Shig in Nierstein. 9(ngenommen sind: zum Postgehilfen: der Realgymnasiast Gerhard in Romrod, als Telegraphen- «ehikfin: Elisabetha- Jakob in Offenbach. Entlassen wurde der Postgehilfe Appel in Darmstadt'(krankheitshalber). Ge- ben ist der Ober-Telegraphenaffistent a. D. Heinicke in ZKrerbach.
•* Oeffentliche Lesehalle. Im Mai wurden 1878 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Litteratur 977, Zeitschriften 356 , Jugendschristen 231, Verdichtungen 27, Literaturgeschichte 15, Länder- und Völkerkunde 38, Kulturgeschichte 14, Geschichte und Biographien 70, Kunstgeschichte 7, Naturwissenschaft und Technologie 97, Seewesen 5, Haus- und Landwirtschaft 4, Gesundheitslehre 5, Religion und Philosophie 10, Staats- wifsenschast 7, Sprachwissenschaft 9, Fremdsprachliches 6 Bände. Nach auswärts kamen 52 Bände.
** Für die 10. Sitzung der Ersten Kammer bei Stände am Freitag, 10. Juni d. I., vormittags 10 llhr, lautet die Tagesordnung lt. „Darmst. Ztg." wie folgt: I. Mitteilungen. II. Beratung und Abstimmung Mer: Regierungsvorlage, betr. den Entwurf eines Gesetzes, die Abänderung des Artikels 227, Absatz 1 des .Pokizeistrafgesehes (Störung der Sonntagsfeier und des Gottesdienstes) in der Fassung des Gesetzes vom 1. Juli 1892 betreffend, II. a) Vorstellung des Oberbürgermeisters Mecum zu Gießen, Sonntagsruhe im Han delsgew erbe betreffend, b) Vorstellung der Großh. Handelskammern Friedberg und Büdingen in gleichem^ Betreff, c'' Vorstellung des Oberbürgermeisters Dr. Gaßner in Mainz hierzu, und den diesbezüglichen Beschluß der Zweiten Kammer: III. die an die erste Kammer gerichteten Eingaben des deutsch-nationalen Handelsgehilfenverbandes Hamburg, Ortsgruppen Darmstadt, Offenbach, Gießen, Alsfeld und Lauterbach wegen der Verordnung über das Verhängen der Schaufenster an Sonn- und Feiertagen: 2. Mitteilung der zweiten Kammer über: 1. Vorstellung einer Anzahl homöopathischer Aerzte, Dispensierrecht der homöopathischen Aerzte betreffend, L Vorstellung des Dr. Josef Schier in Mainz in gleichem Betreff, 3. Dringlicher Antrag der Abgg. Molthan, Ulrich und 38 Genossen wegen der Verordnung, das Verbot des Selbstdispensierrechts der homöopathischen Aerzte betr., 4. Vorstellung des ärztlichen Kreisvereins Mainz, die Dispensierfreiheit der homöopathischen Aerzte betreffend, sowie die an die erste Kammer gerichteten Eingaben in gleichem Betreff: 3. Mitteilung der zweiten Kammer bezüglich der Vorstellung der Kreisstraßenwärter des Kreises Alsfeld, die Dienstverhältnisse derselben betreffend, 4. Regierungsvorlage, den Entwurf eines Feldstrafgesetzes betreffend, 5. Regierungsvorlage, den Entwurf eines Forst- strafgesetzes betreffend, 6. Regierungsvorlage, betreffend den Entwurf eines Gesetzes ßur Aenderung des Gesetzes, das Verfahren in Forst- und Feldrügesachen betreffend, 7. Antrag des Mitglieds der ersten Kämmer der Stände Freiherrn Hehl zu Herrnsheim, Einstellung der Korbflechterei in den Gefangenen-Anstalten betreffend, 8. Mitteilung der zweiten Kammer bezüglich der Vorstellung des Wirts Heinrich Heinz zu Mainz, Wiederaufnahme der Strafsache Heinz-Pankraz betreffend.
