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13.2.1904 Viertes Blatt
 
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Kr. 37

General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGießener ZamiiienblStter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «hessische Landwirt^^ erscheint monatlich einmal.

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Wer seiner Gesundheit dienen, sein Her- und seine Nerven schonen will, der trinke täglich .Kathreiners Malzkaffee".

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitätsdruckerei. R. Lange, Dießen.

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7.

Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Dießen.

Aus Stadt und Kaud.

Gießen, den 13. Februar 1904.

Personalien. Durch Entschließung deS Großh. Ministeriums des Innern wurde der Gerichtsakzessist Dr. Martin Härr aus Darmstadt zum Regierungsasieffor ernannt.

I,. Friedberg, 11. Febr. Auf heute vormittag war im Hotel Trapp von dem Vorstand deS Verbandes mitteldeutscher Arbeitgeber, welcher seinen Sitz in Frankfurt a. M. hat, eine außerordentliche General-Versamm- lung einberufen worden. Zirka 60 Delegierte auS Frankfurt a. M., Darinstadt, Höchst a. M., Wiesbaden, Mainz, Offen- bach, Hanau, Friedberg und Gießen waren erschienen; außerdem noch etwa 80 andere Mitglieder. Der Vorsitzende, Herr L lisch er auS Frankfurt a. M., verlas den Geschäfts- bericht des abgelaufenen Jahres. Danach ist der Vorstand des Verbandes einem Beschluß der vorjährigen General- Versammlung nachgekommen und hat eine Eingabe an die hessische Regierung und den hessischen Landtag gerichtet wegen Nichtanstellung von Baukontrolleuren auS Arbeiterkreisen. Diese Eingabe wurde auf Antrag des Abg. Frenay der Regierung als Unterlage bei Ausarbeitung einer Normalbestimmung für den Arbeiterschutz überwiesen. Nach Ausführungen des Ministerialrats Braun ist anzu­nehmen, daß die hessische Regierung keine besondere Sym­pathie für Baukontrolleure auS Arbeiterkreffen hat. Im all­gemeinen sei nach den jetzigen Erfahrungen die Anstellung von technisch-geschultem Personal empfehlenswert. Um bei einem ausbrechenden Streik den plötzlichen Aus­tritt von Mitgliedern zu verhindern, erhält § 5, Absatz 1 der Statuten folgenden Zusatz: .Während der Dauer von Ausständen oder Sperren ruht das Recht der Austrittser­klärungen! Dem § 9 wird zugefügt: .Hält der Verbands- ausschuß nach Lage der Sache es für geboten, durch AuS- sperrung der Arbeiter einzelner Gewerbe oder sämtllicher Ge­werbe der Orts- und Krelsverbände und der Einzel - Mit­glieder eine rasche Erledigung der bestehenden Ausstände oder Sperren herbeizuführen, so ist eine außerordentliche General­versammlung zur Beschlußfassung hierüber einzuberufen. Diese Generalversammlung gilt als ordnungsmäßig einberufene, wenn die Einladungen dazu unter Angabe der Tagesordnung in der Regel 6 Tage vor der Tagung den Orts- und KreiS- verbänden und Einzel-Mitgliedern zugestellt sind. Diese Versammlung beschließt mit 3/* Stimmenmehrheit der er- schienenen Delegierten. Unterläßt ein Orts- oder KreiSver- band oder Einzel-Mitglied die im § 6 der Geschäftsordnung vorgesehenen rechtzeitigen Mitteilungen, so können sie soli­darisches Eingreifen in dieser Richtung seitens deS Mittel­deutschen Arbeitgeberverbandes für das Baugewerbe nicht beanspruchen. Der Verlauf deS Mainzer Streiks hatte die Veranlaffung zu diesen Aenderungen gegeben. Als Ort für die nächste General-Versammlung wurde Wiesbaden be­stimmt.

