Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Trais-Horloff für daS Jahr 1905/06 liegt vom 11. November d. I. an acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Büreau dahier zur Einsicht der Interessenten offen. 6291
TraiS-Horloff, den 7. November 1904.
Großherzogliche Bürgermeisterei Trais-Horloff.
B o r n m a n n.
KerilLtsiaat.
Neueste Meldungen.
nach Abzug von
Kinder
KD
2 (2)
Gießen gebrachte Kranke kommen.
Getreidepreise in Mannheim
Kl) 1 2(2)
1
1 KD
Zusammen:
1(1)
1(1)
1
2(2)
1
1
1 (1)
3(3)
vom
2.—15. Jahr
1(1)
Die Marktpreise für Bich und Frucht und die Gictzener Fleisch- und Brotpreise am 4. November 1904.
London, 8. Nov. Am Montag sand, wie der „Standard" meldet, ein Kabinettsrat statt, an welchem alle Kabinettsmitglie- dev Teilnahmen. Es handelte sich um die Besprechung von Etw- zelheiten, die einer Erklärung bedurften ehe eine internaNo-, uale Kommission bestimmt werden könnte. Tiefe werde im Laufe des Monats die Untersuchung beginnen. Ter Kronanwalst sei nicht zugegen gewesen, da alle Fragen des Rechts befriedigend gelöst seien.
Paris, 8. Nov. In der Sitzung des Gemeinderats ist auf den Antrag derieniaen nationalistischen Mitglieder hin, die gegen die Symvathie-Adresse für Rußland gestimmt hatten, eine Sympathieadresse für die Fischer von Hüll angenommen worden.
Berlin, 8. Nov. Nach einer japanischen Zeitung soll Kaiser Wilhelm während der Herbst-Manöver gegenüber dem japanischen Militärattachee von den Erfolgen der vieltägigen Schlacht bei Liaujang gesprochen und dabei die japanische Armee ebenso wie die vorzügliche japanische Taktik, die militärische Ausbildung und den Nachschub als gleich ausgezeichnet gelobt haben. Von der japanischen Marine sagte er, ihre Creierung sei gleichzeitig mit der deutschen begonnen worden. • Beide Marinen aber seien trotz ihrer großen Jugend gleich hervorragend.
Berlin, 8. Nov. Baron von Knorring, der langjährige Sekretär der russischen Botschaft in Berlin, ist soeben vorn Krst bauplatz in der Mandschurei, wo er als Telegierter des russis - n roten Kreuzes weilte, nach 'Berlin zurückgekehrt. In einer Unterredung äußerte er u. a.: Sehr angenehm hat in Rußland die bevorstehende Entsendung einer Kolonne des deutschen Roten Kreuzes von Berlin nach Irkutsk berührt, deren ärztliches Personal am 23. ds. von Berlin ab- 7?ist Ueberhaupt sei man in Rußland bei den Truvpen und im ^ande des Tankes voll für die Sympathie-Beweise Deutsch- lauds Insbesondre sei das Volk Kaiser Wilhelm auf das herzlichste zugetan. Bei der Schilderung seiner sonstigen Eindrücke erwähnte der Baron die begeisterte Stimmung der Truppen, welcke auf Kuropatl'in schwören. Tie Bewachung und Leistungsfähigkeit der sibirischen Bahnlinie sei ausgezeichnet. Damit habe sich Fürst Chilkow ein großes Verdienst um sein Vaterlanderworben. __
Erwachsene: im
1. Lebensjahr:
Arv^ilervlweffung.
Hamburg, 5. Nov. Ter Schlächterstreik ist nach dreiwöchiger Taiter zu Ung linsten der streikenden Ge- feilen beendet. Tas Flcischboykott soll aber fortgesetzt werden.
vermischtes.
