Ausgabe 
13.9.1904 Zweites Blatt
 
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weiten Kreisen der Bürgerschaft tönrnrt die Meinung zum Ausdruck, daß es mit der Stellung von Stadtverordneten nicht vereinbarlich sei, gegen die Stadt Prozesse zu führen. Diese Meinung findet in einem Teil der hiesigen Lokalpresse lebhafte Vertretung und wird verlangt, daß bie beiden Anwälle unbedingt ihr Amt als Stadtverordnete nieder­

legen.

Marburg, 10. Sept. Am Dienstag wollte sich ein junger Landwirt namens Hahn in dem nahen Dorfe Cappel einen Distelstachel mit einer Stecknadel aus dem Finger eni- eruen. Die kleine Operation gelang zwar, am anderen Tage chwoll jedoch plötzlich der Arm und der zu Rate gezogene Arzt erklärte, daß man sich aufs Schlimmste gefaßt machen müsse. Der junge Mann ist nun gestern tatsächlich nach qualvollen Leiden an Blutvergiftung gestorben.

Frankfurt a. M, 12. Sept. In der vergangenen Nacht wurde in -der Nähe des Oberforsthauses der Tag­löhner Hermann Großmann von dem Arbeiter August Ehr­hardt d uw ch Messerstiche tätlich verletzt. Der Ver­wundete starb noch^ in der Nacht. Der Hergang war nach der Kl. Pr." folgender: In einer Wirtschaft in Niederrad trafen gestern der Mechrniker Wilhelm Ehrhardt, Schwarzstein- kautweg 2, und sein Bruder August Ehrhardt den Taglöhner Hermann Großmann, der Waldstraße 32 wohnt. Großmann hatte mit den beiden vor längerer Zell einen heftigen, Wortwechsel gehabt und ihnen Rache geschworen. Er ver­ließ in der Nacht die Wirtschaft und legte sich in der Nähe des Forsthauses auf die Lauer. Als die beiden Bruder Ehrhardt vorbeikamen, stellte er sie zur Rede. Er zog das' Messer und brachte dem Mechaniker Wilhelm Ehrhardt zwei tiefe Stiche in das Bein bei, Mll einer Selterswasser­slasche schlug er dann den Verletzten zu Boden. In der Not sprang der August Ehrhardt seinem Bruder zu Hllfe und versetzte dem Großmann mehrere heftige Stiche in den Rücken und die Brust Darauf brach Großmann zu­sammen. Er verlor das Bewußtsein und wurde rns Kranken- haus gebracht Hier starb er nach kurzer Zeit an den er­haltenen Verletzungen. August, Ehrhardt wurde verhaftet.

ringen wesentlich, erleichtern würde.

m. Lollar, 12. Sept. Gestern nachmittag fand die s-eierliche Einweihung der neu erbauten Kleinkinder- i chule hier statt. Der stattliche Bau liegt günstig ziemlich :in Mittelpunkt des lang ausgedehnten Ortes. Einrichtung und Ausführung des Baues ist schön und praktisch. Im unteren Stock befindet sich der große, hohe Saal, der, wie sas ganze Haus mit Luftheizung versehen ist Im oberen Stock sind die freundlichen Wohnraume, 6 Zimmer, für die Schwestern der Kleinkinderschule und für die hoffentlich bald hinzukommende Krankenschwester. Der Bau wurde m kurzer Zeit und für die verhältnismäßig geringe Summe von 12 000 Mk. einschließlich des Bauplatzes von den Bauunter- mehmern Nuhn und Deibel ausgeführt. Ein sehr großes Verdienst um die Errichtung der Anstalt erwarb sich General- Lirektor Steinecke, der seitens der Eisenwerke Lollar die Bau­materialien billiger abgeben ließ und auch durch das Ver- prechen zukünftiger pekuniärer Unterstützung fettens der Effen- nverke dem Unternehmen die notwendige finanzielle Grund­lage gab. Aber auch zwei Kaffen des Ortes, sowie der Bezirks­spackaffe Gießen und vielen privaten Wohltätern ist der VereinKmdersreund" zu großem Dank verpflichtet. Die Einweihungsfeier vollzog sich im großen Hof der Anstalt. Der Vorsitzende des Vereins, Pfarrer Gußmann, hielt die Weiherede, anknüpfend an ein Schristwort, und Pfarrer Deggau vom Diakoniffenhaus Elisabethenstist Darmstadt stellte m längerer Ansprache die Schwester vor. Choralgesang der ersten Schulklasse begann und schloß die Feier. Besonders geehrt und erfreut wurde der Verein durch das Erscheinen iües Regierungsrates Dr. Wagner aus Gießen und des Dekan Strack, die bet der Nachfeier int Saalezur Linde" Veran­lassung nahmen, Anerkennung und Dank allen auszusprechen, ibie an dem Werke mitgeholfen hatten. Sehr schön vor­getragene dreistimmige Lieder der ersten Schulkkasse unter Leitung von Lehrer Daab und noch eine Reihe von An- prachen füllten die Pausen. Möge nun nach erfolgter Einweihung und Eröffnung der Anstalt, zu welcher bereits 78 Kinder angemeldet wurden, ein reicher Segen von dieser Anstalt ausgehen für die Gemeinde, möge sie werden und ldleiben, was in der Weiherede betont wurde, eine uneigen­nützige und treue Gehilfin des Elternhauses.

