n u c r n l) e i m, alle aus dem nahe-
'Ltetzgermeisler Theodor
davon drei schenk gemacht. bergs-Musemn StaatSdruckerei Paris gemacht.
emplare dem Gutenbergs-Musenm zum Ge- Wichtige Zuwendungen wurden dem Guten- seitens der Reichsdruckerci in Berlin, der in Wien und der Jmprimerie diatwnal in
Durch günstige Gelegenhcitstäufc, meist in
gelegenen Orte Nieder- Flor un Juni v. Fs. durch Zusatz i
wähl vorgenommen. Tom seitherigen Präsidenten des Vereins, der nun schon über 10 Jahre das Vereins,chifslein zu steuern verstand, wurden seine Rücktrittsgedanken durch einige kräftige Worte des Lehrers Buß vereitelt, und mit großer Majorität erfolgte seine Wiederwahl. Auch die Verdienste des Rechners Arnold, des Schriftführers Dern und des gesamten übrigen Vorstandes wurden von den Kameraden durch deren Wiederwahl anerkannt. Ten Kameraden für das durch die Wahl bekundete Vertrauen im Namen des Gesamtvorstandes bestens dankend, gedachte Lehrer Buß nach einem kurzen Rück- und Ausblick in unserem Vereinsleben unseres erhabenen Führers, Sr. Maj. des deutschen Kaisers, sowie unseres edlen Landesherrn Sr. Königl. Hoheit unseres Großherzogs, beiden nach den trüben Tagen des scheidenden Jahres, sowie unferm Verein, ein Jahr voller Freude und Sonnenschein wünschend. Mit Begeisterung ausgenommen, durchbrauste ein dreifaches Hoch den Saal.
Offenbach, 12. Jan. Ein schauerlicher Fund wurde gestern nachmittag im Hafenbecken gemacht. Von den Schlittschuhläufern, die sich dort auf dem Eise tummelten, waren schon mehrere über ein Stück Tuch gestolpert, welches aus dem Eise hcrvorragte. Bei näherer Untersuchung stellte es sich heraus, daß eine Soldatenmütze in das Eis eingefroren war. Das Aufsichtspersonal der Eisbahn hackte nun das Eis auf und man fand die im Wasser stehende Leiche eines Soldaten, die bald als diejenige des Musketiers Wilhelm Jung von der 6. Kompagnie des hiesigen Bataillons der 168cr erkannt wurde. Jung, der aus Dietesheim a. M. stammte und erst in diesem Herbst als Rekrut eingetreten war, wurde seit Sonntag, den 15. November, vermißt. Er war an diesem Tage nachmittags in Gesellschaft einiger Kameraden nach einem Spaziergang in der Restauration »Zum Nordring" eingekehrt und hatte dort einige Stunden mit ihnen in froher Stimmung verbracht. Als um 7 Uhr jene sich anschickten, in die Kaserne zurückzukehren, hatte er ihnen zugerufen, sie möchten nur immer vorausgehen, er komme gleich nach. Seitdem war er nicht mehr gesehen worden. Es scheint, daß Jung in der Dunkel, heit den Weg verfehlt hat und in den Hasen gestürzt ist. — Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern nachmittag in einem Geschäft in der Frankfurterstraße. Der dort angeslellte Gehilfe Kemmer, ein junger Mann, der erst im Herbst seine Militärzeit absolviert hatte, fiel durch den Aussteig- schacht aus der dritten Etage herab und erlitt so schwere Verletzungen, daß er sofort mfl KranlenhauS transportiert werden mußte. Man befürchtet einen Bruch der Wirbelsäule, sodaß der Bedauernswerte kaum mit dem Leben
gtufknöm öer Aeöaklion.
(Ruonymc Anfrage» bleibe« unbcrücksichtigtJ
«tud. B. Auskunst sbureaus in Mainz sind Schimmelpfeng, <5 irgel uw» Kredilrejorm.
: a b r. Sie waren bejchulbigk, o n Stärk e in e hl Fle l s ch
davon kommen dürfte. (Ofsenb. Ztg.)