• Hofjagduniforme n pflegt bekanntlich der Kaiser (einen Jagdgästen zu verleihen. Drei Damen der englischen Aristokratie, die eifrig dem Jagdsport huldigen, hat er, wie der „Weserztg." bestätigt wird, Stoff zur 'Jagdkleidung geschenkt, wie er selbst sie trägt. Die „Weserztg." hebt als bemerkenswert hervor, daß der Stoff in einer deutschen Fabrik in Kettwig hergestellt wird. Es ist ein praktisches graugrünes Gewebe, das also durch Vermittelung des Kaisers zum erstenmal von englischen Jägerinnen in Gebrauch genommen wird.
* Bus der Zeit. „Schulden, Gerichtsvollzieher, Offenbarungseid, zahllose Liebesabenteuer, Jeu, Duette — das alles zusammen nennt sich Vorleben Deines Bräutigams." — Braut: „Famos, da weiß ich doch, daß ich einen Kavalier heirate!"
Bekanntmachung.
Auf Grund des § 60 der Verordnung die Anlegung, des Grundbuchs und die Ausführung der Grundbuchordnung betr. von: 13. Januar 1900 wird bestimmt, daß das Grundbuch für Grüningen in Ansehung der Grundstücke VIII/86, VIII/87, IX/232, 1/338, 1/411, 1/412, IX/435 vom 10. De-^ zember 1904 an als angelegt anzusehen ist. Alle nach dem Ablaufe der Anmeldefrist erworbenen Rechte und Einwen^ düngen, in Ansehung deren es nach § 31 der vorerwähnten^ Verordnung einer Anmeldung bedarf, sind vor dem Zeitpunkte, in welchem das Grundbuch in Ansehung der fraglichen Grundstücke als angelegt anzusehen ist, bei dem Amtsgericht anzumelden, widrigenfalls ein Vorrang gegenüber den in das^ Grundbuch einzutragenden Rechten, in Ansehung deren die Anmeldung nicht versäumt worden ist, verloren geht. —
Lich, den 5. November 1904. B8/u
GroßherzoglicheS Amtsgericht.
Zeit und Ort der Untersuchung tunlichst zu entivrechen. Tie bei ihm eingehenden Anträge hat er binnen einer Frist von 24 Stunden in dem Tagebuch zu vermerken." ad. 2. Es kommt in Betracht § 9 der Dienstanweisung vom 9. April 1903: „Tie Fleischbeschau hat m ö g l i ch st im unmittelbaren dl n s ch l u ß n n die S ch l n ch t u n g zu erfolgen und ist von henifc(ben Beschauer auszusühren, welcher auch die Schlachtviehbeschan vorgenonuueu hat. ad. 3. Es kommt in Betracht § 1 der Tienstanweisung vom 9. April 1903. § 9 des Neichsfleischschangesetzes und pos. VI des Amtsblattes Nr. 13 Großh. Ministeriums vom 9. April 1903: „Tie Ausübung der Schlachtvieh- und Fleischbeschau hat nach den Bestimmungen der Fleischbeschau-Ordnung vom 9. April 1903 (Reg.-Bl. Nr. 230) zu erfolgen." Uebcrtrctungcn werden strafrechtlich verfolgt.
Alter Abonnent. Ein Zehnmarkstück mit dem Bildnis Kaiser Friedrichs vom Jahre 1888 hat keinen höheren Geldwert.
P. A. 100. Tie Verfolgung einer Beleidigung tritt nur aus Antrag ein. Der Antrag ist binnen drei Monaten zu stellen.
Kandel und OerKeYr. Ao lkrw irisch aft.
