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Düdelsheim, Stockheim und Hirzenhain gebaut worden. In mehreren Gemeinden ist man zurzeit mit den Vorarbeiten zur Erbauung von Wasserleitungen beschäftigt. Große Verdienste hat sich Kreisrat Böckmann seit seinem Hiersein um die Wasserleitungssrage erworben.
sc. Frankfurt a. M., 7. Juni. In der Nacht vom Sonntag zum Montag wurde in ein Uhrengeschäft auf der Fischerseldstraße eingebrochen und ein Betrag von 2000 Mark gestohlen. Von den Tätern fehlt jede Spur. — Ein von Cronberg kommendes Automobil rannte gestern abend aus der Miquelstraße einen Straßenreiniger um. Ter Mann erlitt erhebliche Kopfwunden und eine Gehirnerschütterung.
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„Elefantenwürstche n". Wie aus Gent berichtet wird, kaufte em dortiger Schlächtermeister von dem zoologischen Garten das Fleisch eines getöteten Elefanten und verarbeitete es schleunigst zu „Frankfurter Würstchen". Er konnte dabei nid)t' weniger als L80u Pjund Würstchen fabrizieren, die „wie warme Semmeln weggingen". Das vierzig Pfund schwere Herz des
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für die hochherzige Hilfe, die der Stadt zuteil geworden sei durch den deutschen Kaiser und seitens Deutschlands. Damen sandten Blumen an Bord.
* London, 7. Juni. Der Staatsdampfer Thistle. an dessen Bord sich 400 Personen befanden, ist gesunken. Man glaubt, daß die Passagiere sämtlich gerettet sind.
* Brüssel, 8. Juni. Gestern stürzte in der Vorstadt Jxelles ein Neubau ein, wobei vier Arbeiter schwer verletzt wurden.
* Lüttich, 8. Juni. In Tilff erschoß gestern in einem Wutanfall ein junger Mann, der Neffe eines Anwalts, seinen Oheim und dessen Mutter, worauf er einen Selbstmordversuch machte.
* Oviedo, 8. Juni. In einer hiesigen Kohlengrube fand eine Explosion schlagender Wetter infolge Unvorsichtigkeit eines Arbeiters statt, der in einer Galerie geraucht hatte. Bis heute mittag waren 2 5 Tote und zahlreiche Verwundete geborgen. Die Rettungsarbeiten werden fortgesetzt.
Ucber ein E h e b r u ch S d r a m a in Nildiz-Kiosk berichtet man einem Mailänder Blatte aus Konstantinopel: „Großes Aufsehen erregt hier die plötzlich erfolgte Verhaftung Kemal Eddin Paschas, eines Sohnes des Generals Osman Pascha. Kemal Eddin Pascha spielte als Gatte der Lieblingstochter des Sultans Abdul Hamid, der Naimeh-Sultana, am Hoflager eine bedeutende Rolle. Seine Verhaftung erfolgte nicht, wie es ursprünglich hieß, wegen einer der üblichen Palastverschwörungen, sondern aus Gründen, die fast noch ernsterer Natur sind. Es handelt sich um einen Ehebruch unter erschwerenden Umständen. Ehebruch kommt in mohammedanischen Kreisen nur selten vor und gilt als etwas besonders Verwerfliches. Diesmal ist die Sache noch extra skandalös, weil eine Sultanstochter die andere betrogen hat. Die beiden äUeften Töchter Abdul Hamids haben Söhne Osman Paschas geheiratet. Sie wohnen nicht weit von Dildiz-Kiosk, in prunkvoll eingerichteten Villen am Meeresstrande. Tie älteste, die jetzt 28 Jahre alt und seit sechs Jahren verheiratet ist, hatte zur Nachbarin ihre Base Chadedjeh-Sultana, eine Tochter des Sultans Murad, die seit drei Jahren mit einem bescheidenen Palastbeamten, Wassed Bey, verheiraten ist. Tie Ehe dieser Sultanstochter war nicht glücklich, und die Frau fand trotz strenger Ueberwachung Gelegenheit, zu Kemal Pascha in Beziehungen zu treten! Es kam nun, wie es in solchen Liebesromanen gewöhnlich kommt: der zwiefach