Ausgabe 
9.8.1904 Zweites Blatt
 
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Anfangs» u. Schlußkurfe.

(mit abknöpfbarer Kapuze und Durchgreifiohliti) in tadelloser * Ausführung von Mk 17. in 110 cm Länge aulwMrta -m

ÜÖ7Ü

201.10

207.

218.2b

bewährteste Nahrung

. 219.25

. 188.Ü0

. 207.70

chöne weihe Hände sind eine fesselnde Zierde des Weibes; schöne weihe Hände sind auch ein mächtiger Em­pfehlungsbrief. Um diese interessanten Attribute weib­licher Schönheit zu erlangen, bedarf es ganz besonders der tagtäglichen Waschungen mit Doering's Eulen Seife. Ter zarte, fettreiche Schaum dieser Sette wirkt überaus günstig aus die oberen Hautlagen und gibt ihr jene samnu- weiche Zartheit und das anmutige Kolorit, welche eine schöne Hand erst zur vollendeten Zierde erhöhen. Preis per Stück 40 Pfg. hv",

mager.- darmkranke

DejchaftSentnnckelung.

Privat-TiSkont 2*/, Prozent.

Ceft. Kredit.

Deutsche Bank . .

Darmstädter Bailk .

Bochumer Guß .

tag findet dann btt letzte nllgcmnne Sitzung, mit Xiorträg«» van Legre.Turin und W ir ti "«"'Mfi Aur- iidxiouim ber Sternroartc aus dem KönigSstuI-l statt. JJ(tt viu» Hünen in die Umgebung erreicht die Heidelberger ^agung, die sich ben Kongressen in Zürich (1897) und PariS (1J00) würdig atv- sdstießen wird, ihren Abschluß ____

Kunst und Zöistenschast.

S. W. K. Heidelberg, 8. Aug. Ter dritte inter nationale Mathematikerkongreß nimmt heute abend mit einer Begrüßungsfeier in ber Stadthalle seinen Anfang. 'LsiS heute srüh nxiren schon mehr als 20d Teilnehmer beten Zahl sich im Laufe des Tages verdoppelt haben dürfte aus aller Herren Länder enigctrojfcn. Falt alle europäifdjcn Staaten, selbst Amerika und Asien, finb vertreten. Tie feierliche Eröffnung des Kongresses erfolgt Dienstag vormittags 10 Uhr im Museums- iaale, nrj nach den Begrügungsanspraä-en Geh. Rat K ouigs- berget- Heidetverg eine GedadMuörede auf E. G. I. Jacobi leiten wirb. AbendS ist ein Bankett in der Stadthalle. Am .Rittwoch finden vormittags Sektionssitzungen statt, und für den Aachm.ttag sieht baö Programm einen Ausslug nach Schwetzingen vor, wo bte Leilnehmcr im Grohh. Schlosse empfangen iuerben. .ch b:r zweiten al.gemeinen Sitzung, die Donnerstag vormittag n ber Universität aula ftnttfinbet, iverdcn Painlev e - Paris und Greenhill-London Bortrüge halten. Donnerstag N2ch mittag luiro oie mathematisch Ausstellung eröffnet und abcuoS »eranftaltet die Stadt Dem nongreg zu El/ren eine (Sd)lobbeleud)* tttng Der Freitag ist wieder Sektionssitzungen, Borträgen und .cmonflrationen in den Ausstellungen gnoidmet, uad am SamS-

?lniversttäts-Yachrichten.

br. Berlin, 8. Aug. Zum 9ttid)solger Franz Königs an ber Berliner Universität, o Professors uiid Direktors ber djarur- gischen Minik im El-arüL-ttranlenhaufe ist der otdentlid>e Pro- sessor und Vorsteher ber chirurgisclicn 51111111 und Volillmik an der Universität Vzisel Tr. med. Otto Hildebrand (em früherer Assistent KönigS) berufen worben.

Heidelberg, 8. Aug. Ter a. o. Professor Dr. med. cr-ranz 9M&1 wurde zum ordentlichen Professor der Pshchiatrie uirb Titeltet der Irrenklintt an der Universität D"delberg er­nannt. Rißl tritt an Stelle von Professor Tr. Hart Bonhoesfcr^ der Wernickes Professur in Berlin übernimmt.

Hum 5vjährigen Jubiläum des Keh. Jutlijruls Aaift.