Mainz, 11.Jan. Dar bei der 500jährigen GutenbergS- /etcr inS Leben gerufene Gutenbe rgS. M u > eum hatte sich auch im abgelaufenen Jahre zahlreicher Zuwendungen zu
den verdienten Förderer des Gutenbergs-Museums, Dr. G. Forrer in Straßburg, ein äußerst wertvolles Gescke k, bc- flehend in einem alten Palimanuskript budd hislischen Inhaltes auf 29 wohlerhaltenen Palmblättern, aus einer beschriebenen Mumienbinde von Achmin in Oberägypten, wo Forrer Ausgrabungen vorgenommcn hat, aus Prob en von altägyptischem Papier, von altägyptischem Papyrus von Fayum und aus einer beschriebenen Tonscheibe (Ostrakon) mit aitägyptischcr Volksschrift. Ein sehr schönes Geschenk Hal auch Rechtsanwalt Dr. A. Tietz in Frankfurt a. M. dem Gutenbergs-Museum gemacht: es besteht außer dem Pergamentblatt eines sehr alten Frühdruckes in den außerordentlich chönen Exemplaren von 3, auch materiell heute sehr wertvollen Drucken von Mainz, Frankfurt und WormS aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Von dem Gutenbergschcn Drucke »Mahnung der Christenheit wider die Türken" aus dem Jahre 1454 hat Herr Simon Bernstein in Kopenhagen eine Facsimile-Ausgabe Herstellen lassen und
Unwersitals Nachrichten.
Mit einer Schrift: »Die physiologischen und pathologischen Beziehungen zwischen den weiblichen Sexualorganen und dem Traclus intestinalis, besonders bem Magen" habilitierte sich der erste Assistenzart an der Frauenklinik, Dr-. meb. Erwin Kehrer aus Gießen, an ber Universität Heidelberg als Privaidozent sür Gynäkologie. In seinem Probevorlrag sprach er über: »Tie derzeitigen Anschauungen über den Wert ber modernen Operationen beim Uteruscarcmom." Kehrer, ein Sohn des früheren Direktors der Heibelberger Frauenklinik, Geheimrat Dr. F. A. Kehrer, proino- vierte 1899 in Heidelberg.
Weibliche Tierärzte in Bayern. Mit SDlinifterial- erlaß wurde vom bayerischen Kultusministerium verfügt, daß weibliche ©tubierenbe, die an ber Universität nnmatrlkiüiert sind, gleich den immatrikulierten männlichen Universitätsstubierenden die Befugnis haben, Vorlesungen an ber Tierärztlichen Hochschule zu besuchen. Die Zulassung von Damen als Hörerinnen an ber Tierärztlichen Hochschule bleibt dagegen jeweils ber Genehmigung des ftgl. Kultusministeriums vorbebalten.
IInnung beau/iei zu merben. «d.cm |t$ue aber nachfolgende Beicyeiuigung die Krone aus: „Hr. A. leihet, tme es scheint, an der Schwind,ucht, und ist derselbe, wie e- scheint, in tc.neji Kräften tze.abgLLomu..n, doch dürfte er im stande - - . , v u kein, morgen wieder au|$utmen." *.m näcgfien Morgen,
erfreuen. Die Ablellung der Schreibmaterialien erhielt durch > nacy Ausiieliung d^.eö xd.efteS, erwartete demgemäß dc.
