Ausgabe 
6.8.1904 Zweites Blatt
 
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Nr. 183

Zweites Blatt

Samstag 6. August 1904

Giehener Anzeiger

154. Fahrgang

Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen Untversttätsdruckeret. R. Lange, Gieß«.

Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schulstr.?.

Tei. Nr. 5L Telegr.-Adr. r An-eig« Btetzea»

Erich eint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGiehener ZamilienblStter" werden dem ,?Innetget viermal wöchentlich beigelegt. Der JQcfflfd)t Landwirt' erscheint monaUtch einmal.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.

Bekanntmachung.

Nachstehend bringen wir den neuen Tarif für die Dienst- inärrner zur öffentlichen Kenntnis.

Gießen, den 5. August 1904

Großherzogliches Wofheiamt Gießen.

Herberg.

Tarif für die Dierrstmärrner.

I. Bestimmte Gänge:

a) in der inneren und äußeren Stadt (mit Ausnahme der unter b bezeichneten Punkte):

1. ohne Gepäck oder mit Gepäck bis zu 5 Khr. 30Pfg.

2. mit Gepäck von 1015 Kgr. 40

3. mit Gepäck von 1520 Kgr. 50

4. mit Gepäck von 2550 Kgr. 80 "

b) nach folgenden Punkten: Neue Kaserne, Provinzial­siechenanstalt, Germania, Schsttzenhaus, Liebigshöhe, Philosophenwald, Friedhof am Rodtberg, Textors Hardt und Hardthof:

1. ohne Gepäck oder mit Gepäck bis zu 5 Kgr. 50 $fg.,

2. mit Gepäck von 525 Kgr. 80

Für Rückaufträge ist in allen Füllen die Hälfte der vorstehenden Säße zu zahlen.

EL Zeitarbeit:

a) ohne Gerätschaften:

1. für die erste Stunde 50 Pfg.,

2. für jede weitere Stunde 40

6) mit Gerätschaften:

1 . für die erste Stunde 60 Pfg.,

2 für jede weitere Stunde 50

Die angefangene Stunde wird als voll gerechnet.

HI. Führung von Geschäftsreisenden.

a) mit Mustern:

1. für die erste Stunde 50 Pfg.

2. für jede weitere Stunde 40

b) mit Mustertoffern auf Handwagen:

1. für die erste Stunde 70 Pfg.

2. für jede weitere Stunde 60

Die an gefangene Stunde wird als voll gerechnet.

Für die Tätigkeit außerhalb der Zeit im Sommer 6 Uhr vorm. bis 8 Uhr nachm., int Winter 7 Uhr vorm. bis 7 Uhr nachm. erhöhen sich die vorstehenden Sätze um 20 Prozent, mindestens aber um 10 Pfg.

Tarifüberschreitungen seitens der Dienst- und Lohn- männer werden in Gemäßheit der § 148, Pos. 8 der deutschen Gewerbeordnung mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. und im Falle des Unvermögens mit Haft bis zu 4 Wochen bestraft.

Gießen, den 13. Juli 1904.

Großherzogliches Nolizeiamt Gießen. Herberg.

Bekanntmachung.

In der Zeit vom 30. Juli bis 6. August 1904 wurden in hiesiger Stadt

gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Goldduble- Brosche, 1 gold. Zwicker, 1 10 Markstück, 1 Kinderkleidchen;

verloren: 5 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Packet mit 4 Einsätzen und 1 Taschentuch, 1 silbernes Zigarettenetui, 1 gelb. Armband, 1 silberne Rem.-Uhr Nr. 7120, 1 Mädchenstrohhut.

Entlausen ist: 1 großer gesteckter Hühnerhund, 1 gelbe deutsche Dogge, 1 gestromte Bulldogge.

Die Empfangsberechtigten der gesimdenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.

Gießen, den 6. August 1904.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg.

Der Krieg zwischen Japan und Rußland.

Die Verluste bei den letzten Kämpfen.