Nachträglich sind wir in die Lage versetzt, den Dort» laut der Adresse zu veröffentlichen, welche der Vorstand der Anwaltskaimner an Geh. Justiziar 2kift gelegentlich seines Jubiläums gesandt hat. Er lautet:

Hochgeehrter Herr Geheimer Justiz rat! Wengeschätzter Herr College!

Ihren heutigen tihrentag, an dem Sie auf eine 50jährige Berufstätigkeit als Anwatt zurückblicken, wollen Ihre Kollegen unb unter Ihnen die Mitglieder des Vorstandes Der Anwalts­kammer n.cht vorüber gehen lassen, ohne Iynen ihre Hochachtung und Anerkennung für Ihr erfolgreiches Wirken im Dienste der Rechtspflege auszudrücken. Tantbar blicken wir mit Ihnen auf Sen langen Zeitraum zurück, in dem es Ihnen vergönnt war, in körperlicher und geistiger Irische Ihren Beruf audjuüben und durch treueste Pflichterfüllung und ideale Auffassung ber anwalt­lichen Tätigkeit allen Berufsmitgliedern ein Vorbich zu sein. Lange Iahrc gehörten Sie b:m Vor stände der Anwaltskammer an, ber es lebhaft bedauert, Last Ihr hohes Alter Sie zum AuS- schieiden^veranlastte. Möge Ihr Lebensabend ber freundlichste sein, damit Sie Die Früchte eines arbeitsamen und tüchtigen Lebens noch recht lange Jahre geniesten, iarmftabt, 7. August 1904. Ter Vorstand der Anwaltskammer: Metz L, Geh. Iustt-rat, Vorsitzender. Massot, Iustizrat, stellvertret. Schriftführer.

Zu der Feier iw Mub ist noch folaendes nach-u tragen. Als die Ernennung Batst's zum Zunftmeister erfolgt war und die Gesellschaft vergnüglich zusammen saß, erschien im! Klub ein Bauer mit Zipfelmütze, blauem ÄiKel und kurzer Pfeife. Er suchteen Avakat, er halt' gehört, es sei en Avakat Batst do." Es wurde ihm erwidert, das sei richtig, und Batst forderte ihn aus, zu sagen, was er aus dem Herzen habe. Der Dauer sagte: Eich hab's schriftlich bei nur, der Parrer hat mer's ufsgeschriwwe, do eich net schretwwe kann." Auf die Aufforderung, das Schriftstück herzugeben, antwortete der Bauer:Eich kann's selbst lese; denn lese how eich gelernt, jchreiwc kann eich net", woraus der Bauer ltzausVerwalter Todt) dann folgendes von ihm verfaßte charakteristische Gedicht in oberhesjtscher Mundart unter großem Beifall und großer Hetterkett aller Anwesenden, vortrug:

Ach vo' Molläste hart bedrucht, Hot mich mei'Fraa" baut fort aeschucht; (tn Nautnotz un en Tagdäib noch dezou SahtSäi", das letzt met Tog un NaH kah' Rouh; Te Hob schtieht offem SchptU, etz frey im Rat, Hau' mutzte reire schwinn, noch in die Schtaadt!

jum Avekat Hai wohlbekannt

Aach weit un' brett un Hesjeland;

Besonnerich doch enLberhrsse" Wo he geführt Hot Diel Prozesse. Un weit, was, gar wichtig ist, Ja aad) vo ,cho" gebürtig; bekannt he en jerem Cart7 W- he gerührt hat deck das Woart Un s ka.nen oör bahl ieten Tag, Tav he ges^rn-aßt en unser Schprach Tann so oerschrann en lerer Hiann: Cb Sumotten, -bürzer awer Dauer

Bon den untersucht e Gegcnständen gingen ein au« den jh-eii n AlS.eld 1.2, Büdingen 120, Iriedbcrg 2 G, Gi.ßm 3i Lauterbach 189, Schotten 6141. Aus Lrten ufw. außerhalb ber

