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7.7.1904 Erstes Blatt
 
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Nr. 157

r!*etirt ttgli* außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit

Erstes Blatt. 184. Jahrgang Donnerstag 7. JE 1904

Gietzeim Anzeiger:

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Amts- md Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen 8WZ

bmimmwmwmmmmwiii zeigenteil: Hans Beck.

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endete.

Deutsches Reich

PeterSvury, 6. Juli. DerRuff. Deleyv.-Ag." imrb aus Liaujang vom 6. Juli gemeldet: Die Vtzganncin unsere Truppen auf beiden

ach einer Lloyddepesche aus Wla­diwostok vom 5. Juli ist dort der englische DampferChel­tenham" am 2. Juli eingebracht worden. Man erwartet die

Z>er Krieg zwischen Japan und Nußland

Dom Kriegsschauplätze.

Entscheidung des Prisengerichts.

Verurteilung eineß Mörders.

Tientsin, 6. Juli. Der Mörder des Kriegs- korrespondenten Etze l erhielt 5 Jahre Gefäng­nis.

SM bm Reichskanzler in Rvrbernen, schreibt b« Weite politische Korrespanbenz", weilt zum Besuch ber Dichter Adolf Wilbrandt. der mit hl'tlt »We»

ochrn über knapp 120 fügte.

Eintreffen ans dem Kriegsschauplatz Port Arthur noch nicht von den Japanern genonrmen ist. Andernfalls freilich hatte das Ge­schwader keinen geeigneten Stützpunkt an der Küste, weil Wladi­wostok zu weit entfernt vom Kriegsschauplatz ist. Tie Japaner yabrn affo allen Grund, die größten Anstrengungen zur Er­oberung Port Arthurs zu wachen. Gelingt ihnen dies nicht bis zum Eintreffen des russischen Geschwaders, dann bet dem uuvermeidlick ~

Vom Wladiwostokgeschwader.

London, 6. Juli. Aus Petersburg wird berichtet, daß /in schweres Seegefecht beiGensan für die Wladi- wo st okflotte günstig

London, 6. Juli. R

^^Ten russischen Truppen wird von einem Korrespon- dentrn aus Liamang ein glänzendes Zeugnis ausgestellt. Sre sind trotz der furchtbaren Strapazen, die sie zu erdulden haben, in vorzüglicher Verfassung. Infolge uuab - lässiger Regengüsse sind S chm u tz u u d W a ss e r ü be r- a l l k n ö ch e l t i e f. Es gibt kein trockenes Fleckchen, wo biwakiert werden fonrrte. Oft müssen die Soldaten zwölf Stunden kam- Pteren, bevor sie ihre Suppe kochen können, da alles erlang­bare Hplz durchnäßt ist. Trotzdem verlieren sie Mut und Geduld urcht «Den Betrieb auf der sibirischen Bahn erklärt der Kriegs­berichterstatter derMornmg Post" für ausgezeichnet. Aus der Transbaikalstrecke gehen durchschnittlich 'acht Züge täglich nach Osten, die den Transport von 2000 Mann Infanterie, einer ?Erne^und 150 Manu Kavallerie nebst Ausrüstung bewälttgen.

in Liaujang sei infolge der inzwischen ein- gen ganz sicher, während er vor drei .20 000 Mann aller Waffengattungen ver-

wird letzteres mit der Flotte des Lldmirals - - -- -- -----o>m durch die Sttandbatterim

von Port Arthur. .Im übrigen wird das Wladiwostok-Geschwader, dessm Konnnandant recht geschickt operiert, sich angelegen sein lassm, dw Flottille des Admirals Kamimura zu beschäftigen, sodaß letztere in bm Seekampf vor Port Atthur nicht eingreisrn kann. Hatte dreser Kampf einen für Rußland günstigen Ausgang, ?ann wäre die Herrschaft Japans zur See gebrochen und die lapamsche Armee von ihren Hilfsquellen abgeschnitten. General Kuropatkin könnte dann seinen Gegner an die Küste zurück­drangen, wo sie zwischen zwei Feuern unfehlbar aufgerieben würden. Solche Entwicklung der Tange erhofft man in Rußland. Man denkt:Zeit gewonnen, alles gewonnen!", und hat wieder volles Verträum zu Kuropatkin, der stets zur Geduld mahnte. Wenn nur Japan nicht einen Strick macht durch die schöne russische Rechnung! Sicher ist nur, daß der Krieg vor Port Arthur entschieden werden wird.

