Ptvytmtze -ftkich von ^ciitat ge-pi-At hätten: russi- f ch>e Infanterie befände sich Mit ArtiUerir längß Der Eisens bn zwi f ch e ri Fe n tai u n d M u kd e n. Ovama: fü^rt hinzu. Cxiß die Russen wohl nur Fühlung be- halv'n wollen.
London, 12. Sept- Auv Tokio wird depesdiicrt: Marschall Dhama hofft, eine weitere EntscheidungSschlacht zu liefern, ehe die Russen Chardin erreichen. Bedeutende Versttirkuntwn sind tnm Hrrvschima nach Riutschnxing unterwegs, von wo sie nach Liauiang gcfdüifi werden sollen. Kuroki lagert auf einem Plateau östlich von Mukden. die anderen inpanifdKit Armeen stehen südlich von Mukd^-n. ShirvWfin ist nach Inspektion der Besestiguugen von Tienling natb Mnkden zuruckgekelnt. Diese Arbeiten sind rwch nicht weit vorgeschritten wertxrn aber mit höchster Eile betrieb«. — Die Russen machen überlxmpt gtwltigc Anstrengungen. um den weiteren Vormarsch der Japaner zu behindern. Rach einem Gerücht, ba$ aus Sinminting hierher gemeldet wird, soll deswexren ein direkter Befehl des Zaren an Knio^ukin eryangen fern. Der Zar soll soyar perem torisch die Diedereroberun g von Liauiang geboten haben. Man erwartet nod> derselben Quelle eine Sclüadü bei Mukden. Am Freitay mürbe die ganze Rückzugs!inie der Russen südlich von Mukden von iapamfdtnL in bolyem Korn verlwrgenen Schistcen^ ang-rgriffcn. Russische, nach Tapingscban geschickte Truppen zogen sich mit schweren V e r l u st e n z n r ü cf. 'Biele vom Wege titxjefommcne Russen wurden von Tschuntsdulsen gefangen und zu Tode gefoltert. Unter den Eingeborenen, die von den Russen au sge pl ü n d e r t werden, herrsche Panik. Nnbesckrridlrcve Szenen spielen sich am Bahnhof von Mukden ab, wo Frauen undMänner miteinander kämpfen, um in die Züge zu gelangen, die aber alle für die Verwunderen gebraucht werden. Die von der Front Eintreffenden erzählen. das; die ^Japaner mit Trinmpdgosüngen vormarschieren.
Tokio, 12. Sept. Die Russen haben bei ihrem Rückzuqe ihre sämtlichen Gescküpe gerettet, dagegen haben sie «rotze Mengen Munition in die Luft gesprengt. Zahlreiche Munitionsla''ren wurden in den ösiäben gefunden. Die Avantgarde nimmt eine Stellung ein, welche sich von Hsilibo nach Efastmtsu erstreckt. .Die Russen zerstörten eine Brücke über den Shr- Fluß.
London, 12. Sept. Rach einer Tientfiner Standarb-De- oesibe rücken chinesische Truppen von diesseits und jenseits der großen Mauer in die Mandschurei, wo sie beide Ufer des Liao- Flusses besetzen. ES heitzt, datz diese Truppen zur Besepung des von den Japanern eroberten Territoriums venoendet werden sollen. Deutsche Offiziere seien entsandt, um die Richtigkeit dieser Tatsache sestznstrUett. .Da die chinesischen Truppen im Rücken deS Gebirges über Land marschieren, ist eS unmSgllck, deren Stärke festzu stellen.
Petersburg, 12. Sept. In Tnefigm Militärkreisen glaubt man nicht, datz die Japaner fick verleiten lassen werden. Kurovat- kin nach Cbarbin^ tu folgen, da Hierdurch die japanische Verbindungslinie auf a—600 Kilometer entfernt würde, was für die Russen ein großer Vorteil sein würbe.
London. 12. Sept. Sehr bedeutend ist die Wandlung, welche sich seit emrgen Tagen in den Berichten der englischen Presste über die Ereignisse ans dem Kriegsschauplätze vollzogen bat. T-ie_ letzten Meldungen der „Times" und des „Newcwrk Sverafi>'/ über die Schlacht bei Liauiang und deren Folgen zeigen eine bedeutend russenfretmdlichere Tendenz als früher. Es wird darin beiDürgeboben, datz die russischen Soldaten den japani- schen an Mut unb Ausdauer nichts nachgebm und datz Kuropatkin sehr baß) eine große Revanchesckstacht liefern werde.
