Ausgabe 
8.12.1904 Erstes Blatt
 
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4548 Pfg., 2. Qualität 5962 Pfg., Lebendgewicht 4345 Pfg., Schlachtgetv. 5761 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 6870 Pfg., 2. Qual. 62-00 Vfg. Geschält bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand un­bedeutend ; bei Kleinvieh gedrückt, kein Ueberstand.

Limburg a. d. L., 7. Dez. Frachtmarkt. Durch- schnittsvreise pro Malter. Roter Weizen 14.80 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 10.50, Gerste 10.00 Mk., Hafer 7.20 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.

Kisenka6ii-ZUtung

D i e n e u e d i r e k t t e Bahnlinie H o m b u r g-Wies­baden ist bei Rödelheim in Angriff genonunen. Die Linie macht zwischen Rebstock und dem Rieder-Wald eine Kurve und mündet dann in die Taunusbahn ein. Die Betriebseröffnung ist au? den 1. April 1905 festgesetzt, ab 1. Mal bis Beginn des Sommerfahr- plans sollen die direkten Züge Homburg - Köln und un- gekebrt durchgeführt werden.

Arbeiterbewegung

Eisenach, 7. Dez. Heute mittag legte die gesamte Arbeiter- /chaft der Fahrzeugfabrik Eisenach, über 600 Mann, die A r beit n i e d e r.

Kirchliche Klachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Freitag, den 9. Dezember, nachmittags 5V2 Uhr, findet /'m Konfirmandensaale der Lukasgemeinde, Liebigstraße 56, Ver­einigung der konfirmierten Mädchen der Lukasgemeinde statt.

Pfarrer Euler.

Zsraelitische Religionsgemeinde.

Gottesdienll in der ^ynagsge (büdantage).

Samstag, den 10. Dezember 1904$

Vorabend 4.15 Uhr.

Morgens 9.00 Uhr.

Nachmittags 3.30 llhr.

SchrifterNärung.

Sabbathausgang 5.15 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschaft.

Gottesdienst.

Sabbathieier am 10. Dezember 1904.

Freitag abend: 4.00 Uhr.

Samstag vormittag: 8.30 Uhr.

Samstag nachmittag: 3.30 Uhr.

Sabbathausgang 5.15 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 7.10, abends 4.00.

uniellf LAt'wuiumi.

Berlin, 8. Dez. Der 24jährige angebliche Goldwaren­händler Isidor Perl, einer der gefährlichster Berliner Wncheragenten, ist verhaftet worden. In den nächsten Tagen soll die Verhaftung zweier weiterer Wucherer erfolgen. Zu den Opfern Perls gehört ein ehemaliger Offizier, der Sohn eines hiesigen Universitäts-Professors und auch der vor

einiger Zeit durch Selbstmord geendete koreanische Gesandt- schafts-Attachb.

Paris, 8. Dez. DieAgence Fournier* berichtet aus Rom: Auf Grund von Berichten, die aus Patterson hier eintrafen, sind zwei gefährliche Anarchisten aus den Ver­einigten Staaten abgereist mit der Absicht, den König von Italien zu ermorden. Die beiden Anarchisten sind durch das Los zur Ausführung der Tat bestimmt worden und zwar in einer Anarchisten-Versammlung, welche vor zwei Monaten in Patterson stattgefunden hat. Infolge dieser Mitteilung sind die Vorsichtsmaßregeln für König Viktor Emanuel ver­doppelt worden. Die Fremden, welche in Rom eintreffen, werden einer strengen Bewachung unterzogen.

Madrid, 8. Dez. Der bisherige Minister des Innern, Sanchez Guerra, hatte am 7. Dezember ein Duell mit Soriano, wobei der letztere am Bein ver­wundet wurde.

Vom Kriege.

London, 8. Dez. Das Reutersche Bureau meldet aus dem Hauptquartier der russischen Ostarmee über Schengking vom 6. d. M.: Die schwere Artillerie feuert täglich vom Putilowt-Hügel und von Linschinpu aus, jedoch kam es seit den letzten Kämpfen des Generals Rennenkampf zu keinen neuen Zusammenstößen. Freiwillige unternehmen nachts Vorstöße in die feindlichen Linien und sprengen von Japanern besetzte Häuser. Diese nächtlichen Unternehmungen sind naturgemäß sehr gefährlich, verur­sachen aber oem Feinde viel Unruhe. Jtt den Kämpfen mit General Rennenkampf waren die Japaner an Zahl sehr unterlegen. Die Verluste, die die Russen dabei erlitten, waren sehr gering. Die Russen erbeuteten eine Anzahl Gewehre und machten etwa 500 Ge­fangene. Diese waren schlecht gekleidet und litten unter der Kälte. In den letzten Kämpfen ließen die Japaner gegen ihre Gewohnheit zahlreiche Tote auf dem Kampf PI atze zurück. Tie russische Armee ver­braucht täglich 220 000 Bud an Nahrungsmitteln zur Unter­haltung für Armee und Pferde. Voraussichtlich wird der Hunho in einer Woche stark genug zugefroren sein, um das Ueberschreiten der Trainwagen zu ermöglichen.

