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Telephonischer Kursbericht*
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Hessen Oberhessen
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Paris, 12. Juli. .„Echo bc Paris" meldet aus Petersburg : Ein Telegramm Togos, wonach der Kreuzer Askold beschädigt worden sei, während die japanischen Torpedoboote keinerlei Beschädigungen erlitten hätten, ist nicht zutreffend. Im Gegenteil wurden drei japanische S chiffe in ben Grund gebohrt, während kein runi)ches Schaden erlitt.
In kau, 12. Juli. Die russische Armee hat sich in Gefechts- linie ausgestellt. Ein Eisenbahnzug steht bereit, nm mit Knrv- patkm adzudampfen , Die Russen haben 16 000 Mann Ver> tärkungen nach dem Süden geschickt.
Petersburg, 12. Juni. ^Eine Divisson des baltischen Geschwaders ist gestern von Kronstadt aus abgedampft.
London. 12. Juli. Die Blätter veröffentlichen eine Meld- ung aus Tschifu, wonach die Japaner T s ck i u n a t a o, den Schlüssel zur Festung von Port Arthur, er- türmten. Der Kampf sei jetzt int Gange zwischen der Hügelkette von Tichiungtao und Port Arthur. Die Russen zer- törten den Retwisan und ein anderes Schlackt- Ä'iff. I???) *
Jlnifltc Meldungen.
Berli n, 12. Juli. Die von ihrem Ehemanne getrennt lebende 30jährige Olga Gätsch in Rixdorf, welche bei dem verwittweten Bauarbeiter August Sikora wohnte, versuchte diesen mit Lysol zu vergiften. Das Gesicht SikoraS ist vollständig verbrannt und man befürchtet den Verlust eines
* Beaumarchais bei Saarlouis, 11. Juli. Gestern nachmittag explodierte während des FestzrrgeS der Kreis- kriegerverbandSvereine beim Laden eines Böllergeschützes die Kartousche. Sechs Personen erlitte mehr oder weniger schwere Verletzungen. Sie wurden nach Anlegung von Notverbänden ins Krankenhaus zu Wallerfangen bei Saarlouis transportiert.
"Aachen, 11. Juli. Beim Anschießen einer Primizfeier bei. Speckholzerheide explodierte ein Böllergeschütz, wodurch zwei Männer schwer verletzt wurden. Der Vater eines der Verunglückten hatte vor Jahren beim Böllerschießen den Tod gefunden.
* Berlin, 11. Juli. Der 20 Jahre alte Weinreisende Eugen Schloß aus Leipzig verwundete heute die 19jährige Buffet-Kellnerin Hoffmann durch zwei Revolverschüsse und tötete sich selbst durch einen Schuß in den Kopf. Ein Bruder des Schloß besitzt ein Weingeschäft in Wiesbaden.
* Berlin, 11. Juli. Der Artilleriedepotinspekteur Generalmajor Zoch, der bei seinem Bruder, dem Forstmeister Zoch in Berlinchen weilte, ist gestern Abend neb t seinem Burschen ertrunken.
"Breslau, 11. Juli. In der Tiergartenstraße wurde ein Dienstmädchen von einem Automobil überfahren und sofort getötet.
"Koburg, 11. Juli. Bei einer Schlägerei zwischen Musikanten in Steinach wurde ein Musikant totgeschlagen. Einem Musikanten wurde ein Bein gebrochen. Zwei wurden verhaftet.
"Paris, 11. Juli. Infolge der seit acht Tagen herrschenden glühenden Hitze starben gestern acht Personen am Hitz schlag, lieber hundert Personen erkrankten auf der Straße.
