Ausgabe 
6.12.1904 Erstes Blatt
 
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Der Krieg.

ü'om Kriegsschauplatz am Sch all o.

London, 5. Dez. Reuter meldet aus Mukden vom - d. M.: Die I a P a n e r haben auf die B c f ch i c ß u n g ihrer Stellungen bei Sut)chiatun tont großen Be- lagerungSgeschiiNen nicht geantwortet, obgleich sie vorher die russischen Stellungen in der von Sutschiatun mit russischen Geschützen gleichen Kalibers beschossen haben, die sie mit der zugehörigen Munition an Bord des russi­schen TranSvortdamvsersMauschuria" seinerzeit erbeuteten. In der lohten Nacht wurde bemerkt, daß die Japaner anscheinend Minen unter die Eisenb ahubrücke über den Schabo legten, die bei einem eventuellen Vormarsch der Russen entzündet werden sollen. Die Russen bemühen sich, die Durchführung der Minenlegnug zu verhindern, und cs erfolgt scharfes (Gewehr feuer von beiden« Seiten. Gleichzeitig wurden die Japaner, die mit der Be­schießung deö Putilow-Hügels beschäftigt waren, von einer K o s a k e n a b t c i l u n g überrascht, die indessen zum Rückzüge gezwungen wurde, nachdem sie ohne Erfolg versucht hatten, eine japanische Batterie zu nehmen. General Rennen kam Vf hat die Japaner, deren Angriffe er kürz­lich abgeschlaaen hatte, zwei Tage hindurch verfolgt, und setzt seine Operationen im Osten e iin g estel l t. Es werden, obgleich der Boden bis auf eine Tiefe von 18 Zoll gefroren ist. doch noch Erdwerke errichtet.

London, 5. Dez. DaS Reutersche Bureau meldet aus Tokio: Das kaiserliche Hauptquartier hat heute folgende von der Armee in diesen Tagen ein gegangene Meldungen veröffentlicht: Am 3. Dez. etwa 2 Uhr früh besetzte unsere Infanterie das D>orf Kntschiatsu und trieb den Feind nach Norden. Tas Dorf war vorher von einer russischen Jnfanterieabteilung besetzt gehalten wor­den. Auf unserer Seite wurden 12 Mann verwundet, die Verluste der Russen betragen etwa 30 Mann. Am Abend des 3. Dez. Ig-ing russische Artillerie bei Weito- schan mit zwei bis drei Kompagnien Infanterie gegen den fcügel vor, wurde aber z n r ü ck g e s ch l a g e n.

Petersburg, 5. Dez. Die Rufs. Telegr.-Ag. meldet auS Eharbin: Gestern wurde auf der 226 Werst-Strecke von Eharbin nach Mukden der Bahnkörper von Ehun- chusen gesprengt. Ein Zug wurde rechtzeitig angehalten. Die Strecke wurde ausgebessert.

Mukden, 5. Dez. Auf russischer wie iapanischer Seite ist eine gesteigerte Tätigkeit zu bemerken. Zwei Tage lang wurde beim Pulilowbügel und westlich davon heftig aus Mörsern geschossen. Die Verluste waren jedoch beiderseits gering, da die Verschanzungen sehr stark gebaut sind. Eine Abteilung Don- icher Kosaken führte nachts einen neuen Ueberfall auf das Lager einer savaniichen Batterie bei dem Dorfe Ladiatung 5 Werst westlich der Bahn -'m Schabo aus. Die Mann­schaft der Batterie roiirbe in tiefstem Schlafe überrascht, ein großer Teil der Leute niedergehauen und die G e f ch ü tz e un­brauchbar gemacht.

Die baltische Flotte.

Frederikshavn, 5. Dez. Der russische Hilfskreuzer Terek" passierte heute nachmittag 3 Uhr Skagen in westlicher Richtung.

Brest, 5. Dez. Ein schweres Unwetter zwang den russischen TorpedobootszerstörerVronzitelny" bei Eamaret wieder zu ankern. Ein Schleppschiff und ein Taucher sind nach Eamaret abgegangen, um das Torpedoboot loszumachen. Die Arbeiten waren von Erfolg gekrönt; das Schiss wartet aus Windstille, um weiter zu gehen.

