NtugliedS aus Bad-Nauheim sieht die Kammer bei der Verschiedenartigkeit der Interessen und der deregten Wünsche von einer Stellungnahme be* zügl. bet Einmündung der projektierten Wettertalbahn in Bad-Rauheim oder Friedberg ab, spricht jedoch die Hoffnung auL, daß baldigst die Bahn m der einen oder der anderen Linie zu Stande kommen möge. — Diese Entscheidung der Friedberger Handelskammer hat, so glauben mir, ihre zwei oeüen. Die Lime, für die man sich schließlich entscheiden muß — und cS kann doch mir eine gebaut werden — muß jedenfalls im Interesse des gesamten Bezirks die richtige sein, und eine dahm gehende sachliche Entscheidung muß eß doch wohl geben. Wie verschiedenartig hier auch die Jntereffen sein mögen, zu einem entscheidenden Beschluß mußte man in dieser wichtigen Sache doch zu kommen suchen, und die Mitgliederbesetzung der Kammer hätte dazu kein Bedenken erwecken sollen. Es sieht nun gerade so auö, als solle eine Suppe von selbst, ohne Köchin, weiter kochen, was gewöhnlich nicht den Beifall derer erlangt, die die Suppe verspeisen sollen.
— Herr Rechtsanwalt Katz schreibt uns:
Bei Besprechung des Schwurgerlchlssalletz Kehrein wird in Rr. 233 Ihres Blattes wörtlich gejagt:
,Ein schwerer Schlag ms Gesicht des Rechtes und der ,Gerechtigkeit war der Antrag des Verteidigers aus Ver- ,neinung der Schuldsragen.'
Sie müssen mir eine Erwiderung hieraus gestatten. Ich war 6er Verteidiger des Angeklagten. Dieser hatte aus das Bestimmteste behauptet, er habe den tötlichen Schug aus seinen Gegner nur abgegeben, weil er der Meinung gewesen, eü stehe ihm em weiterer unmittelbarer Angriff bevor, den er nur durch den Gebrauch der Waffe habe abwehren können. Rach iiage der Sache war es durchaus nicht ausgeschlossen, bau der Angeklagte dieser Meinung war, in welchem Falle Freisprechung haue erfolgen müssen. Ter Verteidiger tat daher, als er den Alitrag auf Freisprechung stellte, nur das, wad er nach Gesetz und krast seines Amtes, wenn er seine Pflicht erfüllen wollte, unbedingt tun mußte.
k-. Kinzenbach, 5. Oft. Der hiesige Kaninchenzuchtverein veranstaltet am 6. und 9. Oktober ferne erste Lokalausstellung, verbunden mit Prämiierung. Die Ausstellung, welche 75 Nummern mit über 100 Kaninchen aller Raffen umfaßt, verspricht interessant zu werden, da Tiere zur Ausstellung kommen, welche aus größeren Ausstellungen mit Ehren- und ersten Preisen prämiiert sind. Der Besuch der Ausstellung ist jedem Freund der Kaninchenzucht zu empfehlen, da sich auch Gelegenheit bietet, tadellose, reinrassige Tiere anzukaufen.
-1-. Lardenbach, Kr. Schotten, 4. Oft. Heute feierte Lehrer Schneider fein bOjä hr igeö SienftJubiläum. Von 11—12 Uhr sand Gottesdienst statt. Hieran schloß sich die Uebcrgabe der Geschenke. Durch Geh. Rat Schönfeld wurde ihm die Krone zum Verdienstkreuz Philipps des Großmütigen überreicht. Em Sopha mit Vorlage erhielt er von der Gemeinde Lardenbach, kostbare Bilder vom Bezirksverein Laubach und dem Kirchenvorsland zu Lardenbach. Unter Vorantritt einer Musikkapelle bewegte sich nun ein stattlicher Festzug durch Klem-Eichen und Lardenbach ztim Saale des Gastwirtes Melchior, wo ein Festeffen von mindestens 100 Gedecken stattfand. Alle Feierlichkeiten haben gezeigt, in wie hohem Ansehen der Jubilar steht. Herr Schneider steht über 48 Jahre im Dienste der hiesigen Schulgemeinschaft. Die Schule wird von den Kindern in Lardenbach, Klein-Eichen, SolmS- JlSdorf und Stöckhäuser Hof besucht. Unter diesen den Schuldienst erschwerenden Verhältnissen hat Schneider es dennoch verstanden, seine Schule in immer gutem Zustande zu erhalten. Seme vielen Freunde wünschen ihm auch fernerhin gute Gesundheit und geistige Frische.