Tie Börsentendenz. Trotzdcnr noch immer keine Aufsicht vorhanden ist, daß die geänderte Börsengesetzvorlage dem demnächst zusammentretenden Reichstag baldigst vorgelegt wird, sind die deutschen Börsen recht guten Mutes und es verdmu hier sestgestellt zu werden, daß das Interesse des Publikums am Effektenhandel eine große Belebung erfahren hat. n^gunmge Bewegung geht zum Teil vom Heimatland aus, zum imyi sie sich auf die guten Dispositionen an den Auslandvborien. friedliche Erledig mm des Hüller Zwischenfalls hat em oroße^ Sickstrheitsgefth' geschef'en. ein fast zu großes für die gespannte politische Lage. In London ist am Markt der ,,Kaffernwerte infolge der befriedigend lautenden Nachrichten über die Ärveirer- frage am Witcwatersrand eine wesentliche Besserung eingetreten. Tie Amerikanischen Bahnwerte befinden sich in steigender Tendenz. Boni dortigen Eisen- und Stahlmarkt werden überschlvangliche und deshalb gerade recht vorsichtig auszunehmende Berichte hcr- übergesandt. Tie Pariser Börse zeigt vorwiegend gute Haltung für Spanien und Türken. Und so lebt man eigentlich an den Börsen in dulce jubilo trotz Krieg, teuren Sold und Unsicherheit auf viele): industriellen Gebieten —Teutschlanh.
Kunst und Wissenschaft.
Kopenhagen, 7. Nov. Tie dänische l i t t e r a r i s ch e Grönlandexpedition ist mit dem Dampfer „Fox" zuruck- gekehrt. Sie erzielte bedeutende tvissenschastlicye und kulturelle Erfolge.
Weizen 100 Kg. 18,75 Alk.
Roggen 100 „ 14,75 „
MürnlliMlkbkrM der Todesfälle m der Stadt Gießt«
40. Woche. Vom 25. September bis 1. Oktober 1904.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 iinkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 20,80
8 Ortsfremden: 5,67 °/on.
Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die
Brühl’sche Univer sitäts - Druckerei, Schulstr. 7
London, 8 .Nov. „Daily Telegraph" meldet vom' 7. November aus Tschifu: Tie außerordentlich tapferen Frontalangriffe der Japaner vermochten die ?yefhttt1g Port Arthur nicht zu Fallt zu bringen Tie Angriffe waren sehr verlustreich. Hinter der F<ront von Erlungschan beziehen die Russen neue und alte Batterre- stellungen mit Geschützen schweren Kalibers, auf die sie sich zurückziehen können, ohne die Herrschaft über dre inneren Verteidigungslinien zu verlieren. Solartge die Russ en noch Lian tisch an inne hätten, sei den Japanern die Besetzung Port Arthurs unmöglich.
L o n d o n, 8. Nov. Der „Standard" meldet aus Odesta vom 7. d. Mts'.: Aus einer Privatquells verlautet, deut russischen Generalstabe sei aus Port Arthur eine Nachricht zuge- aangen, nach welcher unmöglich erscheine, daßi jidji die Festung noch länger a.ls vier Tage halten könne.
London, 8 Nov. Der „Standard^ meldet nuv Tientsin vom 6. Nopember: Durch den dortigen Zoll gingen im Laufe des Jahres W affen im W erte v on 2 Mill. Taels ein. Neuerdings kam mit drei d eutsch en Firmen ein Abschluß auf Lieferung von Kru ppg eschntzen im Werte von 2 Mill. Taels zu stände. Sie Lieferung hat innerhalb 4 dlivnaten zu erfolgen, die Bezahlung der Cx> schütze erfolgt in Raten innerhalb 3 Jahren.
London, 8. Nov. „Daily Mail" meldet aus T,chlfu vom 7 November: Ein aus der Mandschurei und' Korea cingetrossener europäischer Ingenieur teilte mit, daß der Unterbau der Eisenbahn An tun g-LiUUj ang biv Föngwanqtscheng fci-ttgticftcHt lei. In Ham- henng ständen 4000 Russen, die einen Teil des Ortes be- setzten und in steter Verbindung mit Wludiwostok standen. Tie Winterkleidung der Japaner wird von dem Jügenicur als unzureichend bezeichnet.