" Valladolid, 11. Juli. Ein Wolkenbruch hat hier ungeheuren Schaden angerichtet. Der Platzregen dauerte zwei Stunden, die Straßen wurden in Kanäle verwandelt. lieber 1000 Häuser stehen unter Wasser. Dutzende sind eingestürzt. Der angeschwollene Pisnerga- Fluß riß Menschen, Tiere und Möbel mit sich fort. Zahlreiche Familien sind obdachlos. Die umliegenden Dörfer find ebenfalls schwer beschädigt; die gesamte Getreideernte ist zerstört. Der Bahnkörper der Nordlinie ist an vielen Stellen fortgeschwemmt.
"Wien, 11. Juli. Wie das Fremdenblatt meldet, hat 0er Wiener Polizeidirektor die Verhaftung des Schriftstellers und ehemaligen Gemeinderatsmitgliedes Dr. Linder angeordnet. Linder ist verdächtig, seit Langem große Betrügereien und Stellenschwindel auf raffinierteste Weise betrieben zu haben. — Heute stürzte an einem Neubau in der Nußdorfer Linie ein vierstöckiges Gerüst ein. Zahlreiche Arbeiter wurden in die Tiefe gerissen. Bisher wurden zwei tot und fünf schwer verletzt aus den Trümmern heroor- gezogen. Fünf Personen werden noch vermißt.
"Bozen, 11. Juli. Der Tourist Meyer aus Graz ist vom Rosengarten in den'Dolomiten abgestürzt und schwer verletzt aufgefunden worden.
"Der Mass er st and der Oder ist durch Regen- mangel derart niedrig, daß gestern selbst die Passagiersahrten vollständig eingestellt wurden, während der Frachtenverkehr schon seit Wochen unmöglich ist. Heute ist der niedrigste Wasserstand seit dem Jahre 1811, während genau vor einem Jahre die furchtbare Wasserkatastrophe über Schlesien hereinbrach.
"Zu dem Eisebahnunglück in Midvale (New Jersey) wird noch gemeldet: Der verunglückte Zug war ein Extrazug des plattdeutschen Vereins „HobokenS". 16 Passagiere wurden getötet, 58 teilweise schwer verletzt. Der Zugführer entging nur mit knapper Not einer 'körperlichen Züchtigung durch die empörten Plattdeutschen.
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Petersburg, 12. Juli, .lieber die Lage bei Porl Arthur nrirb-berichtet: Bei einem Ausfall des Generals Fock büßten t»ic Japaner einige Geschütze und 80 Gefangene ein. General Nöbzu erhielt'bisher 25 000 Mann Verstärkungen, sodaß die Japaner über mehr als 100 000 Mann verfügen.
Tschisu, 12. Juli. .Am Sonntag wurde bis 3 Uhr nachts heftiger Kanonendonner in der Nähe von Port Arthur vernommen. Nach dem Bericht eines Europäers, der aus Port Arthur entkommen war, haben japansscke Torpedoboote gegen 1 Uhr morgens ehren Angriff unternommen, der jedoch von ben Russen zurückgewiesen wurde. Am anderen Tage habe bei Port Arthur ein großes Landgefecht ftattgefunden. Die Russen sollen dabei tausend Tote gehabt haben. Gegen 700 Verwundete seien nach der Stadt transportiert worben. (Na, na!)
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Das Motiv zur Tat ist Eifersucht. Die Täterin wurde verhaftet.
Kopenhagen, 12. Juli. Bei einem Radrennen kam der Berliner Rennfahrer Theile schwer zu Schaden. Er stürzte infolge Maschinendefekt und und mußte bewußtlos vom Platze getragen werden. Auch Rütt kam zu Fall, erlitt jedoch nur leichtere Verletzungen.