anderer Beamter schwer verletzt.

* Automobil-Unfälle. Am Sonntag stieß ein mit vier Personen, zwei Herren und zwei Damen, besetztes Auto­mobil auf der Sttecke Treben-Altenburg, wahrschein­lich infolge des Versagens der Bremsvorrichtung, gegen einen Prellstein. Alle vier Personen wurden herausgeschleudert; eine Dame flog gegen einen Baum und war sofort tot; die beiden Herren trugen Schädelbrüche, bezw. Gehirnerschütterungen davon; der eine erlitt außerdem noch einen Armbruch; die andere Dame kam unverletzt davon. Der Besitzer des Auto-» mobils heißt Arnold, sein Begleiter Buche. Beide liegen im Krankenhause zu Altenburg hoffnungslos darnieder. Die unverletzt gebliebene Dame bestieg ein etwas später die Unfallstelle passierendes Automobil und fuhr damit weiter. Die Schauspielerin Madame Melba vom Theater fran^aise in Paris üb erfuhr gestern mit ihrem Auto- mobil eine 83jährige Rentnerin, die einige Minuten später an den Verletzimgen verstarb.

* Feuer. Das Dorf Avena in Vel Camorica (Ober» falten) wurde durch eine Feuersbrunst zerstört.

* Er kam nicht nach N. . In der WienerAbend- vost" lesen wir: Wer in dieser Zett ans Karlsbad, Franzcnsbad, Baden, Nauheim, und wie all die Bäder heißen, zurück- kchrt, muß sich's gefallen lassen, von aller Welt befragt zu werben:Nun, wie ist es Ihnen bekommen, hat es genützt, fühlen Sie sich! wohler?" Dann antworten die also Gefragten zumeist bejalMd, freilich nicht immer in Hellem, überzeugungs- fieudigeu Ton, beim was man den wohlmeinenden Freunden ge­genüber für ein satt accompli ausgibt, ist am Ende doch häufte nur eine Zuversicht und bann: mau will nicht wochenlang Brunnen g-etr unten und in irgend einer warnten Heilquelle ge- . habet haben und nun nicht einmal von einem Heilerfolge flnecli-en können, lieber betrügt man sich selber. Die teilualMsvolle Frage kommt eben verfrüht, sie kamt nur in einzelnen Fällen heute schon ehrlich beaidwertet werden.Karlsbad ist ein Weihnachts­geschenk", pflegte .Heinrich Laube zu sagen. Zweifellos uuge- heilt kommen die Hypochonder zurück, die einge­bildeten Kranken, derenWahn nun einmal kernen

-o- Büdingen, 11. Sept. Eine Deputation hiesiger Masmacher und Arbeiter der Braunkohlenzech, Hedwig hat jüch vor einigen Tagen an das Großh. Ministerium des Innern begeben und um dessen Vermittelung und Hilfe zzur Verhinderung der Betriebseinstellung der lstesigen Glasfabrik gebeten. Die Fabrik hatte vor einiger Zett ihren Arbeitern eröffnet, daß die Einstellung ttes Betriebes in Kürze erfolgen werde. Als Hauptgrund Mb sie die unverhältnismäßig hohen öffentlichen Abgaben, besonders den hohen Bettrag zu Iben Kosten der Kreis- i caßenurtterhaltung, au. Nach längeren Verhandlung etr mit tiein Kreisausschuß erklärte sich dieser, um die Arbeiter i.ridjt brotlos werden zu lassen, dazu bereit, den Beitrag 1 m ca. die Hälfte herpbzusetzen, knüpfte jedoch hieran die . -eoinguug, daß der F-abrikbetrieb noch mindestens^ zwei ^,ahre sortbeftehe. Auf diese Bedingung will die Fabrik i doch nicht ein gehen. Zurzeit sind über 200 Arbeiter in 3er Glassabrik und auf per Zeche besch«ästigti

Handel und Wetkehr. Wolkswirrschast.

