Nr. 155 Drittes Blatt. 154. Jahrgang
Erscheint tLgllch mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Giehener Kamilienblatter" werden dem U O> ÖA firSTfMW BZ1 M
.Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der BF a 01g wL B B W_. R, M B 5 H A
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Dienstag 5. Juli 1904
Notattonsdruck und Verlag der BrÜhl'sch«, Univerfttätsdruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.
Tel. Nr. 5L Telegr^Adr. r Anzeiger Gieße».
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Aus dem Jahresbericht der Hessischen Kewerbe- InspeKtionen für 1903.
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Gießen, 5. Juli 1904.
Den gedruckten Jahresbericht, einen stattlichen Band von 250 Seiten, haben wir uns zur Besprechung käuflich erwerben müssen. Er enthält folgende Abschnitte: 1. Allgemeines. 2. Jugendliche Arbeiter, Arbeiterinnen und Arbeiter im allgemeinen. 3. Schutz der Arbeiter vor Gefahren. 4. Wirtschaftliche und sittliche Zustände der Ar- beiterbevölkerung; Wohlsahrtseinrichtungen re.
Der Bericht setzt sich im wesentlichen zusammen aus Berichten der Gewerbeinspektoren für die Bezirke Darmstadt, Offenbach, Gießen, Mainz und W o r m s.
Im Allgemeinen Teil wird zunächst festgestellt, daß die Stellung der Aus sichts beamten zu den Arbeitgebern „durchweg als eine im Sinne der Durchführung der dienstlichen Aufgaben besrie digende" zu bezeichnen war. „Nur in wenigen Fällen ergab sich die Notwendigkeit, die Hilfe der zuständigen Polizeibehörden zur Durchführung von Gesetzesvorschriften und Anordnungen auf Grund der §§ 120 a ff. Gew.-Ordn. anzurufen." In einem Falle (Bezirk Gießen) mußte wegen persönlicher Beleidigung des Beamten Strafantrag gestellt werden. Die dienstliche Inanspruchnahme der Beamten durch die Betriebsunternehmer, die sich Aufklärung und Rat erbaten, hat im Bezirk Gießen bedeutend zugenommen. Die Zunahme dieser Beziehungen wird auf das wachsende Bekanntwerden der Institution, sowie auf das zunehmende Verständnis für deren Aufgaben zurückgesührt. Aehnlich lauten die Berichte aus den Bezirken Mainz und Worms. Es hat sich gezeigt, daß der Gewerbeaufsichtsdienst am meisten gefördert wird, wenn die Beamten ihren D i e n st - bezirk recht lange inne haben, dann erst können sie sich eine Vertrauensstellung erwerben, wie sie für ihre Tätigkeit notwendig erscheint.
Der Verkehr mit den Arbeitern ist in allen Bezirken lebhaft gewesen; er vollzieht sich meistens aus der Arbeitsstätte, nicht so häufig dagegen in den Amtslokalen der Beamten; doch hat im Bezirk Gießen der Verkehr mit einzelnen Arbeitern sowohl, als auch den Arbeiter-Organisationen auf dem Amtszimmer der Gewerbeinspektion eine Steigerung erfahren.
Beschwerden über Mißstände in den gewerblichen Betrieben lausen überall häufig ein und entsprechen in den allermeisten Fällen der wirklichen Sachlage. Bei der Assistentin in Offenbach sprachen 19 be- schwerdeführende Arbeiterinnen vor.
Immer mehr zeigt es sich, daß das Vertrauen der Arbeiterinnen zu den Assistentinnen wächst. Hosfenllich erhäll der Bezirk Gießen bald auch eine Assistentin. In einzelnen Fällen wurde die Gewerbeinspektion von organisierten Arbeitern zur Schlichtung von entstandenen Lohnstreitigkellen angerufen (Offenbach). Außerdem wird berichtet, daß die in einzelnen Bezirken eingerichteten Sprechstunden sich nicht bewährt haben, da sie nur in geringem Maße benutzt wurden (Darm- stad M nd Offenbach).
