Ausgabe 
12.11.1904 Drittes Blatt
 
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Nr« 267

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieSiebener ZamUlenblatter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Rotationsdruck und Verlag der BrÜhl'schen Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.r Anzeiger Gießen,

Drittes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 12. November 1S04

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen.

Iie Philippsfeier der FaudtsunimMt

und die

Ejumihungsfeier des Neubaues hctUmnprfttätsbibliotljrk.

Gießen, 12. November.

Heute ist ein Festtag nicht nur der Universität und ihrer Angehörigen, sondern auch der übrigen Gießener Bevölkerung, die vor allem über die Anwesenheit Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs beglückt ist und gern, soweit es möglich war, für kurze Zeit die Arbeit niederlegte, um den geliebten Landes­herrn zu sehen und zu begrüßen. Die öffentlichen Gebäude und zahlreiche Privathäuser in der Stadt haben Fahnenschmuck angelegt, und eine Menge begeisterter Gießener hatte sich ain Bahnhof eingcfunden, um die Ankunft des Großherzogs zu sehen und ihm ihre Huldigimg darzubringen.

Die Ankunft des Grotzherzogs.

Um 10 Uhr trafen Se. Kgl. Hoheit der Großherzog in Begleitung der Herren Generalmajor v. Wachter, Haupt­mann Frhr. Schäffer v. Bernstein und des gesamten Staatsministeriums, an der Spitze Staatsminister Rothe, Exz., im Bahnhof Gießen ein, wo der Rektor, Provinzial­direktor Dr. Breidert^ Oberbürgermeister Mecum und Oberst v. Grävenitz sich zur Begrüßung eingefunden hatten. Nachdem Sr. Kgl. Hoheit der Polizeiwachtmeister Kasper, der Schutzmann Göbel, der Kriminalschutzmann Pfeffer und der Natsdiener Ochs vorgestellt worden waren, die kürzlich dekoriert worden sind, fahren Seine Königliche Hoheit der Großherzog mit Begleitung, vonl Publikum mit lauten Hochrufen begrüßt, durch die Bahnhofstraße, Liebig- straße, Frankfurterstraße, Südanlage, Gartenstraße, Ludwig- straße nach der Aula. Auf der Südanlage stand die Volks­schule Spalier. Die höheren Schulen standen bei der Durchfahrt des Landesherrn Spalier: vor dem Gymnasium die Gymnasiasten, vor dem Bürgermeistereigebäude die höhere Mädchenschule, die Realgymnasiasten und Realschüler vor ihrem Schulgebäude in der Ludwigstraße. Als Se. Königl. Hoheit vor der Aula auf der Ludwigstraße den: Wagen ent­stieg, brachte die Studentenschaft, die bis zunl Portal und in die Vorhalle hinein in vollem Wichs Spalier stand, dem freundlich dankenden und sichtlich erfreuten Landesherrn ihre

Huldigungen dar.

In der Vorhalle der Aula empfingen Rektor, engerer Senat und die Dekane den hohen Gast und der Rektor Prof. Dr. Vossius begrüßte ihn mit folgender Ansprache:

Ansprache des Rektors.

Allerdurchlauchtigster Großherzog, Allerdurchlauchtigster Fürst und Herr! , Eure Königl. Hoheit haben Allergnädigft geruht, die Ein­ladung der Landesuniversität zu dem heutigen Doppelfeste anzu- uehmen und in unserer Mitte zu erscheinen. Im Namen der Landesuniversitüt danke ich 'Eurer Königl. Hoheit für die hohe Ehre des Besuches, der uns hoch erfreut und den wir umsomehr zu schätzen wissen, als wir heute zum ersten Male unseren Er­lauchten Rector Magnificentissimus in dem eigentlichen Heim der Alma mater Ludoviciana begrüßen dürfen. Unwillkürlich kommt uns dabei die Erinnerung an jene Zeit, da Eure KoNigl. Hoheit vor 14 Jahren an der Landesuniversität immatrikuliert wurden. Sehr große Veränderungen find inzwischen an unserer Hochschule eingetreten. Mehrere neue mustergiltige Institute sind fertig gestellt, andere sehen ihrer Vollendung demnächst entgegen. Tie Zahl der Studierenden hat sich nahezu verdoppelt. Die Aula faßt sie alle nicht mehr. Indem ich der Hoffnung Ausdruck verleihe, daß es uns noch oft vergönnt sein möchte, Eure Königl. Hoheit, unfern Erlauchten Schirmherrn, in unserer Mitte zu sehen, fordere ich die Herren Kollegen vom Engeren. Senat und die Herren Kommilitonen auf, mit mir einzustimmen in den Ruf: Se. Königl. Hoheit der Großherzog, unser allergnädigsier Rector Magnificentissimus er lebe hoch, hoch, hoch!