Port Arthur.
Tokio, 12. Sept. Aus zuverlässiger Quelle wird berübtet, datz die japanischen Verluste vor Port Arthur mehr al« 9000 Tote nnd Verwundete betragen. Die zurück- ^stnrdten verwundeten Soldaten entroerfen grauenvolle Schreckens bilder von den Zuständen vor der Festung. Viele von ihnen haben das Augenlicht eingebützt, infolge des ungelöschten Kalkes, den die Runen in die Schüven- und Scbanz- gräben warfen. Da da« 53cnnbarbement unaufhörlich fortgele^t wird, so ist e« unmAglrch, die zahlreichen Toten zu be- erbigen. Jrckvlged-sien liegen die Toten überall bau- fenweise umher. In Japan macht sich eine regier* ungSleindliche Stimmung bemerkbar, weil die Behörden alle Rachri chten auS Port Arthur unterdrücken. — Täglich geben neue Truppensendungen auS Japan cch, namentlich aus der nördlichen Insel Jesso, vermutsich weil die dortige Bevölkerung am besten geeignet erf'beirrt, den Strapazen in dem bevorstehenden Dinterfeldzug zu trotzen
Köln^, 12. Sept. Der „Köln. Ztg." wird aus Petersburg L>l7m 12. September gemeldet: In einer in Port Arthur jüngst -entdeckten geheimen Niederlage, welche von den Chinesen vor dem chinesifch-iapanischen Kriege angelegt mrrbe. wurden *>0000 bi« 100000 Granaten, einige himdert alte Krupp* geschütze, die noch tauglich sind, grvtze Mengen von Pulver von guter Bestbasfenbeit. angeblich auch Gewehre und Patronen in großen Mengen gefunden
Japanische Spione.
Petersburg, 12. Sept.^ In der russischen Hauptstadt wnrden zwei japanische Offiziere mit Namen Saratvri und Mamcnn wegen Spionage verhaft-rt. Tiefe, ursprünglich als Händler tätig, erklärten bei Ausbruch des Krieges, den griechisch- orthickoren Elen den annehmen zu wollen, blieben aber, wie eine gWim vorgenommene Haussuchung feststellte, ihrem Stand als ^urineoniziere treu. Ta« zutage geförderte belastende Material scheint v* als Urheber verschiedener Anschläge gegen die baltische Motte bloßzusteNen.
Die baltische Flotte.
Kopenhagen, 12. Sept. Ter hiesige russische Ofcv fanbfe reiste nach Dorn Holm ab und wird von dort der m.'sisichen Ostseeflotte nrit versiegelter Ordre entgegenfahren.
San Sebastian, 12. Sevt Auf Englands Einspruch Deutete Spanien Rutzland, die baltische Flotte dürfl' nicht über -Isshntben in Coruna verweilen. Ein längerer Aufenthalt war beabsichtigt.
Vermittelung?
‘ ^Ept. Wie das Berner internetioitalel rieben^bureau ans guter Quelle erfahrt, werden gegen-1 a™ CC ^xhintte bei mehreren auswärtigen!
1 nr 1 t<n«^xn^L um tnm der Opportunität einer energi- nyen 2lrtwn behuss Vermittelung Mischen Rutzland und Japan zu überzeugen.
Sttflfnbrtt Mt-schnilebe».
