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8.11.1904 Erstes Blatt
 
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Dienstag 8. NovemberLS04

134. Jahrgang

Erstes Blatt

Schulflratze 1.

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Nr. L63

Vrscheiut täglich

außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kcsfijchen Landwirt A die Gietzener Familien» U

Hättet viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen An wers.-Buch-u. Stein* brudeteL 9u Langs.

Are yeuirge Kummer umfaßt 10 Seiten,

Innsbruck.

Ein Mitglied der Redaktion her*Münch. N. Nachr." weilte dieser Tage in Innsbruck und fand Gelegenheit, mit allen in Be­tracht kommenden Faktoren Fühlung zu nehmen. Es wurde auch vom Statthalter v. Schwartzenau zu einer längeren Unterredung empfangen. Ter Vertreter der ,.M. N. N." schildert in einem längeren Artikel die Auffassung der Innsbrucker Kreise und be­tont, daß der Zusammenstoß von deutscher Seite beabsichtigt war, während man auf italienischer Seite im voraus darauf gerechnet habe. Kein einziger deutscher Student war mit Schußwaffen versehen, während die ganze italienische Teilnehmerschaft, die beim allerersten Zusammenstoß auf der Straße war, in einer Reihe von etwa 40 Meter Länge ein Vistolenfeuer eröffnete. Tie Schuld an dem Eingreifen des Militärs gebe man dem Statthalter. Ter Korpskommandant Erz­herzog Eugen habe die zweimalige mündliche Bitte um Militär auf das bestimmteste abgelehnt, und erst der dritten schriftlichen Aufforderung notgedrungen entsprochen.

Ter Vertreter derM. N. N." gibt dann wörtlich die Auf­fassung des Statthalters Frhrn. v. Schwartzenaü wieder. Tiefer gibt zu, daß die geradezu unverantwortliche Weise, mit der einzelne italienische Studenten vorgegangen sind, die Schuld trage, indem sie auf die anwesenden, nicht sehr zahlreichen deutschen Studenten R e v o l v e r s ch ü s s c ab­gaben. Tas Militär sei erst 'nach mehreren Stunden ausgerückt, als sich 'verschiedene Anzeichen geltend machten, daß. die , von ernsten Absichten beseelte städtische Mache nicht mehr die Situa­tion beherrschte. Es sei nicht mit Ucberstürzung gebandelt worden, denn das Militär habe noch8A Stunden nach seiner Ankunft gewartet und sei erst eingeschritten, als sich zeigte, daß die Be­mühungen des Bürgermeisters, das Publikum zum Auseinandcr- gehen zu veranlassen, nicht von Erfolg begleitet waren. Ter Statt­halter verwahrt sich nachdrücklichst dagegen, daß man ihn für den bekannten traurigen Vorfall verantwortlich machen könne. Nur der rein zufällige Umstand, daß das Bajonett eines Soldaten etwa einen halben Fuß von der geraden Richtung abwich, oder daß der Getroffene im Gedränge nicht mehr rechtzeitig ausweichen konnte, fei die Ursache des traurigen Falles. Bezüglich der Heran­ziehung von auswärtigem Militär bemerkte der Statthalter: Seit Freitag mittag feien nahezu 10 Stunden lang in der Stadt anarchische Zustände eingetreten. Tie längere Fortdauer derselbe:: sei mit dem Ansehen des Staates unvereinbar erschienen. Von einer Provokation der Bevölkerung könne keine Rede sein. 11 eher das fernere Schicksal der italienischen Rechtsfakultät sich auszu­sprechen, sei ihm zurzeit unmöglich. Tie Ausschreitungen würden die Regierung zu einer Veränderung der Verfügungen nicht be­stimmen.

Gegenüber diesen Aeußerungen des Statthalters stellt der Berichterstatter derM. N. N." fest, daß die anarchischen Zu­stande am Freitag nur in den Ausschreitungen unreifer Buben bestanden hätten, die die Fenster einwarsen, die Schilder herab­rissen usw. Wenige Schutzleute hätten hier Ruhe halten können. Ernsthaft in Betracht kommende politische Kreise waren daran nicht beteiligt. Wie Universitäts- und städti­schen Kreise seien darin einig/ daß die i t a l. Rechtsfakul töt in Innsbruck unmöglich geworden sei. Man sei fest entschlossen, auch das Provisorium fortan mit allen Mitteln zu verhindern.