wurst oedältdji und itiuer Brricbwciauiig dieses Umstandes die Ware vertonst zu haben. Tiird) den Bürgermeister von Nieder- Florstadt waren damals Wurstiorlen voii jämillchen Aleygern des OrieS im Auftrage der vorgejetzktn Behörde eingeiorderl ivorbcit zum Zwecke ber chemischen Unierhictunq in Gießen. Dies war den Bietzgern bekannt geworden. Es lag also die Vermutung nahe, daß bie betreffenden Proben »beionbers präpariert" wurden für den erwähnten Zweck. Bei lex Untersilchung stellte sich heraus, daß d>e Wursiproi.'e des ersten Angeklagteii qnamuaiiD 1,2 Proz. Stärkemehl enthielt unb bie Proben des Dauernheun höchsteiis u,3 Proz. ober noch weniger, ivte ber als Sachverständiger ge- labeite Dr. Günther ans Gießen unter Gib betunbeie. Seiner Meinung nach liege un ersten /alle eine Fulschutig onenbar vor. Gme Verwechselung der Proben ILiuie bei der An und Weise feiner Untersuchungen nicht ooifonnnen. Auf die Aniiage der Venei- biqung bestätigt ber Sachverständige noch, baß m ben fogcnaimten« »■xianfmrier Würnchen' Stärkemehl bis zu 2 Proz. enthalten imb. j. ies könne aber nicht als Fälschung von gewöhnlichen Jiaiirungs- miueln angeiehen werden, da Dicic Wate ein „tufusarnfei" sei und von dem bessersituierieii Publikum ausschließlich getauu werde, und es fei bekannt, daß dic'e Ware einen Zusatz von Stärkemehl em balle. Lieber die Frage, oo die »F r a n k i u r t e r W u r >l ch e n" als Luxusartikel in Betracht lammen, entspann sich darauf ein längerer Disput mit der Verteidigung, welche diese Ware auch als gewöhnliches Nahrungsmittel betrachtet trotz des erhöhten Preises dastir. Ter auch als Sachverständiger eidlich vernommene Metzger- meister Adolf Engel aus Friedberg betont nachdrücklich, bau die Metzger im allgeiiiemeu in einer fatalen Xiage seien bei ber Wurst- zubereitung. 9ticht zum Zwecke der Fälschung, sondern um die Wurst „schnitliesi" zu machen, luürbe stets em geringer Zusatz von Skärkemehl verwendet, tute z. B. in dem vorliegenden Falle. Ter tzreis des Schlachtviehes sei ein sprechend hoch, doch ließe die Qualität des Fleisches viel zu wünschen übrig. Durch bie sogen. Mastfütterung (Mais-Mast) sei cs heutzutage unmöglich, ohne einen Zusatz des erwähnte^ Bindemittels Wurst zu machen, bie »schnittest" sei. Fast alles Schweinefleisch sei mehr ober weniger untauglich für bie Wurslherstelllnig, wenn es in unvermljchlem Zustande verwenbet werbe, weil es zu wässerig und durch ine erwähnte Fütterung zu sehr aufgcschiveinmt sei. Eine Nahrungsmittel- iälschung siege seinem Ermessen nach im Frageialle nicht vor. Aintsanwalt Münzenberger als Vertreter der Anttagcbehörde kann aus dem Tatbestand, der nicht geiüigeub auigedärt sei, well eine Vcrwechseliing ber Proben beim Transport ober sonstwo nicht ausgeschlossen sei, keinen Strafantrag formulieren, er stellt bie Beurteilung des Falles m bas Ermessen des Gerichts. Nach kurzer Beratung verwundete der Vorsitzende bas Urteil. In besten Be- Begrnnbimg heißt es: Die Beschuldigten werden von ber Anklage ber ihnen zur Last gelegten NahrimgLmittelstilschung fretgesprochen. Der verwenbete geringe Prozentsatz von Stärkemehl biene bazu, bie Wurst »schnittfesler" zu machen, nicht aber, um bas Publikum zu täuschen. Es sei ferner nicht ausgeschlossen, baß auch noch eine Verwechselnng ber eingereichten Proben vorliege. Ter Staatskasse fallen alle Kosten zur Last, einfchlteßlich ber Auslagen für bie Ver- Libigung.
Köln, 12. Jan. Tas Schwurgericht verurteilte ben 22jäh. eigen Taglöhiier Decker, ber im Streit wegen eines Mädchen z w e i P e r s o ir e n getötet hat, zu 7 Jahren Zuchthaus.
S p a n b a u , 12. Jan. Tas Kriegsgericht ber 2. Garbebivision verhanbelte gegen ben Leutnant Herwart von B i t t e n f e lb , gegen ben Sergeant Woischny imb ben Gemeinen Eggemeier, sämtlich ber ersten Kompagnie bes fünften Garberegiment angeljörenb, wegen Ungehorsams unb un« vorsichtige rBehanblung einer Waffe, woburch ber Tob eines Menschen verursacht mürbe. Bittenfelb würbe zu breiwöchigeni ©hibenarreft, Woischny zu breimonatlichen Ge- iangnis unb Eggemeier zu 14 Tagen strengem Arrest verurteilt.
Aks SUudl uni) Sunil.
Gießen, 13. Januar 1904.
