ksuile Stellung wie die übrigen Staatsbeamten haben und pragmatische Rechte geniesten. Der BerkehrSminifter wies da- rauf bm, daß die Betriebswerkstätten der bayerischen Bahnen ebenfalls eine Größe darstellen, welche unter der bewährten Leitung van Staatsbeamten rationell und rentabel arbeitete. Schließlich wurde der Babnetat genehmigt.
I>u ^iinaöme dts „KniqSt ^ommanörr“.
Am englischen Unterhaus richtete Gibson BowleS an die Regierung die Anfrage über den tvaH des ..^niq’bt Commander". Der Premierminister erwiderte, eS bestehe kein Zweifel, daß das Schiff auf Veranlassung rusn- scher Offiziere in Grund gebohrt worden sei. mt'iT es sehr schwierig gewesen wäre, das Schiff nach einem afen zu dringens und weil nach der Ansicht der russischen L-sNZ'ere daS "Schiff zweifellos Klnegskontrobarrde an Bord gehabt hätte. Balfour fährt dann fort, wir halten an unserer Ansicht fest, daß diese Umstände, ob si e wa h r ) in d oder nicht, keine hinreichende Rechtfertigung für die Versenkung eines neutralen Schiffes bieten. (Beifall.) — Bei der Ve rhandlung über die Versenkung des „Knight lLomm ander^ versuchte, so berichtet die „Nowoje Wrernia", der Kapitän den Nachweis, daß der Dampfer nicht hätte wrg- qenommen werden dürsen. da weder der Eigentümer noch er gewußt hätten, daß die Ladung für Kriegszwecke bestimmt war. Der Vorsitzende des Gerichts machte darauf ausmerk- sam, daß der Kapitän zur Prüfung dieser Aussage einen Eid ablegen müßte, doch sei er bereit, zu gestatten, baß der Kapitän seine Aussage wiederhole und sein Ehrenwort gebe, die Wahrheit zu sagen. Wir glauben, sagte der Vorsitzende. dem Ehrenworte eines englischen Gent- l e m a n s. Der Kapitän wiederholte seine AuS- sage. Sodann wurde ihm ein auf dem Dampfer gefundenes Kopierbuck vorgezeigt, in dem sich eine Anzahl die Unterschrift des Eigentümers und des Kapitäns des Schiffes tragender Schriftstücke befindet, welche beweisen, daß Eigentümer und Kapitän gewußt haben, daß die Ladung nach Tschemulpo für diejapanischeMilitärbahn bestimmtwar. Der Kapitän geriet in Verwirrung und sagte, er wäre überzeugt gewesen, daß sich das Kovierbuch auf dem Meeresbod enbefinde. Dieser Umstand, fügt die „No- woje Dremsa" hinzu, beweist, wie wenig man sich in Zukunft aus die Aussagen der Kapitäne von Dampfern mit Kriegskontrebande verlassen kann.
Deutsch-Südrvekafrika.
AuS Okahandja wird unter dem 6. d. M. berichtet: In dem Gefechte bei Okateitei am 2. August wurden von der zweiten Kompanie des 2. Regiments schwer verwundet: Oskar Stwichhirdt auS Tachrizen. Kr. Gotha, Querschuß durch den linken Oberschenkel, leicht verwundet: SanitätSunteroffizier Kilian auS Königshofen, Kreis Schweinfurt. Streifschuß an beiden Unterschenkeln; Arthur Bergan auS Kolberq. Kr. Kol- berg, Streifschuß am Kopf; Reiter WladiSlauS SworSki aufl Brom berg, Streifschuß an der linken Hand. Auf Patrouille LeckonaS von Orncttjatjewa nach Otjiwarango am 1. August verwundet: Unteroffizier Laxy auS Oppeln, Weichteilichuß am HalS; Gefreiter Hofmann auS Arnstadt, früher Husar in Stendal, Schuß durch den rechten Fuß. — Der Kaiser hat den in den Kämpfen mit den HereroS verwundeten Oberleutnant zur See Friedrich Hermann vom Landungskorps deS Kanonenbootes »Habicht* und den Hauptmann Fische! vom Marineinfanteriebataillon deS MarineerpeditionSkorpS heimbeordert. Hermann tritt zur ersten Marineinspektion, Fische! zum ersten Seebataillon in Kiel. — Zu der jüngsten Mitteilung deS Generals v. Trotha über Abgänge im Pferdebestände in Südwestafrika wird jetzt bekannt, daß umer den dortigen deutschen Pferdebeständen die Rotzkrankheit, die vom Kaplcmd auS eingeschleppt ist, auSgebrochen ist.