17. Aeneral-Kersammlung des tzvaugelychm Kiundes.
Dresden, 5. Oktober.
Die heutige öffentliche Hauptversammlung sand unter überaus zahlreicher Beteiligung statt. Der Vorsitzende des Zenrraworstandes Gras Wintzingerode wurde zum Präsidenten gewählt. Hieraus überbrachte Professor Tr. Kirn- Leipzig oen Grug der theologischen oätuttat Leipzig und hielt oen Haupwortrag über „die Kraft des uvan* gelt um d und die evangelische Kirche".
An den .Vortrag schloß sich die Beratung über die vor- geschlagenen Kundgebungen, deren erste, von dem Geh. Schulrat v. Bamberg begründete, jolgenden Wortlaut hatte: „Tie 17. Generalversammlung des ^vangelisa-en Bundes ge* benli mit dankbarer Freude oer Kundgebungen des Tischen, evang. KirchenauSia-uisev vom 10. Wovember vorigen Jahres und vom April dieses wahres als trasroolier Zeugnisse jur die Wahrheit des eoangclijcyen Ehrfftcnlums und dessen Bedeutung für unser deutsches noustum. ^ie vertraut, dafz oer Kirchenausscyuß auch in Zukunft das Interesse der enaugclifcyen Kirche tapfer vertreten und, getragen von dem Vertrauen des deutschen evangelischen Boltes, üui die entscheidenden Stellen im Teulschen Reiche den ihm gebührenden Einslutz gewinnen wird, ^ie gibt sich der Hoffnung hin, jüb seine itänbige Arbeit auch einem festeren Zn- sammenichluB der evangelifa-en Landeskirchen Teutschlands zur
der eigenen geistigen sJlol, nicht dem eigenen
de
-ehorchende schlechte Scherze vor.
die Rezitation ihrer Dichtungen berufenen Fachmännern überladen, wie das hie und da au«^ gestern geschah. Allerdings müßte das grobe Kmo Publikum auf das Vergnügen, diesen oder jenen Autor oder bieie ooer jene Autorin in Person anstaunen zu dürien, dann verzichten.
Posen, ö. Skt. Heute wurde das neue Kaiser Fried* £ l zu u 1 e -u m c 1 b 11 n e t. Lberprasident v. Waldoiv verlas em Gluctwunichtelegramm des Kultusn.iNi,ters Tr. Studt. Landeshauptmann d. Tziembowsli ivies darauf hin, wie oas Streben der Lohenzollern stets daraus gerichtet gewesen jei, Kunst und choit zu jurdern, so verbaute auch oie Provinz Pofen der initiative bc^ dvaueis die Begründung oer Bivliothel, oer Akademie und fchlieglich des Museums. 'Aunmehr hielt oer Tirettor des Muieums xx. Kämmerer die Weiherede.
— Ein „Pennälep' als Rezensent. Tem Ersurter „Allg. Anz. war, rote er bemerkt, „von vertrauensrourdi- ger oeite'_ geschrieben worden: „Zollte man es für möglich i-atten, daß in Weimar, der Staot Goethes, ein Pennäler (‘Z eure Kritik über die Lper fcl/reiot, und den ersten Kapellmeister über „Fidelio" belehrt? Xw ein Hoftheater stch oas bieten laßt? Wie man hon, ift in der Künstler, cl-ar eine Garung entstanden, die die Eingabe einer gemeiniamcn Prote,lerttarung des Schauspiels au die Generalintenoanz zur Folge haben durfte" Tie „Weim. Ztg.", gez. Pro,, ^r. Hermann schlag, antwortet daraus, man >uu-e das Blatt und seine Kritik im Wege oes arw* nyinen Pamphlets lächerlich zu inachen, und bediene sich dabei grober Entstellungen uno bewu,fter Unwahrheit. Tie „Weüii .W werde sich nicht deinen lajfcu, auch fernerhin „wohlmeinende, sachliche und ehrlich die Wahrheit such^iide" Kritik zu üben, inü> ,ie sei überzeugt, daß auch oie -el-eatcrLeiiung auf derartige Anieinoungcn teilte Rücksicht iiel)nicii werde. ^.ffs
M in kann ir<- I S u i,i .
erwehren, als ob oicfe Erklärung dem Angriff gegenüber recht halten fei. Ucbrigeiio kommen auch an mibe uni
ichersten und txften Vorbereitung bienen werbe, unb sieht beS- >alb mit ZuversickZt der Zeit entgegen, wo überall die LanbeS- nyoden nach dem Vorgang der Preußifdxn Generalfynobalurb- imng (§ 19) bad Recht erhalten, sich „burch von ihnen gewählte Mbgeor-bneic an etwaigen Vertretungskörpern der beutfrijen evang. Kirche zu beteiligen", und zur Befriedigung anerkannter prak- tifcher Bedürsiiiffe von diefem Rechte Gebrauch zu machen ange* ruftit werden."
