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9.8.1904 Zweites Blatt
 
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RotattonSdruck unb Verlag der Brüh liehe» UntoerfitätSbruderet 9L Lange. Greben.

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Zweites Blatt. 154. Jahrgang Dienstag 9. August 1904

Erscheint täglich mit Ausnahme de» Sonntags.

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.Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der MW fil & L. U| W M M W M H 0 Ä M M

-hejstlche Landwirt" erscheint monatlich einmal. WW g W B V W- W W P H U MH

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen.

26. Deutscher Kaus- «ud Krundöesthertag.

S. n. H. B r e s l a u, 6. August.

In feiner heutigen dritten und letzten Hauptvecsamm- Lung befaßte sich der deutsche Hansbesitzertag zunächst mit bem Kreditwesen für den städtischen Grundbesitz. Der Referent Beiß enh er z-Breslau betonte in seinen Ausführungen die Notwendigkeit der Schaffung von Hypotheken-Jnstituten für den städtischen Grundbesitz, wie sie die Provinz Schlesien bereits besitzt. Wünschenswert sei ein Pfandbriefinstktut, das auch zweite Hypotheken ausleiht, denn damit hätte man die idealste Kreditform für den Hausbesitz geschaffen. Die größte Schwierigkeit biete der Absatz der Pfandbriefe; hier gelte es, den Kampf mit dem Großkapital, das sich der Unter­bringung der Pfandbriefe in den Weg stelle. Mer wir Hausbesitzer fürchten uns nicht und werden selbst auf die Börse gehen und Pfarrdbriefe kaufen und verkaufen, wenn es nötig ist. Es ist aber Aussicht vorhanden, in Ver­bindung mit großen Bankinstituten den Absatz der Pfand­briefe zu ermöglichen. Der Redner schildert die Erfolge der deutschen Hvpotheken-Vanken. Die 40 deutschen Hypo­thekenbanken haben im vorigen Jahr 70V2 Millionen Mark an Dividenden gezahlt und das alles auf Kvsten der Haus­besitzer.

Baumeister Hartwig -Dresden tritt ebenfalls für die Errichtung eigener Pfandbriefinstitute ein, empfiehlt aber, wie es in Dresden bereits geschehen ist, den Staats- oder Stadtkredit in Anspruch zu nehmen. Fürchten Sie nichts, wenn die Stadt mit ihrem Kredit hinter einem solchen Institut steht. Das wird der Stadt sowohl wie den Haus­besitzern Nutzen bringen. Eine Lebensfrage für Pfandbrief- Institute ist aber, wie hoch dürfen sie schätzen und be­leihen? Ich kann den Hausbesitzern nur zurufen: Habt Ihr Geld übrig, dann wendet es Pfandbriefinstituten zu.

Justizrat Baumert- Spandau führt aus, was wir 6et den Baugenossenschaften nicht wollen, daß sie durch Staatskredit vorwärts gebracht werden, das dürfen wir für unsere Pfandbrief-Institute auch nicht fordern. Wir dürfen also keinen Staats- oder Stadtkredit für diese an* streben und wünschen. In Dresden ist man da auf die schiefe Ebene geraten. Wir wollen uns selbst helfen und erstreben daher Pfandbrief-Institute unter Selbstverwalt­ung der Hausbesitzer. Leider sind die Hausbesitzer in vielen Punkten nicht einig. Wir haben hier in Breslau zwei Haus­besitzer-Vereine, nur einer davon ist hier vertreten. Das dürfte nicht Vorkommen, bei eitrigem guten Willen hätte jeder der beiden Vereine ein paar Löcher zurückstecken können. Auch in der Provinz Brandenburg sind die Haus­besitzer nicht einig; das liegt aber in der Hauptsache daran, daß uns die Hauptstadt fehlt. Berlin ist selbst­ständig und unsere Großstädte Gharlottenburg, Schöneberg, Rixdorf, helfen uns nur teilweise. Wenn die Hausbesitzer nicht einig sind, dann gehen sie trüben Zeiten entgegen.