Dir «onäeTtaW^rteit dr? (SemeBetä im fmtra Ostkn läfjt sich AN^ den Vertustzigern erkennen, obwohl diese einstweilen am Schätzungen beruhen. , sie, bieten auch so der Wahrnehmung geTtstgmrd Unterlage, datz mit dem Soldaten material auf javanifcher Seite weit rücksichtsloser umgegangen wirb als am russischer. Der Rückzug Kuropatkins von Lianjang auf Mulden, der unter verhältnismätzig geringen Verlusten der Rosien bewerkstelligt wurde, ist ebensosehr ein taktisches Meisterstück wie ein ehrenvolles Zeugnis für die Achtung Kurov-atkins vor dem Menschenleben. Es wird deshalb dereinst dem Eeneral nochgerühmt werde»^ datz er rfolge n'orT Effekte mit
ttnsi-nden van (aa*r?, nV- am-ad' in Rntzland das -Schicksal des einzelnen Menschen mt-f sand'rli^- hoch bewertet wird, namentlich wenn es sich um rafftr-f Verdächtigte handelt. — Die Taktik der japanischen führt das innerste Wesen der „gelben c-A^aXyc" vor <Negpn b,z* uwb^/enffidV* Preisgabe ungezählter Mens i m um bei” korck-au ntm si urckfühnma eines Planes willen wird Regj- ff
g r 7tergeben Da drän 1
’>> v -irn-i auf, datz der immrrhiu wahrscl/ Ikilil!)-
IvHtifdM* Gewinn Fnpins auS diesem Kriege erlangt sein luirb durch einen nnverl>altnismätzig grauen Verlust an VolkSkraft.
Dculschos Reich.
Berlin, 12. Sept. Der Kaiser verlieh silberne Tafelpreise als bestes Schietzen mit der Schiffsartillerie der aktiven Schlachtflotte dem Linienschiff „Kaiser Wlllwlm H." nnd dein P^rn^erkrenrer „Prinz Heinrich". Der Kommandant des „Wdttin", Seekapitän v. Müller lmirdc zum dienstttienden Flügeladjutanten ernannt.
*— Eine Kabinettsorde, tmtfert Bnmsbüttel, den 10. September an Bord der „Hohenzollern", verfügt: v. Köster, Adnural, wird von der Stellung als Chef des erste nOleschwaders entbunden' Fritze, Vizeadmiral, imrb von der Stellung als Chef der Ostsee- llation gestellt. Fisch el, Vizeadmiral, wird zum Chef des zweite« Est'schwaders ernannt. Cskcif v. Baudissin, Kontveadmiral, wird mit der Führung des ersten Geschwaders beauftragt.
— Der Legationsrat F ü r st v. L i ch n o w s kv, Vortragender Rat int Auswärtigen Amt nnd Mitglied des Herrenhauses, hat sich vor kurzem verheiratet und mit )einer Okittiit den Einzug auf seiner Besitzung Kuchelna in Oberschlesien feierlich abgehalten. Bei dieser Gelegenheit hat er an die ihn begrüßenden Knegervereinc mehrere Ansprachen politischen Inhalts gehalten. Zunächst hat er die Warnung ausgesprochen, der Agitation der Radik-llpolen in Obergchlesicn E^ehör zu schenken, tvobei er hinwies auf die Fortschritte, die gerade Oberschlesien unter der preu- tzischen 5?errschatt gcnnacht habe. In einer anderen poli- tifdfKii Ansprache warnte er die Mitglieder der Krieger- Vereine vor „unerfüllbaren und trügerischen Verheißungen" der Bündler. Er glaube, daß mit Hilfe der Fürsorge der Regierung auch hinsichtlich der Landwirtschaft einer befriedigenden Ent- w i ck e lun g entgegen gesehen »verdetr dürfe. „Hüten Sie sich", rief Fürst v. Lichnowsll) den „Kameraden" zu, „vor einseitigen Forderungen, die keine Regierung erfüllen kann und darf, und trachten Sie durch erhöhte Einspannung Ihrer Kräfte Ihren Platz an der Sonne zu behalten."
Hamburg, 12. Sept. Die „Hamb. Nachr." teilen mit, sie müßten zu ihrem größten 9kbauern heute bestätigen, daß FürstVismarckernstlich erkrankt ist und sein Zu staub zu Besorgnissen Anlaß gibt. — Nach der in Hamburg verbreiteten Ausiassung leidet Fürst Herbert Bismarck an Leberkrebs; sein Zu stand gilt als hoffnungslos.
Dresden, 12. Sept. Der Parteitag der Deutschen Reformpartct wählte Zimmermann zum P a r t e i v o r ft a n d wieder und beschloß, dafür zu sorgen, datz bei Ädschlus; der Handelsverträge Beftinmningen getroffen werden, das; Ausländer beim Geschäftsbetrieb in Teutfchtaud nicht besser geftellt werden als Deutsche im Ausland. Ferner sollen paritätische AriwitSkaunnern geschaffen und den Ausländern der Besuch deutscher Hochschulen erschwert tverben.