TieM. N. N." veröffentlichen ferner eine längere Zuschrift einer mit den Tiroler Verhältnissen vertrauten Persönlichkeit über die politischen Ursachen des Konflikts, in welcher betont wird, die Folgen des Unglücks könnten nur verschwinden, wenn die Politik, welche die östreicbische Negierung in der WälschUrolerfrage betreibe, eine gründliche Aenderung erfahre. Tie Tiroler Italiener ließen sich nicht versöhnen, weil sie nicht versöhnt werden, wollen. Jedes Zugeständnis an sie bedeute eine Forderung der antiöstreickn- schen Jrredenta. Turch das ganze östreichische Staatsinteresse sei es geboten, das Deutschtum in Tirol zu unterstützen, denn das Deutschtum repräsentiere das staatstreue Element, im Gegensätze zu dem mindestens staatsfremden, an Losreißung denkende Wälschtum. M

Ter Leiter der Innsbrucker Polizei, Magistratsrat Neuner, hat die Strafanzeige gegen die alldeutschen Abgg. Franco Stein und S ch r e i t e r wegen öffentlicher Gewalttätig* leiten erstattet.

Ter Rektor der Wiener Universität ersuchte das Universitäts- Rektorat zu Innsbruck, ihm die Namen derjenigen italienipben Studenten aus Wien anzugcben, welche mit Revolvern nach Inns­bruck gereist sind.

Tie deutschen Studenten der Universität Wien zogen am Montag nach einer Versammlung, in der eine Sympathiekund­gebung für ibite deutschen Kommilitonen in Innsbruck beschlossen wurde, in geschlossenen Reihen vor das Parlamentsgebäude und demonstrierten auf dem Franzensring.

Tas WienerFremdenblatt" meldet: Tie Gerüchte von einer Demission des Kabinetts widerfprecheu vollständig den Tatsachen und sind auch absolut nicht von feiten der Regierung ausgegangen. . y , . .

In Triest kam es im Theater zu einer d e u t jch?A er n o - l i ch e n Demonstration infolge der Vorgänge in Jnnsbruct. Ter Führer der Antisemiten, Ingenieur Dompeiri, nntßte das Theater unter den Rufen der Menge:Hinaus mit o em Verräter", verlassen. ----

UoMische Tagesschau.

ttrlcgSminisier Andrö

erklärte in einer Unterredung, die in seinem Arbeitszimmer statt­fand, er sei vollkommen erholt. Er hoffe,, am namiien Freitag in der Kammer bei der Interpellation über den tvau des Hauptmanns Cuignet seinen Mann stellen zu können, ^m .Kriegsministerium ist man trotzdem über den Gesundheitszunano Andrös noch imimr beunruhigt. Er erlitt am Samstag bei Unter­zeichnung von Schriftstücken einen Schwächeanfall. Andr6 erteilte seinem Sohne, dem Leutnant Andr6, den formellen Befehl, UW sofort nach seiner Garnison zu begeben. Ein Duell findet also n *Cl) Inteansigeant" veröffentlicht folgende Erklärung S v v e - /ans' Da ich den Vater nicht stellen konnte, so hoffte ich den Sohn 'n tressen. Ter erstere sowohl wie der letztere verstecken sich nh ! 6intct ben acrichtlichen Vcrkolguna-n Sie Men wahr- r,; rifh n eher her eine n o ch der andere eine Evrc

U ibiVcn unbber Leutnant AndrSläßt auf her Wauqe bes Armeechefs die Schmach sidcn, die ich ii,m jÄÄ ,?,Sr NmMellt, war die jüngste A b st i m m u n a

zugunsten des Kriegsministers A n d r 6 , die nur zwei Stimmen i Mehrheit ergab, irrig war. Drei radikale Abgeordnete, von ; denen das Amtsblatt versicherte, daß sie sich der Abstimmung enthalten hatten, versichern, daß sie ihre Stimme abgegeben haben, sodaß sich eine Stimmenmehrheit von 5 Stimmen ergibt. 1

In der Kammer teilte Präsident Brisson mit, er erhielt das l Ersuchen um die Genehmigung zur Einleitung einer straf- r rechtlichen Verfolgung gegen einen T-evutierten. Es . handelt sich dabei natürlich 'um Syveton. Tas Ersuchen wurde t den Ausschüssen überwiesen.