arme Wassid Bey entdeckte die Liebesbriefe seiner Gattin und machte dem Großherrn persönlich Mitteilung von seinem häuslichen Unglück, «das auch des Sultans einzige Tochter, die Naimel)-Sultana, traf. Abdul Hamid ließ sofort seinen Schwiegersohn einsperren. Er soll sich jetzt irgendwo in einem geheimen Verließ von Yildiz-Kiosk befinden, und Eingeweihte behaupten, daß er von dort nicht so rasch entlassen werden dürfte, da der Sultan durchäüs nicht geneigt sei, Verzeihung zu gewähren. Zugleich mit Kemal Eddin Pascha wurde Hakeh Chanassi Bey, der Hausarzt der Naimeh-Sultana, verhaftet. Er hatte der Prinzessin, um ihre Nerven zu beruhigen, Bromkalium verschrieben und soll sie dadurch in einen Justand versetzt haben, der einer Vergiftung bedenklich ähnlich sah. Man will in ihm deshalb einen Komplizen des Gatten der Prinzessin sehen unb meint, daß er den Auftrag gehabt habe, die Frau aus dem Wege zu räumen."
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* Berlin, 8. Juni. Rudolf eMrakosch, ein junger östreichischer Ingenieur, der bei der Firma A. Goerz u. Co. in Johannesburg angestellt war, ein Verwandter des gleichnamigen Generaldirektors der Gesellschaft in London, starb in Durban, wohin er sich auf ärztliches Geheiß zur Erholung begeben hatte. Wie es heißt, beging er in einem Anfall von Nervenüberreizung Selbstmord.
Braunschweig, 7. Juni. Der Chemiker Prof. Ludwig Friedrich Knapp ist im Alter von 90 Jahren hier g e st o r b e n. Knapp, geboren 1814 in Michelstadt im Odenwald, studierte unter Liebig in Gießen Chemie. Dann ging er nach Paris. 1838 habilitierte er sich in Gießen, wurde 1841 a. o., 1848 o. Professor und Betriebsbeamtec der kgl. Porzellanmanufaktur in München. Von 1863 bis 1889 war er Professor der technischen Chemie am Polytechnikum in Braunschweig. Am bekanntesten ist sein „Lehrbuch der chemischen Technologie".
* Braunschweig, 8. Juni. Vergangene Nacht wurde auf dem Gute Hageühof bei Königslutter der Fuhrknecht Duwe unter dem Verdachte verhaftet, die elfjährige Tochter der Arbeiterwitwe Bebenroth ermordet zu haben. Tie Ermittlung des Mörders ist mit Hilfe eines Polizeihundes erfolgt. Ter Hund wurde zunächst in den Raum geführt, wo die Bluttat verübt war und dann zu dem versammelten Gutspersonal gebracht. Tas Tier stürzte sich sofort auf Tuwe und biß sich in seiner Kleidung fest. Um noch eine Probe zu machen, mußte sich Tuwe umziehen. Auch diesmal fand der Hund ihn heraus. Tuwe leugnete anfangs, heute vormittag aber hat er gestanden.
* Großes Aufsehen erregt in Dresden die Verhaftung des östreichischen Grafen Dr. jur. Ressegnier de Miramond, der beschuldigt wird, sein 4ys Jahre altes, voreheliches Mädchen zu Tode mißhandelt zu haben. Er bewohnt mit Dienerschaft ein Pensionat und ist sehr begütert. Am Mittwoch wurden die Mitbewohner der Pension durch heftiges Gepolter erschreckt. Das Kind war die Treppe heruntergestürzt und hatte sich dabei so schwere Verletzungen zugezogen, daß es in der Privatklinic, in die es gebracht wurde, nach einigen Stunden starb. Aus verschiedenen Umständen glaubt man indessen schließen zu müssen, daß de Miramond das Kino selbst die Treppe hinuntergestürzt und durch diese grausame Mißhandlung dessen Tod verursacht hat, worauf seine Verhaftung erfolgte. Ter einige dreißig Jahre alte Graf wurde der Leiche des Kindes gegenübergeitellt, die dann seziert wurde. Er beteuert fortgesetzt seine Unschuld. Er ist gegen eine Kaution von 5000 Mk. vorläufig wieder tretgegeben worden.