Paris, 12. Sept. Tie Börse eröffnete seit auf bas Ge- rückst von Vermittelungen zwischen Rußland und Japan. Tie Tendenz mürbe aber später unregelmäßig. In Staatsfonds fanden Realifativnei: statt, n-nbrenb jur die übrrgeir Werte die Tendenz gut blieb. v^n den letzten^ ^otienltunden er­holte sich der offizielle Markt allgemein, ^chintz U'it Gold- minenwerte 1 lMgen (wer Mter -urüo

Mojscn Ichwerstlllig.

Landwirtschaft.

Wie der hessische Landwirtschaftsrat in einer Bekannt» machung in der letzten Nummer der Hess. land. Zeitschrift zur Kenntniß bringt, hat der Vorstand der Deutschen Gersten- und Ho pf en ausstellung in Berlin die Forderung, daß die Probe das Durchschntttsmuster einer lieferbaren Menge von 200 Zerttner bilden müsse, auf das dringende Ersuchen oben genannter Körperschaft dahin abgeandert, daß wenigstens für Braugersten­preisbewerb (für Saatgerstenpreisbewerb konnte eine Aenderung bis jetzt nicht erreicht werden) eine lieferbare Aienge von mindestens» 20 Zentner genügt. Durch diese, die Beschickung aus unferem Lande sehr erleichternde Abänderung hat sich der Hessische Land- wirtschaftsrat veranlaßt gesehen, in Erwarttmg>erusprechenb größerer Beteiligung, den Amneldeschluß bis zum 15. September zu ver­längern, bis zu welchem ^emtin Aiuneldungen zur Beschickung der'Deutschen Gersten- und Hopfenausstellung in Berlin vom 8. bis 16. Oktober 1904 bei dem Hessischen Landwirtschastsrat, Darm­stadt, Bismarksstraße 78 erfolgen können.

Paris, 12. Sept. . DasBulletin des Halles" veröffent­licht eine Schätzung der Getreideernte Frankreichs und derganzen Welt für 1904. Für.Frankreich schält daH Blatt die diesjährige Ernte auf 106 638 700 Hektoliter gegen» 128836 915 Hektoliter in 1903 vorläufige, amtliche Zahlen bas bedeutet gegen das Vorjahr in runden Zahlen einen Minder- ertrag von 22 Millionen und eine Abirahme von 10 790 000 Hektoliter gegen den Durchschntttsertrag der letzten fünf Jahre, der 117 424 082 Hektoliter betrug. Das gemmnte Blatt bemertt dazu, daß in diesem Jahre die Oualttät der Entte den quantüa* * tiven Ausf<fll einigermaßen ausgleiche: außerdem müße man den, großen Ertrag an Getreide des vorigen Erntejahres besonders in Betracht zil)en, Wodurch die Menge des eventuell einzufühlen­den Getreides bedeutend verringert werben würde. Tie Getreide­ernte der Welt schätzt das Blatt auf 992 500 000 Hektoliter gegen» 107800000 Hektoitter im Vorjahre; das bedeutet einen Minder - ertrag von 86 200 000 Hektoliter. DasBulletin beb Halles" glaubt, daß sich der Export auf 162 400 000 Hektoliter werbe belaufen können: da der Import 181 800 000 Hektoliter erheisci>e, so ergebe sich eine Differenz von 19 400 000 Hektoliter, die ent weder durch Verringerung des allgemeinen Konsums oder burdy den lieberschluß der Ernte in Argentinien und Australien gedeckt werden müsse, Wo die Ernte erst am Anfang des kommenden Jahres eingebracht werbe.

Arvetteröeweguug.