Perim, 5. Dez. (Reuter. Eine nachmittags von Dschibuti hier eingetroffene Dbau berichtet, daß die russische Flotte bei den Muscha-Inseln. die zwischen Obok und Dschibuti, näher dem letzteren Platze, gelegen sind, von eigenen Kohlenschiffen Kohlen einnimmt.

Dschibuti, 5. Dez. ''Siabaa? Die Verproviantier- iin g des hier liegenden russischen Geschwaders erfolgte nur durch eigene Trausportdamvfer. Die Schiffe scheinen in gutem Zustande zu sein. Es wird nichts von Havarien gemeldet. Die Offiziere tauschten mit den hiesigen Behörden die üblichen Besuche aus. Es kamen keinerlei Kundgebungen vor.

Ter Vorfall in der Nordsee.

Petersburg, 5. Dez. Ter Generalstab gibt amtlich be­kannt : Wie Genercladjuwnt R o i ch d j e st w e n s k n zu dem Vor­fall vom 21. Oktober in der Nordsee ergänzend meldet, leuchteten, nachdem das PanzerschisfKnjäs Sumorow" sein Feuer schon eingestellt hatte, auf der linken Traverse des Panzergeschwaders zwei Scheinwerfer von den Kreuzern ..Dimitri",Donskoi" und Aurora" aus: Darum gab aus Vorsicht, da die zu weit slieaen- den und^rftochettierenden Geschosse der hinteren Schiffe unsere eigenen Schiffe hätten treffen können, derKufas Suworow" das Signal zum Einstellen des Feuers, was auch unverzüglich geschah. Tas ganze Schießen dauerte weniger als 10 Minuten. Durch drahtlose Telegraphie wurde festgestellt, haß. dieAurora" von fünf ricochettierten oder zu weit Verlogenen Geschossen getroffen war, und zwar von 3,75 Millimeter- und 2,47 Millimeter-Geschossen. Schwerver­wundet wurde der Geistliche, leicht ein Kommandeur. Ter Geistliche starb später.

Ans Stadl und Land.

Gießen, 6. Dezember 1904.

** Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Groß Herzog haben dem Bürgermeister, OrtSgerichtsvorstchcr und Standes­beamten Emig II. zu Nieder-Liebersbach das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen ver­liehen.

Provinzialausschuß. Am Samstag dem 10. d§. Mts., vormittags 9 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: Das vormals üern'sche Kohlen- säurewerk zu Bad-Nauheim.

" Hessisch-Thüringische Staatslolterie. Am heutigen ersten Ziehunqstage der 1. Klasse fiel ein Gewinn von 10000 Mk. auf Nr. 90179 (nach Gotha), ein Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 82536, Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 45555 56842. (Ohne Gewähr.)

" Die neugebildete evangelische LandeS- spnode wird, wie dieD. Ztg." schreibt, zu einer kurzen Tagung auf den 13. Dezember einberufen.

Aus dem Militär-Wochenblatt, v. Plönnies, Hauptmann und Führer der ostapatischen fahrenden Batterie der ostasiatischen Besatzungsbrigade, wird mit dem 1. Januar 1905 im 2. Großh. Hess. Feldart.-Rgt. Nr. 61 angestellt und zugleich auf ein Jahr zur Botschaft in Madrid kommandiert.

* * Aus dem Bureau dcsStadttheaters. Noch in letzter Stunde sei auf die heutige wohl vorbereitete

reCfang von IbsensStützen der Gesellschaft" hmgewiefen. TaS Werk ist erst einmal vor einer Reihe von Jahren im Theaterverein zur Aufführung gelangt und dürfte sowohl um feiner selbst willen als auch wegen der Mit­wirkung des gesamten Personals besondere Anziehungskraft auSüben,

Einbru ch. In verflossener Nacht wurde hier von unbekannten Dieben in zwei verschiedenen EomptoirS einge- brochen. Die Diebe drückten unter Anwendung von Schmicr- feife die Fensterscheiben ein und stiegen ein. Sie erbrachen und durchsuchten die Pulte, e8 fiel ihnen aber Geld nicht in die Hände. Zwei getragene Röcke und einige Bleisedern und Zigarren wurden gestohlen.