Rechtsanwalt Dr. Hettersdo rff -München legt dar, es sei doch ein Unterschied zwischen der Unterstützung der Baugenosienschasten durch abnorm billigen Staatskredit und der Beteiligung der Stadt Dwsden an dem dortigen Pfandbriefinstitut. Die Stadt beteiligt sich mir formell an der Verwaltung, sie steht selbst im Hintergrund und hat obendrein finanzielle Vorteile davon. Wir in Bayern haben auch Hypothekenbanken, aber wir leben mit ihnen in Frieden. Wir haben allerdings auch keinen Mirbach. (Große Heiterkeit.)

Im Schlußwort betont Beißende rz -Breslau noch­mals bezüglich der Frage, wie hoch die Pfandbriefinstitute beleihen dürsten, daß im allgemeinen die Mündelsicherheit zu fordern fei, daneben feien aberi noch andere Pfandbrief- Institute für zweite Hypotheken notwendig.

Ein Beschluß wurde nicht gefaßt.

Baumeister Hartwig- Dresden regte danach eine Be­schickung desErsten DeutschenWohnungs-Kon- gresses" in Frankfurt a. M. an, Mit dem Be­merken, daß in dem von über 100 Anhängern der ver­schiedensten sozialen und sozialistischen Richtungen besetz­ten Ausschuß dieses Kongresses sich kein einziger Haus­besitzer befinde. Im Mittelpunkte des Wohnungskongresses stehe der preußische Wohnungsgesetzentwurf, der sicher das Vorbild für ein allgemeines Reich-swohnungsgesetz bilden werde. Da sei es notwendig, bei Zeiten die Forderungen und Interessen der Hausbesitzer zum Ausdruck zu bringen, um zu verhindern, daß man über sie einfach zur Tages­ordnung übergehe. Die Versammlung nahm hierzu folgen­den Antrag an: . ~

Der Verbandstag wolle beschließen, die einzelnen Verbandsvereine zu ersuchen, zu dem bevorstehenden Wohnungs-Kongreß in Frankfurt a. M. auf ihre Kosten Delegierte zu entsenden, wobei erwünscht ist, daß möglichst die Vereinsanwälte und Herren entsendet werden, die für bie Interessen der Hausbesitzer auf das Nachdrücklichste ein­treten."

Die Wahl des Vorstandes ergab u.< a. die Wiederwahl des bisherigen Verbandsdirektors, Stadttats Baumeister Hartwig-Dresden. Zum Tagungsort für den nächstjährigen Verbandstag wurde München, für 1906 Eisenach bestimmt.

Die Verhandlungen des Haus- und Gmndbesitzertages waren zum Teil recht interessant. Vieles, was da ge­sprochen wurde, kann man allerdings nicht unterschreiben. Die Haus- und Grundbesitzer wollten ja auch lediglich ihre Interessen nachdrücklich Vertreten. Es gibt aber in bem eminent wichtigen (Gebiet der Wohnungsfrage auch andere ebenso wichtige Interessen, um die sich der Staat mi< der allergrößten Berechttgung bekümmert.

Der preußische Gesetzentwurf zur Ver­besserung der WohnnngSverhältnisse ist jetzt mit eingehender Begründung erschienen. Zu den haupt­sächlichen Bestimmungen gehören diejenigen über die Be- nutzuug der Gebäude zum Wohnen n nd Schlafen. T)tc)e Vorschriften haben auch aus dem Grunde ein all-

Interesse, weil sie sich auf Mietwohn­ungen beziehen, an deren Beschaffenheit in Zukunft von Staatswegen erhöhte Anforderungen gestellt wer­

den. Mer damtt will sich die Regierung nicht begnügen; sie kündigt ein planmäßiges Einschreiten gegen die vorhandenen schlechten und überfüllten Wohnungen an. In dem Mschnitt 5 über örtliche Wohnungsaufsicht werden den mit der Aufsicht betrauten Personen weitgehende Befugnisse übertragen. Die Be­rechttgung zur Besichttgunjg, in der Zeit von 9 Uhr mar- gens bis 6 Uhr abends, erstreckt sich auf alle Räume, bie zum dauernden Aufenthalt von Menschen benutzt wer­den, sowie die dazu gehörigen Nebenräume und Zugänge. Läßt sich durch Rat, Belehrung oder Mahnung die im gesundheitlichen Interesse erforderliche Mhielfe nicht schaffen, so ist ein polizeiliches Einschreiten zu veranlassen.