Deutsches Reich.
Berlin. 8. Aug. Während der bevorstehenden Anwesenheit des Kaisers in Berlin ist, wie die ,.Nordd. Allg. Ztg." tort, der Empfang der südwestafrikanischen Farmer in Aussicht genommen.
— Ter deutsche Kronprinz hat an den Vorsitzenden des Reichskomitees zu gunsten der durch Hochwasser Geschädigten Staatssekretär Graf Posadowskyern Schreiben gerichtet, in welchem er seiner Freude darüber Ausdruck gibt, daß die Sammlungen ein solch gutes Resultat ergeben haben.
— Tie „Nordd Allg. Ztg." meldet: Von den beiden amerikanischen Versicherungsgesellschaften, die sich um die Reichskonzession beworben hatten, zog die Mutual Life Insurance Compann in Newyork ihr Belmrbungsgesuch zurück. Tie Newyork Life Insurance Company in Newyork wurde vom Reichskanzler konzessioniert.
— Ter Pariser Arzt Tr. Iacaues Lionville ist in Halberstadt eingetrofsen, um den Professor Tr. Hans Kehr an das Krankenbett Waldeck-Rousseaus zu berufen. Professor Tr. Hans Kehr gilt in medizinischen Kreisen als einer der hervorragendsten Operateure auf dem Gebiete der Gallensteinleiden.
Kiel .8. Aug. Konsul Tiederichsen, der Inhaber der Rewereitirma, ist beut? nach Berlin abgereist, vermutlich um an maßgebender Stelle die Versenkung des Dampfers „Theo" zu erörtern. Tie Reederei versichert, daß die „Thea" tatsächlich an eine eng Ui (fe Firma verchanert war. Ter „Kieler Zug." zuwlge ist der Reederei Tiederichsen eine Mitteilung zugegangen, daß btt ®airt5n ®tb die Mannschaft der „Thea" in Wladiwostok etngetroffen sind.
München, 8. Aug. Tie Kammer genehmigte daS Fi- 89c '£ mit 131 gegen 13 Stimmen. Danach wird die «e %?lteim'aänre bet nächsten Finanzvetiodt auf 441 82.5 326 Mk vetanfcklagi. Tie nächste Mbung finde! Mittwoch im Entgegennahme btt letzten Beschlüsse bet Kämmet bet Reichs- täte statt. Ten Landtagsichluß vollzieht der Prinzregent am Tonnerstag vormittag um 11 Uhr.
— Ter Reichsrat Graf Josef Arco-Zinnebera der Sohn des befannten Katholikenführers, richtete an den Vorstand des Lokalkomitees des 51. Katholikentages einen die Einladung ablehnenden Brief. Er betont darin daß die Katholikentage entgegen den früheren Traditionen Zentrumsparieitage geworden seien. Solange das Zentrum Leute von den politischen Anschauungen und den parlamentarischen Formen eines Tr. Heim in ihren Reihen dulde l-hne er jede Anteilnahme ab, ba sich das mit der Sozialdemo^ kratie verbündete bayerische Zentrum immer mehr zu einer radikalen Wirffchaftspartei entwickle.
Ausland.
Kopenhagen ,6. Aug. Der deutsche Gesandte v. Schön hat dem König von Dänemark vorgestern ein Gemälde r/er Maler T<oster und Bohrdt als Geschenk des deutschen Koifer^ überreicht. Cs stellt den Kmser Wilhelm in dänischer traten auf Deck eines Linienschiffes dar. Im Hinter- Tnmb rxe Kopmhagen-r Reede mit der „Hohenzollern" und «a-rereu Kriegsschiffen sichtbar.