Neberreichnng eines Buketts.

Als danach der Großherzog, geleitet vom. Rektor und Senat, auf dem Gang nach dem Festsaal begriffen war, war er überrascht und schien hocherfreut, als auf der halben Treppe eine Anzahl reizender junger Damen, Töchter hiesiger Universitätsdozenten, ihn erwarteten und ihre Reihen öffneten, damit Fräulein Vossius, die Tochter des Rektors, dem hohen Ehrengast ein duftendes Bukett überreiche. Dann er­folgte der Aufzug nach der Aula, wo sich schon um 10 Uhr die geladenen Teilnehmer an dem Festakt versammelt hatten.

Festakt in der Aula.

Se. Königl. Hoheit nahm auf dem ihm bereiteten Ehrensitz Platz, das Professorenkollegium auf besonderen Sitzen im Vordergrund des Saales, der reichen Festschmuck trug. xte Feier begann mit den Klängen des Beethovenschen Trmmpf- marsches, worauf der Akademische Gesangverein unter der Leitung des Universitätsmusikdirektors TrautmannFrisch auf in Gottes Namen, du werte deutsche Nation" (Text aus dem 16. Jahrhundert) für gemischten Ehor komponiert von J. *

.Bruch, prächtig zum Vortrag brachte.

Festrede des Prof. D. Dr. Krüger.

Festrede hielt der Professor derW

schichte, Dr. Krüger, überLandgraf^Philipp.als.PoWker . ^0^ Thema hat etwas besonders Anziehendes, rvell sich die ^g, darin verborgen liegt, nicht ohne imbcre Ueberlegung

läßt. Mancher Beurteiler möchte Philipp zwar nicht -alls Politisieren, wohl aber den Beruf dazu absprechen. denfalls Meinen private und öffentliche S-mdümgm des Landgrafen, z. B. fein Verhalten in der Angelegenheit der Doppelehe und ' - d ogen. Packiichen Mnbeln, ,u beweisen, daß er z m » e verdorben war Erst wägen, bmm wagen, war fern

nicht Ein Blick aus die Entwickelung des Landgrafen als offent- lirf. qiprfXnlicbfcit zeigt, daß jene Frage dennoch zu bejahen ist. Er bat in seinen politischen Auftreten überraschend schnell. und sicber die RlchtiUig eiuzuschlagen verstanden, die er nut der ihm j ffürmiicbcn Tatkraft weiter verfolgt hat. Seme Politik Ser gründete fiel, auf der Überzeugung, daß die von Wittenberg An8nX.be religiöse Bewegung nur bann segensreich und von Gv Ma begleitet (em könne, wenn sich die weltlichen Gewalten im Reul, und in den Einzelstaaten hrer annehmen nmiben iii.cn besonders tiefen Einblick in seine Politik neivabrt un8 der auch nm seiner persönlichen Momente willen bedeutende Briefwechsel Philippe mit Zwingli. Er zeigt, daß des Landgrafen Gedanken sich immermehr um die Erkenntnis sammeln, daß