Auf den ersten Blick erscheinen diese Bestimmungen einen erheblichen Eingriff in die Rechte des Eigentümers darzustellen. Mer man muß bedenken, wieviel gerade auf dem Gebiet des Wohnwesens durch Eigennutz und Nach­lässigkeit gesündigt wird, mtb welche Gefahren nicht nur für eine oder mehrere Familien, sondern für ganze Stadt­teile durch Duldung derartiger Zustände entstehen können. Da darf man nicht warten, bis eine verherende Epidemie zur Beseittgung der Mißstände gebieterisch auffordert. Jtr dem freien England ist schon vor Jahren auf Anord- nung der Behörden in Loudon und anderen Städten kurzer Hand die Niederreißung von zahlreichenunver­besserlichen" Häusern erfolgt. In anderen milderen Fällen wurden den Hauseigentümern kurz bemessene Fristen gesetzt zur Erfüllung der Vorschriften des Gesundheitsrats; bie nicht pünktliche Beachtung zog unweigerlich die polizei­liche Räumung des Hauses nach sich. Aus England scheinen in den preußischen Wohnungsgesetzentwurf Bestimmungen wie die folgenden übernommen zu fein: Mindestens zehn Kubikmeter Luftraum und 4 Quadratmeter Bodenfläche auf jede Person in jedem Wohn- und Schlaftaum; guter bau­licher Zustand der Wohn- und Schlaftäume, sowie der Küchen; getrennte Schlaftäume für die über 14 Jahre alten Heranwachsenden männlichen und weiblichen Geschlechts; Schlaftäume für Dienstboten und Gewerbegehilfen hier ist noch vieles im argen! ebenfalls mindestens zehn Kubikmeter Luftraum auf jede Person.

Nun entsprechen die großen und mittleren Wohnungen wohl in der Mehrzahl diesen Normen. Die Kleinwohnungen von 12 Zimmer bieten am meisten Anlaß zur Bemängel­ung in gesundheitlicher Hinsicht. Auftunlich ste Be­schaffung gesunder, preiswerter Kleinwohn­ungen legt mit Recht die Begründung des Gesetzent­wurfs wert. Die Regierung verspricht sich n, a. durch Vergünstigung bei den Straßenkostenbeiträgen auf die Bau­unternehmer einennachhaltigen Anreiz auszuüben, mehr als bisher Häuser mit kleinen Wohnungen herzustellen." Mer durch solche Vergünstigungen werden nicht entfernt die hohen Bodenpreis e ausgeglichen, die be­kanntermaßen in größeren Städten und Industriebezirken die Herstellimg von Wohngebäuden mit kleineren Wohn­ungen direkt verhindern, weil die Mieten, um eine nur bescheidene Rentabilität zu sichern, allzu hoch bemejjen wer­den müssen. Das verhehlt die Begründung selbst nicht; sie erblickt die Mittel, um einer ungesunden Bodenspeku­lation entgegenzuwirken, in Besteuerung, im Bebauungs­plan, in der Fluchtlinienfestsetzung usw.

Diese Mittel könnte der Staat ergänzen, wenn er selbst praktisch mithift Dazu gehört z. B eine rpsche, häufige und billige EisenbahMefördernng in die Umgebung der Städte, wo die Bodenpreise erschwinglich ftnb; ferner, daß der Fiskus die zum Teil sehr beträchtlichen Laudsttecken in dieser Umgebung, die gar keinem Zweck dienen und nicht einen Pfennig Pacht einbringen, zu mäßigem Preise für Familienhäuser abgiebt, aber nicht etwa nur im ganzen an Groß-Unternehmer und Gesellschaften, die zu verdienen gedenken, sondern auch in kleineren Parzellen an Privat­leute.

Mlitische Tagesschau.