Straßburg, 12. Sept. Die 13. Hauptversammlung des Verbandes deutscher Gcwerbevercine, die heute hier zusammen trat, faßte nach längerer Erörterung folgenden Beschluß:
„Die am 12. und 13. September in Straßbrcrg anwesenden Vertreter des Verbanbes deutscher Gewerbevereine erheben entschieden Widerspruch gegen die auf Einführung des allgemeinen obligatorischen Befähigungsnachweises für das Handwerk gerichteten Bestrebungen. Sie erblicken in der fortgesetzten Behandlung dieser Frage eine Störung der friedlichen Entwickelnng der Organisation des Handwerks, wie sie in der Gewerbe ordnun gsn ovelle vom 26. Juli 1897 beabsichtigt wurde, und crnxrrten von der Reichsregierung, datz sie folck-en mteberbo(tcn Störungsversuchen keine Folge geben werde. Die Versammlung empfiehlt jedoch, daß die im § 129 der Gewerbeordnung au [geführtem Rechte nur denjenigen vorbel-alten werden sollen, die den Meistortttel führen, unb datz bei Vergebung von öffentlichen Arbeiten der geprüfte Meister vor denjenigen der ungeprüften den Vorrang haben sollen."
An der Beratung beteiligte sich n. a. ber Reichstagsabg. Dr. Becker-Offenbach.
Stuttgart, 12. Sept. Baden und Hessen haben ihre Vertreter zzrr Beratung berFlußbaupläneMann- heim-Heilbronn ebenfalls ernannt. Sie werden nrit den wurttembergischen Delegierten anfangs Oktober in Heilbronn zu einer Kanalkonferenz zusammenlreten.
Jafiresversammlunq des bayerischen Dauernvereins.
Tuntenhausen, 12. September.
Die alljährliche Versammlung deß Bauernvereins, welcher von dem Wallfahrtsort Tuntenhausen seinen Namen hat, gab auch diesmal Gelegenheit zu programmatischen Reden. Die Hanpirede hielt der Kammerpräsident Dr. v. Orterer. Er rühmte die Landtagsarbeit der ZentrnmSpartei. Der Landtag habe in alter Weise fest an den BundeSverträgen gehalten, treu zum Reiche. Herr v. Podenüls habe dafür zu sorgen, daß die Stellung Bayerns als zweiter Bnndesstaat nach allen Seiten hm aufrecht erhalten bleibe. Redner berührte die wirtschaftlichen Fragen und was für die Landwirtschaft geschehe. Was allenfalls die Kammer der ReichSräte in dieser Beziehung versäumt habe (Llblehnnng der nichtbäuerlichen Grundwertabgabe, der zufälligen Wertsteigerung re. re.) könne hoffentlich wieder eingeholt werden. Man könne nicht sagen, wie Graf Areo getan, daß daS Zentrum eine radikale Wirt- schastSpartei fei. Die Dnellfrage streifend meinte Redner, er stelle sich auf den Standpunkt des Fürsten Löwenstein, die Haltung des Kriegsministers von Asch sei befremdlich gewesen. Man komme darüber nicht hinweg. Vielleicht wären gewisse Freunde mit dem Abschied deS Herrn von Asch nicht unzufrieden gewesen, wenn Herr von Podewils mitgefallcn wäre. Der Redner kommt weiter ans die Wahlgesetz- Vorlage nnd ihr Schicksal zu sprechen. Man habe dafür sorgen müffen, datz daß Landvolk nicht von den Städten aufgeteilt werde. Die Liberalen und Bauernbündler müßten eß sich gefallen lassen, daß man sie für schuldig erkläre für den Fall des Wahlgesetzes. Sie würden die Folgen davon zu tragen haben in dem nächsten Wahlkampfe. Man müsse eine weitgehende Aenderung der bisherigen Wahlkreis- einteilnng verlangen. Die Mittel hierzu seien vorhanden.