Marseiile, 12. Sept. Heute morgen nahmen die Dock- arbeit er die Arbeit in erheblichem Umfange fieber auf- Das Syndikat der Hcmdelsmarine teilte dem Präftkten die Bedingung;en mtt, die die Reeder für die Wiederaufnahme dev 'Atzbett bewilligen. Auch wenn die Arbeiter diefelben mmchmei» und der Ministerpräsident für ihre Innehaltung garantieren mill>, defchtosfin die eingeschriebenen Seeleute nur dann wieder an Bord» zu gehen, wenn alle Gesellschaften einen gleichen Kontratt mit ihnen schließen wie die Compagnie Tansattantique. Die auf der Fahrt begriffenen Matrosen werden den feiernden Kameraden einen Teil ihres Lohnes zur Verfügung stellen. Ferner wttd das internationale Syndikat zum selben Zwecke ein Drittel des Verdienstes der Dvckprbetter zurückbehatten.

Budapest, 12. .Sept. Ln der .heutigen Einigungs- v-erhandlnng UoiZchen den ausständigen Maurern und den Baumerstenrn wurde eine Einignwg nicht e-r- zielt. Die Baumeister verlangten gegenüber der Forderung eines Mindestlohnes die gleichzeitige Festsetzung einer Miudest- arbeitsleiltung, ferner die Zusicherung, daß die Einhaltung der Vereinbarung nötigenfalls erzwungen werde. Die Forderungen der Arbeiter waren ferner die Anerkennung des Vertraueus- männersystems, Aufhebung der schwarzen Listen und Einsetzung eines ständigen Ausschuffes ans Arbeitgebern und Arbeitnehmern zur Abstellung von Beschwerden.

schon Geländes an der Roonsttaße an Johannes Schäfer IL (§hL dahier. 20. .Desgleichen an August Sckieppelmann Ehel. : dahier. 21. Desgleichen an Karl Weller Ehel. dahier 22. Verkauf l»on Gelände für Zwecke der Landesuniverittat. 23. Gelande- erweub an der Roonsttaße von K. Keck Erben; hier: Verzinsung des Kauf gelbes. 24. Heizungsanlage für den Neubau der höheren und erweiterten dNädä)enschule. 25. Erbauung einer Lerchenhalle für die Israeliten; hier: Vergebung von Arbeiten und Liefer­ungen. . 26. Herstellungerr im Physiksaal der Stadtkirabenlchule. 27. Beschaffung eines Garth'schen Sammelgefäßes fürs Schlacht­haus. 28. Beschaffung . einer Schreibmaschine. 29. Beschaffung eines Steinbrechers. 30. Anschaffung einer Feuerwehr-Drehleiter. 31. Genehmigung von Rechnungen. 32. Verpachtung der städti­schen Sandgrube bei der Hochwart. 33. Verpachtung einer Wrese am Elekttizitätsw^erk an Georg Simon. 34. Erlaß einer Des- iufektionsordnung für den Kreis Gießen. 35' Die Errulstung einer Sammetwalsenmeistereü 36. Festsetzung der ortsüblicheir Tagelöhne und der Durchschnittswerte der Naturalbezüge. 37. /teftieUuicg .des durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienstes der Laub» uite fortwirtschafttiäsen Arbeiter. 38. Gesuch des Heinrich Berndt deiner um Erlaubnis zum Wirtichaftsbetrieb im Hanse Bahnhoffttaße 77. 39. Desgl. des Gustav Ballmann dahier für Lindenplatz L 40. Desgl. des Karl Schmalz dahier für Brand­platz 12. 41. Desgl. des Karl Peppler dalfier für Marb-urger- sttaße 29. .42. Desgl. .des Joh. Gerlicher dahier für Hammstt. 7. 43. Desgl. des Josef Rieger dahier für Bahnhoßttaße 43. 44. Desgl. des Eugen Äsprion dahier für Wolkengaffe 1. ,