Aus Tokio wird amtlich gemeldet: Von der Armee, die Tomutscheng angriff, wird berichtet: Sie hatte in diesem Kampfe insgesamt 1 94 Tote und 660 Ver­wundete und begrub etwa 7 00 gefallene Russen mit den gebührenden militärischen Ehren. Sechs Feld­geschütze, viele Gewehre und Granaten, große Mengen Mehl, Gerste und Munition wurden erbeutet. Kuroki berichtet, daß er in den Kämpfen bei Juschulintsu und Fngtsuling einen Verlust von 9 06 Mann und 40 Offizieren hatte. Die Russen verloren windestens 2000 Mann. 8 russische Offiziere und 149 M a nn wurden gefangen^ 2 Feldgeschütze, viele Gewehre und Granaten erbeutet. Nach Kurokis ausführlichiem Bericht erlitten die Russen während des Kampfes bei Juschulintsu am 31. Juli besonders schwere Verluste bei P.Yengling, fünf Meilen südöstlich von Juschulintsu. Die Japaner umgingen eine sich zurüchziehende mssischie Abteilung, die aus drei Regimentern Infanterie und vier 1' schütz i b st« nd, uwb richteten aus einer En < fer tin n g Von 200 bis 1000 Meter ein vernichtendes Feuer auf die ganze russische Linie. 9tacfy* mittags erschienen die Russen unter der Flagge des roten Kreuzes auf dem Kampfplatze, um ihre Verwundeten fortzuschaffen. Die Japaner ließet! dies zu und stellten währenddessen das Feuer ein.

Die Preisgabe von tzaitschöna durch die Ruffen hat in Tokio sehr überrascht, da die Lage des Orten sehr günstige natürliche Verteidigungsstellen bietet und die russische Artillerie, wie amtliche japanische Berichte in Uebereinstimmung mit Zeitungsmeldungen aus dem Kuroki- schen Hauptquartier bestätigen, sich in den zuletzt vorher- gcgangenen Stümpfen sehr ausgezeichnet hatte. Sie bracküe

den angreifenden Japanern so schwere Verluste bei, daß sie die der Ruffen weit überstiegen. Auch die russische Infanterie soll große Zähigkeit in der Verteidigung geschickt angelegter Schanzgräben entwickelt haben.

Die Freude in Japan.

Auf die Nachrichten von dem allgemeinen Rückgang der Nuffen und der Besetzung Haitschöngs und Niutschwangs durch die Japaner fanden hier patriotische Kund­gebungen statt. In Tokio werden bereits für den Fall Port Arthurs große Vorbereitungen ge­troffen.

Uetzer den Sturm auf Port Arthur.

liegen ferne amtlichen Nachrichten vor. .Es verlautet, der Platz sei aufs Engste eingeschnürt, .eine große Anzahl Hügel am 28. Juli nach verlustreichem zweitägigem Kampfe in die Hände der Japaner gefallen. Fachleute, welche von der Halbinsel zu­rückkehren, erklärten, die japanischen Angriffe werden die Welt in @rftaunen setzen, wenn der Vorhang gelichtet werde.

Ueber Tientsin kommen Meldungen von Eifersüchtelei en zwischen den japanischen Unterkommandanten vor Port Arthur. . Die den Norden der Festung belagernden Truppen stehen nicht auf der Höhe ihrer Aufgabe, selbst die Mannes-,ucht lasse zu wünschen übrig. Tie Abwesenheit aller drei im Norden beschäftigten Obergenerale Kuroki, Oku und Nedzu mache sich empfindlich fühlbar.

DerTimes" wird aus Tschifu gedrahtet, die japanische Stellung vor Port Arthur ist dem Feuer der russi­schen Forts ausgesetzt. Die Japaner müssen Vordringen oder ihre gegenwärtige Stellung räumen.

Kuropatkius Stellung.

Man ist vielfach fast ''allgemein der Ansicht, daß Knropatkin einer Schlacht bei Liaojang gar nicht ausweichen kann, da er die dort aufgehäusten Truppenmassen und Vorräte nicht so schnell nach Norden schaffen kann und von Kuroki festgehalten wird. Nach neueren Berechnungen hat Knropatkin bestenfalls 180000 Mann. Tie drei japanischen Armeen dürften zusammen 210000 bis 240000 Mann zählen.

Die chinesische Grenze.