jefboe Wahlkreißeinteilung, den abgelehnten Wahlgejetz- entrouq. Man jage, baß Zentrum wolle mit den Sozial
demokraten ein Kompromiß machen. Er wiffe zur Stunde gar nichts. Möglich sei, daß man auS lokalen Gründen, und iveil man die Tyrannei der Minorität brechen wolle, mit jenen gehe, welche man selbst scharf bekämpfe. Die Liberalen batten daß anch schon getan. Dem Zentrlim gegenüber sage man, daß daS Zentrum gefährlicher sei, als die Sozialdemokratie. Mit dieser Entrüstung sollten ihm die Liberalen vom Halse bleiben. Dabei seien die Liberalen in religiösen Fragen intoleranter alß die Sozialdemokraten. Man sehe doch die Schulfordernngen der Jungliberalen, die sich den Sozialdemokraten sehr näherten. Die jimgliberalen „Richtlinien" in der Schulsrage könne Herr v. Vollmar mit unterschreiben. Daß sie (die Nationalliberalen) bei einem Kompromiß mit den Sozialdemokraten sich später wieder trennen würden, galt auch für das Zentrum. Daß Zentnmi werde alle Kräfte auf» bieten müssen, um auch bei einem schlechten Ausfall der Wahl* kreiSeinteilung sich zu behaupten. Die Möglichkeit, ein neues Wahlgesetz so bald zu erlangen, ist nicht wahrscheinlich. Bei den neuen Wahlen wird aber mit allen Kräften darauf hin m-arbeitet, um die entsprechende Mehrheit zu schaffen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 13. September 1904.
** Tic Universität ist vor einem schweren ihr drohenden Verlust bewahrt geblieben, Professor Drude hat den unter glänzenden Bedingungen an ihn ergangenen Rus an die Universität BreSlau abgelehnt. Vor zwei Jahren hat Professor Drude eine Berufung an die Universität Leipzig als Nachfolger von Boltzmann, kurz zuvor eine solche an die Universität Tübingen abgelehnt. Man wird wohl nicht fehl gehen, wenn man annimmt, daß das vortrefflich eingerichtete neue physikalische Institut unserer Universität Professor Drude mit bestimmt hat, der Ludooiciana treu zu bleiben.
** Juristisches Staatsexamen. Die zweite diesjährige Hailptprüfung für daß Justiz- und Venvaltungsfach beginnt Montag, den 17. Oktober. Meldungen müffen spätestens bis zum 8. Oktober bei der Prüfungs-Kommiffion eingereicht sein. Die Zulassimgsgcsuche find durch Vermittlung der Landgerichtspräsidenten, je nach Angehörigkeit zu der betreffenden Provinz, an die Prüfungskommission zu richten. Die Zahl der Teilnehmer wird dieses mal wieder eine ausnahmsweise große sein, da im Frühjahr mehrere Kandidaten von dem Examen zurückgetreten waren.
• • Gefaßter Einbrecher. Gestern abend um 6Uhr wurde der von der Polizei schon längere Zeit wegen Diebstahls in wiederholtem Rückfall gesuchte obdachlose und arbeitsscheue Emil Zimm ermann aus Gießen in einem Hause in der Großen Muhlgaffe dahier von Schutzleuten feftgenommen, wobei er den heftigsten Widerstand leistete. ES ist dies dieselbe Person, welche sich vor einiger Zeit seiner Festnahme durch einen Sprung in die Lahn entzog.
• • Prügelei. In der Rächt von Sonntag auf Montag wurde ein Bewohner der KaplanSgaffe von zwei Radau- Brüdern geschlagen und am Kopfe erheblich verletzt. Anzeige" wegen Körperverletzung ist erhoben.
• * Unfall. DaS Pferd eines Wagens scheute gestern nachmittag auf dem Wiesecker Wege, fprang zur Seite und verletzte eine Frau nicht unerheblich am Fuße.