Plymouth, 12. Juli. Im Verlaufe des Diners bei Lord Seymour erhob sich Admiral v. Köster zu folgendem Trinkspruch: „Wir freuen uns, auf Befehl des! Kaisers den Besuch erwidern zu können, den kürzlich die britischen Kameraden in Kiel abstatteten. Namens der Offiziere und Mannschaften der deutschen Flotte wünsche ich dem aufrichtigsten Dank Ausdruck zu geben für die überaus herzliche Aufnahme, die wir alle gefunden haben. Mit der größten Bewunderung sehen wir Deutschen aus die ruhmreiche, immer siegreiche britische Flotte, deren Mut und Tapferkeit die Blätter der Weltgeschichte füllten, ein glänzendes Beispiel für alle Nationen. Zu unserer größten Freude sehen wir den ritterlichen Admiral Seymour vor uns, der so wohl bekannt in unserer Heimat ist, und dessen unerschrockener Marsch nach Peking in so guter Erinnerung, zumal bei der deutschen Marine steht. Freudig und mit unerschütterlicher Zuversicht folgten unsere Offiziere und Mannschaften seiner Führung. Wie damals britische und deutsche Seeleute Schulter an Schuller in treuer Kameradschaft fochten, so hoffe ich aufrichtig, daß gute Freundschaft, Kollegialität und Kameradschaft stets herrschen werden, wo immer sich die Flaggen beiderNationeu treffen. Offiziere der deutschen Flotte, ich bitte Sie, die Gläser zu erheben und auf das Wohl der britischen Flotte und tapferen Offiziere zu trinken, vereint mit dem Namen des ausgezeichneten Kommandanten dieses Hafens, Sir Edward Seymour 1* — Die Korrespondenten aller Blätter heben das vortreffliche Aussehen und das musterhafte Benehmen der deutschen Matrosen hervor, die am Lande herzlich mit den britischen Seeleuten verkehren, wenn auch die Verschiedenheit der Sprache ein Hindernis bildet.
Wien, 12. Juli. Wie aus kompetenter Quelle verlautet, wird Minister Witte namens der russischen Regierung dem Reichskauzler Grafen Bülow Vorschläge machen, die den Ausgleich der gegenseitigen Forderungen bezüglich der Minimalzölle auf Getreide und der Jndustriezölle bezwecken. Man nimmt an, daß diese Vermittelungsvorschläge seitens Deutschlands acceptiert werden.
Belgrad, 12. Juli. Auch bei Dedeagatsch ist rin Attentat auf den Zug, der von Saloniki nach Konstantinopel fährt, ausgeführt worden. Es sollen viele Personen getötet und verwundet sein. Gegen die Ko- mitatschis herrscht große Erbitterung, da man neue Verwicklungen befürchtet.
Tanger, 11. Juli. Die marokkanische Regierung hatte hier gerade mit dem Bau eines neuen Zollamtes bei der den Hafen beherrschenden Batterie begonnen, als Briefe von den umwohnenden Stämmen und, wie verlautet, auch von Ralsuli eingingen, nach denen die Stämme Tanger überfallen würden, wenn der Bau fortgesetzt werde. Infolgedessen wurden die Arbeiten eingestellt. Nachrichten aus dem Innern zufolge hat Raisulis Stamm einen Raubzug in das Gebiet eines anderen Stammes unternommen. Nach einem zweitägigen heftigen Kampfe blieb Raisuli siegreich und raubte eine große Menge Vieh.
Vom Kriege.
Sport.
(E. T.) Fußball Dm Sonntag erhielt die zweite Mannschaft des Gießener Fußballklubs von 1900 ihre Feuertaufe und siegte mit 12:0 gegen die erste des Gießener Ballspielklusb; bie erste Mannschaft unterlag ehrenvoll bern Fußballklub Frankfurter Kickers, dem Frankfurter Meister unb Bezwinger von Viktoria-Frankfurt und vom 1. Hanauer Fußballklub von 1893, mit 2:4. DaA -weite Spiel war bas chönste, was je in Gießen gesehen wurde. Flott wogte es auf und ab, bis nach 35 Minuten ein Ball bes linken Gießener Stürmers ins Netz flog. Bis zur Pause war keine Aenberung. In bet zweiten Zeit suchte Frankfurt, nunmehr tnit dem Winde pielend, mit aller Macht gleich zu ziehen, aber doch gelang es dem Mittelstürmer Gießens, mit dem zugepaßten Ball die Deckung bet Gäste zu umgehen unb unhaltbar einzusenben. Aber plötzlich fand ein Drehball des Halblinken der Kickers mit Hilfe bes Windes ben Weg ins Netz bet Einheimischen. Noch btri weitere Bälle mußte der Torwärter durchlassen. Dann pfiff bet Schiedsrichter Schluß.