[ ] Marburg, 11. Febr. Die Kgl. Eisenbahndirektion hat das Gesuch der Handelskammer zu Kaffel, eine günstigere Bahnverbindung betreffs der Züge von Londorf nach Lollar mit Anschluß nach Marburg und zurück, ge­nehmigt. Außer sonstigen kleinen Veränderungen wird vom 1. Mai ab morgens um 5.33 Uhr ein Zug abgehen und 6.35 Uhr in Marburg sein. Von hier ab geht abends 7.28 Uhr der Zug bis Londorf durch. Seit heute nachmittag ist die Lahn nördlich und südlich unserer Stadt aus den Ufern getreten und hat eine große Ueberschwemmung verursacht. Auch aus dem Edertal bei ^rankenberg und dem Ohmtal wird Hochwasser gemeldet.

Bei Titel Domanialbauwesen werden für laufende Unterhaltung der Gebäude 138000 Mk., für Neu­bauten und größere Herstellungen 38860 Mk., für Erheb­ungskosten rc. 81350 Mk., für allgemeine Verwaltungs­kosten 596 491 Mk., für Kameral-Domänen unter Verwalt­ung der Oberförstereien 129 720 Mk., für Kameral-Domänen unter den Baubehörden 76100 Mk., für Forst-Domänen

Abg. Ulrich erklärt sich mit der Vermehrung der Oberförsterstellen ebenfalls einverstanden; dagegen habe auch er erfahren, daH der Verkehr der Oberförster mit den Gemeinden nicht immer in der wünschenswerten Weise er­folge. Die Herren dünkten sich oft als die Herren des Wal­des sie sollten angewiesen werden, mehr im Interesse der' Gemeinden zu arbeiten. Redner klagt dann über ine jetzige Art der Bekanntmachung von Jagdausschreiben und Holzversteigerungen. _ r .

Abg. Hauck spricht seine Befriedigung darüber aus, daß Grvßh. Regierung den Wünschen der Oberförsterei Groß- Gerau gefolgt und daselbst die Errichtung einer Halle ge­nehmigt habe, damit die zu den Holzversteigerungen herbe:- kommenden Personen vor der Ungunst der Witterung Schutz finden könnten. , ,r rQ , .

Abg. Köhler bemerkt, es scheine rhm, als ob rm neuen Etat zwei Ressorts vorhanden wären, mit denen das Haus UI einein gewissen Äcgens-ch stehe, das Justizministermm und die Fortverwaltung. Auch sie hätten bie Pflicht, den berechtigten Wünschen Rechnung zu tragen. Man muffe auch aus Erhaltung der Selbstbewirtschaftung bedacht sein uild das Selbslbeslunmungsrecht der Gemeinden achten. Ein häufiges Eingreifen der Fortbehörde in die forstlichen An­gelegenheiten der Gemeinden liege nicht im Interesse der

Schönberger spricht den Wunsch aus, daß die Holzversteigerungen stets an Ort und Stelle, also tun Fall- unasvlahe veranstaltet werden möchten, schlägt aber ver- ichiedene Aenderung für die Art der Versteigerung vor. Die Vermehrung der Oberförsterstellen sei ihm nicht als eine Notwendigkeit erschienen. Ob dadurch auch ein höheres Kulturerträgnis erzielt werde, lasse er dahingestellt, 1 eben­falls werde der Wald auch ohne neue Obersörfter werter wachsen. Man brauche auch nicht zu viele Experimente 'm der Forstwirtschaft zu machen, das sei zu teuer für den

Rat Wilb r and weist an der Hand der Statisti und der Preisfeststellungen nach, daß sich die Ertragnisse des Waldes in Hessen um ca. 25 Proz. besser stellen, als in Norddeutschland. Zu diesem Vorteil trage nickst zum we­nigsten das vermehrte Forstpersonal in Hessen den

Nack weiteren kurzen Bemerkungen der Abgg. Tens­felder, Ulrich, Noack und Horn schließt die Debatte und das Haus genehmigt die für die Domänen des Großh. Hauses vorgesehene Einnahmesumme im Betrage von '6 451 102 Mk.

Nach kurzer Pause genehmigt das Haus ohne Debatte bie Zivilliste des Großherzogs und den üblichen Beitrag der Staatskasse zu Bestreitung, ferner für Hochbauwesen 52 250 Mk. als laufende Unterhaltung für 15 Gebäude resp. Hokraiten, für Renovierung des schadhaften Daches des Großh. Palais in Darmstadt 6300 Mk., für Erneuenrng des Pflasters im Hofstall 4000 Mk., und für Verbesier- unoen im Jagdschloß Wolfsgarten 28 000 Mk. . .