* ReichStagSabg. Dr. Becker-Sprendlingen. Bor einiger Zeit brachte dieBerl. Ztg." unter der Spitz- markeein massierender ReichstagLabgeordneter" die Nach­richt, daß auf einer von dem medieo-mechanischen Institut in Berlin versandten gedruckten Einladungskarte Herr Dr. med. Becker, M. d. N., als Leiter der privaten Heilmassage bezeichnet wurde. DaS genannte Blatt gab seiner Verwunderung darüber AuSdrnck, daß Herr Dr. Becker es dulde, daß seine: Eigenschaft als Volksvertreter dazu benutzt werde, um für ihn und für ein von ihm protegiertes Institut Kunden anzu- locken. Der gegen Dr. Becker erhobene Vorwurf war jedoch, wie jetzt dieBerl. Ztg." erklärt, völlig unbegründet. Herrn Dr. Becker trifft an der Erwähnung seiner Eigenschaft als Abgeordneter auf besagter Einladungskarte nicht nur feine Schuld, sondern er hat hiergegen sofort Einspruch erhoben.

Mainz, 5. Tez. Zu dem traurigen Ende des Hu­sar c n l en t n a n t s Dietz nimmt jetzt bi? Mutter d es Toten. Fran Hauprinann Anna Tietz, bc5 Wort. Sie nimmt gegen br Behauptungen ber Mainzer Blätter, bie ihren Sohn geisteskrank bezeichneten. Stellung und schreibt u. folgendes: Es ist unwahr, daß mein Sohn durch den Sturz vom Pferde in Neuß ein rnonafelanges Krankenlager bnrdi-vmcrfi?ii batte. Nur drei Wochen^ litt er an den Folgen des Unfalles. Es ist unwahr, daß er sich von den Folgen des Unfalles nicht mehr erholt habe. Er erfreute sich der allerbesten Gesundheit in geistiger wie körperlicher Beziehung. Es ist unwahr, baß er au seine Braut in Wiesbaden ossene Postkarten gerichtet habe, in denen er von Träumen erzählt. Alles, was über meinen Sohn jetzt nach seinem Tobe in Zeitungsartikeln von seiner Unbrauchbarkeit zum Os'i'ier. von Erzählungen seinerseits über seinen Ausweis aus ber Reitbahu, von ber Nicki t- genehmicumg seiner Verlobung burch mich, von ebnem Brief, ben ein Verwanbter an ben Kaiser gerichtet, nnb ferner, baß mein Salm vor seinem Tobe Paradeuniform angelegt habe, ist unwahr. Mein Sohn litt weder nn Verfolgungs- Wahnsinn noch an geistiger Umnachtung. Er lüirbe burch bie jahrelange kränkende Behandlung endlich zum äußersten getrieben, aus dem er als Ehrenmann und pflichttreuer Offizier leider keinen anderen Ausweg mehr sand.

Kleine M i 11 c f n n n c u n n ® Hassen nnb ben Nachbarstaaten. Eine Feuersbrunst zerstörte in BeckerZ- hansen mehrere Scheunen und Wirtschaftsgebäude im Werte von rund Mk. 300 000. Es wird Brandslistmm vermutet.

Dcrmifcbte»,

* Paris, 5. Dez. Die Gerichtsbehörden von Paris, Versailles und Nantes beschäftigen sich mit einem Hoch­stapler, der sich für einen russischen Prinzen Nikolaus T rn b e t S k o i ausgibt. Er hat sich zweimal verheiratet, obwohl die erste Ehe noch nicht geschieden war. Verschiedent­lich hatte er sich als Ordonanzoffizier deS Groß­herz ogS vonOldenburg ausgegeben. Er heiratete kürz­lich eine reiche Französin nnb ist nun mit einer großen Geldsumme, und zahlreichen Juwelen entflohen. Bisher ist eS den Behörden nicht gelungen, von ihm eine Spur auf­zufinden.