Riel, 11. Juli. Wegen ungenügender Beteiligung ist bas vom kaiserlichen Pachtklub veranstaltete Hand i - kap Helgoland-Dover ausgefallen. 7 Pachten hatten gemeldet, aber nur die Kaiser-Pacht Meteor und'die Pacht der Kaiserin Iduna sowie Navahoe hatten die Meldung aufrecht erhalten.
^^,EitSrtrchnischc Akademie in Derlin-CharlEenL-rg bt» ... —.Aus Freiburg i. Br wird geschrieben: Eni Fest, das fich nicht in Reden unb Bankett erschöpfte, sondern das auch rcÜ am Samstag in unserer Stadt zu
Ehren Universität, anläßlich der Immatrikulation di s 2000. Studenten veranstaltet. Der Stadtgarten war zur Statte bet Feier aus ersehen. Unter lauschigen Baum gruppen und am rauschenden Sprmgguell, waren ungezählte Tafeln auf- ^•^yt. In festlichem Zuge bewegten sich die Studierenden burch dre Straßen, um schließlich im Stadtgarten gastlich ausgenommen zu werden. Hier dürften etwa 2500 Menschen (neben ben Stu- bertfrert die Dozenten, Vertreter ber Bürgerschaft und ihrer Behörden) versammelt gewesen sein. Der Höhepunkt der Effekte wurde erreicht, als sich die Münsterppramibe wie feines (von Buntfeuer durchleuchtetes) Spitzenwerk vom nächtlichen Himmel abhob, als em schönes Feuerwerk an und auf dem Berge ab- brannte unb als lawch der Schloßberg bengalisch beleuchtet war. Our die Stadt sprachen Oberbürgermeister Dr. Winterer unb der Obmann des Stabtverordnetenvorstanbes Rau, für die Universität Prorektor Prof. Dr. Thurnepsen unb ein Student. Spaßig war, neben der Präsentation des 2000., mit einem Geschenk bedachten Immatrikulierten (eines Sachsen) die nachträgliche Vorstellung des 1500., eines schüchternen Amerikaners, unb der Auszug einer Riesenamme mit dem voraussichtlichen 3000. Musen- sohn._________________
Landwirtschaft.
Sitzung des Landwirtschaftsrates. Der Landwirtschaftsrat hielt am 7. Juli in Darmstadt eine von dem Vizepräsidenten, Oekonomierat Dettweiler, geleitete Sitzung ab, aus welcher insbesondere folgende Verhandlungsgegenstände hervorgehoben seien. ,Der Gesamtvoranschlag pro 1905 über die von ben drei Provinzialvereinen zur Förderung ber Viehzucht, des Obst-, unb Gemüsebaues beantragten Staatsmittel 'wird mit unwesentlichen Abänderungen Großh. Regierung zur Genehmigung empfohlen. Die Petttion bes deutschen Müllerbunbes bett. Einführung einer Betriebs- und Umsatzsteuer für Großmühlen wird unterstützt. Zur Aufllärung über die Vorteile der freinnlligen Alters- unb Invalidenversicherung in kleinbäuerlichen Kreisen wirb die Herausgabe einer kleinen belehrenden Schrift unb deren möglichste Verbreitung beschlossen. Bezüglich des Vertriebes von Vieh-Mastpulvem und ähnlichen Geheimmitteln durch Hausierer, Kaufleute unb Krämer wirb beschlossen, analog dem Vorgehen anderer Bunbesstaaten ben Reichskanzler zu ersuchen, bas Feilhalten von Viehpulvern usw. unter den Apothekenzwang zu stellen. Hinsichtlich der Heranziehung, ber Landwirte zur Fuhrwerksberufsgenossenschaft soll in Anbetracht ber hierbei bekannt geworbenen Unzuttäglichkeiten die Großh. Regierung auf diese aufmerksam unb ersucht werden, bie vorgeschlagenen Maßregeln zur Verhinderung einer unberechtigten Heranziehung zur Fuhrwerksberufsgenossenschaft zu treffen, insbesondere, zu veranlassen, daß