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Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen Unwersitätsdruckeret« R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.7.
Tel. Nr. 5L Telegr^Adr, r Anzeiger Gießen.
Erscheint ttglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Gießener Zamilienblatter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Viertes Blatt. 154. Jahr-aang Samstag 12. November 1904
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.
Sozialisten entwickelten eine kolossale Agitation und arbeiteten mit Hochdruck, während die Nationalliberalen unter dem Mangel einheitlicher Führung und Organisation leiden. Allerdings sind die Nationalliberalen diesmal ohne Beihilfe von anderen, ganz allein und isoliert in den Wahlkampf gezogen und haben es auf eine Kraftprobe ankommen lassen.
Kskanntmachlmg.
Unter dem Schweinebestand des Georg Ockel zu Gießen ist ein Fall von Rotlaufseuche sestgestellt worden.
Gehöftsperre ist verhängt.
Gießen, den 8. November 1904.
Großhcrzoali^?^ Kreis amt Gießen.
I. V.: H e ch l e r.____
Gießen, den 8. November 1904.
Betr.: Hyginie der Schulhäuser.
Die Grosch. Kreisschulkommission Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Diejenigen von Ihnen, welche unserrr Auflage vom 27. September I. Js. noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erledigung mit Frist von 8 Tagen erinnert.
I. V. - Hechler.
Kauft
wenn ich heirate, kriege
Heu- und Stroh
a. M., 11. Nov.
nur
Wahlgang ein Wort mitzusprcchen haben wird. Die Setfio,
Freisinnigen und Fortschrittler müssen alle Kräfte NM den roten Ansturm aushalten zu können. Diel
traten,
sammeln, um den roten Ansturm auShalten zu können.
Hauptmanns der Landwehr bekleidet, gcfäugnis aus seine Entlassung aus
* Auf dem Standesamt.
Dir, Hugo?"
Hugo? Zu dumm — jedesmal
ich Ausstößen. —
Mk. 2.40. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest.'
ko. Frankfurt a. M., 11. Nov. K a r to ff e l m ark t. Mak notierte: Mk. 6.10—6.50 per 100 Kilo.
verrnNchtss.
* Neber den Fall de ^Dresdener Na tsassessors Dr. Ackermann, des Sohnes des verstorbenen Reichstags- abgeordncten und sächsischen Kammerpräsidenten, und der mit ihm verhafteten drei „Berliner Herren" erfährt das „B. T." jetzt Näheres. Danach lernte Dr. jur. Ackermann während eines vorübergehenden Aufenthaltes in Berlin aus der Friedrichstraße einen Burschen namens Dupke kennen, mit dem er sich in dessen Wohnung begab. Hier wurden an Dr. Ackermann nicht nur von Dupke, sondern auch von zweien seiner Freunde, von denen einer unter dem Namen „der Leipziger Otto" der Kriminalpolizei bekannt ist, schwere Erpressungen verübt. Ackermann begab sich, in der Hoffnung, der Gefahr entronnen zu sein, nach Dresden zurück, empfing aber hier nach einiger Zeit zu seiner großen Uebcrraschung den Besuch der drei Berliner. Als es infolge dieses Besuches und der sich daran anschließenden neuen Erpreffungsversuche zu sehr
Herichtsfaal.
Wegen Zweikampfs mit tödlichen Waffen luuebtTt,voNt Kriegsgericht der 19. Division in Hannover die Reserve Offiziere Dr. chcm. Ebeling-Hannover und Referendar Schwenger-Celle zu drei bezw. fünf Monaten Festungshaft verurteilt. Tie Veranlassung zu der Forderung war ein Brief, in dem Schwenger beit Dr. Ebeling aufforderte, sein Amt als Vorsitzender des Oberharzer Skiklrrbs niederzulegen, weil ihm Handlungen bekannt geworden sein, die mit der Standcs- chre nicht vereinbar schienen. Ter von Tr. Ebeling angerufene Ehreurat fand zu einem Einschreiten keine Veranlassung und Dielt die Beleidigung für so schwer, daß ein Ausgleich nicht möglich war. *•" ’■ - «I WWWM'lk ■WH«»»1 —*
lebhaften Auseinandersetzungen kam, requirierte Ackermann, um sich des Besuches zu entledigen, die Hülfe der Kriminalpolizei, worauf die Verhaftungen aller vier Personen erfolgte. Dr. Ackermann, der den militärischen Rang eines hat vom Untersuchungs- dem Heere nachgesucht. Junge Frau: „Was ist
Sofia, 11. Nov. (Wiener Corr.-Bur.) Die Unterzeichnung der 100 Millionen-Anleihe bei der Banque de Paris sowie die Bestellung von 54 Batterien Schnellfeuergeschützen in Bronze dürfte noch heute erfolgen. Der Emissionskurs ist günstiger als bei der letzten Anleihe unter dem Kabinet Dance; er beträgt über 81*/2 Prozent.