PortSmoutb, 8. Ang. Der König hat heute die Rom- mandantrn ber deutschen und der frmtwftfcbcn Kadetten- schulschiffe, die fidi jetzt in PortSmoutb befinden, empfangen.
Wien, 8. Aug. Heute mittag sand im Ackerdauministerium unter dem Vorsitz deS Ackerbau Ministers und der Teilnali-me von Vertretern heS LnndeS-.^ilturrateS und der landwirtschaft- licben (Mellfdxiftnt eine Konferenz über die staatliche Hilfsaktion gegen die Futternot statt. .US Hilfsmittel dürfte zunächst eine Ermäßigung der Frachttarife in Belrack't kommen Eine Sistierung des Zolles auf Futtergerste und MaiS ist zurzeit nicht in AuSsickst genommen.
Eger, 8. Aug. Nachdem der hiesige Gememderat beschossen hatte, den Kaiser auS Anlaß seiner Reise nach Manenbad zum Besuch- der Stadt einzuladen, t>erständigte der Abg. ©ebnerer den Bür^termeister, daß er am Tage deS Empfanges des Monarckwu auf seine Stelle alS Ehrenbürger verzick-^n werde.
Paris 8. Aug. Eine grosse Anzahl BiStumswochcudlatter brarfxte gestern bischöfliche Kundgebungen zum Kirchenftreit. Die Kirchenfürften verurteilen CombeS Politik iu schroffen Ausdrücken und nehnien mit uiwcrTcitnbar herauSsorderntx'r AlffickN für Rom Parier.
— Heute nmrdi- in der ArbeitSbörsc der I p t e r n a t i o n a l e Kongreß der Grubenarbeiter eröffnet, an welchem etwa 103 Vertreter, davon 12 auS TeulMand, teilnahmen.
— Tie indirekten Steuern bal>en im Monat Juli 12 816 000 FreS. mehr ergeben, als veransckilant war. Im Vergleich zum Jlini beträgt der Ucberfdnift 9 417 800 Frcs.
Mailand, 8. Aug. Elstern wurde der in Genua ein* getroffene deutsche Dampfer „Gera" wegen eines pest- verdächtigen Kranken an Dord in Quarantäne genommen.
Rom, 8. Aug. plorgcn wird anläßlich der Wiederkehr deS Jahrestages des PavsteS dieser in der PelerSkirckte eine feicrlidic Messe nbbnlttn zu der 60 000 Einladungen ergangen s iid Heute wolttcu die Kardinäle dem Papst eine Glück- winrsckradresse fibcrrfidxn; er befahl jedoch, daß angesickstS bet tzg-n Lage ein Empfang unterbleibt.
Ans.HtaiU und Land.
Gießen, den 9. August 1904.
- Oeffentliche Lesehalle. Im Juli wurden 2027 Bände auSgelicden. Davon kommen auf: Erzählende Litteratnr 1023 / Zeitschriften 354, Jugendschriften 239, VerSdichtungen 51, Litteraturgcschichte 17, Lander- und Völkerkunde 40, Kulturgeschichte 17, Geschichte und Biographien 82, Kunstgeschichte 18, Naturwissenschaft und Technologie 104, Seewesen 14, Hauswirtschaft 9, GesundheitS- lehre 6, Religion und Philosophie 16, StaatSwiffenschast 7, Sprachwissenschaft 12, Fremdsprachliches 18 Bände. Nach auswärts kamen 48 Bände.
Geisenheim, 8. Aug. Freiherr Edmund v. Lade ist gestern abend gestorben. Er war der langjährige Leiter der kgl. Lehranstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau und galt besonders auf dem Gebiet des Wein- und Obstbaus als Autorität in weiten Kreisen.
Frankfurt a. M., 8. Aug. Unter dem Vorsitz deS Geheimrats Prof. Dr. Schmidt vollzog sich in Frankfurt in Gegenwart der Delegierten der Berliner, Kölner und Münchener laryngologischen Vereinbarungen und deS Vereins üddeutfcher Lar^ngologen die Gründung einer die ganze Monarchie nebst Schweiz und Deutsch-Ocsterrnch umfaßenden Deutschen laryngologischen Gesellschaft, deren erste Tagung in Heidelberg stattsinden wird. Durch diese Organisation soll der Fortbestand der bisherigen engeren Vereinigungen nicht berührt, sondern die Vertretung der Laryngologie in wiffenschaftlicher imb sozialer Hinsicht, auch ben Behörden gegenüber, gefördert werden.