§ Hungen, 5. Juni. Die Gauturnfahrt des Turn- ,gaues Hessen wurde heute in unserer Stadt abgehalten. Die Stadt war mit Fahnen, Kränzen und Guirlanden reich geschmückt und die ganze Bevölkerung nahm teil an dem ^Feste, das von auswärts stark besucht war. Eine große Zahl «wackerer Wetturner traf von 10 Uhr ab zu Fuß aus den einzelnen Bezirken des GaueS aus der Richtung Lich, Lau- ibach und Nidda ein. Nachdem von 10—11 Uhr eine Sitzung Äes Kampfgerichts stattgefunden hatte, war um 12 Uhr gemeinsames Mittagessen. Um 1 Uhr wurde an der Gießener ^Straße der Festzug aufgestellt, an dem sich außer den hiesigen Vereinen die Turnvereine des Gaues Hessen beteiligten. Um A'Vt traf der Festzug auf dem schön gelegenen Festplatze ,em. Die Festrede hielt das Ehrenmitglied des hiesigen Turnvereins, Oberlehrer Bender aus Frankfurt a. M. Er hob die Vorteile des Turnens und die Ideale der Turnerei besonders hervor und schloß mit einem Gutheil auf die deutsche Turnerei. Ter Bürgermeister begrüßte die Turner namens der Stadt Hungen. Großen Bestell fanden die Stabübungen der Turner unter der Leitung des ersten Gauturnwarts Will- Wetzlar und das Turnen der Volksschulknaben. Hieran schloß lsich das Preiswetturnen. Dabei erhielten folgende Turner Preise: den 1. Preis Ludwig Beppler T.-V. Gießen mit
des Gießener Konzert-Vereins, Geh. Hofrat Prof. Dr. W. Oncken, das Wort zu einer begrüßenden Ansprache, die folgendermaßen lautete:
Im Namen und Auftrag d^s Gießener Konzertvereins habe ich ztte. Ehre und die Freude, Sie meine Herren vom Schulerschen Männerchor und von der Symphonie-Kapelle des Zoologischen Gartens in Frankfurt a. M. aufs herzlichste und dankbarste will- ikormnen zu heißen. Die alte Musenstadt Gießen stchlt sich geehrt durch die festliche Sängerfahrt, die Sie heute hierher geführt hat in unsere im Sommersonnenschcin prangende Gartenstadt. Bei der ersten Kunde von dem hochherzigen Anerbieten, das heute zur Ausführung gelangt, war unter uns nur eine Stimme: das wird ein musikalisches Ereignis werden, wie es unsere Stadt noch nicht erlebt hat, und dieses Ereignis wird unser verehrter Herr Musik- direttor, der auch Ihr Dirigent ist, benutzen, um all den Verdiensten, die er sich um die Pflege unseres musikalischen Lebens erworben hat, die Krone aufzusetzen. Gleich das Programm zeigte vornehme Eigenart in jedem Zuge. Es fing an mit der „Allmacht, der majestätischsten Kompositton, die unser unvergleichlicher Franz Schubert hinterlassen hat. Es fuhr fort mit zwei Liedern unseres kunstsinnigen Großherzogs und llang aus in zwei ausgezeichneten Werken von Seyffard und Brambach. Be- gMerung hat das Ganze geschaffen, mit Begeisterung wird cs ausgeführt, mit Begeisterung wird es ausgenommen werden. In dieser Voraussicht beglückwünsche ick Sie jetzt schon zu dem neuen Lorbeer, den Sie sich hier pflücken werden: beglückwünsche ich insbesondere Ihre beiden Solisten Frau Obsner-Hentschel und Herrn Bahling, Ihren hochverdienten Vereinspräsidenten Herrn Lang, und den liebenswürdigen Kapellmeister Reich, der aus Liebe für den edlen Zweck für heute dem Dirigentenpult entsagt, nm sich dem Geigerpulte zu widmen Die mächtig emporstrebende Stadt Gießen steht vor einem großen Doppelwerk, das ihren ganzen Bürgerstolz und ihren ganzen Wagemut auf die Probe stellen wird: das ist der Doppelplan eines neuen Konzert und Theaterbaues. Diesem großen Werk haben Sie Ihre Untcr- stützimg geliehen durch diese Sängersahrt, freiwillig, hochherzig, opferfreudig, wie das die Art der Frankfurter ist. Diese Unterstützung wird Ihnen nie vergessen, sondern durch treue Dankbar- ■teit vergolten werden. Ich schließe, indem ich Sie aufsordcre, In einen Ruf einzustimmen, dem Sie alle Ihren Beifall geben werden, denn es ist der Ruf des Sieges, des Erfolges, des Triumphes; es ist der Ruf, unser gemeinschaftlicher Dirigent, Herr Musikdirektor Trauttnann, er lebe hoch! hoch! hoch!