Die z^veite Kundgebung, welche Lic. Everlmg-Krefeld vertrat, unb, wie die erste, nach dem formulierten Wort
laut angenommen wurde, lautete:
„Tie pülitifche Ainclstenfaltung deS Ultramontanisnius, durch die in unseren Tagen die römisch-lathol. Kirche ihre friebenftßren* den Ansprüche durclizusetzen bestrebt ist, l>at im Riutterlandc der Reformation den unhaltbaren und gesahrdrohenben Zustaiid her- bcigeführt, daß die klerikale Akinberheit über die nichtklerilale Mehrheit herrfcht, und datz bie Vertreter einer Weltanschauung, die Tr. Luther unb die Reformation aufs heftigfte bekämpfen, über bie Gesclstcke deS beutfd>en Volkes entscheiben. Tie 17. Ge- ncralucrf. deS Evangelifchen Bunbes ricl>tet beöhalb an baS evan- gelifcbe Volk erneut bie brüigcnbc Mahnung, in geschlossener Kraft und willenöstark auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens für die Befeitigung der uUruuwntmicn Vorhcrrfd-aft in nuferem deutschen Volke einzutreten."
Eino Einladutig des Hauplpastors Rohde, die nächste Generalversammlung ui Hamburg abzuhalten,
wird aiigcnonunen.
Mit Bedauern vernahm die Hauptversammlung, daß Gras Wintzingerode, der langjährige ,Vorsitzende und Mitbegrüiider des Bundes, zu rück treten wird. Alters- befchwcrden und vornehmlich ein Ohrenleiden fitib der Grund eines Entschlusses.
Dem Jahresbe richte entnehmen wir folgende Mitteilungen: Die Zahl der Buiidesmitglieder belief sich auf 236853, sodaß der Evangelische Bund innerhalb'eines Jahres um 6b 353 Mitglieoer gelvachsen ist. Gegenwärtig beträgt die Mitgliedcrzahl schätzungsweise 250 U00, wo-n das eme Jahr oer Aushebung des Jejnitenpavagraphen lveit mehr als den vierteti Teil beigetragen hat. Ohne jede äußere Anregmig ljabeii sich in sehr vielen Fällen neue Zweigvereine gebildet, von deren Etitslehnng die Hauptvereine erst nachträglich KenriMiS erhieltetu Die Tätigkeit des Zentralvorstandes wurde durch die neugeschassene Lage wesentlich mit beftiuimt DaS große Wachstum des Wtiides bewirtte eine entsprechende Häufung der Geschäfte und machte die Anstellung einiger »veiterer Berufsarbeiter nötig. Zur Bewältigung oer täglich sich metzreuden Korrc- ponoenz, zur Bedienung des Auskwiitsbureaus, der Biblio- U)et, der Pretzaufgaben u. dgl. ul lourde u. a ein auf dem Gedieie des lacholiiAcn KtrchenwefeiiS besonders kundiger früherer kathol. Theologe angestellt, meinem Empfinden über den Beschluß des Bunoesrats yinv j 2 des Jesuitengejetzes gab der Zentralvvrstand durch eine kur^e b,rflärung Ausdruck, die ui vielen Tausenden im ganzen Deutschen Reiche verbreitet worden ift. Die vor vier Jahren ausgeschriebene Preisausgabe, Geschichte der katholischen Tagespresse in Deutschland seit lö-id, hat keine Bearbeitung gefunden. Das Preisausschreiben soll nunmehr unter Befchränkung auf die Zeit von 1870 an wiederholt werden.
vermischte».