Petersburg, 11. Nov. Der Nowoje Wremja zufolge erklärte der Minister des Innern Swiatopolk Mirski einer Abordnung der jüdischen Gemeinde, daß seine Meinung dahin gehe, die Gleich-Berechtigung aller Bevölkerungs-Elemente einzuführen.
Cettinje, 11. Nov. (Wien. Korr.-Bur.) Meldungen aus Skutari signalisieren neue Unruhen daselbst, sowie eine Revolte der «Offiziere, denen seit fünf naten kein Sold gezahlt worden sei.
Nur echt X™ A Merke auf der Sohle, mit Drei eck-Zü”^
te. Frankfurt
mark t. Heu kostete heute Mk. 3.50-3.80, Stroh DU. 2.30 bis
UartamentarisÄes.
Berlin, 11. Nov. lKanalkommission.) Zur Beratung standen zunächst die Ergänzunasarbeiten am Dortmund- Ems-Kanal. Hierzu liegt der Antrag Hagen vor, die .Negierung zu ersuchen, gleichzeitig m t dem Bau des Kanals Rhem- Hannover 1. für die Verbesserung des Fahrwassers an der unteren Ems, insbesondere für die Herstellung von Durchstichen von Papenburg bis Leer zu sorgen, 2. auf der Strecke des Dvrtmund- Emskanals Bevergen bis zur Ems den Bau von Schleppzugs- schleusen auszusühren. v. Budde erklärt sich mit den Anträgen einverstanden. Nach längerer Debatte wurde der Antrag Hagen als eine dem Plenum vorzuschlagende Resolution angenommen. Hierauf wird zu der Beratung des Kanals Bevergern-Hannover übergegangen. Tie früher geplante Linienführung des Kanals von Bevergern am Dortmund-Emskanal nach Hannover konnte allgemein beibehalten werden; nur bei Minden und Hannover zwingt eine dichtere Bebauuna zu einigen Aenderungen. Zunächst kam der Antrag des Frhrn. v. Zedlitz zur Verhandlung, der in Anlehnung an das Kleinbahngesetz und die Erweiterung des Enteignungsgesetzes bezweckt, daß auch die nicht unmittelbar an dem Kanal liegenden Interessen gesichert werden. Ter Antrag enthalt weitere Bestimmungen über dies Verfahren. Seitens des Zen- trums wurde bemerkt, daß neben dem Minister der öffentlichen Arbeiten auch der Landwirtschaftsminister mitwirken müsse. Tie Abstimmung über diesen Antrag wurde zunächst ausgesetzt. Ter Berichterstatter erklärt hinsichtlich der Kanal,-recke Bevergern-Hannover, daß sich der Bau bis Hannover, nicht bloß bis zur Weser empfehle. Von feiten des Zentrums wurde erklärt, daß man für die Regierungsvorlage stimmen werde, ebenso von nationalliberaler und fortschrittlicher Seite. Minister v. Budde legt dar, daß tu wirtschaftlich richtiger Weise das Wasser von der Weser genommen werden müsse. Wegen der Entlastung der Eisenbahnen hob der Minister nochmals hervor, daß hinsichtlich der Steigerung des Verkehrs der Kanal eine erhebliche Entlastung herbeiführen werde. Auch der Vertreter des Finanzministeriums ersuchte um Bewilligung der ganzen Vorlage. Hierauf erfolgte die Beratung des Antrags Wallbrecht, welcher die Fortsetzung des Kanals bis Hildesheim und zur Peine und die Einstellung der betreffenden Mittel in die Vorlage fordert. Nachdem noch ein Nationalliberaler den Antrag unterstützte, erklärte der Vertreter des Finanzministeriums, dabei bleiben zu müssen, daß der Kanal in Hannover wirtschaftlich ende, aber die Anregung wegen der Garantien sei beachtenswert. Uebrigens könne erwrgen werden, das Schleppmonopol in die Garantien einzubeziehen. _____________
Aer Aufstand in Aeutsch-SüdwestafriKa.
