottenbasis zurück.
Schanhaikwan, 13. Mai. Ein aus Niutschwang hier eingetroffener Privatbrief von gestern meldet, eine japanische Division stehe 20 Meilen südlich von der Stadt. Die Russen sagen, das gestern gehörte Geschützfeuer rühre von der Artillerie bei Taschitschao her.
Niutschwang, 13. Mai. (Reuter.) Räuberbanden plündern die Umgegend der Stadt. Mehrere reiche hiesige Eingeborene wurden fortgeschleppt, um ein Lösegeld zu erpressen. Man vermutet, daß Pawlow, der Vertreter des Statthalters Alexejew in Peking, bemüht ist, China zu überreden, die Verwaltung der hiesigen Gegend auf sich zu nehmen. Japanische Kundschafter wurden gestern abend sieben Meilen südwestlich von Kaitschou gesehen. Gin Teil der japanischen Armee rückt in nordwestlicher Richtung aufSueiran vor. Die Anzahl ist noch unbekannt, muß aber bedeutend sein. W sind nur zwei Regimenter in jener Gegend, da der Rest der Truppen, die sich früher dort befanden, auf Mukden zu vorrückt. Man vermutet, daß die Russen ihre Armee von Mukden nach Charbin marschieren lassen werden. Port Arthur ist vollständig abgeschlossen, sowohl von der Eisenbahn wie vom Telegraphen. Die Behörden erklären jedoch, daß sie tägliche Drahtverbindung und eine dreimal wöchentliche durch Kuriere haben. Die Russen verbrannten auf ihrem Rückzüge die Bahnhöfe und alle Lebensmittel, welche sie nicht fortschaffen konnten; sie haben zahlreiche Chinesenhäuser zerstört. Die Chinesen fürchten, wenn die Russen die Gegend gänzlich räumen, würden alle vorhandenen Gebäulichkeiten zerstört werden. Die in Mutschwang in Chinesenhäusern befindlichen Warenvorräte sind die bedeutendsten in der Mandschurei. Ihr Wert witt> auf 50 Millionen Dollars geschätzt.
Deutsches Keich.
Berlin, 13. Mai. Ueber den Aufenthalt des Kaiser- vaares in Straßburg wird heute gemeldet: Die Kaiserin besuchte im Laufe des Vormittags das Säuglingsheim und die Peterskirche, ferner die höhere Töchterschule und dann den Münster. Hier wurde die Kaiserin von dem Bischof Dr. Fritzen und dem Weihbischof Dr. Zorn von Bulach empfangen.
Nach der Tafel empfing der Kaiser den aus Südwest- afrika zurückgekebrten Obersten Dürr und den Vorstand des Metzer Dombauvereins. Später arbeitete der Kaiser allein und unternahm dann mit der Kaiserin und der Prinzessin eine längere Spazierfahrt durch die Orangerie, Rheinwall und Rupprechtsau nach dem Palais. Zum Abendessen war Staatssekretär v. Köller geladen.
— Der Pariser „Matin" schreibt: Als der Kaiser bei seiner Ankunft durch die Stadt fuhr, hatten alle ihrer Erinnerung treuen Altelsässer der Ueberlieferung gemäß ihre Fensterläden geschlossen, keine Fahne angesteckt, ihre ganze Familie zu Hause behalten, den Köchinnen nur eine halbe Stunde Ausgang für den Einkauf gestattet!"
— Bischof Benzler von Metz zeigte dem Kaiser schriftlich an, daß er das Interdikt über den Kirchhof in Fa- meck zurückgezogen habe.
— Polizeidirektor Baumbach in Metz wurde zum Polizeipräsidenten ernannt. Ferner erhob der Kaiser Baumbach unter dem Namen Baumbach von Kainburg in den erblichen Adelstand.
— Wie die „Börs. Ztg." erfährt, soll Prinz Adalbert, der sich bekanntlich nach Peking begeben hat, der Ueber- bringer eines Handschreibens des Kaisers an den Kaiser von China sein. Von Peking aus soll der Prinz ebenfalls mit besonderem Auftrage einen Besuch am japa- ni sch en Hofe absiatten.
Ksrche und schule.
— Die Höhere Handelsschule Calw, deren letzter Jahresbericht uns vorliegt, wird zurzeit auch aus unserer Gegend viel besucht. Die Anstatt umfaßt eine vollständige sechsklassige Realschule mit methodisch geordnetem Lcbrvlan. Sie ist zusammengesetzt aus 3 Realvorklassen, 2 Handelsklassen und dem Ein- lährigen-Kurs: die 5 ersten Klassen sind Jahreskurse, der Einjäbrigen-Kurs wird in der Regel in 6 Monaten absolviert, d. h. die Schüler machen nach sechsmonatlichem Besuch desselben das Examen. Der Lehrstoff dieser 6 Klassen deckt sich mit dem einer 6- bczw. 7Königen Realschule. Unabhängig von diesen
bestehen Separat-Hcmdelskurse und der Ausländerkurs. Der ausführliche Prospekt kann auf der Redaktion des „Gieß. Anz." eingesehen werden.
Ausland.
Kopenhagen, 13. Mai. Ritzaus Bureau erfährt auK Helsingfors: Der russische Minister des Innern in seiner Eigenschaft als Kanzler der dortigen Universität relegierte 80 bis 90 Studenten auf ein halbes Jahr, weil sie un Jahre 1903 ihrer Gestellungspflicht für die Ausl- hebung zum Militärdienst nicht nachgekommen waren.