** E in e Eisenbahn durch das Rhön gebiet. Das nun schon fett 32 Jahren bestehende Projekt einer Buhn Verbindung zwischen Fulda und Mein inge n ist mtn seiner Verwirklichung näher gerückt, Nachdem der Eisen­bahnminister die Kgl. Eisenbahndirekttonen zu Erfurt und Frankfurt a. M., in deren Bereiche diese Bahnrstecke zu liegen kommen würde, mit Erhebungen über deren Ausführbar­keit und Vorlegung von Kostenanschlägen beauftragt hat. Die Notwendigkett dieser Bahnverbindung, welche in einer Lange von 105 Kilometern das gesamte Rhöngebiet von Westen nach Osten durchschneiden würde, als Fortsetzung Der Linien Köln -Mi eßen -4F ulda und Koblenz- G.ieß en-Fulda, wurde schon im Jähre 1872 von den Regierungen von Sachseii-Wermar und Sachfen-Meiningen Dadurchanerkamtt, daß sie einem damals bestehenden Eisen- tiahn-Konsortimn für ihre Ausführung eine Beihttfe von 1.502 700 Mt. zusagten. Auch die hessische Regierung und Die Mtten-Gesellschast ^Werra-Eisendahn" versprachen eine ilntershützung von 1497000 Mk. Die Ausführung schetterte ledoch infolge der großen wirtschaMchien Krisis, welche Damals über Deutschland hereinbrach und längere Zett an- chelt. Seitdem werden für wichtigere Verkehrslinien Kon­zessionen an Privatgesellschaften nicht mehr erteilt. Die neue Bahnlinie, welche von Fulda über Pttgerzell, Dipperz, Poppenhausen, Sieblos, Abtsroda, Reulbach, Wüstensachsen, Jrankenheim, Gerthausen und HElmershausen durch den Herpfgruud nach Meiningen führt, würde- bei der Aus­führung nur geringe Schwierigkeiten bieten, da größere Mnstbauten vermieden werden können. Auch würde sie in ihrem Verlauf die Sackbahnen und Mellrichstadb-Fladungen, Dorndorf-Kattetrnordheim und Tann-Hilders aufnehmen können, wozu diese nur um je 45 Kilometer verlängert kn werden brauchten. Dadurch würde ohne erheblichen Kostenaufwand ein vollständiges Verkehrsnetz geschaffen ioerden, welches nicht bloß für die Rentabilität der ange- s chlofsenen Nebenlinien, sondern arnfji für die wirtschaftlich^. Sntwickelung der ganzen davon berührten Gegend von größ- t er Bedeutung sein würde. Die neue Wahn würde auch von) großer strategischer Bedeutung sein, da sie die Verbindung

'jziebeia findet. Ausnahmsweise ist das Gegenteil der T-cM. Das lehrt das Erlebnis eines Mannes, dessen Steckenpferd sein schwaches Herz ist. .Erst nach mehrmaligem Wechsel ist es ,ihm geglückt, einen Hausarzt zu finden, der sich von dem organischen Fehlett^ überzeugen ließ und mit wissenschaftlichem Ernste darauf entging. .Bei ihm hat es^der Patient auch durchgesetzt,^ daß er nach einem von Herzleiderrden gern besuchten Kurort geschickt wurde. Und er reifte sorgenvoll, aber doch mtt einer gewißen Genugtuung im Gemüte dahin abi einen an den Brunnenarzt gerichteten Brief in der Tasche. Der Hausarzt kannte zum Glück den Mann persönlich, und so durfte er hoffen, in gute Hände zu kommen. Aber auf der langen Eisenbahnfahrt beschlichen ihn allerlei Gedanken, und die trüben gewannen sogar die Oberhand. Kurz vor dem Ziel unterlag er der Versuchung, er öffnete den gewiß die niederschmetternde Wahrheit enthallenden Brief und las folgendes:Hochverehrter Herr Kollege! Der lleberbringer dieses, mein Patient, wirb steh Ihrer Anleitung zur Kur in N. anvertrauen. Der Mann ist kerngesund, es geht ihm nur zu gut, besitzt in Wien drei Häuser; zeitweise etwas Herzklopfen, da er übermäßig Zigaretten raucht; wenn man ihm da abreden könnte, war's gut. Sonst fehtt ihm xtWä. Ich bin, ehrlich gestanden, froh, den Quälgeist für eine Weite los zu fein. Machen Sie nicht zu viel Geschichten mit ihm, er vertragt keine gute Behandlung, und Sie hätten keine ruhige dNinnte.mehr. Ganz ergebenst kollegialisch grüßend Dr. H." 2er Herzkranke brauchte einige Zett, um sich von der Ueberraschung zu erholen und mtt seinen gemischten Gefühlen ins Reine zu kommen. Schon knapp vor dem Reisezieh verließ erden Zug. .Der Kurort für Herzkranke hat ihn nicht zu sehen bekommen. Wenig erfreulich durfte sich für den Hausarzt das erste Wiedersehen mit diesem Patienten) gestalten aber kuriert ist der Mann.

Kunst ttoö Wissenschaft.

Berlin, 12. Sept. Heute fand die Eröffnungssitzung des 5. internationalen Derma l>o l o g e n - K o n g r e s.s e-tz 'tatt. Der Präsident des Kongresses, Professor Lesser-Berlin, be-? grüßte den Kongreß. Nach weiteren Ansprachen begann die erste' Sitzung, die sich mtt der Syphilis-Serum-Frage beschäftigte.