London, 8. Dez.Daily Mail" meldet aus Peters- bu^r g: In einer gestern unter Vorsitz des Zaren statt­gehabten Konferenz sei beschlossen worden, ein drittes, Geschwader zu entsenden. Die Frage der Entsen­dung der Schwarzen Meer-Flotte sei noch nicht entschieden. Der Zar sei dagegen. Großfürst Alexis sei dafür. Die LinienschiffePaul I." undSlava" sollen baldigst fertig gestellt werden und mit fünf älteren Linienschiffen sowie fünf Kreuzern und 40 Torpedobooten in zwei Mo­naten als drittes Geschwader zusammengestellt werden.

Dre Kohlenlieserung soll in Anbetracht der Schwi^ rigrerten, die die englische Regierung macht, einer beut« sch en Firma übergeben werden.

London, 8. Dez, TieMorning Post" meldet auZ Washington von gestern: Die japanische Gesandtschaft er- $ r c rtne Mitteilung, dem amerikanischen Agenten bei fV'V' Regierung sei es gelungen, zwei Lrn:enschiffe von Argentinien angeblich für Marokko zu kaufen. Tie Schiffe würden sofort nach dem Mittel- mee<rn ab^ehen und von dort nach einer Scheinübergabe an Marokko unter russischer Flagge weitersahren. Die japanrsche Gesandtschaft nimmt diese Mitteilung mit Vor-, srcht aus.

Cbeffq, 8 Sechs Belagerungsgeschütze bet hiesigen Festung sind nach Mukden geschickt worden^ Bis jetzt sind somit 32 schwere Geschütze zur Armee Kuro- patkins von dort abgegangen. Während der letzten vier Monate sind im ganzen 170 Geschütze von der kaukasi­schen Armee an Kuropatkin gesandt worden. Die Zahl der schwerkalibrigen Geschütze, welche von den Festungen der nördlichen und zentralen Provinzen versandt worden sind, ist noch nicht festgestellt. Ein Artillerieoffizier erklärt, daß wenn die drei mandschurischen Armeen völlig mit Ar­tillerie ausgerüstet seien, Kuropatkin über 1800 Geschütze verfügen würde. Tann würde er, was die Artillerie an­belangt, vor dem japanischen Oberkommandierenden Ovama weit im Vorteil sein, unter der Voraussetzung, daß Port Arthur noch einige Zeit Widerstand leistet und es den Ja- panern nicht gelinat. Verstärkuna^n beran^uziehen.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.^

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, bett 9. Dezember 1904: Meist wolkig, noch geringe Schneefälle, "etwas kälter.

Räßeres durch die ließen er Wetterkarte

Telephonischer Kursbericht.

8« ».

WVg% Reiohsanlelhe . . 101.50 3Vi do. ... 89.85 M/t% Konsols .... 101.55 3 % do 89.80

3*/e% Hessen .... 100.20 B1/. % Oberhessen . . .. 4% Oesterr. Goldrente . . 101.75 4xlt% Gestern Silberrente 100 10 4% Untrar, Goldrente . . 99.90 46/- Italien Rente . . . 104.50 4Portugieser » . . 64.00 1°/ Portugiesen. . . . . 62.85 1% C, Türken ..... Türkenlose ...... 4°/o Grieeh. Monopol.-Anl. 48.40 4l/t% Rassere Argentiner 45.20

Tendenz:

kfnr» a 8. Dezember.

9°/u Mexikaner . . . 32.86 4,/9nA Chinesen .... 92.00 Electric. Sol ackert . . . 124.40 Nordd Lloyd . . . . 107 80

Kreditaktien . . c , 212 20

Diskonto-Kommandit. . . 192.00 Darmstädter Hank . . 142.80

Dresdener Bank . . . . 158.00 Beniner Handelsges. . . 163 00 Gestern Staatababn . . . 139 60 Lombarden , , , 17.80

Gotthardbahn .... 193.00

Laurahütte ..... 258.70 Bochum ...... 230.75 Rarpaner 215.80 Schatzscheine .... schwach.

Alter von 80 Jahren.

8741

Giessen, Frankfurterstrasse 7, den 8. Dezember 1904,

Die Beerdigung findet Samstag den 10. Dezember, nachmittags 3 Uhr, vom Portale des alten Friedhofes aus statt

Die trauernden Hinterbliebenen:

Familie Emil Schmal!

Familie Ludwig Herbert

Heute nacht gegen 2 Uhr entschlief sanft unsere liebe Mutter, Grossmutter, Urgrossmutter und Schwiegermutter

Frau Johannette Herbert Ww.

geb. Bierau

vr. M

Todes-Anzeige.

Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß heute nacht um 3 Uhr unser liebes Söhnchen

Willy

nach kurzem, aber schwerem Leiden un Alter von 6 Jahren sanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme bittet die

Familie Georg Oahmer

Neuenweg 42.

Die Beerdigung findet Samstag den 10. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Fried- hoies aus statt. 6742

Sonnenstraße NO/Z2

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Danksagung

Familie Günther.

8740

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste, besonders für die überaus zahlreichen Blumenspenden sagt herz­lichen Dank

Gießen, den 8. Dezember 1904.

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