es rm Interesse sowohl der religiösen Frage wie der deutschen Verhältnisse liege, wenn man der wachsenden Uebermacht des Hauses Habsbiirg entgegentrete. Zwinglis Tod war für Philipp em schwerer Schlag. Der schmalkaldische Bund, dessen Förderwig nunmehr in den Vordergrund seiner Gedanken trift, ist ihm eine ni» versiegende Quelle des Aergers npd der Enttäuschung ge­worden. Dazu trug nicht zum wenigsten das Verhalten des sächsi­schen Kurfürsten bei, der ihm in wichtigen Fragen, so bei der Zurückführung Herzog Ulrichs von Württemberg, Widerpart hielt. Einen wesentlichen Einfluß auf Philipp übte seit Ende der 30er Jahre der Straßburger Prediger Martin Nutzer, der als geborener Diplomat nut klugen Ratschlägen in schwierigen Lagen half. Aber im Landgrafen ist schon früh ein gewisses Erlahmen bemerkbar. Es ist nicht nur die Doppelehe und der Wunsch, sich ben Kaiser geneigt zu machen, was ihn zur Annäherung an Karl getrieben hat, sondern auch die pessimistische Erkenntnis, daß mit Johann Friedrich und seinen Theologen politisch nicht vorwärts zu kommen sei. Einen Verrat an seiner Sache bedeutet dieser Schritt nicht. Zu spät hat Philipp erkannt, daß er auf falschem Wege war, und hat es schwer gebüßt. Angesichts des Mißerfolges seiner Politik aber entsteht die Frage: wozu bedurfte es eines Philipp, wenn doch das, wofür er in der glänzenden Zeit seines Lebens sein Wesen eingesetzt hat, so schmählich zerrann? Schwerlich urteilen diejenigen richtig, die bei dem Gedanken an Philipps Politik das Beiwort evangelisch konfessionell zu faßen geneigt sind. Freilich stand für den Landgrafen das Evangelium obenan, so wie es Luther und die Reformatoren predigten. Aber er ist frei von dem Gedanken, daß er, um es als Politiker zu fördern, beschränkt sei in der Wahl seiner Mittel. Die Lösung der Politik aus der Fessel der Konfession, das Bündnisschließen mit der Macht, un­angesehen die Religion, wenn auch um der Religion willen, ist 'das eigentliche Geheimnis seiner Politik. Er hat dadurch moderner Betrachtung mit genialem Instinkt die Bahn gebrochen, einer Zeit voraneilend, in der die Politik entweder unter eigensüchtigen oder unter konfessionellen Gesichtspunkten getrieben wurde. Man kann ihn nic^t mit Schlagworten wie Frondeur und Partikularist abtun. Das mag eine gewisse Berechtigung haben, wenn man seinen Standpunkt auf der Seite des Weltkaisertums und der Weltkirche nimmt. Aber das eine wie das andere hält nicht Stich gegenüber der Erkenntnis, daß unserem Volke ohne die Revolution, die es in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts durchqemacht hat, nie die Zukunft beschieden gewesen wäre, die nach weiteren schweren Zeiten ihm endlich aus- geleuchtet ist. Wer sich zu dieser Erkenntnis bekennt, der hält ben Schlüssel auch für Philipps Bedeutung als Politiker in Händen.

Ehrenpromotionen.

Der Dekan der theologischen Fakultät, Prof. Dr. Drews vollzog alsdann einige Ehrenpromotionen mit etwa folgenden Worten:

Die theologische Fakultät hat aus Anlaß der heutigen Säkularfeier Philipps des Großmütigen beschlossen, einer Reihe von Männern, die sich um die theologische Wissenschaft und das kirch­liche Leben besonders uerbient gemacht haben, die Würde des Doctor theoloffiae honoris causa zu verleihen, und so promoviere ich, als derzeitiger Dekan der theologischen Fakultät hiermit folgende Herren zu Ehren-Doktoren der Theologie:

Den Lic. theol. Dr. phil. Wilhelm Diehl, Pfarrer zu Hirschhorn, der durch seine, auf archivalischen Studien be­ruhenden Arbeiten unsere Kenntnis des inneren Lebens, der Ein­richtungen und der Schicksale der hessichen Landeskirche in hervor­ragender Weise gefördert und wie kein anderer belebt und ver­tieft hat.

Den Lic. theol. Karl Eger, Pfarrer zu Friedberg und Professor am Predigerseminar daselbst, der sich durch seine er­sprießliche Tätigkeit am genannten Seminar um die hessische Landeskirche und durch eine Reihe gelehrter Schriften, vor allem über Luthers Theologie, um die Wissenschaft verdient gemacht hat.

Jean Guyot, Pfarrer zu Heppenheim, wegen der be­sonderen Verdienste, die er sich ertuorben hat, nicht nur durch seine vielfache und weitreichende psarramtliche Tätigkeit um die Landes­kirche, sondern vor allem durch seinen weitreichenden Einfluß um die Vertiefung des wissenschaftlichen Sinnes unter ber Geistlichkeit des Landes und um die Verbreitung einer kirchlichen Gesinnung und wissenschaftlichen Erkenntnis harmonisch vereinenden Geistesart.