Veraiilasiung, nämlich Butter wegen zu geringen Fett- und zu hoben Wassergehalte«, Törvobst, amerikanisches, weil mehr als 0,123 Proz. iil4veil.gc Säure enthaltend, Essig rvigeit zu geringen Oxchattcs an lissigsaure, Fruchtsäfte, weil mit Tecrfardc gefärbt oder lälicoliaurvlxtltm Hefe, gar. rein, weil stärkemchlhalttg, Küchen- goichirt wegen bleiabgcbenbcr Glasur, Marmelade, weil stärke- wruphaltig und mit Teerfarbe gejärdt, Milch, weil gewäsiert, Mineralwasser, künitttcheS weil mit Getrtidcspelzen verunreinigt, Mör.el weil er nidx der angcg denen Zusammensetzung entsprach, Wa.jer, weil ungeeignet jür Genuß- und Hausgcbraud-szwecke, Wa.scr, u*d ungeeignet tut technische Zivecke, Wem, -veil ver- Oorbcu, Txiu, iLHjjn zu bei) n G-dallcS an - sauren,

Wurstwarcn, wed i.ärlemcb.b Uig, stärkemehl- und borsaurehattig, stärkemehthalttg o-dcr verdorben.

Tie Einnahme auS den ungefubtien Untersuchungen ergab 5211,24 Mk., Legen 6o20,87 Mk. im Bonahr.

Ju den Einnahmen aus den Untersuchungen sind noch hinzu- zured,neu bieiemgen Betrage von Geldstrafen, welche burd) ge- ndMlitix En. a^'id.ing auf 0-rund Der vom Unt.rsuchungsamt aus­gesprochenen eam'tanbungen verfügt ivurden. Ferner ist hm zu­zurechnen die HLfte der ttntersuchungsgcbuhren sür im amtlichen Auftrage untersuduc beanstandete Proben, im Falle eine Ber- urieilung aus die Beanstandung hm stattsand.

Sett dem Bestehen der Aniiall im Jahre 1891 wurden o3 5Jo ! Untersuchungen auSgcfuhrt und dafür 46 861,62 Mk. verein- nahmt.

Tie regelmäßige Kontrolle von Nahrungsmitteln, Genuß­mitteln und Gebrauchsgegenständen fimd in der mit ben ver­st!,n ebenen Behörden oervinbarten Weise gleich wie in früheren Jahren statt.

Gerichtliche Verurteilung von Metzgern wegen Zuiatzes von

mehl uxr non Stärkemehl und Borsäure zu Wur>hvarcn bezw. wegen Feilhattens und Verkaufes perdorbener Wurst find m 10 Fällen bekannt geworden.

Wie in früheren Jahren, so fand auch im letztverslossenen eine chemische und balteriologifdie Unteriud)ung des Wasserö sowohl auc* Der neueren, wie auch auS der älteren Wasserver- iargungdanlage t:r Stadt Gießen, ersteres aus den Quellen zu Cucdbom, letzteres au 5 ben Quellen bei Großen-Dnseck und im sicher Walde starnmeno, statt. Ein Vergleich der im Jahre 1902 enthaltenen Zahlen und qualitatioen Prufungsergcbiiisle mit btn- icnigcn von 1903 ergab, daß die chemische und phnsikalifcbe Be- fdtafienhcit deS von dcn Qucdvorner Quellen gelieferten WasscrS I in beiden Jahren im wesentlid>en die gleiche gewesen ist. -Lab Wasser war daher aud) auf Grund der letzijährigen Untersuchung wiederum als von großer Reinheit im hhgienischen ^nne und infolgedessen als sehr geeignet zur Speisung einer öffentlichen DasserleitungSanlage zu bezeichnen. Auch für tcdniifd)e Zlvede konnte es wegen ferner Reinheit und geringen Gesamthärte bestens empfohlen werden. ,

Ter uns vorliegende Jahresbericht des Untersuchungöamtes beweist, haß das Institut auch im letzten Jahre hervorragend von Privaten benutzt worden ist; eS sei daher allen, die Be- I Deuten hnjid tlid) d.r Verwendung von AahrungS-, Genußmitteln unD Gebraua-Sgegenständ:n haben, empfohlen, foldx durch das I Untcrfud/ungdamt auf die Unschädlichkeit prüfen zu lassen.

iln* sÄi>aßt he fid) emal en Zoarn, Ter n»ar ja nLit vo' langer Tauer. UK'r M)flt,n aarfdx gern aad) freie? Dai m r fett Geald l>lt oahnzelege, 'S folgt dem Woart nach fdupuin die That Höi woust'r immer gaure Rat;

Tie Aktie wem am beste fchtiehn, En Hod>heim bei demBurgess grihn Un wann br ebb es michn wollt loage, Könnt ibrjd) ins Höchster Fardlverk trage, An Chrn hat's uch io näit gefehlt, M'r hoi uch Hai un* bo gewehlt;

AIS Beischtand uti de' Hesse!'rückcr-Hammer Un' aad) als Börschtand en die Iuristiscl>-Kaminer, Ihr seid für mich de rcrfxtc Mann?