bie Anmeldungen nicht mehr wie bisher bei den Bürgermeistereien, sondern ordnungsmäßig bei ben Kreisämtern gemacht werden. Eine vom Ministerium des Innern, Abteilung sür Landwirtschaft, Handel und Gewerbe zur Aenßernng überreichte Petition des Verbandes fortschrittlicher Frauenvereine betr. das Verbot des Ausstellens, Verkaufs und Tragens von Maulwurfspelzwerk wird dahin unterstützt, daß der Landwirt- schaftsrat sich für eine Bundesstaatsverordnung ausspricht, nach welcher das Ausstellen, Feilhalten und Verkanftn von Maulwurfspelzen unter empfindliche Strafe gestellt wird. Ein Anttag des Landtagsabgeordneten Korell, betreffend die Hengsthaltung in Hessen, findet Erledigung durch ben Beschluß, daß bie Großh. Regierung ersucht werden soll, im nächsten Jahre versuchsweise einige kaltblütige Hengste in Privathaltung an geeignete Personen oder Genossenschaften zu vergeben. Die Anftage des Großh. Ministeriums des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe betr. Anttag Schönberger und Genossen bie Ent- schäbigung für an Maul- unb Klauenseuche gefallenes Rinbvieh, insbesondere die Kürzung der (Äaatsmittel für Viehzucht, wirb dahin beantwortet, daß Großh. Regierung dringlichst ju ersuchen sei, ihre Zustimmung zu einer weiteren Einschränkung der Staatsmittel zur Viehzuchtsötzderung im Interesse der erfolg- reichen Durchfülnuna des Gnmdplanes' zu versagen.
Aniverstläts-Yachrichten.
Der preußische Kultusminister hat den Hofrat Prozessor Frhr. v. Eis elsberg, Vorstand der UniversttätSklinik in Wien, -um Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Direktors der chirurgi-
S-Klinik in Berlin, Dr. König, berufen, MselSberg dürfte dem Rufe Folge leisten.
i 11. Juli Professor wmi Tran- ttnirtx von
dem preiischchen Kriegsministerium als ordentlicher Professor an
Tendenz: still.
Serichtssaak.
(d.) Mainz, 12. Juli. Ein Aussehen erregender Prozeß schwebte gegen bie Stabt Mainz, der gestern glänzend für die Stadt ausging. Ter Militärfiskus hatte bie Stabt auf Rückvergütung von Oktroi in Höhe von 183000 Mark verklagt. ^Der Fiskus verlangte diese Rückvergütung für ausgeführte Konserven usw., bie von ber Königlichen Konservenfabrik an die verschiedenen Truppenteile in Deutschland versandt wurden und noch versendet werden. In ber gestrigen Zivilkammer des Landgerichts wurde der Milltärfiskus nach jeder Richtung bin mit feiner Klage kostenfällig abgewiesen. Der Fiskus wirb bie Klage in die höchste Instanz verfolgen.
(d-) Mainz, 12. Juli. Vor der Strafkammer hatte Nch gestern der Kaufmann Max Levp wegen unlauteren Wettbewerbs zu verantworten. Der Angeklagte betreibt in Darmstadt ein Manufakturwarengeschäft, während er hier eine Zweigniederlassung hatte. Als das letztere Geschäft nicht reüssierte, veranstaltete er vor ber Aufgabe einen Totalausv erkau bei herabgesetzten Preisen. Der Verein Mainzer Kausseute stellte Sttafanttag. ,@5 würbe dem Angeklagten nachgewiesen, baß er unter Deckadressen bedeutende Quantitäten Waren aus dem Darmstädter Geschäft hierher in den Ausverkauf verbrachte. Die Nachschiebungen sollen weit über 20 000 Mark befragen haben. Er wurde schuldig befimben unb zu 500 Mark Geldstrafe und in die Kosten verurteilt.