8 Vizepräsident Dr. Schmitt konstatiert bie einstimmige Annahme dieser Positionen, wogegen Abg. Ulrich sich zum Wort meldet und bemerkt, er wolle nicht in den Verdacht kommen, ebenfalls dafür gestimmt zu haben, und er erkläre deshalb, daß er gegen diese Positronen stimmte.

^Vizepräsident Dr. Schmitt errotbeu, er habe schon oorgemerkt, daß die Annahme mit allen gegen zwei Stimmen erfolgt sei.

Kchiffsuachrichien.

Norddeutscher Lloyd.

In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz.

Bremen, 10. Fedr. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Doppelschrauben-PostdampferW.Uehad", Kap.tan B Zurbonsen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 8. Februar vor- nnttags wohlbehalten in Baltimore angerommen.

Bad-Nauheim, Einnahme 66 460 Mk., Ausgabe 34 224 Mk.

Da bas nun folgende Kapitel: Staatseisenbah­nen und Nachträge voraussichtlich eine längere Debatte erfordert, wird die Beratung hier abgebrochen. Es ent- spinnt sich nun noch eine lange, sehr umständliche Ge­schäft sordnungsdebatte über den Termin der nächsten Sitzung.

Präsident Haas wünscht, daß am Samstag eine Sitz­ung abgehalten werde, um die Etatsberatungen zu fördern und bemerkt auf den Widerspruch verschiedener Redner, wenn man seinen Anregungen nicht folge, so werde er event. die Konsequenzen daraus ziehen.

Die Abgg. Dr. Schmitt, v. Brentano und Dr. Gut fleisch plädierten trotzdem für die Freilassung des Samstags und schlugen die nächste Sitzung für Dienstag vor. Abg. Köhler meint, es scheine hier ein gewisses Treiben gegen den Präsidenten dahinter zu stecken, welche Bemerkung 2lbg. Dr. Scsi mitt als völlig deplaziert mit größter Schärfe znrückweist.

Das Haus beschließt endlich am Samstag kerne Sitzung abzuhalten und der Präsident beraumt darauf die nächste Sitzung auf Dienstag vormittag 9 Uhr an.

1893 870 Mk. bewilligt.

Beim Kapitel Weinbau-Domänen sind die Einnahmen mit 121200 Mk., die Ausgaben mit 102 000 Mk. angesetzt.

Abg. Molth an führt Klage darüber, daß zu viele Mauerabgrenzungen an den Weinbergen stattfänden, und : richtet an das Ministerium die Ditte, in der Bewirtschaft­ung der Weinberge recht vorsichtig zu sein. Es sei schon in den Blättern bie Bemerkung ausgetaucht, ob nicht in biefer Hinsicht bes Guten etwas zu viel getan würde. Da könnten leicht die Ausgaben die Einnahmen übersteigen.

Ministerialrat Dr. Becker erwidert, baß chm von solchen Zeitungsnotizen nichts bekannt geworden sei. Ob )ie jetzigen hohen Preise bei Weinversteigerungen auch in Zukunft so bleiben, vermöge natürlich niemand vorauszu- ehen, ewentuell müsse und könne man auch mit etwas niedrigeren Preisen zufrieden sein. Im Gegensatz zu dem Vorredner sei er der Meinung, daß man bei den Staats- weinbaudomänen nie zu viel tun könne.

Abg. Molthan stimmt dem letzteren Satze voll bei und zollt der Regierung Anerkennung, daß sie aus diesem Gebiete eine vorbildlich Tätigkeit entfalte, die auch dem Weinbauern sehr von Nutzen sei. Tie bessere Rentabilität werde sich int Laufe der Jahre schon zeigen.

Nachdem sich auch Abg. Ulrich in ähnlichem Sinne ausgesprochen, wird das Kapitel genehmigt.

Bei Kapitel Badeanstalt BadSalzhausen sind dies­mal an Einnahme 15 489 Mk. und in Ausgabe 49 420 Mk. vorgesehen. Ter Ausschuß hofft in der Erwartung, daß es gelingen werde, zunächst genügend Soole zu beschaffen, aus künftige Besserung der finanziellen Lage und beantragt Bewilligung der Vettäge, welche das Haus genehmigt.