• Köln, 5. Oft. Hier lockten zwei Kommis eine Dirne nach ihrer Wohnung mit der Absicht, daü Akädchen zu berauben und zu ermorden. AIS sie ihr Opfer seiner Barschaft unb feiner Schmucksachen beraubt hatten, versetzten sie dem Liädchen mehrere Schläge auf den Kops, knebelten eS und wollten eS an einer emjamen Stelle der Straße nieberlegen. AIS plötzlich bas Opfer die Augen ausfchlug, versetzten sie ihm einen Messerstich in den Kopf, wobei die Klinge am Knochen abbrach. Der Polizei gelang die Festnahme der llRordbuben, während bas Viädchen st e r b e n b nach einem Hojpital transportiert wurde.
* Paris, 5. Oft. Dem SynbifuS deS Humbert- Kon kurfeö find weitere 400 000 Franks zugegangen. Infolgedessen wird eine neue Verteilung an bie Gläubiger fiait- finden. — Der Zustand des gestern m dem Irrenhause St. Anne von einem Irrsinnigen verwundeten Direflors V a 11 o n ift unverändert. Man befürchtet für fein Leben. Der Täter bereut feine Tat nicht. Er will dieselbe begangen haben, weil er den Direktor als denjenigen hielt, der ihn aus der Irrenanstalt nicht entlafjen wollte, in welcher er bereits em Jahr interniert gewesen war.
• Prinzeff in Luise von Koburg sandte dem französischen Abg. Wifontai, der ihre Angelegenheit im Parlament zur Sprache bringen will, eine Dankbepefche. Die Prinzessin erklärte, baß ihr Rehabilitierungsprozeß dazu beitragen werbe, das Gesetz gegen bie Unzurechnungsfähigen ab» zuänbern. Sie würbe nicht als Klägerin gegen ihren Vater auftreten, falls die Kuratel aufgehoben werbe. Sie habe aus Belgien zahlreiche Briefe und Depefchen erhalten, worin sie ausgefordert werbe, wreber nach Belgien zuruckzufehren, aber sie würbe nur inkognito baö Grab ihrer Mutter befuchen unb bann Belgien fofort wieber verlassen. Daü Wiener Oberhof- ineisteramt hat als Kurafelbehörbe der Prinzessin bie f o - fortige neuerliche Untersuchung bes Geisteszustandes der Prinzessin bewilligt und zur Einvernahme über bie Mobalitäten der Untersuchung für den 8. d. MtS. eine Sitzung anberaumt.
• Der ,Kaifer der Sahara", Jaques Lebaudy, ift in Berlin emgetroffen, um Angelegenheiten geschäftlicher Ätatur zu erledigen. In Antwerpen liegt Lebaubys Schiff im Hasen, das eine Besatzung von 1000 Mann nach Afrika führen soll. Es hanbett sich zunächst nicht um eine kriegerische Aktion. Lebauby will an bet Spitze feiner Leute erst sehen, m welcher Weife eine friedliche Annexion gewisser Teile der Sahara möglich ist.
* Krankheiten. Stach amtlicher Feststellung wurden uom 25. September bis 1, Oktober im Herzogtum Braun- schweig 55 Eifraulungen an Scharlach, davon 25 in ber Stabt Braunschweig unb 12 Erkrankungen an Typhus, davon sieben im Kreise Ganbersheim angemelbet. — In Rio be Janeiro wurde neues Auftreten der Pest feft- gestellt. In ber letzten Woche starben 12 Personen an der Seuche. 60 Kranke befinden sich in ärztlicher Behandlung.
