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Die ^Sletzener ZamIIienblätter" werden dem K gm ™ O* HX S^UR Ipfeä H ll SvU FM UntvrrfitSSdruckeret. R. Lang«, Gießen.
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Eietzen.
Volttische Tagesschau, Chamberlains Zollpolitik.
Joseph Chamberlain hat den begreiflichen Wunsch, die Ver- wEchmrg iemes Zollprogramms zn erleben. Da er ein hoher sechziger ift, kann er die Agitation niäü auf die 'lange Bank fchreben. Gesundhertsrückuchten verbieten ihm, in die Kolonien ju raten uni» doitt persönlich .für sein Werk Propaganda zu Sftw”111 111 '^übateifet hat der frühere Kolonialminister dies bisher getan. Mtt welchem Erfolg, ist bekannt. Einladungen an ihn liegen vor aus Australien, Neuseeland und Kanada. ,Ta aber bereits die südafrikanische Reise eine Erhol- ungskur m Egypten erforderlich machte, bleibt Herrn Chamber- lcnn Nichts übrig, M die Premierminister der Kolonien nach London kommen zu lassen. , Es verdient beiläufig der Ver- gesienhert entrißen zu werden, daß im Frühling d. I. Kaiser Wilhelm und Chamberlain — dieser auf der Rückreise aus Egypten — ,im Mtttelmeer aneinander vorüberfuhren, ohne daß Kaiser Wilhelm,, .entgegen seiner Gepflogenheit, .sich bewogen fühlte, .Herrn Chamberlain mit einer Einladung zu beehren.
Was nun die Chamberlain'scheu Zollpläne betrifft, so steht bereit fest, ,daß im nächsten Frühjahr eine neue Kolonial- mirrister-Konferenz in London Zusammentritt. An deren Verlauf ist auch Deutschland insofern interessiert, als sein Handelsvertragsprovisorium mit England erst dann durch einen neuen Handelsvertrag abgelöst werden kann, wenn über das zollpolitische Ver- tzältnis zwischen England und seinen Kolonien eine Einigung erzielt ift Leicht wird die Verständigung nicht werden, denn die Cyamberlain'schen .Pläne finden bei den Kolonien keineswegs das gleiche Entgegenkommen. In einem iTtteressanten Auffatz weist der deutsche Nationalökonom Professor Schmoller nach, daß die Chamberlain'fche Idee eines britischen Reichszollvereins, der England und seine Kolonien in ein einheitliches Zollsystem ein- begreifen soll, praktisch nicht durchführbar sei. Aus dem einfachen Grunde nicht, weil er die Eigentümlichkeit und die be- londeren Interessen jeder Kolonie unberücksichtigt läßt. Möglich fei allein ein Difserentialzollsystem, dessen Ausführung sich allerdings sehr schwierig gestalten würde. Auch könne England ein Tifferentialzollsystem nicht ohne Rücksicht auf seinen Handel mit der übrigen Welt ausbilden, weil sonst Zollkriege unvermeidlich seien. Ein bestimmtes Maßhalten in der gegenseitigen Absperrung müsse .also die Voraussetzung aller Verhandlungen bleiben.
Es wird abzuwarten sein, ob Chamberlain einem Tifferential- zollfystem sich geneigt zeigt. Er ist zwar Realpolitiker, andererseits aber so eigenwillig und auf seine Reichszollvereinsidee derart versessen, .daß^mit einer Sinnesänderung nicht ohne Weiteres äir rechnen ist. ..Schwer wird es auch halten, die Premierminister zur Erhöhung der kolonialen Beiträge für die britische Flotte zu bewegen. Am sprödesten in dieser Beziehung ist
I Kanada, .das nicht übel Lust hat, sich eine von der britischen Marine unabhängige eigene Flottille beizulegen, und sogar Front macht gegen die Errichtung einer englischen Marineschule in Kanada. ,
"Alles in Allem: die Frühjahrskonserenz der Kolonialminister in London wird von einschneidender und weittragender Bedeutung sein für die Zukunft Großbritanniens und ferner Kolonien. Sie wird darüber entscheiden, ob der 9iame Chamberlain in der Geschichte fortlebt als der eines verdienstvollen Staatsmannes, oder als der eines politischen Sonderlings, der feine Idee höher bewertet als die Lebensinteressen des großen und des größeren Britannien. Auf der dem Herzog von Portland gehörigen Be- sitzung Wolbeck Abbey hielt, .wie neuerdings gemeldtt wird, am 4. d. M. Chamberlain in einer von etwa 12 000 Personen besuchten Versammlung eine Rede, in welcher er ausführte, er wolle der Landwirtschaft denselben Schutz geben, wie er ihn der Industrie gebe, und zwar durch, Erhebung von Einfuhrzöllen auf die hauptsächlichsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Er schlage einen Zoll von 2 sh. jür den Quarter Weizen und alle sonstigen Getreidearten vor, ausgenommen Mais, und einen so hohen Zoll auf Mehl, .daß jeder im Lande erzeugte oder eingeführte Weizen in England gemahlen werden miisse. .Ferner befürworte er einen Zoll von fünf vom Hundert ans Fleisch, Milcherzeugnisse, Geflügel, Gemüse und Früchte.