Tie Ausschreitung des Nationalisten S t; v e t o n wird übrigens i wahrscheinlich in wenigen Tagen vergessen sein. Durch diesen < Gewaltakt ist auf die Dauer weder die Stellung des Kriegs- j Ministers noch des Kabinetts gefestigt worden, denn das r a d i - . kale Ministerium hat sich unverkennbar a u s g e l e b 1, blickt es doch auf ein für französische Verhältnisse ziemlich langes Bestehen zurück. Tie Frage bleibt also aktuell, wer , von den ; Mitgliedern des Kabinetts Combes sich in das neue Ministerium < hinüberretten werde. Nach allgemeiner Auffassung dürfte -daS ; nur dem Minister des Auswärtigen T e l c a s s 6 gelingen, der 1 für einen der gewiegtesten Staatsmänner gehalten wird, und : gegenwärtig im Zenith seines Ruhmes steht. In Wirklichkeit ist . Telccssss vom Glück begünstigt worden, wie kaum einer seiner ' Amtsvorgänger. Tie Erfolge seiner auswärtigen Politik sind nur zum kleinen Teil sein Verdienst. Tie Anregung beispielsweise für den vielgerühmten französisch-englischen Schieds- > gerichts vertrag gab König Eduard, wie er. es denn . auch war, der der Vermittelung Telcassos bei den durch den H u l l e r Z w i s ch e n f a l l entstandenen Differenzen zwischen Ruß- land und England Vorschub leistete. Ter Einzige, der Delcasse das politische Konzept es bezog sich auf den Balkan verdarb und ihm dadurch das Prestige zu beeinträchtigen^ drohte, der russische Minister des Auswärtigen Graf Lamsdorff, sieht sich hinsichtlich der Einwirkung auf die inetrnationale Politik matt- gesetzt und auf einen wenig aussichtsreichen Kampf beschränkt gegen die ,,Großfürstenpartei" am russischen Hofe. Präsentiert sich also Minister Teleasss als der ruhende Pol in der Er­scheinungen Flucht, so dürfte der Leiter des Marinewesens, Pellet an, als Ressortchef im Kabinett Combes zum, letzten Male Regierungsmitglied gewesen sein. Nicht sowohl die Ein­setzung des parlamentarischen Ausschusses zur Untersuchung über die Zustände in der französischen Marine, als vielmehr die Un­beliebtheit Pelletans im Mariueoffizierkorps läßt die erneute Ueber- tragung des Portefeuilles an diesen originellen Politiker als aus­geschlossen erscheinen. Auch an der Spitze anderer Verwaltungen wird schwerlich Raum für ihn sein, da das radikale Element im nächsten französischen Ministerium wohl nicht mehr anzutreffen sein wird. *

Einen wichtigen Antrag zur Kanal-Vorlage hat Abg. Tr. Am Zehn b off sZlrss eingebracht. Er beantragt, folgenden neuen Paragraph hinzuzufügen :

Zur Turchführung der in diesem Gesetz beschlossenen Ar­beiten wird hiermit ein aus Kommissaren der Regierung und Vertretern der verschiedenen in Betracht kommenden In­teressenten zusammengesetzter Beirat gebildet. Ter Vor­sitzende wird vom Könige ernannt. Tas Nähere wird durch königliche Verordnung geregelt. ,

Wenn in der Kommission der Antrag die Mehrheit findet, daß auf den neuen Wasserstraßen das staatliche. Schleppmonopol zur Einführung gelangen soll, dann sind die schicksalsreichen Ka­nalvorlagen endlich im Hasen. Denn dann glauben die Vertreter der Landwirtschaft darüber beruhigt sein zu können, daß die Was­serstraßen nicht die Einfuhr von Getreide för­dern helfen. Ter Westfälische Bauernverei n,,gab dem S ch l e p p m o n o p o l seine Zustimmung, mit der Begründ­ung, es könnten dabei die Abgaben für Kanalfrachten so hoch bemessen werden, daß durch 'die Einfuhr ausländischer Erzengnine die Preise für die Erzeugnisse der heimischen Land- und Forst­wirtschaft nicht wesentlich beeinflußt werden. Man begreift, daß Kanäle mit hoch bemessenen Kanalfrachten, die der Staat eben durch ben Ausschluß des privaten Wettbewerbs in Bezug auf ben mechanischen Betrieb nach Belieben zu normieren vermag, mit einem Schlage die Wassersttaßeninteressenten sehr ernüchtert hat Bei dieser Sachlage wird es nicht in Erstaunen fetzen, wenn sowohl die Freisinnigen, als grundsätzliche Gegner bon Staats­monopolen, wie die Nationalliberalen die mit solchem Bleigewicht versehenen Kanalprojekte, insbesondere den Rhein-Leine-Kanal ablehnen Allerdings würde dadurch nicot die Annahme der Vor­lagen im Abgeordnetenhaus verhindert werden, weil Rechte und Zentrum zusammen bei weitem über die erforderliche Stimmen­mehrheit verfügen. Doch'läßt sich keineswegs sagen, oh dann auch die Kanäle gebaut werden. Tie Grundbedingung für den Bau bildet die Zusicherung erheblicher Beiträge von Interessenten. Ob nun nach dieser Verschiebung der Sachlage die Garantieleistungen aufrechterhalten oder zu einem größeren Teile zurückgezogen werden, das ist die Frage. Unmög­lich erscheint die Zurückziehung lemeswegs, nach dem lebhaften Widerstand, den der Antrag Am Zehnhoff in den Kreisen der buftrie findet.