Ter aad) bi-rn vstoffil b.Smol haelfe karm.

Als Avekat sdnlt foisig Ioahr, so iung en freia>, So setzt he, inner seine Leu, häi an ben ^isd) Un dreckt uch sduvcr die AerwetSlast, Aich gönne uu> bin Rouh un* Rast, Im Fcttschtöb'che bo könnt r roppe, Siet Humor gewürzt aure Llwetschoppe; Haut sei's nu grab schul sed)Szig Jahr, Herr Gehcimerat hoch Jubilar!!!

Schließlich bemerken wir nod), daß LandgcrichtS- direktor Bücking die Anspruch namenS deö Landgerichts hielt, was aus dem gestrigen Bericht nicht klar hervor­ging.

Arvcitervcwegung.

Offenbacha. M. .8. Aug. Tie hiesigen Schreiner haben heute, nadjibem sie 16 ^öochen lang im AuSftand verharrt hatten. Die Arbeit zu den irülKrcn Bedingungen lvieder auigenommen. Tavon lyattci! die Arbeitgeber ihr Eingehen auf weitere Ver­handlungen über die schwebenden Lohnsragen abhängig gemacht.

Newyork , 6. .Äug. Infolge Meinungsversdnedcnherten zwisdjcn Arbeitgebern und Arbeitern hat der Verband der Bau­unternehmer die Aussperrung von 17 300 A r b e i - lern beschlossen. Tie Führer des Syndikats haben ihrerseits beschlosst, den Ausstand auf zehn weitere Branchen des Baugewerbes auszu dehnen. Dadurch tritt eine Untcrbred)* ung sanitlicher Bauarbeiten in Newyork ein. Tie Zahl der Aus- ländigen beträgt zurzeit 50 000, fic wird sich aber in einigen .ixigcn auf 100 OOP erhöhen.

tzhiMtjches Zlntirjuchungsumt für die Arovinj Hbeihsssev.

Im Jahre 1903,19 >1 wurden im UntersudTUngSamte im Auf­trage von Behörden 891, von Privaten 7146, zusammen 803, llntcnudamgen auSgeführt. Untersucht wurden folgende Gegen­stände in ber dabei angegeben n Zahl: 4lbwai,er o, A et her 3, Alenronat 1, Ardxwlogis^e Chielte 1, Bachnwller 1, Baumate­rialien 5, Bienenhonig 2, Bier 13, Branittwem 7, Brot 1, Butter 62, Buttermild) 6, Törrobst 14, EiS ^rudsteis) 1, Erd­boden 1, Erze 2, Essig 89, Farben 29, Fleisch Gack-, ^olbcr- fleifd) 10. struchtsäfte ^ruchtg-tteS, Marmcl?.ben, L.monadcn Id, Futtermittel 2, Geriduliche L dielte 2, Geivürze t)3, Glasuren 1, Sam 3, Hefen 7, Heringe 1, Käse 1, Kaffee und Katfeemioaate 3, Kartoffeln 3, LiidiengIchtrr 50. Lale (Pökclbruhe, 1, Maische 1, Margarine 18, Medikamente 5. Mehl 1, Milch (Marltmilch) 34, Milch v^tallmildMxrobcni 3, Milch Eür Produzenten! 10, Milch aür Molkereien 6931 Mild» (Magermilch für Molkerc,en) 1/, MUch ^Magermilch für sonstige Intercssentcn) 1, Minerale Mineraliväsier (künstliche- 1, Mineralwässer ^natürliche) 4, Rudeln und 0»raupen 2, £bft- und Fruchuveinc 2, Leie 8, Pavierdütcn 1, Petroleum 30, Rahm für Molkereien 52, Rahm (für jonitige stntercsscnten 1, Scllamm 1, Scbwetncschmalz 29, «eisen und ^ciseiipuloer 23, ©ciieiuinterüiuflcn 21, Speisefett 'Ptlan-entett) 1, Spiettvaren 8, Tapeten unb Buntpapiere 62, lierleidjcn 3, Tonerde 1, Wadiskerzen 2, Wasser für Genußznxcke 101. Wa,ser für icdmischc Zwecke 6, Dein 53, Wurstwaren 182, ^ttronen-

brrporfanx, machten die Km der auf dein Kirchenplatz ihre) Spttle. __ -I

r. Lauter, 8. Aug. In emer in vergangener Nacht m emer hiesigen Wirtschaft stattgehabten Rauferei erhielt ein verheirateter Mann solche Schlage mit Glasern auf ben Kopf, daß an feinem Auskommen gezweifelt wird.