371/2 Punkten, 2. Preis Salzmann-Bad-Mauheim 351/2 P., 3. Preis Jean Hof T.-V. Gießen 33 % P., 4. Preise Deckhaut-Alsfeld und Münch-Wetzlar 32 P., 5. Preis Riegel- Wetzlar 31 P., 6. Preis Koch-Alsfeld 30 P., 7. Preise Wagner-Großenlinden, Schmidt-Launsbach, Fischer-Marburg, Köhler-Wetzlar 291/^ P., 8. Preise Nikolei-Usingen und ArculariuS-Schotten 29 P., 9. Preis Jakob Frei-Kleinlinden 28 V2 P., 10. Preis Lorenz Schmalz T.-V. Gießen 28 P., 11. Preise Bender-Wetzlar und Hahn-Großen-Buseck 27 P., 12. Preis Schmidt-Schotten 26 x/3 P., 13. Preis Rees-Butzbach 26 P., 14. Preise Lippert-Butzbach und Günther- Lollar 25'/^ P„ 15. P re ise Chr.Schmidt T.-V. Gießen, Ludwig Lenz M.-T.-V. Gießen, Hünger-Alsfeld und Spamcr-Schotten 24i/2 P., 16. Preise K. Dörr-Hungen, Müller-Alsfeld und Schneider-Lollar 24 P., 17. Preise Hörr-Launspach und Eisenhuth-Wetzlar 23l/2 P., 18. Preise Einst-Ansbach, Diehl-Kirchhain und Feger-Ansbach 23 P., 19. Preise Steinmüller M.-T.-V. Rodheim a. d. B. und Scholz-Wetzlar 22r/3 P., 20. Preise Heinrich Hansel T.-V. Gießen, Karl Wenzel T.-V. Gießen, Leuning- Schotten, Reh' M.-T.-V. Rodheim, Heinrich Schubecker T.-V. Gießen, Bücking-Alsfeld und Heuser Bad-Nauheim 22 P., 21. Preise Möser-Grünberg und Hahn-Obermörlen 211/2 P., 22. Preise Scheld-Großen-Buseck und I. Becker- Gießen 21 P., 23. Preise Schneider-Wetzlar, Eisert- Anspach, Falk-Hungen, Becker-Bad-Nauheim und Schmidt- Marburg 20Vo P., 24. Preise Bangert-Anspach, Marx- Nieder-Weisel und Kling-Wetzlar mit 20 Punkten. Die Resultate waren sehr günstig; die Gießener Turner errangen neun Preise, banmter den 1. und 3. Preis. Der Gauvertreter Helm-Gießen richtete sich in einer Ansprache an die Turner und brachte ein Gutheil auf den Turngau Hessen aus. Abends war auf dem Festplatz Konzert und Tanz. Das ganze Fest nahm einen schönen Verlauf.
Bad-Nauheim, 5. Juni. Folgende Unterhaltungen finden in dieser Woche statt: Dienstag den 7. Juni, nachmitags von 4%—6l/2 Uhr und abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Mittwoch den 8. Juni, nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapclle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung; »Charleys Tante." Donnerstag den 9. Juni, nachmittags und abends auf der Terraffe Konzert der Kapelle des Bad. Leib-Grenad.-Rgts. (Musikdirektor Boettge) aus Karlsruhe. Abends von 8—10 Uhr Ball. Freitag den 10. Juni, nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: „Der Bettelstudent." Samstag den 11. Juni, nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapclle. Abends 8 Uhr im Saale musikalisch-humoristische Soiree des Klavier-, Gesangs- und Deklamationshumoristen O. Lamborg aus Wien. Sonntag den 12. Juni: Konzert der Kapelle des 3. Großh. Heff. Jnf.-Regiments „Großherzogin" Nr. 117 au§ Mainz. Abends von 8—9Uhr im Saale Symphonie- Konzert der Kurkapelle. Dienstag den 14. Juni: Bei gutem Wetter großes Feuerwerk vor der Terrasse. Donnerstag den 16. Juni: Bei gutem Wetter Lampionsbeleuchtuug und Militärkonzert am Teich.