Das Petersburger Hafenuuglück.

Petersburg, 5. Juli. T^is lsier umlaufende Gerückt, wonach der verunglückteDelphi n" ttotz amtlicher Bezeich­nung als Torpedoboot, das neue N u t erse e b o o t russischer Er- ffndung gewesen sei, findet Bestätigung. Nach demKroustatski Wesrnik" fmtden bisher alle Versuckze in Gegenwart der Er­finder, Kapitän Beklemschew und Schisfsingmieur Bubnow statt : erst am Tage des Unfalls wurde eine Probe in deren Abivesenheit gestattet, dabei gesäxch einVersehen" (?), .indem das Boot untertauchte, ehe die Luke geschlossen war.

Russische Hoffnungen.

Aus Petersburg tvird uus geschrieben^:

Was die russische Marinevenvaltung an den Vorbereitungen für den Krieg ancb verabsäumt habm mag, sie ist mit Erfolg bcflrcbt, die Scharte auszuwetzen. Tas Ostseegesckwader wird ftüher und in größerer Stärke, als nran erwarten dürfte, bic Ausreise nach Ostasieit antteten. Es isi burrf) rastlose Tätig­keit gelungen, sieben Linienschiffe und ackst Kreuzer soweit kriegs- tückchjg zu mack>en, daß sie in clitxi zwei Nocken wevd'n in See sich Fahrzeuge modernsten Typ' und von anßeiordentlicher Schnelligkeit, denen kein ein zrges japanisches Sclnff iiberlegm sein dürfte. Rußland fchfr b aus dieses Geschtvader, und e-> wird auch

wohl zweifellos die Entscheidung herbeisiihren, falls bei seinem

pflichtige ausgehoben.

London, 6. Juli.Evening Standard" meldet aus Odessa: Der neue Mobilmachungs-Ukas hat die öffentliche Depression noch verschärft. In SüdruUand hegt man oße Besorg- nipe wegen kommender Unglücksfälle. Sa erllärrn,

die Lage in der Mandsckmrei erheische unbedingt die Entsendung von 200 000 Mann Verstärkungen.

Konstantinopel ,6. Juli. .Tie Schiffe der F r e i w i l l i - gen Schwarzenmeerflotte, welche in den letzten Tagen dre Dardanellen passierten, führten Truppen, Ka - noneu und Munition für Wladiwostok mit an Bord. Tre Schiffe konnten nicht angehaltrn werden, da sie die Han­delsflagge gehißt hatten.

VolMsche Tagesschau.

Dummdreiste Turnerlieder.

Die ZeitschriftDeutsche Fortbildungsschule" wesst ba> rauf hin, daß nicEjt wenige fortbildungsschulpflichtige junge Leute in sozialdemokratischen Turnvereinen Leibesübungen vornehmen. Sie lenkt infolgedessen die Aufmerksamkeit auf ein in diesen Vereinen verbreitetes, in Probstheida erschienenes Liederbuch rmd zeigt an verschiedenen Proben, daß kein deutscher Schulmann wünschen könne, aus dem Munde der doch noch unreifen Burschen derartige aufteizende Lieder singen zu hören. Wir können uns nicht enthalten, einige Strophen aus den in derDeutschen Fortbildungsschule" abgedruckten Proben hier zu wiederholen. Joh. Mos singt in .Dre Arbeitsm armer":

Wer ward von je geknechtet Von der Tprannenbrnt? Wer mußte für sie kämpfen Und opfern ost sein Blut? O Volk, erkenn, daß du es bist, Das immerfort betrogen ist!"