• Ein alkoholfreies Erntefest. Zum dritten mate •uurbc am Sonntag m Niendorf a. Schalsee baö Erntefest utkoholsrei gefeiert unb damit gezeigt, baß eine derartige Verunstaltung möglich ift; der glückliche Verlauf beweist, daß der Alkohol nur unangenehme unb schädliche Nebenerscheinungen auf den nach alter Sitte begangenen Erntefesten hetvorbriiigt: Hier gab es (cm wüstes Schnupfen, feine Prügelei, kein un- ungeiueffeues Betragen, kein Zerstören der Gerätschaften unb öer Einrichtungen; am anbeten Morgen waren sämtliche Angestellten mit Hellen Augen unb klarem Kopfe aut rechten
Zeit wieder auf dem Posten. DaS Erntefest an sich ben gebräuchlichen Verlauf: Einholen unb Uedergabe bei Erntekrone, Ansprache bes Gutsherrn, Rittergutsbesitzers Smith (Stienborf), Kaffeetafel, ländliche PreiSfpiele unb Tanz. Die Stimmung war vorzüglich unb die Heiterkeit herzlich unb aus dem Innern kommend, wie sie durch den Alkohol wohl vernichtet, aber nicht erzeugt werben kann. Würden alle Ernte- und eine Menge andere Feste ohne Alkohol gefeiert — es würden weniger Ntenfchen mit dem Gefängnis m Berührung kommen 1
* Selbstmorde, Attentate Veruntreuungen» Unfälle icho. Aus dem Teltow-Kanal in bet SLähe von Berlin würben bie burch einen strick znsammengebnn- benen Leichen des 19 jährigen Maurers Otto Walter unb bet 16 Jahre alten Martha Maller ans Ablerhol gelänort. Beide waren nad) einem ^wist mit ben Eltern des PcädchenS am 25. September verscAvunben unb halten in brieflichen Mitteilungen bie Absicht ausgesprochen, gemeinsam in den 'Tod zn gehen. — Zn ber Angelegenyeft bes ui Kiel verhasteten Werst- veamten Barkemeyer ist bie UntcLluchung abgeschlossen. Die Akten sinb dem Reid^gencht übergeben woroen. ES verlautet, datz Bartcmeyet and) Zeichnungen bes neuen Linien- schisseS Braunsd>iveig an England verkauft habe. — AlS Urheber bes Einbruchbiebstahlü in Engen l.Bub.), bei welchem aus ber Postkasse 4000, nicht wie trüber gemelbet wurde, 25 000 Mark entwciwet wurden, ist der HauStneuü Her- bener ans Ranbegg verhastet wo-vden. Ter Verbleib der ge- swylenen Summe ist noch nicht ermittelt — VLach einer auS Liverpool eingegangenen Mclbwig ist der Liverpvolex Tauipter „Auguftine" in Leixo es (Portugal) mit 8 Ueber- lebenben deS 23 Meilen iwrbwesilich von O,uos,ant gescheiterten griechischen DampserS „Kelmentint" angewmmen. 17 Mann von bet Besatzung find ertrunken, barunter ber Kapitän, bie Offiziere unb die wcaschinisten. Ter Tarnpser nxn vom <^d-warzen Meere nach Antwerpen unterwegs. — In Lnxem- vurg tzat bet Kassenschranisabrikant Bobeiving burch einen Sprung von einer 2b Meter l-vhen Brücke Selbstmord verübt Et war sosott tot. Ueber ba» Motiv ist bisher Sid)eres nicht be- taimt. — Zn >sofia wurde bas Ty na mit-Magazin des Pwniet-Baraillons ourch Unvetännte mbieLuft zutprengen versucht. Ter Aiischlag ivurbe icdoch durch bie V>achsamteit bes Wachtpostens vereitelt. Zn letzter Zeit sind ahaUiche Aiijchlage leine Selleicheit
^errtytsjaal.
(th. )Gi e ßen, 4. ein । u>iu c r cr Vertrauensbruch, loeldxn iui Jahre 1903 ein Lanbivirt an feinem Arbeitgeber begangen, hat ivenn auch mit einer Verzögerung, nun ood) feine gerichtliche ^ühne gesunben. Ter Oewnom H. Seitz m Ober-Wouftabt l-atte einen jungen Österreicher in Dienst genommen, iveicher sich gar balb burch ganz besondere Intelligenz jo nützlich sür jemen Arbeiigeber ernnes, batz er igm bolles Verttaueii schenkte. Im Oktober b. I. ioar bet Mami plöBlich vbii ber Bildfläche vevschwunden, nachdein er eine Kassette er* brodln unb einen Bei rag bon ca. 10U0 Mark daraus entoenbet hatte. Alle Bemühungen, den stecyen Tieb einzusongen, waren ohne Ersblg. xa tam bie ntaatsanwaUjchast aus ben Gedanten, bei ben bendjatbenen Arbeitgebern deS Turcygängers zu sorsdjen, ob biqet nicht hier uno ba mU einer Schönen ein Liebesverhältnis ungebanbvit unb einem uer wladctxn icui Bild verehrt hatte. Es gluckte aus diesem Wege, bas Pornat des Gesuchteii zu be- tonnnen, ivelches man mit Erfolg neben dem Steckbrief abbruette. 4.er Tieb würbe aut Grund der .Abbildung feiner PersönlichkeU in Bubweis in Böhmen verhattet, und da er sich auch dort in ber regend einer Strastat sdAtlbig gemacht hatte, — er hatte sich eine Liebste angeschafft, unb viejc um 40 Gulden erleichtert —i so wurde er uor bas öbrtige ^chumrgericht geftelU unb gleich wegen bes in Ober-Wöllstadt begangenen schweren Diebstahls mü angeklagt Vkach eurer ber Staatsamvaltschaft Gießen gemachten Mfttetlnng erhielt der Angeklagte wegen seiner Verfehlungen sechs Jahre schweren Kerker tuertannt, welche 'strafe noch burch etliche Fasttage in der Woche verschärft wurde. Zu Tentfchlanb würde der Mann -weifellos billiger weggekommen fern.