sd. Darmstadt, 8. Aug. Der heute durch die Polizei verhärtete .Professor de EastreS^, der im Mai d. IS. aus der Schweiz hier zugezogen ist, hat schon fett ewiger 3eU durch verschiedene verdächtige Manipulationen die Auf­merksamkeit auf sich gelenkt. Der Form halber 'neidete er sich alS Hande IS- Spracht e hrer hier an, und seine Frau, eben- saUS rote er, auS Belgien, sollte ihn hierbei unterstützen. Et erließ großartige Annoncen über seine HandelSlebranitalt, aber unter Chiffre-Ädresien wurden Requisiteure, Depot-Verwalter, k Buchhalter, Haifierer re. mit Kaution gesucht. Mit einer I ganzen Reihe dieser Leute trat er m Verbindung, und eS m ihm anscheinend auch in einzelnen Fallen gegluckt, ent­sprechende Betrage zu erhalten, doch sind die mit den Leuten I adgeschlosienen Verträge so verdächtiger 9lrt, daß ein hiesiger Notar, der den jetzt Verhafteten beriet, die wettere Vertretung ablehnte. Er kaufte inzwischen in der Frankfurtersiraße füi 143 000 Mk. ein Anwesen, tn welchem daS sog. Canatoriuni unter dem Titel,6anator* errichtet werden sollte. -iaS HauS war kurz vorher für 125 000 Mk. feilgeboten worden:I ine Anzahlung bestand auS ca. 4000 Mk. bar und 6U00 Alk. -m Wechseln. In auswärtigen und ausländischen Blättern erschienen nun Annoncen, in denen de Eastres seine Hülfe I für a 11 e Krankheiten anbot. Nach Eingang ber Bnese wurden Den Heilung Suchenden Fragebogen übersandt, die ohne Rücksicht auf die Verschiedenheit der Krankheit alle nach einem Schema lauteten. Die ganze Korrespondenz wurde beschlagnahmt, die Medikamente sind bisher nicht aufgefunden, doch müssen solche vorhanden sein, da er ja mit einem zu engagierenden Materiatten-Depotverwalter mit Kaution in Unterhandlung stand. Einem zu engagierenden Kassierer hatte er versprochen, als Sicherheit die Kaution von 30 000 Mk., die dieser zu stellen hatte, aus das obenerwähnte HauS em- gutragen. Durch eine ganze Reibe ähnlicher dummdreister Manipulationen unb durch eine Menge von außerhalb ein­gehenden Anfragen wurde ber Verbacht verstärkt, daß man es mit einem Hesischwmbler zu tun habe, zudem be Caltret bisher nicht nachgewiesen hat, mit welchem Recht er ben Professortitel sühn.

Frankfurt ,8. Aug. Tie hiesige Polizei beabsichtigt, wic | <djon früher kurz gemeldet wurde, m Franlsurt allmählich eine | Regelung ber Polizeistunde nntreten zu lasten. Es sollen eine Polizeistunde um 11 llhr, eine um 2 Uhr und emc unbeschränkte Polizeistunde, ähnlich, wie sie in Hannover und Echse! besteht, emgcfubrt iverb.n. Nach ben neueiun polizcilicl^n Verfügungen kann auf Antrag bericmgen Gai.wiNc, die bisher bid 12 ober 1 Uhr Konzession hatten, die Polizei'tunde bu- 2 llhr verlangen werden. SanulidZc Wirtschaften, cingeschlossen Die nur «Tcunenbedicnungen, die bisher um 11 Uhr schließen irmprim dehatten diesen Termin "Bet Unbesdnänkte Polizcumnde kann auf Aiurag Deniemgen Wirtsd/aften, bte bial^r erst um 4 llhr »u schließen brauchten, gewöhn w.rden, falls ein dringendes Bedürfnis DorlicgL ,In ber Burgstraße spielte geilen^ ein loiäbnger Bursche nach dem Essen mu einem Terzerol. Leine jüngerzn Geschwister sd«aurcn andächtig zu. Plötzlich entlud sich >ie Waffe unb Die Digel Drang tmern zweijährigen Knaben in den Lopf. blutüberströmt sank das Kind zu Boden. .Tie Rettungswache stellte eme lcbensgnährlid^e 8.rL\ung in Der Schtäfengegend fest und brachte das KjiD nach dem veilig- geisthospttal.

jtleine Mitteilungen aus Hessen unb ben Nachbarstaaten. In Haßloch würbe eine gemeinnützige Baugenoffenschaft gegründet.