Wer die Verhältnisse kennt, lacht zwar über folgende Strophe Reynards inDer Arbeitsmann", aber die jungen Burschen werden es ernsthaft nehmen, wenn sie singen:

Wer muht sich um geringen Sold Bis in die Nacht vom lichten Morgen ? Wer schafft den Mächttqen das Gold Und darbt daheim in Not und Sorgerrk Wer macht die Seide und den Samt Und geht in schlechtes Tuch gekleidet? Wer gibt, zum Hungern selbst verdammt, Das üpp'ge Mahl, dran chr euch weidet? Wer gibt es euch? Der Arbeitsmann Mit Armen stramm, Er stirbt, verdirbt ein armer Mann I" ImLied von der detch'chen Treue" singt L. Vßfanj Ter Herrscher lehrt uns Politik Ganz gnädig mit dem Kautsch«, Wir beugen selig das Genick Und küssen ihm den Handschuh;

O, gib uns einen Tritt dazu, Daß unser Herz sich freue. Ein neues Vers lein gibst uns du Zum Lied von der deutschen Treue. Das treuste Vieh ist doch der Hund, Man lenkt ihn ohne Zügel, Und schlägt man ihm den Rücken wund, So leckt er ab den Prügel.

Und wird er auch zuweilen ivild, So kriecht er stets aufs neue; O Hund, du prächtig Titelbild Zum Lied von der deutschen Treue.N

Die Schulverwaltungen haben die Pflicht, dir chrer <:orgc anvertrauten jungen Leute zu bewahren vor einem Geiste, wie er aus solchenLiedern" spricht, und wenn ba Verfasser obigen Artikels sagt, daß das in seinen Hände« be- stndliche Exelnplar des Buches von einem Fortbildlmgsschüler tammt, der in einemfreien Turnvereine" turnt, dann ver- tehen wir, daß er nach Mitteln sinnt, durch die er seine Schüler vor solchen Einflüssen zu bewahren vermag. Er chlägt vor, den Fortbildungsschülern die Beteiligung an Vereinen überhatlpt zu verbieten, da es nicht gut möglich ei, die Vereine in verbotene und erlaubte zu scheiden. Wir timmen dem Verfasser zu und glauben auch, daß die jungen Leute mit 17 oder 18 Jahren immer noch' früh genug der deutschen Vereinsmeierei verfallen.

Nowoie Wrewja" wird aus Liaujang gemeldet, daß dieTarttk des Generals Kuropatkin die Japaner unsicher macht. Ihre einzelnen Abteilungen gehrn bald vor, bald zurück. Tie Lage hinter ihrer Front ist ziemlich traurig; sie haben wenig Provlant und viele Trainpferde fallen. Dadurch ist der Rück­marsch .von zwei Tivisionrn nach Föngwangischeng erklärlich Tort sind außerdem noch zwei Divisionen konzentritt. Im Südrn h^en die Japaner ihre Operationen vollständig eingestellt. . , owen treffen täglich neue russische Truppen ein. Es herrschrn 30 Grad Hitze.

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7 7 - f ® 11 b r a n b t, ber mit den, («rufen von «öiuürti und feiner G^tmahlm eng befreundet ist.

Kiel, 6. Juli. Die nkliuc Sck lacht flvitc beo.uin beute uu^uniufen. um eine fcrWMnßr >l<ch<un^fabrt nach Snfflcmb ben Niederlanden, Nvrbatlantik mtb dem nmb lichen TeÄ M Atlantischen On-an > au^.fübren Die 7er- Ucouboote bampsten voraus, die eerenzer. Knstrnt'liii:-T - inieusckiiffe folgten. Heute abend fuhr der . >luisei *>'>«'1- m ^C111 tVIottcndx'f AbmirÄ v ÄYfirr nn

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Nusfische Mobilmachung.

Petersburg, 6. Juli. Die heutige Nurmner der Gesetzsammlung veröffentlicht einen kaiserlichen Ukas, durch den gemäß der Mobilmachungstabelle zur Vervollständig­ung des Maunschaftsbestandes der baltischen Kriegshäfen alle noch nicht einlberufenen Marineresenvisten der Gouvernements des europäischen Rußland, ausgenommen Orenburg und Finland, z-um aktiven Dienst einberufen wer­den. Ferner werden für die Bedürfnisse von Sewastopol die Reservisten der Dongebietsbezzirke Tagarrrog und Rostow und von vier Kreisen des Gouvernements Cherson einberufen. Aach einem anderen kaiserlichen Ubas werden in diesem Jahre auf Grund des Wehrpssichtgesehes 44 7302 Wehr-,

scmnnenschutN der Erttfchädigungskommission gewünscht, die bald chre Arbett beginnen fall. Als Mitglied dieser Kom- nnssron wird Dr. Rohrbach gewünscht. Im Ausstande sind brsh^ 123 deutsche Ansiedler ermordet und 35 tnt Kampfe gefallen.