** Ein Gedenktag des Regiments. Am 14. stannar begeht das Regiment Kaiser Wilhelm dre Wieder- 'kehr des Gefechtstagcs von Briare. Am 20. Dezember 18.0 ’tourbe das Regiment, zusammen mit dem 2. hcsj.schcn Retterregiment uni) der hessischen reitenden Batterie, von Orleans aus Loir auswärts emsanDt mit dem Auftrag, gegen Briare und in östlicher Richtung aufzuklären urw die Verbindung ■mit dem 7. Korps herzustellen. Unter großen Anstrengungen und unter harten Entbehrungen fochten die entsendeten Truppen in den letzten Dezember- und ersten Januartagen in der Gegend von Briare gegen einen Femd, der von Tag zu Tag Verstärkung erhielt Am 14. Januar ■griff der Gegner mit sechsfacher Uebermacht die in Briare stehenden Hessen an. Von allen Seiten eingefchlosien, schlug sich das kleine Detachement mit glänzender Tapferkeit unter fortwährendem Gefecht in der Richtung auf Orleans durch und entkam jo der drohenden Einschließung. Die Erinnerung an diesen ruhmvollen Tag wird das Regiment Kaiser Wilhelm von jetzt ab in jedem Jahre durch Schmückung der Kriegergräber auf dem hiesigen Frttdhos und durch ein kameradschchtliches Zusammensein des Lff^irrtoiPs mit seinen früheren Angehörigen, welche am Feldzuge 18/0/71 teilnahmen, feiern.
•* Die Meldeformularien für polizeiliche Meldungen sind nicht nur auf dem Polizeiamt, sondern auch in den Torhäusern am Selterstor, Neustädter Tor unb Walltor zu haben.
Erfolg einer Löscharbeit. Am Samstag abend ,Durbe in ber Küche der alten Klinik, Liebigstraße, ein erheblicher Schornsteinbrand mit dem Hand-Apparat »Mini- max" sofort gelöscht.
(-) L e i h g e ft e r n, 12. Jan. Am letzten Samstagabend fand im Lokal des Kameraden Dern die alljährlich stattfindende Generalversammlung des Kriegervereins ,Ä? a f f i a" statt. Der Verein weist jetzt die stattliche Zahl von 85 Mitgliedern auf, welche fast vollzählig erschienen waren. Nachdem der Präsident B. Schäfer die Versammlung eröffnet hatte, wurde zur Rechnungsablage geschritten, und mit großer Befriedigung erfuyren die Kameraden, daß auch im abgelaufenen Jahre das Vereinsvermögen wieder einen kleinen Zuwachs erfuhr. Dann wurde die Vorstands-
Werke die freie Durchfahrt hinderten. Das gegenteilige Gut achten des Gemeinderats sei nicht ganz einwandfrei. Sic Gemeinde besitze zwei Wirtsl)äuser, welche p- verpachte! habe. Tie größere Konkurrenz sei nicht ohne Emsl'.'.ß nuj deren Betrieb, und es sei daher erklärlich, wenn tue Gemeindevertretung sich gegen weitere Konzessionen seither stets ausgespoochcn habe. In der heutigen Veryanolung vor dem Provinzialausschuß erklärte Der vernommene «Bürgermeister von Angersbach, daß der Gemeinde rat die Bedürfnissrage deshalb verneint habe, weil genügend Wirtschaften vorhanden seien. Auf der Hauptstraße fei, Platz genug, daß die Fuhrwerke halten könnten. An der Staatsstraße von Fulda nach Lauterbach lägen drei Wirtschaften. Tie Genleinde hätte zwei Wirr,chaften zum Betrage von 1012 Mi. verpachtet und der Gemeinderat befürchte, daß diejes Pachtgeld i-eruntergehe, sobald eine weitere Wirtschaft errichtet werde. Tus Haus des Walter liege citua .500 Meter von dem Ort entfernt. Auch sei ein starker Fuhrwertsverkehr aus der genannten Staatsstraße. 2a Vertreter des Gc,uchstellers wieDeryolt im wejentlichen seinen -bereits schriftlich eingereichten Rekurs, welckfer jedoch, wie anfangs erwähnt, zurückgewiesen wuioe.
Alsdann wurde die Enteignung des Geländes zum Zwecke der Errichtung einerchir urgij chen undeineropYtalmologifchenKlinitzuGictzen ausgesprochen. (Fortfetzung svlgt.-
abgelegenen Gegenden, wurden zahlreiche Initialen erworben, ebenso durch den Antiquariatssiandel eine Sammlung vor über 2200 Initialen und Titelblättern.