* Stettin, 5. Dez. Bei einer Polterabendfeier in der Wohnung des Drehorgelspielers Ortmaan kam e§ zu einer schweren Schlägerei. Der Bräutigam namens Brandenburg beschuldigte den Schiffszimmermann Seick, bei der Feier mit seiner Braut, der Tochter des Ortmann, un­züchtige Handlung vorgenommen zu haben, und drang mit dem Mesier auf Seick ein. Dieser erwiderte den Eingriff da­durch, daß er dem Brandenburg mit einer Bierflasche auf den Kopf schlug. Letzterer holte sich nunmehr Hilfe und Seick wurde heftig mißhandelt. Seick griff plötzlich znm Re­volver und feuerte auf die Angreifer. Der Arbeiter Neu­mann erhielt einen Schuß in die Schläfe, sodaß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Täter wurde verhaftet._________

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Vo'ansstchiliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 7. Dezember 1904: Trüb, windig, kälter, Niederschläge (meist Regen), in höheren Lagen (Vogelsberg, Odenwald, Taunus) Schnee.

Näheres durch die rrencr ??cffciTarte

Familien-Nachnchttn.

Geburten: Dem Herrn Jakob Rosenielder und Frau in Bensheim n. d. B. eine Tochter.

G e ü o r b c n . Herr Julius Goldschmidt feit, in Morins.

Eiseliöal)n-Zkitulifl.

Neber den größten Bahnhof der Welt, nämlich bie ormsonlen V'-'hnhomnGgcn ber Stadt Leipzig, machte Bau­rat Tollcr-Lcipzig. nP oberster Leiter ber Nahnlwfsanlag>'n, im Gewerbcvercin ?.u Dresden intereffmUe Mitteilungen Längst schon empfand man die verstreute Lage der Leipziger Pahnhöfe als Störung und Verk"hrserschwcrung.^ Der neue Zentralbahnhof soll alte Zuge in einer aewalrigen Kovsstation vereinen. Auf 26 Gleisen werden alle Thüringer, preußischen und sächsischrn Linien cimuünbm, sodaß seihst der Durchgangsverkehr nach 'Hof usw. rasch miriets Ein- und Ausfahrt möglich wirb. Je 13 OLcise ber sächsischen und ber preußischen Hälfte werben getrennt ge­halten, bennoch wirb das rollende Material von allen Gleisen nach allen geleitet werben können. Die Ricsenfassade wirb 300 Meter Breite haben. Die Tiefe entlang ben Bahnhöfen soll 320 Meter betragen: sieben mächtige .Hallen (5 mit 45, 2 mit 42 Meter Svannweite, werben sich 'bnrüber wölben. Die Bahnsteig- ebene wirb ' Meter über Straßen höhe erhoben. Dieser Personen­bahnhof wirb ein Areal von 96 000 Quadratmeter einnchmen. Fm HauvM.'häube iverbeti Betriebsräume. Poft- und Polizei- bnrennr. Bäder und unterirdische Gepäckabfertigung untergcbracht. Eine wichtige Neuerung wird auch ein besonderer Postbahnhof werden, wo alle Transit- und Lokalvaketabfertigung erfolgt. Auf 32 Gleisen, die mit ie 56 Metern Ladelänge vor diesem Post- bahnhofe münden, können gleichzeitig 132 Bahnpostwagen voll gepackt und abgefertigt werben. Außerdem ivird ein Postamt sur den Bedarf der Leipziger Versender int Hauptbahnhof selbst an­gelegt. Von gleicher t^roßartiakeit wie die Nerfonenverkeh-i.s-Un- lagen ist der ganze technische Apparat der Abstell-, Rangier- und Werkstättenbahnhöfe, die sich für bie preußischen Linien im Westen und Norden, für die sächsischen int Osten und Süden abzweigen und bis in die Vororte reichen. Weitverzweigte Verbnidungs- bahnen führen zu allen Vorortstationen rund um die Zentrale. Große Schwierigkeiten wird bas allmähliche Einzieheu und ver­legen der Linien, welche jetzt im Magdeburger, Berliner, Thü­ringer und Dresdner Bahnhof münden, verursachen. Seit luOi arbeitet man an dem preutz. Vorortbalinhof Wahren, feit 1902 an dem Rangicrbahnhof Engclsdorf, der 1907 fertig werden soll. Von 1908 an wird am EmpfangsgcbiuT ber Kopfsbation aphaut

werden. Tie gesamte Anlage soll bis 1914 im Betriebe sein. Tie Kosten beziffern sich auf 130 Mill. Mark. 17 Millionen trägt die Stadt Lejvrio. mehrere Miltiou''n auch die Reichsvost.

llenilir Weldnnnen.