Paris, 13. Mai. Aus Bernay wird gemeldet, der neu gewählte Gemeinderatsvorstand Dolivet erhielt anscheinend von seinen Gegnern ein Paket zugesandt,, das eine B ombe enthielt, diese explodierte glücklicherweise nicht, sodaß eine entsetzliche Katastrophe vermieden wurde. Eine strenge Untersuchung ist eingeleitet.
— Heutss fand ein Ministerrat statt. Deleassä teilte mit, daß Rußland seine Zustimmung zu dem franco-eng* lischen Vertrage bett. Aegypten und Marokko gegeben habe. Rußland sei mithin die erste Macht, welche Frankreich in dieser Angelegenheit unterstütze. Es ist dies ein neuer Freundschaftsbeweis der russischen Regierung. Ter Ministerrat beauftragte Delcasse, der russischen Regierung den Dank Frankreichs zu übermitteln.
— Aus Rom wird gemeldet: Botschafter Nisard überreichte Staatssekretär Merry de Val die Note, worin die französische Regierung den p ä p st l i ch e n P r o t e st gegen die Reise Lou- bets für nichtig und nicht erfolgt erklärt. Die @nt- gegennahme dieser Note habe zu keinerleiZwischenfällen Anlaß gegeben, die Angelegenheit sei damit wohl vorläufig erledigt.
Sofia, 13. Mai. .In Regierungskreisen werden die auS Konstantinopel gemeldeten Dhnamitattentate als das Werk des fogennnnten türkischen patriotischen Komitees bezeichnet, um auf diese Weise den in Mazedonien lebenden Bulgaren Unannehm- lichkciten zu bereiten.
Aus Stadt und Sand.
Gießen, 14. Mai.
LU. Von der Universität. Die Zahl der bis hertte neu eingeschriebenen Studierenden beträgt 264, darunter 24 Theologen, 49 Juristen, 42 Mediziner, 25 Veterinärmediziner, 124 Angehörige der philosophischen Fakultät.
* • Im Universitätsgebäude fand man heute mittag den stvä. weä. P. H. als Leiche vor. Offenbar ist er einer inneren Erkrankung plötzlich erlegen.
• • Zur Schutztruppe in Südwestafrika. S. M. der Kaiser hat die Einstellung des Assistenzarztes Dr. Schaaf vom hiesigen Infanterie-Regiment in die Schutztruppe für Südwestafrika befohlen.
” Der Jahres bericht des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege für daS Vereinsjahr 1903 liegt der Stadtauflage der heuttgen Nummer bei.
• * Die Henkelsche Schwälmer Kapelle, die gestern abend im Neuen Saalbau ein Konzert in der schmucken Schwälmer Volkstracht gab, hat zwar viel Anklang gefunden, allein der Besuch war verhältnismäßig schwach. Die Kapelle verfügt über recht gute Kräfte, und das Programm gestern abend war auch recht gut gewählt.
• • Führer durch Vogelsberg, Wetterau, Rhön. (Unter Mitwirkung des Vogelsberger Höhenklubs herausgegeben von Professor Dr. A. Roeschen in Gießen. Mit üb« 100 Illustrationen, 4 Plänen und 3 Karten. 4. gänzl. um- gearb. Auflage. Preis in Leinenband Mk. 2.—) Der in jeder Beziehung geschmackvoll ausgestattete, soeben in neuer Auflage erschienene Führer soll den Touristen und Reisenden den Vogelsberg, die Wetterau und die romantische Rhön mehr auffchließen nnd Propaganda für dieselben machen. Auf Grund jahrelanger Studien schildert der Verfaffer, der die beschriebene Gegend in landschaftlicher und geschichtlicher Beziehung genau kennt, in eingehender Weise diese Gegenden, in denen viel mehr Naturschönheiten und wettvolle Baudenkmäler vereinigt sind, als die meisten vermuten. Kurz und prägnant, dabei doch allgemeinverständlich, werden die einzelnen Touren beschrieben, alles irgendwie Jntereffante wird besonders hervorgehoben; wettvoll find die auf gründlichen Studien und jahrelangen Forschungen beruhenden geschichtlichen Mitteilungen und die ausgezeichneten Spezial- katten. Wir kommen im Einzelnen noch auf dieses hübsche Büchelchen zurück.
1. Friedberg, 14. Mai. (Eigener Drahtbericht.) DaS etwa 5 jährige Kind des Arbeiters Beier wurde von einem Radfahrer überfahren und so schwer verletzt, daß man an seinem Aufkommen zweifelt.
sd. Darmsta dt, 14. Mai. (Drahtbericht.) Bei der heute begonnenen ersten Ziehung der Staatslotterie, die im neuerbauten Ziehungssaale an der Bismarckstraße stattfand, wurden folgende Gewinne gezogen: Ein Hauptgewinn von 25 000 Mk. auf 9lr. 46648 (nach Mainz), ferner 5000 Mk. auf Nr. 35982, 2000 Mk. auf Nr. 82538, 1000 Mk. auf Nr. 28651, 48983, 79267, 400 Mk. auf Nr. 20674, 40622 und 76025. (Ohne Gewähr.)
Darmstadt, 13. Mai. Dem Geheimen Oberschulrat Greim wurden, schreibt die „D. Ztg.", zu seinem gestrigen 8 0. Geburtstage sehr zahlreiche briefliche und telegraphische Gratulationen, Blumenspenden und andere Beweise der Verehrung und Hochachtung zu teil. Unter den Gratulanten befanden sich Justizminister Dr. Dittmar, die Schulabteilung des Großh. Ministeriums des Innern, die Leitungen der Schullehrer-Seminare, der Landeslehrerverein, der eine künstlerisch ausgefühtte Adresse überreichte, und viele hiesige und