— Zwingenberg, 10. Jan. Die Dr. Saner'sche (früher Pizzala) Kinderna hr u ngsfa brik nach Geheinu- rat Prof. Dr. Biedett in Straßburg i. E. wird von hier nach Stockheim in Oberhesscn verlegt. Diese Verlegiing wird damit bedingt, daß das nötige Quantum Riiich des inniur mehr zur Ausnahme gelangenden vorzüglichen Nttlchpräparats m hiesiger Gegend nicht aufzutreiben ist. (Drstr. Tgl. Anz.^
() Marburg, 12. Jan. Bei der hiesigen Sparkasse versuchte ein junger Bursche aus Ockershausen unter Vorzeigung eines gcstohlenenSparkassenbuches ö00 Alk. abzuhehen. Der Betrüger wurde erkannt und verhaftet. — Bei dem Dorfe Cappel stürzte gestern ein Branntwein- f.ihrwerk eine sehr steile Böschung hinunter. Der Kutscher brachte sich rechtzeitig in Sicherheit, die Pferde blieben an, Gestrüpp hängen unb der Wagen wurde unten auf dem Bahndamm Nlarburg—Dreihausen zertrümmert.
-f- Herborn, 12. Jan. Auf der Neubau strecke der Westerwälder Querbahn Herborn-Westerwald sind bei Uckerdorf nach oberflächlicher Schätzung etwa 10 000 Kubikmeter der Erdmafse gerutscht. Den Schaden har der Fiskus zu tragen.
yrrniifditcs.
• Göttingen, 12. Jan. Der Buchhalter Biisie der Getreidefirma Elchenberg ist flüchtig geioorden, nachdein er einen gefälschten Check von 6000 Mark bei der Reichsbankstelle verwertet hatte.
• Oldenburg, 12. Jan. In Oberbrombach wurden infolge Pferbescheuens aus einem Wagen alle Insassen geschleudert. Eine Frau und der Kutscher wurden getötet, die anderen schwer verletzt.
"Königsberg i.Pr., 12. Jan. Bei bem Ueber- schreiten der Dahme bei Gruenau brach der hier zu Besuch weilende Königsberger Kaufmann Großkopf ein unb ertrank.
• München, 12. Jan. Wie bie »Münch. Post^ meldet, erfolgte die Verhaftung Seyboths, weil sein Bruder Friedrich Seyboth die Kaution von 2 0000 Mark zurückzog.
• Ein ängstlicher Riese. Der Riese Machnow, der zuletzt in Berlin sich sehen ließ, hat kürzlich den Versuch gemacht, kontraktbrüchig zu werden, ist aber schon auf dem Bahnhofe Friedrichstraße wieder eingeholt und erst nach Hinterlegung einer erheblichen Kaution nach seiner Heimat entlassen worden. Warum er diesen Fluchtversuch unternahm, will jetzt das Attiften-Fachblatt „Das Programm" herausbekommen haben. Aiachnow war für sein Leben besorgt geworden; es war ihm nämlich zu Ohren gekommen, daß sein Skelett von seinem Impresario an ein anatomisches Institut für 10000 Mark verkauft worden sei. Er befürchtete nun, man würde, da er noch nicht tot war, dem Sensenmann ein bischen Vorschub leisten. Er lebte sich sogar in den Gedanken ein, daß das ihm gereichte Esten vergiftet sein könnte. Diese Wahnidee muß immer mehr und mehr feste Gestalt angenommen haben, denn er klagte auch über Magenkrämpfe und Leibschmerzen. Darum ging er seinem Manager, der für ihn nach Frankfurt cu M. und Antwerpen abgeschlosten hatte, durch.,