Berlin, 6. Dez. Int Theater des Westen? trug bie Petersburger Schauspiel - Gesellschast Orlenew bei ihrem ersten Anstreten einen Erfolg davon, der nicht nuc dein aus dem vollen Leben gegriffenen Drania Tschirikowa Die Inden", sondern auch der nicht minder lebensvollen Darstellungskunst der russischen Gäste galt.

Köln, 6. Dez. DieKöln. Ztg." meldet aus Berlins In diesen Tagen wird hier, mi: wir erfahren, eine füt die WeitercnlWickelung von Deutsch-Ostafrika bedeutsame: Grüitdnng erfolgen, nämlich die Errichtung der Deutsch- Ost a f r i k a n i s ch e tt Bank. Schon durch bie Festlegung der Währung für die deutsche Rupie ist bie GVrünburtq einer Bankanstalt für beit Zahlungsausgleich unb die Kreditverrnittelutkg erforderlich geworden, und der Bau der deutsch-ostafrikanischen Eisenbahn, der eine wesentliche Ver­mehrung des geschäftlichen Verkehrs mit sich bringen wird, hat auch den Plan, eine Bankanstalt für Deurich-Ostafrika. ins Leben zu rufen, reifen lassen. Die Bank wird als Ko- lontalgesellschaft gegründet werden mit dem Sitz in Berlin und mit Zweigniederlassungen in Deulsch-Ostasrika, zunächst iti Dar-es-Salaant. Das wichtigste der ihr verliehenen Rechte ist das Notcnrecht. Die von der Bank anszugebenden Noten werden aus Rupien lauten. Das Kapital der Ge­sellschaft ist auf 2 Millionen Mark festgesetzt, von denen zunächst 25 Prozent eingezahlt werden sollen. Die Gründer der Bank sind die Teutsch-ostafrikanische Gesellschaft, bie Bankgruppe unter Führung der Deutschen Bank, welche die östafrikanische Eisenbahn gegründet hat, die Firma- Hansing u. Eo. in Hamburg und das Bankliaus Salomon Oppenheim jr. in Köln. 2lls Kolonialgesellschaft wird das Unternehmen der Reichsregierung unterstehen. Die Grün­dung erfolgt in ettoa acht Tagen, und nach erfolgter Ge» nehmigttng der Satzungen durch die Rcichsregierung hofft man, anfangs des nächsten Jahres die Tätigkeit aufzu­nehmen.

London, 6. Dez. DerStandard" meldet aus MoSkan von gestern: Eine ganze russische Kaukasusdivision habe Befehl zum Marsche an die afghanische Grenz>e erhalten. In russischen militärischen Kreisen erblickt man darin eine Antwort auf die Begleitung der russischen Flotte durch englische Kriegsschiffe. Der Bericht­erstatter deSStandard" glaubt jedoch, diese Tnippenbewegung hänge damit zusammen, daß die Dardanellensrage in ein akutes Stadium eingetreten sei.

Madrid, 6. Dez. Der Minister deS Aeußeren empfing ein Telegramm aus Stockholm, wonach der literarische Nobelpreis zivischen Eschegaray und Mietral ge­teilt wird.

Fiume, 6. Dez. Wie hier verlautet, wird der deutsche Kaiser einen Teil deS Winters an den Ge­staden deS adriatischen Meeres verweilen und von Ende Januar bis Ende Febrtiar teils in Ragusa, teils auf seiner PachtHohenzollern" wohnen. Zur selben Zeit wird die deutsche Kaiserin in Abbazia verweilen.

Vom Kriege.