Die englische Expedition nach Tibet, bie den Zweck hat, die tibetanische Regierung zur Unter- zeichnung eines Vertrages zu zwingen, der den britischen Kaufleuten gleiche Rechte wie den russischen sichett, ober mehr Rechte, wenn dies möglich ist steht jetzt vor den Toren derHeiligen Stadt", wenn nicht gar schon das von den Tibetanern so sehr gefürchtete Ereignis eingetreten ist, baß dieUngläubigen* trotz aller Proteste und Bitten ein- marschiett sind. Es ist kein Zweifel mehr darüber, daß der Dalai Lhama in den saueren Apfel beißen und mit den Ein­dringlingen in seiner Hauptstadt verhandeln muß. Man kann auch kaum annehmen, daß die Expedition nicht alles daS erreichen wird, wozu sie ausgesandt wurde, denn in seiner gegenwärtigen Lage wird dem Lhama wohl nichtst anderes übrig bleiben, als zu allem Ja unb Amen zu sagen, wenn er sich nicht den schlimmsten Gefahren aussetzen will. Es gibt aber doch noch eine Möglichkeit, dieser unangenehmen Eventualität vorzubeugen. ES ist schon den Führern der Expedition gedroht worden, daß der Lhama, wenn sie wirk­lich ihre Absicht, die »Heilige Stadt* zu betreten, ausführen werden,vor Aufregung sterben* könne. Wenn es für ge­wöhnliche Menschen schon nicht so einfach ist, vor Schreck zu sterben, so gehört bei solchenGöttern" noch viel mehr dazu, und daS Ganze deutet auf ein politisches Manöver hin, mit dem bie tibetanische Regierung ihre Feinde hintergehen will. Der Lhama kann einfach vefichwinden. Dann kann getrost verhandelt werden, so viel die »Friedliche Expedition" nur immer will, können Verträge unterzeichnet werden, unter Bedingungen, wie man sie in London nicht besser wünschen Fann, wenn nur die Expedition bann wieder abzieht. Ueberhaupt ist der Wert solcher erzwungeneil Ver­träge ein höchst zweifelhafter, wie man ja in China schon oft genug erfahren hat.

Der Wert der deutschen Sprache.

Die Londoner Morning Post hat kürzlich für den Wett der deutschen Sprache ein Zeugnis abgelegt, das von jedem Deutschen gehött zu werden verdient. Das Londoner Blatt empfahl in einem Leitaufsatze dringend neben dem Unterricht in der französischen Sprache den der deutschen als unent­behrlich für das geschäftliche wie das wissenschaftliche Leben. Der Verfaffer bezeichnete die deutsche Sprache als den Schlüssel zu der Hälfte alles geistigen Lebens im heutigen Europa. Wer die deutsche Sprache nicht verstehe, könne auch die großen Männer der Neuzeit nicht verstehen und ebensowenig ihre Wette, er könne nur eine ganz em» fettige Auffassung der modernen Geschichte unb des modernen Europa bekommen, der Welt also, in der er leben müsse. In der Nationalökonomie, der vergleichenden Sprachwissen­schaft, der Chemie, den militärischen Wissenschaften, auch in der Erdkunde, gehe Deutschland voran; ohne einen deutschen Atlas komme kein englischer Geograph aus.

Aus Stadt Md Land.

Gießen, den 9. August 1904.

Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Stationsaffistenten in der Hefl.-Preuß. Eisenbahngemein­schaft, Christian Steinius in Mainz, aus Anlaß feiner Versetzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

** Der Verband reisender Kaufleute Deutsch­lands wird durch seinen Vorsitzenden, auf Veranlassung der Sektion Gießen, anfangs September im Neuen Saalbau hier einen Vortrag:Gießen als Handelsstadt im 2. Jahr­tausend* halten lassen.