R. B. Darmstadt, 5. Juni. Der Landes-Ausschuß der nationalliberalen Partei Hessens war heute nachmittag zu einer Sitzung in Stadt Pf'mg- stadt versammelt. Den Hauptgegenstand der Verhandlung bildete das Thema: hessisches Wahlgesetz, insbesondere Vermehrung der Abgeordnetensitze". Die Versammlung tagte, da der erste Vorsitzende, Justizrat S ch m e e l, durch Krankheit am Erscheinen verhindert war, unter Vorsitz dessen Stellvertreters, Grafen Oriola.Nach einem einleitenden Referat des Abg. Reinhart über die Geschichte der Vorlage und deren bisherige parlamentarische Behandlung entspann sich eine sehr lebhafte Debatte darüber. Zum Schlüsse wurde folgende, von Herrn Geh^ Justizrat Dr. Osann eingebrachte Resolution ' mit großer Mehrheit angenommen:
Der Landesausschuß, ohne über die Frage der indirekten oder direkten Wahl und über die Kantelen der letzteren sich heute auszusyrechen, ist der Ansicht, daß der neue Wahlreform- Gesetzentwnrf n u r in Verbindung mit einer den Jnhatt desselben bildenden Aenderung der Wahlkreiseinteilung und die Einteilung in Wahlkreise in dem Landtag im Einverständnis mit der Re- gierirng zur Verabschiedung gebracht werden soll.
Diese Resolution soll unverzüglich sämtlichen Fraktionsmitgliedern der zweiten Kammer mitgeteilt werden. Die Verhandlungen, dehnten sich bis abends 7Vs Uhr aus. — Prinz Heinrich von Preußen gedenkt am nächsten Mittwoch mit seiner ganzen Familie zum Besuch des Großherzogs nach Jagdschloß Wolfsgarten zu kommen und daselbst längeren Aufenthalt zu nehmen. Von dort aus beabsichtigt der Prinz auch das internattonale Gordon Bennett-Renneu in Homburg zu besuchen.
R. B. Darmstadt, 4. Juni. Auf Einladung des ersten Präsidenten der z w e i 1 e n K a m m e r versammelten sich heute der Gesauttvorstand der zweiten Kammer mit den Vorsitzenden der verschiedenen Parteigruppen, um zu dem Wunsche der Llbgg. Dr. Heidenreich und Konsorten die Beratung der Wahlrechtsvorlage aus den Herbst zu vertagen, Stellung zu nehmen. Nach eingehender Beratung der von den Herren für die Verschiebung der Beratung vorgebrachten Gründe erwies sich eine vollständige Ein- müttgkeit aller Anwesenden in der Richtung, daß auf eine derartig weite Hinausschiebung dieser wichttgen Vortage unter keinen Umständen eingegangen werden könne. Nach den Mitteilungen der anwesenden landwttstsch östlichen Vertreter haben bis Ende Juni die unaufschiebbaren landwirtschaftlichen Arbeiten zum größten Teile ihre Erledigung gefunden. Es wurde noch besonders hervorgehoben, daß das Ansehen der zweiten Kammer notwendigerweise Einbuße erleiden rnüsse, wenn sie, obschon noch über 100 Gegenstände der Erledigung harrten, darunter mehrere große Gesetzesvorlagen, sich jetzt ohne absolut zwingende Gründe als nicht arbeitsfähig erweisen würde. Von den Unterzeichnern des ent den Präsiden tert gerichteten Wunsches seien übrigens höchstens acht Herren durch landwirtschaftliche Arbeiten im Juni abgehalten und auf diese werde dadurch Rücksicht genommen, daß die Kammer erst auf den 28. Juni, also uuch^ Beendigung der Berattmg der Wahlrechtsvorlage auf den HeÄst zu vertagen, Stellung zu nehrnen. Nach eingehender Beratung der Sitzung am 28. steht zunächst u. a. folgendes: 1. Antrag der Abgg. Köhler und Genossen, Sammelausgabe der sämtlichen zurzeit im Großherzogtum Hessen giltigen Gesetze, Verordnungen rc. betrcffmrd; dringlicher Antrag
der Mgg. Reinhart und 22 Genossen, Einführung von Ve r- kehrsabgaben auf schiffbaren Flüssen betreffend; Antrag der Abgg. Schönberger und Genossen, die En t schädig u n g für an M a u l - u n d K l a u e n s e u ch e g e f a l l e. nes Rindvieh betreffend: Antrag des Abg. Dr. David, die V 0 r s ch u l e n an den mittleren Lehranstalten betreffend ■ Vorstellung der ehemaligen hessischen Unteroffiziere, die Unteroffizier-Sterbe- und Witwenkasse be- tteffend; Antrag der Abgg. Dr. Frenay und Genossen, Auf- hebuna der Beittäge ztcr Großh. Offizier-Witwen- und Waisenkasse, sowie zur Un ter 0 ffi zierkasse betreffend: Anttag der Abgg. Schönberger und Genossen, gesetzliche Regelung des Milch Verkaufs betreffend; Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf, die Landstände betreffend (Wahlrechtsvorlage!)