Bei Kapitel Holzmagazin zu Darmstadt wird bemerkt, baß bie Entwicklung bes Magazins nicht ben Er­wartungen entsprochen habe. Tie Lagerung unb ber birekte Verkauf von Nutzholz rentiere nicht. Unter diesen Umstanden empfehle es sich, auf anderweittge Verwendung, event. Ver­äußerung des Anwesens Bebackt zu nehmen. Die Einnahme von 12 602 Mk. und bie Ausgabe von 7117 Mk. werben bewilligt, ebenso ber Bettag für Kapitalzinsen re.

Bei ber 3. Hauptabteilung, Staatsb omänen, wirb die Einnahme von 245 705 Mk. und die Ausgabe von 130 233 Mark genehmigt, ebenso für das Braunkohlenbergwerk Lub- wigshossnung bie Einnahme von 246 300 Mk. und die Aus­gabe von 185 898 Mk.

Nu Kapitel 8, Saline und Badeanstalt Bad- Nauheim rügt Abg. Tr. Scbmitt in scharfer Weise das Verhalten der Regierung bei Vergebung von Arbeiten gegenüber den hessischen Firmen. So habe man eine Mainzer Firma bei einer engeren Submission zur Ver­gebung der Beleuchtungsanlagen im großen Kursaal in Bad-Nauheim einfach übergangen und einer Firma in Stutt­gart ben Zuschlag erteilt, obwohl allgemein anerkannt toer­ben müsse, baß bie Mainzer Firma minbestens ebenso leisl- ungssähig ist, wie bie Stuttgarter. Ebenso sei im Jahre 1902, als bie Beleuchtungsanlage im kleinen Saale in Bab-Nauheim freihändig vergeben würbe, biefer Firma in Stuttgart bie Lieferung übertragen worben. Es scheine ba ein gewisser Zusammenhang zwischen biesen beiden Fällen zu bestehen, mit anderen Worten ein gewisses Privatinter- esse eines ber maßgebenden Herren mitzuspielen. Wenn bies ber Fall sei, tonne es unmöglich im Willen ber Sie- gierung liegen, und hofft Redner, daß es nur dieses Hin­weises bedarf, um dafür Sorge zu tragen,, daß derartige llngerechtigkeiten gegen unsere hessische Industrie nicht mehr

«Hessischer Landtag.

R. B. Darmstadt, 12. Febr.

Am Minister tisch: Staatsminister Dr. Rothe, Finanz» Minister Dr. Guauth, Geh. Staatsrat Krug zur Nidda, Geh. Rat Wilbrand, Ministerialrat Braun u. a.

Statt des ersten Präsidenten, Geh. Rat Haas, über­nimmt heute Vizepräsident Dr. Schmitt den Vorsitz und eröffnet bie Sitzung um 9V» Uhr.

Das Haus tritt sofort in bie Spezicrlberatun g des Etats ein.

Die vom Abg. Möllinger als Vorsitzenber des Finanzausschusses verfaßte schriftliche Einleitung zum Etat, sowie die 1. Hauptabteilung, Reste aus früheren Jahren, werden ohne Debatte dem Ausschußantrag entsprechend genehmigt.

In der 2. Hauptabteilung, Domänen des Großh. Hauses, wird bet Kap. 2, Kamera!- und Forstdomänen, festgestellt, daß der eingestellte Bettag von 1264 800 Mk. bei den Kameralbomänen um 8730 Mk. hinter dem vor­jährigen zurückbleibt; für Forstdomänen sind 4 063 302 Mk. eingestellt, 15148 Mk. weniger gegen das Vorjahr.

Abg. Häusel bespricht als Berichterstatter die Ursache der Mindererttägnisse und ist der Ansicht, daß die Einnahmen sich erhöhen würden, wenn alle Jagden öffentlich verpachtet würden. , _

Abg. Hirschel spricht sich in ähnlichem Sinne aus und meint, baß auch die Hofjagden bessere Erträgnisse liefern könnten, wenn sie nicht freihändig vergeben wurden.

Geheimrat Wilbrand bemerkt, bie Jagben würden schon jetzt säst sämtlich öffentlich verpachtet mit Ausnahme der dem La.ibesherrn zur Verfügung stehenden Iag-en.