* Ter Freund des Direktors. Recht erbauliche Tinge berichtet eine Fachschrift für das Theaterwesen über die Tätigkeit eines T h e a t e r a r z t e s, der an der Sommerbühne eines recht bekannten Badeortes die Gesund- beitskontvolle über das Völkchen der Künstler und Künstlerinnen auSübt. Tiefer Arzt war ein so toarmer Freund deS Theaterdirektvrs, daß er diesem zuliebe die Mitglieder seiner Trichpe durchaus nicht krank werden lassen wollte; der iamvse Toktor wußte sie auf dem Papier immer als dienstfähig hinzustellen. So stellte er der Heroine, die sich wegen Halsschmerzen krank gemeldet hatte, folgendes Atteft aus: „Frl. O. leidet an der Rachenbräune, es steht jedoch dem Tyeaterdirektor frei, sie zu beschäftigen/' An Liebenswürdigkeit überboten wurde das Attest durch folgende Bescheinigung: ,^r. R. leidet an einer Lungen- affeftion, verbunden mit Fieber, welches gewöhnlich vormittags eintritt; es ist daher dem Direktor anheimgegeben, den Schauspieler R. des Abends auf der Bübnc zu beschäfttgen." Als analoge Atteste, die ebenfalls bei Nackstvelt überliefert zu werden verdienen, führt die „Biesl. Morgenzlg." noch au: „Ter Schauspieler B. ist angeblich die Treppe heruntergefallen iniö leidet ngeb- iich an schweren inneren Verletzungen, welche angeblich große Schmerzen verursachen sollen. Aeußerlich ist wohi am rechten Fuß eine Wunde sichtbar; wenn der Schauspieler B. aber eine sitzende Rolle hat, kann er im Thcarer immerhin mittvirkeu, aber auch sich bewegende Rollen kann die Tirektton iradi Ermeßen bem Schauspieler Bi zuweiscn." Abgesehen von dem merkwürdigen Teulsch der- Dient die aus ob^eui Scfaifjtüd sprechende humane Ge
Gisiiiblilfn-Zeiluiig.
__Die »Berl Polst. Nachr." melden, es sei sehr wahrschein lich, daß der elektrische Betrieb der Stadtbahn auch für den Vorortverkehr nutzbar gemacht werden könne, es scheine aber ausge- schlosseu, daß trotz des vollkommenen Gelingens der Versuche aus der Militärbahn der e l e k t r i s ch c S ch n e 11 b e t r i e b aui große Entfernungen eingesuhrt werden könne, da der Betrieb selbst aus der dafür günstigen Linie B c r I i n - D a m b u r g, namentlich weil eine neue Bahn gebaut werden müßte, sich zu kostspielig stellen würde. Fallen jedoch die Versuche, die gegenwärtig mit neuen Lokomotiven und damit sestverbundenen Wagen mit einer Schnelligkeit von 130 Kilometer aui der Lime Kassel-L)annover ftatt- sinden, günstig aus, so erscheint cs nicht ausgeschlossen, daß schon den nächsten Sommer mit der Einrichtung non solchen besonders schnellen Zügen auf einzelnen Sti-eckcn vorgegangen wird.
Sommertheateidirektor den Scbau,p:eler A. zur Probe, statt seiner aber erschien der Theaterarzt mit den Worten: „Sie müssen den A. schon entschuldigen; er tann, wie ich eben gesehen habe, nicht zur Probe kommen." „Warum nicht?" „Er ist tot..."
©rrut]t5laaL
ll. Friedberg, 12. Jan. Vor dem hiesigen Schöffengericht waren angctlagt der M e y g e r m e l U e r Heinrich Theodor Ains ch unb deyen Sohn Philipp Mulch, sowie der
jflmilicn$lndirid]trn.
Verlobte : Frieda May, Darmstadt, Ferdinand Bodenhermer. Heidelberg. Unioersiläks- und Berlagsbuchhändler Herr Alfred töpelmaim Konigl. Sächs. Leutnant d. L., Plauen L 23., mit Fräulein Gertrud Binkau zu Leipzig und Gießen.
Gestorben: Herr Earl Anton Joseph, Großh. Forstmeister i. P„ Eberstadt. Herr Bernhard Schinnck, Ingenieur, Darinstadt. Frau Emilie Katz, geb. Igersheimer, Aiainz. Frau Jeanette Rothschild, geb. Marsheuner, Wiesbadeii. Frau Margarethe Spamer, geb. Winter, Witwe des Großh. Rendanten Georg Spamer, TarmflaöL
Arbeiterbcnicgung.
Bremen, 12. Jan. In der I u t e s p i ir n e r e i in Hem» (in g e n sind 400 Arbeiter ausständig. Sie haben wegen Lohnstreitigkeiten die Arbeit »iebcrgclegt. Jedoch steht zu er-