Deutsches Reich.

Berlin, 7. Nov. Heute hörte der Kaiser den Vortrag deZ Chefs des Zivilkabinetts und empfing den Prinzen Jo­hann Georg von Sachsen zur Notifizierung der Thronbe­steigung des Königs Friedrich August, sowie den sächsischen Gesandten Graf Hohenthat, zur Ueberreichung seines Be­glaubigungsschreibens.

Auf ein Huldigungstelegramm des Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation ist folgendes Antworttelegramm des Kaisers eingegangen:

Generaldirektor Fritz Maare, Bochum! Ich spreche den zur 50 jährigen Jubelfeier deS Bochumer Vereins versammelten Männern für ihren treuen Gruß meinen wärmsten Dank ans. Die große Anzahl der nmücieuben Inbilare von mehr als 25- jähriger Zugehörigkeit zum Werke ist ein glänzendes Zeugnis für den Geist, in dem das Werk geführt wirb, und das treffliche Ver­hältnis von Arbeitgebern zn Arbeitnehmern. Möge das Werk, welches sich in den ersten 50 Jahren seines Bestehens in so er- treulicher Weise entwickelt bat, auch ferner wachsen und blühen als Musterstätte treuer Arbeit, tüchtiger Wirtschaftsführung und tatkräftiger Fürsorge für das Wohlergehen der Angestellten und Arbeiter." ,

_ Die Kosten für das Wohnhaus des Neichs- tags prüf ident en in Berlin betragen nach amtlicher Mitteilung 116 300 Mk. Dabei sind das Architektenhonorar

und die Kosten für die Bauleitung, für die Gartenumwehrung, das Stallgebäude und das Maschinenhaus nicht in Ansatz gebracht. Für die Anschaffung der Möbel, der Einrichtung' der Küche, des Geschirres, des Silberzeuges usw. sind außer­dem noch 230 000 Mk. ausgegeben worden. Der Neichs- siskus hat also für das Wohnhaus des Neichstagspräsidenten 1393 000 Mk. aufgewandt. Wieviel außerdem für den Zaun, den Stall und das Maschinenhaus verwendet worden ist, ist nicht bekannt. Auch ist in Betracht zu ziehen, daß das Maschinenhaus gleichzeitig für die Heizung und Beleuchtung des Neichstagsgebäudes selbst dient. Die Aufführung des Baues hat rund drei Jahre gedauert.

DieStatist. Korr." veröffentlicht die Ergebnisse der Schlachtvieh- und Fleischbeschau sowie der Trichinenschau vom 1. Juli bis zum 30. September 1904 für den preußischen Staat. Danach sind der allgemeinen Schlachtvieh- und Fleischbeschau in runden Zahlen unter­zogen worden 16 000 Pferde, 500 000 Rinder, 540 000 Kälber, 2 Millionen Schweine, 550000 Schafe, 25 000 Ziegen und 237 Hunde. Von den über 2 Millionen Schweinen, die der Trichinenschau unterworfen wurden,' waren 226 trichinös und 805 finnig.

Dresden, 7. Nov. DasDr. I." schreibt: In der Tagespreffe finden sich widersprechende Mitteilungen über die Zivilliste. Wir sind in der Lage, demgegenüber mit aller Bestimmtheit zn erklären, daß von keiner maßgebenden Stelle beabsichtigt worden ist, eine Erhöhung der Zivil- liste bei der Standeversammlung zu beantragen.