Lübeck, 12. .Sept. Der Landschaftsmaler Prof. .Rettich ist heute, 64 Jahre all, g.estorben.___________

Ksnelpftm der vereinigte« Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Dienstag den 13. September *):Boccaccio/ Mittwoch den 14 September, abends 6 Uhr:Götterdämmerung." Donnerstag den 15. September:Maurer und Schlosser." Hierauf:Tanz­bilder." Frertag den 16. September:Der Freischütz." Samstag den 17. September: Zum ersten Male:Das Veüchenmädel." Sonntag den 18. September:Undine." Montag den 19. Sep­tember : ^Der Troubadour." Dienstag den 20. September:Das Veilchenmädel."

Schauspielhaus.

Dienstag den 13. September:Die berühmte Frau." Mttt- woch den 14. September:Miß Hobbs." Donnerstag den 15. Sep^ tember:Wilhelm Teil." Frettag den 16. September: Miß Hobbs." Samstag den 17. September: Zum ersten Male:Der einsame Weg." Somttag den 18. September, nachmittagsi halb 4 Uhr:All-Heidelberg." Abends 7 Uhr:Der eins am e Weg." Dtontag den 19. September:Die berühmte Frau."

*) Ansarrg, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.

Dcrmifd?t»*

* München, 12. Sept. Im Starnberger See m der Nahe des Schloßgartens bei Berg wurden gestern die Leichen einer 25jährigen Frau in Trauerkleidung, eines .vierjährigen Mädchens und eines anderthalbjährigen Knaben ausgesrinden. Bei den Toten, die vermutlich aus Augsburg stammen, wurde ein größerer Geldbetrag gefunden.

* Paris, 12. Sept. Wie das BlattLa Preffe" mite teilt, hat die Prinzessin Luise von Koburg das bisher von chr bewohnte Hotel feit drei Tagen verlassen und eine Wohnung in der Umgebung von Paris bezogen. Außer französischen Aerzteu wird auch der bekannte ttallenische Pro- feffor Lombroso die Prinzessin in Paris auf ihren Gesund­heitszustand untersuchem Wie hiesige Blatter aus Wien berichten, erklärt man m der Umgebung des Prinzen Philipp von Koburg, daß bisher kein Fannlienrat ftatigefunben habe. Wie es heißt, sei der Prinz gen-eigt, die Aufhebung der Kuratel zu beantragen und der Prinzessin Luise eine jährliche Apanage auszahlen zu lassen, wenn sie ihren Verkehr mit Mattachich aufgebe. Der Prinz soll üb­rigens die Absicht haben, feine sämtlichen Besitzungen in Koburg und Oesterreich zu verpachten und sich nach dem Auslande zu begeben. DerMatin" veröffentlicht heute ein Interview eines seiner Redakteure mit der Prinzessin, in der sie erklärte, sie habe keine besonderen Projekte. Ihre weiteren Cntjchlüsse würden von den Unterhandlungen mit dem Wiener Hose abhängen. Sie hoffe, sich mit ihrer Schwester Stephanie, der jetzigen Gräfin Lonyay, zu ver­söhnen und bald eine Unterredung mit dieser zu haben.

* Eisenbahn - Unfall. Am Montag entgleiste ein von Hrabowka nach Prag abgelaffenerGüterzug. Zwei Wagen stürzten um. Ein Zugführer wurde getötet, ein

r. MattnK, 11. Sept. Die zwischen der städtischen A Verwaltung hier und derSüddeutschen Eisenbayubeselte schäft" in Darmstadt wegen Mitbenutzung eines Schrenen- stranges innerhalb der hiesigen Stadt entstandenen Mein­ungsverschiedenheiten haben sich jetzt zu einem Prozeß entwickett, den die Eisenbahngesellschaf-t gegen die Stadt angestrengt hat und durch welchen die erstere gerichtlich feftgesteltt wissen will, daß der Stadt keinerlei Rechte an dem fraglichen Schienenstrange zustehen. Der erste Termin zu dem Prozesse ist bereite anberaumt. Der Prozeß erregt hier um deswillen einiges Aufsehen, wett die Prozeßbevollmächtigten derSüddeutschen Eisenbahngesellschastt" zwei Anwälte sind, die bent Stadtverordnetenkollegium angehören. In