Die chinesische Regierung . trifft alle Vorbereitungen gegen Verwickelungen, im Falle die Russen über den Liauho auf chinesisches Gebiet bringen sollten. Ter Vizekönig Buanschikai ließ allen Generalen mitteilen, daß sie nur zu . freundlichen Mitteln greifen und alle Feindseligkeiten vermeiden sollen.

Tie Pforte dagegen soll sich mit der D u r ch f a h r t d e r Schiffe der russischen Freiwilligen Flotte ein­verstandenerftärt haben, besteht aber auf einer schriftlichen Ga­rantie-Erklärung, da sie eine mündliche Erklärung in Betreff der späteren Aufgabe dieser Schiffe nach der Durchfahrt durch die Dardanellen für ungenügend hält.

Schutz russischer Häfen.

Die russische Gesetzsammlung veröffentlicht für die Dauer des Krieges gültige Bestimmungen über den Schutz der Häfen Sweaborg, Wyborg, Kronstadt, Libau, Se­wastopol, Offchakow und Datum, bevor sie in den Kriegszustand erklärt werdet:. Der Minister des Auswarttgen wurde beauftragt, diese Bestimmungen zur Kentttnis der fremden Regierungen zu bringen und diese davon zu verständigen, daß über ihre nach diesen ruffischen Häfen auslaufenden Kriegsschiffe die kaiserliche Regierung rechtzeitig zu benachrichtigen ist.

Beschlagnahmungen.

Der russische HilfskreuzerDon-Ural", der vor einigen Tagen die Ostsee verließ, kaperte drei Trans­portschiffe, wie .verlautet zwei schwedische und ein englisches. Diese .Schiffe sollen angeblich 5 Unterseeboote und sieben zerlegbare Torpedoboote an Bord haben.

Der Korrespondent desJournal de St. Petersbourg" in Wladiwostok teilt mit, daß der Führer und die Mann­schaften desKnigth Commander" Dienstag hier ein­getroffen seien. Kapitän Jeffen erklärte, er habe das Schiff nicht fteigelaffen, um den Japanern die 4000 Tonnen Schienen, die derKnigth Commander" an Bord hatte, nicht zukommen zu lasten. Er nehme die volle Verantwortung für diesen Konflikt auf sich.

Zur Hinrichtung der Tochter eines Arztes, über die wir kurz berichteten, teilt der Petersburger Korrespondent desDaily Telegraph" mit, daß sich unter den Büchern und religiösen Schriften, die unter der Aufsicht der Kaiserin im Winterpalast verpackt wurden, um den verwundeten Soldaten im fernen Osten als Lektüre zugesandt zu werden, revolutio­näre Flugblätter befunden hätten, in denen die Soldaten zum Ungehorsam und zmu Widerstand gegen die Regierung ausgefordert wurden. Eine Tochter des Pro­fessors der Medizin, Mershejewski, wurde nach einer Haussuchung im Hause des Professors verhaftet und nach Schlüsselburg übergeführt. Der Verdacht, daß die Dame die

revolutionären Flugblätter mit verpackt habe, soll sich als

begründet erwiesen haben und die Dame ist, wie jetzt der

Korrespondent deS genannten Blattes behauptet, zum Tode verurteilt und gehängt worden. Eine Bestätigung dieser Mitteilung bleibt noch'abzuwarten.

Eine Wonarchcnvegegnung.

Der König von Sachsen ist am 5. d. MtS. um 81/} Uhr morgens von Gastein ab gereist. Bei der Ver­abschiedung von den dortigen Honoratioren sagte der König zum Bürgermeister: Gastein hat mir sehr gefallen, mich auch gekräftigt, trotzdem war ich fortgesetzt von Asthma geplagt. Die Begegnung in Lend mit dem Kaiser von Oester- reich war äußerst herzlich. Kaiser Franz Josef war um 8 Uhr 55 Min. in Salzburg eingetroffen uub setzte dann eiire Reise nach Lend bei Gastein, wo die Begegnung mit dem König von Sachsen und der Prinzessin Mathilde von Sachsen erfolgte, fort. Beide Monarchen fuhren gemeinsam bis Salzburg fort, wo sie um 11 Uhr 30 Min. ankamen. Nachdem beide im EmpfangSsalon längere Zeit konferiert, reifte der König von Sachsen allein nach Dresden weiter, der Kaiser von Oesterreich nach Ischl. Bei der Verabschiedung küßten sich die Monarchen wiederhott.