Aufstand in Aeuisch-Südwestafrika.

Die Stellung und Starke der Herero.

Ueber die Aussagen des englischen Hirndlers Wallace, von deneü der gestern von uns veröffentlichte amtliche Bericht nur sehr dürftige Angaben macht, wird demB. T." aus Okahandja ausführlicher folgendes berichtet:

Der Hättdler Wallace ist ein Mann Ende der fünfziger Jahre, von englischer Abkunft urrd mit einer Hererofrau aus Otjimbingue verheiratet, die aber jetzt bei den Herero in Materberg Kurückgeblieben ist; er bestreitet entschieden, mit Samuel verwandt zu sein. Wallace trieb .Handel in Okomhahe und erllärt, er wäre beim Ausbruch^ des Auf­standes von den Herero vollständig ausgeplürrdert, mit nur füttf Pfund in der Dafche gewaltsam fortge- führt und von Ort zu Ort gefangen mitgcschleppt worden. Erst anfangs JNni sei er auf seine steten, bis dahin ver- geblrchen Bitten von Sarmtel freigegeben. Darauf verließ Wallace Waterberg gemeinsam mit Frau Bremen und Frau Roloff, die erste eine Bastardin^ die zweite eine Herero, beide aber mit weißen Männern verheiratet. Der Härrdler Bretnen ist bei Arrsbrnch des Ausstandes ermordet worden. Nach den Aussagen Wallaces wollen die Herero nicht ab- ziehen, sondern Widerstand leisten. Samuel mit allen Groß- und Merstleuten nebst 5000 Stiick Großvieh sitzt an den großen Fleets (Wasserstellen) zwischen Omuramba und den Llbhängen des WaterbergeS, um Weinboro herum. Er iyai seine Orlogs'teute an den Omuranrbo vorgeschoben Michael hüll mit seinen Leuten bei Omaheroumne den Waterberg durchschncidenden Paß. Wallace gibt die Stärke der Herero auf 25000 Köpfe an, davon mindestens 2000 Kriegsleute mit Gewehren. Interessant ist, daß Wallace, der total ruiniert und gänzlizchi mittellos zu sein bv- hmtptet, auf die Unterstützung der deutschen Regieritng rechnet. Vorläufig bleibt er in Haft. Me Abteilung Glasen- app ist auf Otiirv abmarschiert; starke Patrouillen'Estorffs, Hehdes und Glafenapps, sämtlich unter landeskundigen Offi­zieren, sowie die Wittboi- und Bastard-Al'tellung klären die Gegend zwischen Ouramba und Wiaterberg auf.

Die Schädigung der Anfiedler.

DerDssch. Kolonialztg." wird telegraphiert: In Windhuk hat am Sontitag, den 3. Juli, in Anwesenheit des Gouverneurs, Oberst Leutlvein, eine Versammlung der Wteillnrg Windhuk der Deutschen Kolonialgesell- chaft stattgefunden. Dr. Rohrbach hiell einen Vortrag iber die. vom Aufstand hervorgernfenen Schäden. Er tt)ätzt sie auf Gntnd des von ihm bearbeiteten Materials auf insgesamt 7 Millionen. Davon sind Schäden der Farmer- 3'/, Millionen, der Kaussente 2i/t Mllionen, Heinere Verluste i/2 Million, von ennorbeten Frrmern Vs Million, Händler V2 Million. Dort 140 Farme n in den Be­zirken Witrdhrik, Okahmtdia, Karibib, Omaruru, Gobabis ind mir 11 betriebsfähig, die meist geschonten Aus- ändern gehören, einige sind teilweise betriebsfähig, in allen ilbrigeu sind die BetrieoStnittel völlig vernichtet. In den Bezirken Grootfontein und Orttjo sind von 40 Farmern 24 betriebsfähig, sie gehören zumeist Buren. Mssl die Lage gellärt erscheint, wird eine anttlicyc Nachricht über die Zu-

Berlin, 6. Juli. Man meldet aus Swine münde' DieHohenzollern" lief heute rntttag ein. Da^ Kaiserpaar befindet sich an Bord der ^duna", die um halb 3 Ilbr s fe r heute nachmittag den