Kirche und Schule.

Ein hervorragender Geistlicher, der Berliner Pfarrei D. Max Fischer, soll auf dem Protestantentag feine Ansichten in folgender Weise geäußert haben:Schars ab­zulehnen ist die Christus-Anbetung, die offen oder verhüllt vielfach an die Stelle der Gottesanbetung getreten ist. Jesus kann nicht Gegenstand der Religion, nicht ©egen»'; stand der Anbetung fein".

Ausland.

Rom, 7. Nov. Bis Mitternacht sind 492 Wahl» resultate bekannt geworden. Gewählt sind 294 Ministerielle, 46 Mitglieder der konstitutionellen Opposition, 27 Radikale, 25 Sozialisten und 16 Republikaner. 84 Stichwahlen sind bisher erforderlich.

Tanger, 7. Nov. Dicht unterhalb des Stadtwalles von Larrasch wurde ein Spanier ermord et und seine Frau geschändet. Die hiesige japanische Gesandtschaft lchat sich des Falles energisch angenommen. Bei. Tanger wurde heute morgen ein Mann mit durchschnittener Kehle tot aufgefunden.

Der Kapitän des DampfersNordfee" ist gestern zurückgekehrt und brrichtet, daß etwa 50 Schüsse bei Larrasch; auf fein Boot abgefeuert wurden. Der britische Gesandte er­hielt einen Bericht, in welchem die Ruhe und die Energie des deutschen Vizekonsuls bei den Unruhen in Larrasch lobend hervorgehoben werden.

Sämtliche Gesandten unterzeichneten eine Note an den Sultan gegen das Verbot der Getreidekabotage überhaupt, nachdem anfangs gegen die kurze Kündigungsfrist Einspruch erhoben worden war.

Newyork, 7. Nov. Das demokratische Nationalkomitä beschuldigt die Republikaner der Verausgabung von 5 Millionen Dollars zum Ankauf der Präsidenten-' schäft. Inzwischen nehmen die meisten demokratischen Führer den Sieg Roosevelts als ziemlich wahrscheinlich an.

Wom Kriegs sch aupkahe.

Petersburg, 7. Nov. General Ssacharow meX» bet vom 6. Novomber an den Generalstab: Am 4. November drangen Freiwillige in die japanischen Schan­zen vor der H o u t h a i- 5) ö h e ein, wo sie sich den ganzen Tag über behaupteten und ein energisches' F-euer gegen den Feind unterhielten, der die Schanzen am Fuße der .Höhe beseht hatte. Am Morgen desselben Tages wurden mehrere von unseren Geschützen in Stellung bei einem Dorfe ein Werst südlich vom Dorfe Guantum gebracht; sie beschossen das Dorf Judeilatsi, ein Werst südlich von Sahepu, und die feindliche Befestigung auf der Houthai-Höhe. Das' Dorf wurde auch von der Belagerungsbatterie beschossen, wobest die Gebäude in Brand gerieten. Die Blindagen in der Be-i festigung Ivurden zerstört. Die feindlichen Batterien bc*. mühten sich vergeblich, bis' zum Einbruch 'der Dunkelheit unsere maskierten Batterien zu treffen und feuerten gegen tausend Brisanzgranateu und Schrapnels ab, ohne uns Ver­luste zuzusügen, da sich unsere Truppen in gut 'gedeckter Stellung befanden. Wir beantworteten das F-euer des Fein­des mit 92 Bomben, 4 Mörserschrapnels und 90 Schnell- feuergeschossen. In der Nacht zum 6. November Ve- ; schossen wir ein vom Feinde besetztes Dorf mit Mörsern.> , Heute sind keine Meldungen über Kämpfe eingelaufen'.

Marseille, 7. Nov. Der. Kapitän des englischen. ' Dampfers Formosa, von Shanghai kommend, berichtet, daß i die Schiffahrt dort sehr gefährlich sei. Auf der Höhe von » Tschisu sei der Dampfer mit knapper Not der Gefahr einer ' schwimmenden Mine entgangen. Ferner sei der Dampfer von den Japanern angehalten und unter* r su ch t worden, wo uf sich die Japaner entfernt hätten, i' g e n.

Mukden, r Nov. Tie Chinesenmäntel der russi-