Wetzlar, 5. Juni. Den, hiesigen Geschichtsverein ist es nunmehr gelungen, für seine Sammlung Unterkunft in dem Salomon'schen Hause am Schillerplatz zu finden und zwar in den von Jerusalem (Goethes Werther) — früher bewohnten Räumen. Es wird beabsichtigt das sogen. „Werther. zimmer" mit einer der Goethezeit entsprechenden Einrichtung zu versehen. Die hierzu erforderlichen Einrichtungsgegenstände fehlen bis jetzt bis auf wenige dem Verein. Man wendet sich daher an den Gemeinsinn der Wetzlarer mit der Bitte, brauchbare Gegenstände für das Wertherzimmer und die damit verbundene Sammlung des Geschichtsvereins zur Verfügung zu stellen, sei es als Geschenk oder leihweise. Willkommen ist alles, was Bezug hat auf die Vergangenheit der Stadt und des Kreises und Aufschluß gibt über Kunst, Handel, Handwerk nnd überhaupt die Zustände vergangener Tage, beispielsweise alte Waffen, Bilder, Bücher, Möbel, Werkzeuge, Zeitschriften.
Frankfurt a. M., 5. Juni. Die 45. Hauptversamm» lung des Vereins deutscher Ingenieure wurde heute abend mit einem Begrüßungsabend, veranstaltet vom hiesigen Bezirksverein, feierlich eröffnet. Der große Saal des Saal- baues vermochte die große Zahl der Erschienenen nicht zu fassen; auch die Nebenräumc mußten zu Hilfe genommen werden. Nach einem Prolog, der die Ingenieure als Schöpfer der modernen Welt feierte, begrüßte der Vorsitzende des Frank- firrter Bezirksvcreins, Kommerzienrat E. Weismüller, die aus allen Teilen Deutschlands herbeigeströmten Ingenieure mit einem kurzen Hinweis auf die Entwickelung der Industrie im Bezirke Frankfurt-Darmstadt seit der 27 Jahre, seitdem die Versammlung zum letzten Male hier getagt hat. Redner schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Gäste. Der Vorsitzende des Vereins deutscher Ingenieure, Geheimrat C. v. Linde-Berlin, dankte mit einem Hoch auf den Frankfurter Bezirksverein. Der Abend nahm einen glänzenden und überaus angeregten Verlauf.
Homburg, 5. Juni. Auf der Gordon-Bennet- Strecke sind die größtmöglichen Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. An irgendwie zweifelhaft erschienenen Stellen sind Militär-Wachtposten aufgestellt; insgesamt beläuft sich ihre Zahl auf 3200. Etwa 120 Radfahrer übernehmen die Führung der Rennfahrer durch die neuttalisierten Otte. Außer dieser Schar sorgen noch eine Anzahl Aufseher, Gendarmen und Signalposten für Ordnung. Wege, die auf die Rennstrecke einmünden, Häuser u. s. w., die durch feste Einfriedigungen oder Mauern nicht von der Fahrstraße isoliert sind, werden für die Zeit der Rennen durch Drahtgitter abgegrenzt. Desgleichen sind vor allen Toren und Türen Drahtgitter aufgestellt. Außer diesen SichcrheitSmaßregeln auf offener Strecke sind in folgenden Ortschaften Fußgängerbtticken quer über die Straße geschlagen: Wehrheim (3), Grävenwiesbach (1), Einhaus (1), Allendorf (1), Obertiefenbach (1), Lütter (1), Kirberg (3), Hühnerkirche (1), Neuhof (1), Eschenhahn (1), Glashütten (1) und bei Arnberg (1), insgesamt 16 Brücken. Zu allen diesen Sicherheitsmaßregeln kommt als wichtigste die Besprengung der Gcsamtstrecke nut dem staubbindenden Mittel Westrumit. — Izzet Pascha, der Vetter des Khedive von Egypten, trifft zum Gordon-Bennett-Rennen hier ein. — Monsieur Brasier, der Verfertiger der unter Führung von Monsieur Theay im französischen Entscheidungsrennen siegenden Automobils, ist hier eingetroffen. — Am 17. Juni, in der Gordon - Bennett - Woche, wird der Frankfutter Lehrergesangverein in Gemeinschaft mit der hiesigen Kurkapelle ein großes Gattenkonzett geben. — Auf der Saalburg trafen heute die Broncestatuen von Kaiser Hadrian und Alexander Severus ein und werden nächste Woche von ihrem Verfettiger, dem Bildhauer Götz-Berlin, aufgestellt werden.