Mainz, 12. <Scpt. Tie sozialpolitische Deputation h<rt sich in ihrer letzten «Ätzung -mit ber aUjahriich stattf in denen, Festsetzung des ortsüblichen Tagelohnes be- fatzt. ES wurde beschlossen, der Stabwerorbneten-Versamm- lung in Vorschlag zu bringen, den ortsüblichen Tagelohn für gewöhnliche erwachsene Tag ar bei ter von 2,80 Mk. aus, 3 Mk. und für erwachsene ArbeiterinnLn von 1,60 Mk. auf, 1,70 Mk. zu erhöhen. — Die En th ü llung des- Kre y ß ig de n kma ls mutz noch einige Zeit verschoben werben, da der größte Teil der an dem Akte teilnehmenden Peqonen sich noch außerhalb Mainz befindet. Bestimmt ist jedoch in Aussicht genommen, daß die Hütten rroch int Laufe dieses Monats von dem Denkmal fallen werben.
Bingen, 12. Sept. Unlängst fand, so lesen wir in ber ,/Worms. Ztg.", in einem Orte unseres Kreises die Trauung eines sck>ov ziemlich bejahrten Paares statt. Die Braut zählte 60, der Bräutigam noch ein Tutzenb Lenze mehr. Da die Ehe gemischt war, unb die zu erhoffenden" Kinber in ber Religion der Braut erzogen werdeti sollten, mutzte ber Bräutigam ein diesbezügliches Schriftstück unter* zeichnen. Vom amtierenden Pfarrer deswegen befragt, ob, er das wollte, verklärte sich zusehends das Gesicht des zungen (!) Bräutigams, und hofsnungSstrahlend sprach er:1 „Von Herze gern, Herr Parre!"
Worms, 11. Sept. Der Deutsche Synvdaltag wird am 31. Oktober in W o r m abgehaltcn werden. Die Mitglieder aller Provinzial- und Landesstmoden werben durch beii Frankfurter Arbnteraussclniß schriftlich besonders ringe la btm, bic Mrt- glicber b?r Synoben unterer Instanzen generell durch Veröffentlichungen in der Presse. Anmeldungen sind an das Sekretariat in Frankfurt a. M., Musikantenweg.46, zu ricksten. Der Hauptzweck der Dersanuulung soll darin bestehen, den landeskirdstichen Einhri tsbe streb nngen, die „von oben" begonnen haben, durch eine zielglrichc Bewegung non unten her entgegenzukommen. Das kirchenrechtlich konsttnierte Dach soll sozusagen einen tragfähigen,' volkstümlichen Unterbau finden. In der grichlosienen Synodal- tierHandlung soll die Besprechung durch folgcnbe drei Referate eingeleitet werden: 1. Die gegenwärtige Lage der evangelischen ftiTxbc Deutschlands, namentlich im Hinblick auf das öffentliche Leben (die öffentlich' Mission der evangelischn Kird)eZ Referent: Pfarrer August Cordes-Hamburg. 2. Die freie Vereinigung von Synodalen und ber verfassungsmäßige Zusammenschluß der Landeskirchen. Referent: Professor v. Kird)enl-rim-Hridelberg. 3. Tic. Rückwirkungen einer solchen Organisation auf das evaugelische Bewußtsein, die Hebung des synodalen Lebens und die Belebung und Vertiefung evangelischer Gemrindearbrit. Referent: Pfarrer Th. Wahl-Langen, Grosch. Hessen. . Auf der Volksversammlung, lautet das gemeinsame Thema: Die Botschaft der evangelischen^ Kirche an bas Volk. ?kls Redner werben genannt: Superintendent Trümpelmann-Magdeburg. Justizrat Dr. LuriNs'-Mmnz, Pft. Julius Werner-Frankfurt a. M.
f] Marburg, 12. Sept. Seck heute mittag ist unsere Stadt unb Umgebung stark mit Manövertruppcn ber 22. Division, wie Artillerie, Husaren, 32er Infanterie usw., belegt. Auch baß hier Itegcnbe Jägerbataillon Nr. 11 traf in später Nachmittagsstnnbe ein unb bezog für eine Nacht seine Kaserne. Morgen früh finben bie Manöver in bem Ge- länbe bei Kirchhain unb Amöneburg, wo bie letzten Schlachten beS siebenjährigen Krieges geschlagen würben, ihre Fortsetzung, unb beshalb rücken bie Truppen schon m aller Frühe wieder ab.
Kleine M i t t c i l'n c c •> au H essen und den Nachbarstaaten. In Waldau bei Kassel starb Forstmeister Krause infolge Rauchoergistung, die durch eine