Die Ursache des WitSoi-Aufstandes.
Wie Gouverneur Leutwein aus Rehoboth telegraphiert, hat er einen Brief Hen drift Witbois erhalten, in dem dieser nach einigen religiösen Wendungen wörtlich sagt: „So hat jetzt Go'tt aus dem Himmel den Vertrag gebrochen." Dann bittet er, seine gefangenen Leute freizulassen, da sie unschuldig an seinen Werken seien. Die Hauptursache des Ausstandes ist nach Leutweins Ansicht fraglos religiöser Wahnsinn hervorgerufen durch einen Propheten aus der Kapkolonie, welcher sich zur äthiopischen Kirche rechnet, und welcher Mitte dieses Jahres eine zeitlang in Windhuk in Haft gehalten wurde.
General von Trotha
meldet unter dem 10. November aus Windhuk: Oberleutnant Böttliu hatte mit seiner Patrouille am 4. und 6. November bei Dirichas siegreiche Gefechte gegen Hottentottenbanden von zusammen 80 Gewehren unter Unterkapitän Gorob, die sich nach dem' oberen Pack- riem-Revier in anscheinend verschanzte Stellung zurückzogen. Strciskolonne des Oberstleutnants Gräff der 10. Kompagnie mit 2 Maschinengewehren, dem sich Patrouille des Oberleutnants v. Bentivegni angeschlossen, hatte am 6. November ein erfolgreiches Gefecht mit größeren Hevero- banden 20 Kilometer nordöstlich von Otjosondju. Der Feind wurde verfolgt: er verlor 12 Tote und 5 Gewehre.
Ans Stadt and §a>»d.
Gießen, den 12. November 1904.
** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Dle morgige Sonntagsvorstettung „Zapfenstreich" dürfte besonderes Interesse erregen, da einige der Hauptrollen neu besetzt sind, so der Lanffen mit Herrn Lüttjohann, der Queis mit Herrn Giorgi, der Höwen des'.Herrn Andreas, des Michalik des Herrn Lippert und das Klärchen des Frl. Dülfer. — Aln Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen geht Sonntag nachmittag 31/2 Uhr Laufs übermütiger Schwank „Ein toller Einfall" in Szene. — Es ist der Direktion gelungen, Herrn Arthur Bauer vom Frankfurter Schatispielhause für nächsten Mittwoch, den 16. November, zu einem zweiten Gastspiel in der hochinteressanten Novität „Traumulus" zu gewinnen. Diese Vorstellung — das Werk bedeutete bei der hiesigen Premiere im Theaterverein auch für die hiesigen Herren einen großen, durchschlagenden Erfolg — findet außer Abonnement statt. Vormerkungen werden von heute ab bei Herrn Ernst Challicr angenommen.
•• Der Stadtvorstand z u Bad-Nauheim hat der zweiten Kammer folgenden von der dortigen Stadtverordneten- Vcrsammlung einstimmig gefaßten Beschluß überreicht:
Um etwaigen Mißdeutungen vorzubeugen, erklärt die Stadt- verordneten-Versammlung, daß sie von Seit für Bad-Nauheim vorgesehenen Neubauten, welche eine Reihe wichtiger imb notwendiger Verbesserungen enthalten, mit großer Befriedigung Kenntnis genommen hat. Die Stadtverordneten-Versaminlung verspricht sich von diysen Verbesserungen einen hervorragenden Vorteil für die künftige Weiterentwickelung nicht nur des Bades, sondern auch der Stadt und bittet die hohe Kaunner, die Regierungsvorlage unverändert annehmen zu wollen.