vermischtes.
* Peoria (Illinois), 5. Juni. In einer hiesigen Branntweinbrennerei erfolgte am 4. Juni eine Explosion, durch welche zehn Menschen das Leihen einbüßten. Auch brach infolge der Explosion Feuer ans, das die Fabrik und vier Nachbargebäude einäscherte und auf den nahegelegenen Viehhof Übergriff, wo 320^ Stück Vieh verbrannten.
* Die Ausgrabungen des Hi st ori scheu Vereins der Pfalz im neolithischen Dorf Wallb öhl werden in letzter Zeit mit Erfolg fortgesestt. Aufgedeckl sind nach einer Meldung im „Schw. M." bis jetzt 11 Hütten mit Feuerherden, die überall dieselbe Konstruktion auf- weisen. Hat man jüngst das Inventar eines Dorfschmiedes auf gebe dt, der allerdings statt Eisen Stein bearbeitete, so Ende letzter Woche die Stätte eines Töpfers. Zahlreiche Brocken von roteni, gelbem, weißem Bolus oder Ocker, ebenso ein Hämatitbrocken, ferner feine, zum Glätten und Herstellen von Ornamenten anwendbare Werkzeuge lassen auf, eine zerstörte Töpferwerkstätte schließen. Die bis jetzt rätselhaften Schalensteine fanden sich in großer Anzahl. Zu der plastischen Fabrikation gehört die Gestalt eines Viersüßlers ans gebranntem Ton, voraussichtlich Kinderspielzeug. Bemerkenswert ist ferner eine prächtige, mit einem Widerhaken versehene Harpune aus glasig glänzendem schwarzen Fintstein. Sie ist sein, gemuschelt und mit großer Kunst hergestellt. Offenbar diente das Werkzeug zum Fischfang. Bon den Mahlzeiten der Neolithen, die hier aus den Minen vor 4 bis 5 Jahrtausenden hausten und lebten, künden weiterhin zahlreiche aufgeschlagene Tierknocheti. Nach deren Zähnen gehören diese zum Teil dem gewaltigen Anerochs, dem Bos primigenins an. Mabl- platten und Klopfsteine deuten fernerhin an, daß diese Urbewohner der Rheinlande bereits den Bau der Feld- früchte ausgeübt haben. Dies beweijt auch der Fund von zwei geschliffenen Bodenhacken-
1 fii Georg Dem D., ®: W.SlemmlllerWr Göns . . . • pemr. Weüer, Heu W. Weitzel, Lang-G
2 ftil Georg Dem II., Gr Louls Süßnuüh, S W-SleinmNer Wir Göns . . . . Jatob Appel, 5lrof L. Steimmlller, Gr 1 Kilo- Georg Dem II., Gi Ferd. Weiß, ®riin; W. Weitzel, Lang-( W.SteinmMer Wr Göns . . . .
2 Kilo Louis Süßmuth, C Georg Dem II., Gr W. Weitzel, Lang-6 W.TleinmüÜerWn Göns .... pemr. Weber, Heucl L Steinmüller, Gc.- 21/, Kilog "ouv ÄUMUlh, Tü 3 Kilom Karl Poft, WüfeL Gmjt Ghrift, Wrefe e _ 2 Ril
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