Flensburg, 5. Ott. DaS hiesige Landgericht sprach heute die Vorstandsmitglieder unb bie GeschaitSsührer der in Konkurs geratenen GeseUscyast Pasior Jacobsen-Scherrebet unb Hofbesitzer Lassen- FlenSvurg, sowie bie gleichfalls ange- tlagten Muglieber des Ausfichtsratv von ber Anklage bes Konkurs- uciyetjeno |tei.
Ziniversttäts-Nachrrchten.
D anzig, ö. Ott. Die Feierlichkeiten zur Erössnung ber Danziger Technischen Hochschule begannen heute mit einem BcgiUBnngsabenb, ben bie Stadl Danzig den zur Feier geladenen Gasten un ArtiiShofe unb im Ratskeller gab. Oberbürgermeister Ehlers gedachte derer, die den Gedanken einer technischen Hochschule zuerst gefordert hatten: 'Miquel, Bosfe und Goßler, fowie des anwesenden Atinlstetialdirektors Alihoff. Rektor Geheimrat Tr. v. Rlangoldt eriuiberte dankend. An der Ehrentafel saßen: Die wti- nisler Stndt, von Rheinbaben, Freiherr von Hammerslem und 'JJioeUcr, ferner Oberpräsident v. Delbrück, der tonimandterende General v. Braunfchweig und bie Spitzen der Behörden. An den langen Tafeln hauen Platz genommen: Die
Maalflrals, der Siadtverordnetenversammlung, L>Mäiere, yoye Regleiungsbeamle, Gelehrte unb Vertreter ber en un0
der Kaufmannschaft Danzigs. Zwei Kapellen konzernerien.
- toeecimw Viöl. v.uwii toueu^en», !«*»«« Ektor des arcyaologi,ct)en Muscmns ber Unwerfttat B e n a, rn ui BlanktNiburg im Harz im Alter von ^^Eahren^gestvrben.
Äp0lt.
Newyork, 5. Ott. Tas Automobil-Rennen um ben B a n d e r b i l t - P o k a l, das am Samstag m Amerika zur Enlscheibung gelangt, hat, bevor eS noch ausgetragen mürbe, einen tö Hieb ch Uni all ae/citint. Emer der Fahrer eines amerikanischen Toledo-Wagens im Panderbilt-Pokal-Rem^n, Rigby ist gestern bei emer VerfuchSfahn durch plötzliches Umschlagen feines Wagens^geiölet ivo^en.
ArvcUervewegung.
Hersorb, 5. <41. In . uer mengen Zuckerwaren^ Fabriken stellten heute bie Arbeitet ihre Tätigkeit ein. Ter Betrieb in ben oabriten ruht. Tie Zahl ber Ausständigen be- irügt ctiua ‘^>0. Tie Arbeiter fordern Lohnerhöhung.
E l> a r l e r o i, 5. Oft. Tie GlaShüttenvefttzer haben bie Absperrung ihrer Arbeiter aufgehoben. Durch Mauer-An- idüäge werden bie Arbeiter ausgefuroert, fich sofort zur Wieber- auinähme der Arbeit zu nieiben. Die Unternehmer bestehen je* oua> aus ihren Bedingungen vom 4. Mai o. I., nämlich 25 Prozent Loyn-Veruunderung, Aufhebung ber Boytvtt-Erklärung usw. usw. —
Lauitueil-Aachrlllflcii.
Gestorben. Hermann Biensdorf m Vad-9tauheim. — Sieg» sried Guimann in Wtainz. — Frau Dlargarcte Suppes, geb. Groh, m Ilbeshausen
Bei
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mittel vou mehr als 1UUUU Aerzteu ständig verordnet. hlaucu Kartons ä l 31k.. niemals lose.
Magen-Leiden Varm-Leiden Vurchsall Blutarmut bieichfuast als hervuuogcnd wohltuendes
Wird
Hausens Kasseler uiiier-iiakao
und leicht verdauliches Kräftigung»-