Die Abreise Kaiser Franz Josefs nach Ischl erfolgte nach 1 Uhr mittags. Der Kaiser verweilte mit dem König Georg von Sachsen bis zu dessen Abfahrt und besichtigte das Denk- mal der Kaiserin Elisabeth.

Vor der Abreise des Kaisers Franz Josef nach Ischl kam es zu einem Zwischenfall, der anfangs Bestürzung erregte. Ein Mann durchbrach den Kordon, sank vor dem Kaiser auf die Knie und übergab ihm eine Bittschrift, die der Monarch auch annahm. Da der Bittsteller auf einem Fuße lahm ist, trug er einen starken Stock, weshalb man vorher andere Absichten vermutete.

PMische Tagesschau.

Der Vertrag mit Rußland.

Neber den neuen deutsch-russischen Vertrag ist offiziös nur die Tatsache des Zustandekommens berichtet worden. Durch ein russisches Blatt, dieNowoje Wremja", erhielt man erst Kenrtt- nis davon, daß der Vertrag auf die Dauer von zwölf Jahren abgeschlossen ist. .Nunmehr wird auch bei uns von amtlicher Stelle ein wenig .der Schleier des Geheimnisses gelüftet Von unterrichteter Seite verlautet das Folgende:Es stehe fest, daß der Vertrag die Getreide-M'indestzölle enthalten wird. Ohne gewisse Opfer habe diese neue Grundlage natürlich nicht ge­wonnen werden können, und etwas ungünstiger at§ bisher roerbe die Industrie unter dem zukünftigen Regime immerhin gestellt sein. Aber man müsse im Auge behalten, daß auch ohne dje O^etreide-Mindeftzölle Rußland nicht geneigt gewesen wäre, un­serer Industrie dieselben Zollsätze zu bewilligen, wie vor zehn Jahren. .Es sind seitdem energische Anstrengungen gemacht wor­den, auf russischem Boden eine eigene Industrie ins Leben zu rufen: diese bedürfe auf lange Zeit hinaus eines hohen Zoll- schutzes, und die russischen Unterhändler seien zweifellos mit der festen Absicht in die Verhandlungen eingetreten, von dieser Schntzmauer nicht zuviel abtragen zu lassen. Vor allen Dingen habe die deutsche Industrie wieder die Sicherheit, auf eine Reihe von Jahren hinaus stabile Verhältnisse vor sich zu haben. Ein fester Vertrag, selbst mit einigen Opfern, fei immer noch hundertmal vorteilhafter als ein Zollkrieg." Tas Letztere ist gewiß richtig. Nur fragt sich, ob die Opfer, die zugestandener­maßen erforderlich waren, nicht zu milde charatterisiert sind durch die Aeußerung die deutsche Industrie werde immerhin etwas ungünstiger gestellt sein. Tie russische Industrie, die an­geblich des hohen Schutzzolls bedarf, ist dabei nicht einmal nationaler Herkunft. Wir mitten, daß größtenteils französisches Geld und französische Arbeitskraft in dieser Industrie angelegt ist. In der Maien-Blüte des russisch-ftauzösischen Bündnisses wurden zahlreiche industrielle Betriebe in Rußland begründet und ihm alle mögliche Förderung von der Regierung versprochen. Trotzdem sind nur sehr wenige der Unternehmer auf den grünen Zweig gekommen. Auch ein erhöhter Schutzzoll ttntb daran wenig ändern.

Deutsches Reich.

Berlin, 5. Aug. Ter Kaiser nahm gestern mit einigen Herren des Gefolges das Frühstück beim deutschen Konsul Mohr in Bergen ein und erledigte nachmittags Regierungsgeschäf^.