Waldemar Petersen, Mitglied des Großherzogl. Ober­konsistoriums und Superintendent der Provinz Ober- Hessen zu Darmstadt, der sich in diesen hohen kirchlichen Aemtern die gedeihliche Entwicklung der Landeskirche in besonderem Maße hat angelegen sein lassen.

Den Lic. theol. Dr. phil. Erwin Preuscheu, Oberlehrer an dem Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt wegen seiner zahlreichen hervorragenden Arbeiten auf dem Gebiete der Bibelwissenschaft unb der Geschichte der alten Kirche.

Den Lic. theol. Eberhardt Vischer, außerordentlicher Pro­fessor der Theologie au ber Universität Basel, ber auf dem Ge­biete der systematischen Theologie förderlich und auf dem Gebiete der ältesten Kirchengeschichte bahnbrechend gearbeitet hat.

Wiederum ertönte der Gesang des akademischen Gesang­vereins durch den Saal:Heil dem Land, das Gott ver­traut!" (aus Judas Makkabaus), und mit einem Althessischen Fahnen- und Parademarsch aus der Zeit Ludwig IX. (be­arbeitet von E. Krauße) war die eindrucksvolle Feier beendet.

Nach 1) ent Schlußakt fand in der kleinen Aula ein kleiner Imbiß statt, den Herr Christel vont Prinzen Karl hatte liefern dürfen.

(Schluß im 5. Blatt.)

Wurf gemacht, daß mancher Dienstzweig, weil die Zeit nicht lange, nur oberflächlich betrieben werden könne oder ganz fortgesallen sei. Zu diesen in den Hintergrund gedrängten- Hebungen rechnet der Artikelverfasser u. a. das Turnen', und Bajonettsechten, sowie der: Schwimmunterricht. Aber^ der unzufriedene Kritiker geht noch weiter: Die schwer­wiegende Frage dränge sich auf, ob der Geist der Armeen sich unter der Herrschaft der neuen Einrichtung auf der alten Höhe erhalten könne.Die Kompagnie und die Batte­rie bon heute bieten nur äußerlich dasselbe Bild der Strammheit wie früher. Ein scharfes Auge findet den Unterschied. Auf dem Schießstande und in der Schützen-' linie, bei der Geschützbedienung und im Fahrersattel sieht es anders aus, kals vor dem Jahre 1893." Jeder Ver­ständige müsse sich sagen, daß außer dem schnelleren Ver­lernen der erworbenen Kenntnisse auch der militärische Geist, die Freude am Waffenhandwerk, die Be­geisterung des Vaterlandsverteidigers schneller d ah in sch w in d en nach einer zweijährigen als nach einer dreijährigen Dienstzeit, namentlich in An­betracht der wühlenden und zersetzenden Arbeit der Sozial­demokratie.

Man wird zugeben, das sind scharfe Anklagen, nicht nur gegen die zweijährige Dienstzeit, sondern vor allem gegen die IZuständie in unserem Mere. Wir haben ähnliche Aeußerungen wiederholt in Wochenschriften gelesen, die den freimütigen Ton pflegen, oder, wenn man will, den sensationellen Ton. Es ist aber nicht die^ Zukunft", die solchen überaus melancholischen Betracht­ungen Raum (gibt, wobei fast das berühmt gewordeneJena oder Sedan?" durchklingt, sondern ein stramm konserva^ tives, bis in die höchsten militärischen Kreise hinein beach­tetes Blatt wie dieKreuzKtg." Das gibt dem> Vorstoß gegen die Festlegung der zweijährigen Dienstzeit eine über die Parteipolitik hinausreichende Bedeutung.