Sport.

** Bei dem 27. mittelrheinischen Kreisturu- e st in Koblenz errangen von der Gießener Tur ner- diaft unter 2200 Wetturnern folgende Turner Preise: den 3. Preis Marl Müller, T.-V., den 10. Preis Ludw. Beppler, T.-V., den 61. PreiS Jean Hof, T.-B.

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Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 9. August.

In einem gestrigen Artikel ist der Wunsch ausgesprochen worden, daß die Schonzeit für Feldhühner mit dem 21. D. 'Di. zu Eiide gehe, da sdion ausgewachsene Hühner an- getroffen würden. Nun endet diese aber in vielen Bezirken PreußcnS nach den amtlichen Bekanntmachungen bereits mit dem 17. August. ?tilxdb hosst und erwartet man auch in den hessi- d>en Iagerkretsen, datz die diesseitige zuständige Behörde eben- alls diesen Tag als Endtermin der Schonzeit für Feldhühner ür dieses Jahr festsetzen möge.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Berliner Börse vom 8. August 1904.

(WhtgeteiU von ber Bank für Handel imb Industrie, Gießen.)

Eine neue scharfe Haussebewegung auf dem Kohlen-Aktien- markte gab ber heutigen Börse ein festes Gepräge, ohne baß von irgendwie nennenswerten Geschäften aus anderen Gebieten alS auf dem Industriemarkte die Rede sein kann. Man glaubte zu beob­achten, daß namentlich Harpener seiterrs einer hiesigen Bank in grobe» Posten auS dem Dlarkte genommen wurden, was man in Verbindung mit einer Zeitungsnotiz bringen wollte, wonach sich der bayerische Eisenbahnminister jungst geäußert habe, daß er gern em größeres Kohlenbergwerk erwerben wolle. Wenngleich von betei­ligter Seite die Käuse al« nicht durch irgend eine Verstaatlichung-- IranSaftioii motiviert bezeichnet wurden, so ist doch damit zu rechnen, daß die Spekulation sich vorerst nicht in ihrer Unter­nehmungslust beirren läßt unb namentlich Roblenroerte weiter poussieren will. Eine neue Avance erzieltenHibernia'-Aktien auf Käufe der beiden Parteien. Der Renten markt zeigte auf bessere- Pan« ein festes Aussehen und auf dem amerikanischen Markte sielen Kanada durch ihre bessere Haltung auf, da in ber heutigen Verwaltungsratssitzung die Dividende für daS verstossene valbjabr wieder auf 3 Prozent festgesetzt werden soll. Aus dem iiafiainbuftricmarftc waren elektrische Werte neuerbmg« begehrt unb neben Edison waren Lahmeyer besonder« höher. Breslauer Tis- lonto-Bank-Aktien abermals 1 Prozent gebessert auf bte gute

Bestellungen bei Krupp. Tie rumänische Regier­ung hat jür 28 Mill. Frcs. Kanonen bei der Firma bestellt. Tiefe ging aus der Ztonkurrenz mit dem berühmten 28crf ©twiber* Ereuzot siegreich l)ervor. Weiter hat Holland 100 Geschütze in Auftrag gegeben, und von Rußland ist ein großer Auftrag nach Seltenen und Schivellen cingclaufen. Verhandlungen wegen Lieferung von Rohrrücklaufgesclrötzen an Rußland fdyroeben noch.

Köln, 8. Aug In einer gestrigen Venammlung kam der Verein deutscher © p i e g e l g l a i f ab n t aiit e n zustande. Tie Preise wurden um 5 Pro-, erhöht. Der Verem teüt mit, baß Bestellungeii auf Lagermarke polierter Spiegelgläfer wegen lleberl-aufung der Äufttöge nicht angenommen werden könnten.