* Molde, 8. Juni. Ter neue Touristendampfer der Ham- burg-Amercha unie „yjieteor" ist auf feiner ersten 'Nordlandfahrt in Aales und eingetroffcn und mit Salutschüssen empfangen worden. Die <stQDt war reich beflaggt, die Passagiere wurden durch eine ofsiziellc Deputation begrüßt. Der Bürgermeister dankte
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Aus Stadl und Kaud.
Gießen, 9. Juni 1904.
** Das Großh. Regierungsblatt Beilage ■ftr. 16 hat folgenden Inhalt: 1) Uebersicht der vom Großh. Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1904 genehmigten Umlagen der Kommunalbedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Oppenheim mit Ausnahme der Gemeinde Dalheim. — 2) Uebersicht der Umlagen der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Worms für 1904. — 3) Uebersicht der vom Großh. Ministerium des Innern für das Rechnungsjahr 1904 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Bingen. — 4) Uebersicht der für das Jahr 1904 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Alzey. — 5) Uebersicht der von den Israeliten nachstehend genannter Gemeinden des Kreises Oppenheim zu erhebenden und von Großh. Ministerium des Innern ge- Mhmigten Umlagen pro 1904 - 6) Uebersicht über vom Großh. Ministerium des Innern für das Jahr 1904 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Mainz. — 7. Konkurrenzeröffnungen. l .
üNidda, 7. Juni. Der letzte Sonntag brachte unserer Stadt einen Besuch so zahlreich, wie sie ihn seit Jahren nicht gesehen, einen Teil des Eisenbahnervererns Bu tzb ach und einen Teil des Eisenb ahn ervere tns Gießen. In drei Extrazügen, welche mit Fahnen und "aubgewinden verziert waren, trafen nachmittags die Besucher ein Sie bezogen die Gartenanlagen des Karlshofes mit seinen lauschigen Plätzchen und die Lokalitäten des Saalbaues Kraft (Inhaber Schwahn). Ter Bahnhof war -um Empfang der Gäste reich geschmückt; große Ehrenpforten mit „WUlkommen" waren errichtet worden, dte Häuser der Stadt waren beflaggt. Jeder Verein brachte seine Musik mit Einen schönen Anblick gewährten die ver- ickiedenen Trachten der Besucher aus den um Gießen gelegenen Orten. Es waren über 2000 Besucher gekommen, ebne die Zahlreichen, welche die Umgebung von Nidda «estellt hatte. Es schien den Gästen gut gefallen zu haben; denn mit endlosen Hochs und lebhaftem Tücherschweuken Zogen sie gegen Abend wieder ab. Sehr angenehm berührt »s wie die Eisenbahner, hoch und niedrig, Hand tn Hand, toie die Inschrift einer Ehrenpforte lautete, kamen und gingen; man sah, daß sie sich als Glieder eines großen Ganzen fühlten und einträchtig ihrem schonen Zwecke Lieuten Nächsten Sonntag wird die andere Hälfte des Gießener Vereins hier eintreffen, und heute tn acht Tagen Lder andere Teil des Butzbacher Vereins.
sG) Büdingen, 8. Juni. Die Anlage von Quellwasserleitungen hat in den letztenJahren Metig zugenommen. Die Erkenntnis von den großen Vor- tleitcn die durch Erbauungen von Wasserleitungen hervor- oqerufen werden, wie Verbesserung der hygienischen .Ver- kältnisse, Letmiuderung der Feuersgcfahr, bricht sich bei ivieleu Gemeinden immer mehr Bahn. So sind in den Hetzten Jahren, außer der großen Was.erleckung Niddertal, ,m welche fünf Gemeinden angHchlosseu s.nd, Leiiungeu in
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