Keer und Klotte.
Unter der Kriegßflagge.
Bei den Kriegsmarinen aller Länder ist die Bemann- untzssrage von umso größerer Bedeutung, je ukehr der Bestand an Kriegsschiffen erhöht wird. Die deutsche Marineverwaltung hat bei Beratung der Flottengesetznovelle in dieser Hinsicht beruhigende Erklärungen abgegeben. Kl bezug auf freiwillige Meldungen zum Marinedienst in Deutschland ist ein Rückgang neuerdings nur zn verzeichnen bei den Schiffsjungen. Er erklärt sich aber wohl aus den Schulschiffseinrichtungen der Handelsmarine, denen sich das Interesse besonders binnenländischer Kreise zuwenden. Im übrigen läßt sich der Bedarf an seemännischem Personal, soweit er die freiwilligen Meldungen übersteigt, noch immer ohne Schwierigkeit durch Rekrutierung an der Wasserkante decken. Bei der steigenden Bedeutung von Technik und Jngenieurwesen im Marinedienst ist die Frage von Bedeutung, ob in bezug auf die Ergänzung des Maschinenpersonals Anlaß zu Bedenken vorliegt? In Deutschland nicht. Wohl aber in Frankreich Es koinmt das daher, weil dort jeder Mariueminister eine gewisse Liebhaberei hat, die zur .Vernachlässigung anderer Zweige des Ma
rinewesens führt. Der zur Untersuchung der Zustände in der französischen Marine eingesetzte parlamentarische Ausschuß wird das erfahren, wenn er seine Nachforschungen auf die Frage der Ergänzung des Maschinenpersonals ausdehnt. Dnß der Mariueminister Pelletan in den letzten Jahren die Flottenmanöver ausfallen ließ, soll seinen Grund weniger in Ersparnisrücksichten, als darin haben, daß den Schiffen vollkommen ausgebildetes Personal in ausreichender Zahl nicht zur Verfügung steht. Wichtig ist schließlich für die Kriegsmarinen, daß die Bemannung durchweg aus Söhnen des eigenen Landes besteht. Als letzte will jetzt die Unionsflotte diesen Grundsatz durchführen. Bemerkt sei bei dieser Gelegenheit, daß es nicht asiatische Matrosen eines amerikanischen Kriegsschiffs, sondern echte Amerikaner waren, die, als sie jungst in Triest Landurlaub erhielten, sich dort derart betrugen, daß es um die Disziplin in der Vereinigten Staaten-Motte kaum gut bestellt sein kann.
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Aus Stad! und Land.
Gießen, den 6. August 1904*
** Personalveränderungen der Ober - Post- direktion Darmstadt. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem Oberbriefträger Ewald in Groß-Gerau beim Scheiden aus dem Dienste das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verliehen. — Etatsmäßig angestellt ist als Postasftstent der Post- anwärter Kramer in Groß-Gerau. — Bestanden hat die Telegraphenasststenten-Prüfung der Telegraphengehilfe Coburger in Darmstadt. — Freiwillig ausgeschieden ist der Postgehilfe Wirth in Laubenheim (Rhein).
** Der Vergnüg ungs-Vere in „Victoria", welcher zugleich wohltätige Zwecke verfolgt, feiert am Sonntag, den 7. August, sein 3. Stiftungsfest mit Bannerweihe. Das Banner wurde von einer Thüringer Fahnenfabrik geliefert.
w. Bad-Nauheim, 5. Aug. Bis zum 4. August sind 18 3 9 8 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 5773 anwesend waren. 238131 Bäder wurden bis zum 4. August abgegeben.
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