** Hessische Handwerkskammer. Von der Re­gierung aufgefordert, sich zu einer Note des Reichßschatz- amtß inbetreff des Entwurfes eines Gesetzes zur Aen- derung des Münzgesetzes vom 9. Juki 1873 zu äußern, hat die Handwerkskammer diesbeUigliche Erheb­ungen veranlaßt. In der Hnuptsache galt es der Prüf­ung der Frage des Bedürfnisses nach einem Dreimark­stück, welche voraussichtlich auch in der nächsten Tngung des Reichstags zur Erörterung fommen wird. Als Re­sultat der Erhebungen war zu verzeichnen, daß im Hand­werker- und Gewerbestand eine Nach ft aae nach Ta­lern wenig besteht. Die Gründe hierfür sind darin zu suchen, als fie, leicht die Ursache zu Verwechslungen geben und weiterhin, daß sie beim Vorhandensein von Zwei- und Fünfmarkstücken nicht unbedingt erforderlich, sind. Die gleiche Erfahrne welche die Reichsbank mit ihnen gemacht hat, haben auch private Geldinstitute ge­macht, indem die Taler immer wieder an diese zurüch- gelaufen sind. Dagegen sind stark begehrt Ein-, Zwei-, und Zehn-Markstücke, nächst diesen die Fünfmarkstücke. Hier­nach wird für den Handwerker- und Gewerbestand auch das etwaige Vorhandensein eines Dreimarkstückes nicht als ein dringendes DerkehrSbeöürfnis anzusehen fein. Da­gegen wird sich sehr empfehlen, die etwas großen Fünf­markstucke handlicher herzustellen, die lediglich 'ihrer Größe wegen eine geringere Nachfrage besitzen als Ein- und Zweimarkstücke.

+ Butzbach, 8. Aug. Die WieberherftellungSarbeite« der St. MarkuSkirche sind jetzt nahezu vollendet unb daS Gotteshaus soll im Oktober feierlich eingeweiht werben. Heute traf daß vom Großherzog gestiftete prachtvolle Kirchenfenster ein. Die übrigen Fenster sind bereits angebracht; die Namen der Stifter sind: der frühere Realschulbirektor Jäger, Ober­lehrer Storch, von Bouchenröber, H» Melchior, )lpotheker Dr. Vogt, Dr. K. Eikenmaier, Seippel und Reitz. Die Kirche ist nach den Plänen des Architekten Hofmann-Herborn wieder hergestellt worben; bie Arbeiten haben über ein Jahr ge­dauert und eine Summe von ca. 70 000 Mk. erfordert. DaS Grabmal beS hessischen Landgrafen wirb vom Staate eben­falls renoviert. Die Kirche erhalt Zenttalheizung und elekttische Beleuchtung.

§ Friedberg, 7. Aug. A,n 1. August ist der hiesige bienftältefte Schutzmann unb frühere Polizeibiener Fourier in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Fourier stammt aus bem benachbarten Söbel; er machte den Feldzug 1866 mit und war bann einige Jahre Polizeibiener in Södel, bis er anfangs der 70er Jahre nach Friedberg verzog, um hier Wer 30 Jahre als Polizeibiener unb seit Einführung der Städteordnung als Schutzmann tätig zu fein.

)( Oppersho fen, 8. Aug. Im Gasthaus zum Schwanen" fand gestern eine große Versammlung statt, die sich mit dem We t te r t a l b ab n Proiekl besMf- ttgte. An der Versammlung, die von Bürgermeister Knnser- Bad-Nauheim geleitet wurde, nahmen die Vcittreter von -Oppershofen, Steinfurth, Wisielsheim, Rödgen und Bid- Nauheim teil. Man faßte einsttnlmig den Beschluß, daß die Wettertalbalm anstatt wie zuei-ft projektiert ht Friedberg, in Bad-Nauheim in die Mainwcserbahn ein- führen soll. Die Strecke soll nach dem jetzigen Projekt von Griedel an der Bahn Lieb Butzbach über Rockenberg, Oppershofen, Steinfurth, Wisselsheim, Riidgen nach B<rd Nauheim führen Die Versammlung wählte auch ein neues Kvmitee; es gehören dazu: Bürgermeister >lanser-Bxrd- Nauheim, Bürgermeister Schmidt-Oppershofen, Beige­ordnete Falk Steinftlrth, Pfarrer Löb-OpperShosen unb mehrere Gemeinderäte der beteiligten Orte. Rockenberg, der größte Ort an der Strecke, und Sck^valheim nahmen, an der Versammlung nicht teil, da sie für die C-insühr- img bei Friedberg sind.

w. Nidda, 8. Aug. Gestern nachmittag feierte unsere Kleinkinderschule, welche nunmehr 25 Jahre befiehl, ihr JahreSfest. Wegen der ungünstigen Witterung wurde der erste Teil der Feier in die Kirche verlegt. Dann wurden die Kinder in dem chnllokal mit Milch und Bretzeln be­wirtet und mit Bähnchen beschenkt. Als bie Sanne ewbrr