Frankfurt a. M, 8. Aug. Heute natch wurde in der Derfzeug-F-abrik von Günther il Eo. ein Einbruch verübt. Der Werkmeister der Fubrlk, welcher die Einbrecher hörte, suchte sich ihrer zu bemächtigen Die Diebe entkamen jedoch. Ein Schutzmann in Zivil, der die Einbrecher ebenfalls bemerkt hatte, stürzte sich in der Meinung, der Werkmeister sei einer der Einbrecher auf diesen und warf ihn zu Boden. Der Werkmeister, der in dem Schutzmann in Zivil gleichfalls einen Einbrecher vermutete, gab vier Revolverschüsse auf den Schutzmann ab und verletzte ihn schwer.
vermischtes.
* Hamburg, 9. Aug. Der englische Dampfer „Ho- angho" stieß auf der Fahrt von Ämoy nach Ehinchu in der Ehitmnobucht unweit Arnoy auf einen Felsen und sank schnell. Von den 400 an Bor d befindlichen Passagieren, meist ü-ljinesen, wurden nur 52 Personen, darunter der Kapitän und der erste Offizier, durch den Dampfer „Wenchou" gerettet
* Weißenburg, 8. Aug. Heute vormittag entgleiste zwischen Weißenburg und Straßburg bei HauSbetaen ein Güterzug wodurch beide Geleise der Strecke so smwer beschädigt nnirben, daß der Verkehr vollständig einaestellt werden mußte. Ter Schnellzug Nr. 103 Straßburg—Weißenburg—Neustadt—Köln erlitt 64 Minuten Verspätung und mußte über Lauterburg—Schifferstadt—Neustadt geleitet werden. £er Nach- mittags-T-Zug Nr. 163 Basel—Straßburg—Köln konnte zwar die Strecke wieder passieren, erlitt aber ebenfalls Verspätung. Ter Güterverkehr ist vollständig eingestellt
* Madrid, 8. Aug. In Cortes hat sich ein fürchtbares Drama abgespielt. Ein junger verheirateter Mann mit Namen Ortega hatte Beziehungen zu der Mutter seiner Frau unterlhalten. Beide beschlossen, die junge Frau lebendig zu verbrennen und warfen sie in einenBackofen, wo sie später tot aufgefunden wurde. Die Menge versuchte, die Verbrecher zu llmchen, eS gelang der Polizei, sie vor der Wut der Menge zu schützen.
* Pueblo (Colorado), 8. Aua. Als gestern abend der von Tenver kommende Schnellzug der Missouri-Pacific -Eisenbahn über die Brücke bei Eden, acht Meilen von hier, fuhr, brach diese zusammen. Tie Lokomotive und drei Wagen stürzten hinunter. Ein sehr schwerer Sturm mit Regen hatte unter der Brücke, den für aewöbnllch trockenen Flußlauf in einen reißenden Strom verwandelt und die Brücke geschwächt. Ein Personenwagen wurde eine Meile stromabivärtS, der Gepäck- und der Rauchwagen überhaupt noch nicht gefunden. Nur der Schlaf- und der Speffewagen blieben auf den Schienen. Der Post- und der Kassenwagen wurden in der Nähe der Brücke mit offenen Geldschränken ohne Inhalt aufgefunden. Die Leichen vom P-rsonennxrgen, der jetzt halb voll Sand ist, sind geborgen. — Man nimmt an, daß die Zahl der Toten 125 beträgt.