Schotten, 11. Nov. In dem Anzeigeteil der heutigen Nummer des hiesigen Kreis- und Anzeigeblattes ist folgende vielsagende Annonce zu lesen: „Da ich mich mit meiner Schwiegertochter nicht vertragen kann, beabsichtige ich mein Wohnhaus zu verkaufen. I. R., Wittwe." — Ja, Ja diese . . Schwiegermütter!
a. Ober-Widdersheim, 11. Nov. Bei der hiesigen Postagentur soll demnächst eine öffentliche Fernsprech- stelle errichtet werden. Telegramme vermittelte seither nur der Vahntelegraph.
g. Büdingen, 11. Nov. In der hiesigen Konservenfabrik von Lenz, Inhaber Düring, wurden von drei im Kontor beschäftigten jungen Leuten eine Reihe von Unterschlagungen verübt. Soweit bis jetzt festgestellt ist, erreichen die Beträge die Höhe von ca. 1000 Mk.
[] Marburg, 11. Nov. Mit der Errichtung eines staatlichen Heilserums-Bereitungs-Jnstituts am hiesigen Orte scheint es mtn endgültig nichts zu tverden. Unter der Firma „Behringswerk" ist nämlich am hiesigen Amtsgericht eine offene Handelsgesellsmast eingetragen, deren Inhaber die Herren Wirkt. Geh.-Rat Professor Dr. Exzellenz v. Behring und Dr. phil. Carl Siebert sind. Es handelt sich um die Bereitung und den Vertrieb. der verschiedenen Heilserums. ,
Frankfurt, 11. Nov. Die Kommunalwahlen zeigten eine starke Zersplitterung der Stimmen durch die zahlreichen Parteien, und m ledem der neun Wahlbezirke sind Stichivahlen notwendig geworden, in denen sich die bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokraten verteidigen 'mußten. Letztere haben im ersten Wahlgang einen Kandidaten durchgebracht, den Redakteiir der „Volksstimme", Zieloivski. Zwei Redakteure des sozialdemokratischen Organs gehören also jetzt dem Hause Limpilrg an. Zielowski erhielt von 2241 abgegebenen Stimmen 1124. Auf demokratischfortschrittlicher Seite kamen 4 Wahlen zustande, 21 Kan- biöatitrcn stehen in Stichwahl, die National liberal en erlitten eine empfindliche Schlappe; im 1. Bezirk — Ostend — verloren sie den intensiv befehdeten Jilstizrat Caspari, dessen illiederlage eine der Wahlüberraschungen bildet, denn man glaubte schließlich doch, daß er wenigstens in die Stichwahl kommen würde. Im Bezirk Sachsenhausen stehen zwei Nationalliberale in Stichwahl, am schlimmsten sieht es aber im Bahnhossviertel atis, ivo der Antisemit Laaß die meiften Stimmen auf sich vereinigte und der sehr populäre nationalliberale Gründer nicht in Stichwahl kommt. Die antisemitischen Stimmen sind bedeutend an» gewachsen; allerdings zählen unter denselben viele unzufriedene Stimmen mit, welche die Sozialdemokraten nicht direkt unterstützen wollten. Die nationalliberalen Kandidaten vereinigten die niedrigsten Stimmziffern auf sich; im 5., 6. und 7. Bezirk haben die 9tationallibcralen einige Stichwahl-Chancen. Eine erkleckliche Stimmzahl fmtd die Vereinigung für kommunale Wahlen, die alle möglichen Elemente unter ihrer Flagge vereinte, und die im zweiten
Nnsland.
Paris, 11. Nov. Leutnant Andr6, der Sohn des Kriegsministers wird sich morgen mit dem reaktionären Deputierten Grafen La Rochethulon duellieren, der ihm (roie bereits gemeldet. D. N.) einen impertinenten Brief geschrieben hatte. Auch das Duell Sivetons ntit Hattptmann de Gail soll morgen ansgetragen werden.