Ter Ober Hofmeister der Kaiserin, Frhr. von Mirbach wird, wie derLok.-Auz." von einer ihm nahe­stehenden Persönlichkeit erfährt, ,zu der Affäre des Prinzen von Sayn Witgenstein sich öffentlich nicht äußern. Weiter teilt das genannte Blatt mit, daß die Standeserhöhung der Braut des Prinzen von ihrem Vater und dem Prinzen selbst beantragt worden sei, aber ohne je­de n Z u s a m m c n h a n a mit dem Prozeß des Prinzen gegen seine Pfleger. .Tas Ansinnen sei an den Freiherrn v. Mirbach und den ehemaligen Reichskanzler, Fürsten von Hohenlohe, den Onkel des Prinzen, gestellt worden. Beide hatten aber nicht nur entschieden abgelehnt, die Standeserhöhung zu befürworten, ersterer habe sogar der Tarne dringend die Verbindung mit dem Prinzen widerraten.

Kiel, 5. Aug. Der AvisoB l i tz" schleppte daS durch eine Kollision mit demO din" schwerbeschädigte Tor pedo­boot S 98 hier ein. Die Ueberfübrung, die von Lerwick aus, wo der Unfall geschah, .zehn Tage dauerte, war sehr schwierig.

TieKieler Zeitung" meldet: Die hiesige Reederei Diedrichfen war bis heute mittag noch nicht unterrichtet. In welchem Hafen der Kapitän Ohlerich und die Besatzung des von dem Wladiwostok-Geschwader versenkten DampfersTdea" gelandet worden ist. Man darf wohl amiehmen, daß die Leute sich in Wladiwostok befinden und daß die Depeschen Ohlerichs von der riiffiübcn Zensur zurückgehalten »verden.

Dresden, 5. Aug. Aus Rücksicht auf den G e s u n d h e i t s- zustand des Königs unterbleiben an seinem Geburts­tage a m 8. A u g u st die üblidfam militärischen Empfänge. Nur die beiden kommandierenden Generäle, ^onprinz Friedrich August und Graf Vitzlum von Eckstädt, werden empfangen.

Liegnitz, 5. Aug. Rittergutsbesitzer Qnoos in Brocken­dorf, der 187375 und 187779 liberaler Landtags- und Reichstagsabgeordneter für den Wahlkreis Liegnitz-Goldberg-Hav- non war, ist in der vergangenen Nacht gestorben.

G l e i w i tz , 5. Ang. Ter Landtagsabgeordnete für den Wahl­kreis Pleß-Rvbnik, .Sanitätsrat Tr. Moritz, ist in der ver gangenen Nacht in Pilck>owitz gestorben.

M ü n chen , 5. Aug. Tie Kammer der Mgeordneteu nabiit bei der Beratung des Etats der direkten Steilem mit allen 98 der abgegebenen Stimmen in namentlicher Abstimmung den Antrag Pichler (Ztr.) an, daß alle pfälzischen Eisen' bahnen ihr bisheriges Stenerprivilegium ab 1. Januar 1905 verlieren sollen.

W och ern , 5. Ang. Hier lyerrfdyt der Typh n s. Er ist irwhrsclieinlich von Lothringer Hüttenarbeitern eingeschleppt worden.

Keer und Alotte.

Chemnitz, 5. Aug. Zu den Kaisermanooern erfährt die ^Chemn. Allg. Ztg/, daß die Parade über das 9. Armeekorps am 5. September bei Luttop in der Nähe von Altona stattfindet. Die Kaiserin wird die Uniform der Pasewalker Kürassiere tragen und wird ihr Kürassierregiment Königin Nr. 2 dem Kaiser in dieser Uniform vorführen. Während der eigeütlichen Kaisermanöver vom 13. bis 15. September wird das Hauptquartier in Schiverin bezogen werden, wo auch der große Generalstab untergebracht wird. Zur Fahrt ins Manüvergelände wird der Kaiser die Eisim­bahn sowie daL Automobil benutzen. Die m Lübeck ein* quartierten Gaste deL Kaisers und Anhang fahren per Sonderzug. An« diesen Anordnungen läßt sich ersehen, daß ich die Operationen im Küstenzuge der Neustädler Bucht zwffchcn den Endstatwneil Xiübecf und Wismar abspielen luertw*