* T ie russischen Großfürsten. Zu den männllchen Verwandten des Zaren gehören, wie ein englisches Blatt schreibt, ein Bruder, vier Onkel vier Vettern ersten GradeS, zehn Vettern zweiten Grades, dreiz-hn Vettern dritten Grades und ein Großonkel. Sein Bruder, fein Großonkel, seine Onkel und bie Vettern ersten und zweiten Grade- find Großfürsten und werden Kaiserliche Hoheit angeredel, währeno die Vettern dritten GradeS nur russische Fürsten sind und Anspruch auf das Prädikat Hoheit haben. Aus^-r dem Zaren hat daS kaiserliche Haus also 33 männliche Mitglieder, die eine sckHvere Last für Rußlanb bedeuten: denn jeher erhält als Geburtsrecht ein Einkommen von etwa 2 000 000 Mark jährlich, von seiner Geburt an bis zur Todesstunde. Die Großfürsten und Fürsten des russischen Kaiser-
paittcs eryanen apo köt inqntm oouwvuv uan tm ganzen! Tic Großfürsten draucl.en da- Geld aber nicht sehr nötig: beim sie haben ungeheure Güter im ganzen Land^. Im ganzen haben diese 33 Großfürsten und Prinzen zusammen 6000 en gl if du? Quadratmeilen Landbesitz, also cttva den 40. Teil deS gesamten Gebietes des europäisd>en Rußland. Außer diesen aroßeu Gütern gehören ihnen nod) 325 Paläste und Schlösser, und sie Wäftigcn 20 000 Bedienstete. Die Großfürsten genießen viele veck>tliche und gesellschaftliche Vorrechte in Rußland Sie köimen vor einem öffentlichen Gerickst nicht verllagt, (uitb als Zeuge in einem össentlid-cn Prozeß nid>t vorgeladen werden. Wenn einer eine Klage gegen einen Großfürsten vorbringen will, so muß ber Fall einem besonderen E)erid?tshof voraelcgt werden, der ausschließlich zu dem Zweck gebildet ist, RcchtSstreitigkciten zu verhandeln, in die Mitglieder der kaiserlichen Familie verwickelt sind. Wenn bei einem Prozeß die ZeugeiiauSsage ernes Großfürsten nötig ist. so muß sid> eine 5kommission von Gcridvts- beamten zu ihm in seine Wohnung begeben und dort seine Aussage cufncbtncn. Der Großfürst braucht die Wahrheit seiner AuSscrge nicht zu beschwören, seine einfache Unterschrift hat den Wert und die Nedeulnng eines Eides.
Kunst und Wissenschaft.
Frankfurt. 8. Aug. Im Alter von 79 Jahren starb gestern abend ber Maler Professor Heinrich H a f s e l h o r st. Der Künstler war in Frankfurt am 4. April 1825 al- Sohn eine- Kammachers geboren.
— Der Musikkritiker Profesior Eduard HanSlick ist in Baden bei Wien q e ft o r b e n. HanSlick war bekanntlich einer ber größten Widersacher Richarb Waaners.
Dandcl und Ikrlrchr. Vollibwirlschaft.
Markte.
Gießen, 9. Aug. Marktbericht. Aid heiitigem Wocbenmaickt kosteten : Butter pr. Pld. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Via. 2 Stck. 00—00 T'fg., Gänseeier 00—00 Hip., Enteneier 7—0 Pffl., Räft vr. Stck. 6—8 Pf..' Käsematte 2Stck. 5—6 Pfa. Erbsen pr.Liter 21Psg^ Linfen pr. Liter 32 Pfa., Taubenvr.Paar0,80 - 0,90Mk., Hühner pr.St 1,00—1.60 Mk^ Häbne pr. Stuck 0,60—1,20 Mk., Gmten pr. Stück 1.80—2,20 Mk., Ganse vr. P^b. 00—70 Pffl., Ochsen fleisch pr. Pfund 00—80 Psfl., Kuh- unb Rinbsteifch pr. Pfund 62—68 Psq^ Schweine- fteisch pr. Pfiind 60—72 Psg., Schweinesieisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfteisch vr. Pfd. 68—76 Psg„ pammelfteisch pr. Pfund 50—74 Psg. .Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—8,00 Mk., Weißkraut per Stück 9—12 Psg., per Zentner 0.00—0.00 Tlt, Zwiebeln pr. Zentner £.00-10.00 TU., Milch per Liter 18 Pffl., Aepfel per Zentner 00 bl? 00 TI?., in Körben 00—00 Psfl. Nüsse 100 St. 00 - 00 Pfg. Kirschen per Pfd. 00 — 00 Psa. Marktzeit 7—1 Ubr.