Nun aber steht es in Wirklichkeit so schlim'M um die Ersahrungen mit der zweijährigen Dienstzeit? In der Budgetkommission des Reichstags gab der preußische Kriegs- ntinifter v. Einem bei Beratung des letzten Militäretats^ die Erklärung ab, daß sich die zweijährige Dienstzeit durch­aus bewährt habe und daß ihrer gesetzlichen Festlegung­nichts im Wege stehen würde. Diese Erklärung enthielt selbstverständlich nicht die persönliche Auffassung des Kriegsministers, sondern sie beruhte auf den Gutachten, der 'Truppenführer. Gehören diese etwa zu den Mctnnern^ vonungeübtem Auge", von denen derKreuzzigs."-Kritiker spricht, indem er demscharfen" Auge die Fähigkeit zu­erkennt, den Uttterschied zwischen früher und jetzt zu be^ merken? Oder ist anzunehmen, daß auch nur einer dieser für die Zukunft Verantwortlichen seine Bedenken für sich, behielt? Sicherlich nicht. Drei Jahre nach probeweiser! Einführung der zweijährigen Dienstzeit konnte der bantdlige: Kriegsmintster Bronsart v. Schellendorff ebenfalls in der Budqetkommission des Reichstags feststellen:daß die! Friedensausbildung bisher nicht gelitten hat, zeigen die Manöver, die Paraden." Und selbst Kriegsminister vonj Goßler, der im Anfang fein unbedingter Freund ber zwei-^ jährigen Dienstzeit gewesen sein soll, vermeinte im Jahre 1897 die Notwendigkeit einer Rückkehr zur dreijährigen Dienstzeit.

Zur Wahl! '

Nachdem nunmehr die verschiedenen bürgerlichen Vereinig­ungen mit ihren Wa.hlvorschlägen hcrvorgetreten sind, ist es als, erfreulich zu begrüßen, daß dieselben einmütig die Wiederwahl der bewährten seitherigen Stadtverordneten acceptiert haben. Seiber: wird diese Einmütigkeit bei Aufstellung der sechs neu zu wählenden Stadtverordneten vermißt und scheinen einzelne Vorschläge mehr unter dem Einflüsse bramarbarsierender Redensarten, als einer ruhigen und sachgemäßen Erwägung erfolgt zu sein.

Seither war es Gepflogenheit, auch die Nährmutter unseres Gemeinwesens, die Landesuniversität, in unserem Stadtverord- netcnlollegium vertreten zu sehen, und wir müssen es freudig begrüßen, daß es gelungen ist, einen Mann zur Annahme eines Stadtverordnetenmandats zu gewinnen, welcher nicht allein die Interessen der Universität, sondern in weitgehender und inten­sivster Weise auch die Interessen unserer Stadt zu vertreten geeignet ist. <

Ein Hauptbestandteil unseres Gemeindevermögens und unserer Gemeindeeinnahmen bildet unser schöner, wertvoller Stadtwald, und es ist eine Hauptpflicht unserer Verwaltung, die Ertrags­und Leistungsfähigkeit dieses Waldes zu pflegen und zu erhöhen. Wir wollen unberücksichtigt lassen, was früher in dieser Richtung versäumt wurde, vielmehr dafür Sorge tragen, daß in unser Stadtverordnetenkollegium ein Mann komme, der unsere städtische Verwaltung in sachverständiger Weise mit Rat und Tat unter­stützen kann, und darmm wird jeder Wähler den wirklichen Interessen unserer Stadt dienen, welcher Hernr Dr. Karl Wim men au er, Professor der Forstwissenschaft, feine Stimme gibt.

Politische Tagesschau.

Gegen die zweijährige Dienstzeit.

-i- Berlin, 11. Nov.

Iw derKreuzzta." beginnt heute abend eine Artikel­reihe über die zweijährige Dienstpflicht. Da die abgekürzte Dienstzeit durch die neue Militärvorlage zur gesetzlichen dauernden Einführung gelangen soll, während bisher nur eine vorläufige Bestimlmung getroffen ist, die am 31. März nächsten Jahres ihr Ende erreicht, so ließ sich erwarten, daß vor der Festlegung der Dienstzeit die Konservativen ihre warnende Stimme" erheben würden. Wenn man die Aus­führungen derKreuzztg." liest sie sind vermutlich von einem ehemaligen Offizier verfaßt dann könnte es scheinen, als hatten die Erfahrungen mit der zwerjahrtgen Dienstzeit die pessimistischsten Befürchttlngen der Abräter bestätigt. Hören wir einiges von dem, was der militärische Beurteiler bemängelt: bat:Niemand wird behaupten wollen, daß die neue Einrichtung sich in der zehnjähmgett Probezeit bewährt habe. . . . Das Auge des Ungeübten* mag in der Haltuwg unserer jungen Soldaten kernen aroßetr Unterschied gegen früher erkennen; wer aber dre Verantwortung für die Zuv e rläs s i g kei t d e r Tr u p,pe in der Zukunft zu tragen hat, dein entgehen die M angel nicht." "Im Anschluß daran wird dem System zunr

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