Vortrag des Geh. Kabtnettsrat Dr. v. Lucanu-^ 3ur Abend­tafel bei den Majestäten an Bord der ^Hohenzollern" waren dre Herren eingeladen, welche den Kaiser auf der bevorstehenden N o r d l a n d s r c i s e begleiten. Es sind dte«: Pnnz Mert von Schleswig-Holstein, Prinz Savn- Wittgenstein, die O^eneraladjntanten General v. Kessel Ad- miral v Senden-Bibran imd ^neralleutnant v Scboll ^u^strchsarzt Prof. Dr. v. Lenthold, ^nrrallcutnant Graf Moltke, G«teraNentnant Graf Hülsen-Häseler \xnis. «[WW. t>. Lynck«, «aterSiÄatbart &Z ö. Hülsen, Güsmidter t>. DschirschNi und Boegentwrfs, CX-itcral- mrnor Graf »toltfc, die Mgeiadjutanten Fregattenkapitün u- und Maivr Graf S^tiu-tiuip, Prof. Dr Gükfeldt

mrbyrof. Satzmann. Die Kaiserin reiste Teilte abend nach vnomen.

an er nken

zu umgehen^ mußten aber die Absicht aufgeben, da Kuropatkin durch mehrere geschickte Bewegrmgen eine vorteilhafte strategische und taktische Stell­ung einnahm, die ihm ermöglicht, die verschiedenen feind­lichen Armeen, jede einzeln lärtgs der inneren Operations­linien anzugreifen. Ihn dieser Möglichkeit zu entgehen, sahen sich die Japaner genötigt, ihren östlichen und westlichen Flügel zurückzuzieh en.

Rom, 6. Juli. 2Bre ein Telegramm aus Tokio berichtet, wird im japamschen Generalstab gegmwärtig die Frage erwogen, ob es ratsam sei, der Ansicht Kurokis zu folgrn, nämlich alle Operationrn gegen Kuropatkins Armee bis nach dem Falle Port Arthurs aufzugeben. Mach diesem Ereigws würde dann das Gros der japanischen Truppen den Truppen Kuropatkins gegen­übergestellt werden.

Petersburg, 6. Juli. Ein Telegramm aus Liaujang be­richtet, daß die Umzingelung Port Arthurs durch die Japaner weitere Fortschritte macht; ein schwerer Kamps scheint bevorzu- stehrn. Man glaubt, daß die Stteitkräfte Kurokis und Ofu5 nach dem Falle Port Arthurs ebenfalls auf Liaujang vorgehen werden.

Liaujang, 6. Juli. Es fällt wieder starker Regen. Man kann nur noch auf wenige heitere Tage bis zum Eintritt der großen Regen-Periode rechnen. Gewöhnlich beginnt erst Ende August das Wetter wieder besser zu werden. Falls die Japaner nicht bald eine große Schlacht gewinnen, wird ihre Lage kritisch, da die Russen nach der Regenzeit schon erheblich stärker sein toerben. Für jetzt können die Russen jederzeit ausweichen, falls der Gegirer sie mit Nebermacht angreift, sei es von Süden oder von Osten. Port Arthur wäre nur mit enormen Verlusten ein­zunehmen. Tie Verluste der Japaner in den Kämpfrn bei Ki ntschau werden jetzt von ihnen selbst auf 8000 Mann angegeben. Tas evangelische Lazarett in Liaujang richtet 100 Betten ftir Verwundete ein.

London, 6. Juli. Ter,,Daily Expreß" meldet aus Peking unterm 5. Juli: Ter japanische Gesandte Uchida in Peking be­nachrichtigte das chinesische Auswärtige Amt, daß Japan beab­sichtige, sein Aeußerstes zu tun, um Port Arthur zu nehmen. Japan wünsche daher, für bm Fall, daß dies Unternehmen erfolgreich Ware, zu wissen, ob China nach Port Arthur Truppen fenben, ober ob es mit der Besetzung der Festung Japan bo- trauen wolle. ,Tas chinesische Auswärtige Amt hat sich bte Antwort hierauf bis rrach ber weiteren Entwickelung ber militärischen Situation Vorbehalten. Prinz Tsching verständigte Uchida priva­tim, baß erst nach ber Einnahme Port Arthurs Berhanblungen angezeigt feien.