Mießcner landwirtschaftlicher Wetterdienst.
voraussichtliche Wtttcrnug in Hessen für Mittwoch, ben 10. August: Fottbauemb heiter unb trocken, tagsüber etwa- wärmer, nacht- Tcmpeiatur kaum oetiinbert, kühl.
Nähere- bureb bie Gießener Wetterkarte.
Meteorologische Beobachtungen
Höchste Temperatur am 8. August
Niedrigste
, 8.
CD
Still
Wetter
»1.1 "6.
10,5 * C.
c
N
der Station (Niesten.
Augilst 1904.
87
97
62 WNW
V" ?«•
Bew. Himmel
Klarer Nebel
ä s
2*6
751,8 21,1 ll/>
' 731,8 15,4 11,3
751,7 1 124 10.1
Temperatur der Lahn und der Luft
am 9. August 1904.
Nach Reaumur gemessen mittag- zwischen 12 unb 1 Uhr.
Wasser 17'//, Lust 17 • R.
Albert Rübsameu.
ritneste Wetdunqtn.
Originaldrahtmeldungen de- Giestener Anzeiger-.
Wien, 9. Aug. Anläßlich bc6 Abschlusses der Konvention zwischen Oesterreich-Ungarn und England hinsichtlich der Interessen Oesierreich-UngarnS in Egypten fand ein Austausch von Erklänmgen statt, wobei Oesterreich- Ungarn rückhaltlos die Position anerkennt, die sich England in Egypten verschafft hat, wogegen England den österreichischen Staatsbürgern in Egypten alle jene Begünstigungen zucrkennt, die im englisch-französischen Uebereinkommen bie französischen Staatsbürger für die Dauer von 30 Jahren zugesprochen erhielten. Die finanzielle Seite der egyptischen Frage wurde nicht berührt.
San Sebastian, 9. Aug. Im Innern eines Salonwagens des königlichen Zuges, welcher den König AlfonS nach Viktoria bringen sollte, entdcckie man gestern drei Dynamitpatronen. Die Unterftlchung ergab, daß die Patronen durch die Bewegung deS Zuges unfehlbar zur Explosion gebracht worden wären unb den Zug vollständig zertrümmert hätten. Die Reise deS Königs ist infolgedessen verschoben worden. Von der Zensur werden nur wenige Einzelheiten über den Vorfall durchgelassen.
Petersburg, 9. Aug. Eine unter dem Vorsitz WitteS stattgesundene MintsterratSsitzung beschloß, dem Zaren eine weitgehende Reform der Judengesehgebung, insbesondere die Abschaffung der Ansiedelungs-Beschränkungen, sowie die Beseitigung der ben Handel und Verkehr der Judew beschränkenden AuSnabmestellung zu unterbreiten.___________
tUödjrntliAe Ffbrrfidft brr fobrgfällr in hrr Stabt ftitlirn.
28. Woche. Vom 8. bis 9. Juli 1904.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 (inkl. 1600 Mann Militär) Sterblfchkeitszisser: 28,35
nach Abzug von 4 Ortslremben: 20,80
Kinder
Es starben an: Zusammen:
Erwachsene
: im vom
1.
Lebensjahr: 2.—15. Jahr
Wochenfieber
2(2)
2(2)
—- —
Tuberkulose der
Lungen
2
1
— 1
Krebs
2
2
-1
Brechdurchfall
2
—
2 —
Atrophie
1
_
1 —
Gehirnentzünbung
1
_
1 —
Lungenelftzi'mbung
2
2
—— —
Altersschwäche
I
1
Verunglückung
2(2)
2(2)
— —
. Summe 15 14) $Ö14j T I '
Anm.: Tie in Klammern geseiften Ziment geben an, wie viel der TodeLsälle in der betressenden Krankheit aus von ausivärtS nach Gießen gebrachte Krmcke konnnen.
Für die Gesamt-Redaktion verantwortlich: L ,B. August Goetz.