London, 6. Dcz.Dailh Telegraph meldet anS Tschifn von gestern: Die Japaner machen hartnäckige Ver­suche, die N o rd o ft f or t s zu nehmen. Von P o rt Ar t h ur und Dalm; eingctroffenc Passagiere melden, daß die Japaner täglich Verstärkungen an Geschützen, Munition und Leuten erhalten, daß die Russen aber trotzdem ausharren. Tic Eisenbahn befördert sogar Artilleriehatterien unb Mannschaften nach Liaujang in Mukden lief bie Nachricht ein, daß die R u s s e u b o r r ü cf e n.Daily Telegraph" meldet aus Shang­hai von gestern: Tie russischen KreuzerBogatyr" unb Gromoboi" in Wladiwostok sind vollständig dienstun- br auch bar; bieRossija" kann mir noch Hafenbienft tun. Morning Poft" meldet aus Shanghai von gestern: Nachdem die Japaner sich den Besitz des 203 Mete r-Hügels ge­sichert haben, bereiten sie ben Angriff auf Jtseschan und A n t i s ch a n vor.

M u kben , 5. Tez. (Reuter.) Tas viertägige Artillerie- Duell im Zentrum unb auf dem rechten Flügel Hat an der all­gemeinen Lage nichts geändert. TaS enge Zusainmenliegen der Leute in den bombensicher gedeckten GVräben unb bie unaus­gesetzte nervöse Spannung rufen Erkrankungen in beträchtlichem Umfange hervor.

Tokio, 5. Tez. (Reuter.) Tie Erregung über bie U n t e r* ftützung ber baltischen Flotte durch neutrale Mächte wächst. Maßgebende Zeitungen geben dem allgemeinen Verlangen Ausdruck, daß hie Regierung energisch banbeiii müsse. Sollten die russischen Schiffe in ben Gewässevn des fernen Ostens Privilegien eingeräumt erhalten das überschritte, was man unter Neutralität versteht, so werbe sich wahrscheinlich .rnpan nicht für verpflichtet halten, bie Neutralität ber betreffenden Mächte zu respektieren unb es sei möglich, baß es hinter den russischen Schissen her seine Flotte in jeden Hafen wenden werbe, dessen Neutralität durch das Verhalten des /vembes als verletzt betrachtet werbe. Sollten bie Russen durch Besetzung neutralen Gebie-es sich eine Basis im fernen Often zu schaffen juchen, werde. Japan wahrscheinlich dasselbe tun. Man trifft besonders für die Flotte umfassende Vorbereitungen znm Empfang des russischen Geschwaders. In Bezug auf die Armee zielst man die Möglichkeit in Betracht, daß die Verbindung Japans mit der Halbinsel Liautuug abgeschuitten werden könnte. Um die Zeit, wo die Flotte, eintrcffcii kann, werden die Truppen in der Man- bfchurci in stand gesetzt sein, ohne Verbindung mit der Heimat mehrere Monate hinburcO Krieg führen zu können. Die iapanischen Kaufleute sehen voraus, daß die Ankunft ber russischen Flotte b'-u R-'Ü i.ns Affend sck^hi^-n könnte.

Teäe^BüOÄiäscher Kursbericht

Miiklnrt a. m

6. Dezember.

129.80

48.50

. 101.90

100 20 . 100.15 . 104.60 . 64.10 . 63.15

Roichftanlcibo do.

Konsols . do . .

Hoßtion Obf-rhe8fl*m

3 Wo 31/-

3i/n Bl/.,o/n

4lf6% Oostorr. Siiberrento 4% Unerar. Goldrento . . 40/ Itiilion. Rente . . , V'^% Portugieser > . . ^0/ Portugiesen. . . .

1 % 0. Türken . . .

Türkenloso .... 4°/o Oriech. Monopol-Anl. 4l/7% äussere Argentinor

80/,> Mexikaner Chinesen Electric. Seh ackert Nordd Lloyd . . Kreditaktien Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handels^es. Oostorr. Staatsbahn Ijombarden . . Ootthardbabn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . . Schatzscheino . .

. 33.20 . 92.10 . 125.30 . 108 50 . 212 60

19310 . 144.60 . 159.25 . 164 50 . 14010 . 17.90 . 194.00 . 257.50 . 233.00 . 216.00

101.70

89.75

101.75

89.90

100.00

37 %

4% Oesterr. Ooldrento

Tendenz: schwach.

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