Abg. Joutz spricht sich zu Gunsien der Jagbversteiger- ungen aus, bie Abgg. v. Brentano,Weibner,Brei- mer, welcher eine frühere Vornahme ber Anlage von Neukulturen in Anregung bringt, Erck, Korell, Köh - le r, Schönberger, äußern Einzelwünsche verchiebener Art.

Geh. Rat Wilbrand sagt Prüfung bieser Wünsche zu. Ein Uebersluß an Walbarbeitern, wie Abg. Weidner be­hauptet hatte, sei nicht vorhanden. Das von einem Vor­redner bemängelte Submissionsverfahren sei notwendig, das sog. Grubenholz würde sonst gar keine Abnehmer finden.

Abg. Molth an rügt, daß bei Aufgabe ber Anzeigen teilens ber Forstbehörben nur bie amtlichen Kreisblätter berücksichtigt würben; man solle babei auch bie in ben be- treffenben Bezirken verbreiteten städtischen Zeitungen mit benutzen. Die vollzogene Vermehrung um 14 neue Ober­försterstellen könne er nur gutheißen. Ein größerer Er- fola einer intensiven Forstkuttur werde natürlich nicht so­gleich fonberu erst nach einer Reche von Jahren festzustellen

Viertes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 13. Februar 1804

Gießener Anzeiger

vorkommen. x _

Abg. Joutz wendet sch gegen die beabsichtigte Er­bauung von Kolonaden in Bad-Nauheim, wodurch ben dor­tigen Geschäftsleuten neue Konkurrenz erwachse.

Ministerialrat Frhr. v. Biegeleben tritt den Vor­würfen des Abg. Tr. Schmitt entgegen. Es sei seinerzeit bei Vergebung ber fraglichen Arbeiten auf eine hervor- ragenbe künstlerische Ausführung Gewicht gelegt worben, sobaß eine engere Submission wohl angebracht war. Unter ben brei als am leistungsfähigsten ertannten Firmen be­fand sich auch eine Mainzer, bie als bie leistungsfähigste hessisch Firma geschilbert worben war. Ursprünglich hätten bie Angebote aller brei Firmen nicht ben Ansorberungen genügt und diese seien zum wiederholten Bewerb ans ge­fordert worden. Es sei bann von fetten ber Regierung selbst bedauert worben, daß bie Entwürfe ber Mainzer Firma denen der übrigen nicht gleich kamen. An einen Zusammenhang zwischen beiden Vergebungen unb an private Jntere sen glaube Redner nicht. Tas Wohl der hessischen Ge­werbetreibenden liege ber diegierung natürlich auch am ^^Abg. Dr. Schmitt gibt ber Hoffnung Ausbruch baß von feiten ber Regierung noch genaue Erhebungen angestellt werben, ob ber beregteZusammenhang" nicht etwa boch bestehe, und baß in Zukunft unter allen Umstänben bie hessischen Firmen berücksichtigt werden. Gute Deutsche wollen wir immer sein, aber auch gute Hessen bleiben, namentlich weirn unsere Geschäftsleuie imstande sind, in erfolgreiche Konkurrenz mit außer hessischen zu treten. _

Ministerialrat Frhr. v. Bi ege leben erkennt bieje Bestrebungen an, kann aber nicht versprechen, daß, wenn es sich um Arbetten von hervorragend künstlerischer Be­deutung handle, nicht auch außeihessiiche Firmen zunl Wett­bewerb herangezogen werden. - Es debattieren noch über diese Ängelegenhett die Abgg. Joutz, Hirschel, .-rr. L-ch nickt und Molthan. Finanzminister Tr. Gnauth meint, bezüg­lich ber Kolonaben müsse man auch auf bie Wünsck-e bes Publikums Rücksicht nehmen. Dieser Meinung ist auch Abg. Ulrich, nntersrutzl aber sonst bie Beschwerbe des Abg.

Tr. Schmitt. . ,

Hieran, wird ber Ausschußantrag auf Bewilligung ber ge­folgerten Summen angenommen, ebenso ber Betrag von 37 050 Mk. für Nachttage unb für Wasserwerk und Eisfabrik I