London 8 Nov. Der Kolonialsekretar Lyttleton sprach gestern abend in Lcamington über Lage und er
klärte, daß der in einigen Morgenblattern erscknmene angeblich Wortlaut des englisch-russischen Abkommens mcht authentisch sei. Man tue gut, mit seinem Urteile zu warten, bis der endgiltige Text vorliege Er nehme als sicher au, daß das Abkonimeu dcmuächst veröffentlicht werde. Lyttleton bemerkt ferner- England habe natürlich an den von ihm ursprünglich gestellten vier Forderungen festgehalten Tie Fordermngen seien in höflicher und fester Sprache geftellt norden und das englische Volk habe ihnen sugestrn.unt. Im Bczüa auf die dritte Forderung, Bestrafung der Schuldigen, habe der Zar ausdrücklich erklärt, daß die ermittelten schuldigen die gebührende Strafe treffen solle. Er glaube uicht zuviel zu sagen, wenn er feststellt, daß ausgezeichnete Hoffnung dafür vorhanden sei, daß die Forderungen sofortige Erfüllung fmden würden.
Brotpreise in Gießen
Weißbrot 2 Kg. 52 Psg. Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg^
Es starben an:
Dpphtherie
Tuberkulose der
Lungen
Gefäßverkalkung Eingekl. Bruch Atrophie Leberisschwäche Eczem
Verilnglückung __ ____
Summe 11 (8) 6 (5) 3 (1) 2 (2) ,
Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben am wie viel
der Todessätte in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach
R. B. Tarmstadt, 7. Nov. Die wiederholten großen ( Kupferdieb stähle, die im August und September v. I. : in dem hessischen Kupferwerk an der Landstraße zu Gustavs- ! bürg stattfanden und Aufsehen erregten, gelangten in einer 1 bis heute abend i/29 Uhr ausgedehnten Sitzung der Strafkamm e r zur Aburteilung. Es standen sieben Angellagte v?r den , Schranken: Taglöhner Selb aus Kastel, Taglöhner Rudhard- . Kostheim, Küfer Franz Nfeiwr-Kastel, Anstreicher Johann Groß- Kastel, Sandf-wchner Ltnspach-Kostheim irnd die Händler Joh. : Müller-Bretzenheim und Anton Konradi-Babenheim, die ersterM drei des schweren Tiebstahl«, die beiden folgenden der Mithilfe usw. und die beiden letzteren der Hehlerei angeklagt. Ter Küfer Pfeifer hatte in dem Kupferwerk kurze Zeit gearbeitet und dabei in Erfahrung gebracht, daß in der Nacht zum Sonntag zwischen 12—V2I Uhr niemand in dem Werk beschäftigt ist, da die Nachtarbeiter dann kurze Ruhepause haben. Er wußte daher den Ruthard und Seib zu b^reben, daß sie gemeinsam mit ihm dort lagernde Kupferabsälle entwendm wollten. Sie kamen deshalb im August kurz nach 12 Uhr nachts im Nachen von Kostheim Mainaufwärts, landeten an einer dortigen Treppe,^ überstiegen den Bretterzaun und begaben sich durch das offenstehende Oberlicht in den Schmelzbau des Werkes,, in dem die Kupferabfälle lagerten. Hier nahm jeder, so viel er tragen konnte und warf es durch das Oberlicht in den Hof, wo das Metall dann in Säcke gepackt und mit dem Nachen nach 'Kostheim geschafft wurde. Vierzehn Tage darauf wiederholten sie dasselbe und ebenso in der Nacht zum 27. September, wo jedoch durch das entstandene Geräusch die schlafenden Arbeiter geweckt wurden und die Eindringlinge Reißaus nahmen. Tas Ergebnis des ersten Diebstahls, "337 Kilo Kupfer verkwiften sie an den mit- angellagten Müller in Bretzenheim, der dafür 120 Mark bezahlt haben will, während die Tiebe nur 86 Mark erhalten haben wollen. Tie zweite gestohlene Kupfermasse, 305 Kilo, bot Müller, der für den ersten Posten bei einem Mainzer Händler 148 Mark erhielt, verschiedenen Händlern an die aber der Sache nicht trauten und den Kauf ablehnten, worauf