— DerSchweizeyvr. med. vst. vordemKammer- gcricbt Der Tierarzt F. war vom Schöffengericht und vom Berufungsgericht wegen unberechtigter Führung des akademischen Titels einer ausländischen Universität (Bern) zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Kammergericht als höchste Justanz bestätigte das Urteil beider Untergerichte. Mofiviert wurde das Urteil nach der „9erL Tierärzt. Wschr." damit, daß F. als preußischer Staatsangehöriger sich gegen die Verordnung vom 7. April 1897 vergangen habe. F. hatte feststellen laffen, daß er seinen Titel rechtmäßig erworben habe. Die wiffenschaitliche Qualität des Berner Doktortitels war vom Kommergericht nicht angezweiselt worden. Es handle sich somit hauptsächlich um die Gegnerschast des preußischen Kultusministeriums gegen den Berner Dr. med. vet^ da in Elsaß-- Lochringen und andern Buudesstaaten eine solche Anfechtung nicht erfolgte. Ja, Elsaß-Lothringen läßt bis zum heutigen Tage den auch in Bayern unzulässigen Dr. phil Freiburgensis (franz. Schweiz^ zu, was durch direkte Anfrage beim Straßburger Ministerium fest- gestellt wurde. Das Fachorgan meint unter diesen Umständen, es wäre ein nutzloses Opfer an Zeit, Arbeit und Gelb, wollte jetzt noch jemand diesen Doktortitel erwerben.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Heffen für Mittwoch, den 13. Juli 1904: Meist heiter, bei milderer Nacht tags über wärmer, ehr heiß, forigesetzt ttocken.
Nähere« durch die Gießener Wetterkarte.
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Kandel und Verkehr. Nalkswittschafl.
Siemens-Schuckert-Gesellschaft. Dje Gesellschaft hat em Patent auf neue elektrische Lampen erworben, von bem ein großer Nutzen erwartet wirb. Wie wir nun erfahren, hanbett es sich um zwei Erfindungen unb zwar um eine Liliputlampe, bie eine Konkurrenz für bie Mignonlampe ber Allg. Elektrizitätsgesellschaft fein soll, unb ferner um eine Lampe, bie auf bem Prinzip des Tantulfabens beruht; bie letztere Lampe wirb als eine Konkurrenz ber von der Auev-Gesellschaft hergestellten Osmiumlampe bezeichnet. Die Lili- putlampe befindet sich bereits im Handel. Im übrigen dürste es gut sein, weim man bie Erwartungen nicht allzu hoch spannt.
Märkte.
Gießen, 12. Juli. Marktbericht. Auf heuttgem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.00—1.10 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Vfg. 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 7—0 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr. Paar0,80-1,00Mk., Hühner pr.St. 1,30—1,40 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,70 Mk., Enten pr. Stück 77,j—2,20 Mk., Gänse pr. Pfd. 00—70 Pfg., Ochsen fleisch pr. Pfund 00—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Psg^ Schweine- leisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 68—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,50—0,00 Mk^ Weißkraut per Stück 9—12 Pfg^ per Zentner 0.00—0.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 7,00—10,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepsel per Zentner 20 bis 25 Mk., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 00-00 Pfg. Kirschen per Pfd. 15—00 Pfg. Märktzeit 7—1 Uhr.
8Vt% 3 o/o S’/.o/o 30/fl 8'W) 3V,K
4% Unpar. Goldronte 4°/ Italien. Rente .
41/t % Portugieser » 8°/ Portugiesen. . .
1 "ti C. Türken . . Türkenlose ....