Wien, 11. Nov. Der Vertragsunterhändler C)e"tsch- lands und Oesterreich-Ungarns verhandelten hnüe über te Regelung des ViehverkehrS und den 9lbschluß einer V ete rinärkon v en ti o n. m . . - -
Budapest, 11. Nov. Staatssekretär P°sad°'v8kp klierte sich einem Mitarbeiter der „Ulfng gegenüber, daß die deutsche Regierung bei den Handecsoertrags-Ner^. zeitige"^V°ch?ndümge°7 mkp "edingüügsweise Wert besitzen,
Sebwierigkc.ten mehr. Ec könne an den Verhandlungen nut bis zum 29. November teilnehmen.
Handel und Derkehr. Wolkswirlschast.
Börsen-Wochcnbericht. Tie diesmalige BSrsenwoHe stand unter dem Zeichen der amerikanischen Präsidentenwahl. Und obwohl man mit manchen Unternehmungen gezögert hatte, um sie erst, nachdem die Wahl vorüber, auszuführen, so ging es doch, wie so oft, wenn eine Erwartung, zum Ereignis geworden ist: die vollzogene Wiederwahl Roosevelts wirkte nrcht sonderlich. Freilich wurde man in denr Glauben an die Fortsetzung der wieder erstarkten industriellen Tätigkeit in Amerika bestärkt und auch die Börsen in Newyork und London zeigten gewaltige Umsätze. Tennoch wird man in Deutschland der günmgens Tendenz nicht ganz froh, da man immer noch mit der Möglichkeü einer Diskonterhöhung der Bank von England rechnete. Auch diesmal ist dieselbe ausgeblieben. Und aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Eine besonders feste Haltung zeigten Eisen-Aktien int Anschluß an die sprunghafte Steigerung, welche Steel-Aktien in Newyork erfuhren. Mau glaubte, daß das Geschäft in Amerircr so gut werden würde, daß der amerikanische Konkurrent auf dem Eisenmarkte den deutschen Werken in nächster Zeit nicht mehr gefährlich zu werden brauchte. Auch die großen Waggonbestell- ungen kamen unseren Hüttenwerken zu statten. Kohlenaktien prosi- tierten von den Bestrebungen der verschiedenen Kohlensyndikate, eine Einigung in der Frage der Kohlenausfuhr ^zu finden. Für Banken wirkte günstig die große Besserung, die sich auf dem Markt der slidaftikanischen Goldminen bemerkbar macht. Dieselbe kommt hauptsächlich den Aktien der Deutschen, der Dresdener und der Nationalbank zugute. Für Tiskonto-Kommandit-Anteile wirkte die Nachricht, daß der Abschluß des Arrangements mit Venezuela vor der Tür stehe, stimulierend. Penten waren vernachlässigt, nur Argentinier erfteuten sich hier und . da einigen Interesses. Dagegen ist auf dem Markte der Jndustrieaktien das Publikum immer noch am meisten tätig, weil hier die eventuellen Gewinne rascher eingeheimst werden können. Für chemische Mien und für die Werte von Zuckerfabriken erhält sick) die Nachfrage, für letztere Aktien im Zusammenhang mit den gestiegenen Zuckerpreisen. Tie Aktien der Rheinischen Metallwarenfabrik waren der Gegenstand wilden Spiels. Neue Aufträge sollen vorliegen, auch die deutsche Heeresleitung sei unter den Airftraggebern, a&er das wichtigste fehle noch: des Kaisers Unterschrift.
Hessische Land es Hypothekenbank A.-G. 11N Darmstadt. Das Jahr 1904 hat der Gesellschaft bis ;etzt eine befriedigende Meiterenttvickelung gebracht insofern, als sich der Nenzugang an Ausleihungen nach dem Stande vom 1. Nov. dieses Jahres auf 12 300 000 Mk. Amortisations-Hypothek-Darlehen und 2 800 000 Mk. Amortisations-Kommunal-Tarlehen beläuft entsprechend dem günstigen Absatz der 3V2proz. Pfandbriefe und Kommunal-Obligationeu, der sich für das laufende Jahr auf 10 400 000 Mk. bezw. 3 500 000 Mk. stellt. Das Betriebskapital ist von 4 600 000 Mk. auf 9 000 000 Mk. erhöht worden.
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