Seib und Pfeifer den zweiten Posten bei dem jetzt flüchtigen Händler Albrecht in Wiesbaden unterbrachten. Weiter stahlen die drei Kumpane aus einer Lagerhalle im Eisenbahnhasen drei d^r dort aufbewahrten schweren Kupferringe, die Händler Konradi in Bubenheim für 120 Mark kaufte; der wirkliche Wert betrug 240 Mark. Ferner hat der Anklage zufolge Pfeifer unter Mithilfe von Groß im Februar v. I. fünf Säcke Gerste der Firma Altschüler in Mainz aus der bei Gustavsburg gelegenen Fruchthalle gestohlen und endlich drangen Pfeifer und Seib unter Mithilfe des Ruthard in den in der Kostheimer Gemarkung gelegenen umzäunten Garten des Gastwirts Follert aus Kastel ein und stahlen daselbit aus dem verschlossenen Holzschuppen ein Schwein, das sie töteten und unter sich verteilten. Ter Ger' htshof nahm bei den Angeclagten teils große Not, teils schlechte Familienverhältnisse als mildernde Umstände an und verurteilte Seib zu 2 Jahren 5 Monat, Pfeifer zu 3 Jahren, Ruthard zu 1 Jahr 4 Monat, Groß zu 1 Jahr und Anspach zu 7 Monaten Gefängnis, Müller wegen zweimaliger Hehlerei zu 4 Monat und Konradi wegen einfacher Hehlerei zu 1 Monat Gefängnis. Seib, Pfeiffer und Ruthard wurden ferner die Ehrenrechte auf 2 Jahr aberkannt, Seid, Ruthard und Groß je 3 Monat, Anspach 14 Tage auf die Untersuchungshaft angerechnet. ,
Leipzig, 7. Nov. Vor dem Strasienat 2 dev Reichvgericksts fand am 4. November die Verhandlung wegen der von Tr. Magnus Hirschfeld unter den Studenten der technischen Hochschule in Berlin veranstalteten wissenschaftlichen Engueten über die Verbreitung der Homose^"alität statt. Sowohl die Revision des Oberstaatsanwalts Tr. Jsenbiel, als die des ^er.ei- gers Rechtsanwalts Chodziesner wurde verworfen und das Urteil des Landgerichts I zu Berlin als zu Recht bestehend anerkannt, da ein Formfehler nicht nachzuweisen sei. Es wurde besonders betont, daß durch Freistpechung em ^’retr?lÖ
für Wiederholungen oder Rundfragen ähnlicher Art ausgestellt werden würde, was vermieden werden müßte.
P a r i s , 7. Nov. In der heutigen Verhandlung des Prozesses D a u t r i ch e und Genossen erklärte der Negierungskornmlssar Rabier unter großer Ueberraschiing des sehr zahlreichen Publikums: Er sei von seiner vorgesetzten Behörde ermächtigt worden, die Anklage gegen die vier Angeklagten fallen zu lassen. Inder Verhandlung sprach das Kriegsgericht die vier Angeklagten einstimmig frei. Ehe das Urteil verkündet ivirrde, verlas einer der Verteidiger einen scharfen Protest gegen die unbegründete Anklage, die die vier Oisiziere zu entehren suchte, die jetzt großer, als sie vorher gewesen seien, aus der ungerechten, grausamen Prüfung hervorgingen. Oberst Rollin erklärte, er verlasse «.en Gerichtsfaal erhobenen Hauptes und mit ruyigem Osemissen; die Dualen, die er erduldet habe, bringe er Frankreich und ver Republik ziim Opfer dar. Tie übrigen dlngeklagten schlossen sich seinen Worten au.
sd. Darmstadt, 8. Nov. (Eigener Drahtbericht.) Der hessische Landtag wird am 16. ds. Mts. wieder zusammentreten.
Paris, 8. Nov. Der Kommandant Lejaille vom 26. Jägerbataillon hat dem Abg. Syveton seine Zeugen gesandft Dus Duell dürste heute schon stattfinden.
Paris, 8. Nov. Der Rittmeister de Gail in St. Germain hat an den nationalistischen Deputierten Syveton ein Schreiben gerichtet, in dem er diesem sti e Verachtung über das am Freitag von ihm gegen Kriegsminister Andre in der Deputiertenkammer verübte Attentat aussprichst Man glaubt, daß es deshalb zu einem Duell kommen wird.