lieber die Revisionen der Beamten wird geschrieben, daß im Bezirk Gießen zusammen 1151 Revisionen gewerblicher Betriebe vorgenommen worden sind, wovon 836 Betriebe einmal, 92 zweimal und 29 dreimal und mehrmals besucht worden sind (darunter eine Revision zur Nachtzeit). Im Großherzogtum Hessen wurden zusammen 3669 Revisionen vorgenommen, darunter 43 zur Nachtzeit. Revisionen der nach § 120 c Gew.-Ordn. der Aufsicht unterstellten Betriebe wurden 246 ausgesührt, darunter 138 im Bezirk Gießen. Im Anschluß daran berichtet der Inspektor in Gießen, daß sämtliche Bäckereien und die G a st - und Schankwirt schäften in Gießen und Bad-Nauheim wiederholt und auch an Sonntagen von den Polizeiorganen revidiert worden sind.
lieber die Beschäftigung der Kinder in ge- rverblichen Betrieben werden interessante Mitteilungen auf Grund statistischer Erhebungen gegeben, die zur Vorbereitung der Durchführung des neuen Reichsgesetzes, betr. die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben, vom 30. März 1903 (R. G. Bl. S. 113) angestellt wurden. Im Großherzogtum Hessen sind es demnach 6991 Kinder, die gewerblich in Betrieben tätig sind; davon entfallen auf die Bezirke Darmstadt 1489, Offenbach 1964, Mainz 1048, Worms 1528, Gieß en 962 Kinder. Die Provinz Starkenburg beschäftigt nahezu die Hälfte aller Kinder, während die ländliche Provinz Oberhessen die geringste Anzahl (noch nicht ein Sechstel) der gewerblich tätigen Kinder umfaßt. Die Beschäftigung der Kinder nimmt mit den Jahren zu, um im 13. Lebensjahre fast den Höhepunkt zu erreichen und für das 14. Jahr nur noch wenig anzu-
I steigen. Weiter ergiebt sich, daß die Zahl der Kinder, welche I übet 10 Jahre alt sind, fast sieben Zehntel der Gesamtzahl ausmacht. Von den 962 Kindern, welche im Bezirk Gießen gewerblich tätig sind, wurden 38 in verbotenen Betrieben beschäftigt, 75 in Werkstätten, 8 im Handelsgewerbe, 131 in Gast- und Schankwirtschaften, 710 beim Aus tragen von Waren und bei sonstigen Botengängen. Die Beschäftigung in G a st - und Schantwirtschafteu ist erheblicher als der Durchschnitt in den Bezirken Darmstadt, Worms und namentlich in Gießen. (!!) Die Verhältnisse entsprechen den wirtschaftlichen Zuständen und Gewohnheiten.
lieber die Beschäftigung fügend licher Arbeiter*) wird berichtet:
Die Zahl der Fabriken und der diesen gleichgestellten Anlagen, welche jugendliche Arbeiter beschäftigen, beträgt 1517 oder 37,3 v. H. der Fabriken überhaupt. Im ganzen werden in 1752 gewerblichen Betrieben oder in 31.7 v. H. aller Betriebe jugendliche Arbeiter beschäftigt.
Die Zahl der jugendlichen Arbeiter in Fabriken und den diesen gleichgestellten Anlagen beträgt 6874 oder 8.3 v. H. aller Arbeiter in diesen Betrieben, und zwar entfallen unter 100 der jugendlichen Arbeiter 63 auf das männliche unch 37 auf das weibliche Geschlecht. Insgesamt werden 7137 jugendliche Arbeiter beschäftigt oder 8.3 v. H. Von den ovengenannten 1752 Betrieben entfallen auf den Bezirk Gießen 421 Anlagen; von den 7137 jugendlichen Arbeitern kommen auf den Bezirk Gießen 1106 jugendliche Arbeiter.
*) Personen von 14 bis 16 Jahren; Personen unter 14 Jahren sind Kinder.
Vermischte».
* Unter der Spitzmarce i e Jagdpläne deS Kaisers" lesen wir in der „Königsb. Hart. Ztg.": Wie wir erfahren, soll in der zweiten Hälfte des September der Kaiser dem Hauptelchrevier in dem Memeldelta auf zwei bis drei Tage einen Jagdbesuch abstatten, um sich von dort aus zur Hirschjagd nach Rom inten zu begeben. Tas Elclmüld, das betanntlid) schon nahe am Aussterbeu war, ist auch heute hauptsächlich nur noch in den beiden Oberförstereien des unteren Memeldeltas Tawellninken und Jbenhorst, erhalten, und zwar hat die Obcrförsterei Tawellningken den Hauptbesland. Die Pürsche auf dieses seltene Wild ist jetzt tatsächlich wohl nur ein Vorzug fürstlicher Personen. Nachdem nun vor einiger Zeit ber
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