Innsbruck, 8. Nov. Die Stadt zeigt das gewöhnliche Gepräge. Es herrscht vollste Ruhe. Die Trauerfahnen sind wieder abgenommen worden. Vor der italienischen Fakultät werden Schutthaufen weggeräumt. Mit den inneren Renovierungsarbeiten wurde bereits begonnen, doch dürften diese Wochen in Anspruch nehmen. Der Sozialistenführer, Dr. Vattist, Mitglied des Trienter Gemeinderates, befindet sich unter den Verhafteten. Die Kunsthandlungen haben sämtlich Bilder Pezzey ausgestellt.
- Kalisch, 8. Nov. Das Urteil gegen den Kellner Adolf Leseynski, der im Dezember 1902 die Witwe Auguste Vudwig ermordet hatte und beim Ueber- schreiten der russischen Grenze verhaftet wurde, lautete auf 20 Jahre Zwangsa rb eit in den BleiwerkenSibiriens.
Ne-vyork, 8. Nov. Der Newyorker Expreßzug, der abends 7 Uhr Washington verließ, wurde von Banditen überfallen, die den Postwagen erbrachen, ^a^ Zugpersonal verjagte die Räuber indeß glücklich und veranlaßte ihre Versolgung.
Vom Kriege.
London, 8. Nov. Tie Morgenblätter melden' aus Tschifu, daß die Russen aus Tschifu durch chinesische Dschunken Lebensmittel erhalt.cn. — Tie Transporte von Truppen aus Japan nächt Talny dauern an. — Es wird berichtet, daß die Japaner den Tilungt- schan-Berg, der die Stadt beherrscht, genommen
Gietzener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 9. November 1904: Vorwiegend trüb, windig, kühler, öfters Regenschauer, besonders im Nord osten. In höheren Lagen (Vogelsberg, Taunus) auch Schnee.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte. _____
Briefkasten der Redaktion.
M. 190. ad. 1. Es kommt in Betracht § 13 der Fleischbeschau-Ordnung vom 9. April 1903 (Neg.-Bl. Nr. 25), welcher besagt: „Die Fleischbeschau bat möglich st i m ?l n s ch l n ß a n d i e Schlachtung zu erfolgen. Zu dem Zweck ist dem Fleisch- beschauer st e t s die Zeit der Schlachtung rechtzeitig vorher anznzeigen." Ferner kommt in Betracht § 2 der Dienstanweisung für die Fleischbeschauer, welche nicht die f)lvprobation als Tierarzt besitzen, vom 9. dlpril 1903, welcher besagt: „Der Beschauer-Hat allen in ordnungsmäßiger Weise an ihn ergehenden i)lufsorderungen zur Ausübrmg seines Amtes alsbald Folge zu leisten und hierbei den Wünschen der ?lntragsteller iubezug auf
Ist Istnm Iyre chesundheik (ießt
Dann trinken Sie keinen Bohnenkaffee, der nach einer Veröffentlichung des Kaiserlichen Gesundheitsamtes die Anfänge der Vergiftungswirkungen des Koffeins in sich trägt, sondern den durchaus bekömmlichen Kathreiner's Malzkaffee D8/ji
Ein salomonisches Urteil fättt jede Hausfrau, die sich unter der großen Auswahl vvu Speisefetten für „Palmin" entscheidet, denn dieses hochfeine Pflanzenfett vereint die Vorzüge der Kuhbutter mit größter Billigkeit: ist dabei weder Kunstspeisefett noch Marga°^ rine ' sondern ein reines Naturprodukt und muß zum Kochen, Braten und Backen als ein vollwertiger Ersatz für Naturbutter angesehen^ werden.
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Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. M.
Fleischpreise in Gießerft
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 71-73 Mk.
l/„ Kg. Schlachtgew. 81—85 Pf.
IV" , 60-61 „
7. Kg. 80 Pfg.
7i , 70-74 , 7, „ 60-72 „


